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	<title>Dr. med. Kurt Mosetter, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Kurt Mosetter, Autor bei sportärztezeitung</title>
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		<title>Traditionelle chinesische Medizin (TCM) im Sport</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Matthias Kraft&#160;,&#160;Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/24]]></category>
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					<description><![CDATA[In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) steht der holistische Ansatz im Vordergrund. Die ganzheitlichen Therapieansätze zielen auf den Einklang zwischen Körper, Geist und Seele ab. Das energetische Potenzial, also der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) steht der holistische Ansatz im Vordergrund. Die ganzheitlichen Therapieansätze zielen auf den Einklang zwischen Körper, Geist und Seele ab. Das energetische Potenzial, also der harmonische Fluss der Lebensenergie, die durch den menschlichen Körper wie ein Fluss durch eine Landschaft fließt, wird als „Qi“ bezeichnet.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Dabei fließt dieses „Qi“ auf definierten Bahnen – den Leitbahnen oder so genannten Meridianen – durch den Körper und versorgt die Funktionskreise, also die Organe. Die Akupunktur macht sich diese Meridiane zu nutze. Die TCM geht aber über die reine Akupunktur hinaus, wie im Weiteren ausgeführt werden soll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Einflüsse auf die Leistung</b></h2>
<p>Bestimmte Personen verfügen über höhere sportliche Fähigkeiten als andere. Die Mechanismen, die diesen Unterschieden zugrunde liegen, wurden in den letzten Jahren immer besser verstanden [1]. Das Interesse an einem personalisierten Ansatz nimmt im Sport zu, um die individuelle Leistungsfähigkeit in Ausdauer- und Kraftsportarten zu maximieren [2, 3]. Die medizinische Forschung hat sich zunehmend auf die genetischen Aspekte konzentriert, die Spitzensportler charakterisieren [4]. Auch ihre Ernährungsweise [2] steht seit jeher im Fokus des Interesses. Die Diskussionen betreffen vornehmlich die Auswahl bestimmter Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette sowie Mikronährstoffe und Spurenelemente. In letzter Zeit wächst das Interesse an dem Einsatz von, aus der TCM bekannten, sekundären Pflanzenstoffen und Heilpilzen mit ihren Phytokomplexen in der Sportlerernährung. Sie stellen eine heterogene Klasse von Verbindungen mit nicht nur antioxidativen und entzündungshemmenden, sondern insbesondere auch regulatorischen Eigenschaften hinsichtlich der Epigenetik und der Stoffwechselregulation dar [5]. Dies kann durch eine Fülle von Mechanismen erreicht werden, sowohl direkt über Rezeptorproteine als auch indirekt durch die Modulation der Transkriptionsfaktoren oder kritischer Enzyme in Überlebens- und bioenergetischen Signalwegen [6, 7]. Eine der größten Herausforderungen auf diesem Gebiet ist das Verständnis um die Wechselwirkungen zwischen Phytokomplexen und dem menschlichen Körper, auch unter Berücksichtigung der grundlegenden Rolle, die die Zahn- und Darmmikrobiota bei deren Digestion, Absorption und Bioverfügbarkeit spielt [8]. Genetische und epigenetische Faktoren machen etwa 50 – 80 % der interindividuellen Unterschiede bei der Körperzellmasse aus. Dies hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wachstumsreaktion der Muskeln [9]. Darüber hinaus können endokrine Faktoren, die Zusammensetzung der Muskelfasern, psychologische Aspekte (erhöhter Sympathikotonus) und die Ernährung Genotyp-assoziierte Unterschiede aufweisen und die sportliche Leistung beeinflussen [10].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Epigenetische Reparatur- und Stoffwechselregulations­mechanismen</b></h2>
<p>Jede sportliche Betätigung führt zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf und Mikrotraumen in der Muskulatur, welche oxidativen Stress auslösen. Reaktive Sauerstoff- und Stickstoffradikale (ROS /<br />
RNS) werden vom Skelettmuskel aus einer Reihe von Quellen produziert, einschließlich Phospholipase A2 und enzymatischen Quellen wie NADPH-Oxidase und Xanthinoxidase [9]. ROS /RNS sind wichtige Signalmoleküle und werden mit der kontraktionsvermittelten Glukoseaufnahme in den Muskeln und der Kontrolle der Durchblutung der Skelettmuskulatur in Verbindung gebracht. Der Hypoxie-induzierende Faktor 1α (HIF-1 α) kann hier als Masterregulator, auch mit Blick auf die Mitochondrienfunktion, angesehen werden (Abb.1 + 2) [11]. Langanhaltende, hochintensive und/oder ungewohnte Trainingseinheiten können zu kontraktil bedingten Schäden und Entzündungsreaktionen mit übersteigertem oxida­tivem Stress, mitochondrialer Dysfunktion und Aktivierung von Entzündungskaskaden führen, weshalb diese vermieden werden sollten. Es wird aktuell immer wieder kontrovers diskutiert, ob die exogene Zufuhr von antioxidativ wirkenden Substanzen der Entwicklung von Muskelschmerzen und – traumata sowie der Regenerationszeit dienlich sind oder aber kontraproduktiv wirken [12]. Sekundäre Pflanzenstoffe, Vitalpilze, aber auch Vitamin D3 und Omega-3-Fettsäuren können nicht, wie z. B. Vitamin A, C und E, nur als reine Sauer­stoffradikalfänger eingestuft werden. Vielmehr führen sie zur Aktivierung spezifischer Signaltransduktionswege, die an zytoprotektiven und energetischen Reaktionen beteiligt sind (NERF2 / Keap1 / ARE, PGC-α1, AMPK, MAPK, NF-kB, Histon-Deacetylasen). Sie sind somit in der Lage, durch epigenetische Reparatur- und Stoffwechsel­regulationsmechanismen direkt in die Genregulation einzugreifen, die an zellulären und mitochondrialen Anpassungsprozessen beteiligt sind. Diese wirken sich sowohl kurz-, wie auch langfristig positiv auf die sportliche Leistung sowie die Verletzungsanfälligkeit aus [13]. Aus diesem Grund sollten sekundäre Pflanzenstoffe der TCM wie z. B. <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/15026/epigenetische-wirksamkeit-von-curcumin/">Curcumin</a>, Boswellia, Betain, Berberin, <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/16298/darmmikrobiom-und-resveratrol/">Resveratrol</a>, Rhadiola rosea [14], <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13595/ashwagandha-2/">Ashwagandha</a> [15], das Isothiozyanat Sulforaphan [35] und Vitalpilze wie z. B. Cordyceps oder Reishi, auch über die Zufuhr sinnvoll abgestimmter angereicherter Protein-Energy Drinks, in die Sportlerernährung eingebaut werden. Die Kombination verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe wie z. B. Sulforaphan i.K. mit Vitamin D3 und Curcumin ist durchaus sinnvoll, da sie zu einer Steigerung der Effekte führt [36, 37].</p>
<figure id="attachment_17199" aria-describedby="caption-attachment-17199" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-17199" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324.jpg" alt="" width="1600" height="1224" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-300x230.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-1024x783.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-768x588.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-1536x1175.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-150x115.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-450x344.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft1_saez0324-1200x918.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-17199" class="wp-caption-text">Abb. 1 Umweltfaktoren (z. B. der zirkadiane Rhythmus, die Umgebungs­temperatur oder der Sauerstoffpartialdruck) und Verhaltensfaktoren (z. B. Training und Ernährung) modulieren mitochondriale Funktionen, die Stabilität und Aktivität von Hypoxie induzierbaren Faktoren (HIF) sowie den HIF-Mitochondrien-Crosstalk. modif. nach Burtscher J. et al. Free Radic Biol Med. 2023;206:63 – 73</figcaption></figure>
<figure id="attachment_17198" aria-describedby="caption-attachment-17198" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17198" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324.jpg" alt="" width="1600" height="312" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-300x59.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-1024x200.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-768x150.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-1536x300.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-150x29.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-450x88.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft2_saez0324-1200x234.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-17198" class="wp-caption-text">Abb. 2 Energiestoffwechsel-metabolische Azidose-Ammoniak-oxidativer Stress-Hormesis<br />Zu hohe Zucker – und Insulinspiegel, Insulinresistenz die Zuckerverwertungsstörungen verursachen Energie- und ATP-Mangel. ATP-Mangel leitet erhöhte Laktat-, Ammoniak-, Harnsäure und Harnstoffbelastungen sowie oxidativen Stress ein. modif. n. Schulz H., Heck H. Laktat und Ammoniakverhalten bei Erschöpfenden Dauerbelastungen. In: Bartmus U. / Jendrusch G. / Heneke T. / Platen P. (Hrsg.) (2006). In memoriam Horst de Maréès anlässlich seines 70. Geburtstages. Beiträge aus Sportmedizin, Trainings- und Bewegungswissenschaft. Köln: Sportverlag</figcaption></figure>
<h2><b>Mikrobiota</b></h2>
<p>Ein wesentliches Momentum in der Interaktion zwischen dem Darm und dem zentralen Nervensystem (ZNS) stellt die Stabilität der Mikrobiota dar. Sie ist maßgeblich an der Aufrechterhaltung einer korrekten Darmpermeabilität und -funktionalität beteiligt. Störungen der Darmmikrobiota im Rahmen von körperlichen Belastungen führen zu Veränderungen der Mikrozirkulation und konsekutiv auch der Darmbarriere, insbesondere der „tight-junctions“ (ZO-1, ZO-2). Die Permeabilitätsstörung wird auch als „leacky-gut-Syndrom“ bezeichnet. Das Ausmaß und die Dauer der Belastung scheinen hier ebenso eine Rolle zu spielen, wie die Stress bedingte Aktivierung neuro-endokriner Faktoren (z. B. Katecholamine, Kortisol, Neuropeptid Y, GABA) [16, 17]. In letzter Konsequenz haben die Veränderungen der Mikrobiota nicht nur Auswirkungen auf die Bildung der für den Körper und die Enterozyten nutritiv wichtigen kurzkettigen Fettsäuren (SCFA), wie z. B. Butyrat und Propionat, sondern auch auf die Verstoffwechslung und Resorption von sekundären Pflanzenstoffen. Moderate Belastung fördert das Wachstum von Butyrat bildenden Bakterien wie <i>Faecalibacterium</i><i> prausnitzii, Roseburia hominis, Akkermansia muciniphila</i> und <i>Bifidobacterium</i> spp. [18, 19]. Bei Ausdauer- / Elitesportlern findet sich indes häufig eine in ihrer Diversität gestörte Bakterienflora mit einer u. a. Reduktion Butyrat bildender Bakterien [20]. Die durch Stress, Malnu­trition und Mikrozirku­lationsstörungen bedingte Permeabi­litätsstörung des Darmes triggert Entzündungskaskaden in der Lamina propria mit Auswirkungen auf die Darm-Hirn-Achse und die Blut-Hirnschranke (Abb. 3). Mehrere sekundäre Pflanzenstoffe der TCM können auch hier funktionelle Auswirkungen auf die Kontrolle der Entzündungsdynamik und die Stabilität der Mikrobiota haben, indem sie sowohl nutrazeutische als auch prebiotische Wirkungen entfalten. Insbesondere Curcumin, Grüntee-Catechine, Boswellia, Berberin [16] und Ashwagandha [15] weisen sehr gute funktionelle Eigenschaften bei der Bewältigung dieser Situationen auf. Ebenso haben sich, wie beim Reizdarmsyndrom, Übungen aus der TCM wie Tai-Chi oder Yoga, welche den Sympathikotonus senken und den Vagus stärken, als hilfreich erwiesen [21]. Darüber hinaus spielt hier die Auswahl der Makronährstoffe eine wesentliche Rolle. Eine kohlenhydratarme, Fruktose limitierte und D-Ribose, D-Galaktose und Mannose angereicherte Ernährung und die Auswahl der Eiweißquelle (z. B. Molke, fermentierte Linsen, Samen und Nüsse) kann die durch das „leacky-gut“ hervorgerufene abdominelle Symptomatik lindern und entzündungshemmend wirken. Zudem fördert D-Galaktose die Redoxbalance [22], die Hormesis [23], die epigenetische Regulation von Knorpel [24], eine metabolische Reprogrammierung [25] und unterstützt die Muskelphysiologie [26].</p>
<figure id="attachment_17197" aria-describedby="caption-attachment-17197" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17197" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324.jpg" alt="" width="1600" height="714" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-300x134.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-1024x457.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-768x343.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-1536x685.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-150x67.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-450x201.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/Kraft3_saez0324-1200x536.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-17197" class="wp-caption-text">Abb. 3 Auswirkungen von Sport auf die Darmgesundheit. Gut getimte und moderate Belastungen führen zu einer Aufrechterhaltung und Stärkung der intestinalen Integrität (Abb. links) mit positiven Auswirkungen auf<br />die Gesundheit. Schlecht getimte Trainingseinheiten oder Überforderungen können die Darmintegrität und das intestinale Immunsystem aktivieren und somit zu einer Dysbalance führen, mit negativen Auswirkungen<br />auf die Körper­gesundheit. Die Darm-Hirn-Achse und das „leacky gut“ mit Dysbiose sind hierbei wesentliche Triggerfaktoren (Abb. rechts). modif. n. Bertuccioli A et al. Microorganisms. 2024;12(4):804</figcaption></figure>
