Im modernen Leistungssporttraining werden schon länger spezielle Maßnahmen für eine stabile Körpermitte umgesetzt, die insbesondere unter dem Begriff Core Stability (CS) einen breiten Bekanntheitsgrad erlangt haben. Eine gut trainierte Körpermitte ist von eminenter Bedeutung für Leistungsfähigkeit und Verletzungsprophylaxe. [1] Weiter ist die CS entscheidend für die Maximierung der Krafterzeugung und Minimierung der Gelenkbelastung in den Sportarten, [2] weil sie in nahezu allen Aktivitäten der Extremitäten involviert ist. [3] Bezüglich einer Definition des Core und seiner beteiligten Strukturen besteht wie auch für die CS kein einheitlicher Konsens. Weitläufig handelt es sich um einen Raum zwischen Becken und unterer Thoraxapertur, der im Wesentlichen die Lendenwirbelsäule (LWS) umgibt. So könnte man exemplarisch den inneren Zylinder (lokales System) von Richardson et al. [4] heranziehen, der aus M. transversus abdominis (TA), lumbalem M. multifidus (MF), Beckenboden und Diaphragma besteht. Faries & Greenwood [5] sprechen von insgesamt 29 Muskelpaaren, welche auf die Stabilisierung des Lenden-Becken-Hüft-Komplexes einwirken.
Die Stabilität der LWS benötigt passive und aktive Steifigkeit. [6] Da sich eine gesunde ligamentäre LWS bereits bei 88 Newton axial einwirkender Last verbiegt, [7] weist sie keine besonders große passive Stabilität auf und bedarf der muskulären Stabilisation. Panjabi [8] beschreibt für die Stabilisation der Wirbelsäule ein passives und aktives Subsystem sowie ein neuronales Kontrollsystem, die funktionell voneinander abhängig sind. Das aktive Subsystem besteht aus einer Vielzahl von Muskeln mit Einfluss auf die Stabilisation. Diese können wiederum verschiedenen Muskelsystemen zugeordnet werden. So differenziert Bergmark [9] zwischen einem globalen und lokalen Muskelsystem; Comerford & Mottram [10] in lokale Stabilisatoren, globale Stabilisatoren und globale Mobilisatoren. Im Modell von Richardson et al. [4] verspannen die oberflächlichen Muskeln die LWS zwischen Becken und Thorax global, während die tiefen Muskeln die einzelnen Bewegungssegmente lokal stabilisieren. Anhand der Differenzierung nach Norris [11] sind die Stabilisatoren tief liegend, mit Slow-Twitch-Fasern ausdaueraktiv und bei Aktivitäten von 30 – 40 % MVC (maximum voluntary contraction) rekrutiert, während die Mobilisatoren oberflächlich liegend, mit Fast-Twitch-Fasern kraftaktiv und bei Aktivitäten von 40 % MVC rekrutiert sind.
Für die Absicherung der Körpermitte im Rahmen sportlicher Bewegungen bedarf es eines harmonischen Zusammenspiels verschiedener Muskeln. Der MF als der bedeutendste Muskel für lumbale segmentale Stabilität [12] spielt sicherlich oft eine zentrale Rolle in diesem Orchester, ist er als Teil des medialen Traktes der autochtonen Rückenmuskeln [13] „…der größte und am medialsten gelegene Muskel der lumbalen Rückenmuskulatur“. [14] Er weist die größte physiologische Querschnittsfläche aller Lendenmuskeln auf, [15] wobei diese von L2 bis S1 zunimmt, während der M. iIiocostalis (IC) und M. longissimus (LG) nach kaudal hin abnehmen. [4] Der MF wird in mehrere Schichten sowie sechs kurze und lange Faszikel differenziert und ist mono- und multisegmental angelegt. [12, 14] Er wird weiter in einen tiefen und oberflächlichen MF untergliedert, [16, 17] was im Zusammenhang mit einer differenzierten Funktion von Bedeutung ist.
Nach Wilke et al. [18] ist der MF für mehr als zwei Drittel der Zunahme an Steifigkeit im Segment L4/L5 verantwortlich, welche wiederum zur Erhöhung der Wirbelsäulenstabilität beiträgt. [4] Differenziert man die Faszikel, so liegen die tiefen Fasern gut positioniert um mit kleinem Drehmoment intervertebrale Scher- und Kompressionskräfte zu kontrollieren, [17] haben eine minimale Bewegungsfunktion und üben als lokale Stabilisatoren segmentale Kontrolle aus. [19] Die oberflächlichen Fasern hingegen setzen deren Stabilisationsfunktion mehr dahingehend um, dass sie die Lordose kontrollieren [19] und können aufgrund ihrer günstigen Hebelarme ausreichend Extensionsdrehmoment erzeugen. [17] Nach MacDonald et al. [16] unterstützt die Evidenz, dass der tiefe MF die LWS stabilisiert, während der oberflächliche MF und M. erector spinae (ES) diese strecken und rotieren.
