In einer Welt, in der Sport, körperliche Aktivität und Bewegung Patienten mit Kniearthrose (OA) zunehmend „verschrieben“ werden, lautet die Botschaft einfach: Bleiben Sie in Bewegung, ohne auf eine langfristige medikamentöse Behandlung angewiesen zu sein. Ein aktuelles Konsenspapier der European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO) schlägt jedoch vor, dass intraartikuläre Injektionen eine gut belegte klinische Option für die OA-Behandlung darstellen.
Intraartikuläre Hyaluronsäure (IAHA) bietet eine gezielte, wissenschaftlich fundierte Intervention, die im Einklang mit einem patientenzentrierten, multimodalen Ansatz zur Gelenkgesundheit steht. Während sie im Allgemeinen ein starkes Sicherheitsprofil aufweisen, entwickeln sich moderne IAHA-Formulierungen weiter und umfassen mittlerweile Hybride und Kombinationen mit Wirkstoffen wie Mannitol oder Polynukleotiden, um die Wirksamkeit zu steigern. Letztendlich räumt dieser Ansatz den Präferenzen der Patienten für minimalinvasive, nicht-steroidale Behandlungen Vorrang ein, die die Rückkehr zu einem aktiven Lebensstil unterstützen.
Orthobiologische Relevanz: Wiederherstellung des entzündlichen Gelenkmilieus
Hyaluronsäure (HA) ist ein natürlich vorkommendes lineares Polysaccharid, das in gesunder Gelenkflüssigkeit zu finden ist. In osteoarthritischen Gelenken, wie sie häufig bei älteren Menschen, ehemaligen Sportlern und Personen mit Gelenkverletzungen auftreten, sinkt die HA-Konzentration. IAHA zielt darauf ab, diesen Verlust auszugleichen und so die natürliche Schmierung und Stoßdämpfung des Gelenks zu unterstützen. Es gibt starke Belege aus klinischen Studien, Metaanalysen und Übersichtsarbeiten, die den Einsatz von IAHA zur Behandlung von Kniearthrose stützen. Wie bei allen arthritischen und rheumatischen Erkrankungen ist jedoch der Zeitpunkt entscheidend. IAHA ist am wirksamsten bei der chronischen Behandlung und sollte nicht während akuter, aktiver Entzündungsschübe angewendet werden.
Wirkungen, die über die Schmierung hinausgehen: innovative neue Formulierungen
Moderne IAHA-Behandlungen entwickeln sich weiter, um den spezifischen Anforderungen eines aktiven Lebensstils gerecht zu werden, indem HA mit zusätzlichen Inhaltsstoffen kombiniert wird. Kombinationen mit Mannitol oder Sorbitol können die Stabilität der HA-Formulierung verbessern. Formulierungen, die Chondroitinsulfat, Tranexamsäure und Polynukleotide enthalten, zeigen großes Potenzial für eine Wirksamkeit, die über die Basiseffekte von allein wirkendem HA hinausgeht. Aber sind diese Formulierungen sicher? Die Mehrheit der veröffentlichten Evidenz bestätigt, dass IAHA ein äußerst vorteilhaftes Sicherheitsprofil aufweist, was es zu einer zuverlässigen Option für diejenigen macht, die die systemischen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln und wiederholten Kortikosteroid-Injektionen vermeiden möchten.
Den Bedürfnissen der Patienten und den Anforderungen der Sportler gerecht werden
Wir müssen uns immer darauf konzentrieren, die Erwartungen der Patienten zu erfüllen. Sportler und Fitnessbegeisterte suchen oft nach „medikamentenfreien“ oder minimalinvasiven Lösungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. IAHA entspricht dieser patientenzentrierten Präferenz perfekt, indem es eine nicht-steroidale Alternative bietet, die den potenziellen langfristigen Gewebeschaden überwindet, der manchmal mit wiederholter Kortikosteroid-Anwendung verbunden ist. Die Linderung der Symptome bei geringerem Risiko im Vergleich zu chirurgischen Eingriffen ist ein weiterer entscheidender Vorteil. Darüber hinaus wirkt IAHA am besten, wenn es in eine umfassendere Strategie integriert wird, die Bewegung, eine verbesserte Mikrozirkulation und die Muskelfunktion einbezieht.
IAHA als multimodale Lösung
Für den Sportmediziner ist IAHA ein wertvolles Instrument im Werkzeugkasten. Es schließt die Lücke zwischen grundlegender Selbstversorgung, Heilung und invasiver Chirurgie und ermöglicht es den Patienten, aktiv an ihrer eigenen Genesung mitzuwirken. Indem wir den Präferenzen der Patienten für risikoarme, hochwirksame Behandlungsoptionen Vorrang einräumen, können wir muskuloskelettale Schmerzen besser behandeln und eine nachhaltige, langfristige Gelenkgesundheit fördern. Bei der Behandlung von Kniearthrose bei älteren Menschen oder Sportlern müssen wir stets den Wunsch des Patienten nach einer nicht-chirurgischen Behandlung sowie das Potenzial hybrider IAHA-Formulierungen berücksichtigen, um die Rückkehr zu hochleistungsfähigen Aktivitäten zu unterstützen.
Fazit
- Hyaluronsäure ist ein natürlich vorkommender Bestandteil der Gelenkflüssigkeit, und es gibt aussagekräftige Studien, die ihre Verwendung bei der Behandlung von Osteoarthritis (außerhalb des Kontexts von Krankheitsschüben) stützen.
- Die Mehrheit der Literatur belegt ein äußerst vorteilhaftes Sicherheitsprofil für Hyaluronsäure hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils.
- Intraartikuläre Hyaluronsäure (IAHA) kann in Kombination mit anderen Wirkstoffen injiziert werden, darunter Mannitol, Sorbitol, Chondroitinsulfat, Tranexamsäure, Polynukleotide und hybride IAHA-Formulierungen, die eine potenzielle Wirksamkeit aufweisen, die über die ihrer einzelnen Bestandteile hinausgeht.
Reference
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Autoren
is Professor of Musculoskeletal Biology in the Research Unit of Health Sciences and Technology, within the Faculty of Medicine at the University of Oulu in Finland. He is a Past President of the Osteoarthritis Research Society International (OARSI).
» Professor am Lehrstuhl für Proteinforschung, Institut für Biochemie, Naturwissenschaftliche Fakultät, König-Saud-Universität, Riad, Königreich Saudi-Arabien
» Präsident der European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO)
(Stand 2026)





