Regelmäßige körperliche Aktivität schützt vor zahlreichen chronischen Erkrankungen und senkt insbesondere das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Modulation chronisch niedriggradiger Entzündungsprozesse. Während des Trainings produziert die kontrahierende Skelettmuskulatur das Zytokin Interleukin-6 (IL-6), das als erstes beschriebenes Myokin gilt. Anders als bei entzündlichen Prozessen wird IL-6 während körperlicher Belastung TNF-α-unabhängig freigesetzt und stimuliert die Bildung antiinflammatorischer Mediatoren wie IL-1ra und IL-10. Gleichzeitig hemmt IL-6 die Produktion des proinflammatorischen TNF-α und fördert den Fettstoffwechsel durch Steigerung von Lipolyse und Fettoxidation. Die Autoren postulieren, dass regelmäßiges Training über eine Suppression von TNF-α zur Verbesserung der Insulinsensitivität und des Lipidstoffwechsels beiträgt. Myokine könnten damit einen wichtigen Mechanismus darstellen, über den körperliche Aktivität vor chronisch-entzündungsassoziierten Erkrankungen schützt.
Petersen AM, Pedersen BK. The anti-inflammatory effect of exercise. J Appl Physiol (1985). 2005 Apr;98(4):1154-62. doi: 10.1152/japplphysiol.00164.2004. PMID: 15772055.