Close Menu
sportärztezeitung
    Facebook YouTube LinkedIn
    • Jetzt Print-Abo sichern!
    YouTube LinkedIn
    sportärztezeitungsportärztezeitung
    • Home
    • Artikel
      • Therapie
      • Training
      • Operation
      • Ernährung
      • Kardiologie
      • Psychologie
    • Health Mediathek
    • Sports Medicine Research
    • Autoren
    • Education
      • Prophylaxis
      • Termine
    • sportlerzeitung
    sportärztezeitung
    Startseite » Medizinische Betreuung und Belastungssteuerung im Hochleistungsbasketball
    Training

    Medizinische Betreuung und Belastungssteuerung im Hochleistungsbasketball

    Dr. med. Christoph LukasBy Dr. med. Christoph Lukas6 Mins Read
    WhatsApp Twitter Email Facebook Telegram Pinterest LinkedIn
    Teilen
    WhatsApp Facebook Twitter LinkedIn Email Telegram Copy Link

    Ende Februar fand das jährliche Treffen der deutschen Basketballärzte (www.basketdocs.de) in Bayreuth statt. Im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit Chris Fleming (unter anderem Profispieler, Bundesligatrainer, Nationaltrainer Deutschland, Assistenztrainer NBA und aktuell Assistenztrainer University of Alabama) über die medizinische Betreuung im Leistungsbasketball aus seiner Sicht zu führen. Da unser Treffen an einem Spieltag stattfand, zeichneten wir vorab per Video auf, trotz Schneechaos in Alabama war er bereits um 6 Uhr morgens auf dem Trainingsgelände bereit, uns Rede und Antwort zu stehen. Hier folgt eine Zusammenfassung des Interviews, das komplette Video findet sich HIER

     

    Vielen Dank, dass du dir so früh Zeit nimmst. Du hast eine beeindruckende Karriere als Spieler und Trainer in der Bundesliga, beim Nationalteam und in der NBA hinter dir und bist nun am College in Alabama tätig. Beginnen wir bei dir selbst: Welche Erfahrungen hast du als Spieler mit dem medizinischen System gemacht? 

    Fleming: Gerne. Ich hatte in Deutschland einen Kreuzbandriss, das Band war damals nicht komplett durchgerissen. Die Ärzte haben die Verletzung erst während der Operation vollumfänglich erkannt und sich gegen einen Ersatz des Bandes entschieden. Ich habe danach noch zwei Jahre mit einer großen Schiene in der zweiten Liga gespielt. Das Vertrauensverhältnis zu den Ärzten war gut, auch wenn meine Karriere danach verletzungsbedingt nicht mehr ewig dauerte. 

     

    Du hast Einblicke in alle Ebenen. Wie unterscheidet sich der Aufbau des medizinischen Stabes zwischen der NBA, dem College und europäischen Ligen? 

    In der NBA ist der Stab gewaltig. Es gibt meist eine Person, oft kein Arzt, die die gesamte Abteilung koordiniert. Zum Team gehören vier bis fünf Physiotherapeuten, spezialisierte „Athletic Trainer“, Sportpsychologen und Ernährungsberater. Bei dichten Spielplänen werden zusätzlich Masseure engagiert. Während in Deutschland oft ein Arzt bei jedem Training am Spielfeldrand steht, ist das in der NBA nicht üblich, außer in besonderen Situationen. Die medizinische Versorgung ist jedoch extrem schnell: In Chicago war die Praxis des Cheforthopäden nur drei Minuten entfernt, und Kernspin-Untersuchungen (MRT) werden bei jedem Verdacht sofort durchgeführt, auch um die Spieler zu beruhigen. Am College ist der Stab etwas kleiner, aber die Qualität der Betreuung, oft durch Kooperationen mit großen orthopädischen Einrichtungen, ist ähnlich hoch. 

     

    Ein viel diskutiertes Thema in der NBA sind die „Minute Restrictions“ nach Verletzungen, dass also ein Spieler, der aus einer Verletzung zurückkommt, nur eine bestimmte Anzahl von Minuten auf dem Feld sein darf. Wer hat hier das Sagen, wie wird es gehandhabt, wenn das Spiel z. B. zum Ende noch extrem ausgeglichen ist? 

