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	<title>03/21 Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<item>
		<title>Update Muskelverletzungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt&nbsp;,&nbsp;sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2024 13:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<category><![CDATA[Heel]]></category>
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					<description><![CDATA[Als wir vor über 16 Jahren das Feld der Sportmedizin betraten, stand er schon lange auf dem Platz. Als er 2007 seine MW Praxis für Orthopädie &#38; Sportmedizin in bester [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Als wir vor über 16 Jahren das Feld der Sportmedizin betraten, stand er schon lange auf dem Platz. Als er 2007 seine <a href="https://www.mw-ortho.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MW Praxis für Orthopädie &amp; Sportmedizin</a> in bester Münchner Lage eröffnete, waren wir vor Ort und machten aus, dass wir mit ihm zusammen eines Tages etwas im Dienste der Sportmedizin umsetzen werden. Natürlich verfolgten wir den weiteren Weg dieses Mannes, der oftmals im Kreuzfeuer der Kritik stand, genauso oft missverstanden wurde und der aber auch immer über viele Fürsprecher, Sportler und Freunde verfügte, die von seiner Arbeit überzeugt waren. Umso mehr freuten wir uns, dass sich im Sommer 2021 die Gelegenheit für Robert Erbeldinger und Masiar Sabok Sir bot, persönlich mit ihm über seine Ideen und Hintergründe in seiner Münchner Praxis zu sprechen. Das auf eine Stunde ausgelegte Gespräch verlängerte sich in einer überaus entspannten und angenehmen Atmosphäre auf fast zwei Stunden gelebter und emotionaler Sportmedizin. Wir danken für die vielen interessanten Einblicke und möchten ganz bewusst an dieser Stelle Herrn Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu Wort kommen lassen.</strong></p>



<figure id="attachment_15259" aria-describedby="caption-attachment-15259" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-15259 size-full" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir.png" alt="" width="1200" height="755" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-300x189.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-1024x644.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-768x483.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-150x94.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-450x283.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-15259" class="wp-caption-text">Robert Erbeldinger, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Masiar Sabok Sir. Foto: sportärztezeitung Archiv</figcaption></figure>
<p><strong><em>Erfahrung &amp; Wissen</em></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„MEIN ANLIEGEN <br />WAR ES IMMER, ALLES ZU TUN, </em></strong><br /><strong><em>UM OPERATIONEN ZU VERHINDERN.“</em></strong></p>



<p>Meine Laufbahn als Teamarzt begann Mitte der 1970 er Jahre bei Hertha BSC Berlin. Als junger Assistent schlug mich mein Chef vor, der mir eine so große Verantwortung zutraute. Damals war die Hertha mit mehreren Nationalspielern bestückt und eines der starken Teams in der Liga. Ich sagte mir, die Chance ergreife ich. Und so haute ich mich richtig rein. Die Bayern beobachteten das und dachten dann wohl, der muss ein Verrückter sein, den können wir gebrauchen und so landete ich schließlich beim FC Bayern München. Mein Anliegen war es von Anfang an, alles zu tun, um Operationen zu verhindern. So weit wie möglich, so weit verantwortbar, konservativ zu arbeiten. Und dabei keine Gesundheitsrisiken eingehen. Auch wenn es vielleicht etwas überheblich wirkt, was es aber definitiv nicht ist, nach 45 Jahren Spitzensportbetreuung war es mir nun ein Bedürfnis, mich auch meinen Kollegen mitzuteilen. Das war im Grunde mein Ansporn, das neue Booklet „Update Muskelverletzungen nach 45 Jahren Profisport-Betreuung. Diagnostik und Therapie von neurogenen Muskelverhärtungen, Muskelzerrungen, Muskelfaser- und Muskelbündelrissen“ zu verfassen. Ich wollte dies für die deutschen Sportärzte und Physiotherapeuten machen und möglichst viele Personen erreichen. Was mich sehr freut, ist dass das Interesse an meiner Klassifikation – und letztendlich geht es darum – und an der Therapie enorm groß ist. Mittlerweile ist das Muskelbuch auch in mehrere Sprachen übersetzt und erscheint international.</p>



<p><strong>Natürliche Arzneimittel &amp; biologische Medizin</strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„DIE MUSKULATUR LOCKERT, </em></strong><br /><strong><em>ENTSPANNT UND DIE HEILUNG GEHT </em></strong><br /><strong><em>SCHNELLER VON STATTEN.“</em></strong></p>



<p>Als ich bei den Bayern ankam, habe ich gedacht, wenn ich jetzt dem Franz Beckenbauer eine falsche Spritze gebe und es passiert irgendetwas, dann bin ich erledigt. Und so habe ich mich ganz klar für die natürlichen Arzneimittel und die biologische Medizin entschieden, die keine Nebenwirkungen hat. </p>



<p>Mir ist aufgefallen, dass sich bei Muskelverletzungen der Muskel verkürzt, eine hohe Schutz-Spannung annimmt und dadurch die Durchblutung behindert ist. Also dachte ich, wieso nicht Actovegin als Hauptmittel bei Muskelverletzungen einsetzen, das als „Münchner Entwicklung“ damals gerade präsentiert wurde. Studien konnten belegen, dass es eine durchblutungsfördernde Wirkung hat. Und was passierte? Die Muskulatur lockerte, entspannte und die Heilung ging sichtlich schneller von statten. So wurde dieses Medikament Teil meiner Medizin: die intramuskuläre Injektion von Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a>. Dafür wurde ich lange Zeit angegriffen, weil es ja angeblich nicht wirken konnte. Dennoch habe ich daran festgehalten und wurde dafür von vielen Kollegen verunglimpft. Es sei ja alles gar nicht wissenschaftlich erwiesen. Erst als zwei Wissenschaftler (LMU München / Sporthochschule Köln) sich der Sache annahmen und herausfanden, dass eine heilungsfördernde Wirkung vorhanden war, wurden die Kritiker leiser. Ich erinnere mich noch an den Anruf der beiden Forscher, die mir gratulierten. Ich hatte etwas gefunden, was den Heilungsprozess nachweislich fördere. Sie haben entdeckt, dass die Satellitenzellen auf den Muskelzellmembranen durch das Actovegin aktiviert werden. Diese bilden neue Muskelfasern und es bildet sich kein Narbengewebe, also keine Kollagenfasern <em>(siehe dazu auch Studie von <a href="https://host-sport-original:8890/experten/pd-dr-med-stefan-mattyasovszky/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PD Dr. med. Stefan Mattyasovszky</a>: <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/therapie/1800/muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirkung von Actovegin® und Traumeel®S auf humane Skelettmuskelzellen</a>)</em></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„DIE REGENERATION WIRD DURCH DAS ACTOVEGIN<br />GEFÖRDERT, DAS IST BEWIESEN.“</em></strong></p>



<p>Und die zweite wissenschaftliche Studie beweist, dass Actovegin entzündungshemmend ist. So behandele ich z. B. eine Achillessehnenentzündung mit zwei, drei Behandlungen. Meistens ist dabei ja die Sehnenscheide entzündet, nicht so sehr die Sehne, oft bilden sich dann Verklebungen. Ich bringe daher die Injektionsnadel zwischen Sehne und Sehnenscheide ein. Dazu benötigt man sehr viel Fingerspitzengefühl. Wenn ich mittels der Freigabe eines Anästhetikums merke, die Nadel liegt richtig, infiltriere ich 5 ml Actovegin, um das Paratenon aufzublähen und dadurch evtl. Verklebungen zu lösen und die Entzündung zu hemmen. </p>



<p>Bei Muskelverletzungen ist die Palpation entscheidend wichtig: wo genau ist die Verletzung, welcher Muskelstrang ist betroffen? Erst dann werden mehrere Nadeln mit einem Anästhetikum ins Zentrum der Verletzung gelegt sowie je zwei Nadeln proximal und distal davon. Das hat schon mal eine detonisierende Wirkung zur Folge. Erst dann wird über die liegenden Nadeln eine Mischung von heilungsförderndem Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> eingebracht. Bei neurogenen Muskelverletzungen ist die Behandlung am wirksamsten, wenn man die gereizten motorischen Nervenbahnen palpiert, die zu der Übersteuerung des Muskels führen und diese dann mit einem Anästhetikum umspült. Dieses Vorgehen führt zu einer isometrischen Detonisierung der von den Nerven versorgten Muskulatur. Erst danach werden Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel </a>infiltriert, um die vollkommene Heilung zu beschleunigen.</p>



<p><strong>Mit den Händen fühlen &amp; die Hände trainieren</strong></p>



<p>Das MRT führt leider oft zu einer Überinterpretation der Bilder. Auch werden die Sportler viel zu schnell in die Röhre geschickt. Ich habe zahlreiche Bundesliga-Spieler gesehen, die nicht einmal angefasst, sondern gleich ins MRT geschickt wurden. Zu wenige Kollegen fühlen, spüren und hören die Sportler an. Anamnese und Diagnostik – es fängt alles mit der Beziehung zum Patienten an, mit einem Gespräch, der Kommunikation untereinander. Der Patient kann einem im Gespräch schon so viele Informationen geben, er weiß ja, wo und wie es schmerzt und darauf baue ich auf. Ich nehme mir dafür viel Zeit. </p>



<p>Das kann ich nur jedem empfehlen. Das schafft Vertrauen. Die Symptome sind von Muskelverletzung zu Muskelverletzung sehr unterschiedlich. Und wenn man gelernt hat, genau hinzuhören, dann führt der Patient einen quasi schon zur Diagnose. Dieses Zwiegespräch gibt es ja kaum. Im Schnitt vergehen angeblich 18 Sekunden von der Begegnung bis zur Aussage: Ja, gehen Sie mal ins Kernspin! </p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„ANFASSEN OHNE HEMMUNGEN“</em></strong></p>



<p>Eines, das mir in all meinen ganzen Jahren sehr geholfen hat, ist, dass ich ohne Hemmungen palpieren und untersuchen kann. Bei mir war es so, dass ich während meiner Studentenzeit Massagekurse belegt hatte. Ohne Zwang und ehrlich gesagt, auch ohne zu wissen, warum ich das eigentlich machte. Freunde nahmen mich einfach mit, damit ich es mir einmal anschaute und auch mal mitmachte. Und ich bin ihnen bis heute dankbar dafür. Ich lernte die Muskeln auf diese Weise kennen und verstehen. Ich konnte Abweichungen von der Norm erkennen, insbesondere wenn ich die gesunde, nicht verletzte Seite mit der verletzten Seite verglich, was ich übrigens bis heute mache. Diese Massagekurse waren wirklich Gold wert. Ich möchte sogar sagen, dass die Massagekurse in meinem Fall die Grundlage für die Palpation bilden. </p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„45 JAHRE SPITZENSPORTBETREUUNG-ERFAHRUNG.<br />DAS MUSS MAN DOCH TEILEN UND WEITERGEBEN.“</em></strong></p>



<p>Und damit man mir nicht nachsagen kann, der behält alles für sich, gibt es auch die Möglichkeit, zu hospitieren. Es kommen schon viele Ärzte zu mir in die Praxis, auch aus dem Ausland, da bin ich ganz offen. Nun habe ich zusätzlich entschieden, dass ich ab September einmal im Monat ein Wochenend­Seminar anbiete. Dazu wird eine gewisse Anzahl von Ärzten zugelassen, die auch einen Patienten mitbringen dürfen, den ich ohne vorherige Information untersuche und sage, was ich fühle, was ich denke. Das wird eine spannende Sache für alle Beteiligten und ich freue mich schon auf einen regen Austausch mit den Kollegen.</p>



<p><strong>Weitere Therapieoptionen  </strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„VIELES IST GUT UND HILFREICH, </em></strong><br /><strong><em>ABER MAN MUSS AUCH NICHT ÜBERALL AUFSPRINGEN.<br />WICHTIG IST, DASS, WENN MAN ETWAS ANWENDET, </em></strong><br /><strong><em>MAN ES AUCH RICHTIG KÖNNEN MUSS.“  </em></strong></p>



<p>Weitere Therapieoptionen und Kombinationstherapien sind immer eine Frage der Erfahrung und Dosierung, je nach Verletzung oder Beschwerden: <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/electro-medical-systems-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lasertherapie</a> kann bei Muskelverletzungen hilfreich sein, <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/weyergans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intermittierende Vakuumtherapie</a> ist eine gute Sache und auch mit der Magnetfeldtherapie erzielt man gute Ergebnisse. Diese Behandlungen gehören in die Hände erfahrener Ärzte und Therapeuten. Bei all diesen Ergänzungen sollte man aber nicht vergessen, dass die Palpation immer die Basis darstellen muss und erst danach entschieden werden kann, welche physikalische Therapie sinnvoll ist. Zusätzlich lege ich großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Osteopathen, Chiropraktikern, Manual Therapeuten etc. und weiß, wie fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und diesen Therapeuten sein kann. Auch das schafft beim Pa­tienten Vertrauen. Ich arbeite z. B. auch schon seit einigen Jahren mit <a href="http://www.westhovens.nl/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hub Westhovens </a>zusammen, für mich der beste Osteopath, den ich bisher kennengelernt habe. Wir kamen damals über Arjen Robben in Kontakt, Hub kommt wöchentlich für 1 – 2 Tage aus Holland zu mir in die Praxis. Eine wunderbare Zusammenarbeit.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„DAS IST NICHT AUS DEM ÄRMEL GESCHÜTTELT,<br />DAS IST KEIN HOKUSPOKUS.<br />DARAN HABE ICH JAHRELANG GEARBEITET.“</em></strong></p>



<p>Die Entwicklung der Salbe <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a> ist auch so eine Geschichte. Bei Bayern München hatte ich anfangs die pflanzliche Salbe Spolera benutzt, außerdem Enelbin-Paste und Chomelanum Salbe. Damals für mich die drei besten Produkte auf dem Markt. Ich hatte alle drei gemischt, was natürlich viel Arbeit und gerade auch in der Kabine sehr unpraktisch war. Also wollte ich aus den Wirkstoffen der drei Produkte eine Salbe machen. Das war der Anfang von <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a>. Es war schwieriger als gedacht, schließlich wurden Arnika, Zink, Vitamin ACE, Minze, Weihrauch aus größter Überzeugung zu der sehr wirk­samen Salbe zusammengefügt, um bei Verletzungen, Verspannungen oder Schwellungen zu helfen.  </p>



<p><strong>Der Rücken</strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„ICH SAGE DEN SPORTLERN GERNE: </em></strong><br /><strong><em>HIER BEFINDET SICH DIE SCHALTZENTRALE<br />FÜR DEINE BEINMUSKULATUR. ALLES WIRD VON HIER<br />GESTEUERT. DAS VERSTEHT EIGENTLICH JEDER.“</em></strong></p>



<p>Die Lendenwirbelsäule nimmt eine ganz entscheidende Rolle für die Muskulatur der unteren Extremitäten ein. Nehmen wir z. B. einen Bandscheibenvorfall oder ein Impingement-Syndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule. Was macht der Nerv, wenn er gereizt ist? Er feuert vermehrt Impulse ins Bein. Teilweise noch unterhalb der Schmerzgrenze, sodass der Spieler das oft überhaupt nicht weiß oder anfangs nicht merkt. Der Muskel geht auf Hochspannung, es entsteht der Eindruck von „schweren Beinen“. Der Spieler trainert weiter, wahrscheinlich geht das auch gut, wenn aber der Trainer nun den Schwerpunkt auf Schnelligkeitstraining legt und der Muskel weiter und weiter maximal belastet wird, steigt die Spannung kontinuierlich weiter an, der Muskel wird rigide und schließlich völlig unelastisch. Dann noch ein Spielchen und ein Sprint und plötzlich passiert es. Diese Ursache-Folge-Kette bzw. dieser Zusammenhang wird allzu oft nicht erkannt und dann auch die Therapie nicht entsprechend angepasst bzw. die Verletzung nicht causal behandelt.  </p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„NEUROGENE MUSKELVERHÄRTUNG? OK.<br />DER MUSKEL MACHT ZU? DAS PASST.“</em></strong></p>