<h2><b>Zahngesundheit</b></h2>
<p>Bei der Zahngesundheit spielen Lösungsansätze der TCM eine große Rolle. Die Zahnmeridiane haben einen wesent­lichen Einfluss auf die Integrität der Organsysteme und vice versa. Bei Elitesportlern konnte eine hohe Prävalenz verschiedener Stadien der Entzündung im Zahnbereich gefunden werden. Gleichwohl zeigt sich eine Veränderung der körperlichen Versehrtheit (vermehrte Muskelverletzungen, veränderte Blutparameter), der körperlichen Fitness sowie der Zahnhygiene bei Spitzensportlern mit Parodontitis [27, 28]. Physischer und psychischer Stress fördert eine Dysbiose im Mundraum und somit die Parodontitis, nicht zuletzt auch durch eine Verminderung des pH-Wertes und eine gesteigerte Biofilm­bildung. Durch den Einsatz bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe, wie z. B. Berberin, kann die Zahngesundheit durch Hemmung der Biofilmbildung und des Bakterienwachstums verbessert werden [29]. Die Verminderung der Zufuhr raffinierter und versteckter Zucker ist von wesentlicher Bedeutung. D-Galaktose und D-Ribose fördern indes die Zahngesundheit [30, 31]. Auch kann der Einsatz von „Qi“ fördernden Übungen den psycho-vegetativ stimulierten Sympathikotonus bei Sportlern herabsetzen und auf diesem Wege hilfreich sein. Eine Brücke zwischen Qigong und Tai-Chi Übungen können für Athleten auch die <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/1709/kid-kraft-in-der-dehnung/">KiD Übungen</a> bilden [32, 33]. Im Wesentlichen sollte jedoch ein besonderes Augenmerk auf eine antientzündliche Ernährung [34] und die biologisch zahnmedizinische Vorsorge bei Sportlern gelegt werden.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die derzeitige Grenze der TCM-Forschung im Sport ist der reduktionistische Ansatz, der in der Regel dazu führt, dass man sich auf bestimmte Ergebnisse bei bestimmten Athleten konzentriert, und zwar häufig in Studien mit kleinen Probandenzahlen, ohne das enorme Potenzial zu berücksichtigen, dass diese Verbindungen auf die Gesundheit haben könnten, wenn sie systemisch betrachtet würden. Zudem stellt die Bioverfügbarkeit der sekundären Pflanzenstoffe in der TCM ein noch nicht vollständig gelöstes Problem dar. Die Bioverfügbarkeit sekundärer Pflanzenstoffe wird wesentlich über das Mikrobiom, die individuelle Metabolisierung über den entero-hepatischen Kreislauf aber auch durch die Extraktionsmethode und die Darreichungsform auf Herstellerseite moduliert. Dies sollte bei der Auswahl der Präparate und der Dosierung berücksichtigt werden. Insbesondere sollte auf die Reinheit und eventuelle Belastungen der Nahrungsergänzungsmittel geachtet werden. Hier trennt sich Spreu vom Weizen&#8230; .<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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<p><iframe title="Die Rolle der traditionellen chinesischen Medizin in der Sportmedizin Teil 2" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/JSIubitPVMk?start=115&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Literatur</p>
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<li>Schulz H., Heck H. Laktat und Ammoniakverhalten bei Erschöpfenden Dauerbelastungen. In: Bartmus U. / Jendrusch G. / Heneke T. / Platen P. (Hrsg.) (2006). In memoriam Horst de Maréès anlässlich seines 70. Geburtstages. Beiträge aus Sportmedizin, Trainings- und Bewegungswissenschaft. Köln: Sportverlag</li>
<li>Ergänzung der Literaturliste</li>
<li>Ruhee RT, Suzuki K. The Immunomodulatory Effects of Sulforaphane in Exercise-Induced Inflammation and Oxidative Stress: A Prospective Nutraceutical. Int J Mol Sci. 2024 Feb 1;25(3):1790</li>
<li>Cheung K.L., Khor T.O., Kong A.-N. Synergistic effect of combination of phenethyl isothiocyanate and sulforaphane or curcumin and sulforaphane in the inhibition of inflammation. Pharm. Res. 2009;26:224–231</li>
<li>Tuttis K., Machado A.R.T., Santos P.W.d.S., Antunes L.M.G. Sulforaphane Combined with Vitamin D Induces Cytotoxicity Mediated by Oxidative Stress, DNA Damage, Autophagy, and JNK/MAPK Pathway Modulation in Human Prostate Tumor Cells. Nutrients. 2023;15:2742</li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Phytogene Ernährung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13862/phytogene-ernaehrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger&#160;,&#160;Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 08:53:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[02/23]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Studien zeigen, dass Ernährungsmodelle eine wichtige Rolle in Form einer adjuvanten Therapieunterstützung einnehmen können. Auch in der sportärztezeitung berichten wir regelmäßig über die Potenziale und Wirkweisen, zuletzt u. a. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Immer mehr Studien zeigen, dass Ernährungsmodelle eine wichtige Rolle in Form einer adjuvanten Therapieunterstützung einnehmen können. Auch in der sportärztezeitung berichten wir regelmäßig über die Potenziale und Wirkweisen, zuletzt u. a. in unserem aktuellen Orientierungsartikel „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13777/phytopharmaka-und-photogene-ernaehrung-aktuelle-orientierung-4-2023/" target="_blank" rel="noopener">Phytopharmaka und phytogene Ernährung“ (04/23)</a>. Interessant ist auch eine neue <a href="https://acr.amegroups.com/article/view/7462/html" target="_blank" rel="noopener">Studie zur Enzymtherapie</a>. Gerade die Thematik der entzündungsmodulierenden /-hemmenden Ernährungsinterventionen (auch Omega 3-Fettsäuren, Vitamin D3 / K2) sind fast schon gesetzt.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p><b>Die Sportmedizin hat dabei nicht die absolute Aufgabe, eine Ernährungsumstellung des Patienten einzufordern (umzusetzen). Sie kann lediglich Hinweise und Anstöße geben für eine adjuvante Unterstützung und zusätzlich zur Pathologie passende Empfehlungen aussprechen. Eine konkrete Umstellung kann dann im Anschluss &#8222;selbstbestimmt&#8220; mit weiteren Spezialisten entwickelt und umgesetzt werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer Bagatellisierung oder sogar generellen Ablehnung der Thematik durch Patienten / Sportler, wie es in der Vergangenheit schon oft zu sehen war. Robert Erbeldinger hat sich dafür in Form eines ordnenden Austausches mit Dr. Kurt Mosetter unterhalten.</b></p>
<p><em>Lieber Kurt, ketogene Ernährung scheint ein extremes Modell zu sein, das allerdings wirkt und aktuell wieder sehr gefragt ist. Auch wiss. Daten gibt es dazu ausreichen, z. B. <a href="https://www.nature.com/articles/s41392-021-00831-w" target="_blank" rel="noopener">www.nature.com/articles/s41392-021-00831-w</a>. Wie sieht das im Alltag bei deinen Patienten / Sportlern individuell aus? Und gibt es dabei auch Probleme, z. B. in Bezug auf Proteine und Ballaststoffe?<span class="Apple-converted-space"> </span></em></p>
<p>In der Tat haben wir die verschiedenen Formen der ketogenen Ernährung schon lange auf dem Radar. Eine moderate und anwendungsfreundliche Form dieser Wirk-Konzepte hat die Entwicklung des Glycoplans maßgeblich beeinflusst. Die Bereitschaft und verlässliche Mitarbeit unserer Patienten in der Umsetzung von Natural Eating in unterschiedlichen Glycoplan Varianten können wir im ganzen Team als sehr gut bewerten. Mögliche Schwächen der klassischen ketogenen Ernährung liegen in „einem Zuwenig“ an Pflanzenfasern &amp; Ballaststoffen sowie einem Mangel an Prote­inen. Deshalb integrieren wir wertvolle Fette und Öle, Ballaststoffe über langkettige Kohlenhydrate (z. B. in Kichererbsen, Linsen, Hirse, Buchweizen und gegebenenfalls Akazienfasern) sowie unbedingt ausreichend Proteine. Der Proteinanteil sollte in der Regel zwischen 15 – 30 % auf dem Teller oder im Shake einnehmen. Für Sportler kann der Anteil langkettiger Kohlenhydrate ebenso erhöht werden wie der Proteinanteil. Moderne Forschung der Aerospace Medicine am Institut der Luft und Raumfahrttechnik (zusammengefasst von Prof. Dr. Jörn Rittweger) zeigt, dass selbst für Masterathleten im höheren Alter 2,5 g Protein / kg Körpergewicht erforderlich sein können. Schon seit den ersten Arbeiten zur klassischen keto­genen Ernährung bei Epilepsie im Jahr 1921 an der Mayo Klinik in Rochester und dem Johns-Hopkins Hospital in Baltimore, den Forschungsergebnissen der Pioniere Dr. med. Wilhelm Brüning 1941 und in den letzten 20 Jahren von Prof. Dr. Ulrike Kämmerer zur keto­genen Ernährung bei Krebspatienten, wissen wir, dass die Ernährungspläne für betroffene Patienten etwas strenger und mehr individualisiert gestaltet werden sollten. Hier werden glukoplastische Aminosäuren und Glutamin stark reduziert, resistente Stärke und Phytopharmaka integriert und der Anteil von wertvollen Fetten in Richtung „sehr fettreich“ erhöht.</p>
<p>Phytogene Ernährung bzw. spezifische pflanzliche adäquate Ernährungsunterstützung / adjuvant (Kombination bestimmter Phytopharmaka &amp; Natural Treatment wie z. B. Bromelain, Curcumin, Boswelia etc. Liste nicht vollständig – siehe dazu auch Pöttgen<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/1488/entzuendungshemmung-regenerationsoptimierung/" target="_blank" rel="noopener"> „Entzündungshemmende Ernährung“</a> + <a href="https://youtu.be/AI-IoBW912I" target="_blank" rel="noopener">Video</a>) kann dies gut ergänzen. Eine adä­quate unterstützende Ernährungsform – Evidenz basiert, nicht pharamakologisch, nicht invasiv sowie kosteneffektiv und unkompliziert. Außerdem stellt dies eine gut zu implementierende Möglichkeit mit persönlicher Note dar, gesetzt den Fall, diese ist mit dem Arzt / Therapeuten erarbeitet bzw. gemeinsam adaptiert. Immer mit dem Wissen, dass es um eine Ernährungsunterstützung geht, nicht um eine alleinstehende Ernährung.</p>
<p>Wir plädieren bei unseren Patienten – aber auch bei deren Angehörigen – für eine phytogene Ernährung. Ergänzend zu den ohnehin vielen Lebensmitteln, welche im Glycoplan „auf Grün“ stehen (wie Brokkoli, Rote Beete, Rosenkohl, Kohlgemüse, Knollensellerie, Selleriestangen, Fenchel, Salate, Gurken, Buschbohnen, Zucchini, Pilze, Zwiebeln, Erbsen, Kichererbsen, Linsen etc.) erhalten unsere großen und kleinen Patienten Auflistungen mit besonders wertvollen Kräutern und Gewürzen. Diese Ernährungsform beinhaltet alle Vorteile einer Mediterranen Ernährung, nährt die Artenvielfalt in der Darmgesundheit, wirkt antientzündlich, schmerzhemmend und regulierend auf die Ökonomie des Stoffwechsels. Eine wichtige Anmerkung an dieser Stelle: Diese Empfehlungen helfen nicht nur kranken Menschen, sondern können für uns alle einen feinen Beitrag für eine längere Gesundheitsspanne (Healthspan) leisten. Phytogene Ernährung wirkt therapeutisch, trägt aber gleichermaßen zur Prävention und Prophylaxe bei.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><em>Macht eine mögliche wie individuelle Kombination angepasster ketogener Ernährung und phytogener Ernährung (spez. Kombination bestimmter Phytopharmaka) auch in Bezug auf deinen entwickelten Glycoplan Sinn?</em></p>
<p>Glycoplan und phytogene Ernährung gehen in der individualisierten Planung „Hand in Hand“. Die Basis Glykoplan wird sozusagen phytogen ausgebaut. Bei Reizdarm-Syndromen, Leaky gut (siehe Artikel Sartor S. 80), verdeckter, mikroskopischer terminaler Ileitis plädieren wir für eine Rotation in der ­Reduktion von Süßgetränken, Fruchtzucker, Kuhmilchprodukten (Kasein, Laktose, IGF-1), Gluten, Nachtschatten­gewächsen und histaminhal­tigen Waren. Gleichzeitig können antientzündliche und darmpflegende Substanzen wie Heilerde, Akazienfasern, Tausendgüldenkraut, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Curcumin, Reishi, Bromelain etc. wertvolle Hilfe leisten. An dieser Stelle spielt die Dosierung der Wirksubstanzen Phytopharmaka eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund wird der Phytoshake (mit größeren Mengen an Curcumin, Bromelain sowie den zusätzlichen Substanzen Boswellia und Zimt) als Shot oder Trinkmahlzeit in die Speisekarte eingebaut. Betroffenen mit Stoffwechselbelastungen um NAFLD, Meta­bo­lisches Syndrom, Diabetes und Adipositas wird die Glycoplan Variante „very low bad Carb“, mit starker Reduktion aller kurzkettigen Kohlenhydrate, empfohlen. Ein „Mehr“ an wertvollen Fetten in Nüssen, Mandeln, Olivenöl, MCT in Ziegen- und Schafmilch-Produkten sowie Kokosfett, ungesättigten Fettsäuren in Hanföl, Leinöl, Walnusöl; und nicht zuletzt ausreichend Omega 3 Fettsäuren in Algen- oder Fischöl kann den Speiseplan wirksam ergänzen. Als phytogene Ernährung werden Löwenzahn (Taraxacum), Mariendistel, Artemisia, Basilikum, Koriander, Zimt, Cardamon, Safran, Radieschen, Ruccula, Stangensellerie und, nicht zuletzt, der Phyto­shake als Trinkmahlzeit abends empfohlen. Flankierend können Kombinationen der insulinunabhängigen Monosaccharide Mannose und Galactose (in Preisel­beeren, Heidelbeeren, Goje Beeren und Linsen) ein hilfreiches Wirkspektrum entfalten. Für Patienten, welche unter Autoimmunerkrankungen leiden, spielt eine antientzündliche Glycoplan &amp; phytogene Ernährung sowie die Darm­gesundheit eine Schlüsselrolle. Über differenzierte Laboruntersuchungen kann die Ernährung maßgeschneidert werden. Der zeitweise Verzicht auf Gluten, Laktose, Kasein, Nachtschattengewächse und die Reduktion von histaminreichen Lebensmitteln leistet spürbare Dienste.</p>
<p><strong>Im Stadium der Erkrankung zeigt sich das evidente Wirkspektrum der Phytopharmaka als besonders wertvoll.</strong> Ashwagandha (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=nS1MoryTSTQ" target="_blank" rel="noopener">siehe Video Post</a>), Curcumin, Betain, Boswellia, Bromelain, Spermidin, Reishi, Cordyceps, Zimt und Omega 3 Fettsäuren zeigen gute Effekte. Über den Phytoshake kann die phytogen akzentuierte Ernährung relativ leicht umgesetzt werden.</p>
<p><em>Ist es wichtig, Menschen, Patienten, Sportler im Bereich der antientzünd­lichen Ernährung und im Trendbegriff „silent inflammation“ (korrekter systemic chronic inflammation) zu beraten und unterstützen, damit es spezifisch helfen, wirken und auch prophylaktisch aktiv funktionieren kann?</em></p>
<p>Ja! Beratung, Aufklärung, Wissens- und Überzeugungstransfer sind die entscheidenden Schritte &#8211; hin zu einer proaktiven Medizin mit gleichberechtigter Parti­zipation, Selbstermächtigung und Eigenverantwortlichkeit. Die wissenschaftlich belegte Bedeutsamkeit des Darmes mit der sogenannten Darm-Gehirn-Achse, der Darm-Psycho-Neuro-Immun-Achse für unsere Gesundheit wird auch in der breiten Bevölkerung immer salonfähiger. Die Darmgesundheit liegt mit der Königsdisziplin Natural Eating tatsächlich in unseren Händen. Mit recht einfachen Spielregeln wie saisonal, regional, natürlich, möglichst wenig verarbeitet sowie der Reduktion von vielen E-Nummern und Geschmacksverstärkern ist schon viel gewonnen. Zudem hilft es auch, wenn man „nicht Zuviel“ isst und das erst recht nicht am Abend vor dem Schlafen gehen. Das Bewusstsein für die Wirksamkeit einer antientzündlichen Ernährung, gegen die immer bekannter werdende Silent Inflammation, der Triebfeder vieler Zivilisationserkrankungen eröffnet neue Horizonte in Prävention und Prophylaxe. Das zunehmende Wissen um die Kraft der Natur in einer phytogenen Ernährung macht „prophylaktisches Aktiv-Werden“ realisierbar. Je früher das Wissen verfügbar wird, umso früher üben sich die Menschen und ihr Stoffwechsel. Unser Ziel: Körper Bewegungs- &amp; Gesundheits-Wissen als Angebot in der Schule. Profisport kann dabei als starker Botschafter ins Spiel treten. Nicht nur Kranke ernähren sich antientzündlich, sondern auch Profisportler für eine bessere Leistung und nachhaltigere Regeneration.</p>
<p><em>Was könnte dies in Bezug auf die Prophylaxe und als spezifische Alternative zu Schmerzmitteln in Zukunft bedeuten? Die GOTS sprach am 14.03. diesen Jahres von einem „alarmierenden Schmerzmittelmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen im Leistungssport“. Der Missbrauch und die unkontrollierte wie unspezifische, leider teils auch „prophylaktische Einnahme“ der Patienten und Athleten ohne Rücksprache mit Therapeuten und Trainern stellt hier ein großes Problem dar. Kann z. B. phytogene Ernährung eine an die Versorgungsrealität angepasste Lösung darstellen?</em></p>
<p>Je besser die Hintergründe und Ursachen der Schmerzen verstanden werden und erklärt werden können, desto mehr Handlungsoptionen tun sich auf. Inzwischen ist die Evidenz zur Wirksamkeit von Ernährungsfaktoren wie „ketogen“, „mediterran“ oder von Phytopharmaka offensichtlich und dabei sogar einigen klassischen Schmerzmedikationen überlegen. Medikamente sind in der Regel als Feuerwehr konzipiert, wenn natürliche Mittel nicht mehr helfen. Bei klarer Indikation, vom Facharzt über ein bestimmtes Zeitfenster verordnet, macht vieles Sinn. Untersuchungen der TK ergaben, dass schon 2018 vier von zehn Schulkindern mit chronischem Schmerz diagnostiziert wurden. Drei dieser vier Kinder wurden schon regelmäßig mit Schmerzmitteln behandelt. Bewegungsarmut, psychoneuroimmunologischer Stress und entgleiste Ernährungsverhalten haben den „entzündlichen Stoffwechsel-Schmerz“ in den letzten drei Corona-Jahren zudem beschleunigt. Unser Anliegen: Aufklärung, Prophylaxe und Frühintervention mit wirk­samen Konzepten um phytogene Ernährung, moderatem Sport, Phytopharmaka und der Vermittlung von Entspannungstechniken.</p>
<p><b>Vielen Dank für das Gespräch.</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><i>“Eating is a highly emotionally charged social and cultural activity<br />
conditioned and reinforced over entire lifetime”</i><i> </i></p>
<p style="text-align: center;"><i>Prof. Jon Kabat-Zinn aus  “Full Catastrophe Living: Using the Wisdom of Your Body and<br />
Mind to Face Stress, Pain, and Illness” (2013)</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ernährungsmedizinische Education-Videos sowie zu weiteren Themen finden Sie auf unserer youtube health zertifizierten Education-Video-Seite: <a href="https://www.youtube.com/@sportarztezeitung9333">https://www.youtube.com/@sportarztezeitung9333</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Phytopharmaka und phytogene Ernährung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13777/phytopharmaka-und-photogene-ernaehrung-aktuelle-orientierung-4-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger,&#160;Prof. Dr. med. Götz Welsch,&#160;Dr. med. Andree Ellermann,&#160;Dr. med. Christoph Michlmayr,&#160;PD Dr. med. Felix Post,&#160;Dr. med. Kurt Mosetter,&#160;Peter Stiller&#160;,&#160;Masiar Sabok Sir]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Apr 2023 09:34:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/23]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Einsatz konservativer physikalischer Therapieoptionen und regenerativer Therapien hat in den letzten Jahren in der Sportmedizin einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten. Es geht auch darum, Regenerationsbedingungen zu erhalten und zu fördern [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Einsatz konservativer physikalischer Therapieoptionen und regenerativer Therapien hat in den letzten Jahren in der Sportmedizin einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten. Es geht auch darum, Regenerationsbedingungen zu erhalten und zu fördern (siehe dazu auch Artikel von Prof. Dr. Burkart sowie </b><b><a href="https://www.uni-jena.de/230106-entzuendungshemmerweihrauch" target="_blank" rel="noopener">Uni Jena &#8222;Entzündungen per Schalter einfach auflösen&#8220;</a></b><b>, Abbildung). Hierfür stehen Ärzten und Therapeuten mittlerweile eine Vielzahl interessanter Therapien zur Verfügung, deren Wirkung gerade durch gezielte Kombination enormes Potenzial bietet und gesteigert werden kann.</b></p>
<p>Gerade hier muss Ernährung / Ernährungsmedizin, Natural Treatment &amp; Phytopharmaka mehr geordnete Gewichtung erhalten bzw. konkret inte­griert werden <i>(siehe hierzu auch „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12118/phytopharmaka-und-extrakorporale-stosswellen-bei-tendinopathien/">Phyto</a></i><i>pharmaka und Extrakorporale Stoßwellen bei Tendinopathien“, Shakibaei et al., sportärztezeitung 03/22 </i><i>). </i></p>
<p>Phytopharmaka in der Sportmedizin als emergente Ergänzung bzw. Hilfsmittel wie Alternative im Entzündungsmanagement. Von der Natur ursprünglich nur als Prophylaxe gesehen (Epigenetik), stellt sie neben Sport &amp; Bewegung eine adäquate Erweiterung der grundlegenden, klassischen Therapie dar (multi-target in der Zelle) <i>(<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/10903/natural-treatment-conservative-treatment-first/" target="_blank" rel="noopener">siehe hierzu auch „Natural treatment &amp; conservative treatment first – Aktuelle Gedanken zur Leitlinie Gonarthrose von Robert Erbeldinger,</a></i><i> Dr. Gerd Rauch und Prof. Dr. Götz Welsch“, sportärztezeitung 01/22 &amp; <a href="https://www.dak.de/dak/gesundheit/versorgungsreport-2022-knieschmerz--gonarthrose-2590288.html#/" target="_blank" rel="noopener">„Versorgungsreport 2022: Knieschmerz / Gon­arthrose – DAK 2022</a>“</i><i>).</i><b><i> </i></b>In Zukunft wird der prophylaktische Einsatz auch in der Sportmedizin und darüber hinaus an Bedeutung gewinnen <i>(<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36112254/" target="_blank" rel="noopener">siehe hierzu auch „Stem Cells and Natural Agents in the Management of Neurodegenerative Diseases: A New Approach“, Brockmueller et al. Neurochem Res 2023</a> </i><i>).</i></p>
<p>Effektiv angewendet erzeugt dies einen gegenseitigen Nutzen / „Symbiose“, was mittlerweile an Evidenz gewinnt. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Studien / Literatur-Auflistung am Ende dieses Artikels. Neue Entwicklungen zeigen, z. B. bei dem anstehenden Updaten der AWMF-Leitlinie Gonarthrose, dass neben einer Betonung der Ernährung / Gewichtsmanagement speziell auch der Einsatz bzw. die Empfehlung bestimmter Phytopharmaka &amp; Natural Treatment einen hohen Stellenwert erhält und im Umfeld des „First Line Treatment“ eingesetzt werden kann. Exemplarisch sei hier auf eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32926799/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> verwiesen, in der auf die Wirksamkeit von Kurkuma (Curcuma longa) eingegangen wird.</p>
<p>Möglich ist so ein zielgerichteter Einsatz der Phytopharmaka-Therapie („Entzündungsmanagement“ – treatment of inflammation, swelling and pain – unveiling inflammation, resolution of inflammation / influence resolution – inhibit and modulate of inflammation), subsequent auch als Einstieg in das Gewichtsmanagement. Dies stellt eine konkrete Hilfe des Arztes in Form einer natür­lichen Unterstützung zur Linderung der Beschwerden / Schmerzen dar <i>(siehe</i><i> hierzu auch: &#8222;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1836955317300 978">Adults attending private physiotherapy practices seek diagnosis, pain relief, improved function, education and prevention: a survey</a>&#8222;, McRae, Hancock, Jpurnal of Physiotherapy 2017)</i>, welche er gemeinsam mit dem Patienten umsetzen kann und was dann zu einer Motivationssteigerung des Patienten führt. Im nächsten Schritt kann, unter Anleitung eines Physiotherapeuten / Trainers, also gelernt, Sport und Bewegung (self management) folgen. In jedem Fall ist es wichtig, den Patienten die Komplexität des Problems klar zu machen und ihnen aufzuzeigen, dass es z. B. nicht nur das zu behandelte Knie ist, sondern eben auch das Übergewicht, die mangelnde Bewegung, die schlechte Ernährung usw. Genauso wichtig ist es, dass die Patienten wissen, warum sie gewisse Pflanzenstoffe nehmen sollen.</p>
<p>In dem oben genannten Artikel von Prof. Dr. Shakibaei betonen die Autoren am Beispiel von Tendinopathien, dass u. a. Bromelain, Curcumin und Weihrauch gut und effektiv in der ersten Phase, nämlich der Bekämpfung von Entzündung und Schmerz, wirken. Weniger bekannt sind dagegen die (negative / positive) Wirkungen der von den Autoren genannten Therapieformen und Medikamente (NSAIDs / ESWT, Phytopharmaka – Liste nicht vollständig – weitere u.a. im Artikel von Prof. Dr. Werz) in der zweiten Phase der effektiven Sehnenregeneration, was insbesondere für Kom­binationstherapien von entscheidender Bedeutung ist <i><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/11325/natural-treatment-bei-gonarthrose/" target="_blank" rel="noopener">(siehe hierzu auch „Natural Treatment bei Gonarthrose“, Dr. Paul Klein</a>, sportärztezeitung online &amp; <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12160/inflammation-resolution/" target="_blank" rel="noopener">„Inflammation ­Resolution“, Dr. Ralf Doyscher, sportärztezeitung 03/22</a></i><i>).</i></p>
