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    Startseite » Das Cleft-Syndrom
    Therapie

    Das Cleft-Syndrom

    Überblick & Therapiestufenplan
    Dr. med. Marco DiekmannBy Dr. med. Marco Diekmann4 Mins Read
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    Das Cleft-Syndrom ist eine häufig übersehene Ursache von Leistenschmerzen, die insbesondere bei Leistungssportlern auftritt. Es beschreibt eine Spaltbildung zwischen den Muskeln / Sehnenansätzen und dem Os pubis. Die Pathogenese ist nicht vollständig geklärt,
    wird aber mit Instabilität der Symphyse und chronischer Überlastung der Adduktoren in Zusammenhang gebracht.

    Anatomie

    Die anatomischen Strukturen in der Leistenregion sind komplex. Unklar ist insbesondere die exakte Beziehung der Sehnenbefestigungen am Schambein. Neuere Studien zeigen gemeinsame Ansatzstellen von Adduktoren (adductor longus, brevis, gracilis, pectineus) und Bauchmuskeln (rectus abdominis, pyramidalis, obliquus externus). Diese Konstellation führt bei Überlastung zu Mikroverletzungen und Spaltbildungen.

    Klinik und Symptomatik

    Leitsymptom ist der Leistenschmerz, der meist belastungsabhängig auftritt. Typisch sind ziehende Schmerzen über das Os pubis, die in Adduktoren oder Bauchmuskeln ausstrahlen (superior cleft). Bei einem secondary cleft treten die Schmerzen eher an der Innenseite des Oberschenkels bis ins Perineum auf. Andere Ursachen für einen Leistenschmerzen sollten ausgeschlossen werden, u. a. Hüftgelenkspathologien (Arthrose, femoroacetabuläres Impingement, Labrumläsionen), knöcherne Stressverletzungen, Hernien oder tendinopathische Veränderungen. Die osteitis pubis ist differentialdiagnostisch eine der häufigsten Ursachen.

    Obere Reihe Schematische Darstellung der Cleft-Verletzungen.
    Die Zahlen kennzeichnen die physiologische Cleft (1) sowie die secondary cleft (2) oder die superior cleft (3).
    Zweite Reihe Fluoroskopische Darstellung der Ceft-Verletzungen. Dritte Reihe MRT-Aufnahmen, dargestellt in einer koronaren STIR-Sequenz.Pfeile markieren Cleft-Zeichen in den MRT-Aufnahmen Spalte A: isolierte secondary cleft, Spalte B: isolierte superior cleft,
    Spalte C: kombinierte Cleft-Verletzung.
    Abbildung aus Holl et al, Eur Radiol. 2023; 33(10): 7321–7329

    Epidemiologie

    Das Cleft-Syndrom betrifft v. a. Männer und tritt gehäuft in Sportarten mit hoher Belastung der Leistenregion auf (Fußball, American Football, Rugby, Hockey, Trailrunning). Insgesamt machen sportassoziierte Leistenschmerzen 2–10 % aller Sportverletzungen aus.

    Diagnostik

    Die MRT-Diagnostik ist entscheidend für die Abklärung. Typisch sind Spaltbildungen an den Sehnenansätzen und Veränderungen des PLAC (Pyramidalis – anterior pubic ligament – adductor longus complex). Hierbei ist der adductor longus eine zentrale Struktur. Neben der Nativ-MRT sind auch eine KM-MRT Symphysiographie mittels lokaler Gadolinium / Kortikoid Applikation sowie eine ergänzende CT in manchen Fällen sinnvoll.

    Therapie

    Die Behandlung richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf. Chronische und subakute Verläufe meist konservativ:  Schonung, Physiotherapie, Injektionen (Kortikosteroide, Traumeel, Hyaluron, PRP), progressive Belastungssteigerung. 

    Operativ: Versuch, den Spalt (Cleft) chirurgisch zu verschließen, z.B. Refixation mit cork screw Ankern. CAVE: Rekonvaleszenzzeit ca. 3 – 6 Monate postoperativ. 

    Fluroscopie nach zweizeitiger, bilateraler Refixation der ventralen Aponeurose (Mm. rectus abdominis und adduktor longus).

    Akute Verletzungen des PLAC benötigen oft eine chirurgische Therapie.

    Konservative sowie postoperative Rehabilitation: Stufenweise Steigerung von Beweglichkeit, Stabilisation und Krafttraining.