<p>Dazu passt auch eine kleine Anekdote aus den 1980er Jahren. Im Bayern-­Trainingslager in Bahrein kam Lothar ­Matthäus plötzlich an die Außenlinie. Er konnte nicht mehr, er wollte raus. Ich habe ihn mir angeschaut und untersucht – nichts war gerissen, kein Hämatom, kein struktureller Schaden. Aber ich konnte ertasten, dass der Muskel extrem verkürzt und verhärtet war. Entlang der den Muskelbündel umgebenden Faszie fand ich einen feinen Flüssigkeitssaum, der sich eigenartig seifig anfühlte. Noch ein oder zwei Sprints, dann können Muskelfasern reißen. Der schmerzende Muskel war nicht mehr elastisch, er bekam zu viele Impulse durch den versorgenden motorischen Nerv, der aus der unteren Lendenwirbelsäule austritt und reagierte darauf. Für Lothar Matthäus kam nun die Frage auf, was er der Presse sagen würde. Warum sei er denn nun raus? Da sagte ich ihm, um es ihm verständlich zu machen, dass der Muskel „zugemacht“ habe und er richtig gehandelt habe. Das hat er verstanden und sagte der Presse anschließend, der Mull habe gesagt, der Muskel hat zugemacht. Das wurde dann zu einem geflügelten Wort. Seitdem kann sich jeder etwas darunter vorstellen. Neurogene Muskelverhärtung? Ok. Muskel hat zugemacht? Das passt. Viele Muskelverletzungen sind neurogener Natur und so macht es natürlich Sinn, den Rücken zu untersuchen und zu behandeln. Wenn wir die Ursache für die Übersteuerung des Muskels beseitigt haben oder z. B. mit Hub Westhovens osteopathischen Praktiken die gewünschte Funktion der Wirbelgelenke bzw. Iliosakralgelenke wieder hergestellt haben, bildet sich die neurogene Muskelverhärtung rasch zurück.</p>



<p><strong>Ernährung</strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„ES GEHT DARUM,<br />ZU VERHINDERN,<br />DASS ES EIN DEFIZIT GIBT.<br />ES DARF KEINE MÄNGEL GEBEN.“</em></strong></p>



<p>Die Ernährung haben wir immer im Visier. <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vitamin D</a> zählt z. B. zu den Substanzen, die oft defizitär sind. Wie es sich in <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/6027/vitamin-k2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kombination mit K2</a> verhält, wird aktuell noch erforscht. Ebenso sind der Magnesium- und Zinkspiegel auch sehr oft zu niedrig, aber niemals zu hoch. Wir kontrollieren auch Aminosäuren wie Arginin, Lysin, Prolin. Oder auch Glutamin. Sie sind elementar wichtig für ein gesundes Bindegewebe und für die Regeneration von Muskel und Sehnen. Einen weiteren wichtigen Bereich stellen <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/wobenzym/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enzyme</a>, wie Bromelain, dar, die <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">entzündungshemmend</a> wirken. Es geht mir bei allem nicht darum, ­besonders hoch zu dosieren. Es geht da­rum, zu verhindern, dass es Defizite gibt. Es darf einfach keine Mängel geben! Daher empfehle ich regelmäßige Laborkontrollen.</p>



<p><strong>Mobilität</strong></p>



<p>Wenn möglich sollten vor jedem Training oder Wettkampf die Beweglichkeit der Wirbelgelenke, der Iliosakralgelenke und der Gelenke der unteren Extremität geprüft und ggf. mobilisiert werden.</p>



<p>Ein Beispiel: allzu oft ist die Dorsal­flexion des Sprunggelenkes blockiert und kann eine Stresssituation an der Achilles­sehne oder eine Tonuserhöhung der Wadenmuskulatur verursachen, die unter Umständen bretthart und verletzungsanfällig wird. </p>



<p>Ein zweites Beispiel: eine Funktionsstörung im Bereich des lumbosacralen Übergangs. In aller Regel finde ich bei Sportlern, die mit Muskelproblemen zu mir kommen, eine Blockade des 5. Lendenwirbels und dann meist auch eine starke Einschränkung oder auch Blockade eines oder beider Iliosakralge­lenke. Über den Weg einer dadurch verursachten Nervenwurzelreizung (meist S1 oder Nervus obturatorius) sehe ich eine Muskeltonusübersteuerung, die regelrecht schmerzhaft werden kann: nämlich eine neurogene Muskelverhärtung, die bei Nichtachtung zu einer strukturellen Muskelverletzung führen kann.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>„REGENERATION IST EIN<br />BEDEUTENDER TEIL UND </em></strong><br /><strong><em>SOLLTE INDIVIDUELL BETRACHTET WERDEN.“</em></strong></p>



<p>Herr Erbeldinger, ich danke ihnen gerade für ihre hilfreichen Denkanstöße zum Thema Regeneration. Sie bietet die Chance, dem Körper aktiv und passiv Zeit zu widmen für Reparaturarbeiten und Zellerneuerung. </p>



<p>In der Zeit der Regeneration werden die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin wie auch Glukocorticoide) „heruntergefahren“ und es tritt eine innere Ruhe und Entspannung ein und nachts ist ein ruhiger, erholsamer Schlaf gewährleistet. Ich denke 7 Stunden Schlaf sind ein „must“, 8 Stunden sind gut, mehr als 8 Stunden können vor allem bei Hochleistungsportlern sinnvoll sein. Weiteres Thema: <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/training/6715/funktionelles-atmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Atmen</a>. Auch eine bewusste Atmung ohne Ablenkung durch TV und Telefon führt zu einer Entspannung z. B. der Schultergürtelmuskulatur. Dazu braucht es nur ein paar Minuten. Dabei ist darauf zu achten, auch in den Bauch und möglichst nicht flach zu atmen. Das kommt dann schon fast einer Meditation gleich. Als Lektüre empfehle ich das Buch <a href="https://www.piper.de/buecher/breath-atem-isbn-978-3-492-05851-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Breath“</a> von <a href="https://www.mrjamesnestor.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">James Nestor</a>.</p>



<p>Ein weiteres großes Anliegen ist die Empfehlung zu bewusstem Essen. Das Tempo rausnehmen, bewusst schmecken und wahrnehmen, was man isst und wann etwa die Sättigung einsetzt. </p>



<p>Währenddessen Gespräche in entspannter Atmosphäre suchen und überhaupt Klarheit darüber gewinnen, dass wir vieles in unserem Leben bewusster machen sollten.</p>


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<p><strong>Nachdem Dr. Müller-Wohlfahrt bei Bayern München aufgehört hatte, entstand ein Kooperationsprojekt mit Forschern des Klinikums rechts der Isar der Technischen Uni München (TUM) zum Thema Künstliche Intelligenz. Das Thema hörte sich für uns im Gespräch so spannend an, dass wir mehr Informationen dazu wünschten und uns mit der TUM in Verbindung setzten. </strong></p>



<p><strong>…wie kam es zur Zusammenarbeit und dem KI Projekt</strong></p>



<p>In der Anwendung von Künstlicher Intelligenz geht es darum, komplexe, potentiell mehrdimensionale Korrelationen und Muster zu erkennen, diese zu lernen und auf neue, künftige Daten anzu­wenden. Dabei kommt es neben der informatischen Umsetzung wesentlich auf die Quantität und Qualität der Daten an.</p>



<p>Muskelverletzungen werden weltweit mit MRT Untersuchungen diagnostiziert. Allerdings ist es äußerst schwierig, beispielsweise funktionelle neuro­muskulär bedingte (Typ 2A; Kons.Klassif. s. u.) von umschriebenen strukturellen Muskelverletzungen (Typ 3A) im MRT zu differenzieren. Ein Leistungssportler, der eine neurogene Verletzung erleidet, kann mit der richtigen Behandlung nach wenigen Tagen wieder voll belastet werden. Eine falsche Behandlung bzw. ein Verkennen der Verletzung kann aber zu mehrwöchigem Ausfall führen. Daher ist die präzise Diag­nose unabdingbar. Da Dr. Müller-Wohlfahrt Muskelverletzungen durch Erheben eines sehr detaillierte haptischen Untersuchungsbefundes in Synopsis mit anderen wichtigen Kriterien (z. B. Unfallhergang u. a.) sehr genau differenzieren kann und er daraus mit internationalen Experten die Konsensus-Klassifikation für Muskelverletzungen (Müller-W. 2013) entwickelte, aber die MRT-Klassifikation beispiels­weise neurogen-assoziierte Läsionen nicht berücksichtigt, kommt es zu Fehleinschätzungen durch die­­­ses bildgebende Verfahren. Auf Grund dieser Problematik kam Dr. Müller-Wohlfahrt auf unser Forscherteam zu mit der Frage, wie man hier zukünftig die diagnostische Sicherheit verbessern könnte.</p>



<p>Daher haben wir vorgeschlagen, seine herausragenden haptischen Fähigkeiten in Form seiner Diagnose zusammen mit MR Bilddaten einem spezifischen KI Algorithmus als Input zu übergeben. Der Algorithmus soll durch neuronale Netze Korrelationen zwischen den Bilddaten und der entsprechenden Diagnose detektieren.</p>



<p>Erste Ergebnisse werden beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2021 im Oktober in Berlin präsentiert. Selbst mit sehr geringen Datenmengen kann der Al­go­rithmus bereits Muster erkennen, wel­che eine Einteilung der entsprechen­den Verletzungen in funktionellneuromuskulär (Typ 2A) oder strukturell (Typ 3A) zulässt. Dies sind al­ler­dings – auf Grund der derzeit noch geringen Fallzahlen – erst vorläufige Ergebnisse, die sich zukünftig in großen Kohorten bestätigen müssen.</p>



<p>Die langfristige Idee ist es, einen robusten Algorithmus zu entwickeln, der das Wissen und die Fähigkeiten von Dr. Müller-Wohlfahrt (soweit möglich) nachbildet, (jungen) Ärzten bei der Diagnosestellung als ergänzende Hilfe dient und somit ­Patienten mit Muskelverletzungen potenziell zu Gute kommen kann.</p>



<p><strong>Verantwortliche Forscher von Seiten der TUM für dieses Kooperationsprojekt mit Dr. Müller-Wohlfahrt: Florian Hinterwimmer, Nikolas Wilhelm, <a href="https://www.ortho.med.tum.de/content/prof-dr-ruediger-von-eisenhart-rothe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe</a>, <a href="http://www.ortho.med.tum.de/content/profil-dr-med-rainer-hanns-hermann-burgkart" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rainer Burgkart</a></strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>UPDATE: MUSCLE INJURIES</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8885/update-muscle-injuries/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt&nbsp;,&nbsp;sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<category><![CDATA[Heel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8518</guid>

					<description><![CDATA[When we entered sports medicine over 16 years ago, he was already a long-established figure in the field. We were there when he opened the MW Praxis für Orthopädie &#38; [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>When we entered sports medicine over 16 years ago, he was already a long-established figure in the field.</strong> <strong>We were there when he opened the <a href="https://www.mw-ortho.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MW Praxis für Orthopädie &amp; Sportmedizin</a> (his orthopedics and sports medicine practice) and agreed that we would one day work with him on a project in the service of sports medicine. Of course we followed this man’s career as it developed—a career that often placed him in critics’ crossfire and equally as often found him misunderstood. Nevertheless, he has always had many advocates, athletes and friends who believe in his work.</strong></p>



<p><strong>All the more reason for us to be pleased when Robert Erbeldinger and Masiar Sabok Sir had an opportunity in the summer of 2021 to meet with him in person and discuss his ideas and the story behind his Munich practice. The discussion had been scheduled for one hour, but lasted instead for nearly two hours of lively, emotional sports medicine in an exceptionally relaxed, pleasant atmosphere. We are grateful for his many interesting insights and would now very much like to give Dr. Müller-Wohlfahrt the floor.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Experience &amp; Expertise</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“MY KEY CONCERN WAS ALWAYS TO DO ALL I COULD TO AVOID SURGERIES.”</em></h3>



<p>Meine Laufbahn als Teamarzt begann Mitte der 1970 er Jahre bei Hertha BSC Berlin. Als junger Assistent schlug mich mein Chef vor, der mir eine so große Verantwortung zutraute. Damals war die Hertha mit mehreren Nationalspielern bestückt und eines der starken Teams in der Liga. Ich sagte </p>



<p>My career as a team physician began in the mid-1970s with the Hertha BSC Berlin soccer club. My boss recommended me as a young assistant, trusting me with a such a big responsibility. Back then, Hertha had a number of national team players and was one of the strongest teams in the league. I’m going to go for it, I told myself. So I jumped right in. The Bavarians noted that and probably thought, This guy must be crazy, we could use him. So I ultimately ended up with Munich’s FC Bayern München. My key concern from the very beginning was to do all I could to avoid surgeries.&nbsp;To opt for conservative treatments&nbsp;whenever possible and responsible.</p>



<p>And without taking any risks with patients&#8216; health.</p>



<p>Even though it maybe seems a little cocky—which it absolutely isn’t—after 45 years of treating elite athletes, I felt the need to tell my story to colleagues too. That was basically what motivated me to write the new booklet, “Update: Muscle injuries after 45 years of professional sports care. Diagnosis and therapy of neurogenic muscle hardening, muscle strain, muscle fiber tear and muscle bundle tear.” I wanted to do it for German sports physicians and physical therapists and to reach as many people as possible. I’ve been very pleased that interest in my classification system—and in the end, that’s what it’s all about—and in therapy is extremely high. My muscle book has since been translated into several languages and has been published internationally.</p>



<p>Due to the ongoing coronavirus pandemic, no group photo was taken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Natural medications &amp; biological medicine</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“THE MUSCULATURE LOOSENS UP AND RELAXES, </em><br><em>AND THE HEALING PROCESS GOES FASTER.”</em></h3>



<p>When I joined Bayern München, I thought, If I give Franz Beckenbauer the wrong shot and something happens, then I’m finished. So I made a very conscious decision to use natural medications and to practice biological medicine, which has no side effects.</p>



<p>I noticed that muscles contract when injured, becoming highly tense in order to protect themselves, and that hinders circulation. So I thought, why not use Actovegin as my primary response to muscle injuries—back then it had just been introduced as the “Munich Development.” Studies had shown that it promotes blood flow. And what happened? The musculature loosened up and relaxed, and the healing process went visibly faster. That&#8217;s how my medical regimen came to include that medication: intramuscular injection of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a>.</p>



<p>I was attacked for that for a long time, because they thought it couldn&#8217;t work.</p>



<p>But I stood my ground anyway, and was vilified by a lot of colleagues. They said none of it had been scientifically proven. But then two scientists (from LMU Munich and German Sport University Cologne) took a look at it and found that it did promote healing; only then did the critics quiet down. I still remember when the two researchers called to congratulate me.</p>



<p>I&#8217;d found something that demonstrably promoted the healing process. They discovered that Actovegin activates the satellite cells on the muscle cell membranes. These in turn form new muscle fibers and no scar tissue forms – no&nbsp;collagen fibers, in other words&nbsp;(<a href="https:// sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/ 1800/muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">see also the study from Dr. Stefan Mattyasovszky: Effect of Actovegin® and Traumeel®S on Human Skeletal Muscle Cells.</a>)</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“ACTOVEGIN HAS BEEN PROVEN TO PROMOTE REGENERATION.”</em></h3>



<p>And the second scientific study shows that Actovegin inhibits inflammation. I prescribe two, three treatments for Achilles tendinitis, for example. Usually the inflammation is in the tendon sheath, not so much in the tendon itself, and adhesions often form.</p>



<p>So I insert the injection needle between the tendon and its sheath. You have to have an instinctive feel for that. I administer an anesthetic, and if I notice that the needle isn’t positioned right, I’ll proceed with a 5 mL infiltration of Actovegin in order to distend the paratenon, potentially breaking up adhesions and inhibiting inflammation.</p>



<p>Palpation is critical for muscle injuries: Where exactly is the injury? Which muscle is affected? Only after palpation will I insert several needles filled with anesthetic into the center of the injury along with needles (two each) positioned proximally and distally from the center.</p>



<p>That does indeed have a relaxing effect. Once that step is complete, I use the needles I&#8217;ve positioned to introduce a mixture of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> to promote healing. In the case of neurogenic muscle injuries, treatment is most effective when you palpate the irritated motor nerve tracts that are causing overexcitation of the muscle and then bathe these with an anesthetic. This procedure results in isometric relaxation of the muscles supplied by the nerves. Only after that do I administer an infiltration of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> to accelerate the full healing process.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feeling with your hands &amp; training your hands</h2>



<p>Unfortunately, an MRI often prompts people to overinterpret the images. And athletes are often shoved into the tubes much too early. I’ve seen a lot of Bundesliga athletes that no one’s even touched—just sent them straight to an MRI. Too few colleagues feel, sense and listen to the athletes. Case history, diagnostics—it all starts with your relationship to the patient, with a conversation, with communication. Patients can provide so much information during a conversation – after all, they know where and how it hurts, and I build on that. I give myself plenty of time.</p>



<p>I would highly recommend this to everyone. It builds trust. Symptoms vary quite a bit from one muscle injury to another. And if you&#8217;ve learned how to listen precisely, then the patient will basically lead you to the diagnosis. You hardly ever see that kind of dialog. They say that the average doctor takes just 18 seconds to go from the initial meeting to saying, Yup, let&#8217;s get you to the MRI!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“DON’T SHY AWAY FROM TOUCH.”</em></h3>



