Hintergrund: Soziale Isolation und Einsamkeit beeinträchtigen das psychische Wohlbefinden. Körperliche Aktivität könnte diese negativen Effekte abmildern.
Methode: Eine Kohortenstudie untersuchte 317 junge Erwachsene mittels Beschleunigungssensoren, elektronischer Tagebücher und funktioneller Bildgebung. Die Ergebnisse wurden in einer zweiten Stichprobe während der COVID-19-Pandemie repliziert.
Ergebnisse: Körperliche Aktivität schwächte den Zusammenhang zwischen fehlendem Sozialkontakt und negativem Affekt signifikant ab. Bereits geringe Bewegungsumfänge zeigten positive Effekte, besonders bei Personen mit erhöhter Einsamkeit und depressionsassoziierter neuronaler Konnektivität.
Fazit: Bewegung ist eine niedrigschwellige, potenziell präventive Strategie, um das psychische Wohlbefinden bei sozialer Isolation zu stabilisieren – auch bei gefährdeten Personen.
Benedyk, A., Reichert, M., Giurgiu, M. et al. Real-life behavioral and neural circuit markers of physical activity as a compensatory mechanism for social isolation. Nat. Mental Health 2, 337–342 (2024). https://doi.org/10.1038/s44220-024-00204-6