<p>Die Forschungen zu Naturstoffen, Natural Treatment, Phyto­pharmakas / Phytotherapeutika haben eine große Anzahl an Literatur, Studien und Fakten hervorgebracht. Neben den schon erwähnten Artikeln sei auch auf den aktuellen und fundierten Beitrag von Prof. Dr. Werz zum Thema „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13552/neue-strategien-der-entzuendungstherapie/">Neue Strategien der Entzündungstherapie – Entzündungen mit Hilfe von Naturstoffen auflösen</a>“ hingewiesen, bei dem er u. a. auf die Bedeutung von Boswellia und weiteren Phytopharmakas / Phytotherapeutika eingeht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchten wir in diesem kurzen Positionspapier auf weitere Ergebnisse hinweisen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.dak.de/dak/gesundheit/versorgungsreport-2022-knieschmerz--gonarthrose-2590288.html#/">Versorgungsreport 2022: Knieschmerz / Gonarthrose</a></p>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9510077/">Combination of Enzymes and Rutin to Manage Osteoarthritis Symptoms: Lessons from a Narrative Review of the Literature</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16539815/">Efficacy and tolerance of an oral enzyme combination in painful osteoarthritis of the hip. A double-blind, randomised study comparing oral enzymes with non-steroidal anti-inflammatory drugs</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31200464/">Accelerating Recovery from Exercise-Induced Muscle Injuries in Triathletes: Considerations for Olympic Distance Races</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/">Alternative zu NSAR/Schmerzmittel</a></p>
<p><a href="https://bmjopensem.bmj.com/content/2/1/e000191">Effects of a systemic enzyme therapy in healthy active adults after exhaustive eccentric exercise: a randomised, two-stage, double-blinded, placebo-controlled trial</a></p>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5104298/">Efficacy, tolerability, and safety of an oral enzyme combination vs diclofenac in osteoarthritis of the knee: results of an individual patient-level pooled reanalysis of data from six randomized controlled trials</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12160/inflammation-resolution/">Inflammation Resolution</a></p>
<p><a href="https://www.mdpi.com/2072-6643/14/10/2030">Modulation of Inflammation by Plant-Derived Nutraceuticals in Tendinitis</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12309/leitliniengerechte-behandlung/">Update Leitlinie Gonarthrose</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12692/ultraschallgesteuerte-galvanische-elektrolysetherapie/">Ultraschallgesteuerte galvanische Elektrolysetherapie</a></p>
<p><a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fonc.2022.962066/full">Multifunctionality of Calebin A in inflammation, chronic diseases and cancer</a></p>
<p><a href="https://www.mdpi.com/1422-0067/23/3/1695">Calebin A, a Compound of Turmeric, Down-Regulates Inflammation in Tenocytes by NF-κB/Scleraxis Signaling</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32926799/">Effectiveness of Curcuma longa Extract for the Treatment of Symptoms and Effusion-Synovitis of Knee Osteoarthritis : A Randomized Trial</a></p>
<p><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/advs.202205604">Allosteric Activation of 15-Lipoxygenase-1 by Boswellic Acid Induces the Lipid Mediator Class Switch to Promote Resolution of Inflammation</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36112254/">Stem Cells and Natural Agents in the Management of Neurodegenerative Diseases: A New Approach</a></p>
<p><a href="https://www.omundernaehrung.com/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-synergien.html">Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Synergien</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>EDUCATION-VIDEOS:</strong></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=q7plx_aZ2Iw&amp;t=16s">Schmerz &amp; Erkrankungen der Achillessehne</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AI-IoBW912I&amp;t=366s">Entzündungshemmende Ernährung und Proteine in der Orthopädie und im Leistungssport</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0BQDAm8J4Gg&amp;t=315s">Entzündungshemmende und regenerative Ernährung 2022 Teil 1</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=TwO_MqRm674">Entzündungshemmende und regenerative Ernährung 2022 Teil 2</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=rWCUk9R2Ip4&amp;t=1167s">Ernährungsmanagement in der modernen Sportmedizin Teil 1</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3lExWazfC3I">Ernährungsmanagement in der modernen Sportmedizin Teil 2</a></p>
<h4></h4>
<h4></h4>
<h4 class="style-scope ytd-watch-metadata"><a href="https://insumed-shop.de/phytoshake-kakao-zimt/" target="_blank" rel="noopener">Zum INSUMED PHYTOSHAKE&#8230;</a></h4>
<p>&nbsp;</p>
<h1 style="vertical-align: baseline; margin: 11.25pt 0cm 11.25pt 0cm;"><span style="font-family: 'var(--title-font)',serif; letter-spacing: -.05pt;"> </span></h1>
<h1></h1>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Phytopharmaka – Eine kompakte Orientierung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13445/phytopharmaka-eine-kompakte-orientierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger,&#160;Prof. Dr. med. Götz Welsch,&#160;Dr. med. Andree Ellermann,&#160;Dr. med. Christoph Michlmayr,&#160;PD Dr. med. Felix Post,&#160;Dr. med. Kurt Mosetter,&#160;Peter Stiller&#160;,&#160;Masiar Sabok Sir]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 12:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/23]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Einsatz konservativer physikalischer Therapieoptionen und regenerativer Therapien hat in den letzten Jahren in der Sportmedizin einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten. Es geht auch darum, Regenerationsbedingungen zu erhalten und zu fördern [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Einsatz konservativer physikalischer Therapieoptionen und regenerativer Therapien hat in den letzten Jahren in der Sportmedizin einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten. Es geht auch darum, Regenerationsbedingungen zu erhalten und zu fördern (siehe dazu auch Artikel von Prof. Dr. Burkart sowie </b><b><a href="https://www.uni-jena.de/230106-entzuendungshemmerweihrauch" target="_blank" rel="noopener">Uni Jena &#8222;Entzündungen per Schalter einfach auflösen&#8220;</a></b><b>, Abbildung). Hierfür stehen Ärzten und Therapeuten mittlerweile eine Vielzahl interessanter Therapien zur Verfügung, deren Wirkung gerade durch gezielte Kombination enormes Potenzial bietet und gesteigert werden kann.</b></p>
<p>Gerade hier muss Ernährung / Ernährungsmedizin, Natural Treatment &amp; Phytopharmaka mehr geordnete Gewichtung erhalten bzw. konkret inte­griert werden <i>(siehe hierzu auch „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12118/phytopharmaka-und-extrakorporale-stosswellen-bei-tendinopathien/">Phyto</a></i><i>pharmaka und Extrakorporale Stoßwellen bei Tendinopathien“, Shakibaei et al., sportärztezeitung 03/22 </i><i>). </i></p>
<p>Phytopharmaka in der Sportmedizin als emergente Ergänzung bzw. Hilfsmittel wie Alternative im Entzündungsmanagement. Von der Natur ursprünglich nur als Prophylaxe gesehen (Epigenetik), stellt sie neben Sport &amp; Bewegung eine adäquate Erweiterung der grundlegenden, klassischen Therapie dar (multi-target in der Zelle) <i>(<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/10903/natural-treatment-conservative-treatment-first/" target="_blank" rel="noopener">siehe hierzu auch „Natural treatment &amp; conservative treatment first – Aktuelle Gedanken zur Leitlinie Gonarthrose von Robert Erbeldinger,</a></i><i> Dr. Gerd Rauch und Prof. Dr. Götz Welsch“, sportärztezeitung 01/22 &amp; <a href="https://www.dak.de/dak/gesundheit/versorgungsreport-2022-knieschmerz--gonarthrose-2590288.html#/" target="_blank" rel="noopener">„Versorgungsreport 2022: Knieschmerz / Gon­arthrose – DAK 2022</a>“</i><i>).</i><b><i> </i></b>In Zukunft wird der prophylaktische Einsatz auch in der Sportmedizin und darüber hinaus an Bedeutung gewinnen <i>(<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36112254/" target="_blank" rel="noopener">siehe hierzu auch „Stem Cells and Natural Agents in the Management of Neurodegenerative Diseases: A New Approach“, Brockmueller et al. Neurochem Res 2023</a> </i><i>).</i></p>
<p>Effektiv angewendet erzeugt dies einen gegenseitigen Nutzen / „Symbiose“, was mittlerweile an Evidenz gewinnt. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Studien / Literatur-Auflistung am Ende dieses Artikels. Neue Entwicklungen zeigen, z. B. bei dem anstehenden Updaten der AWMF-Leitlinie Gonarthrose, dass neben einer Betonung der Ernährung / Gewichtsmanagement speziell auch der Einsatz bzw. die Empfehlung bestimmter Phytopharmaka &amp; Natural Treatment einen hohen Stellenwert erhält und im Umfeld des „First Line Treatment“ eingesetzt werden kann. Exemplarisch sei hier auf eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32926799/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> verwiesen, in der auf die Wirksamkeit von Kurkuma (Curcuma longa) eingegangen wird.</p>
<p>Möglich ist so ein zielgerichteter Einsatz der Phytopharmaka-Therapie („Entzündungsmanagement“ – treatment of inflammation, swelling and pain – unveiling inflammation, resolution of inflammation / influence resolution – inhibit and modulate of inflammation), subsequent auch als Einstieg in das Gewichtsmanagement. Dies stellt eine konkrete Hilfe des Arztes in Form einer natür­lichen Unterstützung zur Linderung der Beschwerden / Schmerzen dar <i>(siehe</i><i> hierzu auch: &#8222;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1836955317300 978">Adults attending private physiotherapy practices seek diagnosis, pain relief, improved function, education and prevention: a survey</a>&#8222;, McRae, Hancock, Jpurnal of Physiotherapy 2017)</i>, welche er gemeinsam mit dem Patienten umsetzen kann und was dann zu einer Motivationssteigerung des Patienten führt. Im nächsten Schritt kann, unter Anleitung eines Physiotherapeuten / Trainers, also gelernt, Sport und Bewegung (self management) folgen. In jedem Fall ist es wichtig, den Patienten die Komplexität des Problems klar zu machen und ihnen aufzuzeigen, dass es z. B. nicht nur das zu behandelte Knie ist, sondern eben auch das Übergewicht, die mangelnde Bewegung, die schlechte Ernährung usw. Genauso wichtig ist es, dass die Patienten wissen, warum sie gewisse Pflanzenstoffe nehmen sollen.</p>
<p>In dem oben genannten Artikel von Prof. Dr. Shakibaei betonen die Autoren am Beispiel von Tendinopathien, dass u. a. Bromelain, Curcumin und Weihrauch gut und effektiv in der ersten Phase, nämlich der Bekämpfung von Entzündung und Schmerz, wirken. Weniger bekannt sind dagegen die (negative / positive) Wirkungen der von den Autoren genannten Therapieformen und Medikamente (NSAIDs / ESWT, Phytopharmaka – Liste nicht vollständig – weitere u.a. im Artikel von Prof. Dr. Werz) in der zweiten Phase der effektiven Sehnenregeneration, was insbesondere für Kom­binationstherapien von entscheidender Bedeutung ist <i><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/11325/natural-treatment-bei-gonarthrose/" target="_blank" rel="noopener">(siehe hierzu auch „Natural Treatment bei Gonarthrose“, Dr. Paul Klein</a>, sportärztezeitung online &amp; <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12160/inflammation-resolution/" target="_blank" rel="noopener">„Inflammation ­Resolution“, Dr. Ralf Doyscher, sportärztezeitung 03/22</a></i><i>).</i></p>
<p>Die Forschungen zu Naturstoffen, Natural Treatment, Phyto­pharmakas / Phytotherapeutika haben eine große Anzahl an Literatur, Studien und Fakten hervorgebracht. Neben den schon erwähnten Artikeln sei auch auf den aktuellen und fundierten Beitrag von Prof. Dr. Werz zum Thema „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13552/neue-strategien-der-entzuendungstherapie/">Neue Strategien der Entzündungstherapie – Entzündungen mit Hilfe von Naturstoffen auflösen</a>“ hingewiesen, bei dem er u. a. auf die Bedeutung von Boswellia und weiteren Phytopharmakas / Phytotherapeutika eingeht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchten wir in diesem kurzen Positionspapier auf weitere Ergebnisse hinweisen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.dak.de/dak/gesundheit/versorgungsreport-2022-knieschmerz--gonarthrose-2590288.html#/">Versorgungsreport 2022: Knieschmerz / Gonarthrose</a></p>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9510077/">Combination of Enzymes and Rutin to Manage Osteoarthritis Symptoms: Lessons from a Narrative Review of the Literature</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16539815/">Efficacy and tolerance of an oral enzyme combination in painful osteoarthritis of the hip. A double-blind, randomised study comparing oral enzymes with non-steroidal anti-inflammatory drugs</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31200464/">Accelerating Recovery from Exercise-Induced Muscle Injuries in Triathletes: Considerations for Olympic Distance Races</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2708/alternative-zu-nsar-schmerzmittel/">Alternative zu NSAR/Schmerzmittel</a></p>
<p><a href="https://bmjopensem.bmj.com/content/2/1/e000191">Effects of a systemic enzyme therapy in healthy active adults after exhaustive eccentric exercise: a randomised, two-stage, double-blinded, placebo-controlled trial</a></p>
