Ziel der Studie war es, die Auswirkungen einer dauerhaften Kakao-Supplementierung auf altersassoziierte Gesundheit und Lebensspanne im Modellorganismus C. elegans zu untersuchen. Die Würmer erhielten ab Larvenstadium 1 eine Standarddiät mit E. coli OP50, ergänzt mit verschiedenen Kakao-Konzentrationen. Die Körperlänge und -dicke der Würmer nahmen durch Kakao signifikant zu, was auf bessere Ernährung hinweist. Altersbedingte Verschlechterungen in der Fortbewegung – gemessen als mittlere und maximale Geschwindigkeit, peristaltische Geschwindigkeit und maximale Amplitude – wurden durch Kakao teilweise rückgängig gemacht, vor allem im höheren Alter (Tag 12). Die mittlere und mediane Lebensspanne verlängerte sich bei Dosen von 3 mg/ml und 5 mg/ml signifikant um bis zu 8,3 % bzw. 7,8 %. Die maximale Lebensspanne blieb unverändert. Kakao steigerte die Thermotoleranz signifikant in allen Altersgruppen, wobei jüngere und mittelalte Würmer stärkere Effekte zeigten. Kognitive Leistungen, gemessen über Lern- und Kurzzeitgedächtnistests (Chemotaxis- und Lernindex), verbesserten sich ebenfalls durch Kakao, besonders im mittleren Alter. Zudem erhöhte Kakao die basale und mitochondriale Atmung in jungen und alten Tieren und reduzierte die altersbedingt erhöhte nicht-mitochondriale Atmung, was auf eine Verbesserung der mitochondrialen Funktion hinweist. Die analysierte Kakao-Probe enthielt noch relevante Mengen an phenolischen Verbindungen und Flavonoiden trotz Verarbeitung. Die positiven Effekte werden vor allem den antioxidativ wirksamen Polyphenolen des Kakaos zugeschrieben, die womöglich altersbedingte Degenerationsprozesse wie Mitochondriendysfunktion und reaktive Sauerstoffspezies reduzieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dauerhafter Kakao-Konsum in diesem Modell die altersbedingte körperliche und kognitive Funktion verbessern und die mittlere Lebenserwartung verlängern kann. Weitere Untersuchungen zur Identifikation der Wirksubstanzen und detaillierten Mechanismen sind sinnvoll.
Cocoa improves age-associated health and extends lifespan in C. elegans
Mihiri Munasinghe (a), Abdullah Almotayri (a), Jency Thomas (a), Deniz Heydarian (a),
Maneka Weerasinghe (b) and Markandeya Jois (a)
(a) Department of Physiology, Anatomy and Microbiology, School of Life Sciences, La Trobe University, Bundoora, Victoria, Australia
(b) Department of Animal, Plant and Soil Sciences, School of Life Sciences, La Trobe University, Bundoora, Victoria, Australia
Nutrition and Healthy Aging 6 (2021) 73–86
DOI 10.3233/NHA-200100