In dieser großen prospektiven Beobachtungsstudie mit 147.374 Teilnehmern (davon 31.540 Männer und 115.834 Frauen) und bis zu 30 Jahren Follow-up wurden der Einfluss von Widerstandstraining auf die Gesamtmortalität und Sterblichkeit durch spezifische Ursachen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurologische Erkrankungen) analysiert. Die Teilnehmenden berichteten ihre Trainingszeiten regelmäßig mittels validierter Fragebögen. Die Analysen zeigten, dass 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche mit einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterblichkeit um 13 % (Hazard Ratio [HR] 0,87; 95 % Konfidenzintervall [KI] 0,81–0,95), der kardiovaskulären Sterblichkeit um 19 % (HR 0,81; 95 % KI 0,67–0,97) und der Sterblichkeit durch neurologische Erkrankungen um 27 % (HR 0,73; 95 % KI 0,58–0,92) verbunden waren. Ein höheres Trainingsvolumen (>120 Minuten/Woche) führte nicht zu weiteren Vorteilen. Bei der Krebsmortalität zeigte sich ein Risikoabfall nur bei geringeren Trainingsmengen (1–59 Minuten/Woche). Zudem ergab die kombinierte Betrachtung von Krafttraining und aerober Aktivität, dass die niedrigste Sterblichkeitsrate bei einer Kombination aus hohem aerobem Training (≥30 MET-Stunden/Woche) und moderatem Krafttraining (60–119 Minuten/Woche) besteht (HR bis 0,55). Auch hohe aerobe Aktivität allein (≥45 MET-Stunden/Woche) war mit deutlichem Mortalitätsrückgang assoziiert, unabhängig vom Krafttraining. Die Ergebnisse unterstreichen den gesundheitlichen Nutzen moderaten Krafttrainings über mehrere Jahrzehnte und dessen additive Effekte zu aerobem Training, mit einer Risikostabilisierung ab ca. zwei Stunden Krafttraining pro Woche.
Zhang Y, Lee DH, Rezende LFM, Ma Y, Giovannucci E. Long-term resistance training with all-cause and cause-specific mortality: assessing dose-response and joint associations with aerobic physical activity. Br J Sports Med. 2026 Jun 2:bjsports-2025-110503. doi: 10.1136/bjsports-2025-110503. Epub ahead of print. PMID: 42230125.