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	<title>Dr. med. dent. Matthias Roßberg, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Mar 2026 11:04:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<title>Dr. med. dent. Matthias Roßberg, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Leistenhernie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21630/leistenhernie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Guido Woeste,&#160;Jörn Bremer,&#160;Kevin Myles&#160;,&#160;Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorstellung und geplanter Vorgang (Prof. Dr. med. Guido Woeste) Wir berichten von zwei Patienten, die für eine geplante Operation einer Leistenhernie ein Prähabilitationsprogramm durchgeführt haben: Fall 1 Herr Palmer stellte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><b>Vorstellung und geplanter Vorgang (Prof. Dr. med. Guido Woeste)</b></h2>
<p><b>Wir berichten von zwei Patienten, die für eine geplante Operation einer Leistenhernie ein Prähabilitationsprogramm durchgeführt haben:</b></p>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p>Herr Palmer stellte sich am 12.03.2025 erstmals in meiner Sprechstunde vor. Der 39-jährige Mann beschrieb, seit ca. zwei Monaten Schmerzen im Bereich der linken Leiste zu haben. Bei der Untersuchung zeigte sich eine gut reponible Leistenhernie auf der linken Seite, die auch im Ultraschall bestätigt wurde. Bis auf eine minimal-invasive Leistenhernienoperation rechts erfolgten keine abdominellen Voroperationen. Der BMI lag bei 26,3. Ich empfahl ihm die minimal-invasive Operation der Leistenhernie in TAPP-Technik. Die Operation wurde am 17.04.2025 wie geplant durchgeführt. In laparoskopischer Technik wurde ein 12 x 17 cm großes Kunststoffnetz eingelegt. Am Nachmittag des Operationstages konnte er nach Hause entlassen werden. In der Kontrolle sechs Tage nach der Operation, beschrieb der Patient kaum Beschwerden. Bei der Untersuchung zeigte sich eine Schwellung im Bereich der linken Leiste mit leichtem Druckschmerz. Bei der erneuten Vorstellung vier Wochen nach der Operation war die zuvor festgestellte Schwellung nicht mehr erkennbar und es bestanden keine Schmerzen mehr.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p>Die Vorstellung von Herrn Dr. Roßberg erfolgte mit einer Schwellung im Bereich der linken Leiste. Die Untersuchung inkl. Ultraschall ergab eine Leistenhernie links. Dem sportlichen, schlanken (BMI 25,4) Patienten empfahl ich die minimal-invasive Operation der Leistenhernie mit Netzeinlage. Der Eingriff wurde für den 14.11.2025 geplant. Aufgrund eines Infektes musste der Patient die Operation absagen. Bei einer Kontrolluntersuchung vier Wochen später war die zuvor diagnostizierte Schwellung nicht mehr zu tasten. In der Ultraschalluntersuchung konnte noch eine kleine Bruchlücke gesehen werden, allerdings ohne eine relevante Vorwölbung beim Pressen. Die zuvor beschriebenen Beschwerden bestanden nicht mehr. Daher verzichteten wir auf eine Operation.</p>
<p>(Mehr zu Operationen von Leistenhernien finden Sie <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21598/praehabilitation-in-der-hernienchirurgie/">HIER</a>)</p>
<h2><b>Prähabiltation aus physiotherapeutischer Sicht (Jörn Bremer)</b></h2>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p><strong>Patientenvorstellung:</strong> Der Patient ist männlich, 39 Jahre alt und Freizeitsportler (zwei- bis dreimal Tennis die Woche inklusive Medenspiele). Beruflich ist der Patient Selbständig im Vertrieb und hat dementsprechend eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit. Die gesundheitliche Vorgeschichte zeigt bereits eine Leistenbruchoperation auf der rechten Seite vor 15 Jahren. Laut eigener Schilderung dauerte es damals ca. ein Jahr bis zur völligen Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und dem „Return to Competition“ im Fußball. Das Prähabilitationsprogramm dieses Patienten startete acht Wochen vor der geplanten Operation. Der Leistenbruch der linken Seite kam zustande beim Tennis spielen. Der Patient schilderte, er habe beim Ausholen und Rotieren des Oberkörpers (Aufschlag) ein „Poppen“ oder „Reißen“ gespürt. Symptomatisch bei diesem Fall zeigte sich das charakteristische Heraustreten einer Beule bei schon geringer Belastung an der linken Leiste. Ausserdem kam es zu diffusen Schmerzen (VAS 5/10) im Bereich der linken Leiste. Der Patient schilderte außerdem seine persönlichen Ängste: Angst vor einer (gefühlten) Instabilität des Rumpfes und Unsicherheit über das Ausmaß der Verletzung und die damit verbundene Behandlung und Rehabilitation, vor allem auf Grund seiner bestehenden Erfahrung mit der Verletzung und der damals sehr langen Rehabilitation.</p>
<p><strong>Anamnese:</strong> In der physiotherapeutischen Erstanamnese wurde zunächst ein Erstgespräch geführt, in dem der Patient seine oben beschriebene aktuelle Situation sowie seine Krankheitsgeschichte erklärte. Danach wurde die Anamnese des Bewegungsapparates durchgeführt. Der Sichtbefund der Körperstatik im Stehen zeigte eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule. Außerdem auffällig war der „Stand-and-Reach“-Test, bei dem sich zwischen Patienten-Finger und Boden 10 cm Abstand zeigten. In der Befundung der passiven Beweglichkeit der beiden Hüftgelenke in Rückenlage zeigten sich die größten Einschränkungen in der Hüftgelenksrotation in 90 Grad Flexion. Auf beiden Seiten wurden ein Bewegungsausmaß von 25/0/35 festgestellt (Norm: ca. 40-0-50° <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Hüftbeweglichkeit">https://flexikon.doccheck.com/de/Hüftbeweglichkeit</a>). Abschließend wurde die Bauchmuskulatur getestet, indem der Patient in Rückenlage mit angestellten Beinen den Kopf heben sollte. Hierbei kam es zum sichtbaren und spürbaren heraustreten der Leiste auf der linken Seite.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Ziele der Prähabilitation:</strong> Mit dem Patienten zusammen wurden nach der Anamnese Ziele der Prähabilitation festgelegt. Der Patient schilderte, er möchte bestmöglich auf die anstehende OP vorbereitet werden. Aufklärung über den Eingriff und die damit verbundenen Einschränkungen vor und nach der OP wurden mit dem Arzt besprochen und mit dem Physiotherapeuten noch einmal durchgegangen. Dem Patienten wurde erklärt, Belastungsspitzen für die Verletzung in der Zeit vor der OP und die Zeit der Rehabilitation zu vermeiden. Außerdem sollten in der Zeit der Vorbereitung auf die OP, Symptome wie Schmerz und verringerte Beweglichkeit durch passive, physiotherapeutische Behandlungen reduziert werden. Die Ziele der Trainingstherapie wurden zusammen mit dem Patienten definiert. Hierbei wurde für diesen Patienten eine Haltungsschulung festgelegt, um die Hyperlordose zu verbessern und dem Patienten eine bessere Rumpfkontrolle zu ermöglichen (Übungen und genauere Beschreibung im Teil der Trainingstherpie). Zu guter Letzt sollte auch der allgemeine Stoffwechsel des Körpers verbessert werden. Ein sanftes Ausdauertraining auf dem Radergometer und Cross-Trainer mit einer Belastung von ca. 40 – 50 % der Vo2max sollten die Ausgangssituation des Herz-Kreislauf-Systems und die Durchblutung verbessern, um die bestmögliche Blutversorgung und damit auch den Abtransport von Stoffwechselrestprodukten aus der OP-Region zu gewährleisten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Physiotherapeutische Behandlung:</strong> Die physiotherapeutische Behandlung wurde begleitend zum Training einmal pro Woche für eine Stunde durchgeführt. Neben passiven Behandlungen wurde auch immer wieder kontrolliert, ob der Patient sich mental gut vorbereitet fühlt und ob noch offene Fragen zu klären sind. In den Behandlungen wurde der Fokus auf die gefundenen Defizite der Erstanamnese gelegt. So wurden durch Weichteiltechniken Verspannungen und muskuläre Dysbalancen im Bereich der Oberschenkel (Vor- und Rückseite), der Gesäßmuskulatur sowie des Rückens behandelt.<span class="Apple-converted-space">  </span>Vor allem aber wurde zusätzlich zu der aktiven Mobilisation in der Trainingstherapie auch die passive Beweglichkeit der Hüften verbessert. Hier wurden die Weichteiltechniken kombiniert mit passiver Dehnung der Hüftgelenks-umliegenden Muskultur und CHRS-Techniken (Contract-hold-Relax-stretch nach Sölveborn 1983). Im Verlauf der Behandlung und des Trainings konnten hier eine Woche vor der Operation bereits Verbesserungen der Hüftgelenksrotation festgestellt werden. Die Beweglichkeitsgrade des Patienten von anfänglich 25/0/35 wurden deutlich auf 35/0/40 gesteigert. Der Patient schilderte kurz vor der Operation deutlich merkbare Verbesserungen der Beweglichkeit (Subjektiv wie objektiv dargestellt), ein besseres Körpergefühl im Bereich des Rumpfes sowie bessere Kontrolle. Auf jegliche Arten der passiven physikalischen Therapien wurde aufgrund nicht vorhander Möglichkeiten verzichtet.</p>
<p><strong>Rehabilitation:</strong> Kurz zusammengefasst verlief die Reha im Anschluss an die Operation komplikationsfrei. In der Woche nach der Operation wurden Lymphdrainage-Techniken zur Entstauung des Wundgebiets durchgeführt. Ebenso wie sanftes Mobilisieren der Hüften im schmerzfreien Bereich und Atemtechniken zur leichten Aktivierung der Bauchmuskulatur. Zwei Wochen nach der Operation durfte der Patient wieder leichte Aktivitäten ausüben. Ein sanfter Einstieg in das Rehaprogramm (Bauchtraining, Mobilisation, Ausdauertraining auf dem Radergometer) sowie der Einstieg in den Tennissport (leichtes hin und her-spielen mit dem Sohn) wurde ohne Nebenwirkungen vom Patienten toleriert. Bereits vier Wochen post-OP stieg der Patient mit Erlaubnis des Arztes und Absprache mit Physiotherapeuten und Trainer in die Vorbereitung ein für die Tennis Medenrunde, auch weil die Progression der Trainingstherapie und die problemfreie Steigerung im Rehaprogramm ohne Nebenwirkungen verlief. Acht Wochen nach der Operation startete der Patient sein erstes Tennisturnier der Medenrunde.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p><strong>Patientenvorstellung:</strong> Der Patient ist männlich, 51 Jahre alt und leistungsorientierter Freizeitsportler im Bereich Krafttraining (zwei bis drei Einheiten pro Woche) sowie einer Geschichte im leistungsorientierten Judosport. Er ist selbstständiger Zahnarzt. Die gesundheitliche Vorgeschichte bezieht sich vor allem auf das rechte Bein: Zwei operierte Kreuzbandrisse im rechten Knie im Jugendalter sowie ein Abriss des M. Rectus Femoris mit Refixation an der Spina ilica anterior superior durch Schraube stehen bereits zu Buche. Heute zeigt sich das rechte Bein mit einer deutlichen Varusabweichung im rechten Knie, was dem Patienten allerdings laut eigener Aussage keine Probleme macht. Der Leistenbruch auf der linken Seite kam durch starkes Krafttraining. So schilderte der Patient, es sei ihm in die Leiste „gefahren“, als er einarmiges Rudern mit der Kurzhantel (60Kg) durchführen wollte. Die Verletzung wurde durch den Arzt diagnostiziert und ist nicht durch das typische Heraustreten einer Beule erkennbar. Der Patient schilderte, er habe zwar keine großen Schmerzen (VAS 2/10) aber er fühle sich unsicher, was er zum aktuellen Zeitpunkt noch dürfe und wie er sich am besten auf die Operation vorbereite. Der Patient kam acht Wochen vor der geplanten Operation in unsere Einrichtung.</p>
<p><strong>Anamnese:</strong> Der Patient befand sich in einer guten körperlichen Verfassung und war sehr muskulös. Im Sichtbefund waren außer der sehr deutlichen Varusstellung des rechten Knies, keine aussagekräftigen Abweichungen zu erkennen. Im <a href="https://sport-iat.de/testothek/detail/stand-and-reach">Stand-and-Reach-Test</a> wurde ein Defizit von 5 cm festgestellt. Die größten Einschränkungen wurden auch bei diesem Patienten im Bereich der passiven Innenrotation des rechten Hüftgelenks festgestellt (20/0/40). Eventuell als Folge der vielen Operationen am rechten Beinkomplex. Beim Test der Bauchmuskulatur in Rückenlage konnte die Verletzung nur durch fehlende Spannung im verletzten Gebiet ertastet werden, war aber nicht sichtbar zu erkennen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Ziele der Prähabilitation:</strong> Als Ziele wurden, zusammen mit dem Patienten, folgende Punkte definiert: Aufklärung über Wundheilung war für ihn aufgrund seiner beruflichen Situation nicht wichtig. Im Vordergrund sollten das Vermindern von muskulären Dysbalancen stehen sowie die Verbesserung der Beweglichkeit der rechten Hüfte. In der Trainingstherapie vor allem die Rumpfkontrolle und die Stabilität der Lenden-Becken-Hüft-Region im Hauptfokus liegen. Darüber hinaus das Erlernen der adäquaten Anpassung der Trainingsintensität zu Vorbereitung der Operation. Außerdem wurde für die Zeit der Prähabilitation ein genauer Ernährungsplan eingehalten (siehe Patiententeil).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Physiotherapeutische Behandlung:</strong> Die Physiotherapie wurde begleitend zur Trainingstherapie einmal die Woche für eine Stunde durchgeführt. Der Fokus dieser Einheiten lag symptomatisch auf dem Verringern von muskulären Dysbalancen vor allem im Bereich des rechten Hüftgelenks. Weichteiltechniken und Dehnungen im Bereich der Oberschenkel Vor- und Rückseite sowie der Gesäßmuskulatur und der Lendenwirbelsäule zeigten sich beim Patienten als wohltuend und beweglichkeitsfördernd (nach 8 Wochen Hüftgelenksrotation rechts bei 30/0/40). Der Patient schilderte zunehmend weniger Probleme im Alltag zu haben und ein Gefühl von besserer Rumpfkontrolle sowie vermehrter Mobilität.</p>
<p><strong>Rehabilitation:</strong> Aufgrund zeitlicher Engpässe des Patienten wurde die erste Operation zunächst vier Wochen weiter verschoben. Der Patient hielt sich weiterhin an sein Trainingsprogramm und machte Fortschritte. Wegen deutlichen Verbesserungen der Symptome und keinerlei Einschränkungen im Beruf und Alltag wurde vor der zweiten Operation der Arzt erneut konsultiert und musste bei der Ultraschalluntersuchung feststellen, dass die Leistenverletzung klinisch nicht mehr nachweisbar war, trotz (?) wiedererreichter vollständiger Trainingsbelastung. Bis auf weiteres und unter regelmäßigen Kontrollen wurde von der Operation abgesehen. Zusammen mit dem Patienten wurde dann das weitere Vorgehen besprochen. Dieses beinhaltete weitergehende, aber ausschleichende physiotherapeutische Behandlungen, vor allem eine langsame und sich stetig steigernde Trainingstherapie.</p>
<h2><b>Prähabiltation aus trainingstherapeutischer Sicht (Kevin Myles)</b></h2>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p>Zu Beginn zeigte sich eine deutlich eingeschränkte Mobilität im Hüftbereich, was sich auch in der Übungsausführung widerspiegelte. Der anfängliche Schwerpunkt lag daher auf der Verbesserung der Hüftbeweglichkeit in allen Bewegungsrichtungen. Angrenzende Gelenke wie Sprung-, Kniegelenke und Wirbelsäule wurden bewusst einbezogen, um ein ganzheitliches Bewegungskonzept umzusetzen. Aufgrund stark ausgeprägter Einschränkungen kamen zur Verbesserung der Sprunggelenksmobilität überwiegend manuelle Techniken zum Einsatz. Die Hüftmobilisation erfolgte über kombinierte Übungen zur Innen- und Außenrotation sowie zu Flexion und Extension. Nach ersten spürbaren Verbesserungen wurde das Training schrittweise um Kräftigungsübungen für Hüftmusku­latur und Rumpf ergänzt. Der Fokus lag zunächst auf isometrischen Übungsformen, die dehnende und kräftigende Reize in teilweise unsicheren Bewegungsradien setzten. Eine zentrale Übung war der statische freie Kniebeugensitz („Horse Stance“), bei dem die Hüfte kontrolliert abgesenkt und die Position bei stabiler Wirbelsäulenhaltung gehalten wurde. Die Haltezeiten wurden progressiv gesteigert. Ergänzend kamen Rumpfstabilisierungsübungen auf stabilem und instabilem Untergrund sowie isometrische Rotationsübungen wie der Pallof Press zum Einsatz. Ziel war eine verbesserte neuromuskuläre Kontrolle und Belastungstoleranz im Hüft- und Rumpfbereich. Im weiteren Verlauf etablierten sich mehrere besonders effektive Übungen, die dauerhaft in das Training integriert wurden.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p>Zu Beginn wurden gezielt Übungen ausgewählt, die als vorbereitender trainingstherapeutischer Ansatz dienten und die in der Anamnese festgestellten Dysbalancen adressierten. Der Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Beweglichkeit des linken Sprunggelenks, der Mobilität und Kräftigung der beidseitigen Adduktorenkette sowie der Innenrotation der rechten Hüfte. Ziel war es, funktionelle Voraussetzungen für komplexere Übungsformen zu schaffen und das Bewegungssystem ganzheitlich vorzubereiten. Zur Verbesserung der Sprunggelenksmobilität kamen einfache, selbstständig durchführbare Übungen zum Einsatz, wie ein enger Ausfallschritt vor einer Wand mit kontrollierter Vorschubbewegung des Knies zur Förderung der Dorsalflexion sowie eine Übung mit Widerstandsband, bei der das Sprunggelenk aktiv in beide Richtungen gekreist wurde.</p>
<p>Zur Verbesserung der Hüftrotation wurde eine Standübung mit erhöht positioniertem Fuß gewählt, um eine ausgeprägte Außenrotation zu erzeugen. Durch den Einsatz eines leichten Zusatzgewichts erfolgte aus dieser Position ein aktives Dehnen der Gluteusmuskulatur. Alle Übungen wurden beidseitig und mit variierender Inten­sität durchgeführt. Mobilitätsübungen erfolgten konsequent nach dem Prinzip des „Stretch under Load“. Eine weitere Übung zielte auf die verbesserte Ansteuerung der Hüftbeugemuskulatur ab und wurde in einer Stützübung zwischen zwei erhöhten Kisten durchgeführt. Durch kontrolliertes Absenken und anschließendes Anheben des Beines wurde der Hüftbeuger gedehnt und die vordere Muskelkette, insbesondere der Psoas, aktiviert. Zur gezielten Verbesserung der Innenrotation kam ergänzend eine Widerstandsübung in Bauchlage mit 90-Grad-Beugung zum Einsatz. Insgesamt konnten aufgrund der guten körperlichen Ausgangsverfassung bereits fortgeschrittenere Übungen integriert werden.</p>
<h2><b>Patient Voice</b></h2>
<h3><b>Fall 1 (Franco Palmer)</b></h3>
<p>Vor fünfzehn Jahren wurde ich erstmals an einer Leistenhernie rechts operiert. Die Genesung war langwierig, schmerzhaft und psychisch belastend – ein Jahr dauerte es, bis ich mich wieder vollständig belasten konnte. Als kürzlich eine Leistenhernie links diagnostiziert wurde, entschied ich mich für einen völlig anderen Weg, der meine OP-Erfahrung grundlegend verändern sollte. Die ersten Anzeichen spürte ich während eines Tennisspiels als „Plopp“. Anfangs versuchte ich, die Beschwerden selbst zu kontrollieren, trainierte weiter und ergänzte mein Programm durch Rumpfkräftigung. Mit der Zeit bildete sich jedoch eine schmerzhafte Vorwölbung, die ärztlich abgeklärt wurde. Statt auf die Operation zu warten, begann ich ein strukturiertes Prähab-Programm. Fokus waren Hüft- und Gesäßmuskulatur sowie tiefe Rumpfstabilisatoren. Gleichzeitig informierte ich mich intensiv über den Eingriff. Diese Kombination aus körperlicher Vorbereitung und Wissen war entscheidend. Die psychologische Wirkung war enorm: Durch aktive Vorbereitung, Verständnis des Eingriffs und Begleitung durch Prof. Dr. Guido Woeste, Physiotherapeut Jörn Bremer und Fitnesstrainer Kevin Myles fühlte ich mich sicher und mental ruhig – ein starker Kontrast zur ersten Operation. Die körperlichen Vorteile zeigten sich unmittelbar: Schon etwa 30 Minuten nach der Operation konnte ich aufstehen und zur Toilette gehen. Gut trainierte Hüft- und Gesäßmuskeln ermöglichten Stabilität und frühe Mobilisation, wodurch Heilung und Durchblutung gefördert wurden. Nur drei Stunden nach dem Eingriff konnte ich nach Hause, die Rehabilitation begann sofort mit vorsichtiger Mobilisation, Atemarbeit und progressivem Training. Nach zwei Wochen spielte ich erste leichte Tennisbälle, nach vier Wochen nahm ich wieder am Medenrundenspiel teil – stabil, leistungsfähig und mit hohem Körpervertrauen. Dass meine Fitness nach diesen vier Wochen genauso gut war wie vor der OP, ließ sich auch mittels Bioimpendanzanalyse (BIA Systems) objektiv überprüfen und darstellen. Prähabilitation verkürzte nicht nur meine Genesungszeit, sondern stärkte Vertrauen, mentale Stärke und körperliche Widerstandsfähigkeit. Rückblickend war sie der entscheidende Faktor für eine kontrollierte, selbstbestimmte und erfolgreiche Heilung.</p>
<h3><b>Fall 2 (Dr. Matthias Roßberg)</b></h3>
<p>Im Rahmen eines Krafttrainings kam es beim einarmigen Kurzhantel-Rudern mit 60 kg zu einer akuten Verletzung der linken Leistenregion. Ich verspürte sofort einen ziehenden, stechenden Schmerz mit sicht- und tastbarer Vorwölbung, sodass das Training abgebrochen werden musste. Zwei Tage später stellte sich die Diagnose einer linksseitigen Leistenhernie bei Prof. Woeste. Die umfassende Aufklärung über Anatomie, Pathophysiologie sowie operative und konservative Optionen war für mich entscheidend – dies reduzierte Angst, Unsicherheit und Schonverhalten. Da keine Einklemmung vorlag und die Beschwerden belastungsabhängig waren, begann ich sofort eine strukturierte Prähabilitation. Ziel war nicht die Heilung der Hernie, sondern die Optimierung des entzündlichen Milieus, Verbesserung der Gewebequalität, Reduktion der Schmerzen und Steigerung der Belastbarkeit. Physiotherapeutisch wurde schrittweise die Rumpf-, Hüft- und Beckenstabilität aufgebaut. Beschwerden dienten als Orientierung zur Anpassung von Intensität und Trainingsumfang, was Vertrauen in die eigene Belastbarkeit stärkte und die interdisziplinäre Zusammenarbeit förderte. Ernährungsmedizinisch achtete ich auf entzündungsarme, eiweißreiche Kost, ergänzt durch Mikronährstoffe und Aminosäuren zur Unterstützung von Regeneration, Schlaf und Gewebesynthese: Magnesiumbisglycinat/-threonat zur neuromuskulären Entspannung, Glycin zur Kollagensynthese und Schlafverbesserung, Omega-3-Fettsäuren, Boswellia und Curcumin zur Modulation entzündlicher Prozesse sowie Ausgleich eines Vitamin-D-Mangels. Adaptogene wie Ashwagandha verbesserten Stressresilienz und Schlafqualität. Body-Mind-Interventionen mit Atem- und Entspannungsübungen regulierten das autonome Nervensystem, reduzierten sympathische Überaktivität und Muskelspannung. Dadurch verbesserten sich Schlaf, Körperwahrnehmung und subjektive Schmerzintensität, was die physiotherapeutische Belastungssteigerung erleichterte. Im Verlauf von Wochen nahm die Symptomatik kontinuierlich ab. Nach drei Monaten bestand vollständige Beschwerdefreiheit im Alltag und nahezu vollständige sportliche Belastbarkeit. In der Kontrolle bei Prof. Woeste zeigte sich kein operativer Behandlungsbedarf. Aus Patientensicht war die Kombination aus fundierter chirurgischer Aufklärung, strukturierter physiotherapeutischer Belastungssteuerung, gezielter Supplementierung und Body-Mind-basierter Stressreduktion der entscheidende Prähabilitationsfaktor. Sie reduzierte Angst, förderte Eigenverantwortung und ermöglichte eine stabile funktionelle Wiederherstellung ohne Operation.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Prehabilitation (Prehab)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20731/prehabilitation-prehab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger,&#160;Dr. med. dent. Matthias Roßberg,&#160;Dr. med. Stephan Hub&#160;,&#160;Dr. med. Alexander-Stephan Henze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2025 12:41:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[„Prehabilitation is defined as a structured process that aims to increase an individual’s functional capacity—including psychoneuroimmunological functions—prior to an anticipated medical or surgical intervention“ In addition to the article Mind-Body [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><em>„Prehabilitation is defined as a structured process that aims to increase an individual’s functional capacity—including psychoneuroimmunological functions—prior to an anticipated medical or surgical intervention“</em></h3>
<p><b>In addition to the article </b><a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/"><b>Mind-Body Medicine Completes Sports Medicine</b></a><b> (Erbeldinger, R. 2025, published in THE MIND Bulletin on Mind-Body Medicine Research, 7, 23-30) (12), we would like to take this opportunity to present our definition of the increasingly important term “prehabilitation” (prehab) in order to provide you with some guidance:</b></p>
<p><em><a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/">Prehabilitation</a> (Prehab 1-10) during the first medical encounter / visit is a <strong>proactive</strong> (15) and individualized approach that prepares </em><em>educationally </em><em>each patient (non-patient) for anticipated stressors*, but also for unexpected events and functional impairments related to pending treatments (in this context, Motivational Interviewing (12) proves to be an appropriate method, which can subsequently be transferred into the setting of Shared Medical Appointments (11) to enhance both effectiveness and cost-efficiency). It is tailored to personal needs, conditions, requirements and capacities, and is applied independently of whether the therapeutic pathway involves surgery or non-surgical interventions.</em></p>
<p><em>Furthermore a structured, individualized prophylaxis (12) can evolve in non-patients (12) through regular screenings, as exemplified by dental care. This approach not only maintains health but also co-develops with the adaptive <strong>immune system</strong> (13) along the lifespan, enabling specific protective responses to emerge and strengthen over time.</em></p>
<h3><em>&#8222;Education (14) is an essential component of translational sports medicine prehabilitation, as it paves the way for self-management (patient) and thus creates the basis for prophylaxis (12) and self-care (16) – non-patient (12).&#8220;</em></h3>
<p><em>* Surgical intervention is of particular relevance to prehabilitation, as it reprents a controlled trauma that triggers a post-aggression metabolism, requiring targeted consideration of physical, psychological and psychosocial dimensions.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literature</strong></p>
<ol>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/19447/prehabilitation-als-biologische-vorbereitung-des-patienten/?utm_source=chatgpt.com">Schek, A., &amp; Erbeldinger, R. (2025).<em>Prähabilitation als biologische Vorbereitung des Patienten: Einfluss von Exercise &amp; Nutrition bei orthobiologisch regenerativen Therapien</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2465/prehabilitation/?utm_source=chatgpt.com">Bloch, W. (02/17).<em>Prehabilitation</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18993/praehabilitation-des-vorderen-kreuzbandes/?utm_source=chatgpt.com">Valle et. al  (01/25) <em>Prähabilitation des vorderen Kreuzbandes</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20530/vorbereitung-auf-die-hueft-op/?utm_source=chatgpt.com">Beardi, J. (03/25).<em>Precare – Vorbereitung auf die Hüft-OP: Welche prähabilitativen Maßnahmen sind sinnvoll?</em>sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=BE4wV2J0Ph8">sportärztezeitung (2024). <b>Prehabilitation des vorderen Kreuzbandes – Fokus Ernährung</b> </a>YouTube</li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/20510/praehabilitation-in-der-orthopaedie/?utm_source=chatgpt.com">Sattler, C., &amp; Gatzka, C. (03/25). <em>Prähabilitation in der Orthopädie (Target Action Before Orthopedic Surgery, TABOS)</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/14228/praehabilitation/?utm_source=chatgpt.com">Gränicher, P. (02/23). <em>Prähabilitation – Einsatz vor VKB-Rekonstruktion</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18823/effektivitaet-von-praehabilitationsinterventionen-vor-operationen/?utm_source=chatgpt.com">Marshall, R. P. (2025).<em>Effektivität von Prähabilitationsinterventionen vor Operationen</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19836/praehabilitation-2/?utm_source=chatgpt.com">Schmid, A., &amp; Gränicher, P. (02/25). <em>Prähabilitation – individualisiertes präoperatives Trainingsprogramm</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20586/fast-track-und-praehabilitation/">Grifka, J (03/25). Fast track und Prähabilitation. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20203/group-medical-visits/?utm_source=chatgpt.com">Erbeldinger, R. (2025).<em>Group Medical Visits: SMA Shared Medical Appointments – Zukunft der Prävention, Prophylaxe und Lifestylemedizin in der Sportmedizin</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/">Erbeldinger, R. (2025). Mind-Body Medicine Completes Sports Medicine: Development of a Prophylaxis Model Through Sports Medicine.<em>THE MIND Bulletin on Mind-Body Medicine Research</em>, 7, 23-30.</a> <a href="https://doi.org/10.61936/themind/202504306">https://doi.org/10.61936/themind/202504306</a></li>
<li>Schubert, C. (2025). <em>Immunsystem neu gedacht</em>. Arkana, S. 89.</li>
<li><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28967562/">McRae M, Hancock MJ. Adults attending private physiotherapy practices seek diagnosis, pain relief, improved function, education and prevention: a survey. J Physiother. 2017 Oct;63(4):250-256.</a> doi: 10.1016/j.jphys.2017.08.002. Epub 2017 Sep 28. PMID: 28967562.</li>
<li>Schubert, C. (2025). <em>Immunsystem neu gedacht</em>. Arkana, S. 86.</li>
<li><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8820316/">Benson H. Commentary: self-care, the three-legged stool, and remembered wellness. J Cardiovasc Nurs. 1996 Apr;10(3):1-3.</a> doi: 10.1097/00005082-199604000-00002. PMID: 8820316.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prähabilitation (Prähab)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20728/praehabilitation-praehab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger,&#160;Dr. med. dent. Matthias Roßberg,&#160;Dr. med. Stephan Hub&#160;,&#160;Dr. med. Alexander-Stephan Henze]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2025 12:33:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=20728</guid>

