Die Studie mit 59 männlichen Patienten (Durchschnittsalter 25,6 Jahre) mit Opioidabhängigkeit verglich eine standardmäßige Buprenorphinbehandlung mit und ohne ergänzende Yoga-Therapie über 14 Tage. Die Yoga-Intervention umfasste zehn 45-minütige Sitzungen mit Entspannungspraktiken, Körperhaltungen, Atemtechniken und geführter Entspannung. Die Yoga-Gruppe erreichte die Stabilisierung der Entzugssymptome (COWS <4) 4,4-mal schneller als die Kontrollgruppe (Median 5 vs. 9 Tage, p < 0,001). Die Herzfrequenzvariabilität verbesserte sich signifikant mit großen Effekten für die parasympathischen Parameter (z. B. hohe Frequenz HF Leistung, ω2 = 0,14) und reduzierter sympathischer Aktivität (LF/HF Verhältnis, ω2 = 0,12). Neben physiologischen Verbesserungen wurden auch Ängste (ω2 = 0,28), Schlaflatenz (Reduktion um 61 Minuten) und Schmerzen (p = 0,004) signifikant verringert. Mediationanalysen zeigten, dass 23% des Therapieeffekts durch eine Zunahme parasympathischer Aktivität vermittelt wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Yoga als neurobiologisch fundierte Intervention die autonome Dysregulation adressiert, welche durch Standardmedikamente oft unzureichend behandelt wird, und sich als kosteneffiziente Ergänzung in Entzugsprotokolle integrieren lässt. Die Studie war Einzelzentren-Studie und repräsentierte ausschließlich Männer, weshalb weitere Forschung zur Generalisierbarkeit notwendig ist.
Faszien als kontinuierliches System
Der Beitrag hebt hervor, dass es keine einheitliche Definition für ‚Faszie‘ gibt, obwohl es Einigkeit darüber gibt, dass Faszien jedes Körpergewebe und Organ formgeben und funktionell verbinden. Drei große Wissenschaftsgruppen beschreiben mit leicht unterschiedlichen Definitionen die Faszie als vielseitiges, mechanisch