Trainingstechnische Ansätze
Trainingstechnisch lassen sich für die CS drei Ansätze beschreiben: spezielle Aktivierungstechniken, isometrische (Auto)stabilisationsübungen und dynamisches Krafttraining. Mit den speziellen Aktivierungstechniken wird primär versucht, lokale Muskeln wie TA, Beckenboden und tiefen MF (segmental) zu aktivieren. Sie finden sich bspw. bei Richardson et al. [4] Diese Techniken stehen oftmals im Zusammenhang mit Rückenschmerzen und werden von Therapeuten mittels spezieller Anweisungen angeleitet sowie palpatorisch, ultraschallassistiv oder mit Biofeedbacksystemen (z. B. Stabilizer®) überprüft und bewertet. Der Ansatz diverser (Auto)Stabilisationsübungen wird in einer isometrischen Arbeitsweise umgesetzt. Im Rahmen einer Autostabilisation „…sichern die Stabilisatoren die Körperhaltung und Gelenkstabilität durch proaktive und reaktive Regelung von kaum sichtbaren motorischen Aktivitäten, wobei die Arbeitsweise isometrisch oder geringer dynamischer Natur ist.“ [20] Gemeinsamkeit mit dem ersten Ansatz ist die Einhaltung der neutralen Lendenlordose sowie Beckenstellung. Im Gegensatz zum ersten Ansatz, welcher eine relativ isolierte Muskelaktivierung lokaler Muskeln verfolgt, werden hier zusätzlich auch globale Muskeln aktiviert. Dritter und letzter Ansatz aktiviert die Muskulatur im Rahmen einer dynamischen Stabilisation. Hierbei werden Rücken- und Bauchmuskeln möglichst isoliert dynamisch auxoton kontrahiert. Neben klassischen Kräftigungsübungen mit Eigenkörpergewicht, Kleingeräten und Kabelzügen gibt es spezielle Kräftigungsmaschinen – oftmals in sogenannten Rückenstraßen organisiert – in denen eine Person mehr oder weniger umfangreich fixiert wird.
Die nachfolgend dargestellte Untersuchung geht der Frage nach, wie die autochthone Rückenmuskulatur (primär der MF) im Rahmen von klassischen Autostabilisationsübungen aktiviert wird.
Methoden
An der Querschnittsuntersuchung nahmen 13 Sportstudenten (5 Frauen + 8 Männer) ohne aktuelle Rückenbeschwerden teil (Alter: R = 27 – 21 J. (6J.), x̄ = 23,85 ± 1,75; Gewicht: R = 77 – 42,4 kg (34,6kg), x̄ = 66,89 ± 10,11; Größe: R = 184 – 167 cm (17cm), x̄ =174,15 ± 6,23). Die Ableitung des MF (sowie des LG und IC) wurde mittels Oberflächenelektromyographie (OEMG) durchgeführt. Die Vorbereitung und Elektrodenapplikation (Ambu Blue Sensor) erfolgte nach dem gängigen Prozedere. Aufgrund der anatomischen Topographie der autochthonen Rückenmuskulatur wurde für den MF auf Segmenthöhe L4/L5 und L5/S1 ein geeignetes Fenster bestimmt. Die Referenzelektrode wurde auf der Christa iliaca angebracht. Die genaue Lokalisation der Elektroden (vgl. Abb. 1) fand in Orientierung an SENIAM21 [21] statt. Diese Methode ähnelt jener von De Foa et al., [22] an der sich auch diverse andere Untersuchungen orientieren. Dabei wurde die paraspinale Muskulatur anhand anatomischer Landmarks lokalisiert. Die Abstände zu den Elektrodenpaaren des LG und IC wurden ausreichend groß gehalten, um einen Crosstalk zu unterdrücken. Um die einzelnen Übungen untereinander vergleichen zu können wurde ein Maximalkrafttest (MVC) in Form einer isometrischen Extension durchgeführt (vgl. Abb. 2). Für die korrekte Ausführung der Autostabilisationsübungen wurden die Probanden im Vorfeld theoretisch und praktisch eingewiesen und bekamen u. a. folgende Anweisungen: „Einstellung und Einhaltung der physiologischen Lendenlordose; Versuch, im unteren Rücken keine Bewegung zuzulassen; [23] Einhaltung der Beckenachse; Wahrnehmung auf den MF im Bereich L5 legen; gleichmäßige Atmung.“ Die Übungen wurden in randomisierter Reihenfolge durchgeführt; die Pausenlänge betrug zwei Minuten. Die mittels der Oberflächenelektroden erfassten Signale wurden einem integrierten Vorverstärker (Ressel)zugeführt und dann mit einem 16-Kanal Endverstärker (Ressel) verarbeitet. Mittels einer A/D-Wandlerkarte (Datalog)wurden die Signale in den PC eingelesen und anschließend mittels Software (IMAGO) bearbeitet und ausgewertet. Die Autostabilisationsübungen können in die Gruppen Bauchlage (BL), Vierfüßlerstand (VFS) und Kleingeräte eingeteilt werden. Der Belastungsreiz zur lumbalen Autostabilisation findet über die Extremitäten (mit und ohne Kleingerät) statt. Die Übung Theraband® Wechselbewegungen, Langhantelpendeln und Aerobar® rechts + links betonen die rotatorische Stabilisation. Diese wird auch bei den anderen Übungen durch das Aufrechterhalten der neutralen Beckenachse in unterschiedlichem Ausmaß berücksichtigt.