<p><a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5104298/">Efficacy, tolerability, and safety of an oral enzyme combination vs diclofenac in osteoarthritis of the knee: results of an individual patient-level pooled reanalysis of data from six randomized controlled trials</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12160/inflammation-resolution/">Inflammation Resolution</a></p>
<p><a href="https://www.mdpi.com/2072-6643/14/10/2030">Modulation of Inflammation by Plant-Derived Nutraceuticals in Tendinitis</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12309/leitliniengerechte-behandlung/">Update Leitlinie Gonarthrose</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12692/ultraschallgesteuerte-galvanische-elektrolysetherapie/">Ultraschallgesteuerte galvanische Elektrolysetherapie</a></p>
<p><a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fonc.2022.962066/full">Multifunctionality of Calebin A in inflammation, chronic diseases and cancer</a></p>
<p><a href="https://www.mdpi.com/1422-0067/23/3/1695">Calebin A, a Compound of Turmeric, Down-Regulates Inflammation in Tenocytes by NF-κB/Scleraxis Signaling</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32926799/">Effectiveness of Curcuma longa Extract for the Treatment of Symptoms and Effusion-Synovitis of Knee Osteoarthritis : A Randomized Trial</a></p>
<p><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/advs.202205604">Allosteric Activation of 15-Lipoxygenase-1 by Boswellic Acid Induces the Lipid Mediator Class Switch to Promote Resolution of Inflammation</a></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36112254/">Stem Cells and Natural Agents in the Management of Neurodegenerative Diseases: A New Approach</a></p>
<p><a href="https://www.omundernaehrung.com/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-synergien.html">Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Synergien</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>EDUCATION-VIDEOS:</strong></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=q7plx_aZ2Iw&amp;t=16s">Schmerz &amp; Erkrankungen der Achillessehne</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AI-IoBW912I&amp;t=366s">Entzündungshemmende Ernährung und Proteine in der Orthopädie und im Leistungssport</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0BQDAm8J4Gg&amp;t=315s">Entzündungshemmende und regenerative Ernährung 2022 Teil 1</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=TwO_MqRm674">Entzündungshemmende und regenerative Ernährung 2022 Teil 2</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=rWCUk9R2Ip4&amp;t=1167s">Ernährungsmanagement in der modernen Sportmedizin Teil 1</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3lExWazfC3I">Ernährungsmanagement in der modernen Sportmedizin Teil 2</a></p>
<h1 class="style-scope ytd-watch-metadata"></h1>
<p>&nbsp;</p>
<h1 style="vertical-align: baseline; margin: 11.25pt 0cm 11.25pt 0cm;"><span style="font-family: 'var(--title-font)',serif; letter-spacing: -.05pt;"> </span></h1>
<h1></h1>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Physical inactivity COVID-19</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/7246/physical-inactivity-covid-19/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=7246</guid>

					<description><![CDATA[Die Zentren für Disease Control and Prevention in den USA haben Risikofaktoren wie hohes Alter und Komorbiditäten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen für schwere Verläufe von COVID-19 identifiziert. Obwohl Bewegungsarmut [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Zentren für Disease Control and Prevention in den USA haben Risikofaktoren wie hohes Alter und Komorbiditäten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen für schwere Verläufe von COVID-19 identifiziert. Obwohl Bewegungsarmut und körperliche Inaktivität als grundlegende Risikofaktoren hinsichtlich dieser chronischen Erkrankungen gut dokumentiert sind, gibt es wenige Daten, welche den Effekt von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf das Outcome von COVID-19 Patienten belegen könnten.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel der Autoren war es, in einer Gegenüberstellung bei erwachsenen Patienten mit einer COVID-19 Diagnose die Einweisungen ins Krankenhaus, Aufnahme auf die Intensivstation und Sterblichkeit mit der Dauer der wöchentlichen körperlichen Aktivität zu vergleichen. Die Studie umfasst folgende Merkmale:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Patienten mit Durchschnittsalter von 47,5 Jahren (SD 17,0)</li><li>COVID-19 Diagnose zwischen 1. Januar 2020 bis 21. Oktober 2020</li><li>Mit mindestens drei „Exercise Vital Sign“ (EVS)-Beurteilungen:&nbsp;»Konsequent inaktiv (Consistently inactiv) = 0 – 10 Min / Woche » Etwas Aktivität (Some activity) = 11 – 149 Min / Woche » Konsequent aktiv (Consistently meeting guidelines) = 150 + Min / Woche.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis der Autoren zeigt, dass Patienten mit COVID-19, die konsequent inaktiv waren, ein größeres Risiko hatten ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, auf die Intensivstation zu kommen oder zu sterben als Patienten, die sich wöchentlich etwas körperlich betätigten und ein sehr viel höheres Risiko als Patienten, die sich mehr als 150 ­Minuten pro Woche körperlich betätigten. Weitere Erkenntnisse zeigten, dass durch die körperliche Aktivität folgende Punkte verbessert werden konnten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Funktion des Immunsystems</li><li>Niedrigere Inzidenz und Intensität von Symptomen und Sterblichkeit bei verschiedenen Virusinfektionen</li><li>Geringeres Risiko einer systemischen Entzündung, welche hauptsächlich an einer Lungenschädigung durch COVID-19 mitwirkt</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Schlussfolgerung: Patienten, die konsequent körperlich aktiv sind, scheinen ein geringeres Risiko für schwere COVID-19 Verläufe zu haben. Die Autoren der Studie empfehlen, dass körperliche Aktivität von den Gesundheitsämtern gefördert und in die routinemäßige medizinische Versorgung eingebunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noch ein kleine Zugabe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im August 2020 veröffentlichten Ersilia Nigro und neun weitere Autoren eine Arbeit zu den molekularen Mechanismen, die den positiven Effekte von körperlicher Aktivität für die Bewältigung von COVID-19 aufzeigen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32885275/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Nigro, E., Polito, R., Alfieri, A. et al. Molecular mechanisms involved in the positive effects of physical activity on coping with COVID-19. Eur J Appl Physiol 120, 2569–2582 (2020)</a>. So konnte klar herausgearbeitet werden, dass regelmäßige körperliche Aktivität den vorbelastenden und risikoreichen Entzündungsstatus reduzieren kann. Zusammenfassend konnten folgende Mechanismen gezeigt werden: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Reduktion von Fett und die reduzierten Aktivitäten von pro-Inflammatorischen Fettzellen IL6,TNFa,MCP1, TGF b)</li><li>Reduzierte Expression von Entzündungs- Signalkaskaden (TLRs) und Zytokinen (TNF a, IL6, CRP)&nbsp;</li><li>Aktivierung antientzündlicher Faktoren (IL10, IL 37)&nbsp;</li><li>Regulation von NO in den Gefäßsystemen mit Vasodilatation&nbsp;</li><li>Entzündungshemmung in den Lungen&nbsp;</li><li>Stimulation schützender Myokine (BDNF, FGF, IL 15, IL6, IL8).</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlussfolgerung zielt sehr pragmatisch darauf ab, dass körperliche Aktivität die erste Verteidigungslinie gegenüber metabolischen Erkrankungen und deren Impact auf COVID-19 Infektionen darstellt. Zudem kann körperliche Aktivität eine begleitende präventive Intervention mit immunregulativen Signalen darstellen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sporternährung – Darm- Mitochondrien-Stoffwechsel-Training</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/5357/sporternaehrung-darm-mitochondrien-stoffwechsel-training/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[01/19]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=5357</guid>

					<description><![CDATA[Konsequent werden im Konzept der erfahrungsmedizinischen Traditionen Zucker, Alkohol, Süßgetränke, Früchte mit hoher Fruchtzuckerlast, glutenhaltige Getreide, kurzkettige Kohlenhydrate, Kuhmilchprodukte, Transfette und gehärtete Fette sowie Geschmackverstärker &#38; Co aus dem Verzehr [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Konsequent werden im Konzept der erfahrungsmedizinischen Traditionen Zucker, Alkohol, Süßgetränke, Früchte mit hoher Fruchtzuckerlast, glutenhaltige Getreide, kurzkettige Kohlenhydrate, Kuhmilchprodukte, Transfette und gehärtete Fette sowie Geschmackverstärker &amp; Co aus dem Verzehr verbannt. Stattdessen werden natürliche Nährstoffe in Form von Hülsenfrüchten, Gemüse, schwarzem und rotem Reis, Nüssen, Chiasamen, Kräutern, Gewürzen, Wurzeln, Beeren, Harze von Weihrauch und Lärchenholz sowie die Himalaya-Olive (Myrobalan) mit dem Wirkstoff Galactose als Medizin und Nahrung zugleich verordnet. In diesem jahrtausendealten Ernährungs- und Darm-Wissen des Ayurveda, der chinesischen und tibetischen Medizin liegt der Ursprung von „Natural Eating“. Von 1990 bis 2010 prägte der Professor für Biochemie und Molekularbiologie, Dr. med. Werner Reutter als Lehrer und Mentor das Wissensfundament um den Energie- und Zucker-Stoffwechsel. Er verhalf so mit zur neurobiochemischen Basis der Glycoplan-Ernährung. Die Energiekraftwerke aller Zellen, die Mitochondrien sowie die physiologischen Spielregeln des Energiehaushalts in der Leber-Gehirn-Achse bilden dabei zentrale Schnittstellen Als die größten Feinde des Mikrobioms, der Mitochondrien und des Bindegewebes sind inzwischen zweifelsfrei Zucker, Fruchtzucker, kurzkettige Kohlenhydrate und Transfette ausgemacht. Unphysiologische Zuckerüberfrachtungen führen dazu, dass Zucker mit Proteinen im Prozess der Maillard Reaktion “anbrennt“ und erhöhte Produktionen von AGE’s (im Tandem mit freien Radikalen) eine gesunde Proteinsynthese aushebeln. Die Spiegel von Glycin, Prolin, Lysin, Glutamin, GABA, und Acetylcholin sinken dabei. Als Grundursache von Energiemangel, metabolischer Acidose, oxidativem Stress, hoher Harnsäure, Ammoniak- und CK-Belas­tungen, ebenso wie von Muskel- Faszien, Bänder- und Knochenverletzungen konnten Hyperglykämien ausgemacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leistungsoptimierung in Ökosystemen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer vollkommenen Symbiose mit dem Microbiom, den Mikroorganismen, Bakterien und der Flora des Darmes, sowie in engster Verwobenheit mit den in unseren Organismus inkorporierten Bakterienkraftwerken (den Mitochondrien) ist unser Körper Teil eines übergeordneten, übergreifenden Supersystems. Die Darmgesundheit wird inzwischen selbst von allen Detailforschern als Ökosystem gesehen und bezeichnenderweise mit der Terminologie „Human Intestinal Microbial Ecosystem“ gehandelt. Je größer die Diversität und je ausgeklügelter das in der Evolution regulierte Zusammenleben der Darmbakterien, umso leistungsstärker können Sportler sein! Das integrierte Zusammenleben bestimmter Bakterienspezies kann überraschende positive Effekte in Richtung Homöostase, Genregulation, Entzündungshemmung etc. bewirken, was einzelne Bakterienstämme für sich alleine nie erreichen hätten können. Neben den SCFAs (short chain fatty acids; kurzkettige Fettsäuren) und dem Superfood Butyrat können Ko-Kulturen bestimmter Bakterien die Stoffwechselwege für Vitamin B12, Folsäure, Biotin, Vitamin B3, Omega 3, NAD und Aminosäuren regulieren. Was menschliche Enzyme nicht vermögen, liegt offensichtlich im Kompetenzbereich der Mikrobiota. Bis heute kursieren veraltete Vorstellungen, aus Zeiten vor der Entdeckung des Mikrobioms, dass Ballaststoffe unangerührt und unverdaut ausgeschieden werden. Inzwischen ist jedoch zweifelsfrei belegt: Spezielle Ko-­Kulturen der Mikrobiota sind darauf spezialisiert, Ballaststoffe in sogenannte SCFA zu verstoffwechseln. Akazienfasern stellen dabei besonders geeignete Ballaststoffe dar! Im Speziellen die Bakterien Faecalibacterium Prausnitzii, Akkermansia municiphilia und Roseburia intestinalis gewinnen darüber im Darm SCFAs (die Superfoods Butyrat, Acetat und Propionat). Diese SCFAs wirken nicht nur regulativ und nährend im Verdauungssystem, sondern siewirken auf breiter Front im ganzen Körper antientzündlich, zellreparativ, stoffwechselregulativ, schmerzhemmend und leistungssteigernd.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist die Seele des Essens für gesunde Microbiota?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">.. Natural Eating &amp; Glycoplan!&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über dieses aus der Evolution abgeleitete Ernährungs-Konzept und die entsprechenden Einflüsse auf die Mikrobiota und das Mikrobiom können ganze Familien von Genen an-, aus- und umgeschaltet werden: Nüsse, Mandeln, schwarzer und roter Reis, Hülsenfrüchte, Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Hirse, richtige Urgetreideprodukte wie Waldstaudenkorn, sowie Gemüse, einzelne Beeren und Obst mit vielen Fasern und wenig Zuckerlast können wertvolle Ballaststoffe liefern. Als integrale Superfood-Faktoren können zudem Nährstoffe aus Wurzeln, Pilzen, Wildkräutern, Polysacchariden, verzweigten Pflanzen-Fasern und Gräsern sowie eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe ausgemacht werden. Glycoplan und Superfoods erlangen als wesentliche Schutzsysteme gegenüber Krebs, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen, Arteriosklerose, Neurodegeneration und Herz-Kreislauferkrankungen eine immer größere Bedeutung. Die Zukunft von Leistungs- und Regenerationsoptimierung im Sport wird über die Integration des aktuellen Wissensfundus zum Mikrobiom, Energie-Stoffwechsel, Darm-Leber-­Mitochondrien- und Gehirn-Achse neue Horizonte erreichen. Intelligente Ernährungsmedizin, Foodfactors &amp; Supplements werden dabei die zentralen Bereiche sein. Über die Stärkung des Energiestoffwechsels, im Besonderen der Drehscheiben des ATP-Stoffwechsels, der Mitochondrien mit SCFAs, MCT’s, Coenzym Q10, NADH, Kreatin, Ribose und Galactose, können die Kommunikations- und Neurotransmittersysteme des Energiestoffwechsels, die Prozesse der Regeneration und Reparatur, die Protein- und Fasziensynthese, die regelrechte Autophagie, das maßgeschneiderte Recycling und die Neusynthese angekurbelt werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Innerer Rhythmus und Regeneration</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2250/innerer-rhythmus-und-regeneration/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 11:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/18]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=2250</guid>