					<description><![CDATA[„Prehabilitation is defined as a structured process that aims to increase an individual’s functional capacity—including psychoneuroimmunological functions—prior to an anticipated medical or surgical intervention“ In Ergänzung an den Artikel Mind-Body [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><em>„Prehabilitation is defined as a structured process that aims to increase an individual’s functional capacity—including psychoneuroimmunological functions—prior to an anticipated medical or surgical intervention“</em></h3>
<p><strong>In Ergänzung an den Artikel <a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/">Mind-Body Medicine Completes Sports Medicine</a> (Erbeldinger, R. 2025, erschienen in THE MIND Bulletin on Mind-Body Medicine Research, 7, 23-30) (12) möchten wir Ihnen an dieser Stelle unsere Definition für den immer mehr an Bedeutung gewinnenden Begriff der Prähabilitation (Prähab / Prehab) vorstellen, um Ihnen eine Orientierung bieten zu können:</strong></p>
<p><em><a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/">Prähabilitation</a> (Prehab 1-10) beim ersten medizinischen Kontakt / Besuch ist ein <strong>proaktiver</strong></em> (15) und<em> individueller Ansatz, der jeden Patienten – ebenso wie den Nicht-Patienten (non-Patient) – auf erwartbare Belastungen*, aber auch unerwartete Geschehnisse und funktionelle Einschränkungen im Zusammenhang mit anstehenden Behandlungen edukativ vorbereitet (in diesem Kontext erweist sich Motivational Interviewing (12) als geeignete Methode, die in einem weiteren Schritt in das Setting von Shared Medical Appointments (11) überführt werden kann, um Wirksamkeit und Kosteneffizienz zu steigern). Sie wird an persönliche Bedürfnisse, Bedingungen, Anforderungen und Kapazitäten angepasst und findet unabhängig davon Anwendung, ob der therapeutische Weg chirurgisch oder nicht-chirurgisch ist.</em></p>
<p><em>Darüber hinaus kann sich bei Nicht-Patienten (non-Patient (12)) durch regelmäßige Screenings – wie etwa in der Zahnmedizin – eine strukturierte, individuelle Prophylaxe (12) entwickeln. Dieser Ansatz dient nicht nur der Gesunderhaltung, sondern entwickelt sich im Verlauf des Lebens auch gemeinsam mit dem adaptiven <strong>Immunsystem</strong> (13) weiter. So können spezifische Schutzreaktionen entstehen und sich mit der Zeit gezielt verstärken. </em></p>
<h3><em>&#8222;Education (14) ist ein essenzieler Bestandteil der translationalen sportmedizinischen Prähabilitation, da sie den Weg zum Self-Management (patient) ebnet und somit die Grundlage für Prophylaxe (12) und Selbstfürsorge (Self-Care (16) &#8211; non patient (12)) schafft.&#8220;</em></h3>
<p><em>* Der operative Eingriff ist im Kontext der Prähabilitation von besonderer Bedeutung, da er als kontrolliertes Trauma einen Postaggressionsstoffwechsel auslöst, dessen körperliche, psychische und psychosoziale Dimensionen gezielt adressiert werden müssen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<ol>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/19447/prehabilitation-als-biologische-vorbereitung-des-patienten/?utm_source=chatgpt.com">Schek, A., &amp; Erbeldinger, R. (2025).<em>Prähabilitation als biologische Vorbereitung des Patienten: Einfluss von Exercise &amp; Nutrition bei orthobiologisch regenerativen Therapien</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2465/prehabilitation/?utm_source=chatgpt.com">Bloch, W. (02/17).<em>Prehabilitation</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18993/praehabilitation-des-vorderen-kreuzbandes/?utm_source=chatgpt.com">Valle et. al  (01/25) <em>Prähabilitation des vorderen Kreuzbandes</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20530/vorbereitung-auf-die-hueft-op/?utm_source=chatgpt.com">Beardi, J. (03/25).<em>Precare – Vorbereitung auf die Hüft-OP: Welche prähabilitativen Maßnahmen sind sinnvoll?</em>sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=BE4wV2J0Ph8">sportärztezeitung (2024). <b>Prehabilitation des vorderen Kreuzbandes – Fokus Ernährung</b> </a>YouTube</li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/20510/praehabilitation-in-der-orthopaedie/?utm_source=chatgpt.com">Sattler, C., &amp; Gatzka, C. (03/25). <em>Prähabilitation in der Orthopädie (Target Action Before Orthopedic Surgery, TABOS)</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/14228/praehabilitation/?utm_source=chatgpt.com">Gränicher, P. (02/23). <em>Prähabilitation – Einsatz vor VKB-Rekonstruktion</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18823/effektivitaet-von-praehabilitationsinterventionen-vor-operationen/?utm_source=chatgpt.com">Marshall, R. P. (2025).<em>Effektivität von Prähabilitationsinterventionen vor Operationen</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19836/praehabilitation-2/?utm_source=chatgpt.com">Schmid, A., &amp; Gränicher, P. (02/25). <em>Prähabilitation – individualisiertes präoperatives Trainingsprogramm</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20586/fast-track-und-praehabilitation/">Grifka, J (03/25). Fast track und Prähabilitation. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20203/group-medical-visits/?utm_source=chatgpt.com">Erbeldinger, R. (2025).<em>Group Medical Visits: SMA Shared Medical Appointments – Zukunft der Prävention, Prophylaxe und Lifestylemedizin in der Sportmedizin</em>. sportärztezeitung</a></li>
<li><a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/">Erbeldinger, R. (2025). Mind-Body Medicine Completes Sports Medicine: Development of a Prophylaxis Model Through Sports Medicine.<em>THE MIND Bulletin on Mind-Body Medicine Research</em>, 7, 23-30.</a> <a href="https://doi.org/10.61936/themind/202504306">https://doi.org/10.61936/themind/202504306</a></li>
<li>Schubert, C. (2025). <em>Immunsystem neu gedacht</em>. Arkana, S. 89.</li>
<li><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28967562/">McRae M, Hancock MJ. Adults attending private physiotherapy practices seek diagnosis, pain relief, improved function, education and prevention: a survey. J Physiother. 2017 Oct;63(4):250-256.</a> doi: 10.1016/j.jphys.2017.08.002. Epub 2017 Sep 28. PMID: 28967562.</li>
<li>Schubert, C. (2025). <em>Immunsystem neu gedacht</em>. Arkana, S. 86.</li>
<li><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8820316/">Benson H. Commentary: self-care, the three-legged stool, and remembered wellness. J Cardiovasc Nurs. 1996 Apr;10(3):1-3.</a> doi: 10.1097/00005082-199604000-00002. PMID: 8820316.</li>
</ol>
<p style="margin: 0cm 0cm 9.0pt 0cm;">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Integrating Nutritional Dentistry into Dental Medicine and Prophylaxis</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/19504/integrating-nutritional-dentistry-into-dental-medicine-and-prophylaxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg&#160;,&#160;Robert Erbeldinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 06:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=19504</guid>

