Hintergrund: Grübeln gilt als Risikofaktor für psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen. Urbanisierung und der damit verbundene geringere Naturkontakt könnten diese Belastung begünstigen.
Methode: In einem kontrollierten Experiment wurden die Auswirkungen eines 90-minütigen Spaziergangs in natürlicher Umgebung mit einem Spaziergang im urbanen Umfeld verglichen. Erfasst wurden subjektives Grübeln und die neuronale Aktivität mittels Bildgebung.
Ergebnisse: Der Spaziergang in der Natur reduzierte das Grübeln und die Aktivität im subgenualen präfrontalen Kortex, einer mit Grübeln und Depressionsrisiko assoziierten Hirnregion. Im urbanen Umfeld zeigten sich diese Effekte nicht.
Fazit: Naturkontakt kann das psychische Wohlbefinden fördern. Der Zugang zu Grünflächen könnte daher eine sinnvolle Ergänzung präventiver Gesundheitsstrategien sein.
Bratman, G. N., Hamilton, J. P., Hahn, K. S., Daily, G. C., & Gross, J. J. (2015). Nature experience reduces rumination and subgenual prefrontal cortex activation. Proceedings of the National Academy of Sciences, 112(28), 8567-8572.