Adverse Kindheitserfahrungen (ACEs) schädigen corticolimbische Netzwerke im Gehirn und erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen. Die Studie mit 75 Erwachsenen (durchschnittlich 31,8 Jahre, 82,7 % weiblich) analysierte retrospektiv den Einfluss der selbstberichteten lebenslangen körperlichen Aktivität (LPA) auf die rs-FC der Amygdala, des Hippocampus und des anterioren cingulären Kortex. Ergebnisse zeigten signifikante Wechselwirkungen zwischen ACEs und LPA in Hirnregionen, die subkortikale, zerebelläre, visuelle und motorische Netzwerke umfassen. Bei geringer körperlicher Aktivität war eine verminderte Konnektivität mit höherer ACE-Exposition verbunden; bei hoher Aktivität hingegen erhöhte sich die Konnektivität, was auf einen neuralen Resilienzmechanismus hindeutet. Die Johnson-Neyman Analyse identifizierte dabei einen Bereich von ca. 150 bis 390 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche als Schwellenwerte, ab denen ACEs signifikant mit der Gehirnkonnektivität interagierten. Die Ergebnisse unterstreichen körperliche Aktivität als wichtigen, modifizierbaren Faktor zur neurobiologischen Anpassung nach frühkindlichen Traumata.
Zehirlioglu L, Nkrumah R, Demirakca T, Ende G, Schmahl C. Lifetime Physical Activity Moderates the Neural Effects of Childhood Adversity on Resting-State Functional Connectivity. Biol Psychiatry Cogn Neurosci Neuroimaging. 2026 Jan 28:S2451-9022(26)00024-8. doi: 10.1016/j.bpsc.2026.01.006. Epub ahead of print. PMID: 41617132.