					<description><![CDATA[“Diseases enter by the mouth” Hajishengallis G, Chavakis T. Local and systemic mechanisms linking periodontal disease and inflammatory comorbidities. Nat Rev Immunol. 2021 Jul;21(7):426 – 440. doi: 10.1038/s41577-020-00488-6. Epub 2021 Jan 28. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: center;"><b>“Diseases enter by the mouth”</b></h2>
<h4 style="text-align: center;"><span style="font-size: 14px;">Hajishengallis G, Chavakis T. Local and systemic mechanisms linking periodontal disease and inflammatory comorbidities. Nat Rev Immunol. 2021 Jul;21(7):426 – 440. doi: 10.1038/s41577-020-00488-6. Epub 2021 Jan 28. PMID: 33510490; PMCID: PMC7841384.</span></h4>
<h3><b>1. Prophylaxis through Nutrition – „precare“</b></h3>
<p><b>The structured access point to the patient is prophylaxis</b> – especially in Germany, where regular dental check-ups, professional teeth cleaning (PZR), and Guided Biofilm Therapy (GBT) are well established and widely accepted.</p>
<p>&#8230;</p>
<p><a href="https://www.bzaek.de/service/positionen-statements/einzelansicht/ernaehrungszahnmedizin-und-mundgesundheit.html" target="_blank" rel="noopener">German Dental Association on Nutritional Dentistry</a></p>
<h3><b>2. Education as a Key Factor</b></h3>
<p>Prevention through nutrition becomes effective when it is understood and applied. Therefore,<b> structured education</b><b> for dentists, dental teams, and patients</b> is key. Essential components include:</p>
<ul>
<li>Accredited <b>webinars, hands-on trainings, and product briefings</b></li>
</ul>
<p>&#8230;</p>
<p><iframe title="Prophylaxe &amp; Therapie der modernen Sportzahnmedizin I Ernährungsweise &amp; Bedeutung von Phytopharmaka" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/q-Qis1HUijE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/12/KongressErnaehrungstherapie_Mainz240525-1.pdf" target="_blank" rel="noopener"><strong>Kongress Ernährungstherapie Mainz 24.05.25</strong></a></p>
<h3><b>3. Phytopowder as a Consumable (dental business case)</b></h3>
<p><b>Nutrition becomes visible &amp; liable: </b>specific prescription &amp; Indications – Plant-based phytopharmaca &amp; phytochemicals <b>“phytopowders”</b> (e.g. <i><a href="https://www.insumed-shop.de/phytoshake/" target="_blank" rel="noopener">Phytoshake</a> / <a href="https://insumed.de/produkte/" target="_blank" rel="noopener">Insumed Bestform</a> optional phytopills</i>)</p>
<p>&#8230;</p>
<h3><b>Final Thought</b></h3>
<p>Nutritional dentistry enhances and extends the power of modern prophylaxis. It fosters periodontal, endodontal and systemic health, connects oral care to whole person health — and makes dentistry a key access point for preventive medicine and a gateway to systemic health.</p>
<h3><b>Appendix</b></h3>
<p>Seizer L, Schubert C. On the Role of Psychoneuroimmunology in Oral Medicine. Int Dent J. 2022 Dec;72(6):765-772. doi: 10.1016/j.identj.2022.07.002. Epub 2022 Sep 30. PMID: 36184323; PMCID: PMC9676547.</p>
<p><b>“Disease enter by the mouth and the mind”</b></p>
<p>An integrative framework for dental prophylaxis through psychoneuroimmunology fully addresses the needs of anxious dental patients, providing understanding and support in clinical practice.</p>
<p>&#8230;</p>
<h3><b>Education videos Dr J Lovas Australia</b></h3>
<p><iframe title="Diaphragmatic breathing – Evidence-based relaxation techniques for health and recovery – Part 1" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/1FoXWWtr6gc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe title="Introduction to Guided Imagery in Sport Recovery – Part 2" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/uz9ib6BUCFk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>To read the full article, please contact the authors or visit <a href="mailto:info@thsportgroup.de" target="_blank" rel="noopener">info@thsportgroup.de</a></h3>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Holistic oral health</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/19378/holistic-oral-health/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT 25]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=19378</guid>

