Die Prähabilitation entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Thema der modernen Medizin. Dies trifft nicht nur auf die Sportmedizin zu, sondern gerade auch auf die Bereiche der Orthopädie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie. Der Patient wird nicht erst nach dem Eingriff / Intervention rehabilitiert, sondern bereits vor der Operation oder anderer med. Interventionen in einen therapeutischen Prozess integriert (siehe dazu auch Education-Video Dr. Percy Marshall, 19.05.2026). Es entsteht ein „Open Window“ zwischen Prävention und Rehabilitation und zugleich ein „Window of Opportunity“ in der Arzt-Patienten-Beziehung. Gerade in einer Zeit wachsender Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Outcome entsteht hier ein neues medizinisches Paradigma.
Betrachtet man dies alles im Rahmen unseres Gesundheitssystems, so man zunächst erkennen, dass der Druck auf Kliniken enorm hoch ist. Schnellere Rekonvaleszenz, geringere Komplikationsraten, kürzere Verweildauern und wirtschaftliche Stabilität sind längst nicht mehr voneinander zu trennen. Konzepte wie ERAS („Enhanced Recovery After Surgery“) oder Fast-Track-Operationen verdeutlichen diese Entwicklung. Dennoch bleibt die Implementierung prähabilitativer Konzepte anspruchsvoll und mühsam. Genau hier liegt seit Jahrzehnten die besondere Stärke der Sportmedizin. Ihre Erfahrung aus dem Leistungs- und Spitzensport, ihre konservative Kompetenz und ihre Expertise in Prävention und Rehabilitation bilden das Fundament einer modernen Prähabilitation. Konservativ bedeutet dabei nicht „weniger“, sondern alles, was nicht chirurgisch ist: gezieltes Exercise, indikationsbezogene Ernährung im Sinne einer „Targeted Nutrition“, physikalische, regenerative und manuelle Therapien. Außerdem wird psychosoziale Unterstützung dabei nicht unspezifisch verstanden, sondern gezielt erweitert durch psychoneuroimmunologisch begründete Interventionen. Mind-Body-Medizin dient hier als praktischer Zugang, um PNI-Wirkprinzipien konkret, reproduzierbar und patientennah in die Therapie zu übersetzen. Sie alle sind mehr als reine Co-Therapien und gehören zunehmend zu „First Line Treatments“. Die Sportmedizin besitzt hier die Chance, eine führende Rolle einzunehmen. Diesen Weg begleitet und bestätigt die sportärztezeitung seit Jahren mit Artikeln in THE MIND https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/, den Kongressen / Symposien und dem Konzept der GME („Guided Medical Education“). Wir unterstützen wissenschaftliche Organisationen, Kongresse und Vortragsblöcke im Bereich der Psychoneuroimmunologie und Mind-Body-Medizin, u. a. im Rahmen des PNI-Kongresses 2026 in Innsbruck von Prof. Dr. Christian Schubert. Ziel bleibt eine ganzheitlich integrierte, zugleich medizinisch präzise Umsetzung der Prähabilitation. Lesen Sie einen aktuellen und fundierten Artikel zur Thematik Prähabilitation & Sportmedizin.
Gleichzeitig beschränken wir die Sportmedizin nicht auf den Bereich der Prähabilitation. Konferenzen wie die diesjährige Isokinetic Conference in Athen, bei der wir mit unserer sports.medicine.newspaper offizieller Medienpartner waren, zeigen, welche Bandbreite und Innovationskraft die moderen Sportmedizin hat. Und auch auf unserem 16. Symposium der sportärztezeitung, das am 14.11.2026 in der Arcus Sportklinik stattfinden wird, präsentieren wir Ihnen in Form eines fachübergreifenden Austausches die Themen, die in der Praxis und Anwendung an Relevanz gewinnen.
Autoren
ist Diplom-Sportwissenschaftler mit Professional Master’s Degree in Sports Medicine sowie postgradualen Weiterbildungen in Mind-Body-Medizin (Harvard Medical School), Psychoneuroimmunologie und Lifestyle Medicine (American College of Lifestyle Medicine); Verleger der sportärztezeitung.
is a certified sports scientist with a professional master's degree in sports medicine and postgraduate training in mind-body medicine (Harvard Medical School), psychoneuroimmunology, and lifestyle medicine (American College of Lifestyle Medicine); publisher of the sportärztezeitung.