					<description><![CDATA[In den verschiedensten erfahrungsmedizinischen Traditionen spielt die Beachtung des circadianen Rhythmus eine tragende Rolle. Für den als essenziell bewerteten gesunden inneren Rhythmus wurden Lebenstil, Essverhalten, Körperertüchtigung und Bewegung, Entspannungsfähigkeiten und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den verschiedensten erfahrungsmedizinischen Traditionen spielt die Beachtung des circadianen Rhythmus eine tragende Rolle. Für den als essenziell bewerteten gesunden inneren Rhythmus wurden Lebenstil, Essverhalten, Körperertüchtigung und Bewegung, Entspannungsfähigkeiten und die Einflüsse aus der Umwelt verantwortlich gemacht.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht die Gene oder das Gehirn wurden als determinierend erachtet, sondern vielmehr unser Verhalten. Als entscheidender Faktor für einen harmonischen inneren Takt wird bis heute die Ernährung angesehen. Brot, Nudeln, Kartoffeln, Süßes, Säfte, Früchte, kurzkettige Kohlenhydrate sollten in den verschiedenen Ansätzen stets streng gemieden werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Frage der „Synchronisierung“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Equipment für die Organisation eines inneren Rhythmus kann bezüglich den essen­ziellen Synchronisierungsprozessen natürlich nicht nur in den neuronalen Zentren des Hypothalamus verankert sein, sondern lässt sich zudem in praktisch allen Zellen unseres Körpers finden. Die detailierten wissenschaftlichen Hintergründe zu diesen Inhalten und Konzepten wurden 2017 mit dem Nobelpreis für Medizin geadelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Taktgeber</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Taktgeber und innere Uhren in der Peripherie des Körpers sind in den Nebennieren, der Leber, dem Magen-Darm–Trakt, den Muskeln sowie im vegetativen Nervensystem verankert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Magen-Darm-Trakt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Magen-Darm-Trakt werden eine ganze Reihe wichtiger Hormone für einen gesunden inneren Rhythmus ins Spiel gebracht. Die sogenannten GIP nehmen über verschiedene Wege Einfluß auf die circadiane Rhythmik. Allen voran nimmt das Beruhigungs- und Glückshormon Serotonin eine zentrale Position ein. Serotonin und Melatonin stehen in einem dynamischen Gleichgewicht zueinander, das eine kann aus dem jeweils anderen gebildet werden. Die Verfügbarkeit der Vorläufer-Aminosäure Tryptophan hat entscheidenden Einfluß auf die innere Uhr, die Psyche, die Entspannungsfähigkeit der Muskeln, die Regenerationsfähigkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leber und Homöostase&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Epithelzellen des Darmes können auch Leberzellen als Messfühler und Sensoren für die Steuerung des Energiehaushaltes und der Homöostase dienen. Wenn genügend Nahrung aufgenommen und ökonomisch verwertet werden konnte und die Speicherkapazität der Leber sichergestellt erscheint, signalisieren sie Ruhe, Entspannung, Regeneration. Die Leber schaltet dann auf circadiane Entstressung und Fettverbrennung um. Übermäßiger Stress, Stress-<br>hormone, hohe Cortisolspiegel, Hyperglykämien und Insulin unterbrechen diese Rhythmik. Insulinresistenz sowie reaktive Hypoglykämien leiten den Knockout der physiologischen Leber-Rhythmik ein. Energieversorgungsstörungen aktivieren die Glucogenese und die Glykogenkinase in der Leber vor allem nachts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Energie- und ATP-Mangel führen zum Einspringen eines Notstromaggregates, der AMPK. Chronische Aktivierungen in diese Richtung münden im Zusammenbruch dieser Maschinerie. Zu hohe Zucker- und Insulinspiegel, Insulinresistenz und Zuckerverwertungsstörungen verursachen Energie- und ATP-Mangel. ATP-Mangel leitet erhöhte Laktat-, Ammoniak-, Harnsäure- und Harnstoff-­Belastungen sowie oxidativen Stress ein. Melatonin wird nun als Antioxidants in die Waagschale geworfen. Dieser Schritt und der Einbruch des Notstrom­aggregats AMPK verursachen den Verlust der circadianen Rhythmik (Abb. 1).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="700" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-1024x700.jpg" alt="" class="wp-image-2252" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-1024x700.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-300x205.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-768x525.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-150x103.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118-450x308.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter1_saez0118.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 1</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Muskeln&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der circadiane Rhythmus in Muskeln und Knochen ist über Ernährungs­verhalten, Nahrungszusammensetzung, Nährstoffe, Fasten, ein intelligentes Timing von Nahrungsaufnahme und körperlichem Training effizient regulierbar. Die Rhythmik und das Feintuning motorischer Aktivitäten kann die Phase rhythmischer Genexpressionsmuster im Muskel über spezifische Gene steuern. Diese Faktoren sind essentiell für die Aufrechterhaltung der peripheren und zentralen Homöostase.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Insulin vs Melatonin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zucker am Abend bremst den Schlaf und die Erholung aus: Insulinausschüttungen abends führen zur Hemmung der Wachstums- und Regenerations­hormone. Im Einzelnen sind Somatotropine, Serotonin aber auch Melatonin unterdrückt oder vermindert. In der Folge finden sich sehr häufig Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe aber auch Krampf­anfälle – vor allem nachts. Die erhöhten Insulinausschüttungen abends können ferner zu relativen Hypoglykämien mit sinkendem Blutzuckerspiegel führen; sehr häufig gegen drei Uhr morgens. So wird der circadiane Rhythmus über Energiehaushaltstörungen grund­legend gestört (Abb. 2).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="697" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-1024x697.jpg" alt="" class="wp-image-2255" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-1024x697.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-300x204.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-768x523.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-150x102.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118-450x306.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter2_saez0118.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 2</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Störungen der inneren Rhythmik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verspannungen im Nacken, muskel­induzierte Symmetriestörungen der Kopfgelenke und Hyperaktivitätender Halsganglien des Sympathikus verursachen Störungen der inneren Rhythmik (Abb. 3). Ein entscheidender Außenreiz für die Produktion des Ruhe-Hormons Melatonin ist das Tageslicht. Neue Forschungen haben jedoch gezeigt, dass außer Licht alle Informationen des Körpers und insbesondere der oberen Halswirbelsäule auf dem Weg zur Zirbeldrüse (Epiphyse), dem Produktionsort des Melatonin, den Rhythmus mitbestimmen. Neuroanatomisch verhält es sich so, dass die Zirbeldrüse nicht direkt angesteuert wird; vielmehr erhält sie entsprechende Stimuli zur Melatoninproduktion indirekt über einen Umweg und Verschaltungen der oberen Halswirbelsäule.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="699" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-1024x699.jpg" alt="" class="wp-image-2254" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-1024x699.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-300x205.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-768x524.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-150x102.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118-450x307.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Mosetter3_saez0118.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 3</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hohe Spannungen und Fehlstellungen der oberen Halswirbelsäule führen so zu einer Irritation des Melatonin-Weges und damit zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und des inneren Zeittaktes. Umgekehrt kann mittels Myoreflextherapie eine neuromuskuläre Regulation dieser Regionen erreicht werden. Ferner können spezifische Körperübungen (KiD – Kraft in der Dehnung) zu einer deutlichen Entlastung führen.&nbsp; Oxidativer Stress und Eisenverwertungsstörungen bewirken weitere Entgleisungen der inneren Rhythmik. Unter chronisch hohen Belastungen springt die Schilddrüse mit latenten T3 Erhöhungen sowie einer Hyperthyreose (TSH kleiner als 1,6) ein. Das verstärkt den Sympathikotonus. Auf diese Weise, geraten die parasymphatischen Aktivitäten und die Entstressungen des Nervus Vagus ins hintertreffen. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heilsame Schlüsselfaktoren</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glycoplan, natural eating:</strong> Mehrere Experten konnten die epigenetische dynamische Veränderbarkeit des Stoffwechsels, mit den Begriffen Nutrigenomik, Chrono-nutrition, Chrono-exercise klar analysieren und belegen. Die in uns Menschen angelegte Fähigkeit in den Mito­-chondrien, auf Fettverbrennung umzuschalten, können wir alle aktivieren und trainieren. Nachts regiert die Fettverbrennung. Deshalb sind sich die Experten einig: Zucker, kurzkettige Kohlehydrate und Transfette sollten besonders am Abend gemieden werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein gesunder Darm:</strong> Prä- und Probiotika können heute als essenziell angesehen werden. Das gesunde Bauchgefühl gründet auf Kreaturen und Bakterien im Darm. In der Gesundheit des Mikrobioms und der Darmflora liegt die Fernsteuerung und die Triebfeder für unsere psychische Gesundheit, ein gesundes Gehirn, ein starkes Immunsystem, ein leistungsfähiges muskulo-skeletales System, ein starkes Herz-Kreislaufsystem, einen gesunden inneren Rhythmus und die perfekte Regeneration verborgen! Wir empfehlen verschiedene Prä- und Probiotika nach einem Rotationsprinzip durchzuwechseln. Symbiolact, Omni Biotic, Daily, Colon formula, Stresscompens usw.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schilddrüse in Balance:</strong> Die gute Versorgung mit den Essenzen für die Schilddrüse, Selen, Zink, Jod, Vitamin E, Vitamin D und der Aminosäure L-Tyrosin, kann eine gute Basis garantieren. Weitere Aminosäuren wie Cystein, Methionin, Arginin und Lysin erweisen sich ebenfalls als hilfreich. Über die Stärkung des Energiesystems und der Mitochondrien können die Leistungen der Schilddrüse ökonomisiert werden. Als idealen Zielwert für das TSH streben wir den Bereich zwischen 1,6 – 2,2 an.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Mitochondrien:</strong> Leistungsfähige Mitochon­-<br>drien können, dem Bedarf entsprechend, die Anforderungsprofile im Alltag garantieren. Ribose, Galactose, Coenzym Q10, NADH und B-Vitamine können sehr gute Dienste leisten. Auch für das Immunabwehrverhalten gegenüber Viren sind die Mitochondrien mit im Orchester, in diesen Fällen nahe der Plasmamembran.