Diese umfangreiche Meta-Analyse fasst 67 Datensätze internationaler Studien zusammen, die über 321.000 Smartphone-basierte Befunde zum affektiven Wohlbefinden (AWB) und knapp 1 Million Stunden accelerometrisch gemessene körperliche Aktivität (PA) im Alltag umfassen. Ziel war es, die Stärke, Richtung und Relevanz von PA-AWB-Beziehungen in natürlichen Alltagsbedingungen zu ermitteln. Es wurde eine zweifache Richtung analysiert: wie PA nachfolgend AWB beeinflusst (antezedentes Modell) und wie AWB folglich PA beeinflusst (konsequentes Modell). Die Befunde verdeutlichen stabile positive Korrelationen von PA mit positiver Stimmung, Valenz und besonders mit energetischem Erregungszustand; gleichzeitig zeigt sich eine negative Assoziation zwischen PA und Ruhe/Gelassenheit, wobei negative Affekte nicht signifikant beeinflusst werden. Die Effektgrößen sind vergleichbar mit anderen alltäglichen Aktivitäten (z.B. Musik hören). Moderatoren wie Alter, Geschlecht, BMI und Wochentag modifizieren diese Zusammenhänge: Jüngere und Menschen mit niedrigem BMI zeigen stärkere positive Effekte, Frauen berichten nach PA von höherer energetischer Erregung, und am Wochenende verstärken sich die PA-AWB-Kopplungen. Die Befunde unterstützen moderne, affektbasierte Modelle der Gesundheitsverhaltensforschung und bieten Grundlagen für individualisierte Interventionen im Alltag zur Förderung von Bewegung und Wohlbefinden. Diskussionen adressieren die Limitationen durch beobachtungsbasiertes Design und Heterogenität der Messinstrumente. Insgesamt demonstriert die Studie den bedeutsamen Einfluss von körperlicher Aktivität auf das momentane emotionale Erleben im Alltag und hebt das Potenzial für individuell zugeschnittene gesundheitsförderliche Maßnahmen hervor.
Rehder J, Timm I, Berretz G, Reinhard I, Neubauer AB, Güntürkün O, et al. An individual participant data meta-analysis of how physical activity relates to affective well-being in daily life. Nat Hum Behav. 2026 May 6. doi:10.1038/s41562-026-02218-2.