					<description><![CDATA[Inflammatory conditions of the oral cavity, such as gingivitis and periodontitis, are widespread and can lead to tooth loss in the long term. In addition to professional tooth cleaning, natural [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Inflammatory conditions of the oral cavity, such as gingivitis and periodontitis, are widespread and can lead to tooth loss in the long term. In addition to professional tooth cleaning, natural anti-inflammatory substances such as anthocyanins, boswellia, turmeric and bromelain are becoming increasingly important. Thanks to their anti-inflammatory, antioxidant and antibacterial properties, they can promote oral health and support the healing of gum disease.</b></p>
<h2><b>Natural anti-inflammatories in the oral cavity: anthocyanins, boswellia, turmeric and bromelain</b></h2>
<p>Inflammatory conditions of the oral cavity, particularly gingivitis and periodontitis, are caused by bacterial infection and immunological reactions. Natur­al active ingredients such as anthocyanins, boswellia, turmeric and bromelain show promising anti-inflammatory, antioxidant and antibacterial properties that could offer a complementary treatment strategy.</p>
<p><b>Anthocyanins Strong antioxidants with anti-inflammatory properties</b></p>
<p>Anthocyanins belong to the group of flavonoids and are found in dark-coloured fruits such as blueberries, blackcurrants, grapes and red cabbage. They have a dual protective function:</p>
<p><b>Mechanisms of Action</b></p>
<ul>
<li>Antioxidant effect: anthocyanins neutralise free radicals and reduce oxidative stress, which plays a significant role in inflammatory processes in the gums [1].</li>
<li>Inhibition of pro-inflammatory enzymes: They block cyclooxy­genase (COX) and lipoxygenase (LOX), which are involved in the synthesis of pro-inflammatory prostaglandins [2].</li>
<li>Inhibition of pro-inflammatory enzymes: They block cyclooxy­genase (COX) and lipoxygenase (LOX), which are involved in the synthesis of pro-inflammatory prostaglandins [2].</li>
<li>Promoting wound healing: By modulating inflammatory signalling pathways, anthocyanins can contribute to gum regeneration [4].</li>
</ul>
<hr />
<p><b>Blueberries instead of tooth cleaning</b></p>
<p>It was shown that a daily intake of 500 g of blueberries can significantly reduce gingivitis. Remarkably, the observed reduction in gingival bleeding was even greater than the effect of professional tooth cleaning and could no longer be explained by the ‘Hawthorne effect’. These results indicate that blueberries have pronounced anti-inflammatory properties that can significantly improve oral health, either alone or in combination with other oral hygiene measures.</p>
<p>Widén C. et al. (2015) Consumption of bilberries controls gingival inflammation. Int J Mol Sci.</p>
<hr />
<h2><b>Boswellia (frankincense) </b><b>Inhibition of Inflammatory Mediators</b></h2>
<p>Boswellic acids are the active ingredients of frankincense (Boswellia serrata), which regulate inflammatory processes through various mechanisms.</p>
<p><b>Mechanisms of Action</b></p>
<ul>
<li>Inhibition of 5-lipoxygenase (5-LOX): This inhibits the production of leukotrienes, which play a central role in the inflam­mation of the oral mucosa [5].</li>
<li>Blocking prostaglandin E2 (PGE2): Boswellia acids inhibit the synthesis of this messenger substance, which is involved in pain and inflammatory reactions [6].</li>
<li>Antibacterial effect: incense is effective against oral pathogens such as Streptococcus mutans and Fusobacterium nucleatum [7].</li>
<li>Promotes wound healing: The anti-inflammatory properties contribute to the regeneration of damaged tissue [8].</li>
</ul>
<hr />
<p><b>Turmeric (curcumin) Natural anti-inflammatory and antiseptic</b></p>
<p>Curcumin, the main active ingredient in turmeric (Curcuma longa), has strong anti-inflammatory and antibacterial properties.</p>
<p>In a comprehensive review, it has already been shown on the basis of selected animal studies and randomised clinical studies that turmeric can reduce the following dental parameters: gum pocket depth, periodontal pathogens, plaque and bleeding indices, and redness.</p>
<p>Forouzanfar F, et al. (2020) Curcumin for the Management of Periodontal Diseases: A Review. Curr Pharm Des.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><b>Mechanisms of Action</b></p>
<ul>
<li>Inhibition of the NF-κB signalling pathway: This suppresses pro-inflammatory cytokines such as TNF-α and IL-6, which are responsible for periodontitis [9].</li>
<li>Antibacterial effect: Curcumin inhibits the growth of pathogenic bacteria in the oral cavity, including P. gingivalis and T. denticola [10].</li>
<li>Promotes tissue regeneration: Studies show that curcumin stimulates collagen production, thus improving gum healing [11].</li>
<li>Reducing dental plaque: Studies have shown that mouthwashes containing curcumin have a comparable effect to chlorhexidine, but without the side effects such as tooth discolouration [12].</li>
</ul>
<h3><b>Bromelain Enzymatic support for wound healing</b></h3>
<p>Bromelain is a proteolytic enzyme found in pineapples that has anti-inflammatory, decongestant and woundhealing properties.</p>
<p><b>Mechanisms of Action</b></p>
<ul>
<li>Proteolytic effect: Bromelain breaks down inflam­matory protein deposits and thus promotes healing [13].</li>
<li>Improvement of blood circulation: It reduces swelling and increases microcirculation, which accelerates the removal of inflammatory substances [14].</li>
<li>Antithrombotic properties: Bromelain dissolves fibrin clots, which can occur, for example, after dental surgery or<br />
inflammation [15].</li>
<li>Analgesic effect: It inhibits pain-mediating substances such as bradykinin [16].</li>
</ul>
<p><b>These agents provide scientifically based support for oral health and could be effective adjuncts to conventional periodontal therapy.</b></p>
<h3><b>Integration of natural active ingredients into a GBT protocol</b></h3>
<p>Guided Biofilm Therapy (GBT) from EMS is a scientifically based, minimally invasive protocol for professional tooth cleaning that effectively removes biofilm and tartar. In combination with anti-inflammatory therapy, it offers an innovative approach to sustainable oral health.</p>
<ul>
<li><b>Diagnosis &amp; education </b>Examination for inflammation and recommendation of an anti-inflammatory diet.</li>
<li><b>Staining of the biofilm</b> Visualisation for targeted cleaning, control of inflammatory areas.</li>
<li><b>Patient instruction </b>Tips for oral hygiene, integration of anthocyanins, boswellia, turmeric and bromelain, among other things, into the diet.</li>
<li><b>Airflow<sup>®</sup> cleaning </b>Removal of biofilm with gentle powder jet technology, supported by anti-inflammatory agents.</li>
<li><b>Perioflow<sup>®</sup> treatment </b>Cleaning of deep periodontal pockets, supplemented by boswellia to reduce inflammation.</li>
<li><b>Piezon<sup>®</sup> PS ultrasound </b>Removal of calculus, while bromelain wound healing and blood flow.</li>
<li><b>Re-evaluation </b>Checking gum health and the effect of anti-inflammatory measures.</li>
<li><b>Recall &amp; aftercare </b>Regular GBT sessions and continuous support from anti-inflammatory substances.</li>
</ul>
<h3><b>Benefits of combining GBT with anti-inflammatory therapy</b></h3>
<ul>
<li><b>Effective biofilm removal<span class="Apple-converted-space"> </span></b> Minimises the main cause of gum inflammation.</li>
<li><b>Natural anti-inflammatory action</b> Supports the healing process with herbal ingredients.</li>
<li><b>Gentle and painless</b> Reduces discomfort and<span class="Apple-converted-space"> </span>improves tolerability.</li>
<li><b>Long-term oral health</b> Strengthens the gums and prevents periodontitis.</li>
<li><b>Scientifically based synergy </b>Combines modern dentistry with natural healing methods.</li>
</ul>
<h2><b>Conclusion</b></h2>
<p>The combination of Guided Biofilm Therapy and targeted anti-inflammatory therapy offers a holistic solution for promoting oral health. While GBT optimises the mechanical removal of biofilm and tartar, natural active ingredients have an anti-inflammatory effect and promote regeneration. This approach could enable gentle but effective prevention and treatment of gum disease – with the potential to contribute to long-term oral health.</p>
<h3><b>The protein plus<br />
</b><b>Proteins and periodontal disease</b></h3>
<p>Proteins also have a positive effect on periodontal health. Studies have shown an inverse correlation between protein intake and the incidence of periodontitis [17, 18]. The gingival tissue has one of the highest turnover rates in the body, and proteins are crucial for its structural maintenance. Severe protein deficiency results in tooth loss and periodontal lesions [19]. Insufficient protein intake negatively impacts the immune system, wound healing and the antibacterial properties of saliva [20].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2></h2>
<p><iframe title="Prophylaxe &amp; Therapie der modernen Sportzahnmedizin I Ernährungsweise &amp; Bedeutung von Phytopharmaka" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/q-Qis1HUijE?start=299&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<ul>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/17225/ernaehrungszahnmedizin-prophylaxe/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/15725/prophylaxe-therapie-der-modernen-sportzahnmedizin/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/11294/schnittstellen-der-sport-und-zahnmedizin/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/9196/zahnmedizin-sportzahnmedizin-bedeutung-fuer-sportler/</li>
</ul>
<p>Bibliography</p>
<p>[1] Tsuda, T. (2012). &#8222;Dietary anthocyanin-rich foods for the prevention of lifestyle-related diseases.&#8220; Journal of Biomedicine and Biotechnology.</p>
<p>[2] Kong, J. M. et al. (2003). &#8222;Anthocyanins: structural characteristics and biological properties.&#8220; The Journal of Phytochemistry.</p>
<p>[3] Lee, J. H. et al. (2020). &#8222;Effects of anthocyanin-rich extracts on periodontal bacteria.&#8220; International Journal of Molecular Sciences.</p>
<p>[4] Khoo, H. E. et al. (2017). &#8222;Anthocyanidins and anthocyanins: beneficial effects and mechanisms of action.&#8220; Oxidative Medicine and Cellular Longevity.</p>
<p>[5] Ammon, H. P. (2010). &#8222;Modulation of the immune system by Boswellia serrata.&#8220; Planta Medica.</p>
<p>[6] Poeckel, D., &amp; Werz, O. (2006). &#8222;Boswellic acids: biological actions and molecular targets.&#8220; Current Medicinal Chemistry.</p>
<p>[7] Siddiqui, M. Z. (2011). &#8222;Boswellia serrata: A potential anti-inflammatory agent.&#8220; Indian Journal of Pharmaceutical Sciences.</p>
<p>[8] Kimmatkar, N., et al. (2003). &#8222;Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee.&#8220; Phytomedicine.</p>
<p>[9] Gupta, S. C. et al. (2013). &#8222;Curcumin: an orally bioavailable blocker of TNF and other pro-inflammatory biomarkers.&#8220; British Journal of Pharmacology.</p>
<p>[10] Nagpal, M., &amp; Sood, S. (2013). &#8222;Role of curcumin in systemic and oral health: An overview.&#8220; Journal of Natural Science, Biology, and Medicine.</p>
<p>[11] Elburki, M. S., et al. (2017). &#8222;Curcumin reduces inflammation and bone loss associated with periodontitis in rat models.&#8220; Journal of Clinical Periodontology.</p>
<p>[12] Mali, A. M., et al. (2012). &#8222;Comparative evaluation of turmeric and chlorhexidine mouthwash in prevention of plaque formation.&#8220; Journal of Indian Society of Periodontology.</p>
<p>[13] Bhattacharyya, B. K. (2008). &#8222;Bromelain: an overview.&#8220; Natural Product Radiance.</p>
<p>[14] Maurer, H. R. (2001). &#8222;Bromelain: biochemistry, pharmacology, and medical use.&#8220; Cellular and Molecular Life Sciences.</p>
<p>[15] Fitzhugh, D. J., et al. (2008). &#8222;Bromelain treatment reduces neutrophil migra­tion.&#8220; Clinical Immunology.</p>
<p>[16] Secor, E. R., et al. (2005). &#8222;Bromelain exerts anti-inflammatory effects via modulation of T cells.&#8220; Clinical Immunology.</p>
<p>[17] Al-Zahrani, M.S. Increased intake of dairy products is related to lower periodontitis prevalence. J. Periodontol. 2006, 77, 289–294.</p>
<p>[18] Adegboye, A.R.; Boucher, B.J.; Kongstad, J.; Fiehn, N.; Christensen, L.B.; Heitmann, B.L. Calcium, vitamin D, casein and whey protein intakes and periodontitis among Danish adults. Public Health Nutr. 2016, 19, 503–510.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[19] Shimazaki, Y.; Shirota, T.; Uchida, K.; Yonemoto, K.; Kiyohara, Y.; Iida, M.; Saito, T.; Yamashita, Y. Intake of dairy products and periodontal disease: The Hisayama Study. J. Periodontol. 2008, 79, 131–137.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[20] Hujoel, P.P.; Lingström, P. Nutrition, dental caries, and periodontal disease: A narrative review. J. Clin. Periodontol. 2017, 44, S79 – S84.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ganzheitliche Mundgesundheit</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18889/ganzheitliche-mundgesundheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 17:46:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=18889</guid>