Abb. 2 Maximalkrafttest David 110®
Missing data: Die Übungen Aerobar® hoch + runter, BL Hackbewegungen, BL Schnelle Beinbewegungen, VFS Hüftextension und Langhantelpendeln beinhalten aufgrund eines Datenverlustes nur die Werte von zwölf anstatt von dreizehn Probanden.
Ergebnisse
Die Messergebnisse für alle autochthonen Rückenmuskeln finden sich in Abb. 3 und Tab.1. Dabei beziehen sich die Angaben auf % MVC. Eine Trennung nach Geschlecht wird an dieser Stelle nicht berücksichtigt. Die höchsten Aktivierungen für den MF traten erwartungsgemäß bei den Übungen in Bauchlage auf, angeführt von den Hackbewegungen; die niedrigste bei den schnellen Wechselbewegungen mit dem Theraband®. Die Ergebnisse wurden in einem anderen Kontext und Umfang auf dem zwölften Jahreskongress des European College of Sport Science in Jyväskylä vorgestellt. [30]


Diskussion
Basis für die von Millivolt in % MVC umgerechneten Intensitätswerte stellt der Maximalkrafttest (MVC) dar. In der Literatur finden sich dazu unterschiedliche Ansätze. Arokoski et al. [25] z. B. führen eine isometrische Extension im Stand durch und orientieren sich hierbei an Rantanen et al. [26] Bei Kelly et al. [27] wird eine Hyperextension in Bauchlage mit Zusatzgewicht durchgeführt. Der in dieser Untersuchung durchgeführte MVC fand in Form einer isometrischen Extension im Sitz am Krafttrainingsgerät DAVID 110® statt. Hierbei werden die Knie- und Hüftgelenksextensoren stärker aktiviert. Diese lassen sich durch bestimmte Winkelgrade hemmen. [28] Diese Winkel wurden aufgrund der Aufrechterhaltung der neutralen Lendenlordose (NLL) jedoch nicht erreicht, weswegen von einer bestimmten Aktivierung ausgegangen werden muss. Ein direkter Vergleich einzelner Übungen mit anderen Untersuchungen anhand der Orientierung am MVC kann aus diesem Grund nicht oder nur mit Vorsicht erfolgen. Optional könnten die Ergebnisse in Millivolt herangezogen werden.
In Bezug auf die Vorgabe zur Übungsdurchführung in einer NLL gilt es zu beachten, dass diese in Abhängigkeit der individuellen Anthropometrie nicht immer genau bestimmbar ist. Dies ist insbesondere dahingehend von Bedeutung, dass es im Rahmen der Messung zur Beeinflussung der Ergebnisse kommen kann. Sha et al. [29] z. B. fanden (bei Patienten mit chronischem Low Back Pain) für die Übungen VFS-Hüftextension und VFS-Diagonale höhere Aktivitäten des MF in verstärkter Lordose als in NLL.
Der MF ist Gegenstand diverser Arbeiten, in denen der Muskel mittels OEMG untersucht wurde. Ausgehend von einer Faserdifferenzierung stellt sich die Frage, inwieweit man mittels OEMG auf die Aktivierung der tiefen Faszikel schließen kann. Arokoski et al. [25] untersuchten den MF auf Ebene L2 und L5 im Rahmen diverser Stabilisationsübungen mittels Oberflächen- und Nadelelektroden, orientiert an anatomischen Landmarks hinsichtlich Position, Tiefe und Einstichwinkel, jedoch nicht ultraschallassistiv. Dabei kam es zu hohen Korrelationskoeffizienten zwischen den einzelnen Methoden, was eine mögliche Interpretation der Aktivität tiefer Fasern zulässt. Stokes et al. [30] hingegen behaupten, dass eine höhere Sensibilität der Oberflächenelektroden des MF gegenüber des LG besteht, als zu den Nadelelektroden im tiefen MF. Eine genaue Ableitung des MF sei nur mit intramuskulärer Elektromyographie (IEMG) möglich. [30] Auch Hofste et al. [31] beschreiben, dass OEMG-Signale bei gleichzeitiger Aktivierung nicht genau die IEMG-Signale des lumbalen MF (L5 + S1) und des ES (L1) repräsentieren. Kelly et al. [27] weisen darauf hin, dass oberflächliche und tiefe Fasern des MF unterschiedliche Rekrutierungsmuster aufweisen können, die im Rahmen der OEMG nicht erkennbar sind. Weiter besteht die Möglichkeit eines Crosstalks, was zu deutlichen Problemen im Rahmen der Interpretation der Messergebnisse führen kann. [27] Demgegenüber steht die Aussage von Vink et al., [32] dass EMG-Signale von Elektroden mit einem Abstand von > 3 cm als ausreichend spezifisch betrachtet werden können.
