Die Studie untersucht bei hochtrainierten Ruderern den Einfluss der Trainingsbelastung auf die Darmgesundheit, insbesondere das Mikrobiom und kurzkettige Fettsäuren. Höhere Trainingsintensität ging mit veränderter Zusammensetzung des Mikrobioms, reduzierten kurzkettigen Fettsäuren und veränderten Stuhlfrequenzen einher.
Charlesson B, Jones J, Abbiss C, Peeling P, Watts S, Christophersen CT. Training load influences gut microbiome of highly trained rowing athletes. J Int Soc Sports Nutr. 2025 Dec;22(1):2507952. doi: 10.1080/15502783.2025.2507952. Epub 2025 May 21. PMID: 40400144; PMCID: PMC12100958.
Zusammenfassung:
In einer Studie mit 23 hochtrainierten Ruderern wurden Darmproben nach Phasen hoher (HT) und niedriger Trainingsbelastung (LT) analysiert. Die Trainingsintensität und -dauer waren in HT signifikant höher (147% bzw. 130%). Während die Aufnahme von Makronährstoffen und Fasern konstant blieb, war die Diätqualität (ADIcore) während HT besser. Interessanterweise war die Stuhlfrequenz bei HT geringer (1,11 vs. 0,67, p = 0,007), wobei mehr Athleten in LT Phasen keine Stuhlprobe abgeben konnten. Die Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren (Propionsäure und Buttersäure) waren bei hoher Belastung signifikant niedriger. Zudem zeigte das Mikrobiom während HT eine geringere Diversität mit einer höheren Dominanz von Bacteroidia und einem niedrigeren Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidota (1,31 vs. 4,29, p = 0,04). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Trainingsbelastung das Darmmikrobiom, metabolische Marker und Stuhlverhalten beeinflusst. Die funktionelle Bedeutung dieser Veränderungen für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit bedarf weiterer Forschung.
Konkret auf den Punkt:
Intensive Trainingsphasen bei gut trainierten Athleten fördern eine erhöhte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (Propionat, Butyrat) durch das Darmmikrobiom, gehen mit beschleunigtem Darmtransit und charakteristischen mikrobiellen Verschiebungen einher. Diese Effekte sind nicht allein durch Ernährung erklärbar und zeigen, dass die Trainingsbelastung selbst ein signifikanter Modulator von SCFA-Profilen und Darmfunktion ist.
Eine gezielte Zufuhr löslicher Ballaststoffe wirkt dabei synergistisch, insbesondere β-Glucane aus Hafer sowie Flohsamenschalen, die überwiegend hochvisköse, fermentierbare Polysaccharide enthalten (Flohsamen enthalten geringe Mengen β-Glucan, wirken jedoch primär über Arabinoxylane).
Weiterführender Content:
Sauerkirschsaft & Hafer in der Sportmedizin
Ernährungsmuster in der heutigen Sportmedizin
Phytoshake – Entstehung und Perspektiven
Autoren
Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer