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonnenlicht: </strong>Licht ist der bekannteste Stimulus für den zentralen Taktgeber Nucleus suprachiasmaticus. Eine ausreichende Exposition gegenüber natürlichem Sonnenlicht kann die Qualität und die Schlafzeit deutlich verbessern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strahlen- und Lichthygiene, Blaulichtfilter: </strong>Da Blaulicht über mehrere Signalwege Wachheit und Hyperarousal triggern, raten wir dazu, elektronische Geräte spätestens gegen 21 Uhr auszuschalten und ggf. Blaulichtfilter-Brillen zu benutzen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vitamin D und B: </strong>Ausreichende Spiegel des Sonnenhormons Vitamin D sind essenziell für die Arbeit der Mitochondrien, für jede Regeneration, alle molekularen Reparaturprozesse, für ein starkes Immunsystem und für neuronale Lernprozesse. Die Familie der B-Vitamine ist in eben diese Prozesse für einen harmonischen inneren Rhythmus ebenso essenziell verwoben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Omega 3 Fettsäuren: </strong>Als Landeplatz für das Hormon Vitamin D, mit antientzündlichen Wirkungen sind gute Versorgungen mit einem ausgewogenen Spektrum an Omega 3 Fettsäuren essenziell für Leistung und Regeneration.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aminosäuren, Tryptophan, Glutamin &amp; Co: </strong>Unterversorgungen an Aminosäuren und entsprechende Defizite im Proteinstoffwechsel stellen für den ganzen Organismus eine Katastrophe dar. Sie sind notwendig zum Aufbau der Schalfhormone.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Myoreflextherapie, Craniosakraltherapie und</strong><strong> Akupunktur:</strong> Regulation der Region in der oberen Halswirbelsäule, die physiologische Aufrichtung der Halswirbelsäule; die stabile neuromuskuläre Synchronisierung um die Kopfgelenke. Über symphatikolytische Effekte in den Halsganglien und Stimulation der Vagusverästelungen können Areale des ventromedialen Hypothalamus (HVM), der periventrikulären Kerngebiete (PVN), des Nucleus arcuatus und des dorsomedialen Hypothalamus regulativ erreicht und beeinflußt werden. Wichtig ist insbesondere (erstens) die Regulation der Kaumuskulatur, der Kieferregion, der Trigeminus-Stress-Aktivitätsmuster. Die Verschaltungen der Aktivitäten der Kaumuskulatur sind quasi online zwischen den Stressdirektoren im Kopf, den Trigeminuskernen und Kerngebieten des Hypothalamus (HVM, PVN, Nucleus arcuatus) sowie Thalamuskernen koordiniert. Die Behandlung und Regulation der Tonusverhältnisse der Kau- und Kiefergelenksmuskulatur öffnen die neuroanatomischen Wege zu zentralen Mechanismen zu Entstressungen. Und (zweitens) Nervus vagus Stimulationen: Ohrakupunktur, Klangtherapie, Lichttherapie, Neuraltherapie, Myoreflextherapie. Das parasymphatische Nervensystem und der Ruhenerv Vagus gleichen einer Art Schatzkammer des Organismus. Die Ncl.dorsalis nervi vagi stehen in direkten Netzwerken zu PVN.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Körperliches Training und Bewegung:</strong> Training kann Entgleisungen des zentralen Rhythmus und der peripheren Uhren reparieren. Moderates Training am Abend kann effizient und sinnvoll sein. Muskeltraining aktiviert die physiologische Fettverbrennung. Hier ein wichtiges Detail dazu: Nach der sportlichen Betätigung ist es wichtig, im Anschluss das Richtige zu Essen. Danach zu Hungern, bringt bis auf extreme Ausnahmen, wenig. Fisch oder ein kleines Steak, Gemüse, Suppen, Kichererbsen und Linsengerichte oder einfach nur noch einen Proteinshake. Training am Morgen hilft dem Stoffwechsel auf die Sprünge und aktiviert die Fettverbrennung. Vor dem Frühstück, nüchtern? Ja, aber gewußt wie! Bei niederer Intensität 45 Minuten zu laufen, hilft dem Stoffwechsel auf Ökonomie zu trainieren. Danach ein Proteinshake, Eierspeisen, low carb Müsli mit Amaranth-Popkorn, Buchweizen, Beeren, Nüssen, Mandelmilch, Kokosmilch, Ziegen-oder Schafsjog­hurt. Training am Nachmittag hilft der Kraft und der Flexibilität. Basierend auf unserem zirkadianen Rhythmus zeigen Muskeln am Nachmittag die beste Leistung und sind auch flexibler. Außerdem wird die wahrgenommene Anstrenung geringer, d. h. man kann stärker trainieren ohne starke Anstrengung zu verspüren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schlaftraining und Schlafhygiene:</strong>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruhepausen schon während des Tages (wie Mittagsschlaf), bewusste Übergangszeiten (von der Aktivität des Alltags hin zur Ruhe der Nacht; evtl. mit Hilfen wie „Schallpause“) und gezieltes früher schlafen gehen, sowie die Eli­mination von Störfeldern wie Blaulicht etc. kann die Architektur des Schlafs und die Erholung wesentlich verbessern und helfen, den ursprünglich, natürlich in uns verankerten inneren Rhythmus wieder frei zu schalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anmerkung der Redaktion: </strong>In einer von Dr. Paul Klein und Prof. Florian Pfab durchgeführten Umfrage (siehe Ergebnisse sportärztezeitung Ausgabe 02/18), die beim 3. Symposium „Professional Sports Treatment“ 2018 in München vorgestellt wurde, ging man der Frage nach, was die wichtigsten Ursachen für muskuläre Verletzungen seien. Der Bereich „falsche Ernährung“ wurde von den Teilnehmern der Umfrage als am wenigsten zutreffend bewertet. Dies hat uns sehr verwundert und so haben wir uns auch mit Dr. Mosetter ausgetauscht und den hier vorliegenden Artikel in unseren Regenerationsblock eingeplant. Weshalb der Stellenwert der Ernährung in großen Teilen der Ärzteschaft nach wie vor nicht anerkannt wird, liegt laut Dr. Paul Klein auch daran, dass die meisten Kollegen im Bereich der orthopädischen Sportmedizin sich bezüglich Ernährung seltener ausbilden lassen, obwohl die Möglichkeit dazu bestünde. Hier ist sicher eine weitere und intensive Aufklärung notwendig.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KiD &#8211; Kraft in der Dehnung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/1709/kid-kraft-in-der-dehnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Kurt Mosetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2020 13:06:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[SME 01/20]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=1709</guid>

					<description><![CDATA[Muskel-Faszien-Längentraining in Form der KiD-Übungen (Kraft in der Dehnung) etabliert sich im Profifußball, in Prävention und der Rehabilitation sowie in der Athletik gleichermaßen. Das aus der Myo­reflextherapie abgeleitete Training in [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Muskel-Faszien-Längentraining in Form der KiD-Übungen (Kraft in der Dehnung) etabliert sich im Profifußball, in Prävention und der Rehabilitation sowie in der Athletik gleichermaßen. Das aus der Myo­reflextherapie abgeleitete Training in verlängerten Positionen und gelenkübergreifenden Aktivierungsmustern führt zur Leistungsoptimierung in der Synchronisierung von Muskeln, Faszien und Ligamenten.  </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dehnung und Kräftigung: KiD – Kraft in der Dehnung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die herkömmlichen und gängigen Dehnungsmethoden beschreiben zum einen ein dynamisches Dehnen; hier wird der „Zielmuskel durch leichtes Federn im Wechsel gedehnt und entspannt“. Das statische Dehnen andererseits gliedert sich auf in ein statisch-passives Dehnen sowie ein statisch-aktives Dehnen. Letzteres „gliedert sich in das CR-Stretching (Contract-Relax), bei dem der Zielmuskel vor der Dehnung angespannt wird, und das AC-Stretching (Antagonist-­Contract), bei dem der Antagonist des Zielmuskels während der Dehnung angespannt wird, um die finale Dehnposition zu erreichen.“ [1] Beim Krafttraining auf der anderen Seite wird üblicherweise in die Verkürzung aktiviert. Bestenfalls soll beim Krafttraining „dabei immer über die volle Range of Motion (ROM), also den gesamten maximal möglichen Bewegungsradius, erfolgen, sowie die exzentrische, also die nachgebende, Arbeitsphase des Muskels betont werden.“ [1] KiD – Kraft in der Dehnung, d.h. Kraftentfaltung in maximaler Dehnungsposition kombiniert Dehnungs- und Kraft-Training. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Konzept des Muskeltrainings und der körperlichen Aktivierung unterscheidet die KiD-Übungen vom normalen, passiven Dehnen. Die Aktivierung in der Maximallänge, die gehalten; d. h. der nur ganz gering und federnd nachgegeben wird, führt dazu, dass die Messwerte der Muskeln und Faszien übersteuern. Dabei werden vor allem die Ursprungs- und Ansatzregionen der einzelnen Muskeln und des extrazellulären Systems in aktivierte Zustände versetzt. Bei den KiD-Übungen wie auch bei der Myoreflextherapie wird ein neuromuskulärer Zustand in den Vordergrund der natürlichen Selbstwahrnehmung gerückt – und so einer Regulation des Körpers (wieder) zugänglich gemacht.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KiD bedeutet also</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nicht passiv dehnen, sondern aktiv, aus verlängerter Muskelfunktions-Position, gegen Widerstand anspannen. Passives Dehnen zeigt nur kleine Effekte über wenige Minuten. </li>
<li>KiD- Kraft in der Dehnung und aus verlängerter Position heraus gegen Widerstand garantiert physiologisch aktiv längere Muskel-Faszien-Strukturelemente und deren Synchronisierung. Sarkomere, extrazelluläres Bindegewebe, Sehnen und fasziale Strukturen werden in Serie, in verbesserte aktive ROM (range of motion) und damit in bessere Elastizität und höhere Leistungsfähigkeit trainiert. </li>
<li>Strecken &#8211; und dann sanfte Kraftentwicklung gegen Widerstand. Über KiD mit aktivem Stretch<br />in eine bessere ROM. </li>
<li>Nicht einzelne Muskeln dehnen, sondern ganze Bewegungs-Ketten nachhaltig in die Länge trainieren.<br />Der aktive Stretch ermöglicht neuronale und metabolische Anpassungen und damit große Wirkungen über längere Zeiträume.</li>
<li>„Schwachstellen-Training“, die relativ schwächsten und verkürzten Muskel-Faszien-Gruppen werden aktiv<br />in die Verlängerung trainiert.</li>
<li>KiD-Schmerzen erfolgreich überwinden: Nicht gegen den Schmerz, da wo es weh tut, sondern kausal über die verlängerte Muskel-Faszien-Kette der Gegenseite. </li>
<li>Die relative aktive Muskellänge (raM) und eine verbesserte ROM der scheinbar unauffälligen, nicht schmerzhaften Region garantiert Entlastung der schmerzhaften Überlastung.</li>
<li>„Neurotraining“, das Ungewohnte, das Vergessene, das Schwächste, das Überspannte, das aus dem Lot geratene wird überraschend in die Länge aktiviert. </li>
<li>Die „andere Seite“ und mehr: Als Attribut des Gleichgewichts werden die Gegen­spieler- Ketten aktiv aus verlängerter Position gegen Widerstand in die Länge trainiert. Diese Aktivitätsmuster leiten eine unmittelbare Entlastung und Entspannung ihrer funktionellen Gegenspieler und deren Muskel-Faszien-Kette ein. Danach erst wird die primär gewünschte, „vordergründige“ Muskel-Faszien-Kette gegen Widerstand<br />in die Länge aktiviert.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gesamt-Aktivierungen von Muskel-Ketten über mehrere Gelenke hinweg</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Funktionelle Ketten &#8211; Beuger und Strecker &amp; Gelenk-übergreifende Gesamt-Aktivierungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Bewegungen spielen mehrere Muskel- und Fasziengruppen feinabgestimmt miteinander. Ein Zusammenziehen des Bizeps-Muskels verlangt die Passivität und Aufdehnung des Trizeps-Muskels. Dabei arbeiten diese beiden Muskeln fein abgestimmt miteinander. Die relative Verkürzung  einer dieser muskulären Partner führt dazu, dass sein Gegenüber ebenfalls eingeschränkt und gebremst wird. Zudem sind eine ganze Reihe funktioneller agonistischer und antagonistischer Funktionsketten beteiligt. Jedes sinnvolle Training verlangt somit die Mitberücksichtigung verschiedener Arbeitspartner. Geschieht dies nicht, wird auch eine scheinbar gut trainierte Oberschenkel-Streckmuskulatur durch verkürzte Beuger regelrecht behindert und gebremst. Eine ausbalancierte Entwicklung der relativen aktiven Muskellänge aller Mitspieler im Orchester der Bewegung ist entscheidend. [2] Nicht einzelne Muskeln oder Muskelpartien, sondern ganze Muskelketten bzw. Muskelmeridiane [3] werden über mehrere Gelenke hinweg gedehnt und aktiviert. (Studienansätze der Vergangenheit, die biomechanische Hebel über isolierte, einfache Gelenkfunktionen betrachten, um dann Kraftwirkungen zu berechnen, verlieren immer mehr an Bedeutung.) </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entstehung, Begründung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Konzept der KiD-Übungen und des aktiven Widerstandstrainings in die Länge entwickelte sich als mehrdimensionales Muskel-Faszien-Längentraining von 1987  bis heute. Initial inspirierte das Studium von Akupunktursystemen und Muskelmeridianen die Entwicklung des Konzepts. Zeitgleich bestimmten die Lehrjahre unter der Obhut des Facharztes für Orthopädie, Chirotherapie und manuelle Medizin, Dr. med. Tilman Goerttler sowie des Biokinematik-Arztes Walter Packi die weiteren Schritte. Diese ersten biokinematischen Übungen – in der Schnittmenge mit aktiven Meri­dian-Dehnungsübungen – leiteten 1987/88 das Prinzip der KiD-Übungen ein: In Konsequenz dieser Formulierungen von Otto Bergsmann und Walter Packi können nach Kurt Mosetter Meridiane seit 1987/88 als Kombination von Muskel-Ursprüngen und Ansätzen und als Kinetische Ketten betrachtet werden – und damit als solche trainiert werden. Muskeln arbeiten nie isoliert, sondern sind stets in Funktion mit Bindegewebe, Sehnen und Fas­zien zusammen aktiv und synchronisiert. Die AKTIVE Meridian–Dehnung wird so als KiD, als Kraft in der Dehnung geboren. Im Jahr 2015 folgen wissenschaftliche Betrachtungen in medizinischen Journalen wie den Archieves of physical medicine and rehabilitation. „The present systematic review suggests that most skeletal muscles of the human body are directly linked by connective tissue. Examining the functional relevance of these myofascial chains is the most urgent task of future research. Strain transmission along meridians would both open a new frontier for the understanding of referred pain and provide a rationale for the development of more holistic treatment approaches.