Die Übungen und deren Aktivierung stellen sicherlich kein Novum dar. So untersuchten Arokoski et al. [33] ein beidseitiges Beinheben in Bauchlage, was deutliche Parallelen zur Übung BL Schnelle Beine aufweist. Sie untersuchten ebenfalls ein Beinheben in der Bauchlage, allerdings mit 90° flektierten Kniegelenken; weiter Wechselbewegungen mit dem Theraband® allerdings mit größerer Bewegungsamplitude sowie die Diagonale im VFS. [25] Letztere findet sich auch als Multifidusübung, wie sie nach Gasibat & Simbak [12] in unterschiedlichen Veröffentlichungen behandelt wurde. Darüber hinaus ist sie auch Untersuchungsgegenstand bei Kim et al. [34], Kelly et al. [27] sowie Teil der Big 3 bei McGill. [1]
Eine zentrale Frage ist sicherlich, inwieweit die untersuchten Übungen im Kontext der drei Trainingsansätze zu bewerten und für den Leistungssport geeignet sind. Bedeutende Punkte sind hierbei Sportartspezifik, Muskeldifferenzierung, Faserspektrum sowie Muskelaktionsweise. Für Willardson [35] ist die Rumpfstabilität ein dynamisches Konzept, welches sich ständig situativ verändert. McGill et al. [36] beschreiben einen sich aufgabenspezifisch ständig ändernden Beitrag einzelner Muskeln. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass zur Verbesserung der Rumpfstabilität Übungen durchgeführt werden müssen, die die Bewegungsmuster einer bestimmten Sportart simulieren. [35] So bedarf es für die Stabilität der Integration verschiedener Muskeln, [37] bzw. der einheitlichen Aktivierung, [38] wobei der individuelle Beitrag vom Belastungsmuster bzw. der jeweiligen Aufgabe abhängig ist. [3] Somit sollte die Rumpfmuskulatur als funktionelle Einheit mit aufgabenspezifisch unterschiedlichen Aktivierungsniveaus betrachtet [35] und auch trainiert werden.
Kritisch zu bewerten ist auch die Muskeldifferenzierung in lokal und global. So sehen Cholewicki & Van Vliet [39] eine solche Untergliederung als nicht korrekt. Lederman [40] betrachtet die Klassifikation der Muskelsysteme als rein anatomisch und ohne funktionelle Bedeutung. Er beschreibt sie gar als „reduktionistische Fantasie“, die nur dazu diene, das Thema CS zu fördern. Willardson [35] unterstellt diversen Praktikern den Irrglauben, dass die kleineren lokalen Muskeln primär für die Stabilität des Rumpfes zuständig sind, während die größeren globalen Muskeln primär Kraft generieren. Zu diesen lokalen Muskeln gehören auch der TA und die tiefen Faszikel des MF, welche vor Extremitätenbewegungen aktiviert werden um die Körpermitte muskulär zu stabilisieren. [41, 42] Nach La Scala Teixeira et al. [43] ist es eine Aufgabe des Core-Trainings, solche Voraktivierungsmuster der lokalen Muskeln zu optimieren. An dieser Stelle soll das sogenannte abdominal hollowing [44] erwähnt werden, welches versucht, den TA isoliert (bzw. kokontraktiv mit dem tiefen MF unklarer Evidenz) zu aktivieren. [6, 16] In der Vergangenheit hat sich das „Baucheinziehen“ sowie die Bedeutung des TA durchaus zu einer Art Trend entwickelt. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. So rät McGill [1] von einem abdominal hollowing zur Aktivierung des TA ab, da es nicht auf die wichtigsten Stabilisatoren des Rumpfes abzielt und diese aufgabenspezifisch sind. Das isolierte Potenzial des TA zur Verbesserung der Stabilität scheint weiter sehr begrenzt zu sein, führt ein abdominal bracing (Koaktivierung aller Bauchmuskeln) zu mehr Stabilität als ein abdominal hollowing [45]. Nach Luomajoki [46] gibt es keine klare Evidenz für ein spezifisches Stabilisationstraining via abdominal hollowing.
Von Bedeutung ist auch das Faserspektrum des MF. Im Vergleich des lumbalen MF mit dem ES (LG + IC) wurde bei beiden eine überwiegende Anzahl an Typ-I Fasern festgestellt, jedoch kein Unterschied. [47, 16] Auffällig waren jedoch signifikant größere Typ-I Fasern beim MF. [47] Nach MacDonald et al. [16] wird zwar vermutet, dass der tiefe MF mehr Typ-I-Fasern aufweist als der oberflächliche MF und ES, gibt es hierfür jedoch nur wenig Evidenz. Sirca & Kostevc [48] beispielsweise fanden im tiefen MF mehr Typ-I-Fasern. MacDonald et al. [16] berichten zudem von einem allgemeinen klinischen Glauben, dass der tiefe MF tonische Aktivität aufweist, während der oberflächliche MF sowie ES phasisch arbeiten. So sehen Richardson et al. [4] die tieferen Fasern mehr in einer tonischen Stabilisationsrolle. MacDonald et al. [49] fanden heraus, dass die kurzen Fasern bei Armbewegungen vor den langen Fasern aktiviert wurden; Moseley et al., [42] dass die tiefen Fasern (im Gegensatz zu den oberflächlichen Fasern + ES) in einem nicht richtungsspezifischen „Feedforward – Verhalten“ im Zusammenhang mit schnellen Armbewegungen aktiv sind. Unterschiedliche Aktivität des oberflächlichen und tiefen MF konnten Moseley et al. [50] auch bei erwarteten, nicht aber bei unerwarteten Rumpfbelastungen beobachten. Dies deutet darauf hin, dass tiefe und oberflächliche Faszikel des MF bei Belastung unterschiedlich aktiv sind und diese Aktivität abhängig vom „Input höherer Zentren“ ist. [16] Zusammenfassend zeigen die von MacDonald et al. (2006) [16] untersuchten Arbeiten, dass das Nervensystem nicht einfach eine tonische Aktivität des MF aufrechtzuerhalten scheint, sondern die Aktivität an die unterschiedlichen Anforderungen anpasst. [16] Die Annahme der tonisch und phasisch differenzierten Aktivierung der unterschiedlichen Muskelfaszikel wird zwar nicht bestätigt, doch aber die aufgabendifferenzierte Aktivität. [16]