<p>One thing that&#8217;s helped me a lot through all of these years is that I&#8217;m not shy about palpating and examining the patient. For me it started when I took massage courses when I was a student. No one forced me to, and, to be honest, I didn&#8217;t really know why I did it.</p>



<p>Some friends just took me with them so that I could have a look and maybe even participate. And I&#8217;m grateful to them for that to this day. That was how I came to know and understand muscles. I could recognize deviations from the norm, especially when I compared the healthy, uninjured side with the injured side—which, by the way, is still what I do today. Those massage courses were really worth their weight in gold. I would even go so far as to say that, in my case, the massage courses served as a basis for palpation.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“45 YEARS OF EXPERIENCE TREATING ELITE ATHLETES – THAT&#8217;S SOMETHING YOU HAVE TO SHARE AND PASS ON!”</h3>



<p>And just so no one later on can accuse me of keeping it all to myself, I also give people the chance to observe my work. A lot of physicians do come visit me in my practice—physicians from abroad too—I&#8217;m completely open to that. In addition to that, now I’ve also decided to host a weekend seminar once a month beginning in September. A certain number of doctors will also be admitted who can bring a patient with them; I’ll examine the patient with no prior information and say what I feel, what I think. That&#8217;s going to be exciting for everyone involved, and I&#8217;m already looking forward to the lively exchange with colleagues.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Other treatment options</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>“A LOT OF THINGS ARE GOOD AND HELPFUL, BUT YOU DON’T HAVE TO JUMP ON EVERY BANDWAGON EITHER.</strong> WHAT&#8217;S IMPORTANT IS THAT, IF YOU&#8217;RE GOING TO APPLY SOMETHING, YOU HAVE TO BE ABLE TO DO IT RIGHT!”</h3>



<p>With other treatment options and combination therapies, it&#8217;s always a question of experience and dosage, depending on the injury or symptoms:<a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/electro-medical-systems-gmbh/"> laser therapy</a> can be helpful for muscle injuries, <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/weyergans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">intermittent vacuum therapy</a> is a good option, and magnetic field therapy yields good results too. These treatments belong in the hands of experienced doctors and therapists. But with all of these additional technologies, you mustn&#8217;t forget that palpation always has to be your starting point; only after that can you decide which type of physical therapy makes sense.&nbsp;I also really appreciate working with osteopaths, chiropractors, manual therapists, etc., and I know how fruitful collaboration between doctors and these therapists can be. That creates trust with the patient as well. I&#8217;ve been working with <a href="http://www.westhovens.nl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hub Westhovens</a> for several years now, for example, and I consider him to be the best osteopath I&#8217;ve ever met.</p>



<p>We first met through Arjen Robben, and Hub comes from Holland every week to visit my practice for 1 – 2 days.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“I DIDN&#8217;T JUST PULL THAT OUT OF THIN AIR – IT&#8217;S NOT HOKUS-POKUS! I&#8217;VE SPENT YEARS WORKING ON IT!”</em></h3>



<p>Development of <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a> ointment is another one of those stories. When I started out with Bayern München, I used a plant-based ointment called Spolera, as well as Enelbin paste and Chomelanum ointment. In those days they were the three best&nbsp;products on the market for me. I would mix all three together, which was a lot of work of course and was particularly impractical in the treatment room. So I wanted to take the actives from each of the three products and combine them into one ointment. That was the beginning of <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a>. It was easier said than done. Ultimately we added arnica, zinc, vitamins A, C and E, mint and frankincense to this highly effective ointment for alleviating injuries, hardening or swelling.</p>



<h2 class="wp-block-heading">The back</h2>



<h3 class="wp-block-heading">“I ALWAYS LIKE TO TELL ATHLETES: THIS IS THE COMMAND CENTER FOR YOUR LEG MUSCLES. EVERYTHING IS CONTROLLED FROM HERE. EVERYBODY KNOWS THAT!”</h3>



<p>The lumbar spine plays an absolutely critical role in the musculature of the lower extremities.&nbsp;Take, for example, a herniated disk or a case of impingement syndrome in the lumbar spine area. What does a nerve do when it&#8217;s irritated? It fires signals into the leg. In some cases that falls below the pain threshold, so that the player often doesn&#8217;t even know or doesn&#8217;t notice it at first. The muscle tenses up, and patients feel like their legs are “heavy.” If a player keeps on training, probably everything will feel fine, but then when the coach switches the focus to speed training and the muscle is pushed to its limits over and over, that tension will keep increasing, the muscle will grow rigid and end up completely inelastic. Then comes a scrimmage, a sprint, and suddenly it happens. Far too often, physicians fail to recognize this context and/or chain of cause and effect, and the treatment isn&#8217;t adapted accordingly or the root cause of the injury goes untreated.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“NEUROGENIC MUSCLE HARDENING? UM&#8230; OK. MUSCLE SHUT DOWN? THAT MAKES SENSE!”</h3>



<p>I have an anecdote from the 1980s that illustrates the point: at the Bayern München training facility in Bahrain, Lothar Matthäus was suddenly on the sidelines. He couldn&#8217;t keep going, he wanted out. I took a look and examined him—nothing was torn, no hematoma, no structural damage. But I could feel that the muscle was severely contracted and hard. I found a thin line of fluid that had collected along the fascia surrounding the muscle bundle, and it felt weirdly soapy. One or two more sprints and the muscle fibers could tear. The painful muscle was no longer elastic—it was supplied by a motor nerve extending from the lower lumbar spine, and that nerve was sending it too many signals, to which the muscle was responding. For Lothar Matthäus, the question now was what to say to the media.&nbsp;Why wasn&#8217;t he on the field? So to explain it to him, I told him that the muscle had “shut down” and that he had done the right thing. He understood that and told the media that “Mull” had told him his muscle had shut down. The phrase caught on, and ever since everybody can picture what that means. Neurogenic muscle hardening? Um&#8230; OK. Muscle shut down? That makes sense. A lot of muscle injuries are neurogenic in nature, and so it of course makes sense to examine and treat the back. Once we have eliminated the cause of the muscle overexcitation or, for instance, used Hub Westhovens’ osteopathic methods to restore the desired function of the vertebral and/or iliosacral joints, then the neurogenic muscle hardening quickly recedes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Nutrition</strong></strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading">“MY GOAL IS TO PREVENT DEFICIENCIES. YOU HAVE TO GET ENOUGH OF EVERYTHING!”</h3>



<p>We always have nutrition in our sights. People often have a <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vitamin D</a> deficiency, for example. Research is still underway on how it behaves in <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/6027/vitamin-k2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">combination with K2</a>. Similarly, our magnesium and zinc levels are often too low, but never too high. We also monitor amino acids like arginine, lysine and proline. Glutamine too. These are fundamentally important for healthy connective tissue and for muscle and tendon regeneration. <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/wobenzym/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enzymes</a> like bromelain, which <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">inhibit inflammation</a>, represent another important area. In all of these cases, it isn’t that I want to give particularly high doses. My goal is to prevent deficiencies. You simply have to get enough of everything! That&#8217;s why I recommend regular lab testing.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mobility&nbsp;</h2>



<p>If possible, you should check the mobility of the vertebral joints, the iliosacral joints and the joints of the lower extremities and potentially mobilize them before every practice or competition. One example: dorsiflexion of the ankle is blocked all too often, which can lead to a stress situation in the Achilles tendon or increased muscle tone in the calf, which under certain circumstances can become rock hard and susceptible to injury. A second example: dysfunction in the lumbosacral transitional area. Generally speaking, when athletes come to me with muscle problems, I find there is a blockage of the 5th lumbar vertebra; most of the time I also see severe limitation or even a blockage of one or both iliosacral joints. This results in irritation to the root of the nerve (usually S1 or the obturator nerve) and along this nerve I see hypertonia that can become quite painful: neurogenic muscle hardening, in other words, that, if left unaddressed, can lead to a structural muscle injury.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“REGENERATION IS KEY AND IT SHOULD BE CONSIDERED ON A CASE-BY-CASE BASIS.”</em></h3>



<p>Thank you so much, Mr. Erbeldinger, for helpfully reminding me to bring up regeneration. Regeneration gives the body a chance to take the time – both actively and passively – that it needs for repairs and cell renewal. During regeneration, the body “dials down” stress hormones (adrenaline, noradrenaline, dopamine and glucocorticoids), allowing inner calm and relaxation to set in and guaranteeing a quiet, restful sleep.&nbsp;I think 7 hours of sleep are a must, 8 hours are good, and over 8 hours can be helpful, especially for elite athletes. Another issue: <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6715/funktionelles-atmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">breathing</a>. Conscious breathing without the distractions of TV or phones relaxes areas like the musculature of the shoulder girdle. All it takes is just a few minutes. You just need to make sure you&#8217;re breathing with your abdomen and avoiding shallow breaths as much as possible. It&#8217;s almost like meditation. I recommend <a href="https://www.mrjamesnestor.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">James Nestor&#8217;s</a> book “<a href="https://www.piper.de/buecher/breath-atem-isbn-978-3-492-05851-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Breath</a>” for reading material on this. I also feel strongly about recommending conscious eating. Slowing things down, tasting consciously, being aware of what you&#8217;re eating and of the point when you become full.&nbsp;All the while seeking out conversations in a relaxed atmosphere and just generally gaining clarity on the many areas of our lives we should be experiencing more consciously.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color"/>



<p><strong><strong>After Dr. Müller-Wohlfahrt left Bayern München, a joint project on artificial intelligence came into being with researchers from the Klinikum rechts der Isar Hospital at the Technical University of Munich (TUM). As we talked, the subject sounded so exciting to us that we wanted more information, so we contacted TUM.</strong></strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><strong>&#8230;HOW DID COLLABORATION AND THE AI PROJECT COME ABOUT?</strong></strong></h3>



<p><strong>Applying artificial intelligence means identifying complex correlations and patterns—potentially in multiple dimensions—studying them and applying them to new, future data. Apart from IT implementation, the key considerations are the quantity and quality of the data.</strong></p>



<p>MRI testing is used throughout the world for diagnosing muscle injuries. It is exceptionally difficult with MRI, however, to distinguish, say, functional muscle injuries caused by neuromuscular disorders (type 2A; see consensus classification below) from circumscribed, structural muscle injuries (type 3A). If treated correctly, a competitive athlete who suffers a neurogenic injury can return to full performance after a few days. Inappropriate treatment and/or failure to recognize the injury, however, can keep the player off the field for several weeks. Precise diagnosis is therefore of the essence. Dr. Müller-Wohlfahrt gathers highly detailed palpatory findings, which he compares to other important criteria (such as the circumstances surrounding the accident, etc.), allowing him to make these distinctions with considerable precision. In collaboration with international experts he has used this as a basis for developing a consensus classification system for muscle injuries (Müller-W. 2013). But because MRI classification does not take neurogenic-associated lesions into account, this imaging technique can lead to misdiagnoses. In response to this problem, Dr. Müller-Wohlfahrt approached our team of researchers, asking how diagnostic certainty could be improved here going forward. We have therefore proposed taking his outstanding palpatory skills in the form of his diagnosis, and feeding this into a specific AI algorithm along with MRI imaging data. The algorithm will then use neural networks to detect correlations between the image data and the corresponding diagnosis. Initial results will be presented at the 2021 German Congress of Orthopaedics and Traumatology in Berlin in October. Even with very small amounts of data, the algorithm has already identified patterns that can be used for classifying injuries as functional/neuromuscular (type 2A) or structural (type 3A). Given our currently small number of cases, the results are merely preliminary and will have to be confirmed in large cohorts. The long-term idea is to develop a robust algorithm that will model the knowledge and skills of Dr. Müller-Wohlfahrt (as much as possible), serve as a supplementary diagnostic tool for (young) physicians and thus potentially benefit patients with muscle injuries.</p>



<p><strong><strong>TUM researchers collaborating with Dr. Müller-Wohlfahrt on this joint project: Florian Hinterwimmer, Nikolas Wilhelm, </strong><a href="https://www.ortho.med.tum.de/content/prof-dr-ruediger-von-eisenhart-rothe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe</a>, <a href="http://www.ortho.med.tum.de/content/profil-dr-med-rainer-hanns-hermann-burgkart" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rainer Burgkart</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MRT bei Muskelläsionen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8881/mrt-bei-muskellaesionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Wolfgang Fischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8445</guid>

					<description><![CDATA[Es ist die wohl grundlegendste Erkenntnis in der muskuloskelettalen Bildgebung, dass die „Schwere“ eines morphologischen Schadens im MRT (Meniskusriss, Gelenkdegeneration, Tendinopathie, etc.) und die „Schwere“ des klinischen Befundes (z.B. Schmerz, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es ist die wohl grundlegendste Erkenntnis in der muskuloskelettalen Bildgebung, dass die „Schwere“ eines morphologischen Schadens im MRT (Meniskusriss, Gelenkdegeneration, Tendinopathie, etc.) und die „Schwere“ des klinischen Befundes (z.B. Schmerz, Funktionsverlust, Heilungsdauer) oft überhaupt nicht korrelieren. Zum Teil mag man Erklärungen für solche Diskrepanzen haben (z.B. die Abhängigkeit der Bedeutung eines Meniskusrisses von der Beinachse), oft ist der Grund jedoch unklar.</strong></p>



<p>Dies gilt gleichermaßen bei Muskel­läsionen und ist bei der Diagnostik stets zu bedenken. Wir können mittels <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/5111/ultraschall-und-mrt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MRT </a>eine Läsion morphologisch gut beschreiben. Aber es ist zwingend erforderlich, dass dieser Befund in Zusammenschau mit der klinischen Einschätzung der Verletzung durch den Sportarzt bewertet wird.</p>



<p>Dass das morphologische Bild allein nur die „halbe Wahrheit“ wiedergibt, ist sicher auch der Grund dafür, dass bisher kein Konsens bezüglich einer Klassifikation von Muskelläsionen gefunden wurde. So werden von verschiedenen Sportverbänden Klassifikationen empfohlen, die sich z. T. erheblich unterscheiden – auch in der Auswahl der Befunde, die überhaupt in die Klassifikation eingehen [1 – 4]. Andererseits versuchen alle gängigen Klassifikationen, eine Einteilung unabhängig vom betroffenen Muskel vorzugeben. Da vermutet werden kann, dass eine Muskelläsion z. B. im M. gluteus maximus eine andere klinische Bedeutung hat als z. B. im M. biceps femoris oder M. peroneus brevis liegt hier eine weitere mögliche Ursache im Auseinanderweichen morphologischer und klinischer Einschätzungen einer Muskelläsion.</p>



<p>Aus diesen Gründen rate ich davon ab, sich bei der Befundung von Muskel­läsionen an eine bestimmte Klassifikation „zu klammern“. Vielmehr sollten die Läsionen möglichst klar beschrieben werden. Diese Beschreibung liefert dem behandelnden Arzt ein „Bild“ der Läsion. Gemeinsam mit seiner klinischen Einschätzung und letztlich seiner persönlichen Erfahrung hilft es, die Verletzung zu bewerten.</p>



<p>Grundsätzlich hat sich bewährt, bei belastungsbedingten Muskelläsionen zu unterscheiden zwischen Läsionen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>ohne akutes Trauma, also z. B. Überlastung ohne akutes Schmerzereignis oder auch der „Muskelkater“&nbsp;</li><li>durch ein direktes Trauma, z.B. durch Schlag auf den Muskel und Kompression gegen den Knochen&nbsp;</li><li>durch ein indirektes Trauma, also die akute exzentrische Überlastung</li></ul>



<p><strong>Läsionen ohne akutes Trauma</strong></p>



<p>Hier zeigt die MRT eine ödematöse, also in wassergewichteten Sequenzen helle Signalveränderung des Muskels. Dieses kann vorübergehend schon nach physiologischen Beanspruchungen asymptomatisch beobachtet werden. Im Falle eines „Muskelkaters“ können die Signalveränderungen sehr ausgeprägt sein (Abb. 1). Das Maximum der Signalveränderungen findet sich nach drei bis fünf Tagen, geringere Signalalteration können aber über viele Wochen persistieren [5]. Markanterweise ist der Muskel homogen signalreich in wassergewichteten Sequenzen. Eine Fiederung ist oft nicht zu erkennen und es finden sich keine faszialen oder perifaszialen Ödeme. Es ist wichtig zu bedenken, dass dieser Befund des diffusen Ödems höchst unspezifisch ist. Wenn durch Anamnese, Symptome und Verteilungsmuster die Diagnose nicht eindeutig gestellt werden kann, muss differenzialdiagnostisch z. B. an ein Denervierungsödem, eine Muskelvenenthrombose, jedoch auch an entzündliche und infiltrative Erkrankungen gedacht werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb1_saez0321-1024x626.jpg" alt="" class="wp-image-8450"/><figcaption>Abb. 1 MRT des Ellenbogen bei einem 24-jährigen Mann, 4 Tage nach intensivem Krafttraining
mit Klimmzügen. Erhebliches, homogenes Ödem im gesamten
M. brachioradialis (Pfeilspitzen)
und im M. brachialis (Pfeil).</figcaption></figure>