					<description><![CDATA[Entzündungen in der Mundhöhle, wie Gingivitis und Parodontitis, sind weit verbreitet und können langfristig zu Zahnverlust führen. Neben der professionellen Zahnreinigung gewinnen natürliche entzündungshemmende Substanzen wie u. a. Anthocyane, Boswellia, Kurkuma [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Entzündungen in der Mundhöhle, wie Gingivitis und Parodontitis, sind weit verbreitet und können langfristig zu Zahnverlust führen. Neben der professionellen Zahnreinigung gewinnen natürliche entzündungshemmende Substanzen wie u. a. Anthocyane, Boswellia, Kurkuma und Bromelain zunehmend an Bedeutung. Durch ihre entzündungshemmenden, antioxi­dativen und antibakteriellen Eigenschaften können sie die Mundgesundheit fördern und die Heilung von Zahnfleischerkrankungen unterstützen.</p>
<h2><b>Natürliche Entzündungshemmer </b><b>in der Mundhöhle: Anthocyane, Boswellia, Kurkuma und Bromelain</b></h2>
<p>Entzündungen in der Mundhöhle, insbesondere Gingivitis und Parodontitis, werden durch bakterielle Infektionen und immunologische Reaktionen verur­sacht. Natürliche Wirkstoffe wie Anthocyane, Boswellia, Kurkuma und Bromelain zeigen vielversprechende entzün­dungshemmende, antioxidative und antibakterielle Eigenschaften, die eine ergänzende Behandlungsstrategie bieten könnten.</p>
<h3><b>Anthocyane: </b><b>Starke Antioxidantien mit entzündungshemmender Wirkung</b></h3>
<p>Anthocyane gehören zur Gruppe der Flavonoide und kommen u. a. in dunklen Früchten wie Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren, Trauben und Rotkohl vor. Sie haben eine doppelte Schutzfunktion:</p>
<p><b>Wirkmechanismen</b></p>
<ul>
<li>Antioxidative Wirkung: Anthocyane neutralisieren freie Radikale und reduzieren oxidativen Stress, der eine wesentliche Rolle bei entzündlichen Prozessen im Zahnfleisch spielt [1].</li>
<li>Hemmung entzündungsfördernder Enzyme: Sie blockieren die Cyclooxygenase (COX) und die Lipoxygenase (LOX), die an der Synthese entzündungsfördernder Prostaglandine beteiligt sind [2].</li>
<li>Reduktion von Parodontitis-assoziierten Bakterien: Studien zeigen, dass Anthocyane die Vermehrung von pathogenen Bakterien wie Porphyromonas gingivalis und Aggregatibacter actinomycetemcomitans hemmen [3].</li>
<li>Förderung der Wundheilung: Durch die Modulation entzünd­licher Signalwege können Anthocyane zur Regeneration des Zahnfleisches beitragen [4].</li>
</ul>
<hr />
<p><b>Blaubeeren statt Zahnreinigung</b></p>
<p>Es wurde gezeigt, dass der tägliche Konsum von 500 g Heidelbeeren Gingivitis signifikant reduzieren kann. Bemerkenswert war, dass die beobachtete Verringerung der Zahnfleischblutung sogar den Effekt einer professionellen Zahnreinigung übertraf und nicht mehr allein durch den „Hawthorne-Effekt“ erklärbar war. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Heidelbeeren ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, die allein oder in Kombination mit weiteren Mund­­hy­gienemaßnahmen maßgeblich zur Verbesserung der Mundgesundheit beitragen können.</p>
<p>Widén C. et al. (2015) Consumption of bilberries controls gingival inflammation. Int J Mol Sci.</p>
<hr />
<h3><b>Boswellia (Weihrauch): Hemmung von Entzündungsmediatoren</b></h3>
<p>Boswelliasäuren sind die aktiven Wirkstoffe des Weihrauchs (Boswellia serrata), die entzündliche Prozesse durch verschiedene Mechanismen regulieren.</p>
<p><b>Wirkmechanismen</b></p>
<ul>
<li>Hemmung der 5-Lipoxygenase (5-LOX): Dadurch wird die Produktion von Leukotrienen unterbunden, die eine zentrale Rolle bei der Entzündung der Mundschleimhaut spielen [5].</li>
<li>Blockade von Prostaglandin E2 (PGE2): Boswelliasäuren hemmen die Synthese dieses Botenstoffes, der an der Schmerz- und Entzündungsreaktion beteiligt ist [6].</li>
<li>Antibakterielle Wirkung: Weihrauch wirkt gegen orale Pathogene wie Streptococcus mutans und Fusobacterium nucleatum [7].</li>
<li>Förderung der Wundheilung: Die entzündungshemmenden Eigenschaften tragen zur Regeneration von geschädigtem Gewebe bei [8].</li>
</ul>
<h3><b>Kurkuma (Curcumin): Natürlicher Entzündungshemmer und Antiseptikum</b></h3>
<p>Curcumin, der Hauptwirkstoff von Kurkuma (Curcuma longa), hat starke entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften.</p>
<hr />
<p>In einem umfassenden Review wurde anhand ausgewählter tierexperimenteller Studien sowie randomisierter klinischer Studien bereits nachgewiesen, dass Kurkuma u. a. eine Reduktion der folgenden zahnärztlichen Parameter bewirkt: Zahnfleischtaschentiefen, paro­dontalpathogene Keime, Plaque- und Blutungsindex sowie Rötung.</p>
<p>Forouzanfar F, et al. (2020) Curcumin for the Management of Periodontal Diseases: A Review. Curr Pharm Des.</p>
<hr />
<p><b>Wirkmechanismen</b></p>
<ul>
<li>Hemmung des NF-κB-Signalwegs: Dadurch werden entzündungs­fördernde Zytokine wie TNF-α<br />
und IL-6 unterdrückt, die für Parodontitis verantwortlich sind [9].</li>
<li>Antibakterielle Wirkung: Curcumin hemmt das Wachstum pathogener Bakterien in der Mundhöhle, darunter P. gingivalis und T. denticola [10].</li>
<li>Förderung der Geweberegeneration: Studien zeigen, dass Curcumin die Kollagenproduktion stimuliert und so die Heilung des Zahnfleisches verbessert [11].</li>
<li>Reduktion von Zahnbelag: Mundspülungen mit Curcumin haben in Studien eine vergleichbare Wirkung wie Chlorhexidin gezeigt, jedoch ohne Nebenwirkungen wie Verfärbungen der Zähne [12].</li>
</ul>
<h3><b>Bromelain: Enzymatische Unterstützung der Wundheilung</b></h3>
<p>Bromelain ist ein proteolytisches Enzym aus der Ananas, dass entzündungshemmende, abschwellende und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzt.</p>
<p><b>Wirkmechanismen</b></p>
<ul>
<li>Proteolytische Wirkung: Bromelain baut entzündliche Eiweißablage­rungen ab und fördert so die Heilung [13].</li>
<li>Verbesserung der Durchblutung: Es reduziert Schwellungen und steigert die Mikrozirkulation, was den Abtransport von Entzündungsstoffen beschleunigt [14].</li>
<li>Antithrombotische Eigenschaften: Bromelain löst Fibringerinnsel auf, die z. B. nach Zahnoperationen oder Entzündungen entstehen können [15].</li>
<li>Schmerzlindernde Wirkung: Es hemmt schmerzvermittelnde Substanzen wie Bradykinin [16].</li>
</ul>
<p><b>Diese Wirkstoffe bieten eine wissenschaftlich fundierte Unterstützung für </b><b>die Mundgesundheit und könnten eine</b><b> </b><b>effektive Ergänzung zur konventionellen</b><b> Therapie von Zahnfleischerkrankungen darstellen.</b></p>
<p><b>Integration der natürlichen Wirkstoffe in ein GBT-Protokoll</b></p>
<p>Die Guided Biofilm Therapy (GBT) von EMS ist ein wissenschaftlich fundiertes, minimalinvasives Protokoll zur professionellen Zahnreinigung, das Biofilm, Zahnstein effektiv entfernt. In Kombination mit einer entzündungshemmenden Therapie bietet sich ein innovativer Ansatz für eine nachhaltige Mundgesundheit.</p>
<ul>
<li><b>Diagnose &amp; Aufklärung </b>Untersuchung auf Entzündungen und Empfehlung einer entzündungshemmenden Ernährung.</li>
<li><b>Anfärben des Biofilms</b><b> </b>Sichtbarmachung für gezielte Reinigung, Kontrolle entzündlicher Bereiche.</li>
<li><b>Patienteninstruktion </b>Tipps zur Mundhygiene, Integration von u. a. Anthocyanen, Boswellia, Kurkuma und Bromelain in die Ernährung.</li>
<li><b>Airflow<sup>®</sup>-Reinigung</b> Entfernung von Biofilm mit schonender Pulverstrahltechnik, unterstützt durch entzündungs­hemmende Wirkstoffe.</li>
<li><b>Perioflow<sup>®</sup>-Behandlung </b>Reinigung tiefer Zahnfleisch­taschen, ergänzt durch Boswellia zur Reduzierung von Entzündungen.</li>
<li><b>Piezon<sup>®</sup>-Ultraschall </b>Entfernung von Zahnstein, während Bromelain die Wundheilung und Durchblutung verbessert.</li>
<li><b>Erneute Kontrolle </b>Überprüfung der Zahnfleisch­gesundheit und der Wirkung der antientzündlichen Maßnahmen.</li>
<li><b>Recall &amp; Nachsorge </b>Regelmäßige GBT-Sitzungen und kontinuierliche Unterstützung durch entzündungshemmende Stoffe.</li>
</ul>
<p><b>Vorteile der Kombination aus GBT und entzündungshemmender Therapie</b></p>
<ul>
<li><b>Effektive Biofilmentfernung</b><span class="Apple-converted-space">  </span>Minimiert die Hauptursache von Zahnfleischentzündungen.</li>
<li><b>Natürliche Entzündungshemmung</b> Unterstützt die Heilung durch pflanzliche Wirkstoffe.</li>
<li><b>Schonend &amp; schmerzarm </b>Reduziert Beschwerden und verbessert die Verträglichkeit.</li>
<li><b>Langfristige Mundgesundheit</b> Stärkt das Zahnfleisch und beugt Parodontitis vor.</li>
<li><b>Wissenschaftlich fundierte Synergie </b>Vereint moderne Zahnmedizin mit natürlichen Heilmethoden.</li>
</ul>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die Kombination aus einer Guided Biofilm Therapy und einer gezielten entzündungshemmenden Therapie bietet eine ganzheitliche Lösung zur Förderung der Mundgesundheit. Während GBT die mechanische Entfernung von Biofilm und Zahnstein optimiert, wirken natürliche Wirkstoffe entzündungshemmend und regenerationsfördernd. Dieser Ansatz könnte eine sanfte, aber wirkungsvolle Prävention und Behandlung von Zahnfleischerkrankungen ermöglichen – mit dem Potenzial, langfristig zur Mundgesundheit beizutragen.</p>
<h2><b>Das Protein-Plus</b></h2>
<h3><b>Proteine und Parodontalerkrankungen</b></h3>
<p>Proteine wirken sich auch positiv auf die Parodontalgesundheit aus. Studien zeigten eine inverse Verbindung zwischen der Proteinaufnahme und der Häufigkeit von Parodontitis [17, 18,]. Das Zahnfleischgewebe hat eine der höchsten Umschlagsraten im Körper, und Proteine sind entscheidend für die strukturelle Erhaltung. Schwerer Proteinmangel führt zu Zahnverlust und Parodontal Läsionen [19]. Eine unzureichende Proteinzufuhr wirkt sich negativ auf das Immunsystem, die Wundheilung und die antibakteriellen Eigenschaften des Speichels aus [20].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Informationsmaterial</b></h2>
<p><iframe title="Prophylaxe &amp; Therapie der modernen Sportzahnmedizin I Ernährungsweise &amp; Bedeutung von Phytopharmaka" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/q-Qis1HUijE?start=299&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<ul>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/17225/ernaehrungszahnmedizin-prophylaxe/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/15725/prophylaxe-therapie-der-modernen-sportzahnmedizin/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/11294/schnittstellen-der-sport-und-zahnmedizin/</li>
<li>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/9196/zahnmedizin-sportzahnmedizin-bedeutung-fuer-sportler/</li>
</ul>
<p>Literatur</p>
<p>[1] Tsuda, T. (2012). &#8222;Dietary anthocyanin-rich foods for the prevention of lifestyle-related diseases.&#8220; Journal of Biomedicine and Biotechnology.</p>
<p>[2] Kong, J. M. et al. (2003). &#8222;Anthocyanins: structural characteristics and biological properties.&#8220; The Journal of Phytochemistry.</p>
<p>[3] Lee, J. H. et al. (2020). &#8222;Effects of anthocyanin-rich extracts on periodontal bacteria.&#8220; International Journal of Molecular Sciences.</p>
<p>[4] Khoo, H. E. et al. (2017). &#8222;Anthocyanidins and anthocyanins: beneficial effects and mechanisms of action.&#8220; Oxidative Medicine and Cellular Longevity.</p>
<p>[5] Ammon, H. P. (2010). &#8222;Modulation of the immune system by Boswellia serrata.&#8220; Planta Medica.</p>
<p>[6] Poeckel, D., &amp; Werz, O. (2006). &#8222;Boswellic acids: biological actions and molecular targets.&#8220; Current Medicinal Chemistry.</p>
<p>[7] Siddiqui, M. Z. (2011). &#8222;Boswellia serrata: A potential anti-inflammatory agent.&#8220; Indian Journal of Pharmaceutical Sciences.</p>
<p>[8] Kimmatkar, N., et al. (2003). &#8222;Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee.&#8220; Phytomedicine.</p>
<p>[9] Gupta, S. C. et al. (2013). &#8222;Curcumin: an orally bioavailable blocker of TNF and other pro-inflammatory biomarkers.&#8220; British Journal of Pharmacology.</p>
<p>[10] Nagpal, M., &amp; Sood, S. (2013). &#8222;Role of curcumin in systemic and oral health: An overview.&#8220; Journal of Natural Science, Biology, and Medicine.</p>
<p>[11] Elburki, M. S., et al. (2017). &#8222;Curcumin reduces inflammation and bone loss associated with periodontitis in rat models.&#8220; Journal of Clinical Periodontology.</p>
<p>[12] Mali, A. M., et al. (2012). &#8222;Comparative evaluation of turmeric and chlorhexidine mouthwash in prevention of plaque formation.&#8220; Journal of Indian Society of Periodontology.</p>
<p>[13] Bhattacharyya, B. K. (2008). &#8222;Bromelain: an overview.&#8220; Natural Product Radiance.</p>
<p>[14] Maurer, H. R. (2001). &#8222;Bromelain: biochemistry, pharmacology, and medical use.&#8220; Cellular and Molecular Life Sciences.</p>
<p>[15] Fitzhugh, D. J., et al. (2008). &#8222;Bromelain treatment reduces neutrophil migra­tion.&#8220; Clinical Immunology.</p>
<p>[16] Secor, E. R., et al. (2005). &#8222;Bromelain exerts anti-inflammatory effects via modulation of T cells.&#8220; Clinical Immunology.</p>
<p>[17] Al-Zahrani, M.S. Increased intake of dairy products is related to lower periodontitis prevalence. J. Periodontol. 2006, 77, 289–294.</p>
<p>[18] Adegboye, A.R.; Boucher, B.J.; Kongstad, J.; Fiehn, N.; Christensen, L.B.; Heitmann, B.L. Calcium, vitamin D, casein and whey protein intakes and periodontitis among Danish adults. Public Health Nutr. 2016, 19, 503–510.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[19] Shimazaki, Y.; Shirota, T.; Uchida, K.; Yonemoto, K.; Kiyohara, Y.; Iida, M.; Saito, T.; Yamashita, Y. Intake of dairy products and periodontal disease: The Hisayama Study. J. Periodontol. 2008, 79, 131–137.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[20] Hujoel, P.P.; Lingström, P. Nutrition, dental caries, and periodontal disease: A narrative review. J. Clin. Periodontol. 2017, 44, S79 – S84.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ernährungszahnmedizin &#038; Prophylaxe</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/17225/ernaehrungszahnmedizin-prophylaxe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jul 2024 11:08:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/24]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Education]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=17225</guid>

