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	<title>Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Plötzlicher Herztod</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20580/ploetzlicher-herztod-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 08:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/25]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir lesen und hören es immer wieder. Bei großen Wettkämpfen mit vielen Teilnehmern und Teilnehmerinnen kommt es zu medizinischen Notfällen, bis hin zum plötzlichen Herztod (SCD), sei es beim Triathlon, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir lesen und hören es immer wieder. Bei großen Wettkämpfen mit vielen Teilnehmern und Teilnehmerinnen kommt es zu medizinischen Notfällen, bis hin zum plötzlichen Herztod (SCD), sei es beim Triathlon, Marathon oder Radrennen.</b></p>
<hr />
<p><b>Definition</b> Plötzlicher Herztod beim Sport = SPORTS-RELATED SUDDEN CARDIAC DEATH (SrSCD oder SCD) Der SCD ist sportassoziiert, wenn er in direktem Zusammenhang mit einer sportlichen Tätigkeit steht, d. h. wenn er während oder bis max. 1 Stunde nach sportlicher Aktivität auftritt und nicht auf andere Ursachen zurückzuführen ist.</p>
<hr />
<p>Interessant ist, dass dieses fatale Ereignis deutlich häufiger Männer als Frauen betrifft. Alle Daten, die man dazu findet, zeigen einen ganz klaren Unterschied: Männer erleiden sehr viel häufiger einen plötzlichen Herztod während des Sportes als Frauen. Das ist unabhängig davon, ob es sich um Athletinnen oder Freizeitsportlerinnen handelt, auch unabhängig vom Alter und von der Sportart. Je nach Studie kommt 1 Herztodereignis bei einer Frau auf bis zu 14 Ereignisse bei Männern [1 – 3].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Ursachen</b></h2>
<p>Sind es nur die schützenden Hormone oder gibt es auch ein männliches Verhalten, das zu mehr Todesfällen führen kann? Die Ursachen für den geschlechterspezifischen Unterschied beruhen auf verschiedenen biologischen Faktoren und genetischen Polymorphismen, die noch nicht alle bekannt sind. Bei männlichen Masterathleten ist die Prävalenz von Vorhofflimmern, Koronarsklerose oder Myokardfibrose deutlich höher als bei Frauen. Eine mögliche Erklärung ist auch, dass Männer höhere Spitzenblutdrücke während eines intensiven Trainings aufweisen. Sind Männer ehrgeiziger und unvernünftiger oder kennen ihre Grenzen nicht? Nach den Daten von Deepthi Rajan [2] greifen Männer eher zu Medikamenten wie Analgetika oder nutzen leistungssteigernde Substanzen. Sie neigen häufiger zur Selbstüberschätzung und sind stärker wettbewerbsorientiert, was nicht selten zu Überanstrengung führt. Soziokulturelle Faktoren spielen eine Rolle, so z. B. Neigung zur „overexertion tendency“.Warnzeichen wie Brustschmerzen, Dyspnoe oder Infekte werden nicht ernst genommen oder komplett ignoriert. Immerhin ließen sich bei 50 % der Betroffenen rückblickend solche Symptome ermitteln. Auch bei vermeintlich gesunden Menschen kann ein gesundheitliches Risiko durch extreme Umgebungsbedingungen wie Kälte und Hitze verstärkt werden. Wichtig ist es über diese Risiken zu informieren und sich ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig auch kardiologisch checken zu lassen, beispielweise bei einer Sportvorsorgeuntersuchung.</p>
<h2><b>Besonderheit Frau</b></h2>
<p>Gehen Frauen das Training schonender an oder liegt es nur am Schutz der Hormone wie Östrogen, zumindest bis zu Menopause? In den vorliegenden Studiendaten wird deutlich, dass Frauen aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen biologischen, hormonellen und physiologischen Merkmale besondere Risikofaktoren aufweisen. Bei Frauen ist nicht selten, auch mit genetischer Abklärung, keine Ursache des SCDs zu eruieren [4]. Bei Sportlern unter 35 Jahren überwiegen im deutschen Register strukturelle Herzerkrankungen, Koronaranomalien und Myokarditiden. Frauen zeigen andere Krankheitsbilder, mehr Kana­lopathien und andere Rhythmuserkrankungen. Diese primär elektrischen Erkrankungen- „EKG-Erkrankungen“ – wie LongQT-Syndrom (LQTS), Brugada-Syndrom, oder die katecholaminerge polymorphe VT (CPVT) und andere angeborenen Arrhythmien manifestieren sich oftmals erst bei höherer körperlicher Belastung oder intensiven Training, was die Diagnose in der Regel verzögert [5].<span class="Apple-converted-space">  </span>Zusätzliche QT-Zeit-Verlängerung, sei es medikamentenassoziiert (Psychopharmaka) oder durch Elektrolytverschiebungen, sollen vermieden werden. Um die Bedeutung kardialer Kanalopathien noch besser bestimmen zu können, sind in Zukunft Studien mit molekularen Autopsien nach SrSCD-Fällen bei Frauen erforderlich. Obacht geben sollte man auf einen Mitralklappenprolaps (MKP oder MVP) mit assoziierten Herzrhytmusstörungen. Besonders häufig sind jüngere Frauen von einem so genannten malignen Mitralklappenprolaps-Syndrom betroffen. Bei der arrhyth­mogenen Form des MKP wird eine familiäre Häufung bei genetischer Prädisposition vermutet.</p>