<p><strong>Direkte Traumen</strong></p>



<p>Typisch hierfür ist das Hämatom ohne strukturellen Schaden an den Muskelbündeln. Es kann eine geradezu groteske Diskrepanz zwischen einem beeindruckenden Befund in der MRT und relativ blander Klinik und vor allem rascher Heilung bestehen (Abb. 2). Selbstverständlich muss auch hier die Anamnese eines direkten Traumas zweifelsfrei vorliegen. Bei einer Einblutung ohne adäquates Trauma muss immer auch an eine zugrundeliegende Gefäßmissbildung oder Raumforderung gedacht werden, die innerhalb der akuten Einblutung oft nicht zu erkennen ist. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung nach Resorption der Blutung, auch mit intravenöser Kontrastmittelgabe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="567" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-567x1024.jpg" alt="" class="wp-image-8446" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-567x1024.jpg 567w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-166x300.jpg 166w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-768x1388.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-850x1536.jpg 850w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-1133x2048.jpg 1133w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-150x271.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321-450x813.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb2_saez0321.jpg 1062w" sizes="(max-width: 567px) 100vw, 567px" /><figcaption>Abb. 2 Großes Hämatom im
M. quadriceps femoris nach
direktem Anpralltrauma gegen den Oberschenkel (sagittale T2 FS).</figcaption></figure>



<p><strong>Indirekte Muskelverletzungen&nbsp;</strong></p>



<p>Diese reichen von einer einfachen „Zerrung“ über Bündelrupturen bis hin zu partiellen oder vollständigen Muskelzerreißungen. Ebenso wie das klinische, ist auch das bildgebende Spektrum sehr weit. Daher ist es gerade bei diesen Verletzungen wichtig, die Läsion möglichst exakt zu analysieren. Hierzu gehören Aussagen zu folgenden Punkten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Welcher Muskel ist betroffen?</li><li>Ausdehnung des Ödems in cm und relativ zum Querschnitt</li><li>Liegen strukturelle Muskelläsion (erkennbare Bündelrupturen) vor? Wenn ja: Wo im Muskel (proximal, zentral, distal)? Wo funktionell (innerhalb des Muskels, myofaszial, myotendinös)? Größe (Querschnitt senkrecht zu den Muskelbündeln, Länge)? Besteht eine erkennbare Retraktion?</li><li>Bestehen Faszienläsionen? Wenn ja: Lage, Größe&nbsp;</li><li>Bestehen Sehnenläsionen? Wenn ja: Lage, Größe&nbsp;</li><li>Weitere&nbsp; Befunde (z. B. Hämatom, Flüssigkeit interfaszial)?</li><li>Um solche Befunde in ihrer Zuverlässigkeit einordnen zu können, sind einige Anmerkungen zu ergänzen.</li></ul>



<p><strong>Ausdehnung des Ödems</strong></p>



<p>Die Bedeutung des Ödems bei der indirekten Muskelverletzung ist ein wesentlicher Bestandteil der Kontroverse. An dieser Stelle soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass die Ausdehnung des Ödems (gemessen absolut oder relativ zum Muskelquerschnitt) keineswegs mit der Größe einer strukturellen Läsion korreliert. Das Ödem hängt stark von Faktoren wie der initialen Behandlung nach der Verletzung und dem Zeitpunkt der MRT ab. Daher wird das Kriterium „Ödem“ in manchen Klassifikationen struktureller ­Läsionen nicht berücksichtigt [1].</p>



<p><strong>Nachweis von Muskelbündelrissen</strong></p>



<p>Wenn die Schmerzen diffus sind und daher ein großer Bereich untersucht werden muss („MRT Oberschenkel“), ist man gezwungen, entweder mit großer Schichtdicke oder mit größeren Schichtabständen zu untersuchen. Eine wenige Millimeter messende Muskelbündelruptur kann dann leicht übersehen werden. Handelt es sich z. B. um einen Freizeitsportler mittleren Alters, mag diese Ungenauigkeit nicht klinisch entscheidend sein. Leistungssportlern hingegen haben meist ein sehr gutes Körpergefühl und können den Ort der Verletzung gut eingrenzen. In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Untersuchung so gezielt wie möglich und mit Schichtdicken von maximal 3 mm durch­­zu-führen. Wenn man dann noch beachtet, dass die Sequenzen ausreichend T2-gewichtet sind, um einen guten Kontrast zwischen Muskelbündel und Flüssigkeit zu erzeugen, können auch kleine Bündelrupturen zuverlässig erkannt werden (Abb. 3).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb3_saez0321-1024x423.jpg" alt="" class="wp-image-8447"/><figcaption>Abb. 3 Muskelbündelriss im M. gluteus maximus (Pfeile). Vergleich einer T2 ohne (links) und mit Fettsättigung (rechts). Der Kontrast zur Flüssigkeit wird durch die Fettsättigung noch stärker, allerdings wird auch die Zeichnung der Muskelbündel unschärfer. </figcaption></figure>



<p><strong>Funktionelle Lage von strukturellen Läsionen</strong></p>



<p>Der Unterscheidung zwischen myofaszial und – deutlich häufiger – myotendinös lokalisierten Läsionen wird von vielen Sportärzten eine große Bedeutung beigemessen. Sie ist auch ein entscheidender Bestandteil der „British Athletics Muscle Injury Classification“ [4]. Häufig kann diese Lagebeziehung eindeutig angegeben werden. Je nach Lokalisaton der Verletzung innerhalb des Muskels ist die Unterscheidung myofaszial gegenüber myotendinös aber nicht immer eindeutig zu beantworten. Da die Muskel-Sehnen-Verbindung nicht klar definiert ist, sondern eine lange Übergangzone darstellt, ist oft unklar, wo myotendinös endet und wo myofaszial beginnt (Abb. 4). Zudem beobachtet man häufig langstreckige Verletzungen, die sowohl myotendinöse als auch myofasziale Komponenten aufweisen. Umso mehr erscheint es wichtig, im Befund hervorzuheben, wenn schon bildgebend eine Störung der Kraftübertragungskette durch Retraktion von Sehnenanteilen oder Muskelbündeln zu erkennen ist (Abb. 5).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb4_saez0321-1024x499.jpg" alt="" class="wp-image-8448"/><figcaption>Abb. 4 Fall 1 zeigt eine eindeutig myotendinöse Verletzung des Caput longum m. biceps femoris,  Fall 2 eine myofasziale des M. rectus femoris. Im Fall 3 sind die Verhältnisse schwierig. Die Verletzung ist in direkter Nachbarschaft zur proxi­malen Sehne des Caput longum m. biceps femoris (Pfeil). Wie weit muss  die Verletzung weg sein, um als myofaszial eingestuft zu werden? Der Profi-Fußballspieler des gezeigten Beispiels konnte 7 Tage nach der Verletzung schmerzfrei mit Belastungsaufbau beginnen und nach 5 Wochen Bundes­ligaspiele absolvieren.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Abb5_saez0321-712x1024.jpg" alt="" class="wp-image-8449"/><figcaption>Abb. 5 Distaler Abriss des medialen Gastrocnemiuskopfes mit haken­förmig verlaufenden Muskelbündeln. Dies weist auf eine Retraktion hin. Einblutung zwischen Gastrocnemiuskopf und M. soleus, durch Suszeptibilitätsartefakte sehr signalarm in dieser schräg sagittalen T2 FS.</figcaption></figure>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Diese kurze Übersicht sollte zum einen aufzeigen, dass mittels MRT viele Befunde erhoben werden können, die dem Sportarzt ein „Bild“ von der strukturellen Situation liefern. Je nach Untersuchungsbedingungen und Art der Verletzung können die Befunde sehr klar und präzise sein, manchmal aber auch unklar und „schwammig“. Es ist durchaus sinnvoll – und dies gilt ganz allgemein bei der Abfassung von Befunden – durch die Formulierung einen Hinweis zur Zuverlässigkeit des Befundes zu geben. Zum anderen ist allen sportmedizinisch Tätigen klar, dass die Bildgebung nur ein Teil der Wahrheit darstellt. Daher ist es wünschenswert, einen engen Austausch zwischen den Disziplinen zu suchen. Die gemeinsame Diskussion der Fälle ist unheimlich hilfreich. Sie erzeugt oft eine veränderte Wertung der Befunde und verbessert sicherlich die Versorgung der Verletzten.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Mueller-Wohlfahrt H-W, Haensel L, Mithoefer K et al.: Terminology an classification of muscle injuries in sport: The Munich consensus statement. Br J Sports Med 2013; 47: 342-350.</em></p>



<p><em>[2] Valle X, Alentorn-Geli E, Tol JL et al.: Muscle injuries in sports: a new evidence-informed and expert consensus-based classification with clinical application. Sport Med 2017; 47: 1241–1253.</em></p>



<p><em>[3] Maffulli N, Del Buono A, Oliva F et al.: Muscle injuries: a brief guide to classification and management. Transl Med UniSa 2014; 12: 14–18.</em></p>



<p><em>[4] Pollock N, James SL, Lee JC, Chakraverty R: British Athletics Muscle Injury Classification: a new grading system. Br J Sports Med 2014; 48: 1347-1351.</em></p>



<p><em>[5] Flores DV, Gómez CM, Estrada-Castrillón M et al.: MR Imaging of Muscle Trauma: Anatomy, Biomechanics, Patho­physiology, and Imaging Appearance. Radiographics 2018; 38: 124-148.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color"/>



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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Fischer_Buch_saez0321-751x1024.jpg" alt="" class="wp-image-8452" width="127" height="163"/></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Portabler Ultraschall</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8439/portabler-ultraschall-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christophe Lambert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2021 08:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<category><![CDATA[FUJIFILM]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch die Nutzung von portablen Ultraschallgeräten im Wettkampf oder Trainingslager erhöht sich die Möglichkeit, akute Sportverletzungen schneller und zuverlässiger zu untersuchen und somit eine genauere On-Field-Erstdiagnose zu erstellen. Es geht [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Durch die Nutzung von portablen Ultraschallgeräten im Wettkampf oder Trainingslager erhöht sich die Möglichkeit, akute Sportverletzungen schneller und zuverlässiger zu untersuchen und somit eine genauere On-Field-Erstdiagnose zu erstellen.</strong></p>



<p>Es geht in diesem Artikel nicht darum, die Ultraschalldiagnostik als alleiniges diagnostisches Verfahren bei verschiedenen Sportverletzungen vorzustellen. Vielmehr geht es darum Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das mobile Ultraschallgerät eine Unterstützung in der Diagnostik von akuten Sportverletzungen sein kann. Seit über 20 Jahren werden portable Ultraschallgeräte in der Notfallmedizin zur Diagnostik von z. B. intraabdominalen Verletzungen, Pneumothorax, Frakturen, kardiale Patho­logien oder akuten Gefäßpathologien verwendet [5]. Betz et al. stellen die Mus­kelsonographie in ihrer Studie zum Vergleich zwischen MRT und Sonographie der Skelettmuskulatur als geeignete diagnostische Alternative dar [3]. Im Jahr 2014 veröffentlichte die <a href="https://www.amssm.org/?__cf_chl_jschl_tk__=pmd_z_4_JELr8aQP.vszdEKC68WFteOKK78kymkGTspq..k-1635168686-0-gqNtZGzNAlCjcnBszQi9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Amerikanische Medizinische Gesellschaft für Sportmedizin (AMSSM)</a> ein Curriculum für „sports-ultrasound“, in dem die Anwendung der Ultraschall-Diagnostik neben muskuloskelettalen Pathologien noch weitere Sportverletzung umfasste. Anhand von einem Wettkampfbeispiel soll die Anwendungsmöglichkeit und Vorteile eines portablen Ultraschall­geräts beschrieben werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Lambert2_saez0321-1024x546.jpg" alt="" class="wp-image-8441"/><figcaption><strong>Rechtes Sprunggelenk mit intakt  erscheinender vorderer Syndesmose </strong> Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Alexander Hundeshagen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Lambert1_saez0321-1024x473.jpg" alt="" class="wp-image-8440"/><figcaption><strong>Rechtes Sprunggelenk mit Verdacht der Konturunterbrechung im Verlauf des LFTA </strong>Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Alexander Hundeshagen</figcaption></figure>



<p><strong>FALL: 20-jähriger Judoka mit OSG Distorsion bei den Junioren Weltmeisterschaften auf den Bahamas.</strong></p>



<p><strong>Anamnese: </strong>Zwei Tage vor Wettkampfbeginn erleidet der Athlet beim Sparring-Training vor Ort durch einen Angriff mit einer Fußtechnik seines Trainingspartners eine Distorsion des rechten oberen Sprungelenks. Direkt nach der Aktion zeigen sich Schwellung und Schmerzen an der Außenseite des Knöchels. Das Auftreten ist nur unter starken Schmerzen möglich. Der Athlet möchte dennoch am Wettkampf teilnehmen.&nbsp;</p>



<p><strong>INFO: Hintergrund OSG-Verletzungen im Sport</strong></p>



<p>Mit einer Inzidenz von 5,3 – 7 / 1000 Personen-Jahre in Europa und einem Anteil von 14 % aller Notfallbehandlungen bei Sportlern sind Verletzungen des oberen Sprunggelenks (OSG) eine der häufigsten Sportverletzungen überhaupt [6]. Laut Angaben des VGB-Reports von 2020 ist die Verletzung des oberen Sprunggelenks im Handball (14,7 %) und im Basketball (16,9 %) die häufigste aller dokumentierten Verletzungen. Im Fußball belegt sie Rang drei mit 13,9 % aller Verletzungen [10]. In einer Studie von Akoto et al. rangierte die Verletzung des OSG in der Top 5 der häufigsten Verletzung im Judo [1]. Im Judo spielen Angriffe gegen die untere Extremität, um den Gegner aus dem Gleichgewicht und damit zu Fall zu bringen, eine zentrale Rolle. Diese Angriffe erhöhen das Risiko für Traumata des oberen Sprunggelenks.</p>



<p><strong>Klinische Befunde: </strong>Vollbelastung unter Schonhinken möglich. Starke Weichteilschwellung im Bereich des rechten lateralen Malleolus und anterioren OSG. Druckdolenz über der vorderen Syndesmose, über dem LFTA und LFC. Squeeze-Test positiv. Frick-Test positiv. Fibula-Translationstest fraglich negativ. Keine knöchernde Irregularität zu tasten. Keine Druckdolenz über dem posterio­ren und medialen Bandapparat. Keine Druckdolenz über dem Fibulakopf. Keine Druckdolenz über dem Vorfuß/Fußwurzelknochen. Talusvorschub und laterale/mediale Aufklappbarkeit auf Grund der Schmerzen nicht ausreichend eruierbar. Beweglichkeit mit Plantarflexion/Dorsalextension 20/0/15 endgradig schmerzhaft. In-/Eversion auf Grund der Schmerzen nicht durchführbar. Periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität für die rechte untere Extremität intakt.</p>



<p><strong>Röntgen OSG rechts:</strong> keine Anzeichen für eine Fraktur regelrechte Gelenkstellung. Fragliche Erweiterung des Tibiofibularen overlaps.</p>



<p>Die Durchführung eines MRTs erscheint indiziert, ist jedoch auf Grund der Begebenheiten am Wettkampfort in dem limitierten Zeittraum vor dem Wettkampf nicht möglich.</p>



<p><strong>Sonographie OSG rechts:</strong> fragliche Teilruptur LFTA, keine Kontinuitätsunterbrechung oder vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Bereich der vorderen Syndesmose. Im Vergleich zur Gegenseite keine erhöhte tibiofibulare Translation bei dynamischer Untersuchung.</p>



<p><strong>INFO: Hintergrund Ultraschall­diagnostik bei OSG-Verletzungen</strong></p>



<p>Zur Feststellung einer Verletzung der ligamentären Strukturen im oberen Sprunggelenk, insbesondere der Syndemsose, hat sich das MRT als Goldstandard etabliert [4, 7]. Neuste Studien zeigen, dass die Ultraschalldiagnostik bei o.g. Verletzungen eine verlässliche Alternative bzw. Ergänzung darstellt. Baltes et al. konnten ihn ihrer Studie exzellente Ergebnisse der Ultraschalldiagnostik bei Feststellung von kompletten Rupturen der vorderen Syndesmose und des LFTA darlegen [2]. Auch andere Studien zeigten, dass die Ultraschalluntersuchung von ligamentären Sprunggelenkverletzungen zuverlässige Ergebnisse liefert [8, 9]. Es sollte angemerkt werden, dass in allen Studien keine Differenzierung zwischen Vollrupturen und Teilrupturen gemacht werden konnte, und dass die Ergebnisse sehr abhängig von der Erfahrung des jeweiligen Untersuchers sind.</p>



