Eine gemeinsame Studie der Stellenbosch University (SU) und der University of Oxford untersucht, ob Achtsamkeitstraining Burnout bei Medizinstudierenden reduzieren kann. Hintergrund sind die hohen Belastungen im Medizinstudium: Viele Studierende beginnen direkt nach der Schule, sind an hohe Leistungen gewöhnt und haben wenig Erfahrung im Umgang mit Unsicherheit, Misserfolgen und Stress.
Für die META-Studie nahmen zunächst 102 Studierende der Faculty of Medicine and Health Sciences freiwillig an einem mehrwöchigen Kurs nach dem Konzept der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) teil. In Gruppensitzungen lernten sie unter anderem achtsames Atmen, Körperwahrnehmung, den bewussten Umgang mit Stress sowie eine wertfreie Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments. Ergänzend führten sie Tagebücher und bearbeiteten Übungen. Interviews und psychometrische Fragebögen erfassten ihre Erfahrungen und mögliche Veränderungen bei Burnout, Empathie und klinischer Kommunikation.
Die Ergebnisse zeigen einen moderaten positiven Effekt des Achtsamkeitstrainings auf Burnout. Die Studierenden berichteten zudem von mehr Wohlbefinden, bewussterem Erleben und der Möglichkeit, Achtsamkeit auch im Alltag, in der Natur oder beim Sport anzuwenden. Die Forschenden betonen jedoch, dass die Studie noch keine endgültigen Aussagen über die Wirksamkeit erlaubt.
Größere randomisierte kontrollierte Studien sind notwendig, um die Effekte und insbesondere langfristige Auswirkungen auf Burnout, Empathie und Kommunikation zu untersuchen. Die Forschenden sehen dennoch ein vielversprechendes Signal und plädieren dafür, Achtsamkeitstraining in der Ausbildung von Gesundheitsberufen weiter zu erforschen.
Quelle: Stellenbosch University
https://www.su.ac.za/en/day-in-the-life/node/24326
Veröffentlicht 14.08.2026
Autoren
Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten & Trainer