Betrachtet man die Autostabilisationsübungen und deren isometrische Arbeitsweise, scheinen sie vorteilhaft, da die Körpermitte nach McGill [1] Bewegungen oftmals eher verhindern muss, als sie auszuführen. So ist es u.a. für viele sportliche Aufgaben erforderlich, dass die Kraft in der Hüfte erzeugt und durch einen versteiften Kern übertragen wird. [51 in 1] Nach La Scala Teixeira et al. [43] ist ein Ziel des Core Trainings, die Fähigkeit der Muskulatur dahingehend zu verbessern, die Wirbelsäule auch beim Auftreten externer Kräfte innerhalb der Neutralen Zone (NZ) zu stabilisieren.Hierbei handelt es sich um „…that part of the range of physiological intervertebral motion, measured from the neutral position, within which the spinal motion is produced with a minimal internal resistance.“ [52] Hier ist das isometrische Training ideal geeignet. La Scala Teixeira et al. [43] sehen den Beitrag dynamischer Übungsformen zur Verbesserung der Rumpfstabilität im Sport eher gering. Vor dem Hintergrund, dass die Wirbelsäule bei vielen sportlichen Bewegungen aufgerichtet bleibt, verweisen Sie auf Lee & McGill, [53] deren Ergebnisse darauf hindeuten, dass isometrisches Rumpftraining dem dynamischen Training überlegen ist, um die Rumpfsteifigkeit zu verbessern. Der Trainingsansatz nach La Scala Teixeira et al. [43] stellt den isometrische Übungen in der NZ dynamische Übungen voran um letztere zu verbessern. Eine weitere Kritik am dynamischen Ansatz besteht in einem Übertraining der globalen Muskulatur vor einem ausreichenden Training der lokalen Muskulatur dahingehend, dass die von den globalen Muskeln produzierten Kräfte möglicherweise von den lokalen Muskeln nicht kontrolliert werden können. [5]
In Bezug auf die Aktivierungsintensitäten muss vorab die Basis geklärt werden. Auf die Durchführung unterschiedlicher Maximalkrafttests (MVC) wurde bereits hingewiesen. Die angegebenen Werte müssen immer auf diese Tests bezogen werden. Kelly et al. [27] berichten von Werten zwischen 23 und 46 % MVC für den MF bei der Übung VFD und sehen diese als geeignet, den MF als Haltungsmuskel (mit entsprechendem Anteil an Typ I Fasern und Deklaration als segmentalen Stabilisator) unter dem Ausdaueraspekt zu trainieren. Sie orientieren sie sich hierbei an Richardson et al. [4] mit 30-40 % MVC. Unter dem Aspekt der Kräftigung hingegen sehen sie die Übung als nicht geeignet, da die Intensitäten die empfohlenen 60-70 % ORM (für Anfänger) von Garber et al. [54] unterschreiten. Zu überprüfen wäre an dieser Stelle (und generell) der Einsatz von Zusatzgewichten um die Aktivität des MF zu erhöhen. Die Werte in dieser Untersuchung (mit anderem MVC) liegen mit 51,45-62,61 % MVC deutlich höher. Die in der Literatur zu findenden niedrigen Intensitäten, wie z.B. bei Richardson et al. [4] mit 30-40% MVC stehen vor dem Hintergrund dauerhaft tonischer Muskelaktivität und ST-Faseranteil. Nach McGill [55] steigt die Gelenksteifigkeit schnell und nichtlinear mit zunehmender Muskelaktivität an, weswegen bereits sehr geringe Aktivitäten ausreichen. Wirth et al. [56] weisen jedoch auf die Differenzierung zwischen Therapieübungen und höheren Anforderungen in Alltag und Leistungssport hin und beschreiben die therapeutischen Leitlinien für Profisportler als ungeeignet. Sie betonen weiter „…that force production is the basic requirement for stabilization of the spinal column.“
Ebenfalls wichtig für die Frage nach der geeigneten Intensität für das Training der Kernmuskulatur ist die Differenzierung von CS, Core Strength und Core Endurance. Dies ist jedoch aufgrund der teils unterschiedlichen Definitionen als auch Verwendung der Termini schwierig. Saeterbakken et al. [57] z. B. arbeiten in ihrer Untersuchung mit den Definitionen von Panjabi [52], Faries & Greenwood [5] sowie McGill et al. [58] und stellten keinerlei systematische Korrelation zwischen den einzelnen Trainingsansätzen fest, was auf eine Unabhängigkeit hindeutet. Faries & Greenwood [5] weisen darauf hin, dass Core-Übungen nicht zum Ziel haben, die Stabilität der Muskeln selbst zu erhöhen, sondern die Fähigkeit jener die (L)WS zu stabilisieren. CS-Übungen scheinen i.d.R. an keine muskuläre Ausbelastung heranzugehen, von isometrischer Natur und dominant kraftausdauerorientiert zu sein. Dynamische Übungen wie sie an klassischen Maschinen über möglichst die komplette Bewegungsamplitude (ROM) ausgeführt werden, scheinen die Muskulatur mit Zielsetzung Ausdauer, Stoffwechsel und ggf. Hypertrophie zu trainieren. So arbeiten bspw. Alfen & Spang [59] mit einer Belastungszeit von ca. 2 Minuten und progressiver muskulärer Ausbelastung im therapeutischen Kontext. Nach Butowick et al., [60] ist die optimale CS von Kraft und Ausdauer sowie der neuromuskulären Kontrolle abhängig. Leetun et al. [61] sehen die CS als das auf den lumbopelvinen Hüftkomplex bezogene Produkt von motorischer Kontrolle und muskulärer Kapazität und McNeill [62] als Teilmenge der motorischen Kontrolle. Vor dem Hintergrund der erwähnten aufgabenspezifischen Aktivität mehrerer Rumpfmuskeln weisen Borghuis et al. [3] darauf hin, dass die sensomotorische Kontrolle für die Balance zwischen Stabilität und Mobilität viel wichtiger ist als Kraft oder Ausdauer. So scheint es beim Training der CS mehr um die Ansteuerung und (lumbopelvine) Kontrolle zu gehen, wohingegen die Core Strength die dynamische (Kraft)Komponente wieder spiegelt, auch wenn dies nicht eindeutig ist.
