Die Übersichtsarbeit untersucht die Wirkung von Blood Flow Restriction (BFR)-Training auf die Schmerzmodulation bei gesunden Personen und Menschen mit muskuloskelettalen Beschwerden. BFR kombiniert körperliches Training mit einer teilweisen Einschränkung des Blutflusses durch eine Manschette und kann bereits bei niedrigen Trainingsintensitäten Muskelkraft und -masse steigern sowie belastungsinduzierte Schmerzlinderung (Exercise-Induced Hypoalgesia, EIH) fördern. Die schmerzlindernde Wirkung beruht vermutlich auf metabolischen, vaskulären, neurologischen und psychologischen Mechanismen. Gleichzeitig zeigt die Evidenz, dass hohe Okklusionsdrücke oder eine erhöhte individuelle Schmerzempfindlichkeit – insbesondere bei chronischen Schmerzpatienten – auch eine Schmerzverstärkung (Hyperalgesie) auslösen können. Entzündungsprozesse, Veränderungen der Schmerzmodulation sowie psychologische Faktoren wie Katastrophisieren und Bewegungsangst könnten hierbei eine Rolle spielen. Insgesamt verdeutlicht die Arbeit, dass BFR sowohl schmerzlindernde als auch schmerzverstärkende Effekte haben kann. Daher sind eine sorgfältige Auswahl des Manschettendrucks, eine individuelle Trainingssteuerung und eine engmaschige Überwachung entscheidend, um den therapeutischen Nutzen zu maximieren und unerwünschte Schmerzreaktionen zu vermeiden.
Gray L, Hughes L, Kelly L, Barker-Davies R, Coppack R, Caplan N, Cassidy R, Lewis S, Bennett A and Ladlow P (2026) Pressure point: blood flow restriction exercise and the pain paradox in musculoskeletal injury and persistent pain populations—a narrative review. Front. Pain Res. 7:1822981. doi: 10.3389/fpain.2026.1822981