Wie stark kann die mentale Vorbereitung den Verlauf nach einer Operation beeinflussen? Eine aktuelle Cochrane-Review untersuchte diese Frage anhand von 105 randomisierten Studien mit insgesamt 10.302 erwachsenen Patientinnen und Patienten nach elektiven Operationen unter Vollnarkose.
Untersucht wurden verschiedene psychologische Ansätze, darunter die Vermittlung von Informationen über den Ablauf und mögliche sensorische Erfahrungen, kognitive Interventionen, Entspannungstechniken, Hypnose und emotionsbezogene Interventionen.
Die Ergebnisse zeigen einen möglichen positiven Effekt auf mehrere postoperative Outcomes. Psychologische Vorbereitung war mit einer geringeren Schmerzintensität verbunden (SMD −0,20). Zudem verkürzte sich die Krankenhausverweildauer im Mittel um 0,52 Tage. Auch negative emotionale Reaktionen wie Angst oder Belastung waren reduziert (SMD −0,35). Für die Verhaltens- und Funktionsregeneration zeigten sich ebenfalls positive Tendenzen.
Allerdings war die Evidenzqualität aufgrund heterogener Interventionen, Operationen und Outcomes sowie methodischer Limitationen insgesamt niedrig. Die Autoren sehen daher Potenzial für psychologische Vorbereitung, betonen jedoch den Bedarf an besser konzipierten Studien.
Fazit: Psychologische Vorbereitung könnte eine einfache und nebenwirkungsarme Ergänzung der perioperativen Versorgung sein. Für belastbare Empfehlungen sind jedoch weitere qualitativ hochwertige Studien erforderlich.
Originalarbeit:
Veröffentlicht am 02.10.2026
Autoren
Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer

