Optimizing orthobiologic therapies with exercise, diet, and supplements
Jami Montagnino, Matthew W. Kaufman MD, Maya Shetty BS, Christopher Centeno, Michael Fredericson MD
First published: 24 January 2025, PM&R: Volume 17, Issue 4, Pages: 452-462 https://doi.org/10.1002/pmrj.13320
Orthobiologische Injektionstherapien wie plättchenreiches Plasma (PRP) und zellbasierte Verfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. Für bestimmte Indikationen liegen Hinweise vor, dass diese Behandlungen wirksam sein können. Ihr therapeutischer Erfolg scheint jedoch nicht nur von der Methode selbst, sondern in hohem Maße von der Qualität des verwendeten autologenInjektats abzuhängen. Diese Qualität kann durch individuelle Lebensstilfaktoren wie körperliche Aktivität, Ernährungsweise und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflusst werden.
Studien zu PRP-Injektionen zeigen, dass sowohl die Menge als auch die Funktionsfähigkeit / Aktivität der Thrombozyten entscheidend zur Wirksamkeit beitragen. Unterschiedliche Lebensstilinterventionen können diese Parameter modulieren. Eine höhere Trainingsintensität steht offenbar mit einer gesteigerten Thrombozytenzahl sowie einer verbesserten Adhäsion und vermehrten Freisetzung von Wachstumsfaktoren in Zusammenhang. Ebenso kann eine entzündungshemmende Ernährung die Anzahl und Aktivität der Blutplättchen insgesamt fördern. Demgegenüber können psychischer Stress, bestimmte Supplemente, erhöhte Cholesterinwerte oder eine zuckerreiche (raffiniertem Zucker) Ernährung entzündliche Prozesse verstärken und potenziell sowohl die Thrombozytenzahl als auch die Qualität des PRP-Injektats negativ beeinflussen.
Auch der Erfolg zellbasierter Therapien wird durch die Quantität und Qualität mesenchymaler Stromazellen (MSC) bestimmt. Zentrale Ziele dieser Therapieformen sind die Verlangsamung der Zellalterung sowie die Förderung von Zellvermehrung und -differenzierung. Körperliche Aktivität kann diese Prozesse unterstützen, indem sie die Zellseneszenz reduziert und die regenerative Kapazität der MSC steigert, was insbesondere bei älteren Patienten von Bedeutung ist. Darüber hinaus existieren zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die potenziell einen positiven Einfluss auf zellbasierte Injektionen haben können. Vor deren Anwendung sollten jedoch mögliche Vorteile und Risiken sorgfältig abgewogen und besprochen werden.
Bestimmte Lebensmittel sowie Veränderungen der Sauerstoffverfügbarkeit können ebenfalls zur Reduktion der Zellalterung beitragen. Zudem kann eine verminderte Kalorienzufuhr die Lebensfähigkeit und Funktion mesenchymaler Stromazellen beeinflussen. Zusammenfassend verdeutlicht die aktuelle Literatur die biologische Plausibilität dafür, dass Bewegung, Ernährung und Supplementierung die Wirksamkeit orthobiologischer Injektionen modulieren können. Um den klinischen Nutzen besser zu quantifizieren und praxisnahe Empfehlungen zu entwickeln, sind jedoch weitere translationale Forschungsarbeiten notwendig.
Key-Notes
- Sowohl Menge als auch Aktivität der Thrombozyten trägt entscheidend zur Wirksamkeit von orthobiologischer Therapien bei
- Der Stresszustand führt zu einer Veränderung der Thrombozytenfunktion
- Bewegung, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirksamkeit orthobiologischer Injektionen modulieren
Michael Fredericson, MD & Matthew W. Kaufman MD / Department of Orthopaedic
Surgery, Stanford University, Redwood City, California, USA
Autoren
Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer


