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	<title>Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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		<title>Update Muskelverletzungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt&#160;,&#160;sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2024 13:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
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					<description><![CDATA[Als wir vor über 16 Jahren das Feld der Sportmedizin betraten, stand er schon lange auf dem Platz. Als er 2007 seine MW Praxis für Orthopädie &#38; Sportmedizin in bester [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als wir vor über 16 Jahren das Feld der Sportmedizin betraten, stand er schon lange auf dem Platz. Als er 2007 seine <a href="https://www.mw-ortho.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MW Praxis für Orthopädie &amp; Sportmedizin</a> in bester Münchner Lage eröffnete, waren wir vor Ort und machten aus, dass wir mit ihm zusammen eines Tages etwas im Dienste der Sportmedizin umsetzen werden. Natürlich verfolgten wir den weiteren Weg dieses Mannes, der oftmals im Kreuzfeuer der Kritik stand, genauso oft missverstanden wurde und der aber auch immer über viele Fürsprecher, Sportler und Freunde verfügte, die von seiner Arbeit überzeugt waren. Umso mehr freuten wir uns, dass sich im Sommer 2021 die Gelegenheit für Robert Erbeldinger und Masiar Sabok Sir bot, persönlich mit ihm über seine Ideen und Hintergründe in seiner Münchner Praxis zu sprechen. Das auf eine Stunde ausgelegte Gespräch verlängerte sich in einer überaus entspannten und angenehmen Atmosphäre auf fast zwei Stunden gelebter und emotionaler Sportmedizin. Wir danken für die vielen interessanten Einblicke und möchten ganz bewusst an dieser Stelle Herrn Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu Wort kommen lassen.</strong></p>



