Primäre Kniearthrose beginnt mit strukturellem Knorpelschaden, der eine selbstverstärkende Entzündungsreaktion auslöst, welche die Knorpeldegeneration weiter vorantreibt. Die aktuelle Standardtherapie fokussiert auf symptomatische Behandlung mit intraartikulären Kortison- und Hyaluronsäure-Injektionen, die allerdings den Krankheitsverlauf nicht verlangsamen. Die Übersichtsarbeit fasst experimentelle Behandlungsansätze zusammen, die auf die biochemischen Mechanismen der Knorpeldegradation abzielen. Dazu gehören bioengineerte Steroid-Hydrogel-Injektionen, ex vivo expandierte allogene Stammzellinjektionen, genetisch modifizierte Chondrozyteninjektionen sowie zahlreiche genetische Therapieformen, wie rekombinante Wachstumsfaktoren, Proteinaseinhibitoren, senolytische Therapien, Antioxidantien, Wnt- und NF-kappaβ-Inhibitoren, modifizierte Angiopoietin-like-3 Varianten, verschiedene virale Vektorsysteme und RNA-basierte Therapien. Obwohl bisher keine dieser Therapien von der FDA zugelassen ist, zeigen die neuen Ansätze vielversprechendes Potential zur zellulären Regeneration des Knorpels und damit zur langfristigen Beeinflussung der Arthroseentwicklung.
Präbiotische Nahrungsergänzung mit und ohne Physiotherapie bei Kniearthrose
In einer randomisierten kontrollierten 2 × 2-Faktoren-Studie mit 117 Teilnehmern (Durchschnittsalter 67,5 Jahre) mit Kniearthrose wurden 6 Wochen lang vier Gruppen untersucht: Inulin 20 g/Tag (natürlicher, präbiotischer Ballaststoff (Fruktan)), digitales physiotherapiegestütztes Training (Joint Academy™) (PSE), Kombination beider sowie eine Kontrollgruppe