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    Therapie

    Akute Nierenschädigung

    Zwei Erfahrungen aus dem Rudersport
    Dr. med. Ulrich KauBy Dr. med. Ulrich Kau3 Mins Read
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    Ergometetertest über 2.000 m
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    Exercise – included renal failure – „Durch Sport ausgelöste akute Nierenschädigung“ AIKN-Stadium 3. Serumkreatin bei Aufnahme 7,87 mg/dl, bei Entlassung 4,65 mg/dl

    Diese Diagnose im Arztbrief eines Ruderers nach einem 2.000 m Ruderergometer Test im Januar 2020 zeigt, dass im Spitzensport immer wieder lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten, die zwar selten sind, aber zu bleibenden Schäden führen können.

    In der Literatur wird die Crush Niere als Teil des Crush Syndroms oder Rhab­domyolyse – Nierenschaden beschrieben. Dies tritt einerseits durch Quetschungen bei Unfällen auf oder wenn giftige Muskelabbauprodukte (Myoglobin, Kalium, Säuren) in den Blutkreislauf freigegeben werden und die Nieren Tubuli schädigen oder blockieren, was zum Nierenversagen führen kann. Im Spitzensport wird die Schädigung der Nieren durch Überlastung beim Wettkampf mit extrem hohen Laktatwerten und auch durch Dehydratationszustände erklärt. Die Ruderer des Deutschen Ruderverbandes (m und w) sind im Jahresverlauf sowohl zu der Selektion – jährlich im Frühjahr – sowie beim Zielwettkampf den härtesten Belastungen ausgesetzt. Beim individuellen 2.000 m Ruderergometer Test zur Selektion kommt es zu Überlastungen, Erschöpfungszuständen und maximalen Laktatwerten.

    Beispiele aus der Praxis

    Im März 2007 hatte ein Ruderer, der in der Vorwettkampfwoche durch Prüfungsstress – mit mangelnder Flüssigkeitszufuhr und eingeschränkter Ernährung – gehandicapt war, nach dem Erreichen einer neuen Bestzeit einen Laktatwert von 29,5 mmol/l. Nach Stabilisierung des Kreislaufs wurde mit Hydratation und leichter Bewegung versucht, ihn zu rekompensieren. Dies war jedoch nicht ausreichend. Nachdem der Ruderer Schmerzen im Bereich der Nieren verspürte – Diff. LWS Syndrom – wurde er mit einem Krea­tininwert von 3,5 mg/dl in die Uniklinik Leipzig aufgenommen. Unser oben genannte Fall vom Januar 2020 gestaltete sich ähnlich. Hier ging es bei dem 2.000 m Ruderergometer Test um die Selektion für Olympia in Tokio. Der Ruderer erreichte keinen individuellen Bestwert, jedoch einen Laktatwert von 26,7 mmol/l. Im weiteren Verlauf wurde auch hier mit Hydration und extensiver Radeinheit eine Rekompensation versucht. Ein Tag später wurde der Ruderer in eine Klinik in Dortmund mit oben genannter Diagnose aufgenommen. Beide Ruderer wurden nach zwei bis fünf Tagen wieder entlassen. Unter bilanzierter Flüssigkeitszufuhr und Kontrolle der Nierenretentionsparameter erfolgte langsam die Wiedereingliederung in den Trainingsprozess. Intensive Belastungen waren nach sechs Wochen wieder möglich. Beide überstanden die Erkrankungen ohne Folgeschäden. Der Ruderer aus dem Jahre 2007 wurde 2012 Olympiasieger im Achter. Der Ruderer von 2020 beendete nach verpasster Olympiaqualifikation 2021 seine Karriere.

    Anmerkung zu Natriumbicarbonat

    Seit einigen Jahren wird Natriumbicarbonat im Wettkampf substituiert, um eine Laktatpufferung zu initiieren. Dies bewirkt nach dem Wettkampf jedoch eine höhere Laktatkonzentration. Aus unseren Erfahrungen zeigt sich eine Erhöhung um 1 – 3 mmol / l Laktat. Eine neue Erkenntnis und Herausforderung, die Niere mehr zu beachten.

    Autoren

    Dr. med. Ulrich Kau

    » Facharzt für Allgemeinmedizin mit Zusatzbezeichnungen u. a. Sportmedizin und Präventivmedizin
    » MVZ im Rheingau – MVZ Rheingaupraxis GmbH
    » Ltd. Verbandsarzt des Deutschen Ruderverbandes seit 2006, Verbandsarzt des Deutschen Boxsportverbandes seit 2010, Olympiaarzt & Lehrbeauftragter der Uniklinik Mainz

    02/26
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