					<description><![CDATA[Prophylaxe in der Sportzahnmedizin erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Mundhöhle hinausgeht. Denn warum sind Munderkrankungen, trotz intensiver Zahnpflege, weiterhin mit die häufigsten Erkrankungen, während unsere Urvorfahren ohne aktive [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Prophylaxe in der Sportzahnmedizin erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Mundhöhle hinausgeht. Denn warum sind Munderkrankungen, trotz intensiver Zahnpflege, weiterhin mit die häufigsten Erkrankungen, während unsere Urvorfahren ohne aktive Zahnpflege lebten? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt, um das Ausreichen und die Effektivität traditioneller Methoden wie Zähneputzen zu hinterfragen und die Ursprünge von Mund- und Allgemeinerkrankungen zu erforschen.</b></p>
<p>Der Fokus liegt hier auf den Ursachen und den kaskadenartigen gesundheitlichen Folgen moderner, nicht artgerechter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Es wird deutlich, dass Ernährung nicht nur maßgeblich für viele Krankheiten ist, sondern auch die langanhaltende Lebensqualität und Performance beeinflusst. Denn fast alle Menschen leiden unter Gingivitis (Zahnfleischentzündung), viele unter Karies und über die Hälfte unter Parodontitis (Zahnbetterkrankung).</p>
<p>Der Vortrag hebt die große Bedeutung dieser Mundkrankheiten im Kontext der Allgemeinmedizin, insbesondere für Leistungssportler, hervor. Gingivitis beeinflusst die Gefäßelastizität, erhöht das Risiko von Arteriosklerose und steigert Entzündungswerte. Parodontitis trägt zur Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen bei, was für Leistungssportler ein erhebliches Risiko darstellt. Diese Entzündungen beeinflussen zudem Muskulatur, Gelenke und neuronale Leistungsfähigkeit im Sport. Die gezeigte generelle starke Verbreitung dieser Prozesse im Spitzensport resultiert aus fehlenden Prophylaxe-Konzepten und Screenings, weshalb das Befundschema der Deutschen Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin vorgestellt wird.</p>
<p>Die Bedeutung der Prophylaxe erstreckt sich dementsprechend weit über die Mundhöhle hinaus und muss aus interdisziplinärer Sicht betrachtet werden. Während bereits in den Vorträgen von Dr. Kurt Mosetter („Ernährungsmana­gement in der modernen Sportmedizin“ und „Zucker – der heimliche Killer“) umfassend auf die Rolle einer „artgerechten Ernährung“ eingegangen wurde, liegt der Fokus dieses Vortrags auf den entscheidenden Einflüssen und Effekten, die sich für Spitzensportler durch ihre Nahrungsaufnahme ergeben.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=q-Qis1HUijEBesondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Thema der optimalen Verdauung und Verstoffwechslung, die in der Mundhöhle beginnt und signifikante Auswirkungen auf die sportliche Leistungs­fähigkeit und Gesundheit hat. In diesem Zusammenhang wird weiterführend auf den Vortrag von Dr. Henning Sartor mit dem Titel „Ernährung, Darm-Mikro­biom und sportliche Leistungsfähigkeit“ verwiesen, der umfassend über die allgemeinmedizinischen Konsequenzen und ihrer Prophylaxe informiert.</p>
<p>Die Analyse der Zusammensetzung und Funktion des Speichels, die oft unterschätzte Rolle des Kauens mit induzierter Thermogenese, die gesundheitlichen Effekte des intermittierenden Fastens und die Bedeutung des parodontalen Mikrobioms werden eingehend behandelt. Ein vertieftes Verständnis dieser Mechanismen ermöglicht die Optimierung der Ernährungsgewohnheiten von Spitzensportlern, um ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit entscheidend zu beeinflussen.</p>
<p>Als Prophylaxe ergänzende Maßnahmen und zur Performance-Steigerung wird abschließend auf die hochpotente, antioxidative und stark entzündungshemmende Wirkung einiger Phytopharmaka eingegangen, insbesondere Resveratrol und Curcuminoide. Diese wirken nachweisbar vielfältig und stark entzündungshemmend in der Mundhöhle. Für eine umfassendere Wirk­betrachtung der Curcuminoide wird auf den Vortrag von Prof. Dr. Mehdi Shakibaei verwiesen.</p>
<p><iframe title="Prophylaxe &amp; Therapie der modernen Sportzahnmedizin I Ernährungsweise &amp; Bedeutung von Phytopharmaka" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/q-Qis1HUijE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prophylaxe &#038; Therapie der modernen Sportzahnmedizin</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/15725/prophylaxe-therapie-der-modernen-sportzahnmedizin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 09:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/24]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Education]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=15725</guid>

					<description><![CDATA[Prophylaxe in der Sportzahnmedizin erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Mundhöhle hinausgeht. Denn warum sind Munderkrankungen, trotz intensiver Zahnpflege, weiterhin mit die häufigsten Erkrankungen, während unsere Urvorfahren ohne aktive [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Prophylaxe in der Sportzahnmedizin erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Mundhöhle hinausgeht. Denn warum sind Munderkrankungen, trotz intensiver Zahnpflege, weiterhin mit die häufigsten Erkrankungen, während unsere Urvorfahren ohne aktive Zahnpflege lebten? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt, um das Ausreichen und die Effektivität traditioneller Methoden wie Zähneputzen zu hinterfragen und die Ursprünge von Mund- und Allgemeinerkrankungen zu erforschen.</b></p>
<p>Der Fokus liegt hier auf den Ursachen und den kaskadenartigen gesundheitlichen Folgen moderner, nicht artgerechter Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Es wird deutlich, dass Ernährung nicht nur maßgeblich für viele Krankheiten ist, sondern auch die langanhaltende Lebensqualität und Performance beeinflusst. Denn fast alle Menschen leiden unter Gingivitis (Zahnfleischentzündung), viele unter Karies und über die Hälfte unter Parodontitis (Zahnbetterkrankung).</p>
<p>Der Vortrag hebt die große Bedeutung dieser Mundkrankheiten im Kontext der Allgemeinmedizin, insbesondere für Leistungssportler, hervor. Gingivitis beeinflusst die Gefäßelastizität, erhöht das Risiko von Arteriosklerose und steigert Entzündungswerte. Parodontitis trägt zur Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen bei, was für Leistungssportler ein erhebliches Risiko darstellt. Diese Entzündungen beeinflussen zudem Muskulatur, Gelenke und neuronale Leistungsfähigkeit im Sport. Die gezeigte generelle starke Verbreitung dieser Prozesse im Spitzensport resultiert aus fehlenden Prophylaxe-Konzepten und Screenings, weshalb das Befundschema der Deutschen Gesellschaft für Sport-Zahnmedizin vorgestellt wird.</p>
<p>Die Bedeutung der Prophylaxe erstreckt sich dementsprechend weit über die Mundhöhle hinaus und muss aus interdisziplinärer Sicht betrachtet werden. Während bereits in den Vorträgen von Dr. Kurt Mosetter („Ernährungsmana­gement in der modernen Sportmedizin“ und „Zucker – der heimliche Killer“) umfassend auf die Rolle einer „artgerechten Ernährung“ eingegangen wurde, liegt der Fokus dieses Vortrags auf den entscheidenden Einflüssen und Effekten, die sich für Spitzensportler durch ihre Nahrungsaufnahme ergeben.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=q-Qis1HUijEBesondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Thema der optimalen Verdauung und Verstoffwechslung, die in der Mundhöhle beginnt und signifikante Auswirkungen auf die sportliche Leistungs­fähigkeit und Gesundheit hat. In diesem Zusammenhang wird weiterführend auf den Vortrag von Dr. Henning Sartor mit dem Titel „Ernährung, Darm-Mikro­biom und sportliche Leistungsfähigkeit“ verwiesen, der umfassend über die allgemeinmedizinischen Konsequenzen und ihrer Prophylaxe informiert.</p>
<p>Die Analyse der Zusammensetzung und Funktion des Speichels, die oft unterschätzte Rolle des Kauens mit induzierter Thermogenese, die gesundheitlichen Effekte des intermittierenden Fastens und die Bedeutung des parodontalen Mikrobioms werden eingehend behandelt. Ein vertieftes Verständnis dieser Mechanismen ermöglicht die Optimierung der Ernährungsgewohnheiten von Spitzensportlern, um ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit entscheidend zu beeinflussen.</p>
<p>Als Prophylaxe ergänzende Maßnahmen und zur Performance-Steigerung wird abschließend auf die hochpotente, antioxidative und stark entzündungshemmende Wirkung einiger Phytopharmaka eingegangen, insbesondere Resveratrol und Curcuminoide. Diese wirken nachweisbar vielfältig und stark entzündungshemmend in der Mundhöhle. Für eine umfassendere Wirk­betrachtung der Curcuminoide wird auf den Vortrag von Prof. Dr. Mehdi Shakibaei verwiesen.</p>
<p><iframe title="Prophylaxe &amp; Therapie der modernen Sportzahnmedizin I Ernährungsweise &amp; Bedeutung von Phytopharmaka" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/q-Qis1HUijE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schnittstellen der Sport- und Zahnmedizin</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/11294/schnittstellen-der-sport-und-zahnmedizin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2022 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=11294</guid>

