Eine randomisierte klinische Studie untersuchte, ob Krafttraining bei Schwangeren mit Übergewicht oder Adipositas das Risiko für Gestationsdiabetes (GDM) und weitere schwangerschaftsbezogene Outcomes beeinflusst. Eingeschlossen wurden 209 Frauen mit einem BMI ≥25 kg/m². Die Interventionsgruppe absolvierte von der 12.–14. Schwangerschaftswoche bis zur 36. Woche bzw. bis zur Geburt ein Krafttrainingsprogramm aus betreuten und häuslichen Einheiten.
48 % der Teilnehmerinnen erreichten die vorgegebene Adhärenz. Unter Krafttraining zeigte sich eine tendenziell geringere GDM-Inzidenz (−5,3 Prozentpunkte; p=0,07) sowie eine geringere Häufigkeit von Hydramnion (−4,5 Prozentpunkte; p=0,05). Bei den adhärenten Teilnehmerinnen trat kein GDM auf, gegenüber 7,3 % in der Kontrollgruppe. Zudem verbesserte sich die Lebensqualität signifikant (mittlere Differenz 8,4; p<0,001), während Häufigkeit und Belastung schwangerschaftsbedingter Beschwerden abnahmen. Unterschiede bei Makrosomie oder Frühgeburten wurden nicht festgestellt.
Fazit: Krafttraining erwies sich als sichere Intervention und verbesserte insbesondere Lebensqualität und Beschwerdelast. Die Hinweise auf einen präventiven Effekt hinsichtlich GDM sind vielversprechend, erreichen jedoch keine statistische Signifikanz und sollten in größeren Studien bestätigt werden.
Santa Cruz TE, Sarasqueta C, Muruzábal JC, Sanz O. Strength training during pregnancy for the prevention of gestational diabetes: A randomized trial in women with overweight or obesity. Acta Obstet Gynecol Scand. 2026; 00: 1–10. doi:10.1111/aogs.70336