Die Studie analysiert anhand von Ego-Netzwerkdaten und DNA-Methylierungs-basierten epigenetischen Uhren (DunedinPACE und GrimAge2), wie negative soziale Beziehungen („Hassler“) biologisches Altern beschleunigen und mit verschiedenen Gesundheitsparametern verknüpft sind. Rund 30 % der Befragten geben an, mindestens eine negative Bezugsperson im Netzwerk zu haben. Diese negativen Bindungen finden sich häufig an den Rändern sozialer Netzwerke und sind meist schwach ausgeprägt. Besonders betroffen sind Frauen, tägliche Raucher, Personen mit schlechter Gesundheit und solche mit belastenden Kindheitserlebnissen. Jede zusätzliche negative Beziehung steigert die Alterungsrate um 1,5 % und erhöht das biologische Alter um etwa 9 Monate. Vereinzelt zeigen sich unterschiedliche Effekte je nach Art der Beziehung: negative Einflüsse sind bei Verwandten und Nicht-Verwandten deutlich, nicht aber bei Ehepartnern. Zudem geht eine höhere Zahl negativer Bindungen mit einer breiten Palette von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und einem erhöhten Entzündungsniveau einher. Die Ergebnisse heben die Bedeutung negativer sozialer Kontakte als chronische Stressoren hervor und betonen die Notwendigkeit präventiver sozialmedizinischer Interventionen zur Förderung gesünderer Alterungsprozesse.
Lee B, Ciciurkaite G, Peng S, Mitchell C, Perry BL. Negative social ties as emerging risk factors for accelerated aging, inflammation, and multimorbidity. Proc Natl Acad Sci U S A. 2026 Feb 24;123(8):e2515331123. doi: 10.1073/pnas.2515331123. Epub 2026 Feb 18. PMID: 41706901; PMCID: PMC12933095.