<p><strong>Vorgehen</strong></p>



<p>Mit dem Athleten, Trainer und Medizinteam werden die o.g. Befunde besprochen. Bei Verdacht einer LFTA-Teilruptur und sonographischen Ausschluss einer vorderen Syndesmose-Verletzung und radiologisch knöchernen Verletzung, wird beschlossen, dass der Athlet nach Schmerzbefinden und mit stabilisiertem (z. B. durch Tapen) OSG an dem Wettkampf teilnehmen kann.</p>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Bei Rückkehr nach Deutschland bestätigt das durchgeführte MRT die Ruptur des LFTAs und die Intaktheit der vorderen Syndesmose. Der oben genannte Fall zeigt die Möglichkeit der Anwendung eines portablen Ultraschallgerätes bei Verletzung im Wettkampf. Das MRT gilt bis zum heutigen Tage als Goldstandard bei der Diagnostik von ligamentären, cartilären und muskulären Verletzungen. Sollte jedoch durch äußere Gründe wie Zeitdruck oder örtliche Begebenheiten die Durchführung eines MRT nicht möglich sein, bietet die Nutzung eines portablen Ultraschallgerätes eine zuverlässige Alternative für viele klinische Situationen und Indikationen, einschließlich der Vor-Ort-Bewertung und des Managements von Traumata und anderen akuten Zuständen. Es ist sicher, genau, kosteneffektiv, schnell, gut verträglich und kann die Diagnose und das Management von Verletzungen bei Sportlern verbessern.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Akoto R, Lambert C, Balke M, Bouillon B, Frosch KH, Hoher J. Epidemiology of injuries in judo: a cross-sectional survey of severe injuries based on time loss and reduction in sporting level. British journal of sports medicine. 2017.</em></p>



<p><em>[2] Baltes TPA, Arnaiz J, Geertsema L, et al.&nbsp;</em><em>Diagnostic value of ultrasonography in acute lateral and syndesmotic ligamentous ankle injuries.&nbsp;</em><em>European radiology. 2021;31(4):2610-2620.</em></p>



<p><em>[3] Betz. T WM, Preisner. F et al. Evaluation der quantitativen Muskelsonographie mit Muskel-MRT.&nbsp;</em><em>DGSP. 2021.</em></p>



<p><em>[4] Clanton TO, Ho CP, Williams BT, et al. Magnetic resonance imaging characterization of individual ankle syndesmosis structures in asymptomatic and surgically treated cohorts. Knee surgery, sports traumatology, arthroscopy : official journal of the ESSKA. 2016;24(7):2089-2102.</em></p>



<p><em>[5] Hahn M, Ray J, Hall MM, Coe I, Situ-LaCasse E, Waterbrook AL. Ultrasound in Trauma and Other Acute Conditions in Sports, Part I. Current sports medicine reports.&nbsp;</em><em>2020;19(11):486-494.</em></p>



<p><em>[6] Holmer P, Sondergaard L, Konradsen L, Nielsen PT, Jorgensen LN.&nbsp;</em><em>Epidemiology of sprains in the lateral ankle and foot. Foot &amp; ankle international. 1994;15(2):72-74.</em></p>



<p><em>[7] Kellett JJ, Lovell GA, Eriksen DA, Sampson MJ.&nbsp;</em><em>Diagnostic imaging of ankle syndesmosis injuries: A general review. Journal of medical imaging and radiation oncology. 2018;62(2):159-168.</em></p>



<p><em>[8] Lee SH, Yun SJ. Ankle ultrasound for detecting anterior talofibular ligament tear using operative finding as reference standard: a systematic review and meta-analysis. European journal of trauma and emergency surgery : official publication of the European Trauma Society. 2020;46(1):73-81.</em></p>



<p><em>[9] Sconfienza LM, Albano D, Allen G, et al. Clinical indications for musculoskeletal ultrasound updated in 2017 by European Society of Musculoskeletal Radiology (ESSR) consensus.&nbsp;</em><em>European radiology. 2018;28(12):5338-5351.</em></p>



<p><em>[10] VBG. VBG-Sportreport 2020 &#8211; Analyse des Unfallgeschehens</em> <em>in den zwei höchsten Ligen der Männer: Basketball, Eishockey, Fußball, Handball.&nbsp;VBG &#8211; Report. 2020.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8880/verletzungsepidemiologie-im-professionellen-mannschaftssport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Dominik Szymski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8412</guid>

					<description><![CDATA[Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport der Männer: Wie hilfreich ist die Medienanalyse? Insbesondere im Profisport ist die Medienanalyse bei wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der epidemio­logischen Verletzungsforschung eine weit verbreitete Methode zur [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport der Männer: Wie hilfreich ist die Medienanalyse? Insbesondere im Profisport ist die Medienanalyse bei wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der epidemio­logischen Verletzungsforschung eine weit verbreitete Methode zur Akquirierung von Daten.&nbsp;</strong></p>



<p>Eine Vielzahl von Krankheitsbildern, angefangen beim Schädel-Hirn-Trauma über den plötzlichen Herztod bis hin zur vorderen Kreuzbandruptur wurden dabei bereits mithilfe von Informationen aus Onlinenachrichtenportalen und Vereinshomepages analysiert. Allerdings veröffentlichte das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Jahr 2020 ein Consensus Statement über die Methodik zur Erfassung und Berichterstattung von epidemiologischen Daten zu Verletzungen und Erkrankungen im Sport. Darin wurde festgestellt, dass nur 4 von allen 15 verwendeten Studienprotokollen bislang validiert waren. Im Fußball zeigte bereits Krutsch et al (2020) für schwere Verletzungen eine Anwendbarkeit von Mediendaten in der epidemiologischen Verletzungsforschung, während in allen anderen Teamsportarten bisher noch keine Verifizierung stattfand. Die hier vorgestellte Arbeit beleuchtet, in einer retrospektiven Kohortenanalyse, erstmalig die Validität von Mediendaten im professionellen Basketball und Handball in Deutschland. Hierzu wurden in der Saison 2018/19 im deutschen Profibasketball und Profihandball von zehn Vereinen offizielle Diagnosen der Mannschaftsärzte mit Online-Mediendaten von Sportnachrichtenportalen sowie den offiziellen Social-Media-Accounts der Vereine verglichen.&nbsp;</p>



<p>Bei insgesamt 133 Profis, 54 Basketballer und 79 Handballer, wurden 343 Verletzungen durch die Mannschaftsärzte registriert. Hiervon wurden 123 Verletzungen bei Basketballspielern (schwere Verletzungen: n = 30; 24 % – nicht- schwere Verletzungen: n=93; 76 %) und 220 bei Handballspielern (schwere Verletzungen: n = 75; 34 % – nicht-schwere Verletzungen: n=145; 66 %) erfasst. Die Prävalenz für schwere Verletzungen war dabei im Handball, mit 0,95 Verletzungen pro Spieler, fast doppelt so hoch wie im Basketball mit 0,56. Mit Hilfe der Medienrecherche konnten dabei vor allem schwere Verletzungen wie Frakturen, Rupturen, Dislokationen und Schädel-Hirn-Traumata bestätigt werden. Im Basketball wurden 80 % (n = 24) und im Handball 68 % (n=51) aller schweren Verletzungen in den ­Medien angegeben (OR: 5,33; 95 %-CI 3,22 – 8,82). Leichte Verletzungen konnten hingegen nur in 33,3 % der Fälle im Basketball und 31,0 % im Handball durch die Medien belegt werden. Über die Hälfte der Verletzungen waren in beiden Sportarten in der unteren Extremität, insbesondere am Oberschenkel, Knie und Sprunggelenk lokalisiert. Unter den Verletzungstypen zeigte sich im Handball ein Überwiegen von Rupturen (27 %) und Prellungen (21 %), während im Basketball Verstauchungen und Prellungen (jeweils 26 %) prädominant auftraten.</p>



<p>Wie bereits durch Krutsch et al. (2020) im Fußball, wurde nun mit dieser Arbeit die Medienanalyse als Methodik zur Datenerfassung von schweren Verletzungen auch im professionellen Handball und Basketball beschrieben. Mediendaten in diesen Sportarten zeigen dabei eine ähnliche Rate an „verpassten“ schweren Verletzungen wie Arbeiten, die Spieler am Ende der Saison nach ihren Verletzungen befragt haben (Bjorneboe et al 2011; Florenes et al 2011) und was auf eine ähnliche Wertigkeit schließen lässt. Die allgemeinen Verletzungsdaten ergaben ein bereits bekanntes Bild, mit der Häufung von Verletzungen im Bereich der unteren Extremität, insbesondere am Oberschenkel, Knie und Sprunggelenk. Primär wurden dabei leichtere Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, aber auch gehäuft Rupturen bei den Handballern gefunden.&nbsp;</p>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Zusammenfassend zeigt sich, dass Mediendaten im professionellen Teamsport durchaus für epidemiologische Studien zur Untersuchung von schweren Verletzungen genutzt werden können, aber dennoch keine 100 %ige Abdeckung aller Verletzungen gewährleistet ist. Insbesondere eine variierende Medienpolitik der Vereine, hinsichtlich der Veröffentlichung von Verletzungen, kann das Ergebnis verfälschen.&nbsp;</p>



<p>Großer Dank gilt bei dieser Studie allen teilnehmenden Mannschaftsärzten sowie der <a href="https://sportaerztezeitung.com/experten/baketdocs-e-v/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinigung deutscher Basketballärzte (Basketdocs e.V.) und Handba</a>llärzte Deutschland.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Läuferknie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8879/laeuferknie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maik Liesbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8406</guid>

					<description><![CDATA[Das ITBS ist bei Laufsportarten die häufigste Ursache für lateralen Knieschmerz. Der Tractus iliotibialis ist eine breite Aponeurose am lateralen Oberschenkel. Er geht aus den Sehnenfasern des Musculus tensor fasciae [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Das ITBS ist bei Laufsportarten die häufigste Ursache für lateralen Knieschmerz. Der Tractus iliotibialis ist eine breite Aponeurose am lateralen Oberschenkel. Er geht aus den Sehnenfasern des Musculus tensor fasciae latae, des Musculus gluteus maximus und der Faszie des Musculus gluteus medius hervor. Er hat seinen Ursprung an der Spina iliaca anterior superior und zieht über das Hüft- und Kniegelenk bis zum Condylus lateralis tibiae,<br>an das sogenannte Tuberculum Gerdy.</strong></p>



<p>Der Musculus tensor fasciae latae wird zu den äußeren Hüftmuskeln gezählt. Er ist eine embryonale Abspaltung des Musculus gluteus medius. Die Innervation des Mus­culus tensor fasciae latae erfolgt durch den Nervus gluteus superior. Hauptsächlich spannt er die Fascia lata und den Tractus iliotibialis, weiterhin kann der Muskel im Hüftgelenk die Flexion, Abduktion und Innenrotation des Oberschenkels unterstützen. Bei gestrecktem Kniegelenk wirkt der Zug des Musculus tensor fasciae latae stabilisierend auf das Kniegelenk. Aufgrund seiner Lage oberhalb der Flexions- bzw. Extensionsachse ist er – trotz seines kleinen physiologischen Querschnitts – ein kräftiger Flexor im Hüftgelenk.&nbsp;</p>



<p><strong>Pathologie &amp; Symptomatik</strong></p>



<p>Klassischerweise entsteht das ITBS ohne auslösendes Trauma durch Überlastung. Die Inzidenz wird mit 5 – 14 % angegeben. Als auslösend für die Beschwerden wurde in der Vergangenheit vor allem die vermehrte Reibung des distalen iliotibialen Bandes (ITB) über den seitlichen Vorsprung des Oberschenkelknochens (Epicondylus lateralis femoris) beim wiederholten Beugen und Strecken des Kniegelenks gesehen. Ergänzend geht man heute vom Impingement des ITB an dieser Stelle bei einer Kniebeugung von ca. 20 bis 30 Grad aus. Typisch sind stechende oder brennende Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks oder am Trochanter major. Die Schmerzen treten normalerweise unter Belastung erst nach einer gewissen Zeit oder Laufdistanz auf. Nach Ende der Belastung sistieren die Schmerzen in der Regel sofort, setzen aber wieder ein, wenn die Belastung erneut aufgenommen wird.&nbsp;</p>



<p><strong>Diagnostik, Differenzialdiagnostik &amp; Therapieansätze</strong></p>



<p>Das Krankheitsbild kann von einem Arzt relativ leicht, auch ohne bildgebende Verfahren wie Kernspintomografie diag­nostiziert werden. In weniger eindeutigen Fällen ist ITBS von Kniegelenksschäden mit ähnlicher Symptomatik abzugrenzen. Während der Therapie ist das Vermeiden der schmerzauslösenden Belastungen essenziell. Ist der Zustand so akut, dass die Schmerzen nicht nur beim Laufen, sondern auch anschließend beim Gehen auftreten, können NSAR oder Antiphlogistika so lange eingesetzt werden, bis die Schmerzen bei Alltagsbelastungen abgeklungen sind. Studien zeigen in der ersten Behandlungsphase gute Erfolge mit einer Kombination aus antiinflammatorischen und analgetischen Präparaten, während Querfriktionen offenbar kaum zusätzliche günstige Effekte haben. Physiotherapeutische Maßnahmen wie Querfriktionen, Eis (zur Schmerzlinderung) und/oder Wärme (zur Durchblutungsförderung) sind üblich. Dehnungen des ITB sowie der verschiedenen Anteile der Glutealmuskulatur wirken unterstützend.</p>



<p><strong>Osteopathischer Ansatz</strong></p>



<p>Die <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8079/osteopathie-als-werkzeugkasten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Osteopathie</a> ist ein manuelles Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für Bewegungsapparat, Organe und Gewebe im Körper. Der Osteopath untersucht und behandelt die Bewegungsmöglichkeit all dieser Systeme manuell und sucht nach Blockaden/Bewegungseinschränkungen, die mit den Beschwerden des Patienten zusammenhängen können. Der Körper wird durch die osteopthische Behandlung zur Selbstheilung angeregt. Zu diesem Zweck werden Blockaden und Bewegungseinschränkungen gelöst, die einer Genesung im Wege stehen. Ziel der osteopathischen Untersuchung ist es, die Ursachen für die aktuellen Beschwerden des Patienten zu finden, um diese Probleme dann ursächlich zu behandeln. Diese Zusammenhänge werden als Ursache-Folge-Kette bezeichnet. Für eine umfassende Bestandsaufnahme der natürlichen Funktionen zielt eine osteopathische Untersuchung auf drei Systeme ab:</p>



<p><strong>Cranio-sakrales System</strong></p>



<p>Im Bereich der Cranio-Sakralen Osteopathie werden die Mobilität und Elastizität des Craniums, des Sacrums und Coxygeus, der dazugehörigen Bindegewebshäute und des Rückenmarks sowie peripheren Nervensystems untersucht und behandelt.&nbsp;</p>



<p><strong>Parietales System</strong></p>



<p>Im Bereich der Parietalen Osteopathie werden die Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien auf Bewegungseinschränkungen untersucht und behandelt. Störungen im Parietalen System können nicht nur die Statik und Mechanik des ganzen Körpers beeinträchtigen, sondern auch über gefäßbedingte und nervale Verbindungen innere Organe in ihrer Funktion einschränken.</p>



<p><strong>Vizserales System</strong></p>



<p>Im Bereich der Viszeralen Osteopathie werden die inneren Organe, ihre ligamentären Aufhängungen und Bindegewebshüllen sowie neurologische (vegetatives Nervensystem) und vaskuläre Versorgung auf Bewegungseinschränkungen hin untersucht und behandelt. Retraktionen, Adhäsionen oder Ptosen im Viszeralen System haben nicht nur einen negativen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der inneren Organe, sondern auch, durch mechanische, nervale und gefäßbedingte Verbindungen, auf das Cranio-Sakrale und auf das Parietale System.</p>



<p><strong>Osteopthische Herangehensweise anhand eines Fallbeispiel</strong></p>



<p>Basis für die Behandlung ist die Anamnese. Sie gibt Hinweise auf den aktu­ellen und allgemeinen Gesundheits­zustand des Patienten. Während des Befragens können bereits bestimmte Kontraindikationen (sogenannte RedFlags) für eine osteopathische Behandlung ausgeschlossen werden. Ein weiteres Ziel der Anamnese ist es, die Strukturen zu identifizieren, welche Beschwerden auslösen.</p>



