Die Studie untersuchte die psychologischen Mechanismen, durch die Heated Yoga (HY) depressive Symptome verringern kann. Während bereits bekannt ist, dass Lebensstilinterventionen positive Effekte auf Depressionen haben, war bislang unklar, welche Prozesse diesen Verbesserungen zugrunde liegen. Im Fokus standen dabei Achtsamkeit (Mindfulness) und Grübeln (Rumination) als mögliche Mediatoren.
Die Untersuchung basiert auf einer vorab geplanten Sekundäranalyse einer randomisierten kontrollierten Studie mit 80 Erwachsenen, die an einer mittelgradigen bis schweren Depression litten. Die Teilnehmenden wurden entweder einer achtwöchigen Heated-Yoga-Intervention mit zwei Einheiten pro Woche oder einer Wartelisten-Kontrollgruppe zugeteilt. Veränderungen in Mindfulness und Rumination wurden nach vier Wochen erfasst und ihre vermittelnde Wirkung auf die Depressionssymptomatik nach acht Wochen mithilfe kausaler Mediationsanalysen untersucht.
Die Ergebnisse bestätigten zunächst, dass Heated Yoga depressive Symptome im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduzierte. Zudem führte die Intervention zu einer deutlichen Zunahme der Achtsamkeit sowie zu einer Verringerung des Grübelns. Die Mediationsanalyse zeigte jedoch, dass ausschließlich die gesteigerte Achtsamkeit die Verbesserung der depressiven Symptome statistisch signifikant vermittelte. Für die Abnahme des Grübelns konnte hingegen keine signifikante Mediatorwirkung nachgewiesen werden. Sensitivitätsanalysen bestätigten die Robustheit dieser Ergebnisse.
Insgesamt legt die Studie nahe, dass Achtsamkeit ein zentraler Wirkmechanismus ist, über den Heated Yoga seine antidepressiven Effekte entfaltet. Die Förderung von Achtsamkeit könnte daher ein wichtiger Ansatzpunkt sein, um die Wirksamkeit verhaltensorientierter Lebensstilinterventionen bei Depressionen weiter zu verbessern.