Diese randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte an 195 Parkinson-Patienten (Stadien 1–4) die Wirkung von Tai Chi gegen Widerstandstraining und Stretching über 24 Wochen mit zweimal wöchentlichen 60-minütigen Einheiten. Primäre Endpunkte waren Veränderungen bei der Stabilitätskontrolle (postural stability), gemessen durch den Limits-of-Stability-Test, insbesondere maximale Auslenkung (Maximum Excursion) und Richtungssteuerung (Directional Control). Tai Chi führte zu signifikant besseren Ergebnissen als die Vergleichsgruppen: Bei der maximalen Auslenkung lag der Vorteil gegenüber Widerstandstraining bei 5,55 Prozentpunkten (95% CI 1,12–9,97) und gegenüber Stretching bei 11,98 Prozentpunkten (95% CI 7,21–16,74). In der Richtungssteuerung betrugen die Vorteile 10,45 bzw. 11,38 Prozentpunkte. Zudem verbesserten sich sekundäre Parameter wie Schrittlänge, funktionelle Reichweite, motorische Scores und Gehfunktion unter Tai Chi. Die Sturzhäufigkeit wurde gegenüber Stretching signifikant reduziert. Die positiven Effekte blieben auch drei Monate nach Intervention erhalten. Tai Chi ist somit eine sichere, effektive Trainingsmethode zur Reduktion von Gleichgewichtsstörungen und Sturzrisiken bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Erkrankung.
Li F, Harmer P, Fitzgerald K, Eckstrom E, Stock R, Galver J, Maddalozzo G, Batya SS. Tai chi and postural stability in patients with Parkinson’s disease. N Engl J Med. 2012 Feb 9;366(6):511-9. doi: 10.1056/NEJMoa1107911. PMID: 22316445; PMCID: PMC3285459.