Die vorliegende Studie erfasste die ergonomische Belastung von professionellen Tänzern während ihres täglichen Trainings im klassischen Ballett mittels eines 17-Sensor-Motion-Capture-Anzugs. Die Daten von 28 Profi-Tänzern (16 Frauen, 12 Männer) wurden statistisch ausgewertet und mit dem Rapid Entire Body Assessment (REBA) bewertet, das eine Einschätzung des muskuloskelettalen Verletzungsrisikos ermöglicht. Es zeigte sich, dass weibliche Tänzerinnen signifikant länger im Hochrisikobereich trainieren (94 % der Trainingszeit) als männliche Tänzer (89 %, p < 0,001). Die durchschnittlichen REBA-Werte von 6,31 (Frauen) bzw. 6,03 (Männer) deuten auf ein mittleres bis hohes ergonomisches Risiko hin. In der dritten Trainingsphase sanken die REBA-Werte, jedoch stieg hier das Verletzungsrisiko durch Ermüdung und erhöhte Bodenreaktionskräfte. Die Autoren empfehlen eine kritische Überprüfung des Trainingsplans, insbesondere Anpassungen an anthropometrische Besonderheiten, Integration von Regenerationsphasen, Ausdauerkomponenten und gezieltes Krafttraining, um gefährdete Strukturen zu entlasten.
Fehringer V, Maurer-Grubinger C, Holzgreve F, Ohlendorf D, Wanke EM. Ergonomic Risk Assessment of Professional Dance Using Motion Capture with Ergonomic Evaluation by the Rapid Entire Body Assessment (REBA). Sensors (Basel). 2025 Dec 22;26(1):70. doi: 10.3390/s26010070. PMID: 41516508; PMCID: PMC12787475.