    Die Entscheidung treffen der Mannschaftsarzt, der behandelnde Arzt und der Physiotherapeut gemeinsam. Es geht primär darum, die „Acute Load“ (akute Belastung) zu steuern und große Sprünge im Arbeitspensum zu vermeiden, um Folgeschäden zu verhindern. Es gibt dafür verschiedene Messgeräte im Trainingsalltag. Manchmal sind diese Beschränkungen auch strategisch: Man möchte einen Spieler vor einem Trade schützen oder zeigen, dass er fit ist, ohne ihn zu überlasten. NBA-Trainer halten sich im Allgemeinen sehr strikt an diese Vorgaben, da es eine Vereinsentscheidung ist. In Brooklyn gab es jedoch die Möglichkeit, in knappen Spielen die Mediziner zu fragen, ob ein Spieler für die letzten zwei Minuten noch einmal aufs Feld darf – das muss dann aber durch zusätzliche Erholung am nächsten Tag ausgeglichen werden. 

     

    Gibt es in der NBA eigentlich Vorschriften, dass Sprunggelenke als Verletzungsprophylaxe getaped sein müssen, etwa durch Versicherungen? 

    Davon ist mir nichts bekannt. Man kann Stars wie LeBron James nicht dazu zwingen; wenn er nicht getaped werden will, wird er nicht getaped. Die Spielergewerkschaft achtet sehr darauf, dass keine Ausrüstung vorgeschrieben wird. Die meisten Profis auf diesem Level haben jedoch feste Routinen und nutzen die medizinische Betreuung und Recovery-Maßnahmen täglich ganz von selbst. 

     

    Aktuell scheint die NBA von vielen Weichteilverletzungen geplagt zu sein, z. B. Achillessehnenrisse bei Tyreese Haliburton oder Jayson Tatum. Woran liegt das? 

    Das Spiel ist jedes Jahr schneller geworden, was die körperliche Belastung massiv erhöht. Teams reagieren darauf, indem sie die Rotation vergrößern und mehr Spieler einsetzen. Dennoch spielen die Top-Stars gerade in den Playoffs oft über 40 Minuten bei extrem hoher Intensität alle zwei bis drei Tage. Das ist eine enorme Belastung für den Körper.

     

    Ein Blick auf den Nachwuchs: Wo siehst du Unterschiede in der athletischen Entwicklung zwischen Deutschland und den USA? 

    Deutschland macht einen deutlich besseren Job darin, Kindern früh gute Gewohnheiten beizubringen, wie das richtige Aufwärmen oder die Korrektur von Bewegungsmustern. In den USA herrscht ein enormer Druck zur frühen Spezialisierung. Früher hat man über das Jahr hinweg drei Sportarten parallel betrieben, heute konzentrieren sich viele Kinder schon mit 10 oder 11 Jahren nur noch auf Basketball, haben eigene Shooting-Coaches und Krafttrainer. Das ist oft getrieben durch den Wettbewerb und die Erwartungen der Eltern, obwohl die Forschung eigentlich etwas Anderes rät.

     

    Zum Abschluss ein brennendes Thema: NIL (Name, Image, Likeness), also der Möglichkeit für die Jungen Spieler, am College Geld zu verdienen, und der damit verbundene Abfluss von Talenten aus Europa an die US-Colleges. Wie stehst du dazu? 

    Es ist momentan wie im „Wilden Westen“, es gibt kaum Regeln. Ich finde es gut, dass die jungen Spieler Geld verdienen können, aber es entzieht dem europäischen Basketball viel Talent. Ein großes Problem ist, dass es im US-System keine Ausbildungsentschädigungen für die europäischen Vereine gibt, die die Spieler jahrelang entwickelt haben. Es muss Wege geben, die Clubs zu entschädigen, oder es den Talenten schmackhafter zu machen, länger in Deutschland zu bleiben. Eine perfekte Lösung habe ich aktuell auch nicht, aber das System muss sich nach den ersten, zu erwartenden Gerichtsurteilen, erst noch neu ordnen.