<p>Ein 32-jähriger Fußballspieler leidet seit über drei Wochen an immer wieder­kehrenden rechtsseitigen Schmerzen im Bereich der Knieaußenseite. Beim Joggen oft Beschwerdezunahme, gelegentlich sogar mit Kreuzschmerzen. Vorausgegangen war ein Supinationstrauma rechts beim Training vor etwa einem halben Jahr. Die Kernspintomographie durch den Orthopäden war unauffällig. Beschwerdezunahme beim geradeaus Joggen nach ca. 15 min, Verbesserung durch Stabilitätsübungen im Kraftraum.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Medikamente: keine regelmäßigen Medikamente</li><li>Sonstige Erkrankungen/Beschwerden: Bis auf wiederkehrende Verstopfungen sind die Organsysteme ohne Beschwerden</li><li>Operationen/Verletzungen: Keine weiteren Traumata</li><li>Lebens- und Ernährungsgewohnheiten: in der Freizeit Fitnesstraining und Joggen, 1,76 m groß, 82 kg schwer, keine Allergien bekannt, keine Genussgifte, ausgewogene Vollkosternährung, dabei viel Milchprodukte</li></ul>



<p><strong>Osteopathische Inspektion</strong></p>



<p>Beckenverwringung rechts posterior, Knie und Fuß rechts in Varusstellung. Im Liegen aufgehobene Konkavität der Bauchdecke, vermehrte Wärmeabstrahlung über dem rechten Unterbauch und dem rechten lateralen Tibiaplateau. Während der Palpation gibt der Patient Druckschmerz im Bereich des rechten Unterbauches sowie am rechten Knie unterhalb des Gelenkspaltes in Höhe des proximalen Tibio-fibular Gelenks an. Es zeigt sich ein Chapman Punkt am rechten Oberschenkel proximal. Bei der aktiven Bewegungsuntersuchung wird auf Ausweichbewegungen und Bewegungseinschränkungen an der Wirbelsäule geachtet. Auffällig waren hier Deviationen in den oberen und unteren Wirbelsäulenbereichen.&nbsp;</p>



<p>Bei der dann folgenden, passiven Bewegungsuntersuchung beginnend mit dem Flexionstest im Stand wird die Läsionsseite (Vorlauf) über eine Ausweichbewegung der Spina iliaca posterior superior bestimmt. Es wurde ein Vorlauf rechts gefunden, der unter Inhibition keine signifikante Änderung zeigte. Der Vorlauftest im Sitzen dient zur Unterscheidung einer SIG oder einer ISG Problematik. Dieser war negativ. Beim Rücklauftest wird differenziert, ob eine Läsion Ilium anterior oder posterior vorliegt. Dabei kam auf der rechten Seite die Spina iliaca posterior superior im Seitenvergleich schlechter nach anterior, was auf ein Ilium posterior deutet. Flare Test negativ. Beim Downing Test lässt sich das rechte Bein verlängern, was für eine Restriktion des rechten Iliums in posterior spricht. Der folgende RedReflex Test kann einen ersten Hinweis auf eine segmentale Dysfunktion geben (trotz unterschiedlicher Durchführung und Interpretation des Red Reflex Tests in der vorhandenen Literatur, zeigt sich übereinstimmend ein Nutzen des Tests zur segmentalen Diagnostik von strukturellen und funktionellen Läsionen). Beim Auffinden von Wirbeldysfunktionen werden per Oszillationstest die Spinosi auf Beweglichkeit getestet. Bereiche mit gestörter Mobilität werden mit dem Seitneigungstest, Testung in Extension und Flexion auf monolytische Läsionen bzw. Gruppenläsionen überprüft. Es finden sich zwei monolytische Läsionen. T11 in FRS rechts und L3 in ERS rechts, des Weiteren liegt eine Gruppenläsion Th10-Th12 vor.&nbsp;</p>



<p>Weitere parietale Testung an der Läsions­seite (rechts), Hüftgelenk zeigt eine Außenrotationstellung mit einer Varusstellung im Knie- sowie Fußgelenk, die Fibula zeigt im proximalen TFG nach caudal, die Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk ist eingeschränkt. Die Dorsalflexion (aktiv und passiv) provoziert Schmerz an der rechten Knieaußenseite. Neurologisch unauffälliger Befund. Provokationstest der Menisken im Kniegelenk ist negativ. Bei weiterer ossären und artikulären Kompression keine Auffälligkeiten. Bei dem visceralen Schnelltest werden per Palpation Organbereiche auf Schmerz und Widerstand getestet. In auffälligen Qua­dranten/Bereichen werden einzelne Organe spezifisch mit ihrer Umgebung getestet. Die rechte Seite im Abdomen weist Festigkeiten auf. Hier zeigten sich in der differenzierten Untersuchung eine Fixation im Bereich des Caecum mit Iliacus und ICK-Klappe, Mobilitätseinschränkungen der Niere nach kranial. Im Cranialen System wird bei dem Patienten per Schnelltest in Rückenlage nach den PAM Parametern getestet. Im axialen System fanden sich Hüftgelenk in AR; KG und Fuß in varus; prox. Fibula nach caudal, Schmerzen Dext (am TFG) + einschranänkung; Tonuserhöhung Ischiocurale Muskl. des rechten Musculus tensor fasciae latae sowie des Musculus gluteus medius.</p>



<p><strong>Verdachtsdiagnose und Behandlungsstrategie</strong></p>



<p>Die Behandlungsstrategie und -vorhaben ist, die Läsionen zu lösen und damit eine Verbesserung der Beschwerden zu erreichen. Zuerst werden die visceralen Läsionen behandelt zur Mobilitätsverbesserung der visceralen Gelenke: Niere, Caecum, IC-Klappe und Sphincter von Oddi mit ihrer Umgebung. Danach wird parietal weiter behandelt. Die monolytischen Läsion Th11 und L3 werden mit manipulativen Techniken und mit anschließender Mobilisation korrigiert. Mit dem Ziel, die somatische Dysfunktion zu beheben, die Verbesserung der O2/Co2 Versorgung und ­Mobilität der Brustwirbelsäule sowie Lendenwirbelsäule wiederherzustellen. Weiter wird eine Dekoaptation des TLÜ, die Detonisierung der Gluteal- und Ischiocuralmuskulatur, Mobilisierung des Iliums nach anterior forciert. Folgende Schritte sind die Mobilisation der Restriktionen in der Hüfte und des lateralen Kniegelenks in allen Ebenen und des Sprunggelenks. Besonderheit ist die Cranialisation des proximalen tibio-fibular Gelenks, um Zug vom IT-Band zu nehmen. Korrektur von Naviculare, Cuboid und Cuneiforme intermedium zur Verbesserung der Fuß-Statik. Craniosakrale Behandlung zur Stressreduktion, Einfluss auf den N. vagus zu nehmen und das Lösen der subokzipitalen Muskulatur. Nach vier Behandlungsterminen in einem Zeitraum über sechs Wochen war der Patient bei der Ausübung seiner Sportart schmerzfrei.&nbsp;</p>



<p><strong>Diskussion &amp; Fazit</strong></p>



<p>Über die Beschreibung der osteopathischen Anamnese und Behandlungsweise in Abgrenzung zur klassisch schulmedizinischen Herangehensweise konnte gezeigt werden, dass ein ganzheitliches Körperverständnis im Sinne der drei osteopathischen Systeme zu einer dauerhaften Verbesserung dieses Krankheitsbild führen kann, wobei die Einnahme von Medikamenten und eine längerfristige Pause des Sports vermieden werden. In diesem beschriebenen Fallbeispiel hat eine ganzheitliche osteopathische Therapie positive Wirkung auf die besagte Symptomatik und eine Relation (UFK) zu einem Supinationstrauma aufgezeigt.&nbsp;</p>



<p></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Hüft- und Leistenschmerzen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/8873/hueft-und-leistenschmerzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Taylor Jack,&nbsp;Dr. med. Christian Sobau&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. Björn Eichmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
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					<description><![CDATA[Das femoroacetabuläre Impingement Syndrom (FAIS) ist eine häufige Ursache für Hüft- und Leistenschmerzen bei jungen Menschen und Menschen mittleren Alters [1]. Die Anzahl der FAIS-Operationen ist dabei in den letzten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Das femoroacetabuläre Impingement Syndrom <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/operation/2894/hueft-impingement/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(FAIS)</a> ist eine häufige Ursache für Hüft- und Leistenschmerzen bei jungen Menschen und Menschen mittleren Alters [1]. Die Anzahl der FAIS-Operationen ist dabei in den letzten zehn Jahren exponentiell gestiegen. Allerdings korreliert die wissenschaftliche Evidenz nicht mit diesem Anstieg [2].&nbsp;</strong></p>



<p>Das FAIS ist eine bewegungsabhängige, klinische Störung der Hüfte, wobei es zu einem vorzeitigen Kontakt zwischen proximalem Femur und Azetabulum kommt [3]. Verschiedene konservative Ansätze werden präsentiert, z. B. die UK FASHIoN Studie [4] mit der „Personalised Hip Therapy“ sowie die HAPI-Übungsübersicht [5]. Diese Arbeit soll ein Konzept validieren, das sowohl als Vorbereitungstraining für FAIS Operationen dienen soll, als auch als Ergänzung zur Therapie postoperativ. Dieses Konzept soll individuell und progressiv gestaltet werden, um einheitlich aber dennoch patientenorientiert zu funktionieren. Folglich soll diese Studie die Frage beantworten, ob ipHIT ein Behandlungsansatz ist, der sich in der Praxis umsetzen lässt.</p>



<p><strong>Beschreibung &amp; Charakterisierung&nbsp;</strong></p>



<p>Diese prospektive Pilotstudie soll die Effektivität von ipHIT bei Patienten mit einem diagnostizierten FAIS validieren. In den Zeitraum von Mai 2019 bis März 2020 arbeiteten die Probanden vollumfänglich über 6 Monate mit ipHIT, davon 3 Monate präoperativ und 3 Monate postoperativ. Insgesamt nahmen 19 Probanden an der Studie teil. Davon führten 11 Probanden ipHIT prä- und postoperativ aus und 4 Probanden ausschließlich postoperativ. 4 Probanden haben die Studienteilnahme abgebrochen. Um die Koordination der unteren Extremität zu messen, wurde der Y-­Balance Test (YBT) eingesetzt. Für die Bewertung des subjektiven Empfindens wurde das SF-36 und das International Hip Outcome Tool-12 (iHOT-12) verwendet.&nbsp;</p>



<p><strong>Die ipHIT – Idee&nbsp;</strong></p>



<p>Für dieses Konzept wurden spezifische Übungen ausgesucht, um die Hüfte in allen Richtungen zu beanspruchen. Diese wurden in einem Katalog zusammengefasst und den Probanden ausgehändigt. Der Übungskatalog beinhaltete eine schriftliche Beschreibung mit Bildern sowie eine Videoanleitung. Alle Teilnehmer bekamen den Übungskatalog ohne weitere Erklärung zu den einzelnen Übungen. Das gesamte Training wurde progressiv gestaltet, aufbauend auf der Trainingspyramide von Van Wingerden (1995) und der Theorie des medizinischen Trainings von Diemer &amp; Sutor (2011). Alle Trainingseinheiten unterlagen einer Formel individueller als auch progressiver Inhalte des jeweiligen Trainings. Diese Formel ermöglichte eine individualisierte Belastung der einzelnen Übungen. Als Richtwert wurden die Teilnehmer gebeten, zwischen zwei und vier Mal pro Woche das Training zu absolvieren (Abb. 1).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="329" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1.jpeg" alt="" class="wp-image-9816" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1-300x96.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1-768x247.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1-150x48.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann1_saez0321-1024x329-1-450x145.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 1 Beispielhaftes Schema des ipHIT Trainings (eigene Darstellung)</figcaption></figure>



<p><strong>Ergebnisse</strong></p>



<p>Die Nachfolgenden Schaubilder zeigen die relativen Veränderungen der Probanden nach der Durchführung der ipHIT Intervention. Für die stellvertretende Darstellung der Beweglichkeit wird hier die Innenrotation der betroffenen Hüfte dargestellt, sowie die Ergebnisse des YBT der betroffenen Hüfte (Abb. 2 – 4).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1.jpeg" alt="" class="wp-image-9814" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1-300x188.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1-768x480.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1-150x94.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann2_saez0321-1024x640-1-450x281.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 2 Prozentuale Ergebnisse der betroffenen Hüfte nach ipHIT in der Präha-Phase (eigene Darstellung)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="672" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1.jpeg" alt="" class="wp-image-9812" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1-300x197.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1-768x504.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1-150x98.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann3_saez0321-1024x672-1-450x295.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 3 Prozentuale Ergebnisse der betroffenen Hüfte nach ipHIT in der reinen Reha-Phase (eigene Darstellung)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="640" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1.jpeg" alt="" class="wp-image-9811" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1-300x188.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1-768x480.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1-150x94.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann4_saez0321-1024x640-1-450x281.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 4 Prozentuale Ergebnisse der betroffenen Hüfte nach ipHIT (eigene Darstellung)</figcaption></figure>



<p><strong>Ergebnisse zur Beweglichkeit und Koordination (Y-Balance-Test)</strong></p>



<p>Um objektive Ergebnisse für die Beweglichkeit darzustellen, wurde stellvertretend die Innenrotation (IRO) verwendet. Die aktive IRO zeigt eine Steigerung der Beweglichkeit von 19,7 % bei der reinen Reha-Gruppe, aber eine deutlich geringere Steigerung von 2,9 % bei der Präha-Gruppe. Die passive IRO verbesserte sich mit 19,4 % in der Reha-Gruppe sowie mit 20,3 % innerhalb der Kombi-Gruppe. Bei den allgemeinen Ergebnissen werden die objektiven Resultate mithilfe des YBT dargestellt. In allen Bewegungsrichtungen am YBT existiert eine Steigerung. Teilweise waren diese Steigerungen nach der ausschließlichen Präha-Phase am höchsten: ventral mit 3,5 % und posteriomedial (pmed) mit 9,8 %. In diesen Messungen zeigte sich die reine Reha-Phase am geringsten mit 1,4 % ventral und 8,6 % posteriomedial. Gegenläufig hierzu war es bei der posteriolateralen (plat) Bewegung. Hier zeigte die Reha-Phase mit 12,5 % die größte Steigerung, die Präha-Phase mit 8,7 % die niedrigste Entwicklung.</p>



<p><strong>Subjektive Einschätzung der Patienten</strong></p>



<p>Die ipHIT-Studie zeigt, dass ein progressives Training das Schmerzempfinden (SF-36) und die subjektive Leistungs­fähigkeit in Bezug auf das FAIS (IHOT-12) verbessern kann. Auch das Training vor der Operation zeigte Steigerungen des subjektiven Empfindens. Bei der Kombi-Gruppe gab es eine Steigerung um 4,8 % beim SF-36, nach der Präha-Phase um 3,6 %. Die geringste Steigerung fand sich innerhalb der reinen Reha-Gruppe mit 2,7 %. Stellt man die allgemeinen subjektiven Ergebnisse den hüftspezifischen Ergebnissen durch den IHOT-12 Fragebogen gegenüber, zeigt sich ein anderer Verlauf: Hier schnitt die Reha-Gruppe mit 31,8 % Steigerung am besten ab, gefolgt von der Kombi-Gruppe mit 11,8 %. Am niedrigsten war die Entwicklung innerhalb der Präha-Gruppe mit 6,5 %.&nbsp;</p>



<p><strong>Diskussion&nbsp;</strong></p>



<p>Die Ergebnisse der ipHIT Intervention lassen sich in zwei Bereiche eingliedern. Zum einen die allgemeinen Ergebnisse durch den YBT und den SF-36 sowie die hüftspezifischen Ergebnisse durch die IRO und iHOT-12. Die Ergebnisse der YBT zeigen, dass in allen Trainingsphasen die Probanden profitieren können. Da die Probanden die Operation durchführten, sind die postoperativen Gruppen eher zu betrachten. Die reine Reha Gruppe schnitt schlechter als die Kombinationsgruppe in zwei Bewegungsrichtungen ab. Bei der ventralen Bewegung (1,4 % gegen 1,8 %) sowie bei der posteriolateralen Bewegung (8,6 % gegen 9,2 %), aber besser bei der posteriomedialen Bewegung (12,5 % gegen 11,6 %). Die posteriolaterale und ventrale Bewegung sind eher provozierende Bewegungen für das FAIS, verglichen mit der posteriomedialen Bewegung. Entsprechend können die Ergebnisse auf eine mögliche Vermeidungshaltung der Probanden vor der Operation zurückzuführen sein. Durch ipHIT wurde die Funktion erarbeitet, damit die postoperativen Ergebnisse besser ausfallen. Da die Probandenanzahl gering war, ist unklar, ob diese Ergebnisse stellvertretend sind. Stellt man die allgemeinen subjektiven Ergebnisse der hüftspezifischen subjektiven Ergebnisse durch den iHOT-12 Fragebogen gegenüber, zeigt sich ein anderer Verlauf. Hier schnitt die Reha-Gruppe am besten ab mit 31,8 % Steigerung, gefolgt von der Kombi-Gruppe mit 11,8 %. Am niedrigsten war die Steigerung bei der Präha-­Gruppe mit 6,5 %. IpHIT beginnt mit vielen Koordinationsübungen und arbeitet sehr hüftgezielt. Dadurch verändern die Patienten ihren Fokus und ihre Aufmerksamkeit, weshalb die Ergebnisse beim hüftspezifischen subjektiven Empfinden wahrscheinlich schlechter ausfallen. Durch das Training nehmen die Probanden ihr FAIS und die dazugehörige Symptomatik stärker wahr. Hinzu kommt Muskelkater, welcher im Rahmen des Trainings entstehen kann.&nbsp;</p>