Die Tatsache, dass die Ergebnisse für den MF auf der linken Seite häufiger höher ausfallen als auf der rechten Seite (betrifft auch LG + IC) konnte bisher leider nicht eindeutig geklärt werden.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die einzelnen Ansichten zum Thema CS teils sehr unterschiedlich oder gar konträr sind. Aufgrund der Komplexität des MF lässt die Untersuchung nur einen geringen Erkenntnisgewinn zu. Die dargestellten Autostabilisationsübungen können als Basisübungen der CS mit Fokus dorsale Kette verstanden werden. Mit ihnen lassen sich Kinästhesie und Ansteuerung für die lumbopelvine Kontrolle schulen als auch die isometrische Muskelausdauer trainieren. Für ein athletisches Trainingsprogramm muss individuell entschieden werden, wann welche Übungsansätze verfolgt werden. So können Übungen der klassischen Autostabilisation als auch sportartspezifische Übungen aus dem Bereich Core Strength Teil eines Trainings sein. Athlet und Sportart sollten vorab analysiert werden, um zu wissen was für die gewünschte Entwicklung wichtig ist. Bei allem Fokus auf den Kern oder auch spezielle Muskeln, darf nie das Prinzip der Ganzheitlichkeit vergessen werden, welches den gesamten Körper berücksichtigt. Die vorgestellten Übungen können gezielt eingesetzt werden, stellen jedoch nur ein Teil des Ganzen dar.
Literatur
- McGill, S.M. (2010): Core Training: evidence translating to better performance and injury prevention. Strength and Conditioning Journal, 32(3), 33-46.
- Kibler, W.B., Press, J. & Sciascia, A. (2006): The role of core stability in athletic function. Sports Medicine, 36(3), 189-198.
- Borghuis, J., Hof, A.L. & Lemmink, K.A.P.M. (2008): The importance of sensory-motor control in providing core stability. Journal of Sports Medicine, 38(11), 893-916.
- Richardson, C.; Jull, G.; Hodges, P. & Hides, J. (2004): Therapeutic exercise for spinal segmental stabilization in low back pain. New York: Churchill Livingstone.
- Faries, M.D. & Greenwood, M. (2007): Core training: Stabilizing the confusion. In: Strength and Conditioning Journal 29(2), 10-25.
- Akuthota, V. & Nadler, F. (2004): Core strenghtening. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 85(1), 86-92.
- Crisco, J.J., Panjabi, M.M., Yamamoto, I. & Oxland, T.R. (1992): Euler stability of the human ligamentous lumbar spine: Part II: Experiment. Clinical Biomechanics, 7(1), 27-32.
- Panjabi, M.M. (1992 a): The stabilizing system of the spine. Part I. Function, dysfunction, adaption and enhancement. Journal of Spinal Disorders, 5(4), 383-389.
- Bergmark, A. (1989): Stability of the lumbar spine. A study in mechanical engineering. Acta Orthopaedica Scandinavica, 230(60), 1-54.
- Comerford, M.J. & Mottram, S.L. (2001): Functional stability re-training: principles and strategies for managing mechanical dysfunction. Manual Therapy, 6(1), 3-14.
- Norris, C.M. (2001): Functional load abdominal training: part 1. Physical Therapy in Sport, 2(1), 29-39.
- Gasibat, Q. & Simbak, N.B. (2016): Moderation of back pain by rehabilitation exercises; Multifidus Muscle´ perspective. In: 6th Int´l Conference on agriculture, Environment and Biological Sciences Kuala Lumpur; Dec. 21-22.
- Tillman, B. & Töndury, G. (1998): Anatomie des Menschen. Lehrbuch und Atlas. Band 1: Bewegungsapparat. Stuttgart: Thieme.
- Bogduk, N. (2000): Klinische Anatomie von Lendenwirbelsäule und Sakrum. Berlin: Springer.