					<description><![CDATA[Untersuchungen bei Hochleistungssportlern in den Wettkampfphasen ergaben, dass viele Athleten an mangelhafter Mundhygiene litten. Karies, Zahnfleischentzündungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats wurden häufig festgestellt. Alle Athleten gaben an, sich durch die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Untersuchungen bei Hochleistungssportlern in den Wettkampfphasen ergaben, dass viele Athleten an mangelhafter Mundhygiene litten. Karies, Zahnfleischentzündungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats wurden häufig festgestellt. Alle Athleten gaben an, sich durch die mangelhafte Mundgesundheit gestört zu fühlen und zum Teil in Lebensqualität, Training und Leistung reduziert zu sein.</strong></p>
<p>Auswirkungen auf Leistungsperformance und Allgemeingesundheit sind hier vielfältig. Bakterien in der Mundhöhle gelangen in die Blutbahn und lösen dort weitere Entzündungen aus. Gelenk- und Muskelverletzungen sowie Gefäß- und Herzkreislauf-Erkrankungen werden begünstigt.</p>
<p>Zahnfehlstellungen und Störungen innerhalb des Kiefergelenks beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit. Dysbalancen und koordinative Probleme können entstehen, des Weiteren können daraus Muskelschmerzen und –Verspannungen sowie Gleichgewichtsstörungen resultieren.</p>
<p>Derartige Schnittstellen der Zahnmedizin mit der Sportmedizin und -Therapeuten sind aus diesen Gründen vielfältig.</p>
<h2><strong>Zusammenarbeit mit Orthopäde und Physiotherapeut</strong></h2>
<p>In Bezug auf Kiefer(-gelenks)-Erkrankungen ist in erster Linie die enge Zusammenarbeit mit dem Orthopäden und Physiotherapeuten häufig unumgänglich, um hier Befunde zu sammeln, ggf. eine Diagnose zu stellen und wenn möglich eine Therapie zu koordinieren. Wenn eine endgültige Diagnose trotzdem nicht möglich ist oder die Therapie nicht zum gewünschten Erfolg führt, sind weitere Instanzen mit einzubeziehen. Diese können je nach Befunden in verschiedenen Fachbereichen liegen.</p>
<h2><strong>Interdisziplinäre Abklärung</strong></h2>
<p>Entsprechende Befunde könnten eine neurologische Untersuchung notwendig machen, um Störungen im sensomotorischen System festzustellen. Eine mögliche Abklärung von Stressphänomenen, Kopfschmerz und Migräne sowie Trigeminusneuralgien. Eine weitere Anlaufstelle könnte die Augenheilkunde sein, zur Abklärung von Seh- und Tränendrüsenstörungen sowie die Funktion bei Gleitsichtbrillen, da es bei etwa zwei Drittel aller Gleitsichtbrillenträger zu kompensatorischen orthopädischen Funktionsstörungen kommt. Auch eine Abklärung im HNO-Bereich bei Tinnitus oder Zervikalschwindel könnte notwendig sein. Störungen in der neuroanatomischen Vernetzung des craniomandibulären Systems (HWS und HNO-Bereich) und der muskulären Funktionsketten könnten feststellbar sein. Auch eine kardiologische Abklärung kann notwendig werden. Ausgedehnte Beschwerden ins Brustbein und Zwerchfell können aufgrund von Störungen der myofazialen bzw. muskoskelettalen Läsionsketten auch zu Herzrhythmusstörungen führen. Ebenfalls könnten psychologische und psychosomatische Ursachen vorliegen.</p>
<p>Insbesondere die Parodontitis hat je nach Erscheinungsbild starken Einfluss auf die Mund- und die systemische Gesundheit. Sie ist eine multifaktorielle Entzündungskrankheit (die jeden zweiten jüngeren Erwachsenen betrifft), assoziiert mit einem Plaque-Biofilm, die durch die Zerstörung des Zahnhalteapparates und Kieferknochens gekennzeichnet ist. Die Parodontitis ist zum einen durch mögliche Bakteriämie als auch durch eine erhöhte Entzündungslast vermittelt. Aus diesem Grund ist hier eine engmaschige Kontrolle, Prävention und Behandlung notwendig.</p>
<p>Alle aufgeführten Dysbalancen, Erkrankungen und Entzündungen wirken sich bei Leistungssportlern aufgrund der hohen körperlichen Performance und Belastung oft viel gravierender aus. Sämtliche interdisziplinäre Abklärungen sollten in einem strukturierten Therapieplan münden.</p>
<h2><strong>Rolle der Ernährung</strong></h2>
<p>Einen großen Stellenwert in der Prävention nimmt mittlerweile auch in der Zahnmedizin die Ernährung ein. Eine anti-entzündliche Ernährungsformel besteht aus einer pflanzenbasierten Vollwertkost unter Vermeidung von Zucker und Weißmehlen sowie einer starken Reduktion des Konsums von tierischen Proteinen. Die durch Zucker ausgelösten Entzündungsprozesse sind äußerst vielfältig. Was sich für Leistungssportler als problematisch erweist, da oft ein hoher Konsum an zuckerhaltigen Produkten wie Energy-Riegeln, -Gels und –Getränken besteht. Ein individuell an den Sportler und Energiebedarf angepasstes Ernährungskonzept ist entscheidend für eine gute (Mund-) Gesundheit und Leistungsperformance.</p>
<h2><strong>Fazit und Ausblick</strong></h2>
<p>Grundsätzlich lässt sich schlussfolgern, dass für eine optimale Mund- und Kiefergesundheit und Leistungsperformance die enge Zusammenarbeit und Synergie von Sport-, Zahnmedizin und Therapeuten unerlässlich ist, wobei die Ernährungsmedizin eine übergreifende Funktion hat. Es muss ein individuell auf den Athleten zentriertes Präventions- und Behandlungskonzept entworfen werden.</p>
<p><strong>Auf die Themenbereiche der interdisziplinär zu behandelnden Dysbalancen, Kiefergelenks-Erkrankungen und Entzündungen soll in folgenden Artikeln noch umfänglich eingegangen werden, ebenso zu den Ernährungsfragen im Rahmen eines Präventions-Programms.</strong></p>
<p><strong>Einen bereits erschienenen Artikel von Dr. Roßberg zur Bedeutung der Zahnmedizin / Sportzahnmedizin bei Sportlern finden Sie <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/9196/zahnmedizin-sportzahnmedizin-bedeutung-fuer-sportler/)" target="_blank" rel="noopener">hier..</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zahnmedizin / Sportzahnmedizin – Bedeutung für Sportler</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/10562/zahnmedizin-sportzahnmedizin-bedeutung-fuer-sportler-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2022 12:50:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[04/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=10562</guid>

					<description><![CDATA[Co-Autor: Prof. Dr. Johan Wölber Dass die Parodontitis ein Faktor zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und -Entzündungen ist, wird vielfach unterschätzt, obwohl durch geeignete Therapie und Prävention gerade auch für hochkonditionierte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Co-Autor: Prof. Dr. Johan Wölber</p>
<p><strong>Dass die Parodontitis ein Faktor zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und -Entzündungen ist, wird vielfach unterschätzt, obwohl durch geeignete Therapie und Prävention gerade auch für hochkonditionierte Leistungssportler schwere Schäden vermieden werden können.  </strong></p>



<p>Leistungssportler haben ein ungefähr 2,5-fach erhöhtes Risiko, einen <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/7344/ploetzlicher-herztod/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">plötzlichen Herztod</a> zu erleiden [1]. Zu den kardio­vaskulären Erkrankungen, die für den plötzlichen Tod bei Leistungssportlern verantwortlich sind, zählen u. a. Koronarsklerose, <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/3597/myokarditis/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Myokarditis</a> (Herzmuskelentzündung) und Aortenklappenstenose [2]. Die Myokarditis stellt hierbei aber eine der wichtigsten Ursachen für Sporttreibende dar. Bei älteren Athleten jenseits des 35. Lebensjahrs spielt dabei die Arteriosklerose der Herzkranzgefäße die wichtigste Rolle. Obwohl der Verlauf im Einzelfall nicht vorherzusagen und vielfach symptomlos ist, kann die Myokarditis Auslöser von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen sein [3, 4]. In 6 – 20 % der Todesfälle junger Athleten wurde Myokarditis als Todesursache identifiziert. Die Zehnjahresüberlebensrate nach histologisch gesicherter Myokarditis liegt bei 45 % [5].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Multifaktorielle Entzündungskrankheit</strong></h2>



<p>Parodontitis ist eine multifaktorielle Entzündungskrankheit, assoziiert mit einem Plaque-Biofilm, die durch die Zerstörung des Zahnhalteapparates und Kieferknochens gekennzeichnet ist. Ihre Pathogenese wird derzeitig als eine wirtsmodulierte Dysbiose verstanden. D. h. während zwar parodontalpathogene Keime eine zentrale Rolle spielen, ist die Dysbiose durch eine überschießende Entzündungsreaktion des Wirtsorganismus verursacht. Die Parodontitis hat je nach Erscheinungsbild starken Einfluss auf die Mund- und die systemische Gesundheit. Dies ist zum einen durch mögliche Bakteriämien als auch durch eine erhöhte Entzündungslast durch Zytokine vermittelt. Für Laien ist die Parodontitis selten oder erst sehr spät als Krankheit erkennbar, weil die Symptome selten schwer sind. Daher ist immer eine Abklärung durch Zahnärzte notwendig. Zur adäquaten Diagnostik der Parodontitis wurde ein System von Stadien (Schwere und Ausmaß der Erkrankung) und Graden (wahrscheinliche Progressionsrate) entwickelt, um die verschiedenen Erscheinungsformen im individuellen Krankheitsfall weiter zu beschreiben [6].</p>



<p>Nach der <a href="https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/dms/Zusammenfassung_DMS_V.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">5. deutschen Mundgesundheitsstudie</a> (DMS V) ist etwa jeder zweite jüngere Erwachsene (52 %) von einer parodontalen Erkrankung betroffen, davon weisen 43,4 % eine moderate und rund jeder Zehnte eine schwere Parodontitis auf. Außerdem weist mehr als jeder zweite jüngere Senior (65 %) eine parodontale Erkrankung auf, fast jeder Zweite in dieser Altersgruppe eine moderate (44,8 %) sowie jeder Fünfte eine schwere. Bei den älteren Senioren weisen sogar neun von zehn Menschen eine moderate bzw. schwere Form auf. Untersuchungen legen nahe, dass die Erkrankung in der Bevölkerung häufiger verbreitet ist, als bislang angenommen und deswegen und durch die demografische Entwicklung zukünftig ein größerer Behandlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der Studien zeigen aber ebenfalls, dass präventive Maßnahmen Parodontitis vorbeugen können und sich positiv auf parodontale Erkrankungen auswirken können. Demnach sind Menschen, die regelmäßig Präventionsangebote in der Zahnarztpraxis in Anspruch nehmen, seltener von Parodontitis betroffen. Bei diesen Patienten ist die Erkrankung zugleich auch weniger schwer [7]. Eine alarmierende Erkenntnis aus Untersuchungen ist aber, dass bereits oberflächlichere Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) – welche etwa 90 % der Bevölkerung ­betreffen – zu einem Gesundheits­risiko führen und das Risiko für Arteriosklerose erhöhen [8]. In einer Studie wurden Probanden angewiesen, sich drei Wochen lang die rechte Seite der Oberkieferzähne nicht zu putzen. Alle bildeten eine Gingivitis aus. In einer anschließenden Blutuntersuchung konnten u. a. deutliche Erhöhungen des Entzündungsmarkers CRP festgestellt werden, der auch beim Herzinfarkt eine Rolle spielt. Auch das Interleukin 6, eine Signalsubstanz des Immunsystems bei Entzündungsprozessen, konnte vermehrt nachgewiesen werden. Hieraus ergibt sich bereits bei der Gingivitis ein ernstzunehmendes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen [9]. Der CRP-Wert ist bei Parodontitis noch deutlicher erhöht, aber umgekehrt zeigte sich eine starke Abnahme nach Parodontitistherapie [10 – 12].</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" class="wp-image-8605" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/11/Rossberg_saez0421-1024x828.jpg" alt="" />
<figcaption>Abb. Schwere Parodontalerkrankungen* bei 35- bis 44-Jährigen [7] *CDC/APP-Fallklassifikation</figcaption>
</figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirksame Analyseverfahren</strong></h2>



<p>Mehrere Studien belegen, dass es wirksame Analyseverfahren gibt, um die von der Parodontitis ausgehenden Gefahr für die Herz-Kreislauferkrankungen zu identifizieren: Mit der flussvermittelten (Vaso-)Dilatation (FMD), einem Analyseverfahren, welches bereits die Initialstadien endothelialer (Gefäßinnenwand) Zellveränderungen nichtinvasiv erfasst, wurde an parodontal schwer erkrankten Patienten der Nachweis erbracht, dass die erfolgreiche Reduktion der parodontalen Entzündung mittels Parodontitistherapie nachfolgend auch die endotheliale Dysfunktion der Probanden langfristig signifikant zu reduzieren vermochte. In einer neueren Studie mit einer weniger aufwendigeren Methode wurde die Messung der Pulswellengeschwindigkeit (PWV) verwendet, welche die Geschwindigkeit und Stärke der Reflexion der aortalen Pulswelle durch das periphere Gefäßsystem als Maß für den Status der vaskulären Gesundheit verwendet. Die PWV kann aufgrund der Ablagerung von Substanzen an den Wänden der Blutgefäße und dem damit einhergehenden Elastizitätsverlust (Gefäßsteifigkeit) erhöht sein. Die Evaluation der kardiovaskulären Gesundheit parodontal erkrankter Patienten zeigte, dass die Betroffenen im Vergleich zu parodontal Gesunden eine pathologisch vorgealterte Gefäßveränderung aufwiesen [13]. Sie zeigten erhöhte PWV-Werte, wie sie ansonsten nur bei 10 – 15 Jahre älteren Individuen typischerweise zu finden sind. Weiterhin wurden von allen Studienteilnehmern die PWV-Werte vor sowie sechs und zwölf Monate nach Parodontaltherapie erfasst. Bei Studienpatienten, die im Verlauf der Therapie eine sehr deutliche Reduktion der parodontalen Entzündung auf ≤ 10 % des Ausgangsbefundes zeigten, wurde zeitgleich auch eine signifikante Reduktion des gemessenen PWV-Wertes beobachtet. Dies entspricht nach internistischen Kriterien einer ausgeprägten Verbesserung der Gefäßgesundheit, wie sie ansonsten üblicherweise nur bei optimal eingestellter medikamentöser Therapie zu erwarten ist [13, 14]. </p>



<p>Eine in den USA groß angelegte Untersuchung zeigte ebenfalls die Verbindung von Parodontitis und koronaren Herzerkrankungen (CHD). Als Resultat wurde ein 24 – 35 % höheres Risiko für CHD bei bestehender parodontaler Erkrankung gefunden. Dieses Risiko bestand unabhängig  von den traditionellen CHD Risikofaktoren und dem sozio-ökonomischen Status [15]. Darüber hinaus besteht ebenso eine höhere Wahrscheinlichkeit für zerebrovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfall [16 – 18] sowie ein mehr als doppelt so hohes ­Risiko für einen kardioembolischen und throm­botischen Schlaganfall im Vergleich zu parodontal gesunden Personen [19]. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie sind diese klinischen Resultate pathophysiologisch zu erklären?</strong></h2>



