Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk- und Komponenten-Netzwerk-Metaanalysen untersuchte die Wirksamkeit verschiedener Prehabilitationsansätze bei Erwachsenen vor größeren operativen Eingriffen. Eingeschlossen wurden 186 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 15.684 Teilnehmenden. Verglichen wurden isolierte und kombinierte Interventionen aus Bewegung, Ernährung sowie kognitiven und psychosozialen Komponenten. Insbesondere Bewegungs- und Ernährungsprogramme waren mit einer geringeren Rate postoperativer Komplikationen und einer verkürzten Krankenhausverweildauer assoziiert. Multimodale Programme aus Bewegung, Ernährung und psychosozialen Maßnahmen zeigten zudem Vorteile hinsichtlich gesundheitsbezogener Lebensqualität und körperlicher Erholung. In der Komponenten-Netzwerk-Metaanalyse erwiesen sich Bewegung und Ernährung als die Einzelkomponenten mit dem konsistentesten Nutzen über alle untersuchten kritischen Endpunkte. Die Evidenzsicherheit war aufgrund von Verzerrungsrisiken und teilweise unpräzisen Effektschätzungen überwiegend niedrig bis sehr niedrig. Dennoch blieben die Ergebnisse für Bewegungs- und Ernährungs-Prehabilitation auch nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko robust. Die Autoren sehen insbesondere diese Ansätze als vielversprechende Bestandteile der präoperativen Versorgung.
McIsaac D I, Kidd G, Gillis C, Branje K, Al-Bayati M, Baxi A et al. Relative efficacy of prehabilitation interventions and their components: systematic review with network and component network meta-analyses of randomised controlled trials BMJ 2025; 388 :e081164 doi:10.1136/bmj-2024-081164