Die Studie beschreibt den Einsatz von hochfrequenter, auf Speichel basierender Multi-Omics-Analyse als Screening-Werkzeug im Profi-Fußball. Mit dieser Methode können individuelle physiologische Veränderungen wie vorübergehende Dehydration, Überversorgung, erhöhter Stress oder medikamentöse Einflüsse frühzeitig erkannt werden. Die Kommunikation der Befunde an medizinisches Personal und Spieler führt zu gezielten Gegenmaßnahmen und Normalisierung der Werte. Wesentlich für die erfolgreiche Implementierung sind hohe Akzeptanz bei Trainern und Spielern sowie umfassende Aufklärung über Methodik und Ziele. Speichel bietet eine praktikable Probenquelle, weist jedoch methodische Herausforderungen auf, etwa hinsichtlich Standardisierung und Zusammenhang zu Blutwerten. Biomarker aus Speichel ergänzen Daten von Wearables um molekulare Einblicke in Hydration, Stress, Entzündung und Stoffwechselstatus. Die Studie betont, dass die Methode aktuell explorativ ist, eine Validierung in größeren Kohorten sowie die Kreuzvalidierung mit klinischen Parametern fehlt. Die Anwendung erfordert interdisziplinäres Fachwissen und finanzielle Ressourcen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Speichel-basierte Multi-Omics künftig eine wertvolle Ergänzung für das individualisierte Monitoring und die Leistungssteuerung von Athleten sein können.
Wenzel C, Kolodziej M, Lippelt L, Laux P, Millard M, Kipper K, Iebed A, Wieder O, Braun M, Zimmer P. High frequency salivabased targeted multi-omics as screening tool in professional soccer – The practice perspective. Dtsch Z Sportmed. 2026; 77: 7-14. doi:10.5960/dzsm.2025.650