In einer longitudinalen Fall-Kontroll-Studie mit 416 Patienten mit akutem Rückenschmerz (mittleres Alter 47,5 Jahre, 75% Männer) über ein Jahr wurden insgesamt 9757 Befragungen ausgewertet. Jede zusätzliche Stunde Heben von mehr als 10 Pfund erhöhte das Risiko für einen kurzfristigen Schmerzschub um 5% (OR 1,05; 95%-KI 1,03–1,07). Ähnliche Effekte fanden sich für Bücken, Ziehen/Drücken, Drehen und Hocken. Im Gegensatz dazu reduzierte längeres Sitzen das Risiko leicht (OR 0,96 pro Stunde). Allerdings fanden sich keine Zusammenhänge zwischen der durchschnittlichen Aktivitätsdauer in den ersten 8 Wochen und Rückenschmerz-bedingten funktionellen Einschränkungen nach einem Jahr. Dies weist darauf hin, dass bestimmte Aktivitäten kurzfristig die Schmerzsymptomatik verschlechtern können, langfristig jedoch keine Auswirkungen auf die Funktion haben. Für Praktiker bedeutet dies, dass moderate Aktivität trotz temporärer Schmerzverstärkung im Akutstadium nicht zu einer Verschlechterung der Langzeitprognose führt.
Suri P, Timmons AKI, Korpak AM, et al. Transient and Long-Term Risks of Common Physical Activities in People With Low Back Pain. JAMA Netw Open. 2025;8(12):e2547915. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.47915