“ [4]</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dehnbelastung unterschiedlicher faszialer Muskelanteile (Robert Schleip) </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Perspektive von Ida Rolf und der Faszienforschung empfiehlt Robert Schleip die KiD Übungen seit nunmehr 25 Jahren. Die Faszien­forschung bestätigt, dass für die Strukturen der Faszien und Sehnen passive Maßnahmen eine gewisse Entlastung ermöglichen, jedoch erst aktive Anspannungen in der vollen Muskel-Länge die Muskeln, Sehnen und das fasziale System aktiv elastischer trainieren. Bei den KiD-Übungen geht es um die Aktivierung und Belastung unterschiedlicher Muskel- und Faszien-Anteile. Durch die Erkenntnisse der Faszienforschung und des faszien-orientierten Trainings der letzten Jahre findet sich das bewährte Prinzip der KiD-Übungen noch einmal vortrefflich bestätigt und hinsichtlich der Wirkweise detailliert bekräftigt: Bei der „klassischen Muskelarbeit“ kontrahieren und verkürzen vorrangig die Muskelfasern; das Fas­ziengewebe wird zudem kaum angesprochen. Beim „klassischen Dehnen“ ist es quasi umgekehrt. Hier bleiben die Muskelfasern passiv, sie spannen nicht an. Und da die Verlängerung von den Muskelfasern „geschluckt wird“, werden auch die Faseranteile nicht wesentlich gedehnt oder stimuliert. Diese beiden Trainings-Konzepte können so nur geringfügig greifen. Anders bei der „aktiven Dehnbelastung: Hier ist der Muskel aktiv und wird zusätzlich im endgradigen Bereich belastet. In dieser Konfiguration werden die meisten faszialen Anteile gedehnt und stimuliert.“ [5] Mit den Worten des Faszienforschers van der Wal werden hier sog. „Dynamente“ trainiert [6]. „Am Wirkungsvollsten für den zusätzlichen Aufbau von elastischen Fasern ist eine dynamische Muskelanforderung, die beides im Angebot hat, also kraftaufbauend und gleichzeitig dehnend ist. Das wird z. B. bei Muskelaktivität gegen Widerstand und am besten in einer lang gedehnten Position erreicht.“ [7] – also nach dem Prinzip von KiD: Kraft in der Dehnung. [8]  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zunahme der Anzahl Sarkomere in Serie (Marco Toigo) </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Physiologe und Sportwissenschaftler Marco Toigo differenziert unterschiedliche Trainingsvarianten: Ein Königsweg seit 1996 heißt: Längentraining. Über den vollen Umfang der Bewegungsmöglichkeit soll gegen Widerstand trainiert werden: Sarkomere werden somit in Serie angebaut und die ROM nimmt zu. „Es ist schon lange bekannt, dass sich Muskeln an eine neue funktionelle Länge anpassen können, indem an den Enden von Myoﬁbrillen neue Sarkomere in Serie addiert oder entfernt werden. [&#8230;Aktivierung] bei langer Muskellänge (in gedehnter Position) resultiert in einer Zunahme der Anzahl Sarkomere in Serie. Umgekehrt führt Immobilisation bei kurzer Muskellänge (in verkürzter Position) zu einer Abnahme der Anzahl Sarkomere in Serie. Diese Veränderungen gehen einher mit einer Remodellierung des Bindegewebes. [&#8230;] Aus der «popping sarcomere hypothesis» lässt sich folgern, dass «konventionelles» Ausdauertraining (z. B. Velofahren, Cross-Trainer, Stepper usw.), bei dem die entsprechenden Muskeln vorwiegend verkürzende Kontraktionen bei tendenziell verkürzter Muskellänge durchführen, zu einer Abnahme der seriellen Sarkomerzahl führt. Eine solche strukturelle Muskelverkürzung geht einher mit einer Abnahme im Bewegungsausmaß (Range of Motion [ROM]).</p>



<p class="wp-block-paragraph">[&#8230;] Allgemein ist eine Abnahme des ROM und der damit verbundenen funktionellen­Implikationen (z. B. Abnahme der Beweglichkeit, intermuskuläre Dysbalancen) im Rahmen von gesundheitspräventiven Überlegungen nicht erwünscht. [&#8230;] Um den funktionellen ROM mittels Modulation der seriellen Sarkomerzahl zu erhalten oder zu erhöhen, scheint daher Krafttraining, welches exzentrische Kontrak­tionen über einen möglichst großen Gelenksumfang beinhaltet, aus gesundheitspräventiver Sicht die Methode der Wahl zu sein. Hier können die entsprechenden Muskeln (z.B. M. iliopsoas) auch gezielt über den vollen Bewegungsumfang exzentrisch mit Widerstand versorgt werden.“ [9] </p>



<h2><a name="_Toc31799765"></a>KiD-Konzepte und Literatur  </h2>
<p class="wp-block-paragraph">Den Sachverhalt der <strong><em>relativen aktiven Muskellänge</em></strong> (raM) definierten Kurt und Reiner Mosetter, mit grünem Licht von Dr. med. Tilman Goerttler bereits 1994.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Konzept KiD – Kraft in der Dehnung findet sich wie folgt veröffentlicht (Auswahl)</p>
<ul>
<li>Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2001, 2006). Myoreflextherapie Band 1: Einführung in Muskelfunktion und Schmerz. (2. Auflage). Konstanz: Vesalius.</li>
<li>Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2003). <strong>Kraft in der Dehnung</strong>. Ein Praxisbuch bei Stress, Dauerbelastung und Trauma. Düsseldorf: Patmos.</li>
<li>Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2008). Schmerzen heilen mit der KiD-Methode. Düsseldorf: Patmos. [überarbeitete Neuausgabe, Feb. 2016: <strong>Schneller schmerzfrei mit der KiD Methode</strong>.]</li>
<li>Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2010). Myoreflextherapie Band 2: Regulation für Körper, Gehirn und Erleben. Konstanz: Vesalius.</li>
<li>Mosetter, K. (2012). Rückenschmerzen aufgrund falscher Vektoren: Physikalische und anatomische Grundlagen zur Schmerzentstehung. <em>pt Zeitschrift für Physiotherapeuten</em><strong> 9</strong> und <strong>10</strong>.</li>
<li>Mosetter, K. / Pape, D. / Cavelius, A. (2012). <strong>Die vier Kräfte der Selbstheilung</strong>. München: Gräfe/Unzer.</li>
<li>Mosetter, K. (2015). <strong>Längentraining für Muskeln, Faszien und das Gehirn</strong>. Teil 1 und 2. F&amp;G – Zeitschr. f. Fitness u. Gesundheit <strong>6</strong> <strong>7</strong>.</li>
<li>Mosetter, K. / Mosetter, R. (2015). Wie der Rücken die Seele und die Seele den Rücken heilt: Die Psychologie der Muskeln &#8211; Mit hochwirksamen <strong>Faszien-Übungen</strong>. München: Arkana/Random House.</li>
<li>Mosetter, Kurt (2017). <strong>Faszien machen Furore</strong>. <em>Sportärztezeitung</em> 8-9. / Fascias are creating a furore. <em>sports.medicine.newspaper</em>. 8-9.</li>
<li>Mosetter, Kurt (2018). Schmerzen erfolgreich behandeln mit Myoreflextherapie. / Myoreflextherapie im Sport: Fälle aus der Praxis. EHK 67(03): 160-168 /169-173.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere wissenschaftliche Forschungsergebnisse, welche die Möglichkeiten und die Bedeutung eines Längentrainings aufzeigen finden sich wie folgt (Auswahl)</p>
<ul>
<li>Morgan, D. &amp; Talbot, J. (2002). The addition of sarcomeres in series is the main protective mechanism following eccentric exercise. Journal of Mechanics in Medicine and Biology, 02.</li>
<li>Noorkoiv, M., Nosaka, K. &amp; Blazevich, A. J. (2015). Effects of isometric quadriceps strength training at different muscle lengths on dynamic torque production. J Sports Sci, 33(18), 1952-1961.</li>
<li>Wilke, J., Krause, F., Vogt, L. &amp; Banzer, W. (2015). What is evidence-based about myofascial chains? A systematic review. Arch Phys Med Rehabil.</li>
<li>Berrueta, L., Muskaj, I., Olenich, S., Butler, T., Badger, G. J., Colas, R. A.et al. (2016). Stretching Impacts Inflammation Resolution in Connective Tissue. J Cell Physiol, 231(7), 1621-1627.</li>
<li>Xiong, Y., Berrueta, L., Urso, K., Olenich, S., Muskaj, I., Badger, G. J.et al. (2017). Stretching Reduces Skin Thickness and Improves Subcutaneous Tissue Mobility in a Murine Model of Systemic Sclerosis. Front Immunol, 8, 124.</li>
<li>Berrueta, L., Bergholz, J., Munoz, D., Muskaj, I., Badger, G. J., Shukla, A.et al. (2018). Stretching Reduces Tumor Growth in a Mouse Breast Cancer Model. Sci Rep, 8(1), 7864.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>[1] Stopp, D. (2017). Empirische Untersuchung der Auswirkungen einer achtwöchigen Trainingsintervention mit Fle-xx Beweglichkeitstraining auf die motorische Fähigkeit Beweglichkeit: Bachelor Thesis; Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement Saarbrücken. (Hervorhebungen vom Verfasser). Vgl. Klee, A. (2001). Neue Erkenntnisse aus der Trainingslehre erfahrbar machen: Verschiedene Dehnungsmethoden im Vergleich. Bergische Universität Gesamthochschule Wuppertal, Sportwissenschaft /Arbeitsgruppe Bewegungslehre und Biomechanik (Leitung: Prof. Dr. K. Wiemann), Online unter: <a href="http://www.sportunterricht.de/lksport/neueerk.PDF">http://www.sportunterricht.de/lksport/neueerk.PDF</a></p>
<p>[2] Mosetter, K. (2015). Längentraining für Muskeln, Faszien und das Gehirn. Teil 1 und 2. F&amp;G – Zeitschr. f. Fitness u. Gesundheit 6 u. 7.</p>
<p>[3] Bergsmann, O. &amp; Bergsmann, R. (1997). Projektionssymptome. Reflektorische Krankheitszeichen als Grundlage für holistische Diagnose und Therapie. Wien: Facultas. Vgl. Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2001, 2006). Myoreflextherapie Band 1: Einführung in Muskelfunktion und Schmerz. (2. Auflage). Konstanz: Vesalius.</p>
<p>[4]  Wilke, J., Krause, F., Vogt, L. &amp; Banzer, W. (2015). What is evidence-based about myofascial chains? A systematic review. Arch Phys Med Rehabil. Vgl.: Franchi, M. V., Atherton, P. J., Maganaris, C. N. &amp; Narici, M. V. (2016). Fascicle length does increase in response to longitudinal resistance training and in a contraction-mode specific manner. Springerplus, 5, 94. Sowie: Oranchuk, D. J., Storey, A. G., Nelson, A. R. &amp; Cronin, J. B. (2019). Isometric training and long-term adaptations: Effects of muscle length, intensity, and intent: A systematic review. Scand J Med Sci Sports, 29(4), 484-503.</p>
<p>[5]  Müller, D.G. / Schleip, R. (2011). Faszien Fitness: Faszien-orientiertes Training für Sport, Gymnastik und Bewegungstherapie. Terra Rosa e-magazine, No. 7. S. 1-11. (Online unter: <a href="http://de.scribd.com/doc/52170144/Terra-Rosa-eMagazine-Issue-7#scribd">http://de.scribd.com/doc/52170144/Terra-Rosa-eMagazine-Issue-7#scribd</a>.)</p>
<p>[6] van der Wal, J. (2009). The architecture of the connective tissue in the musculoskeletal system-an often overlooked functional parameter as to proprioception in the locomotor apparatus. Int J Ther Massage Bodywork 2(4). 9-23. Vgl. Maas, H. / Huijing, P.A. (2011). Myofascial force transmission between transferred rat flexor carpi ulnaris muscle and former synergistic palmaris longus muscle. Muscles Ligaments Tendons J 1(4). 127-33.</p>
<p> [7] Müller u. Schleip 2011</p>
<p>[8]  Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2003). Kraft in der Dehnung. Ein Praxisbuch bei Stress, Dauerbelastung und Trauma. Düsseldorf: Patmos.  //  Mosetter, K. &amp; Mosetter, R. (2016). Schneller schmerzfrei mit der KiD-Methode. Beweglich in Muskeln und Faszien. Schmerzen heilen mit der KiD-Methode. [2008, überarbeitete Neuausgabe] Ostfildern: Patmos.  //  Mosetter, K. (2015). Längentraining für Muskeln, Faszien und das Gehirn. Teil 1 und 2. F&amp;G – Zeitschr. f. Fitness u. Gesundheit 6 u. 7.</p>
<p>[9]  Toigo, M. (2006). Trainingsrelevante Determinanten der molekularen und zellulären Skelettmuskeladaptation. Schweizerische Zeitschrift für «Sportmedizin und Sporttraumatologie», 54(3), 101-107.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em> </em></p>
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