Die Studie untersucht, wie alltäglicher Stress und Emotionen die Konzentration zellfreier mitochondrialer DNA (cf-mtDNA) im Speichel beeinflussen. In zwei unabhängigen Stichproben mit unterschiedlicher zeitlicher Auflösung wurden Zusammenhänge im Alltag analysiert. Studie 1 betrachtete junge Erwachsene über vier Tage und verglich Personen mit Major Depression (MDD) und gesunde Kontrollen. Bei MDD-Betroffenen führte Stress zu einer deutlichen Abnahme der cf-mtDNA um 68 %. Auch eine höhere Anzahl oder stärkere Belastung durch Stressoren reduzierte die Werte um etwa 24–27 %. Studie 2 nutzte ein feineres Messdesign mit stündlichen Erhebungen über zwei Tage. Negative Emotionen wie Stress oder Frustration gingen mit einer Verringerung der cf-mtDNA um etwa 15 % einher, während positive Emotionen wie Freude oder Ruhe Anstiege von bis zu 28 % zeigten. Die Effekte variierten je nach Person und Kontext. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass cf-mtDNA kein einheitlicher Stressmarker ist, sondern dynamisch auf emotionale und situative Faktoren reagiert.
Saliva cell-free mitochondrial DNA (cf-mtDNA) as a dynamic biomarker of stress and emotion in daily life: Evidence from two independent repeated-measures studies. Lauren Petri, Sun Ah Lee, David Shire, Samantha Leonard, Alexander Behnke, Jody Greaney, Lacy Alexander, David M. Almeida, Martin Picard, Caroline Trumpff. medRxiv 2026.03.23.26348537; doi: https://doi.org/10.64898/2026.03.23.26348537