- Ward, S.R., Kim, C.W., Eng, C.M., Gottschalk, L.J., Tomiya, A., Garfin, S.R., & Lieber, R.L. (2009): Architectural analysis and intraoperative measurements demonstrate the unique design of the multifidus muscle for lumbar spine stability. The Journal of Bone & Joint Surgery 91(1), 176-185.
- MacDonald, D.A., Moseley, G.L. & Hodges, P.W. (2006): The lumbar multifidus. Does the evidence support clinical beliefs? Manual Therapy, 11(4), 254-263.
- Dickx, N., Cagnie, B., Achten, E., Vandemaele, P., Parlevliet, T. & Danneels, L. (2010): Differentation between deep and superficial fibres oft he lumbar multifidus by magnetic resonance imaging. European Spine Journal 19(1), 122-128.
- Wilke, H-J., Wolf, S., Claes, L.E., Arand, M. & Wiesend, W. (1995): Stability increase of the lumbar spine with different muscle groups. A biomechanical in vitro study. Spine 20(2), 192-198.
- Diemer, F. & Sutor, V. (2011): Praxis der medizinischen Trainingstherapie I. Stuttgart: Thieme.
- Wittmann, K. & Froböse, I. (2003): Seilzugtraining in der Therapie. In: Froböse, I., Nellessen, G. & Wilke, C. (Hrsg.): Training in der Therapie. Grundlagen und Praxis. München: Urban & Fischer.
- SENIAM project. On: www.seniam.org. Zugriff: 23.3.2024, 10.49 Uhr.
- De Foa, J.L., Forrest, W. & Biedermann, H.J. (1989): Muscle fibre direction of longissimus, iliocostalis and multifidus. Landmark-derived reference lines. Journal of Anatomy 163, 243-7.
- Johnson, J. (2002): The multifidus back pain solution. Oakland: New Harbinger Publications, Inc.
- Bubeck, D., Mühlberger, C. & Alt, W. (2007): Activation of the lumbar autochton spine muscles (in particular m. multifidus) during different stabilisation exercises. In: Kallio, J. et. al (Eds.). 12th Abstract Book of the 12th Annual Congress European College of Sport Science Jyväskylä, 155.
- Arokoski, J.P., Kankaanpää, M., Valta, T., Juvonen, I., Partanen, J., Taimela, S., Lindgren, K.A. & Airaksinen, O. (1999): Back and hip extensor muscle function during therapeutic exercises. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation 80(7), 842-850.
- Rantanen, P., Airaksinen, O. & Penttinen, E. (1994): Paradoxical variation of force and torque when different levels of the sagittal axis rotation are used in trunk flexor and extensor muscle strength test. European Journal of Applied Physiology 68(4), 322-326.
- Kelly, M., Jacobs, D., Wooten, M.E. & Edeer, A.O. (2016): Comparison of electromyographic activities of lumbar iliocostalis and lumbar multifidus muscles during stabilization exercises in prone, quadruped and sitting positions. Journal of Physical Therapy Science 28(10), 2950-2954.
- Denner, A. (1995): Muskuläre Profile der Wirbelsäule, Band 2: Analyse- und Trainingskonzept. Köln: Verlag SPORT & BUCH Strauß.
- Sha, J., Tanwar, T., Iram, I., Aldabbas, M. & Veqar, Z. (2020): Effect of increased lumbar lordosis on lumbar multifidus and longissimus thoracis activation during quadruped exercise in patients with chronic low back pain: an EMG study. Journal of applied Biomechanics 36(6), 436-443.
- Stokes, I.A.; Henry, S.M.; Single, R.M. (2003): Surface EMG electrodes do not accurately record from lumbar multifidus muscles. Clinical Biomechanics 18(1), 9-13.
- Hofste, A., Soer, R., Salomons, E., Peuscher, J., Wolff, A., Van der Hoeven, H., Oosterveld, F. & Groen, G. (2020): Intramuscular EMG versus surface EMG of lumbar multifidus and erector spinae in healthy participants. In: Spine 45(2), 1319-1325.
- Vink, P., Daanen H.A.M. & Verbout A.J. (1989): Specificity of surface-EMG on the intrinsic lumbar back muscles. Human Movement Science 8(1), 67-78.
- Arokoski, J.P., Valta, T., Airaksinen, O. & Kankaanpää, M. (2001): Back and abdominal muscle function during stabilization exercises. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation 82(8), 1089-1098.
- Kim, J.-S., Kang, M.-H., Jang, J.-H., & Oh, J.-S. (2015): Comparison of selective electromyographic activity oft he superficial lumbar multifidus between prone trunk extension and four-point kneeling arm and leg lift exercises. Journal of Physical Therapy Science 27(4), 1037-1039.
- Willardson, J.M. (2007): Core stability training: applications sports conditioning programs. Journal of Strength and Conditioning Research, 21(3), 979-985.
- McGill, S.M., Grenier, S., Kavcic, N. & Cholewicki, J. (2003): Coordination of muscle activity to assure stability of the lumbar spine. Journal of Electromyography and Kinesiology, 13(4), 353-359.
- Kavcic, N., Grenier, S. & McGill, S.M. (2004): Determining the stabilizing role of individual torso muscles during rehabilitation exercises. Spine, 29(11), 1254-1265.
