Kann ein umfassender gesunder Lebensstil biologische Alterungsprozesse beeinflussen? Dieser Frage gingen Ornish und Kollegen in einer 5-Jahres-Nachbeobachtung bei Männern mit biopsiebestätigtem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko nach.
Telomere sind Schutzstrukturen an den Enden unserer Chromosomen. Sie stabilisieren die DNA und werden bei jeder Zellteilung tendenziell kürzer. Eine verkürzte Telomerlänge wird deshalb als möglicher Marker für zelluläres Altern und verschiedene Erkrankungen untersucht. Telomerase ist ein Enzym, das Telomere erhalten bzw. verlängern kann. Die gemessene Telomeraseaktivität beschreibt dabei, wie aktiv dieses Enzym in den untersuchten Zellen ist.
In die Pilotstudie wurden 35 Männer unter aktiver Überwachung einbezogen. Zehn Teilnehmer absolvierten ein umfassendes Lebensstilprogramm mit Ernährungsumstellung, körperlicher Aktivität, Stressmanagement und sozialer Unterstützung. 25 Männer dienten als externe Kontrollgruppe und führten die aktive Überwachung ohne entsprechende Intervention fort. Nach fünf Jahren zeigte sich in der Interventionsgruppe eine Zunahme der relativen Telomerlänge, während sie in der Kontrollgruppe abnahm. Der Gruppenunterschied war statistisch signifikant (p=0,03). Zudem war eine stärkere Umsetzung der Lebensstilveränderungen unabhängig von Alter und Beobachtungsdauer mit einer größeren relativen Telomerlänge assoziiert (p=0,005). Für die Telomeraseaktivität zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p=0,64); auch ein Zusammenhang mit der Adhärenz an die Lebensstilmaßnahmen ließ sich nicht nachweisen.
Fazit: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass umfassende Lebensstilveränderungen möglicherweise mit einer günstigeren Entwicklung der Telomerlänge verbunden sind.
Originalarbeit:
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Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer

