Arthrose, eine degenerative Gelenkerkrankung, ist durch Entzündungen und Knorpelschäden gekennzeichnet. Die Studie fasst Evidenz zu Olivenöl und seinen biologisch aktiven Polyphenolen (Hydroxytyrosol, Oleocanthal, Oleuropein) als mögliche therapeutische Mittel zusammen. Diese Substanzen zeigen entzündungshemmende, antioxidative und autophagiefördernde Effekte, die zur Knorpelzellprotektion beitragen können. Tiermodelle belegten eine Reduktion von Gelenkschäden und Entzündungsmarkern unter Behandlung mit Olivenextrakten oder angereicherten Diäten. Menschliche Studien (kleine klinische und kontrollierte Studien) berichteten Verbesserungen in Schmerz- und Funktionsscores bei Arthrosepatienten nach oraler oder topischer Applikation von Olivenprodukten, wobei Olivenöl mit NSAIDs vergleichbar oder überlegen wirkte. Mechanistisch fördert Hydroxytyrosol SIRT-1-vermittelte Autophagie, schützt Mitochondrien und reguliert inflammatorische Signalwege (z.B. NF-κB). Die orale Bioverfügbarkeit der Polyphenole ist moderat, und ihre Verteilung in den Gelenkflüssigkeiten ist noch unzureichend erforscht. Insgesamt empfiehlt die Studie weitere gut konzipierte klinische Trials, um die Wirksamkeit von Olivenpräparaten bei Arthrose im klinischen Alltag zu validieren, inklusive ihrer Rolle in der postoperativen Rehabilitation und im Spätstadium der Erkrankung.
Chin KY, Pang KL. Therapeutic Effects of Olive and Its Derivatives on Osteoarthritis: From Bench to Bedside. Nutrients. 2017 Sep 26;9(10):1060. doi: 10.3390/nu9101060. PMID: 28954409; PMCID: PMC5691677.