<p>Schon bei alltäglichen Aktivitäten (Zahnputzen, Zahnseide, Kauen oder Beißen) gelangen die oralen Bakterienarten in den Blutkreislauf und können eine Bakteriämie verursachen [8]. Dabei ist das Ausmaß und die Häufigkeit bei Parodontitis-Patienten deutlich größer [20]. Im Kreislauf können parodontale Bakterien und/oder bakterielle Produkte und entstandene Virulenzfaktoren die Pathophysiologie der Arteriosklerose beeinflussen. Als Entzündungserkrankung induziert Parodontitis auch Immunabwehr Mechanismen (Toll-like-Rezeptor, Inflammasom-Signalgebung) mit verstärkten oxidativen Stressreaktion in den Endothelzellen der Aorta [21, 22]. Umgekehrt führt die Parodontaltherapie zur Abnahme von Entzündungsmediatoren im Serumspiegel, welche auch mit Atherosklerose in Verbindung stehen, wie von Serum-Amyloid A und Alpha-1-Anti-Chymotrypsin. Ein Großteil der Leukozyten von Parodontitispatienten veranlassen die Freisetzung von Interleukinen (Botenstoffe der Immunantwort). Die Therapie reduziert diese Entzündungs-Hyperreaktivität [23]. Wie bei der Pathophysiologie der Atherothrombose, ist auch bei der Parodontitis ein erhöhter ­Fibrinogen-Spiegel (Thrombus-Bildung) nachweisbar [24]. Dieser nimmt durch Parodontaltherapie ebenfalls signifikant ab [25]. Auch der Serum-Gesamtcholesterinspiegel, Low-Density-Lipoproteine (LDL), Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL) und Phospholipase A2 sind bei Parodontitis erhöht und vergrößern das Risiko für CHD. Der Spiegel von High-Density-Lipoprotein (HDL) sind hingegen reduziert [26]. Diese Spiegel sind nach Therapie gegenläufig [27].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie kann man Parodontitis vorbeugen?</strong></h2>



<p>Klassischerweise wird die wichtigste Präventionsmaßnahme der Parodontitis in einer optimalen Plaquereduktion und damit einhergehender Prävention der Gingivitis gesehen. Diese Betrachtungsweise geht vor allem auf die Untersuchungen zur experimentellen Gingivitis zurück, bei der das Entzündungsgeschehen signifikant mit dem Vorhandensein von Plaque korrelierte [28]. In einer Studie mit 247.696 Teilnehmern wurde eine zusätzliche Zahnputzepisode pro Tag mit einer reduzierten Inzidenz von atherosklerotischen zerebrovaskulären (ACVD)-Ereignissen verbunden und regelmäßige professionelle Reinigung reduzierte das Risiko offensichtlich weiter. Zusammenfassend ließ sich sagen, dass das Fortschreiten der ACVD durch eine erfolgreiche Parodontalbehandlung unabhängig vom traditionellen CVD-Risikofaktormanagement beeinflusst werden kann. Die bereits verfügbare Datenlage legt ebenso nahe, dass die Kooperation zwischen Innerer Medizin und Zahnmedizin deutlich zu intensivieren ist, da parodontale und kardiovaskuläre Gesundheit enger miteinander verbunden sind, als noch vor wenigen Jahren vermutet wurde [29].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entzündungsmodulierende Faktoren – Ernährung</strong></h2>



<p>In den letzten Jahrzehnten zeigte sich bezüglich der Ätiologie der Gingivitis und entsprechend Parodontitis, dass entzündungsmodulierende Faktoren wie Ernährung, Rauchen und Stress eine größere ätiologische Rolle als der Zahnbelag zu spielen scheint als bisher angenommen [30]. Beispielhafte zeigte dies eine Schweizer Studie, in welcher zehn Probanden für vier Wochen lang unter Steinzeitbedingungen lebten und dementsprechend keine Mundhygiene mehr betrieben. Obwohl es erwartungsgemäß zu einem signifikanten Anstieg des Vorkommens von Zahnbelag kam, sank die parodontale Entzündung (in Form des Blutens auf Sondieren) um ungefähr 50 % [31]. Die Autoren schlussfolgerten, dass die starke Korrelation zwischen Zahnbelag und parodontaler Entzündung nicht unter zuckerfreien Bedingungen gelten. Diese Beobachtungen konnten durch weitere randomisierte kontrollierte Studien aus der eigenen Arbeitsgruppe bestätigt werden [32, 33]. Die anti-entzündliche Ernährungsformel bestand dabei aus einer pflanzenbasierten Vollwertkost unter Vermeidung von Zucker und Weißmehlen sowie einer starken Reduktion des Konsums von tierischen Proteinen. Dementsprechend werden neue Therapie- und Präventionsansätze die Rolle von Ernährung noch stärker betonen. Diese Ansätze sind deswegen so interessant, weil sie sowohl Mundgesundheit als auch die allgemeine Gesundheit und Leistungsperformance im Bereich der Sportmedizin adressieren. Als ein Beispiel sei der Konsum von nitratreichen Pflanzen genannt, die sowohl eine Wirkung gegen Zahnfleischentzündungen haben als auch die Muskelfunktion unterstützen [34, 35].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Diagnostik, Prävention und Therapie von Parodontitis und Zahnfleischentzündungen eine große Rolle zur Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen spielen kann. Hierbei ist nicht nur das Bestehen und Kontrollieren einer ausreichend guten Mund­hygiene sowie die regelmäßige Kontrolle entscheidend, sondern bereits die entzündungshemmende Ernährung nimmt einen hohen Stellenwert bei der Prophylaxe ein. Für Leistungssport gilt in diesem Zusammenhang aufgrund der stark erhöhten körperlichen- und Herz-Kreislauf-Belastung ein deutlich umfangreicheres und individuell an die jeweilige Sportart und den Leistungsumfang angepasstes Präventions- und Ernährungskonzept.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<ol class="wp-block-list">
<li><em>Corrado D, Basso C, Rizzoli G, et al (2003) Does sports activity enhance the risk of sudden death in adolescents and young adults? J Am Coll Cardiol 42:1959–1963. https://doi.org/10.1016/j.jacc.2003.03.002</em></li>
</ol>



<p><em>2. Maron BJ, Epstein SE, Roberts WC (1986) Causes of sudden death in competitive athletes. J Am Coll Cardiol 7:204–214. https://doi.org/10.1016/s0735-1097(86)80283-2</em></p>



<p><em>3. Hombach V, Merkle N, Torzewski J, et al (2009) Electrocardiographic and cardiac magnetic resonance imaging parameters as predictors of a worse outcome in patients with idiopathic dilated cardiomyopathy. Eur Heart J 30:2011–2018. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehp293</em></p>



<p><em>4. Ammann P, Naegeli B, Schuiki E, et al (2003) Long-term outcome of acute myocarditis is independent of cardiac enzyme release. Int J Cardiol 89:217–222. https://doi.org/10.1016/s0167-5273(02)00478-3</em></p>



<p><em>5. Maron BJ, Thompson PD, Ackerman MJ, et al (2007) Recommendations and considerations related to preparticipation screening for cardiovascular abnormalities in competitive athletes: 2007 update: a scientific statement from the American Heart Association Council on Nutrition, Physical Activity, and Metabolism: endorsed by the American College of Cardiology Foundation. Circulation 115:1643–1655</em></p>



<p><em>6. Caton JG, Armitage G, Berglundh T, et al (2018) A new classification scheme for periodontal and peri-implant diseases and conditions &#8211; Introduction and key changes from the 1999 classification. J Clin Periodontol 45 Suppl 20:S1–S8. https://doi.org/10.1111/jcpe.12935</em></p>



<p><em>7. Jordan RA, Bodechtel C, Hertrampf K, et al (2014) The Fifth German Oral Health Study (Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie, DMS V) &#8211; rationale, design, and methods. BMC Oral Health 14:161. https://doi.org/10.1186/1472-6831-14-161</em></p>



<p><em>8. Tomás I, Diz P, Tobías A, et al (2012) Periodontal health status and bacteraemia from daily oral activities: systematic review/meta-analysis. J Clin Periodontol 39:213–228. https://doi.org/10.1111/j.1600-051X.2011.01784.x</em></p>



<p><em>9. Eberhard J, Grote K, Luchtefeld M, et al (2013) Experimental gingivitis induces systemic inflammatory markers in young healthy individuals: a single-subject interventional study. PLoS One 8:e55265. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0055265</em></p>



<p><em>10. Demmer RT, Trinquart L, Zuk A, et al (2013) The influence of anti-infective periodontal treatment on C-reactive protein: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. PLoS One 8:e77441. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0077441</em></p>



<p><em>11. Koppolu P, Durvasula S, Palaparthy R, et al (2013) Estimate of CRP and TNF-alpha level before and after periodontal therapy in cardiovascular disease patients. Pan Afr Med J 15:92. https://doi.org/10.11604/pamj.2013.15.92.2326</em></p>



<p><em>12. Patil VA, Desai MH (2013) Effect of periodontal therapy on serum C-reactive protein levels in patients with gingivitis and chronic periodontitis: a clinicobiochemical study. J Contemp Dent Pract 14:233–237. https://doi.org/10.5005/jp-journals-10024-1305</em></p>



<p><em>13. Jockel-Schneider Y, Harks I, Haubitz I, et al (2014) Arterial stiffness and pulse wave reflection are increased in patients suffering from severe periodontitis. PLoS One 9:e103449. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0103449</em></p>



<p><em>14. Jockel-Schneider Y, Heß J, Schlagenhauf U (2016) Was Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbindet. wissen kompakt 10:95–102</em></p>



<p><em>15. Humphrey LL, Fu R, Buckley DI, et al (2008) Periodontal disease and coronary heart disease incidence: a systematic review and meta-analysis. J Gen Intern Med 23:2079–2086. https://doi.org/10.1007/s11606-008-0787-6</em></p>



<p><em>16. Morrison HI, Ellison LF, Taylor GW (1999) Periodontal disease and risk of fatal coronary heart and cerebrovascular diseases. J Cardiovasc Risk 6:7–11. https://doi.org/10.1177/204748739900600102</em></p>



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<p><em>18. Syrjänen J, Peltola J, Valtonen V, et al (1989) Dental infections in association with cerebral infarction in young and middle-aged men. J Intern Med 225:179–184. https://doi.org/10.1111/j.1365-2796.1989.tb00060.x</em></p>



<p><em>19. Sen S, Giamberardino LD, Moss K, et al (2018) Periodontal Disease, Regular Dental Care Use, and Incident Ischemic Stroke. Stroke 49:355–362. https://doi.org/10.1161/STROKEAHA.117.018990</em></p>



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<p><em>21. Chukkapalli SS, Velsko IM, Rivera-Kweh MF, et al (2015) Polymicrobial Oral Infection with Four Periodontal Bacteria Orchestrates a Distinct Inflammatory Response and Atherosclerosis in ApoE null Mice. PLoS One 10:e0143291. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0143291</em></p>



<p><em>22. Velsko IM, Chukkapalli SS, Rivera MF, et al (2014) Active invasion of oral and aortic tissues by Porphyromonas gingivalis in mice causally links periodontitis and atherosclerosis. PLoS One 9:e97811. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0097811</em></p>



<p><em>23. Ling MR, Chapple ILC, Matthews JB (2016) Neutrophil superoxide release and plasma C-reactive protein levels pre- and post-periodontal therapy. J Clin Periodontol 43:652–658. https://doi.org/10.1111/jcpe.12575</em></p>



<p><em>24. Chandy S, Joseph K, Sankaranarayanan A, et al (2017) Evaluation of C-Reactive Protein and Fibrinogen in Patients with Chronic and Aggressive Periodontitis: A Clinico-Biochemical Study. J Clin Diagn Res 11:ZC41–ZC45. https://doi.org/10.7860/JCDR/2017/23100.9552</em></p>



<p><em>25. Vidal F, Cordovil I, Figueredo CMS, Fischer RG (2013) Non-surgical periodontal treatment reduces cardiovascular risk in refractory hypertensive patients: a pilot study. J Clin Periodontol 40:681–687. https://doi.org/10.1111/jcpe.12110</em></p>



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<p><em>27. Teeuw WJ, Slot DE, Susanto H, et al (2014) Treatment of periodontitis improves the atherosclerotic profile: a systematic review and meta-analysis. J Clin Periodontol 41:70–79. https://doi.org/10.1111/jcpe.12171</em></p>



<p><em>28. Löe H, Theilade E, Jensen SB (1965) Experimental gingivitis in man. The Journal of periodontology 36:177–187</em></p>



<p><em>29. Park S-Y, Kim S-H, Kang S-H, et al (2019) Improved oral hygiene care attenuates the cardiovascular risk of oral health disease: a population-based study from Korea. Eur Heart J 40:1138–1145. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy836</em></p>



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<p><em>31. Baumgartner S, Imfeld T, Schicht O, et al (2009) The impact of the stone age diet on gingival conditions in the absence of oral hygiene. J Periodontol 80:759–768. https://doi.org/10.1902/jop.2009.080376</em></p>



<p><em>32. Woelber JP, Bremer K, Vach K, et al (2016) An oral health optimized diet can reduce gingival and periodontal inflammation in humans &#8211; a randomized controlled pilot study. BMC Oral Health 17:28. https://doi.org/10.1186/s12903-016-0257-1</em></p>



<p><em>33. Woelber JP, Gärtner M, Breuninger L, et al (2019) The influence of an anti-inflammatory diet on gingivitis. A randomized controlled trial. J Clin Periodontol 46:481–490. https://doi.org/10.1111/jcpe.13094</em></p>



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<p><em>35. Jockel-Schneider Y, Goßner SK, Petersen N, et al (2016) Stimulation of the nitrate-nitrite-NO-metabolism by repeated lettuce juice consumption decreases gingival inflammation in periodontal recall patients: a randomized, double-blinded, placebo-controlled clinical trial. J Clin Periodontol 43:603–608. https://doi.org/10.1111/jcpe.12542</em></p>
</div></div>
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