Bluthochdruck zählt weltweit zu den häufigsten kardiovaskulären Risikofaktoren und verläuft häufig asymptomatisch. Neben der medikamentösen Therapie spielen Lebensstilmaßnahmen eine zentrale Rolle. Dazu gehören regelmäßiger Kraftsport (kann systolischen Blutdruck um 2-7 mmHg senken), Ausdauersport (4-6 mmHg), Einhaltung der DASH-Diät (5-6 mmHg), Gewichtsmanagement (6-8 mmHg), eine reduzierte Salzaufnahme (6-8 mmHg) sowie Maßnahmen wie Meditation (5-7 mmHg) und kontrolliertes Atmen (5 mmHg) zur Unterstützung von Stressregulation und Blutdruckkontrolle. Eine aktuelle Studie untersuchte, welche Faktoren die Bereitschaft beeinflussen, ärztliche Empfehlungen zur Blutdruckkontrolle umzusetzen. Analysiert wurden 1.398 US-amerikanische Erwachsene, davon 46 % mit diagnostizierter Hypertonie.
Das Health Belief Model erklärte die Intention zur Medikamenteneinnahme deutlich besser als die Bereitschaft zu Lebensstiländerungen. Während die wahrgenommenen Vorteile einer medikamentösen Therapie die Therapieintention deutlich erhöhten, war eine höhere individuelle wahrgenommene Anfälligkeit für Hypertonie positiv mit der Medikamenten-, jedoch negativ mit der Intention zu Lebensstiländerungen verbunden. Kommunikationsbarrieren zwischen Patienten und Behandelnden reduzierten die Bereitschaft zur Umsetzung von Empfehlungen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer individuell verständlichen Beratung, insbesondere wenn Bewegung, Kraft- und Ausdauertraining sowie ergänzende Maßnahmen wie kontrolliertes Atmen und Meditation langfristig in den Alltag integriert werden sollen.
Ophir Y, Walter D, Jamieson PE, Gibson LA. Hypertension Treatment Intentions: A Health Belief Model Analysis. Hypertension. 2026 Sep;83(9):e27210. doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.126.27210. Epub 2026 Jul 2. PMID: 42389773; PMCID: PMC13344169.