<figure id="attachment_15259" aria-describedby="caption-attachment-15259" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-15259 size-full" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir.png" alt="" width="1200" height="755" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-300x189.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-1024x644.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-768x483.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-150x94.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/09/MuellerWohlfahrt_Erbeldinger_SabokSir-450x283.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-15259" class="wp-caption-text">Robert Erbeldinger, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Masiar Sabok Sir. Foto: sportärztezeitung Archiv</figcaption></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Erfahrung &amp; Wissen</em></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„MEIN ANLIEGEN <br />WAR ES IMMER, ALLES ZU TUN, </em></strong><br /><strong><em>UM OPERATIONEN ZU VERHINDERN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Laufbahn als Teamarzt begann Mitte der 1970 er Jahre bei Hertha BSC Berlin. Als junger Assistent schlug mich mein Chef vor, der mir eine so große Verantwortung zutraute. Damals war die Hertha mit mehreren Nationalspielern bestückt und eines der starken Teams in der Liga. Ich sagte mir, die Chance ergreife ich. Und so haute ich mich richtig rein. Die Bayern beobachteten das und dachten dann wohl, der muss ein Verrückter sein, den können wir gebrauchen und so landete ich schließlich beim FC Bayern München. Mein Anliegen war es von Anfang an, alles zu tun, um Operationen zu verhindern. So weit wie möglich, so weit verantwortbar, konservativ zu arbeiten. Und dabei keine Gesundheitsrisiken eingehen. Auch wenn es vielleicht etwas überheblich wirkt, was es aber definitiv nicht ist, nach 45 Jahren Spitzensportbetreuung war es mir nun ein Bedürfnis, mich auch meinen Kollegen mitzuteilen. Das war im Grunde mein Ansporn, das neue Booklet „Update Muskelverletzungen nach 45 Jahren Profisport-Betreuung. Diagnostik und Therapie von neurogenen Muskelverhärtungen, Muskelzerrungen, Muskelfaser- und Muskelbündelrissen“ zu verfassen. Ich wollte dies für die deutschen Sportärzte und Physiotherapeuten machen und möglichst viele Personen erreichen. Was mich sehr freut, ist dass das Interesse an meiner Klassifikation – und letztendlich geht es darum – und an der Therapie enorm groß ist. Mittlerweile ist das Muskelbuch auch in mehrere Sprachen übersetzt und erscheint international.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Natürliche Arzneimittel &amp; biologische Medizin</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„DIE MUSKULATUR LOCKERT, </em></strong><br /><strong><em>ENTSPANNT UND DIE HEILUNG GEHT </em></strong><br /><strong><em>SCHNELLER VON STATTEN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich bei den Bayern ankam, habe ich gedacht, wenn ich jetzt dem Franz Beckenbauer eine falsche Spritze gebe und es passiert irgendetwas, dann bin ich erledigt. Und so habe ich mich ganz klar für die natürlichen Arzneimittel und die biologische Medizin entschieden, die keine Nebenwirkungen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir ist aufgefallen, dass sich bei Muskelverletzungen der Muskel verkürzt, eine hohe Schutz-Spannung annimmt und dadurch die Durchblutung behindert ist. Also dachte ich, wieso nicht Actovegin als Hauptmittel bei Muskelverletzungen einsetzen, das als „Münchner Entwicklung“ damals gerade präsentiert wurde. Studien konnten belegen, dass es eine durchblutungsfördernde Wirkung hat. Und was passierte? Die Muskulatur lockerte, entspannte und die Heilung ging sichtlich schneller von statten. So wurde dieses Medikament Teil meiner Medizin: die intramuskuläre Injektion von Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a>. Dafür wurde ich lange Zeit angegriffen, weil es ja angeblich nicht wirken konnte. Dennoch habe ich daran festgehalten und wurde dafür von vielen Kollegen verunglimpft. Es sei ja alles gar nicht wissenschaftlich erwiesen. Erst als zwei Wissenschaftler (LMU München / Sporthochschule Köln) sich der Sache annahmen und herausfanden, dass eine heilungsfördernde Wirkung vorhanden war, wurden die Kritiker leiser. Ich erinnere mich noch an den Anruf der beiden Forscher, die mir gratulierten. Ich hatte etwas gefunden, was den Heilungsprozess nachweislich fördere. Sie haben entdeckt, dass die Satellitenzellen auf den Muskelzellmembranen durch das Actovegin aktiviert werden. Diese bilden neue Muskelfasern und es bildet sich kein Narbengewebe, also keine Kollagenfasern <em>(siehe dazu auch Studie von <a href="https://host-sport-original:8890/experten/pd-dr-med-stefan-mattyasovszky/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PD Dr. med. Stefan Mattyasovszky</a>: <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/therapie/1800/muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirkung von Actovegin® und Traumeel®S auf humane Skelettmuskelzellen</a>)</em></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„DIE REGENERATION WIRD DURCH DAS ACTOVEGIN<br />GEFÖRDERT, DAS IST BEWIESEN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die zweite wissenschaftliche Studie beweist, dass Actovegin entzündungshemmend ist. So behandele ich z. B. eine Achillessehnenentzündung mit zwei, drei Behandlungen. Meistens ist dabei ja die Sehnenscheide entzündet, nicht so sehr die Sehne, oft bilden sich dann Verklebungen. Ich bringe daher die Injektionsnadel zwischen Sehne und Sehnenscheide ein. Dazu benötigt man sehr viel Fingerspitzengefühl. Wenn ich mittels der Freigabe eines Anästhetikums merke, die Nadel liegt richtig, infiltriere ich 5 ml Actovegin, um das Paratenon aufzublähen und dadurch evtl. Verklebungen zu lösen und die Entzündung zu hemmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Muskelverletzungen ist die Palpation entscheidend wichtig: wo genau ist die Verletzung, welcher Muskelstrang ist betroffen? Erst dann werden mehrere Nadeln mit einem Anästhetikum ins Zentrum der Verletzung gelegt sowie je zwei Nadeln proximal und distal davon. Das hat schon mal eine detonisierende Wirkung zur Folge. Erst dann wird über die liegenden Nadeln eine Mischung von heilungsförderndem Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> eingebracht. Bei neurogenen Muskelverletzungen ist die Behandlung am wirksamsten, wenn man die gereizten motorischen Nervenbahnen palpiert, die zu der Übersteuerung des Muskels führen und diese dann mit einem Anästhetikum umspült. Dieses Vorgehen führt zu einer isometrischen Detonisierung der von den Nerven versorgten Muskulatur. Erst danach werden Actovegin und <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel </a>infiltriert, um die vollkommene Heilung zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit den Händen fühlen &amp; die Hände trainieren</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das MRT führt leider oft zu einer Überinterpretation der Bilder. Auch werden die Sportler viel zu schnell in die Röhre geschickt. Ich habe zahlreiche Bundesliga-Spieler gesehen, die nicht einmal angefasst, sondern gleich ins MRT geschickt wurden. Zu wenige Kollegen fühlen, spüren und hören die Sportler an. Anamnese und Diagnostik – es fängt alles mit der Beziehung zum Patienten an, mit einem Gespräch, der Kommunikation untereinander. Der Patient kann einem im Gespräch schon so viele Informationen geben, er weiß ja, wo und wie es schmerzt und darauf baue ich auf. Ich nehme mir dafür viel Zeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann ich nur jedem empfehlen. Das schafft Vertrauen. Die Symptome sind von Muskelverletzung zu Muskelverletzung sehr unterschiedlich. Und wenn man gelernt hat, genau hinzuhören, dann führt der Patient einen quasi schon zur Diagnose. Dieses Zwiegespräch gibt es ja kaum. Im Schnitt vergehen angeblich 18 Sekunden von der Begegnung bis zur Aussage: Ja, gehen Sie mal ins Kernspin! </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„ANFASSEN OHNE HEMMUNGEN“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines, das mir in all meinen ganzen Jahren sehr geholfen hat, ist, dass ich ohne Hemmungen palpieren und untersuchen kann. Bei mir war es so, dass ich während meiner Studentenzeit Massagekurse belegt hatte. Ohne Zwang und ehrlich gesagt, auch ohne zu wissen, warum ich das eigentlich machte. Freunde nahmen mich einfach mit, damit ich es mir einmal anschaute und auch mal mitmachte. Und ich bin ihnen bis heute dankbar dafür. Ich lernte die Muskeln auf diese Weise kennen und verstehen. Ich konnte Abweichungen von der Norm erkennen, insbesondere wenn ich die gesunde, nicht verletzte Seite mit der verletzten Seite verglich, was ich übrigens bis heute mache. Diese Massagekurse waren wirklich Gold wert. Ich möchte sogar sagen, dass die Massagekurse in meinem Fall die Grundlage für die Palpation bilden. </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„45 JAHRE SPITZENSPORTBETREUUNG-ERFAHRUNG.<br />DAS MUSS MAN DOCH TEILEN UND WEITERGEBEN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit man mir nicht nachsagen kann, der behält alles für sich, gibt es auch die Möglichkeit, zu hospitieren. Es kommen schon viele Ärzte zu mir in die Praxis, auch aus dem Ausland, da bin ich ganz offen. Nun habe ich zusätzlich entschieden, dass ich ab September einmal im Monat ein Wochenend­Seminar anbiete. Dazu wird eine gewisse Anzahl von Ärzten zugelassen, die auch einen Patienten mitbringen dürfen, den ich ohne vorherige Information untersuche und sage, was ich fühle, was ich denke. Das wird eine spannende Sache für alle Beteiligten und ich freue mich schon auf einen regen Austausch mit den Kollegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Therapieoptionen  </strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„VIELES IST GUT UND HILFREICH, </em></strong><br /><strong><em>ABER MAN MUSS AUCH NICHT ÜBERALL AUFSPRINGEN.<br />WICHTIG IST, DASS, WENN MAN ETWAS ANWENDET, </em></strong><br /><strong><em>MAN ES AUCH RICHTIG KÖNNEN MUSS.“  </em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Therapieoptionen und Kombinationstherapien sind immer eine Frage der Erfahrung und Dosierung, je nach Verletzung oder Beschwerden: <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/electro-medical-systems-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lasertherapie</a> kann bei Muskelverletzungen hilfreich sein, <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/weyergans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intermittierende Vakuumtherapie</a> ist eine gute Sache und auch mit der Magnetfeldtherapie erzielt man gute Ergebnisse. Diese Behandlungen gehören in die Hände erfahrener Ärzte und Therapeuten. Bei all diesen Ergänzungen sollte man aber nicht vergessen, dass die Palpation immer die Basis darstellen muss und erst danach entschieden werden kann, welche physikalische Therapie sinnvoll ist. Zusätzlich lege ich großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Osteopathen, Chiropraktikern, Manual Therapeuten etc. und weiß, wie fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und diesen Therapeuten sein kann. Auch das schafft beim Pa­tienten Vertrauen. Ich arbeite z. B. auch schon seit einigen Jahren mit <a href="http://www.westhovens.nl/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hub Westhovens </a>zusammen, für mich der beste Osteopath, den ich bisher kennengelernt habe. Wir kamen damals über Arjen Robben in Kontakt, Hub kommt wöchentlich für 1 – 2 Tage aus Holland zu mir in die Praxis. Eine wunderbare Zusammenarbeit.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„DAS IST NICHT AUS DEM ÄRMEL GESCHÜTTELT,<br />DAS IST KEIN HOKUSPOKUS.<br />DARAN HABE ICH JAHRELANG GEARBEITET.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung der Salbe <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a> ist auch so eine Geschichte. Bei Bayern München hatte ich anfangs die pflanzliche Salbe Spolera benutzt, außerdem Enelbin-Paste und Chomelanum Salbe. Damals für mich die drei besten Produkte auf dem Markt. Ich hatte alle drei gemischt, was natürlich viel Arbeit und gerade auch in der Kabine sehr unpraktisch war. Also wollte ich aus den Wirkstoffen der drei Produkte eine Salbe machen. Das war der Anfang von <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a>. Es war schwieriger als gedacht, schließlich wurden Arnika, Zink, Vitamin ACE, Minze, Weihrauch aus größter Überzeugung zu der sehr wirk­samen Salbe zusammengefügt, um bei Verletzungen, Verspannungen oder Schwellungen zu helfen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Rücken</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„ICH SAGE DEN SPORTLERN GERNE: </em></strong><br /><strong><em>HIER BEFINDET SICH DIE SCHALTZENTRALE<br />FÜR DEINE BEINMUSKULATUR. ALLES WIRD VON HIER<br />GESTEUERT. DAS VERSTEHT EIGENTLICH JEDER.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lendenwirbelsäule nimmt eine ganz entscheidende Rolle für die Muskulatur der unteren Extremitäten ein. Nehmen wir z. B. einen Bandscheibenvorfall oder ein Impingement-Syndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule. Was macht der Nerv, wenn er gereizt ist? Er feuert vermehrt Impulse ins Bein. Teilweise noch unterhalb der Schmerzgrenze, sodass der Spieler das oft überhaupt nicht weiß oder anfangs nicht merkt. Der Muskel geht auf Hochspannung, es entsteht der Eindruck von „schweren Beinen“. Der Spieler trainert weiter, wahrscheinlich geht das auch gut, wenn aber der Trainer nun den Schwerpunkt auf Schnelligkeitstraining legt und der Muskel weiter und weiter maximal belastet wird, steigt die Spannung kontinuierlich weiter an, der Muskel wird rigide und schließlich völlig unelastisch. Dann noch ein Spielchen und ein Sprint und plötzlich passiert es. Diese Ursache-Folge-Kette bzw. dieser Zusammenhang wird allzu oft nicht erkannt und dann auch die Therapie nicht entsprechend angepasst bzw. die Verletzung nicht causal behandelt.  </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„NEUROGENE MUSKELVERHÄRTUNG? OK.<br />DER MUSKEL MACHT ZU? DAS PASST.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu passt auch eine kleine Anekdote aus den 1980er Jahren. Im Bayern-­Trainingslager in Bahrein kam Lothar ­Matthäus plötzlich an die Außenlinie. Er konnte nicht mehr, er wollte raus. Ich habe ihn mir angeschaut und untersucht – nichts war gerissen, kein Hämatom, kein struktureller Schaden. Aber ich konnte ertasten, dass der Muskel extrem verkürzt und verhärtet war. Entlang der den Muskelbündel umgebenden Faszie fand ich einen feinen Flüssigkeitssaum, der sich eigenartig seifig anfühlte. Noch ein oder zwei Sprints, dann können Muskelfasern reißen. Der schmerzende Muskel war nicht mehr elastisch, er bekam zu viele Impulse durch den versorgenden motorischen Nerv, der aus der unteren Lendenwirbelsäule austritt und reagierte darauf. Für Lothar Matthäus kam nun die Frage auf, was er der Presse sagen würde. Warum sei er denn nun raus? Da sagte ich ihm, um es ihm verständlich zu machen, dass der Muskel „zugemacht“ habe und er richtig gehandelt habe. Das hat er verstanden und sagte der Presse anschließend, der Mull habe gesagt, der Muskel hat zugemacht. Das wurde dann zu einem geflügelten Wort. Seitdem kann sich jeder etwas darunter vorstellen. Neurogene Muskelverhärtung? Ok. Muskel hat zugemacht? Das passt. Viele Muskelverletzungen sind neurogener Natur und so macht es natürlich Sinn, den Rücken zu untersuchen und zu behandeln. Wenn wir die Ursache für die Übersteuerung des Muskels beseitigt haben oder z. B. mit Hub Westhovens osteopathischen Praktiken die gewünschte Funktion der Wirbelgelenke bzw. Iliosakralgelenke wieder hergestellt haben, bildet sich die neurogene Muskelverhärtung rasch zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ernährung</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„ES GEHT DARUM,<br />ZU VERHINDERN,<br />DASS ES EIN DEFIZIT GIBT.<br />ES DARF KEINE MÄNGEL GEBEN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ernährung haben wir immer im Visier. <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vitamin D</a> zählt z. B. zu den Substanzen, die oft defizitär sind. Wie es sich in <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/6027/vitamin-k2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kombination mit K2</a> verhält, wird aktuell noch erforscht. Ebenso sind der Magnesium- und Zinkspiegel auch sehr oft zu niedrig, aber niemals zu hoch. Wir kontrollieren auch Aminosäuren wie Arginin, Lysin, Prolin. Oder auch Glutamin. Sie sind elementar wichtig für ein gesundes Bindegewebe und für die Regeneration von Muskel und Sehnen. Einen weiteren wichtigen Bereich stellen <a href="https://host-sport-original:8890/applikation/wobenzym/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enzyme</a>, wie Bromelain, dar, die <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">entzündungshemmend</a> wirken. Es geht mir bei allem nicht darum, ­besonders hoch zu dosieren. Es geht da­rum, zu verhindern, dass es Defizite gibt. Es darf einfach keine Mängel geben! Daher empfehle ich regelmäßige Laborkontrollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mobilität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn möglich sollten vor jedem Training oder Wettkampf die Beweglichkeit der Wirbelgelenke, der Iliosakralgelenke und der Gelenke der unteren Extremität geprüft und ggf. mobilisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel: allzu oft ist die Dorsal­flexion des Sprunggelenkes blockiert und kann eine Stresssituation an der Achilles­sehne oder eine Tonuserhöhung der Wadenmuskulatur verursachen, die unter Umständen bretthart und verletzungsanfällig wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweites Beispiel: eine Funktionsstörung im Bereich des lumbosacralen Übergangs. In aller Regel finde ich bei Sportlern, die mit Muskelproblemen zu mir kommen, eine Blockade des 5. Lendenwirbels und dann meist auch eine starke Einschränkung oder auch Blockade eines oder beider Iliosakralge­lenke. Über den Weg einer dadurch verursachten Nervenwurzelreizung (meist S1 oder Nervus obturatorius) sehe ich eine Muskeltonusübersteuerung, die regelrecht schmerzhaft werden kann: nämlich eine neurogene Muskelverhärtung, die bei Nichtachtung zu einer strukturellen Muskelverletzung führen kann.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>„REGENERATION IST EIN<br />BEDEUTENDER TEIL UND </em></strong><br /><strong><em>SOLLTE INDIVIDUELL BETRACHTET WERDEN.“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herr Erbeldinger, ich danke ihnen gerade für ihre hilfreichen Denkanstöße zum Thema Regeneration. Sie bietet die Chance, dem Körper aktiv und passiv Zeit zu widmen für Reparaturarbeiten und Zellerneuerung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Zeit der Regeneration werden die Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin wie auch Glukocorticoide) „heruntergefahren“ und es tritt eine innere Ruhe und Entspannung ein und nachts ist ein ruhiger, erholsamer Schlaf gewährleistet. Ich denke 7 Stunden Schlaf sind ein „must“, 8 Stunden sind gut, mehr als 8 Stunden können vor allem bei Hochleistungsportlern sinnvoll sein. Weiteres Thema: <a href="https://host-sport-original:8890/rubriken/training/6715/funktionelles-atmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Atmen</a>. Auch eine bewusste Atmung ohne Ablenkung durch TV und Telefon führt zu einer Entspannung z. B. der Schultergürtelmuskulatur. Dazu braucht es nur ein paar Minuten. Dabei ist darauf zu achten, auch in den Bauch und möglichst nicht flach zu atmen. Das kommt dann schon fast einer Meditation gleich. Als Lektüre empfehle ich das Buch <a href="https://www.piper.de/buecher/breath-atem-isbn-978-3-492-05851-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Breath“</a> von <a href="https://www.mrjamesnestor.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">James Nestor</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres großes Anliegen ist die Empfehlung zu bewusstem Essen. Das Tempo rausnehmen, bewusst schmecken und wahrnehmen, was man isst und wann etwa die Sättigung einsetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen Gespräche in entspannter Atmosphäre suchen und überhaupt Klarheit darüber gewinnen, dass wir vieles in unserem Leben bewusster machen sollten.</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachdem Dr. Müller-Wohlfahrt bei Bayern München aufgehört hatte, entstand ein Kooperationsprojekt mit Forschern des Klinikums rechts der Isar der Technischen Uni München (TUM) zum Thema Künstliche Intelligenz. Das Thema hörte sich für uns im Gespräch so spannend an, dass wir mehr Informationen dazu wünschten und uns mit der TUM in Verbindung setzten. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>…wie kam es zur Zusammenarbeit und dem KI Projekt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Anwendung von Künstlicher Intelligenz geht es darum, komplexe, potentiell mehrdimensionale Korrelationen und Muster zu erkennen, diese zu lernen und auf neue, künftige Daten anzu­wenden. Dabei kommt es neben der informatischen Umsetzung wesentlich auf die Quantität und Qualität der Daten an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muskelverletzungen werden weltweit mit MRT Untersuchungen diagnostiziert. Allerdings ist es äußerst schwierig, beispielsweise funktionelle neuro­muskulär bedingte (Typ 2A; Kons.Klassif. s. u.) von umschriebenen strukturellen Muskelverletzungen (Typ 3A) im MRT zu differenzieren. Ein Leistungssportler, der eine neurogene Verletzung erleidet, kann mit der richtigen Behandlung nach wenigen Tagen wieder voll belastet werden. Eine falsche Behandlung bzw. ein Verkennen der Verletzung kann aber zu mehrwöchigem Ausfall führen. Daher ist die präzise Diag­nose unabdingbar. Da Dr. Müller-Wohlfahrt Muskelverletzungen durch Erheben eines sehr detaillierte haptischen Untersuchungsbefundes in Synopsis mit anderen wichtigen Kriterien (z. B. Unfallhergang u. a.) sehr genau differenzieren kann und er daraus mit internationalen Experten die Konsensus-Klassifikation für Muskelverletzungen (Müller-W. 2013) entwickelte, aber die MRT-Klassifikation beispiels­weise neurogen-assoziierte Läsionen nicht berücksichtigt, kommt es zu Fehleinschätzungen durch die­­­ses bildgebende Verfahren. Auf Grund dieser Problematik kam Dr. Müller-Wohlfahrt auf unser Forscherteam zu mit der Frage, wie man hier zukünftig die diagnostische Sicherheit verbessern könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher haben wir vorgeschlagen, seine herausragenden haptischen Fähigkeiten in Form seiner Diagnose zusammen mit MR Bilddaten einem spezifischen KI Algorithmus als Input zu übergeben. Der Algorithmus soll durch neuronale Netze Korrelationen zwischen den Bilddaten und der entsprechenden Diagnose detektieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Ergebnisse werden beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2021 im Oktober in Berlin präsentiert. Selbst mit sehr geringen Datenmengen kann der Al­go­rithmus bereits Muster erkennen, wel­che eine Einteilung der entsprechen­den Verletzungen in funktionellneuromuskulär (Typ 2A) oder strukturell (Typ 3A) zulässt. Dies sind al­ler­dings – auf Grund der derzeit noch geringen Fallzahlen – erst vorläufige Ergebnisse, die sich zukünftig in großen Kohorten bestätigen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die langfristige Idee ist es, einen robusten Algorithmus zu entwickeln, der das Wissen und die Fähigkeiten von Dr. Müller-Wohlfahrt (soweit möglich) nachbildet, (jungen) Ärzten bei der Diagnosestellung als ergänzende Hilfe dient und somit ­Patienten mit Muskelverletzungen potenziell zu Gute kommen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verantwortliche Forscher von Seiten der TUM für dieses Kooperationsprojekt mit Dr. Müller-Wohlfahrt: Florian Hinterwimmer, Nikolas Wilhelm, <a href="https://www.ortho.med.tum.de/content/prof-dr-ruediger-von-eisenhart-rothe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe</a>, <a href="http://www.ortho.med.tum.de/content/profil-dr-med-rainer-hanns-hermann-burgkart" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rainer Burgkart</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Muskelverletzungen im Profisport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/10069/muskelverletzungen-im-profisport-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2021 14:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[04/21]]></category>
		<category><![CDATA[Heel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=10069</guid>

