Die umfassende Umbrella-Review umfasst 33 Metaanalysen mit 38 Gesundheitsoutcomes von insgesamt 17.155.277 Personen. In 76 % der Studien zeigte eine höhere Ballaststoffzufuhr signifikant invers assoziierte Effekte auf Krankheitsrisiken (p < 0,05). Besonders überzeugende Evidenz (Klasse I) besteht für die Senkung der kardiovaskulären Mortalität, das Risiko für Pankreaskrebs sowie Divertikulose. Weiterhin gibt es starke Hinweise (Klasse II) für eine reduzierte Gesamtmortalität, koronare Herzkrankheit und Ovarialkarzinom. Insgesamt zeigten 16 Outcomes eine eher vorschlägliche (Klasse III) und 6 eine schwache Evidenz (Klasse IV). Methodisch waren sechs Metaanalysen von hoher Qualität, während andere kleinere methodische Schwächen aufwiesen. Trotz eindeutiger gesundheitlicher Vorteile liegt die durchschnittliche Ballaststoffzufuhr weltweit unter den empfohlenen Mengen. Es wird empfohlen, öffentliche Gesundheitsstrategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung zu intensivieren und in zukünftigen Studien Fettarten differenzierter zu erforschen.
Auf den Punkt gebracht:
1. Hohe Ballaststoffzufuhr senkt das Risiko für mehrere schwere Erkrankungen
Die Umbrella-Review zeigt, dass 76 % aller untersuchten Meta-Analysen einen signifikant inversen Zusammenhang zwischen Ballaststoffzufuhr und Krankheitsrisiko fanden. Besonders konsistent ist der schützende Effekt gegenüber chronischen, nicht-übertragbaren Erkrankungen.
2. Überzeugende Evidenz (höchste Evidenzklasse) für drei Erkrankungen
Für kardiovaskuläre Mortalität, Pankreaskrebs und Divertikelerkrankungen wurde eine „Convincing Evidence“ (Class I) festgestellt. Das bedeutet: robuste Effekte, geringe Verzerrung, konsistente Ergebnisse über viele große Studien hinweg.
3. Weitere starke Hinweise auf geringere Gesamtsterblichkeit
Für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Erkrankungen insgesamt, koronare Herzkrankheit und Ovarialkarzinom fand die Analyse eine hochgradig suggestive Evidenz (Class II). Das unterstreicht, dass Ballaststoffe nicht nur krankheitsspezifisch, sondern systemisch protektiv wirken.
4. Große Forschungslage – aber Ballaststoffzufuhr bleibt weltweit zu niedrig
Die Analyse basiert auf 33 Meta-Analysen mit über 17 Millionen Personen. Trotz der klaren gesundheitlichen Vorteile liegt die Ballaststoffaufnahme in der Bevölkerung deutlich unter den Empfehlungen. Die Autoren fordern daher explizit Public-Health-Strategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung und weitere Forschung zu unterschiedlichen Ballaststofftypen.
Veronese N, Gianfredi V, Solmi M, Barbagallo M, Dominguez LJ, Mandalà C, Di Palermo C, Carruba L, Solimando L, Stubbs B, Castagna A, Maggi S, Zanetti M, Al-Daghri N, Sabico S, Nucci D, Gosling C, Fontana L. The impact of dietary fiber consumption on human health: An umbrella review of evidence from 17,155,277 individuals. Clin Nutr. 2025 Aug;51:325-333. doi: 10.1016/j.clnu.2025.06.021. Epub 2025 Jul 7. PMID: 40651334.
Zur STUDIE
Weiterführende Literatur
Phytoshake – Entstehung und Perspektiven
Sauerkirschsaft & Hafer in der Sportmedizin
Ernährungsmuster in der heutigen Sportmedizin
Training beeinflusst Mikrobiom und Darmgesundheit
Autoren
Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer



