Seit Jahrzehnten wird die Bandscheibe als passives Gewebe beschrieben, das durch Alter und Belastung zwangsläufig degeneriert. Dieser Leitartikel zeigt, dass neuere wissenschaftliche Erkenntnisse diesem Bild widersprechen: Die Bandscheibe ist ein lebendes, mechanisch reagierendes Gewebe, das zu strukturellen und metabolischen Anpassungen fähig ist. Sie reagiert positiv auf angemessene Belastung, wodurch körperliche Aktivität nicht als Risiko, sondern als wichtiger Faktor für die Belastbarkeit und Gesundheit der Wirbelsäule zu verstehen ist. Dieser Ansatz ergänzt den biopsychosozialen Rahmen von Rückenschmerzen um eine biologische Dimension, ohne ihn zu ersetzen. Die Anpassungsfähigkeit der Bandscheibe erlaubt es, bewegungsbasierte Therapien mit edukativen und verhaltensorientierten Strategien zu kombinieren. Da die Bandscheibe keine direkte Blutversorgung besitzt, ist sie auf dynamische Belastung angewiesen: Wechsel von Kompression und Dekompression fördern Hydratation und Nährstoffaustausch. Regelmäßige, angemessene Bewegung stellt somit eine bislang unterschätzte Intervention zur Erhaltung und Verbesserung der Bandscheibengesundheit dar. Entscheidend ist nicht der Schutz vor Bewegung, sondern das Erlernen sinnvoller Belastung.
Mangelernährung (Malnutrition) und Vorhofflimmern nach Katheterablation
In dieser retrospektiven Studie wurden 204 Patienten mit paroxysmalem nicht-valvulärem Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion beobachtet, die sich einer Radiofrequenz- oder Kryoballonablation unterzogen hatten. Das Risiko von Mangelernährung (Malnutrition) wurde mit den Screening-Tools CONUT-Score, PNI und NRI erfasst. Nach