					<description><![CDATA[In der sportärztezeitung (03/21) hatten wir Ihnen in unserem großen Muskelblock neben interessanten diagnostischen und therapeutischen Themen, unsere große Teamärztebefragung sowie ein Expertengespräch mit Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt präsentiert, mit [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der sportärztezeitung (03/21) hatten wir Ihnen in unserem großen Muskelblock neben interessanten diagnostischen und therapeutischen Themen, unsere große <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8869/teamaerzte-umfrage-muskelverletzung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teamärztebefragung</a> sowie ein <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/9702/update-muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Expertengespräch mit Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt</a> präsentiert, mit dem wir uns im Sommer in seiner Praxis in München unterhalten konnten. Wir freuen uns sehr, diesen Muskelblock nun fortführen zu können. Lesen Sie hier sein Update: Muskelverletzungen im Profisport – Erfahrungen aus 45 Jahren Sportlerbetreuung. Das komplette Thema behandelt Dr. Müller-Wohlfahrt in dem <a href="https://www.heel-academy.de/st/fortbildung/online-kurse.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CME-Kurs „Update: Muskelverletzungen im Profisport – Erfahrungen aus 45 Jahren Sportlerbetreuung“</a> mit dem Fortbildungspartner <a href="https://sportaerztezeitung.com/applications/heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heel GmbH</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem im Profisport sind Muskelverletzungen ein häufiges Problem. Sie schnell und genau zu diagnostizieren, ist die Basis einer erfolgreichen Behandlung. Ziel dabei ist es, frühestmöglich die richtigen Behandlungsschritte einzuleiten, um eine rasche Wiederherstellung der vollen Belastbarkeit zu erreichen und zugleich Rezidiven vorzubeugen. Voraussetzung hierfür sind eine sorgfältige Anamnese und Erfassung der Symptome, die Palpation, also das Ertasten der Muskelverletzung, Funktionsprüfungen sowie das Erkennen der Verletzungsursache. Steht die Diagnose, so lässt sich die Behandlungsdauer in aller Regel recht genau voraussagen. Dies ist für den Verletzten von Bedeutung, weil er damit eine Orientierung hinsichtlich der Wiederaufnahme des Trainings und des Wettkampfes bekommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tägliche Palpation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Basis der Diagnostik und Verlaufskontrolle bei Muskelverletzungen ist das tägliche Palpieren des Muskels. Denn nur anhand des Palpationsbefundes ist eine verantwortungsvolle Leitung der Rehabilitation des Sportlers und eine tastbefundabhängige Steigerung der Trainingsbelastung möglich. Denn die Belastungssteigerung darf nicht anhand der Beschwerden gesteuert werden, da die Schmerzen oftmals bereits abklingen, bevor der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Erfolgt die Belastung zu früh, so ist das Risiko für weitere Verletzungen deutlich erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Klassifikation von Muskelverletzungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Muskelverletzungen wurden in den 1970er-Jahren rein quantitativ unterschieden, und ab den 80er-Jahren konnte auch eine qualitative Differenzierung vorgenommen werden. Inzwischen erfolgt die Klassifikation entsprechend der „Munich-Consensus-Classification” nach Müller-Wohlfahrt. Wesentlich bei diesem Schema ist, dass direkte und indirekte Muskelverletzungen differenziert und erstmals auch zwischen strukturellen und funktionellen – also nicht strukturellen – Verletzungen unterschieden wird. Den strukturellen Verletzungen sind partielle sowie (sub)totale Rupturen zuzuordnen, die funktionellen Verletzungen sind überlastungs- oder neuromuskulär bedingt. Problematisch hinsichtlich der Klassifizierung sind hingegen die radiologische Einteilung von Muskelverletzungen nach Dimmick und Linklater und insbesondere die immer häufiger zur Diagnostik herangezogenen MRT-Befunde. Denn die MRT-Untersuchung führt bei Muskelverletzungen häufig zu Fehldiagnosen. Strukturelle Schäden können ohne adäquate und differenzierte Beachtung der klinischen Präsentation falsch eingeschätzt werden, was damit auch zu einer falschen Therapie führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anamnese</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diagnostik fußt primär auf der Anamnese. Dabei ist der Ablauf der Verletzung ebenso wie die Vorsituation dezidiert zu erfragen. Wichtig ist beispielsweise die Frage, wie der Sportler den Schmerz wahrgenommen hat – ob spitz, stumpf oder krampfartig, als schmerzhaftes Ziehen. Hat der Schmerz sich über mehrere Schritte entwickelt oder manifestierte er sich plötzlich einschießend? Gefragt werden sollte ferner nach der Situation vor der Verletzung, dem Aufwärmen und Aufdehnen und den eventuellen Anzeichen einer Muskelermüdung. Es ist außerdem zu eruieren, ob möglicherweise auf ungewohnten Bodenbelägen trainiert wurde, ob die Schuhe gewechselt und eventuell Einlagen vergessen wurden und ob es vielleicht neuartige Trainingsinhalte gab, auf die ein austrainierter und hochempfindlicher Muskel häufiger mit einer Verletzung reagiert. Zudem ist zu erfragen, ob es einen Trainer- oder Vereinswechsel gegeben hat, wie hoch die Trainingsbelastung in den letzten Tagen war, ob die Trainingspausen ausreichend waren und ob es möglicherweise vorbestehende Muskel- oder Sehnenverletzungen im Bereich der Bewegungskette oder ob es das Gefühl einer Bewegungseinschränkung oder sogar Schmerzen in einem benachbarten Gelenk gab. Zu klären ist, ob ein Infekt vorlag, ob die Laborwerte vor der Verletzung unauffällig waren und ob der Sportler nach der Verletzung zu Boden gestürzt ist oder noch langsam weiterlaufen konnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Symptomatik der Verletzung</strong></h2>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neurogene Muskelverhärtung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neurogene Muskelverhärtungen wie auch Muskelzerrungen sind häufige Probleme in der Sportmedizin und zudem nicht einfach voneinander zu differenzieren. Charakteristisch für eine erhöhte Muskelspannung ist, dass sich diese auf die gesamte Länge eines Muskelstranges, manchmal auch einer Muskelgruppe, erstreckt. Es kommt je nach Ursache zu einem Ziehen, einem zunehmenden Spannungsgefühl und schließlich zum Schmerz. Der Sportler beschreibt den Muskel als rigide, unelastisch und verkürzt. Die neurogene Muskelverhärtung dürfte die wohl häufigste Muskelverletzung sein, wegen der ein Sportler sein Training oder Spiel abbrechen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Muskelzerrung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch für die Muskelzerrung ist ein krampfartiger Schmerz, der in aller Regel nicht akut auftritt. Nicht selten versucht der Verletzte trotz der Beschwerden weiterzuspielen. Im langsamen Lauftempo ist das gelegentlich anfangs noch möglich. Bei schnelleren Läufen nimmt der Schmerz aber rasch zu, und es kommt zu einem vermutlich hypoxämischen Schmerz. Dieser betrifft bei der Muskelzerrung nur einen begrenzten Muskelabschnitt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Muskelfaserriss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Muskelfaserriss gibt der Verletzte meist einen spitzen, nadelstichähnlichen Schmerz an, eventuell auch ein scharfes Brennen. Der Sportler weiß instinktiv, dass ein Weiterspielen nicht möglich ist und nimmt üblicherweise rasch eine Schonhaltung ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Muskelbündelriss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charakteristisch für einen Muskelbündelriss ist ein dumpfer messerstichartiger Schmerz. Der Sportler stürzt zudem als Folge der Verletzung meist zu Boden, was vermutlich durch einen Schutzreflex bedingt ist und eine weitergehende Schädigung abwenden soll. Er benötigt zum Aufstehen fremde Hilfe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Subtotale und totale Muskelruptur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der subtotalen oder totalen Muskelruptur (Muskelriss) ist der Schmerz üblicherweise ebenfalls so heftig, dass der Verletzte keinen Versuch mehr unternimmt, selbstständig aufzustehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Untersuchung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung der Skelettmuskulatur erfordert Erfahrung und ein gutes Einfühlungsvermögen. Zu Beginn der Palpation, die ohne Zeitdruck und in Ruhe ausgeführt werden muss, sollte man sich in die anatomischen Gegebenheiten einfühlen. Aufgrund der Angaben des Patienten zur Verletzung, der Anam­nese und der Einschätzung des Untersuchers werden die bei der Palpation gewonnenen Eindrücke mit den jeweiligen Erfahrungen zu den Muskelverletzungsmustern abgeglichen. Darüber hinaus empfiehlt sich eine passive und aktive Funktionsprüfung im gesamten physiologischen Bewegungsbereich. Vor der Untersuchung wird der Patient so gelagert, dass die zu untersuchende Muskulatur entspannt ist, ein zweiter Untersuchungsgang erfolgt in leicht gespanntem Zustand. Zunächst verschafft sich der Untersucher dabei einen differenzierten Eindruck über den Muskeltonus der nicht verletzten Seite, um in etwa den physiologischen Spannungszustand des individuellen Sportlers kennenzulernen. Danach gleitet er wiederholt mit der Hand großflächig über die Verletzungsregion und nimmt Gewebeeindrücke von der Haut, vom Unterhautgewebe, den Faszien und bedingt auch schon von der Muskulatur wahr. Er erfühlt die Temperatur, um dann über die Palpation nach einem bandförmig verkürzten Muskelbündel zu suchen, das gegenüber der umgebenden Muskulatur einen höheren Tonus aufweist. Erfahrungsgemäß befindet sich in diesem Muskelbündel die Verletzung. Die Untersuchung erfolgt mit mittlerem Druck und unter Mitnahme der Haut, wobei die Fingerkuppen auf dem Muskel gleiten. Dabei wird versucht, in dem betroffenen Muskelbündel – gegebenenfalls mit geschlossenen Augen – durch wiederholtes gleitendes Abtasten von proximal nach distal und zurück oder auch quer zum Faserverlauf die Verletzung aufzuspüren. Als zusätzliche Maßnahme zur Palpation kann eine Ultraschalluntersuchung hilfreich sein, kann die Palpation allerdings nicht ersetzen. Die Ultraschalluntersuchung liefert jedoch eine wertvolle Bilddokumentation der Verletzung sowie des Heilungsverlaufes. Mehr und mehr wird heutzutage die Kernspinuntersuchung (MRT) zu Hilfe genommen. Sie ist jedoch bei Minorverletzungen wie der Muskelzerrung, der neurogenen Muskelverhärtung oder dem Muskelfaserriss nicht geeignet. Denn oft „überzeichnet” das MRT die Verletzung. Nicht zu akzeptieren ist außerdem die kernspinbasierte Gradeinteilung der Verletzungsschwere, da sie abhängig ist von der Ausdehnung des Hämatoms bzw. des Ödems. Außerdem werden funktionelle Muskelverletzungen durch das MRT per se nicht erfasst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Untersuchungsbefunde bei der neurogenen Muskelverhärtung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der neurogenen Muskelverhärtung ist der betroffene Muskelstrang in seiner gesamten Ausdehnung hyperton. Es zeigt sich in ganzer Länge des Muskelstranges ein ödematöser Saum zwischen Muskel und Faszie, der 1 bis 2 mm dick ist und sich wie ein „seifiges“ Flüssigkeitspolster anfühlt. Es handelt sich um einen reinen Lymphstau, wobei wahrscheinlich die in der Lymphflüssigkeit enthaltenen Glykosaminoglykane und Proteoglykane die „seifige“ Konsistenz vermitteln. Der Muskel reagiert bei der Palpation druckschmerzhaft. Sogar die Haut über der Verletzung kann berührungsschmerzhaft sein. Bei Dehnung verstärkt sich der Schmerz. Von der neurogenen Muskelverhärtung abzugrenzen ist die Muskelverhärtung infolge von Ermüdung. Sie weist – z. B. nach hoher Trainingsbelastung – kein Ödem auf und wird vom Sportler meist erst am nächsten Tag bemerkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genese der neurogenen Muskelverhärtung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ursache für den Hypertonus liegt in einer Fehlinnervation durch den versorgenden motorischen Nerv, der im Bereich der Wirbelsäule bzw. des Iliosakralgelenkes einem mechanischen Reiz ausgesetzt ist (Entrapment) und den Muskel überstimuliert (erhöhte Impulsrate). Die den motorischen Nerv begleitenden mitbetroffenen vegetativen Fasern verursachen eine Dysregulation im Lymphgefäßsystem (Hypothese des Autors). Während die motorischen Fasern durch eine dicke Myelinscheide vor einer leichteren Druckwirkung geschützt sind, haben die marklosen Fasern des vegetativen Nervengeflechts keinen Schutzmantel. Sie sind somit nur wenig geschützt und können im Falle eines Impingements ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Daraus resultiert eine Vasodilatation der Blutgefäße und vermutlich auch der Lymphgefäße. Die Folge kann ein Lymphstau sein, der als Flüssigkeitssaum ertastet wird. Der Lymphstau kann sich auch außerhalb der Faszie bilden, erhebliche Ausmaße annehmen und sich als sichtbare Schwellung darstellen. Ursächlich für diesen klinischen Befund sind vermutlich die in der Lymphflüssigkeit enthaltenen Glukosaminoglykane und Proteoglykane, welche Wasser binden. Bei der Palpation reagiert der Muskel druckschmerzhaft. Sogar die Haut über der Verletzungsstelle kann berührungsempfindlich bzw. berührungsschmerzhaft sein. Die Muskelverhärtung infolge von Ermüdung ist klar von der neurogenen Muskelverhärtung abzugrenzen. Sie weist nämlich typischerweise kein Ödem auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Untersuchungsbefund bei der Muskelzerrung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Muskelzerrung kommt es zumeist im Bereich des Muskelbauches. Zu ertasten ist die Verletzung als spindel­förmige Verdickung in einer Größe von ca. 15 bis 20 cm. Die verletzte Region ist druckschmerzhaft und toleriert anders als strukturelle Verletzungen und die neurogenen Verletzungen eine leichte Dehnung ohne Gegenreaktion. Der Muskeltonus ist im betroffenen Muskelbereich erhöht. Es kommt nicht zur Ödembildung. Mittels eines MRT ist die Verletzung nicht zu erfassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genese der Muskelzerrung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Muskelzerrung stellt eine funktionelle, neuromuskuläre und keine strukturelle Verletzung dar. Sie ist wahrscheinlich bedingt durch eine Fehlregulation der Muskelspindeln (Hypothese des Autors). Muskelspindeln sind Propriozeptoren und liegen parallel zur quer gestreiften Muskulatur. Das bedeutet, sie sind für die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum zuständig. Daher sind Muskelspindeln für Reize des eigenen lokomotorischen Systems empfindlich. Das Zusammenspiel von Agonisten und Antagonisten ist bei Bewegungsabläufen sehr komplex und muss fortwährend mit Hilfe der Rückmeldung der Propriozeptoren koordiniert werden. Kommt es zu einer schnellen Längenänderung der Muskulatur bei sportartspezifischen Belastungsspitzen, ohne dass die Muskelspindeln darauf vorbereitet sind, droht eine erhöhte Entladungsfrequenz über die Ia-Afferenzen zur Umschaltstation auf Rückenmarksebene. Das verursacht eine Fehlfunktion in den funktionellen Einheiten, die die Agonisten und Antagonisten koordinieren. Einerseits wird dann vom Vorderhorn des Rückenmarks aus über das α-Motoneuron ein erhöhtes Aktionspotential zurück zum Muskel gesandt (zur motorischen Endplatte des Agonisten) und bewirkt hier eine vermehrte Kontraktion der innervierten Muskelfasern. Zugleich werden allerdings auch die Ia-Interneurone stark aktiviert. Im Normalfall bewirken diese über die α-Motoneurone eine reziproke Hemmung der Antagonisten. Bei der Genese der Muskelzerrung aber bleibt die hemmende Wirkung auf die Antagonisten aus. So können sich, beispielsweise nach einem unzureichenden Aufwärmen und Dehnen vor der sportlichen Betätigung, nach plötzlich einsetzenden Schnellkraftbewegungen oder einem scharfen Rhythmuswechsel krampfähnliche Muskelprobleme entwickeln, die anfangs meist noch als Missempfindung (z. B. Kältegefühl) wahrgenommen werden. Bei anhaltender Belastung werden die Missempfindungen intensiver und werden schließlich als Schmerzen wahrgenommen. Wird die sportliche Aktivität intensiviert, erhöht sich der Tonus der Muskelfasern weiter. Der Agonist arbeitet nun gegen den Widerstand des Antagonisten und gerät über einen fortschreitenden Tonusanstieg in einen schmerzhaften, krampfartigen Zustand.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Untersuchungsbefunde des Muskelfaserrisses</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Muskelfaserriss kommt es zu ­Faserunterbrechungen im Millimeterbereich (bis ca. 5 mm). Diese können mit der Fingerkuppe ertastet werden. Initial ist die zu ertastende Lücke mit nur wenig Blut gefüllt, allerdings sammelt sich dann mehr und mehr Blut an. Da die Faszie in der Regel unverletzt ist, es sich also um eine intramuskuläre Verletzung handelt, ist diese schwer mittels Palpation zu fassen. Der Muskelfaserriss ist sehr druckschmerzhaft. Bei einem langstreckigen Ödem entlang des verletzten Muskelstranges hat wahrscheinlich bereits vor der Verletzung eine neurogene Fehlsteuerung des Muskels und des Lymphgefäßsystems vorgelegen. Es kommt in der Folge zu einer anhaltenden Entzündungsreaktion. Die unmittelbar proximal und distal des Muskelfaserrisses gelegenen Anteile des betroffenen Muskelbündels, wie auch der unmittelbar benachbarten Muskelbündel, nehmen nach der Verletzung einen oft wesentlich höheren Tonus an. Dies ist nur per Palpation zu diagnostizieren. Erst wenn die Verletzung verheilt ist und somit die Schutzspannung zurückgeht, ist eine Wiederaufnahme des Trainings ratsam.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Untersuchungsbefunde beim Muskelbündelriss</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Muskelbündelriss ereignet sich am ehesten im Muskelsehnenübergangsbereich und ist äußerst druck- und bewegungsschmerzhaft. Er lässt sich bei der Palpation als fingerkuppengroße Lücke (über 5 mm) abgrenzen. Die das Muskelbündel umhüllende Faszie ist meist auch verletzt, und es kann zu einer ausgedehnten Blutung bis in das Unterhautgewebe kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Therapie der Muskelverletzungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regeneration und Neubildung von Muskelfasern dauert beim Muskelfaserriss etwa zehn bis 14 Tage und beim Muskelbündelriss circa sechs Wochen. Der Heilungsprozess beginnt dabei schon in den ersten Minuten. Da das sich ausbildende Hämatom bei Muskelverletzungen die Heilung behindert, ist eines der Therapieziele eine Minimierung der Blutung. Für alle angeführten Muskelverletzungen gilt:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Kein Krafttraining bis zur vollkommenen Ausheilung der Verletzung</li><li>Kortison wie auch Schmerzmittel kommen nicht zur Anwendung – auch nicht, um die Symptome zu dämpfen bzw. zu unterdrücken</li></ul>



<h2 class="wp-block-heading">Therapie der neurogenen Muskelverhärtung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der neurogenen Muskelverhärtung ist zunächst eine Infiltration des betroffenen Muskelstranges in ganzer Länge vorzunehmen. Um einen schnellen und anhaltenden Behandlungserfolg zu erzielen, wird danach eine umfassende Therapie der entsprechenden Wirbelsäulensegmente vorgenommen. Dies führt oft unmittelbar zu einer vom Patienten mit Erleichterung aufgenommenen Entspannung im schmerzverursachenden Muskel. In aller Regel kann nach zwei Tagen wieder trainiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Therapie der Muskelzerrung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den ersten physikalischen Maßnahmen ist eine Infiltrationstherapie über mehrere Nadeln in den verletzten Muskelstrang empfehlenswert. Ziel dabei ist es, über eine Blockade der Innervation eine isometrische Detonisierung zu bewirken sowie eine Verbesserung der Durchblutung und des Energiestoffwechsels im Verletzungsbereich zu erreichen. Wenn nötig, wird die Infiltrationstherapie am folgenden Tag wiederholt. Sinnvoll ist ein Lauftraining im schmerzfreien Bereich ab dem ersten, spätestens ab dem zweiten Tag nach der Verletzung. Der infolge einer neuromuskulären Fehlschaltung verletzte Muskel wird so in seiner Funktion geschult und damit schneller wieder an seine übliche Leistungsfähigkeit herangeführt. Eine Muskelverhärtung durch eine hohe Trainingsbelastung lässt sich dagegen sehr gut durch physikalische Anwendungen in Kombination mit Massagen lockern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Therapie des Muskelfaserrisses</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Muskelfaserriss dient die Erstbehandlung (Hot Ice, Kompression, Hochlagerung) dazu, die Blutung zu minimieren, um die Einwirkung strukturschädigender proteolytischer Enzyme auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ein weiteres Ziel ist es, unerwünschten Entzündungsreaktionen entgegenzuwirken, Verklebungen zu verhindern und die innerhalb kurzer Zeit einsetzende Tonuserhöhung abzuwenden. Das kann die Ausheilung der Verletzung fördern. Dazu kann auch die Infiltrationstherapie beitragen. Zur Primärversorgung einer Muskelverletzung gehört ein großflächig angelegter Druckverband, der immer wieder mit Eiswasser getränkt wird, sogenanntes Hot Ice. Der Druckverband darf frühestens nach 20 Minuten kurz gelöst werden, um dann erneut wieder angelegt zu werden. Erfahrungsgemäß kann jede versäumte Minute bei der Primärversorgung einen Tag Zeitverlust bei der Heilung bedeuten. Diese Faustregel gilt bis zehn Minuten. Die Infiltrationstherapie sollte unmittelbar nach der Erstversorgung sowie am zweiten und am vierten Tag nach der Verletzung erfolgen. Sie kann den Muskeltonus normalisieren und damit die Blutversorgung und -entsorgung optimieren, den lokalen Energie- und Strukturstoffwechsel unterstützen und die Entzündungsreaktion gering halten sowie bestehende Verklebungen lösen. Hierzu wird exakt in das Verletzungszentrum sowie proximal und distal dazu über etwa fünf bis sieben Nadeln eine Kombination aus einem natürlichen Arzneimittel aus definierten Extrakten von Arzneipflanzen (Multikomponentenpräparat) mit einem Präparat aus essenziellen Aminosäuren (1,0 %ig) nahezu schmerzfrei in das Muskelbündel eingebracht. Ferner wird der Sportler mit Zink, Magnesium, Enzymen und den Vitaminen A, C und E zur Heilungsförderung versorgt. Mit dem Lauftraining im Ausdauerlauf tempo wird je nach Tastbefund am fünften bis sechsten Tag nach der Verletzung (20 Minuten lang) begonnen. Das Training wird in seiner Intensität nach etwa zehn bis 14 Tagen bis zur Maximalbelastung gesteigert. Danach kann zum Beispiel mit dem Balltraining begonnen werden, da sich dann bereits neue Muskelfasern gebildet haben. Es verbleibt nach Ausheilung des Muskelfaserrisses kein Narbengewebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Therapie des Muskelbündelrisses</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erstversorgung, die Infiltrationstherapie sowie die Gabe der Vitamine A, C und E, Zink, Magnesium, Enzymen entspricht dem Vorgehen beim Muskelfaserriss. Aufgrund der Schwere der Verletzung ist eine vollkommene Entlastung für zehn bis 14 Tage wichtig. Hierzu sind Gehstützen, eine Hochlagerung sowie ein entlastender Tapeverband ratsam. Es ist ferner eine Thromboseprophylaxe und eine begleitende Lymphdrainage in Betracht zu ziehen. Ab dem siebten Tag wird mit tonussenkenden Muskelmassagen proximal und distal der Verletzung begonnen, und es gilt, Verklebungen vorzubeugen. Nach vier Wochen kann bei Fortführung der Massageanwendungen mit dem Fahrradergometertraining begonnen werden, wobei initial eine niedrige Belastungsstufe zu wählen ist. Je nach Ergebnis der Palpation kann sich nach fünf Wochen ein Lauftraining für etwa zehn Tage mit zunehmender Intensität anschließen. Danach ist das gewohnte Leistungstraining wieder möglich. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss hinterlässt der Muskelbündelriss Narbengewebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bedeutung der Wirbelsäule bei der Genese von Muskelfaserrissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 90 % aller Muskelfaserrisse sind durch Schäden oder auch Dysfunktionen im Bereich der Wirbelsäule oder der Iliosakralgelenke bedingt. Sie können zu Nervenwurzelirritationen führen, was wiederum eine Nervenimpulsabgabe an den Muskeln steigern kann. Der Muskel kann dadurch übersteuert werden, wird folglich unelastisch und rigide werden, was das Verletzungsrisiko erhöht. Gegebenenfalls muss eine spinale Dysfunktion mitbehandelt werden. Um zu ermitteln, in welchem Segment der Wirbelsäule die Störquelle liegt, sind Wirbelsäulen- und Beckenröntgenaufnahmen im Stehen hilfreich. Alternativ sind Funktionsaufnahmen der Wirbelsäule, MRT, CT, Szintigrafie, EMG sowie Laboruntersuchungen (z. B. HLA-B27, Harnsäure, Streptokokken- und Staphylokokken-Titer, Zink, Magnesium, Eisen, Kupfer und Vitamin D3) möglich. Liegt eine funktionelle Fehlhaltung oder ein funktionelles Fehlverhalten vor, so spricht das für eine Bandscheibenursache, eine Wirbelgelenkblockierung, eine Entzündung im Bereich der Gelenke, Bänder, Muskulatur, eine Instabilität, eine Hypermobilität oder Hypomobilität oder einen Beckenschiefstand. Alle ursächlich infrage kommenden Dysfunktionen werden gleichzeitig behandelt, zunächst mit einer Infiltrationstherapie zur Segmentlockerung, Muskeltonusnormalisierung und Schmerzlinderung. Anschließend ist je nach Befund eine weitere Behandlung mittels manueller Therapie, Massagen und eventuell der Osteopathie sowie krankengymnastischer Übungsbehandlung zur Erhaltung der Mobilität und Verbesserung der Stabilität angezeigt. Da die Mobilitätsstörung meist mehrere Wirbelgelenke betrifft und auch der Muskelhartspann sich häufig über mehrere Segmente erstreckt, werden Infiltrationen (epidural, paravertebral, intrakapsulär) meist im Bereich von zwei bis drei Segmenten durchgeführt. Die paravertebralen Infiltrationen werden symmetrisch beidseits der Wirbelsäule appliziert, um bei der hohen Effizienz dieser Behandlung eine Dysbalance im betroffenen Segment zu vermeiden bzw. auszugleichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Molekularbiologische Therapie</h2>



<h2 class="wp-block-heading">Multikomponentenarzneimittel Tr14</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Arzneimittel kann bei aktivierten menschlichen Lymphozyten die Sekretion von Entzündungsmediatoren (IL-1beta, TNF-alpha, IL-8) bis zu 70 % inhibieren. Darüber hinaus ist bekannt, dass bestimmte pflanzliche Bestandteile des Präparates die Lymphozyten zur Synthese und Freisetzung des antientzündlichen Zytokins TGF-β anregen und dass Glykoproteine aus bestimmten Heilpflanzen den Einstrom von Entzündungszellen und ihren Mediatoren bremsen. Bei einer großangelegten Untersuchung mit RNA-Sequenzierung zeigte sich, dass Tr14 in Wund heilungs- und Entzündungsprozesse eingreift und die Expression von über 100 Genen anregt, die an diesen Prozessen maßgeblich beteiligt sind. Zusätzlich kann die mit einer Entzündung einhergehende azidotische Situation durch die alkalisierende Wirkung gepuffert und so der pH-Wert neutralisiert werden. Dadurch wird die Wirkung der zusätzlich verabreichten Medikamente erheblich verbessert. Tier experimentell konnte in vivo gezeigt werden, dass die Kombination von Tr14 mit einem Präparat aus essenziellen Aminosäuren die Muskelregeneration anregt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Präparat mit essenziellen Aminosäuren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Präparat handelt es sich um eine physiologisch ausgewogene Mischung hydrolysierter, essenzieller Aminosäuren, die über eine Mikrofiltration aus Kälberblut gewonnen wird. Die Aminosäuren werden sowohl in den glykoplastischen Energie- als auch in den Reparaturstoffwechsel der verletzten Muskelfasersysteme eingeschleust. Nach dem Dopingreglement der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) besteht kein Verbot für die Verwendung von eiweißfreiem Kälberblutextrakt. Das Präparat fördert den Heilungsprozess bei Muskelverletzungen über eine nachgewiesene Aktivierung der Satellitenzellen auf den Muskelzellmembranen, sodass die Neubildung von Muskelfasern angeregt wird und eine Narbenbildung aus Kollagenfasern ausbleibt. Es besteht ferner eine entzündungshemmende Wirkung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vitamine A, C und E</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei strukturellen Muskelverletzungen kann durch die antioxidativ wirkenden Vitamine A, C und E die Kapazität von Radikalfängern lokal und systemisch verbessert werden. Dadurch können verletzungsbedingt freigesetzte „freie Radikale” abgefangen werden, was mit dazu beitragen kann, Zellmembranschäden zu begrenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zink</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ferner sinnvoll, auch Zink zu verabreichen, da der Zinkspiegel im Rahmen der Akutphasenreaktion im Verletzungsfall stark absinken kann. Denn Zinkionen sind essenziell für die Proteinbiosynthese aus Aminosäuren. Zink stabilisiert außerdem die synthesefördernde Ribonukleinsäure (RNS), wirkt als Radikalfänger im Verletzungsgebiet und ist an der Phagozytose der Granulozyten beteiligt. Zink wird intravenös und im weiteren Verlauf per os zur Förderung der Proteinsynthese eingesetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Magnesium</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Folge der Verletzung werden vermehrt Mineralokortikoide freigesetzt, sodass die Elektrolyt- und Spurenelementverluste stärker sind als bei der sportüblichen Akutphasenreaktion. Daher ist es sinnvoll, zusätzlich auch Magnesium zu verabreichen, da ansonsten der Stoffwechsel der energiereichen Muskelphosphate beeinträchtigt sein kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enzyme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Muskelverletzungen kommt es in aller Regel zu einer Entzündungsreaktion im Gewebe. Um diese auf ein physiologisches Maß zu beschränken, ist die orale Einnahme von fibrinolytischen und entzündungshemmenden <a href="https://sportaerztezeitung.com/applications/wobenzym/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enzymen</a> sinnvoll. Die dadurch bedingte Fibrinolyse und Proteolyse reduziert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren und verkürzt die entzündliche Phase, sodass eine raschere Heilung erfolgt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Behandlung von Muskelverletzungen ist insbesondere bei Profisportlern ein rasches und strukturiertes Vorgehen entscheidend, um die Heilung und Regeneration zu fördern. Basis hierfür sind eine sorgfältige Anamnese und eine tägliche Palpation der verletzten Muskelregion sowie funktionelle Untersuchungen. Die Behandlung erfolgt adaptiert an die Art und Schwere der Verletzung. Zentrale Bedeutung hat dabei die Infiltrationstherapie. Zusätzlich ist eine Behandlung mit den Vitaminen A, C, E, mit Zink, Magnesium und Enzymen zur Heilungsförderung hilfreich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.heel-academy.de/st/fortbildung/online-kurse.php"><img decoding="async" width="1024" height="717" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-1024x717.jpg" alt="" class="wp-image-10070" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-1024x717.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-300x210.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-768x538.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-150x105.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel-450x315.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Heel.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Literatur</strong></p>



<ol class="wp-block-list"><li>Mueller-Wohlfahrt H-W et al. Terminology and classification of muscle injuries in sport: The Munich consensus statement. Br J Sports Med 2013;47:342–350. doi:10.1136/bjsports-2012-091448</li><li>Dimmick S, Linklater JM. Imaging of Acute Hamstring Muscle Strain Injuries. Semin Musculoskelet Radiol 2017;21:415–432 DOI: 10.1055/s-0037-1604005</li><li>Pollock N et al. British athletics muscle injury classification: A new grading system. Br J Sports Med 2014;48:1347–1351. DOI: 10.1136/bjsports-2013-093302</li><li>Porozov S et al. Inhibition of IL-1beta and TNF-alpha secretion from resting and activated human immunocytes by the homeopathic medication Traumeel S. Clin Dev Immunol 2004;11:143–149. DOI: 10.1080/10446670410001722203</li><li>Schneider C. Traumeel – an emerging option to nonsteroidal anti-inflammatory drugs in the management of acute musculoskeletal injuries. Int J Gen Med 2011;4:225–234. DOI: 10.2147/IJGM.S16709</li><li>St Laurent G 3rd, Seilheimer B, Tackett M et al. Deep Sequencing Transcriptome Analysis of Murine Wound Healing: Effects of a Multicomponent, Multitarget Natural Product Therapy-Tr14. Front Mol Biosci 2017;4:57. DOI: 10.3389/fmolb.2017.00057</li><li>Belikan P et al. Intramuscular Injection of Combined Calf Blood Compound (CFC) and Homeopathic Drug Tr14 Accelerates Muscle Regeneration In Vivo. Int J Mol Sci 2020; 21:2112. DOI: 10.3390/ijms.21062112</li></ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>UPDATE: MUSCLE INJURIES</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8885/update-muscle-injuries/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt&#160;,&#160;sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
		<category><![CDATA[Heel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=8518</guid>

					<description><![CDATA[When we entered sports medicine over 16 years ago, he was already a long-established figure in the field. We were there when he opened the MW Praxis für Orthopädie &#38; [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>When we entered sports medicine over 16 years ago, he was already a long-established figure in the field.</strong> <strong>We were there when he opened the <a href="https://www.mw-ortho.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MW Praxis für Orthopädie &amp; Sportmedizin</a> (his orthopedics and sports medicine practice) and agreed that we would one day work with him on a project in the service of sports medicine. Of course we followed this man’s career as it developed—a career that often placed him in critics’ crossfire and equally as often found him misunderstood. Nevertheless, he has always had many advocates, athletes and friends who believe in his work.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>All the more reason for us to be pleased when Robert Erbeldinger and Masiar Sabok Sir had an opportunity in the summer of 2021 to meet with him in person and discuss his ideas and the story behind his Munich practice. The discussion had been scheduled for one hour, but lasted instead for nearly two hours of lively, emotional sports medicine in an exceptionally relaxed, pleasant atmosphere. We are grateful for his many interesting insights and would now very much like to give Dr. Müller-Wohlfahrt the floor.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Experience &amp; Expertise</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“MY KEY CONCERN WAS ALWAYS TO DO ALL I COULD TO AVOID SURGERIES.”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Laufbahn als Teamarzt begann Mitte der 1970 er Jahre bei Hertha BSC Berlin. Als junger Assistent schlug mich mein Chef vor, der mir eine so große Verantwortung zutraute. Damals war die Hertha mit mehreren Nationalspielern bestückt und eines der starken Teams in der Liga. Ich sagte </p>



<p class="wp-block-paragraph">My career as a team physician began in the mid-1970s with the Hertha BSC Berlin soccer club. My boss recommended me as a young assistant, trusting me with a such a big responsibility. Back then, Hertha had a number of national team players and was one of the strongest teams in the league. I’m going to go for it, I told myself. So I jumped right in. The Bavarians noted that and probably thought, This guy must be crazy, we could use him. So I ultimately ended up with Munich’s FC Bayern München. My key concern from the very beginning was to do all I could to avoid surgeries.&nbsp;To opt for conservative treatments&nbsp;whenever possible and responsible.</p>



<p class="wp-block-paragraph">And without taking any risks with patients&#8216; health.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Even though it maybe seems a little cocky—which it absolutely isn’t—after 45 years of treating elite athletes, I felt the need to tell my story to colleagues too. That was basically what motivated me to write the new booklet, “Update: Muscle injuries after 45 years of professional sports care. Diagnosis and therapy of neurogenic muscle hardening, muscle strain, muscle fiber tear and muscle bundle tear.” I wanted to do it for German sports physicians and physical therapists and to reach as many people as possible. I’ve been very pleased that interest in my classification system—and in the end, that’s what it’s all about—and in therapy is extremely high. My muscle book has since been translated into several languages and has been published internationally.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Due to the ongoing coronavirus pandemic, no group photo was taken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Natural medications &amp; biological medicine</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“THE MUSCULATURE LOOSENS UP AND RELAXES, </em><br><em>AND THE HEALING PROCESS GOES FASTER.”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">When I joined Bayern München, I thought, If I give Franz Beckenbauer the wrong shot and something happens, then I’m finished. So I made a very conscious decision to use natural medications and to practice biological medicine, which has no side effects.</p>



<p class="wp-block-paragraph">I noticed that muscles contract when injured, becoming highly tense in order to protect themselves, and that hinders circulation. So I thought, why not use Actovegin as my primary response to muscle injuries—back then it had just been introduced as the “Munich Development.” Studies had shown that it promotes blood flow. And what happened? The musculature loosened up and relaxed, and the healing process went visibly faster. That&#8217;s how my medical regimen came to include that medication: intramuscular injection of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">I was attacked for that for a long time, because they thought it couldn&#8217;t work.</p>



<p class="wp-block-paragraph">But I stood my ground anyway, and was vilified by a lot of colleagues. They said none of it had been scientifically proven. But then two scientists (from LMU Munich and German Sport University Cologne) took a look at it and found that it did promote healing; only then did the critics quiet down. I still remember when the two researchers called to congratulate me.</p>



<p class="wp-block-paragraph">I&#8217;d found something that demonstrably promoted the healing process. They discovered that Actovegin activates the satellite cells on the muscle cell membranes. These in turn form new muscle fibers and no scar tissue forms – no&nbsp;collagen fibers, in other words&nbsp;(<a href="https:// sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/ 1800/muskelverletzungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">see also the study from Dr. Stefan Mattyasovszky: Effect of Actovegin® and Traumeel®S on Human Skeletal Muscle Cells.</a>)</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“ACTOVEGIN HAS BEEN PROVEN TO PROMOTE REGENERATION.”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">And the second scientific study shows that Actovegin inhibits inflammation. I prescribe two, three treatments for Achilles tendinitis, for example. Usually the inflammation is in the tendon sheath, not so much in the tendon itself, and adhesions often form.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So I insert the injection needle between the tendon and its sheath. You have to have an instinctive feel for that. I administer an anesthetic, and if I notice that the needle isn’t positioned right, I’ll proceed with a 5 mL infiltration of Actovegin in order to distend the paratenon, potentially breaking up adhesions and inhibiting inflammation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Palpation is critical for muscle injuries: Where exactly is the injury? Which muscle is affected? Only after palpation will I insert several needles filled with anesthetic into the center of the injury along with needles (two each) positioned proximally and distally from the center.</p>



<p class="wp-block-paragraph">That does indeed have a relaxing effect. Once that step is complete, I use the needles I&#8217;ve positioned to introduce a mixture of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> to promote healing. In the case of neurogenic muscle injuries, treatment is most effective when you palpate the irritated motor nerve tracts that are causing overexcitation of the muscle and then bathe these with an anesthetic. This procedure results in isometric relaxation of the muscles supplied by the nerves. Only after that do I administer an infiltration of Actovegin and <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/biologische-heilmittel-heel-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Traumeel</a> to accelerate the full healing process.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feeling with your hands &amp; training your hands</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unfortunately, an MRI often prompts people to overinterpret the images. And athletes are often shoved into the tubes much too early. I’ve seen a lot of Bundesliga athletes that no one’s even touched—just sent them straight to an MRI. Too few colleagues feel, sense and listen to the athletes. Case history, diagnostics—it all starts with your relationship to the patient, with a conversation, with communication. Patients can provide so much information during a conversation – after all, they know where and how it hurts, and I build on that. I give myself plenty of time.</p>



<p class="wp-block-paragraph">I would highly recommend this to everyone. It builds trust. Symptoms vary quite a bit from one muscle injury to another. And if you&#8217;ve learned how to listen precisely, then the patient will basically lead you to the diagnosis. You hardly ever see that kind of dialog. They say that the average doctor takes just 18 seconds to go from the initial meeting to saying, Yup, let&#8217;s get you to the MRI!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“DON’T SHY AWAY FROM TOUCH.”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">One thing that&#8217;s helped me a lot through all of these years is that I&#8217;m not shy about palpating and examining the patient. For me it started when I took massage courses when I was a student. No one forced me to, and, to be honest, I didn&#8217;t really know why I did it.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Some friends just took me with them so that I could have a look and maybe even participate. And I&#8217;m grateful to them for that to this day. That was how I came to know and understand muscles. I could recognize deviations from the norm, especially when I compared the healthy, uninjured side with the injured side—which, by the way, is still what I do today. Those massage courses were really worth their weight in gold. I would even go so far as to say that, in my case, the massage courses served as a basis for palpation.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“45 YEARS OF EXPERIENCE TREATING ELITE ATHLETES – THAT&#8217;S SOMETHING YOU HAVE TO SHARE AND PASS ON!”</h3>



<p class="wp-block-paragraph">And just so no one later on can accuse me of keeping it all to myself, I also give people the chance to observe my work. A lot of physicians do come visit me in my practice—physicians from abroad too—I&#8217;m completely open to that. In addition to that, now I’ve also decided to host a weekend seminar once a month beginning in September. A certain number of doctors will also be admitted who can bring a patient with them; I’ll examine the patient with no prior information and say what I feel, what I think. That&#8217;s going to be exciting for everyone involved, and I&#8217;m already looking forward to the lively exchange with colleagues.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Other treatment options</h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>“A LOT OF THINGS ARE GOOD AND HELPFUL, BUT YOU DON’T HAVE TO JUMP ON EVERY BANDWAGON EITHER.</strong> WHAT&#8217;S IMPORTANT IS THAT, IF YOU&#8217;RE GOING TO APPLY SOMETHING, YOU HAVE TO BE ABLE TO DO IT RIGHT!”</h3>



<p class="wp-block-paragraph">With other treatment options and combination therapies, it&#8217;s always a question of experience and dosage, depending on the injury or symptoms:<a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/electro-medical-systems-gmbh/"> laser therapy</a> can be helpful for muscle injuries, <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/weyergans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">intermittent vacuum therapy</a> is a good option, and magnetic field therapy yields good results too. These treatments belong in the hands of experienced doctors and therapists. But with all of these additional technologies, you mustn&#8217;t forget that palpation always has to be your starting point; only after that can you decide which type of physical therapy makes sense.&nbsp;I also really appreciate working with osteopaths, chiropractors, manual therapists, etc., and I know how fruitful collaboration between doctors and these therapists can be. That creates trust with the patient as well. I&#8217;ve been working with <a href="http://www.westhovens.nl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hub Westhovens</a> for several years now, for example, and I consider him to be the best osteopath I&#8217;ve ever met.</p>