<p>Die Studie untersuchte einen relativ kurzen Zeitraum nach der Operation. Die Proliferationsphase bei Knorpelgewebe dauert in der Regel drei Monate [6]. Nach Abschluss dieser Phase wurde direkt die Abschlussuntersuchung durchgeführt. Entsprechend lässt sich das verschlechterte subjektive Empfinden bei manchen Teilnehmern interpretieren. Um die langfristigen Veränderungen bewerten zu können, benötigt man weitere Untersuchungen nach 6, 12 Monaten sowie nach 2 bzw. 5 Jahren. Eine weitere Verbesserung des subjektiven Empfindens wäre nach diesen Zeiträumen durchaus möglich. Ebenso bedarf es langfristiger Ergebnisse, um die gesteigerte Funktionalität besser deuten zu können. Auf die Frage hin, wie die Probanden das Training empfanden, kann als allgemeiner Konsens festgehalten werden, dass ipHIT eine positive Unterstützung im Rahmen des Heilungsprozesses darstellt.</p>



<p><strong>Aktuelle Studienlage</strong></p>



<p>Vergleiche mit der aktuellen Studienlage sind aufgrund von wenigen vergleichbaren Studien schwierig. Die HAPI ‘Hip Arthroscopy Pre-habilitation Intervention’ study [5] zeigt auch, dass eine hüftspezifische Trainingsintervention vor der FAIS Operation positive Tendenzen in den postoperativen Ergebnissen haben kann. Dennoch hat diese Studie keine vergleichbaren Parameter zur ipHIT Intervention. Der iHOT-12 Fragebogen hingegen kann besser für den Vergleich verwendet werden, da andere Studien diesen Fragebogen verwendet haben (Abb. 5).&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="624" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1.jpeg" alt="" class="wp-image-9821" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1-300x183.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1-768x468.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1-150x91.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Eichmann5_saez0321-1024x624-1-450x274.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 5 IHOT Ergebnisse bei FAI (eigene Darstellung)</figcaption></figure>



<p>Das ipHIT-Konzept hat mit einer Steigerung von 11,8 % in der Kombi-Gruppe und 31,8 % in der reinen Rehabilitationsgruppe einen geringeren Einfluss bezüglich des IHOT-12 als die oben genannten Vergleichstudien. Ein adä­quater Vergleich ist nicht vollumfänglich möglich, da die ipHIT Teilnehmer weniger als ein Drittel der Rehabilitationszeit zu Verfügung hatten. Ebenso wurden die Probanden in diesen Studien intensiver betreut, wohingegen ipHIT als alleinstehendes Konzept fungieren sollte. Nach den Bewertungs­kriterien von CONSORT 2010 ist die Qualität der Evidenz dieser Studie als gering einzuschätzen. U.a. aufgrund der fehlenden Randomisierung und dem Fehlen einer Vergleichsgruppe, die die Operation ohne ipHIT durchgeführt hat. Da die Reha-Gruppe sehr klein war, mit lediglich 4 Teilnehmern, kann nicht repräsentativ für diese Patientenpopulation eine genaue Aussage getroffen werden. Aus der Kombi-Gruppe lässt sich eher eine Tendenz interpretieren, da mit 11 Teilnehmern eine gewichtigere Aussage getroffen werden kann. Dennoch ist diese Probandenzahl immer noch sehr gering. Nichtsdestotrotz wurde die Studie gut und übersichtlich aufgebaut, entsprechend ist es einfach zu replizieren um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.&nbsp;</p>



<p>Um genauer herauszufinden wie effektiv ipHIT als medizinischer Trainingsansatz bei FAIS funktioniert, müsste man weitere Studien durchführen. Z. B. eine Studie, die einerseits den Vergleich von ipHIT zu einer Gruppe mit ausschließlich der grundtherapeutischen Behandlung, andererseits einen direkten Vergleich mit anderen therapeutischen Ansätzen, beispielsweise das Personalised Hip Therapy [4], zugrunde legt. Allgemein besteht der Bedarf an Studien mit einer größeren Probandenzahl, um die Evidenz von ipHIT zu steigern.&nbsp;</p>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Diese Arbeit zeigt, dass es möglich ist ein individualisiertes Trainingskonzept zu erstellen, das ein Patient neben der therapeutischen Behandlung eigenständig durchführen kann. Somit könnte man für weitere Krankheitsbilder weitere Trainingsmaßnahmen erstellen, um die Behandlungen allgemein von Patienten zu optimieren. Bei FAIS ist ipHIT ein valider Trainingsansatz, um den Heilungsprozess der erkrankten Patienten bestmöglich zu fördern. Das Konzept ist nicht in der Lage, die physiotherapeutische Behandlung zu ersetzten, aber es eröffnet neue Wege, die den medizinischen und trainingswissenschaftlichen Stellenwert in der Physiotherapie fördern können. Eine interdisziplinäre Behandlung ist immer der beste Behandlungsansatz und mit ipHIT kann man sich diesem Optimum nähern.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Kemp, Coburn, Jones &amp; Crossley, 2018</em></p>



<p><em>[2] Reiman &amp; Thorborg, 2015</em></p>



<p><em>[3] Griffin et al., 2016</em></p>



<p><em>[4] Griffin et al., 2018</em></p>



<p><em>[5] Grant, Cooper &amp; Conroy, 2017</em></p>



<p><em>[6] Diemer &amp; Sutor, 2011</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color"/>



<p><strong>Autoren</strong>: <strong>Jack Taylor<sup>1</sup>, Dr. med. Christian Sobau<sup>2</sup>, Dr. med. Alexander Zimmerer<sup>2</sup>, Prof. Dr. Tobias Erhardt<sup>3</sup>, Prof. Dr. Björn Eichmann<sup>3</sup></strong></p>



<p><strong><sup>1 </sup>Absolvent im Bachelorstudiengang Physiotherapie der SRH Hochschule für Gesundheit</strong></p>



<p><strong><sup>2</sup>Arcus Sportklinik Pforzheim</strong></p>



<p><strong><sup>3</sup>SRH Hochschule für Gesundheit, Campus Karlsruhe</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Teamärzte-Umfrage Muskelverletzung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8869/teamaerzte-umfrage-muskelverletzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<category><![CDATA[Heel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8009</guid>

					<description><![CDATA[Muskelverletzungen machen laut VBG-­­Sportreport 2020 bis zu 30 % aller Verletzungen im Fußball aus. Im Hinblick auf die Körperregionen betrafen die meisten Verletzungen den Oberschenkel (25 %). Nachdem wir von der sportärztezeitung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8034/update-muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Muskelverletzungen</a> machen laut <a href="https://www.vbg.de/DE/3_Praevention_und_Arbeitshilfen/1_Branchen/11_Sport/Sportreport_2020/Sportreport_2020_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">VBG-­­Sportreport 2020</a> bis zu 30 % aller Verletzungen im Fußball aus. Im Hinblick auf die Körperregionen betrafen die meisten Verletzungen den Oberschenkel (25 %). Nachdem wir von der sportärztezeitung das Thema Muskelverletzungen in der Vergangenheit schon des Öfteren aufgegriffen haben, folgt mit unserer Teamärzte-Befragung der 1. und 2. Fußball-Bundesliga nun der Auftakt zu einer intensiveren und fundierten Aufarbeitung der Thematik. Wir bedanken uns bei insgesamt 19 teilnehmenden <strong>Mannschafsärzten&nbsp;</strong>und möchten Ihnen die Ergebnisse auf den folgenden Seiten vorstellen. Bei den meisten Fragen waren Mehrfachnennungen möglich. Gleichzeitig kündigen wir Ihnen an, dass wir in einer „working group Muskelverletzung“ die angesprochenen Aspekte und weitere Punkte gemeinsam mit unseren Experten bearbeiten und diskutieren werden, u. a. auch auf unserem <a href="https://sportaerztezeitung.com/education/11-symposium-der-sportaerztezeitung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sympo­sium am 13.11.2021</a> in Kreuzlingen am Bodensee (Schweiz). Ergebnisse und neue Denkanstöße werden wir Ihnen dann in der sportärztezeitung, auf unserem Online-­Portal www.sportaerztezeitung.com und auf unseren Fortbildungen präsentieren.&nbsp;</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.03-906x1024.jpg" alt="" class="wp-image-8372"/></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="859" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-859x1024.jpg" alt="" class="wp-image-8371" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-859x1024.jpg 859w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-252x300.jpg 252w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-768x916.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-150x179.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10-450x537.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Bildschirmfoto-2021-10-11-um-10.10.10.jpg 1200w" sizes="(max-width: 859px) 100vw, 859px" /></figure>



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			</item>
		<item>
		<title>Affekterkrankungen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/psychologie/8874/affekterkrankungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. univ. Marc Risch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8074</guid>

					<description><![CDATA[Grundlage für die Anfrage des Chefredakteurs der sportärztezeitung für diesen Beitrag war der jüngste Ausstieg einer Tennisspielerin aus einem großen Turnier. In der inhaltlichen Abstimmung und visuellen Gestaltung zeigt sich [...]]]></description>
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<p><strong>Grundlage für die Anfrage des Chefredakteurs der sportärztezeitung für diesen Beitrag war der jüngste Ausstieg einer Tennisspielerin aus einem großen Turnier. In der inhaltlichen Abstimmung und visuellen Gestaltung zeigt sich das Spannungsfeld der Berichterstattung über in der Öffentlichkeit stehenden Personen und medizinischer Zurückhaltung und Versachlichung.&nbsp;</strong></p>



<p>Die <a href="https://www.psychologytoday.com/us/basics/goldwater-rule" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Goldwater Rule“</a> verbietet Fachleuten, sich im Kontext medialer Berichterstattung und mutmaßlicher Erkrankungen von in der Öffentlichkeit stehenden Personen sich zu Ferndiagnosen hinreißen zu lassen. Diagnosen also, die als Erkenntnisquelle nicht den primären Patientenkontakt und eine fundierte medizinische Anamnese- und Befunderhebung (Längs- und Querschnittsbefundungen) mit mehreren Untersuchungszeitpunkten und eine nachfolgende Interpretation (diagnostische Beurteilung) derselben zur Grundlage haben. Die folgenden Ausführungen wollen sich von „Einzelfallbetroffenheiten“ abheben.</p>



<p><strong>Sport vs. Depressio oder: Zerstreuung und Tiefsinn</strong></p>



<p>Die Wortbedeutung des Begriffs Sport geht auf „disportare“ zurück und meint eine Form der zerstreuenden Freizeitgestaltung mit, historisch gesehen elitärem, von den Nöten einer Normalbevölkerung abgehobenem Charakter. Sport ein „upper-class-Phänomen“ mit eventueller Analogie zur von Freud beschriebenen neurotischen Phänomenen der städtischen Oberschicht des 19. Jahrhunderts? Der Depressionsbegriff fußt auf dem lateinischen „deprimere“ und meint direkt übersetzt, dass Betroffene in einer, die normalen Alltagsfunktionen einschränkenden Art und Weise, „niedergedrückt“ werden. Differenziellere Übersetzungen des Begriffs legen auch Niedergeschlagenheit, Zusammenbruch, Schwermut und Tiefsinn nahe. Letztere beiden ganzheitlicheren Qualitäten zeichnen ein Bild, das aus dem vordergründig „mechanisch-funktionierenden Leistungs-Organismus“ eben auch einen emotionalen, introspektionsfähigen, empfindsamen und tiefsinnigen Menschen macht, der durch die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen in den alltäglichen Lebensverrichtungen im Dunkelfeld der öffentlichen Wahrnehmung still verzweifelt.&nbsp;</p>



<p><strong>Häufigkeiten von Affekterkrankungen</strong></p>



<p>Die Punktprävalenz ist ein gutes Maß, die aktuelle Belastung einer Volkswirtschaft oder eines anderen Vergleichskollektivs zu veranschaulichen. Für schwere, behandlungsnotwendige Affekterkrankungen, zu denen im Wesentlichen Angststörungen, Panik- sowie Zwangserkrankungen und Depressionen zählen, liegt diese Zahl bei 10 %. Übersetzt heißt dies, dass beim EM-Endspiel am 11. Juli 2021 in London von den 22 Spielern auf dem Feld zwischen 2 und 3 Spielern bezüglich ihrer mentalen Gesundheit beeinträchtigt gewesen sein müssten. Für jeden einzelnen Amateur oder Profisportler, Funktionär, Trainer und Referee liegt die Lebenszeitprävalenz, also das Risiko, einmal im Leben an einer behandlungsnotwendigen Affekterkrankung zu erkranken, zwischen 20 und 25 %. Bildlich gesprochen reicht das Erkrankungsrisiko, das jedem Einzelnen innewohnt, mindestens vom Boden bis über das Knie. Aus großen Kohortenstudien der vergangenen Dekaden kennt man als Haupttreiber für Affekterkrankungen Einsamkeit bzw. soziale Exklusion und Stadtleben. Des Weiteren haben sich die Erstmanifestationen von depressiven Störungen über die Lebensspanne verschoben. Ersterkrankte werden immer jünger und sind oft bereits in der Adoleszenz betroffen, aber auch die sogenannte Altersdepression nimmt zu.</p>



<p>Häufig sehen wir ein Aufflammen affektiver Symptome an sogenannten „Lebensübergängen“. In der Adoleszenz geht es um emanzipatorische Prozesse bezogen auf das Elternhaus und schulische-berufliche Anpassungsnotwendigkeiten. Senioren am Übergang vom Erwerbsleben in den (Un)-Ruhestand haben dank einer deutlich höheren Lebenserwartung als noch vor 50 Jahren die Herausforderung, sich für ihr drittes Lebensdrittel nach dem Erwerbsleben, das sie oft bei guter körperlicher und mentaler Gesundheit antreten, neu zu erfinden – Chance und Herausforderung gleichermaßen.&nbsp;</p>



<p>Sinnfindung wird durch unumkehrbare gesellschaftliche Entwicklungen seit der Industrialisierung mit Mechanisierung im 19. und der heutigen Digitalisierung und Algo­rhythmisierung und einer damit einhergehender Sinnentkopplung vieler Menschen und einem zunehmend oberflächlichen Leistungsstreben in westlichen Welten erschwert. Diese Entwicklungen stehen im deutlichen Widerspruch sozialwissenschaftlicher Konzepte, wie sie bspw. Abraham Maslow in den 1960 und 1970er Jahren geprägt hat. Lassen sich diese Erkenntnisse auf Sportler-Biografien anwenden?</p>



<p><strong>Leistungssportler – moderne Clowns?</strong></p>



<p>Die Analogie mag auf den ersten Blick erstaunen. Was hat eine Zirkusbiografie mit einer Leistungssportbiografie gemein? Vielleicht mehr als wir denken. Leistungssportler lernen wie Artisten und Künstler früh, diszipliniert und fokussiert zu sein und je nach Sportart in unterschiedlicher Manier, wie man sich „aufzuführen“ hat. Sie kennen den Clown, der erheitern, unterhalten soll und auch als Spiegelbild der eigenen vielleicht gebrochenen Seele etwas „belustigend-tieftrauriges“ haben darf? Hier unterscheiden sich Sportler von Clowns, obwohl beide Höchstleistungen erbringen. Dem Sportler kommt die Rolle des Helden, des Gewinners, des Allmächtigen zu. Ist er das? Der Sportler wird zur Projektionsfläche einer, durchschnittlichen Gesellschaft. Zum Sportler wird aufgeschaut und wenn das Idol oder die Mannschaft obsiegt, fällt auf den Betrachter gefühlt ein bisschen Ruhm mit ab. Die Sportler-Rolle im Scheinwerferlicht darf demnach auch zum Schutz etwas „Maskenhaftes“ beinhalten. Mit dem Unterschied, dass Clowns Kostüme tragen, sich Schminken und oft in ihrem privaten Leben nicht erkannt werden. Leistungssportler haben keine Schminke. Sie haben Kopfsponsoren, die auf Kamera-Augenhöhe Heldenhaftes sehen möchten.</p>