- McGill, S.M. & Cholewicki, J. (2001): Biomechanical basis for stability: an explanation to enhance clinical utility. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 31(2), 96-100.
- Cholewicki, J. & Van Vliet, J.J. (2002): Relative contribution of trunk muscles to the stability oft he lumbar spine during isometric exertions. Clinical Biomechanics, 17(2), 99-105.
- Lederman, E. (2010): The myth of core stability. Journal of Bodywork and Movement Therapies, 10(1), 84-98.
- Hodges, P.W. & Richardson, C.A. (1997): Contraction oft he abdominal muscles associated with movement oft he lower limb. Physical Theraphy, 77(2), 132-142.
- Moseley, G.L., Hodges, P.W. & Gandevia, S.C. (2002): Deep and superficial fibres of the lumbar multifidus muscle are differentially active during voluntary arm movements. Spine, 27(2), 29-36.
- La Scala Teixeira, C.V., Evangelista, A.L., Silva, M.S., Bocalini, D.S., Da Silva-Grigoletto, M.E. & Behm, D.G. (2019): Ten important facts about core training. ACSM´s Health & Fitness Journal, 23(1), 16-21.
- Liebenson, C. (1997): Spinal stabilization training. Journal of bodywork and movement therapies, 1(2), 87-90.
- Grenier, S.G. & McGill, S.M. (2007): Quantification of lumbar stability by using 2 different abdominal activation strtegies. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 88(1), 54-62.
- Luomajoki, H. (2013): Schluss mit Baucheinziehen? physiopraxis, 1(13), 36-38.
- Agten, A., Stevens, S., Verbrugghe, J., Eijnde, B.O. Timmermans, A. & Vandenabeele, F. (2020): The lumbar multifidus is characterised by larger type I muscle fibres compared to the erector spinae. Anatomy & Cell Biology 53(2), 143-150.
- Sirca, A. & Kostevc, V. (1985): The fibre type composition of thoracic and lumbar paravertebral muscles in man. Journal of Anatomy 141, 131-137.
- MacDonald, D., Moseley, L. & Hodges, P.W. (2009): Why do some patients keep hurting their back? Evidence of ongoing back muscles dysfunction during remission from recurrent back pain. Pain 142(3), 183-188.
- Moseley, G., Hodges, P. & Gandevia, S.C. (2003): External perturbation of the trunk in standing humans differentially activates components of the medial back muscles. Journal of Physiology 547(2), 581-587.
- McGill, S.M. (2009): Ultimate Back Fitness and Performance. Waterloo: Backfitpro Inc.
- Panjabi, M.M. (1992 b): The stabilizing system of the spine. Part II. Neutral zone and instability hypothesis. Journal of Spinal Disorders, 5(4), 390-397.
- Lee, B.C.Y. & McGill, S.M. (2015): Effect of long-term isometric training on core / torso stiffness. Journal of Strength an Conditioning Research, 29(6), 1515-1526.
- Garber, C.E., Blissmer, B., Deschenes, M.R., Franklin, B.A., Lamonte, M.J., Lee, I.M.D., Nieman, D.C. & Swain, D.P. (2011): Quantity and quality of exercise for developing and maintaining cardiorespiratory, musculoskeletal, and neuromotor fitness in apparently healthy adults: guidance for prescribing exercise. Medicine & Science in Sports & Exercise 43(7), 1334-1359.
- McGill, S.M. (2000): Low back stability: from formal description to issues for performance and rehabilitation. Exercises and Sport Sciences Reviews, 29(1), 26-31.
- Wirth, K., Hartmann, H., Mickel, C., Szilvas, E., Keiner, M. & Sander, A. (2017): Core stability in athletes: a critical analysis of currrent guidelines. Sports Medicine 47(3), 401-417.
- Saeterbakken, A.H., Fimland, M.S., Navarsete, J., Kroken, T. & van den Tillar, R. (2015): Muscle activity and the association between core strength, core endurance and core stability. Journal of Novel Physiotherapy and Physical Rehabilitation 2(3), 055-061.
- McGill, S.M., Childs, A. & Liebenson, C. (1999): Endurance times for low back stabilization exercises: clinical targets for testing and training from a normal database. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation 80(8), 941-944.
- Alfen, F.M. & Spang, C. (2022): Maschinenbasierte isolierte Kräftigung der tiefen autochtonen Rückenstreckmuskeln – zwei Minuten Wirbelsäulenrevolution. Sportäztezeitung 3, 74-78.
- Butowicz, C.M., Ebaugh, D.D., Noehren, B. & Silfies, S.P. (2016): Validation of two clinical measures of core stability. The International Journal of Sports Physical Therapy 11(1), 15-23.
- Leetun, T.D., Ireland, M.L., Willson, J.D., Ballantyne, B.T. & Mcclay Davis, I. (2004): Core stability measures as risk factors for lower extremity injury in athletes. Medicine & Science in Sports & Exercise, 36(6), 926-934.
- McNeill, W. (2010): Core stability is a subset of motor control. Journal of bodywork and Movement Therapies, 14(1), 80-83.
Autoren
- Diplom-Sportwissenschaftler & Sport- und Bewegungstherapeut
- Qualitätstraining Stuttgart
- Mitglied im Lehrteam des Schwäbischen Turnerbundes (STB)
(Stand 2026)



