MBST Kernspinresonanz-Technologie

Regenerationsbeschleuinigung

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Muskelverletzungen gehören bei Sportlern zu den häufigsten Schädigungsbildern. Recht gute Kenntnisse der posttraumatischen Mechanismen innerhalb der geschädigten Struktur haben zu Konsens hinsichtlich therapeutischer Strategien in der Behandlung akuter Muskelverletzungen geführt. Die konsequente Umsetzung der PECH-­Regel mit dem besonderen Aspekt des Zeitfaktors führt bei einer Vielzahl von betroffenen Sportlern zu einer vermeintlichen restitutio ad integrum. Die supportive Anwendung von intrafokalen Injektionen, peroraler Applikation antiphlogistisch wie antiinflammatorisch wirksamer Substanzen, Substitution von Mikronährstoffen sowie auch der Einsatz technischer Devices, vermögen die Früh- und auch Spätergebnisse zu verbessern. Betrachtet man allerdings kritisch die Rezidiv-Quote, sind die Ergebnisse keineswegs zufriedenstellend. Die Rate zunächst nicht diagnostizierter oder aus anderen Gründen nicht adäquat behandelter chronischer Muskelläsionen ist höher als erwartet, die Therapie umso schwieriger. Im Ergebnis resultiert häufig ein schlechter Outcome. 

Zur Stimulation und Optimierung des regenerativen Potenzials geschädigter Strukturen vertrauen wir seit Jahren auf einen multimodalen Therapieansatz mit Einsatz der MBST Kernspinresonanz-Therapie als zentralem Bestandteil. Die molekulare biophysikalische Stimulation beruht auf dem bekannten technologischen Prinzip der diagnostischen MRT. Basierend auf gewebesspezifischen Parametern wird der Eigendrehimpuls / Kernspin von Wasserstoffprotonen zur gezielten Energieübertragung in geschädigtes Gewebe genutzt, um biophysikalische Effekte zu beeinflussen und auszulösen. Auf diese Weise kommt es z. B. zur positiven Beeinflussung unterschiedlicher Signalproteine, wie von Interleukin-1β und NF-κB, IGF1 und TGF-β. Forschungsergebnisse der Uni Innsbruck konnten auch signifikante Effekte auf Cryptochrome 1 und die Proteinexpression von Hif 1a mit Auswirkungen auf die Chronobiologie der Zelle zeigen. Offensichtlich lässt sich mit MBST das Redoxpotenzial verbessern und geschädigte Zellen reorganisieren.

Case Report 1

Ambitionierter Freizeitsportler, 47J., Ultraläufer, Jahreslaufleistung bis 7000km und Wettkampfdistanzen von 170 km /11.000 Höhenmeter. Längste bewältigte Laufdistanz 320 km! Seit Frühjahr 2018 in Frequenz und Intensität zunehmend atypischer Hüftschmerz, ex domo MRT-diagnostisch kein eindeutiger Befund von Krankheitswert, komplex vorbehandelt. 

Befund Hötzel Dysfunktion ISG re., V.a. Läsion Hüft-Rotatoren, Sonographisch ausgedehnte Läsion Gluteal-­Muskulatur re., anamnestisch chronischer Genese (Latenz > 12 Wochen).

Therapie 7 Einheiten MBST mit muskelspezifischer Programmierung, Laufpause 4 Wochen, im Anschluss Belastungsaufbau, beschwerdeadaptierte Physiotherapie, Pharmakotherapie und Supplementierung. 

Ergebnis Seither beschwerdefrei ca. 20 Wettkämpfe mit Distanzen bis 70 km, 7 Wettkämpfe, Distanzen zwischen 100 und 170 km.

Weitere Indikationen für eine Therapie von Verletzungen respektive degenerativen Erkrankungen des Muskuloskelettalen mit MBST sind vielfältig. Der Nutzen für die Patienten soll an weiteren Beispielen gezeigt werden:

Case Report 2

Tennisprofi, 21J., im Training am 20.09.16 Hyperextension des Kniegelenkes re., Erstbehandlung ex domo: Eisapplikation, Entlastung, Ibuprofen. Vorstellung nach MRT mit der Frage erweiterter Therapieoptionen bei geplanter Turnierteilnahme. 

Befund Weichteilschwellung mit intra­artikulärem Erguss, schmerzbedingte Belastungsinsuffizienz, Beweglichkeit endgradig schmerzhaft eingeschränkt, Bandführung fest.

Therapie 9 Einheiten MBST mit osteospezifischer Programmierung. Opton Laser, Physiotherapie/Lymphdrainage, Pharmakotherapie und Supplementierung, Kontrollierter Belastungsaufbau. 

Ergebnis Return to Competition 21.10. Abb. 1b

Abb. 1 a + b: a) MRT 26.09. Bone Bruise mit Osteoödem / Infraktion b) MRT 17.10. Infraktion nicht darstellbar, Ödem signifikant rückläufig

Case Report 3

Student Sporthochschule Köln, Jahrgang 1992, seit Frühjahr 2015 zunehmend Beschwerden bei Haglundferse re>li., nach Sportpause und Ausschöpfung gängiger konservativer Therapiemaß-­­
nahmen erfolgt die Vorstellung in einer Fachklinik für Fußchirurgie: Dortige Diagnosen: massive Haglundexostose re., Bursitis subachillär und präachillär, mid-portion Tendinopathie, Insertionstendinopathie. Wegen Therapieresistenz und sehr hohem Leidensdruck (kein Sport möglich, Studienabschluss gefährdet) im März 2016 Entscheidung zur operativen Therapie: Haglundexostosen-­Entfernung re., Bursektomie, Achillessehnen-Debridment, Denervierung, ACP, Gipsruhigstellung für 2 Tage. Bei Beschwerde-Persistenz Vorstellung April 2017 im Praxishaus Montabaur zur Mitbeurteilung und Frage nach weiteren Therapieoptionen. Befund re. Narbe gerötet und induriert, perifokale Schwellung mit deutlicher Druckdolenz, eingeschränkte Dorsalflexion, klinisch und serologisch kein Hinweis auf Infekt Befund li. typische Stigmata der Haglundferse mit diskreten Aktivierungszeichen.

Therapie 9 Einheiten MBST mit Osteo Programmierung plus 7 Einheiten MBST mit Sehnenprogrammierung, Einlagen im Sonderbau zur spiraldynamischen Rückfußkorrektur bds., Manuelle Therapie, Pharmakotherapie und Supplementierung, Belastungsaufbau befundadaptiert. 

Ergebnis 3 Wochen nach MBST Beginn mit leichtem Lauftraining, weitere 4 Wochen später Wiederaufnahme Fußballsport, bis heute beidseits beschwerdefrei (siehe Abb. 2).

Abb. 2 a + b: a) 1 jahr Post-Operativ, vor MBST b) 4 Wochen Post MBST
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ist Facharzt für Allgemeinmedizin und leitet zusammen Dr. Karl Schuster das Praxishaus Montabaur, eine akademische Lehrpraxis der Universitäten Mainz und Marburg. Schwerpunkte: Allgemein- und Sportmedizin, Präventions-/ Ernährungsmedizin. MBST seit 2015. Langjährige medizinische Betreuung von Profisportlern. Rennarzt.de berät Fahrer und Teams während der Langstreckenklassiker wie 24h-Nürburgring / Spa / Le Mans / Daytona.

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