<p><strong>Aufstehen, Krone richten, (nicht mehr) Weitermachen</strong></p>



<p>Oft wird von einer uninformierten ­Öffentlichkeit verkannt, dass sich Sportler sehr gut mit dem Scheitern, dem Wiederaufstehen und sich selber motivieren auskennen und über eine sehr ausgeprägte Resilienz verfügen. Der Umgang mit den oft kurzen, seltenen Erfolgen und die Herausforderungen im Hinblick auf das, was nach dem Karriereende kommt, kann große Schwierigkeiten beinhalten. Ebenso der Umgang mit Verletzungen und den damit verbundenen Zukunftsängsten. Aus qualitativen Arbeiten mit Leistungsträgern weiß man, dass Misserfolg und Erfolg, je länger eine Karriere dauert, zunehmend auch Einsamkeitsgefühle auslösen und sich Ängste mit Zunahme körperlicher und gegebenenfalls auch seelischer „Verschleißerscheinungen“ einschleichen, die oft im „Flow“ der laufenden Karriereherausforderungen weggedrückt werden müssen. Diese Form des „Zerrissen-Seins“ oder ein Gefühl des „Zerrissen-Werdens“ und ein Auslenken aus der inneren (Leistungs-) Mitte, begünstigen Zweifel und Sinnentleerung und sie kontrastiert sehr stark mit dem Treiber nach innerer Bestätigung durch Erreichung der gesteckten Ziele.&nbsp;</p>



<p><strong>Wichtig </strong>Es geht dabei nicht um die Bestätigung im Außen z. B. durch Medien oder Fans. Sportler haben eine viel stärkere innere Leistungsinstanz, die früh in den Sportlerbiographien angelegt wird, der sie genügen müssen. Diese Instanz am Übergang vom aktiven Sportlerleben in ein neues Leben zu verändern, stellt oft eine große Herausforderung dar, die bei Vorhandensein ausreichend guter, stabiler sozialen ­Bindungen außerhalb des Sports, wenn dann nur temporär therapeutisch begleitet werden muss.</p>



<p><strong>Einfache Werkzeuge – große Wirkung. Bio-Psycho-Soziales Modell</strong></p>



<p>Ärzte und Therapeuten tun gut daran, sich auf die alten Werte der Diagnostik zurückzubesinnen und sich eines zwar einfachen, aber so wichtigen Konzepts eines ganzheitlichen Krankheitsmodells zu bedienen – dem Bio-Psycho-Sozialen Modell. Dabei wird oft die soziale Dimension von Krankheit in der Anam­nese- und Aktualbefundserhebung übergangen. Insbesondere auch die Exploration der Familienanamnese im Hinblick auf psychische Erkrankungen oder eine Sexualanamnese und das konsequente Abfragen und Prüfen objektiv erkennbaren und zu objektivierenden Symptomen ist zentral. Das von der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie geprägte AMDP-System ist&nbsp;ein sehr ­gutes Hilfsmittel zur standardisierten Erfassung und Dokumentation eines psychopathologischen Befundes. Im AMDP-System werden sogenannte Selbst- und Fremd-Items beschrieben. Diese Einteilung hilft uns Ärzten, dass wir erkennen, dass es neben objektiv-erkenn­baren Symptomen, wie beispielsweise eine Bewusstseinseintrübung (ITEM 2), auch Phänomene gibt, die auf den ersten Blick nicht erkannt und nur durch eine aktive Exploration abgebildet werden können. Hierzu gehören beispielsweise die oft für Patienten schambehafteten Zwangs­phänomene. Wer nicht aktiv nach Zwangsgedanken (ITEM 30), Zwangsimpulsen (ITEM 31) oder Zwangshandlungen (ITEM 32) fragt, wird diesen, gerade auch bei Sportlern häufig vorkommenden Leidensbereich verpassen.&nbsp;</p>



<p>Weitere zentrale Wirkfaktoren einer Arzt-Patientenbeziehung und für Sportler in besonderem Masse wichtig sind die 3 V‘s:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Verfügbarkeit – auch telemedizinisch</li><li>Verlässlichkeit – auch über das Karriere-Ende hinaus</li><li>Vertraulichkeit – Fachbeziehung auf Augenhöhe</li></ul>



<p>Wichtig dabei ist, dass es für jede Form der Beratung, des Coachings oder einer Therapie nur einen Auftraggeber geben darf: Den Sportler selbst. Insofern sind die therapeutische Unabhängigkeit und niederschwellige Zugänglichkeit von entscheidendem Wert, ob ein Sportler, der psychisch erkrankt ist, Hilfe annimmt oder nicht. Eine breit angelegte auf die aktuelle Lebenssituation des Sportlers bezugnehmende somatische und psychiatrische Diagnostik und Differenzialdiagnostik mit Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung gerade auch junger Sportler, Ressourcen, dysfunktionale Regulationsmechanismen (e. g. stoffgebundene und stoffungebundene Süchte, Bedarf an Schmerzmitteln o. ä.)ist unumgänglich. 2010 hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) das Referat „Sportpsychiatrie und -psychotherapie“ gegründet. Via dieser Initiative und der hinterlegten Netzwerke haben Sportler die Möglichkeit, ortsnahe, niederschwellige und diskrete Unterstützung zu bekommen:&nbsp;</p>



<p>(→ Sportpsychiatrie – Referate – Die DGPPN – DGPPN Gesellschaft <a href="https://www.dgppn.de/die-dgppn/referate/sportpsychiatrie.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.dgppn.de/die-dgppn/referate/sportpsychiatrie.html</a>).</p>



<p><strong>Der Olympische Gedanke</strong></p>



<p>Das IOC wurde 1894 gegründet. Mit der Olympischen Idee sind Ideale wie das Streben nach Höchstleistungen, ein friedlicher Leistungsvergleich im Wettkampf, Freundschaft, Völkerverständigung sowie der Fairplay-Gedanke verbrieft. Die olympischen Ringe wurden von Pierre de Coubertin 1913 gestaltet. Fünf verschlungene Ringe in den Farben Blau, Gelb, Schwarz, Grün und Rot. Gemäß Pierre de Coubertin seien die Ringe symbolisch zu verstehen und meinen die fünf Erdteile, die durch diese Darstellung und die olympische Bewegung vereint sein sollen. Durch die Brille des Psychiaters fällt in Coubertins Darstellung des olympischen „Logos“ der schwarze Ring, der von den anderen Ringen stabilisiert und gehalten wird, auf. Die Lebenszeitprävalenz für Affekterkrankungen liegt in der Größenordnung von 1:4, entspricht also der Anzahl olympischer Ringe. Der schwarze Ring, der vielleicht auch als affektbelasteten Menschen gedeutet werden kann, der froh ist, von anderen gesunden Kettengliedern gehalten zu sein – denn: Wir alle könnten morgen schon von einer Depression betroffen sein – direkt oder indirekt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesundes Altern</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/applikation/8878/gesundes-altern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Meldungen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Applikation]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8354</guid>

					<description><![CDATA[Dr. Adam Carey, BSc, MA, MB, BChir, MRCOG, NTCC /Chairman of the European Specialist Sports Nutrition Alliance Die Alterung ist ein komplexer Prozess, der von einem fortschreitenden Verlust der physiologischen [...]]]></description>
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<p><strong>Dr. Adam Carey, BSc, MA, MB, BChir, MRCOG, NTCC /<br>Chairman of the European Specialist Sports Nutrition Alliance</strong></p>



<p><strong>Die Alterung ist ein komplexer Prozess, der von einem fortschreitenden Verlust der physiologischen Integrität gekennzeichnet ist und letztlich zu Funktionseinschränkungen und einer höheren Sterbewahrscheinlichkeit führt. Diese Veränderungen sind die Basis der primären Risikofaktoren für wichtige Erkrankungen des Menschen, wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen, Osteoarthritis und neurodegenerative Erkrankungen.&nbsp;</strong></p>



<p>In der „dritten Lebensphase“ ab dem Alter von 60 Jahren erleben wir die Auswirkungen des Alterungsprozesses als allmählichen Verlust von Funktion, Mobilität und Lebensqualität. Die gute Nachricht ist, dass dieser Funktionsverlust abgewendet werden kann. Daten weisen darauf hin, dass Personen, die während des traditionellen Erwachsenenalters die Möglichkeit hatten, sich um sich selbst zu kümmern, besser mit dieser Lebensphase zurechtkommen. Sie sind kräftiger, aktiver und haben eine höhere Lebensqualität. Wie können wir dafür sorgen, dass wir in unserem Leben weiterhin aktiv bleiben? Wichtig ist, dem Verlust von Muskelmasse vorzubeugen und damit die funktionale Alterung hinauszuzögern. Funktionale Alterung ist direkt mit einem Verlust an Muskelmasse assoziiert. Dieser kann aufgrund von fehlender Stimulation zum Erhalt der Muskelmasse auftreten oder aufgrund von Gelenkverletzungen oder Erkrankungen, die normalen körperlichen Aktivitäten einschränken, welche zum Erhalt der Muskelmasse wichtig sind.&nbsp;</p>



<p>Für die Entwicklung und den Erhalt magerer Körpermasse sind vier Punkte erforderlich:</p>



<p><strong>» </strong>Gewichtsbelastung, die wichtigste Stimulation für Entwicklung und Erhalt von Muskelmasse; &nbsp;</p>



<p><strong>» </strong>eine ausreichende Menge an Muskel-Bausteinen in Form von Aminosäuren aus proteinhaltigen Nahrungsmitteln;</p>



<p><strong>» </strong>ausreichende Energieaufnahme zur Unterstützung von Erhalt und Wachstum und</p>



<p><strong>» </strong>ausreichend Schlaf und Erholung, während der Reparatur und Aufbau stattfinden.&nbsp;</p>



<p><strong>Gelenkgesundheit</strong></p>



<p>Wenn Menschen älter werden, treiben sie oft nicht mehr regelmäßig Sport. Damit entfällt der Hauptstimulus für den Erhalt und die Entwicklung magerer Körpermasse. Gewichtsbelastun­gen sind entscheidend dafür, im ­Alter stark und vital zu bleiben. Selbst im Alter von über 80 Jahren ist es noch vorteilhaft, mit Gewichtstraining zu beginnen. Mit zunehmendem Alter ist eine ausreichende Proteinaufnahme essenziell und es wird angenommen, dass der Bedarf sogar höher ist als in jüngeren Bevölkerungsgruppen. Die aktuelle Empfehlung für die tägliche Proteinaufnahme liegt bei 0,8 g/kg Körpergewicht und es gibt Hinweise darauf, dass Personen über 50 Jahren sogar 1 g/kg Körpergewicht zu sich nehmen sollten. In der westlichen Welt ist eine zu geringe Kalorienaufnahme nur selten der Grund für schwindende Muskelmasse. Allerdings nehmen eine zu geringe Schlafqualität und -dauer bei älteren Personen zu. Werden diese Punkte erfüllt, ist es möglich, im Alter fitter und aktiver zu sein, als gedacht und dies kann Menschen dabei unterstützen, die physiologische Funk­tion und Lebensqualität im Alter zu erhalten.&nbsp;</p>



<p>Verletzungen oder Gelenksdegeneration, die zu Inaktivität führen, sind ein weiterer wichtiger Grund für den Verlust magerer Körpermasse. Gelenkschmerzen und -beschwerden nehmen mit dem Alter zu und könnten der Hauptgrund für fehlende sportliche Betätigung sein. Wird Sport getrieben, leiden 36 % der jüngeren Menschen an muskuloskelettalen Erkrankungen und dieser Wert steigt auf 68 % bei den über 65-Jährigen. Gelenkschmerzen und -beschwerden sind die häufigsten Leiden bei Personen unter 65 Jahren und die zweithäufigsten bei Personen über 65 Jahren, wobei 25 % der Erwachsenen an Knieproblemen leiden [1]. Früher wurde versucht, Gelenkschmerzen mit antientzündlichen Medikamenten wie nicht-steroidalen antiinflammatorischen Arzneimitteln (NSAID) oder Inhaltsstoffen von Lebensmitteln wie Curcumin, Weihrauch, essenziellen Omega-3-Fettsäuren, An­ti­oxi­danzien einschließlich Vitamin C und Gelenkbausteinen wie Glucosamin und Chondroitin zu behandeln. NSAID haben zwar ihren festen Platz in der Behandlung von Gelenkschmerzen, bringen jedoch auch bedeutende Nebenwirkungen mit sich und sind die häufigste Ursache von gastrointestinalen Blutungen. In der täglichen Routine wird zudem oft der deutliche hypertensive Effekt von NSAID im Alltag vergessen.&nbsp;</p>



<p><strong>UC-II<sup>®</sup> nicht dentaturiertes Kollegane Typ II</strong></p>



<p>Kürzlich wurde UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II als möglicher Kandidat für die Bekämpfung von Gelenkbeschwerden identifiziert. Dabei handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, das in einem speziellen patentierten Herstellungsverfahren mit niedrigen Temperaturen und ohne Enzymeinsatz aus dem Brustbein von Hühnern gewonnen wird. Das Kollagen bleibt in seiner wichtigen, nicht denaturierten Form erhalten und wird in verschiedenen oralen Darreichungsformen angeboten. Der dazugehörige Wirkmechanismus ist interessant und unterscheidet sich von anderen Nahrungsergänzungsmitteln für die Gelenksgesundheit auf dem Markt. Andere Inhaltstoffe von Ergänzungsmitteln benötigen große Mengen eines Gelenkbausteins. UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II wirkt vermutlich über orale Toleranz, die auf eine Interaktion zwischen UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertem Kollagen Typ II und den Immunzellen der Peyer-Plaques im Dünndarm zurückgeht. Die in dieser Interaktion gebildeten regulatorischen T-Zellen produzieren antientzündliche Zytokine in den Gelenken, die wiederum eine symptommodulierende und reparierende Wirkung auf die Gelenke haben. In mehreren klinischen Studien wurde gezeigt, dass UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II nicht nur bei Personen mit Osteoarthritis (OA), sondern auch bei Gesunden vorteilhaft für die Gelenke ist. 2002 zeigten Bagchi et al. erfolgreich, dass Frauen mit Gelenkproblemen einen klinisch bedeutsamen Nutzen bei der Gelenkgesundheit erreichen konnten. Später wurden in zwei weiteren klinischen Studien (Crowley et al und Lugo et al) ähnliche Vorteile bei Personen mit OA des Knies bestätigt [2 – 4]. In diesen kontrollierten Studien hatte UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II auf dem WOMAC-Score eine statistisch signifikant höhere Wirksamkeit als Glucosamin und Chondroitin. Eine randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Studie (Lugo et al) ergab, dass UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II bei gesunden Erwachsenen mit Gelenkschmerzen nach Treppensteigen die Erholung nach der Belastung im Vergleich zur Baseline signifikant verbesserte [3]. UC-II<sup>®</sup> wird einmal täglich in einer geringen, wirksamen Dosis eingenommen und macht es älteren Verbrauchern damit leichter, das Mittel zu schlucken und an die Einnahme zu denken. Kapseln sind dank einiger entscheidender Vorteile – insbesondere bei der Verbraucher-Compliance – die bevorzugte Darreichungsform von UC-II<sup>®</sup>. Sie sind ein sicheres Behältnis und schützen das nicht denaturierte Kollagen Typ II.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/10/Lonza_Adv1_saez0321-1-1024x728.jpg" alt="" class="wp-image-8356"/></figure>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Der Alterungsprozess ist ein komplexes Thema, das sich ständig weiterentwickelt. Die Wissenschaft wird sicher bald einige neue Geheimnisse lüften können. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir schon heute auf vieles Einfluss nehmen können. Ein aktiver Lebensstil, eine gesunde Ernährung mit der richtigen Mischung aus Makronährstoffen, ausreichend Schlaf und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie UC-II<sup>®</sup> nicht denaturiertes Kollagen Typ II können uns helfen, in Würde zu altern.&nbsp;</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Bunt CW, Jonas EE, Chang JG. Am Fam Physician. 2018;98:576 – 585.</em></p>



<p><em>[2] Bagchi D, et al. Int J Clin Pharm Res. 2002;22:101 – 110.&nbsp;</em></p>



<p><em>[3] Crowley, et al. Int J Med Sci. 2009;6:312 – 321.</em></p>



<p><em>[4] Lugo JP, et al. J Int Soc Sports Nutr. 2013;10:48.</em></p>



<p></p>



<p><strong>Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte unter <a href="mailto:UC-II@lonza.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UC-II@lonza.com</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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	</channel>
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