In der aktuellen gesundheitspolitischen und medizinischen Diskussion mehren sich Stimmen, die auf die zunehmende Bedeutung der technischen Orthopädie hinweisen. Ob Orthetik, Bandagen oder moderne Orthesen – diese traditionellen Instrumente der Versorgung erleben derzeit eine neue Wertschätzung, nicht nur bei Ärzten, sondern auch in der Wahrnehmung von Patienten.
Besonders auffällig ist dies bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen, wo die Kombination aus Stabilität, Bewegungslenkung und Sicherheitsempfinden durch technische Hilfsmittel zunehmend als Teil eines multimodalen Therapiekonzepts betrachtet wird, siehe hierzu auch „Orthesen bei Wirbelsäulen-Verletzungen und Rückenschmerzen“. Aber auch im Bereich des Kniegelenks – etwa bei Gonarthrose – zeigt die aktuelle S3-Leitlinie, dass Orthesen nicht nur passive Hilfsmittel, sondern aktive Elemente der konservativen Therapie darstellen können.
Dr. Christoph Lukas betont in seinem Artikel zu „Belastungen der Athleten und Prävention im Basketball“, dass beispielsweise in der NBA eine Orthese von den Versicherungen vorgeschrieben wird, dies im Bundesliga Basketball ebenfalls regelmäßig von den Vereinen eingefordert wird und auch die Spieler es wünschen.
Diese Entwicklung verweist auf eine Renaissance der technischen Orthopädie im eigentlichen Wortsinn: Die Rückbesinnung auf das ganzheitliche Zusammenspiel von Technik, Bewegung und Lebensstil. Gerade im Rahmen von Prehabilitation und Lifestyle-orientierten Therapien gewinnen Orthesen und Bandagen erneut an Bedeutung – als Brücke zwischen konservativer Medizin, funktionellem Training und gezielter Stabilisierung.
Fortbildungstipp:
Mehr zu dieser Thematik erleben Sie vom 19.-20.09.2025 in Leipzig auf der medizinischen Fortbildung „Ausflug in die moderne Orthopädie: Multimodale Therapiekonzepte 2025“, veranstaltet von Aspen Medical Products GmbH unter wiss. Leitung von Prof. Dr. Catalá-Lehnen.
Autoren
ist Chefredakteur der sportärztezeitung.