<p class="wp-block-paragraph">We first met through Arjen Robben, and Hub comes from Holland every week to visit my practice for 1 – 2 days.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“I DIDN&#8217;T JUST PULL THAT OUT OF THIN AIR – IT&#8217;S NOT HOKUS-POKUS! I&#8217;VE SPENT YEARS WORKING ON IT!”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Development of <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a> ointment is another one of those stories. When I started out with Bayern München, I used a plant-based ointment called Spolera, as well as Enelbin paste and Chomelanum ointment. In those days they were the three best&nbsp;products on the market for me. I would mix all three together, which was a lot of work of course and was particularly impractical in the treatment room. So I wanted to take the actives from each of the three products and combine them into one ointment. That was the beginning of <a href="https://formula-mw.de/profelan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Profelan</a>. It was easier said than done. Ultimately we added arnica, zinc, vitamins A, C and E, mint and frankincense to this highly effective ointment for alleviating injuries, hardening or swelling.</p>



<h2 class="wp-block-heading">The back</h2>



<h3 class="wp-block-heading">“I ALWAYS LIKE TO TELL ATHLETES: THIS IS THE COMMAND CENTER FOR YOUR LEG MUSCLES. EVERYTHING IS CONTROLLED FROM HERE. EVERYBODY KNOWS THAT!”</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The lumbar spine plays an absolutely critical role in the musculature of the lower extremities.&nbsp;Take, for example, a herniated disk or a case of impingement syndrome in the lumbar spine area. What does a nerve do when it&#8217;s irritated? It fires signals into the leg. In some cases that falls below the pain threshold, so that the player often doesn&#8217;t even know or doesn&#8217;t notice it at first. The muscle tenses up, and patients feel like their legs are “heavy.” If a player keeps on training, probably everything will feel fine, but then when the coach switches the focus to speed training and the muscle is pushed to its limits over and over, that tension will keep increasing, the muscle will grow rigid and end up completely inelastic. Then comes a scrimmage, a sprint, and suddenly it happens. Far too often, physicians fail to recognize this context and/or chain of cause and effect, and the treatment isn&#8217;t adapted accordingly or the root cause of the injury goes untreated.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“NEUROGENIC MUSCLE HARDENING? UM&#8230; OK. MUSCLE SHUT DOWN? THAT MAKES SENSE!”</h3>



<p class="wp-block-paragraph">I have an anecdote from the 1980s that illustrates the point: at the Bayern München training facility in Bahrain, Lothar Matthäus was suddenly on the sidelines. He couldn&#8217;t keep going, he wanted out. I took a look and examined him—nothing was torn, no hematoma, no structural damage. But I could feel that the muscle was severely contracted and hard. I found a thin line of fluid that had collected along the fascia surrounding the muscle bundle, and it felt weirdly soapy. One or two more sprints and the muscle fibers could tear. The painful muscle was no longer elastic—it was supplied by a motor nerve extending from the lower lumbar spine, and that nerve was sending it too many signals, to which the muscle was responding. For Lothar Matthäus, the question now was what to say to the media.&nbsp;Why wasn&#8217;t he on the field? So to explain it to him, I told him that the muscle had “shut down” and that he had done the right thing. He understood that and told the media that “Mull” had told him his muscle had shut down. The phrase caught on, and ever since everybody can picture what that means. Neurogenic muscle hardening? Um&#8230; OK. Muscle shut down? That makes sense. A lot of muscle injuries are neurogenic in nature, and so it of course makes sense to examine and treat the back. Once we have eliminated the cause of the muscle overexcitation or, for instance, used Hub Westhovens’ osteopathic methods to restore the desired function of the vertebral and/or iliosacral joints, then the neurogenic muscle hardening quickly recedes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Nutrition</strong></strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading">“MY GOAL IS TO PREVENT DEFICIENCIES. YOU HAVE TO GET ENOUGH OF EVERYTHING!”</h3>



<p class="wp-block-paragraph">We always have nutrition in our sights. People often have a <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vitamin D</a> deficiency, for example. Research is still underway on how it behaves in <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/6027/vitamin-k2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">combination with K2</a>. Similarly, our magnesium and zinc levels are often too low, but never too high. We also monitor amino acids like arginine, lysine and proline. Glutamine too. These are fundamentally important for healthy connective tissue and for muscle and tendon regeneration. <a href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/wobenzym/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Enzymes</a> like bromelain, which <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">inhibit inflammation</a>, represent another important area. In all of these cases, it isn’t that I want to give particularly high doses. My goal is to prevent deficiencies. You simply have to get enough of everything! That&#8217;s why I recommend regular lab testing.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mobility&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">If possible, you should check the mobility of the vertebral joints, the iliosacral joints and the joints of the lower extremities and potentially mobilize them before every practice or competition. One example: dorsiflexion of the ankle is blocked all too often, which can lead to a stress situation in the Achilles tendon or increased muscle tone in the calf, which under certain circumstances can become rock hard and susceptible to injury. A second example: dysfunction in the lumbosacral transitional area. Generally speaking, when athletes come to me with muscle problems, I find there is a blockage of the 5th lumbar vertebra; most of the time I also see severe limitation or even a blockage of one or both iliosacral joints. This results in irritation to the root of the nerve (usually S1 or the obturator nerve) and along this nerve I see hypertonia that can become quite painful: neurogenic muscle hardening, in other words, that, if left unaddressed, can lead to a structural muscle injury.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>“REGENERATION IS KEY AND IT SHOULD BE CONSIDERED ON A CASE-BY-CASE BASIS.”</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Thank you so much, Mr. Erbeldinger, for helpfully reminding me to bring up regeneration. Regeneration gives the body a chance to take the time – both actively and passively – that it needs for repairs and cell renewal. During regeneration, the body “dials down” stress hormones (adrenaline, noradrenaline, dopamine and glucocorticoids), allowing inner calm and relaxation to set in and guaranteeing a quiet, restful sleep.&nbsp;I think 7 hours of sleep are a must, 8 hours are good, and over 8 hours can be helpful, especially for elite athletes. Another issue: <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6715/funktionelles-atmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">breathing</a>. Conscious breathing without the distractions of TV or phones relaxes areas like the musculature of the shoulder girdle. All it takes is just a few minutes. You just need to make sure you&#8217;re breathing with your abdomen and avoiding shallow breaths as much as possible. It&#8217;s almost like meditation. I recommend <a href="https://www.mrjamesnestor.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">James Nestor&#8217;s</a> book “<a href="https://www.piper.de/buecher/breath-atem-isbn-978-3-492-05851-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Breath</a>” for reading material on this. I also feel strongly about recommending conscious eating. Slowing things down, tasting consciously, being aware of what you&#8217;re eating and of the point when you become full.&nbsp;All the while seeking out conversations in a relaxed atmosphere and just generally gaining clarity on the many areas of our lives we should be experiencing more consciously.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-cyan-bluish-gray-background-color has-cyan-bluish-gray-color"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>After Dr. Müller-Wohlfahrt left Bayern München, a joint project on artificial intelligence came into being with researchers from the Klinikum rechts der Isar Hospital at the Technical University of Munich (TUM). As we talked, the subject sounded so exciting to us that we wanted more information, so we contacted TUM.</strong></strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><strong>&#8230;HOW DID COLLABORATION AND THE AI PROJECT COME ABOUT?</strong></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Applying artificial intelligence means identifying complex correlations and patterns—potentially in multiple dimensions—studying them and applying them to new, future data. Apart from IT implementation, the key considerations are the quantity and quality of the data.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">MRI testing is used throughout the world for diagnosing muscle injuries. It is exceptionally difficult with MRI, however, to distinguish, say, functional muscle injuries caused by neuromuscular disorders (type 2A; see consensus classification below) from circumscribed, structural muscle injuries (type 3A). If treated correctly, a competitive athlete who suffers a neurogenic injury can return to full performance after a few days. Inappropriate treatment and/or failure to recognize the injury, however, can keep the player off the field for several weeks. Precise diagnosis is therefore of the essence. Dr. Müller-Wohlfahrt gathers highly detailed palpatory findings, which he compares to other important criteria (such as the circumstances surrounding the accident, etc.), allowing him to make these distinctions with considerable precision. In collaboration with international experts he has used this as a basis for developing a consensus classification system for muscle injuries (Müller-W. 2013). But because MRI classification does not take neurogenic-associated lesions into account, this imaging technique can lead to misdiagnoses. In response to this problem, Dr. Müller-Wohlfahrt approached our team of researchers, asking how diagnostic certainty could be improved here going forward. We have therefore proposed taking his outstanding palpatory skills in the form of his diagnosis, and feeding this into a specific AI algorithm along with MRI imaging data. The algorithm will then use neural networks to detect correlations between the image data and the corresponding diagnosis. Initial results will be presented at the 2021 German Congress of Orthopaedics and Traumatology in Berlin in October. Even with very small amounts of data, the algorithm has already identified patterns that can be used for classifying injuries as functional/neuromuscular (type 2A) or structural (type 3A). Given our currently small number of cases, the results are merely preliminary and will have to be confirmed in large cohorts. The long-term idea is to develop a robust algorithm that will model the knowledge and skills of Dr. Müller-Wohlfahrt (as much as possible), serve as a supplementary diagnostic tool for (young) physicians and thus potentially benefit patients with muscle injuries.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>TUM researchers collaborating with Dr. Müller-Wohlfahrt on this joint project: Florian Hinterwimmer, Nikolas Wilhelm, </strong><a href="https://www.ortho.med.tum.de/content/prof-dr-ruediger-von-eisenhart-rothe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe</a>, <a href="http://www.ortho.med.tum.de/content/profil-dr-med-rainer-hanns-hermann-burgkart" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. med. Rainer Burgkart</a></strong></p>
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