     

    Vielen Dank für diese tiefen Einblicke in die Welt des Profisports! 

    Sehr gerne. Wenn noch spezifische Fragen von Medizinern oder Trainern aufkommen, stehe ich gerne zur Verfügung

     

    Wer noch nicht genug hat, was die medizinischen Aspekte des Basketballs angeht, dem sei noch die Veranstaltung: Herausforderung der Sportmedizin 2026 – Fokus Basketball, am Samstag, 26.9.2026 im Reha-Zentrum-Hess in Bietigheim ans Herz gelegt. Mit namhaften Experten soll hier noch einmal ein breites Spektrum an Aspekten, die den betreuenden Arzt herausfordern können, dargelegt werden. 

     

    Veröffentlicht am 22.06.2026

     

     

    Autoren

    Dr. med. Christoph Lukas

    ist Facharzt für Orthopädie mit den Zusatzbezeichnungen Sportmedizin, Chirotherapie, Akupunktur und Sozialmedizin. Er ist leitender Arzt der Reha-Zentren in Bietigheim-­Bissingen, Crailsheim und Pforzheim-Birkenfeld mit Privatpraxis Sport-Orthopädie in Bietigheim-Bissingen (www.drlukas.de). Er ist Mannschafts­arzt der HAKRO Merlins Crailsheim (Basketball Pro A), 1. Vorsitzender der Deutschen Basketballärzte e.V. (www.basketdocs.de), Verbandsarzt beim Basketball Baden-Württemberg und wiss. Beirat der sportärztezeitung.
    (Stand 2025)

    Share. WhatsApp Facebook Twitter LinkedIn Telegram Email
    Previous ArticleSegmentale Instabilität im Sport
    Next Article Gezielte Trinknahrung

    Weitere Artikel aus dieser Rubrik

    Training

    Atmen

    By Apl.-Prof. Dr. Dr. Sylvain Laborde, Nina Zammit, Stefan Ackermann, Masa Iskra , Caterina Salvotti
    Training

    Show Wrestling

    By Dr. med. Kenny Ludäscher
    Training

    Stretching trifft Faszienforschung

    By Prof. Dr. Robert Schleip , Franziska Wittleder

    Neueste Beiträge

    Gezielte Trinknahrung

    Ernährung Prof. Dr. med. Philipp SchützBy Prof. Dr. med. Philipp Schütz

    Medizinische Betreuung und Belastungssteuerung im Hochleistungsbasketball

    Training Dr. med. Christoph LukasBy Dr. med. Christoph Lukas

    Segmentale Instabilität im Sport

    Therapie Christian KutznerBy Christian Kutzner

    Orthobiologika

    Therapie Univ.Prof. Dr. med. Stefan Nehrer, PD Dr. med. Markus Neubauer , Alexander OtahalBy Univ.Prof. Dr. med. Stefan Nehrer, PD Dr. med. Markus Neubauer , Alexander Otahal

    Kernspinresonanz-Therapie im Profisport

    Therapie PD Dr. med. Anna Schreiner , Prof. Dr. med. Götz WelschBy PD Dr. med. Anna Schreiner , Prof. Dr. med. Götz Welsch

    Anstehende Veranstaltungen

    Juli 4
    09:00 - 17:00

    Stoßwellentherapie & alternierende Verfahren

    Juli 11
    09:00 - 17:00

    Stoßwellentherapie & alternierende Verfahren

    Aug. 29
    09:00 - 17:00

    Stoßwellentherapie & alternierende Verfahren

    Kalender anzeigen

    Newsletter abonnieren

    Erhalten Sie aktuelle Informationen zu den neuesten Artikeln, Studien und Veranstaltungen.

    Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten und Trainer

    YouTube LinkedIn
    Rubriken
    • Therapie
    • Training
    • Ernährung
    • Operation
    • Kardiologie
    • Applikation
    • Psychologie

    Jetzt zum Newsletter anmelden

    Mit unserem Newsletter keine Beiträge und Neuigkeiten mehr verpassen.

    Copyright ©thesportGroup GmbH
    • Impressum
    • Cookie Einstellungen
    • Datenschutzerklärung

    Type above and press Enter to search. Press Esc to cancel.