    Fluroscopie nach zweizeitiger, bilateraler Refixation der ventralen Aponeurose (Mm. rectus abdominis und adduktor longus

    Therapiestufenplan

    Das Cleft-Syndrom erfordert ein multimodales, phasenorientiertes Vorgehen. Biologische Therapien (PRP, Stoßwelle) werden mit gezieltem Kraftaufbau, Funktions-Stabilitätstraining und progressiver Belastungssteigerung kombiniert. Nur so gelingt eine sichere Rückkehr in den Sport ohne Rezidiv. Der Stufenplan gilt als Gerüst und ist bei jedem Sportler individuell anzupassen. Bei ausbleibender oder unzureichender Besserung der Beschwerden sollte nach ca. 10 Wo. eine erneute Indikationsprüfung zur OP erfolgen.

    Stufe 1: Akutphase (Woche 0 – 2)

    Ziel: Schmerzreduktion, Entzündungshemmung und Schutz der betroffenen Struktur.

    • Relative Ruhe, kein Stretching oder Belastung
    • NSAR kurzzeitig (max. 5 – 7 Tage)
    • Kühlung 2 – 3× täglich
    • Keine Massage oder Dry Needling
    • Kriterien: Schmerz ≤ 2 / 10 in Ruhe und beim Gehen

    Stufe 2: Frührehabilitation (Woche 2 – 4)

    Ziel: Förderung der Durchblutung und Stoffwechselaktivierung, Beginn sanfter Aktivierung.

    • Stoßwellentherapie: 3 – 5 Sitzungen, 1 ×/Woche, 2000 – 2500 Impulse, EFD 0,1–0,25 mJ/mm², abhängig von der Gerätetechnologie und der Schmerzwahrnehmung des Patienten
    • Isometrische Adduktorenübungen (5 × 10 s, 2 – 3×/Tag)
    • Core- und Beckenstabilitätstraining
    • Kriterien: Schmerzfreiheit bei ADL und ≤ 2 / 10 bei isometrischer Adduktion

    Stufe 3: Regeneration & PRP-Therapie (Woche 4 – 6)

    Ziel: Biologische Heilungsförderung und strukturelle Stabilisierung.

    • PRP-Injektionen: 1 –  2 Sitzungen im Abstand von 2 – 3 Wochen, sonographisch
    • 48 – 72 h Ruhe nach Injektion
    • Exzentrische Übungen und Faszientechniken
    • Kein Laufen oder Sprungtraining

    Stufe 4: Funktionelle Reha (Woche 6 – 10)

    Ziel: Progressiver Kraftaufbau und Koordinationsverbesserung. Bei ausbleibender / unzureichender Besserung erneute Indikationsprüfung einer Operation.

    • Exzentrisches Adduktorentraining (Copenhagen Exercise)
    • Hüftadduktion mit Theraband (3 × 15 Wdh, 3 s exzentrisch)
    • Verbesserung anterior pelvic tilt, Kräftigung M. rectus abdominis z. B. myotactic crunch
    • Core-Stabilität (Plank, Side-Plank)
    • Radfahren, Aquajogging, Laufband bis 60 % Intensität
    • Kriterien: Schmerzfrei, Kraftdefizit <10 %

    Stufe 5: Sportartspezifische Phase (Woche 10 – 14)

    Ziel: Volle sportliche Belastung und Rückkehr zum Wettkampf.

    • Sprint-, Richtungswechsel-, Schuss- und Sprungübungen
    • Agility-Drills (T-Test, Illinois-Test)
    • Intensitätssteigerung von 50 % auf 100 % in 3 Wochen
    • Kriterien: Schmerzfrei bei Sprint, T-Test und Adduktorenbelastung

    Literatur

    Byrne, C.A. et al. AJR 209:380–388, 2017

    Holl et al, Eur Radiol. 2023; 33(10): 7321–7329

    Falvey, É.C. et al. Br J Sports Med 2016;50:423–430

    Holl et al. Eur Radiol 2023; 33(10):7321–7329

    Tharnmanularp, S. et al. Anatomical Science International (2024) 99:190–201

    Journal of Anatomy. Volume 217, Issue 5, Pages 475–487, 2010

    Knee Surgery, Sports Traumatology, Athroscopy (2021) 29:2424-2436

    Aspetar Acute Adductor Injuries Treatment Protocol

    ISMST – International Society for Medical Shockwave Treatment

    Autoren

    Dr. med. Marco Diekmann

    ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Facharzt für physikalische- und rehabilitative Medizin. Er arbeitet am Mare Med Department für konservative Orthopädie, Rehabilitation in Kiel und ist Mannschaftsarzt des KSV Holstein Kiel.
    (Stand 2025)

    04/25
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