<p>Diese Beschwerden können Vorboten sein:</p>
<ul>
<li>Palpitationen</li>
<li>Synkopen/ Präsynkopen</li>
<li>polymorphe ventrikuläre Extrasystolen unter Belastung</li>
<li>ventrikuläre Tachycardien</li>
</ul>
<p>Die Standartdiagnostik, die oft nur ein Ruhe- EKG enthält, muss bei Auffälligkeiten oder Beschwerden unbedingt erweitert werden um ein Belastungs-EKG und eine zweidimensionale Echokardiographie. Ergänzend kann gelegentlich ein Kardio-MRT notwendig werden, um eine Myokardfibrose auszuschließen. Diese Fibrose, und eine gleichzeitige Inflammation, gilt beim MKP-Syndrom typischerweise als Risikofaktor für maligne Herzrhythmusstörungen [6]. Treten Beschwerden – egal welcher Art- beim Training oder Wettkampf auf, bitte auf den Körper hören und besser eine Pause einlegen und checken.</p>
<p>Gerade bei Risikopersonen (Sportler mit Vorerkrankungen, ältere Sportler und Sportlerinnen sowie Personen die lange keine Sport gemacht haben) sind Sportvorsorgeuntersuchungen mit entsprechenden Trainingsempfehlungen sinnvoll. Zum Risikoassesment bei Wett­kämpfen gehört auch ein guter Notfallplan.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<ul>
<li>Angesichts der geschlechterspezifischen Unterschiede ist es sinnvoll, die Sportvorsorgeuntersuchgen gezielt zu differenzieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Männer und Frauen sollten nicht nur nach belastungsabhängigen Symptomen, sondern besonders auch nach einer positiven Familienanamnese befragt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Frauenspezifische kardiovaskuläre Risikofaktoren können mittels eines standardisierten Fragebogens eruiert werden, der u. a.: polyzys­tischem Ovarialsyndrom (PCOS), Schwangerschaftshypertonie, Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie, vorzeitiger Menopause (vor 45. Lebensjahr) und Schwankungen des Rhythmus des Menstruationszyklus abfragt.</li>
</ul>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">Marijon E, Bougouin W, Celermajer DS, Périer MC, Dumas F, Benameur N, Karam N, Lamhaut L, Tafflet M, Mustafic H, de Deus NM, Le Heuzey JY, Desnos M, Avillach P, Spaulding C, Cariou A, Prugger C, Empana JP, Jouven X. Characteristics and outcomes of sudden cardiac arrest during sports in women. Circ Arrhythm Electrophysiol. 2013 Dec;6(6):1185-91. doi:10.1161/CIRCEP.113.000651. Epub 2013 Nov 4. PMID: 24190898.</li>
<li style="font-weight: 400;">Deepthi Rajan, Rodrigue Garcia, Jesper Svane, Jacob Tfelt-Hansen, Risk of sports-related sudden cardiac death in women, <i>European </i><em><i>Heart Journal</i></em>, Volume 43, Issue 12, 21 March 2022, Pages 1198–1206, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehab833</li>
<li style="font-weight: 400;">Castelletti S, Gati S. The Female Athlete&#8217;s Heart: Overview and Management of Cardiovascular Diseases. Eur Cardiol. 2021 Dec 2;16:e47. doi: 10.15420/ecr.2021.29. PMID: 34950243; PMCID:<br />
PMC8674625.</li>
<li style="font-weight: 400;">Weizman O, Empana JP, Blom M, Tan HL, Jonsson M, Narayanan K, Ringh M, Marijon E, Jouven X; ESCAPE-NET Investigators. Incidence of Cardiac Arrest During Sports Among Women in the European<br />
Union. J Am Coll Cardiol. 2023 Mar 21;81(11):1021-1031. doi:10.1016/j.jacc.2023.01.015. PMID: 36922087.</li>
<li style="font-weight: 400;">Tardo DT, Papadakis M. Are the Cardiovascular Benefits and Potential Risks of Physical Activity and Exercise Dependent on Race, Ethnicity, or Sex? Can J Cardiol. 2025 Mar;41(3):456-469. doi: 10.1016/j.cjca.2024.11.013. Epub 2024 Nov 14. PMID: 39547410.</li>
<li style="font-weight: 400;">Muthukumar L et al. Association Between Malignant Mitral Valve Prolapse and Sudden Cardiac Death A Review. JAMA Cardiol. 2020; doi:10.1001/jamacardio.2020.1412</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sportmedizinsche Vorsorgeuntersuchung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/17189/sportmedizinsche-vorsorgeuntersuchung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 08:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/24]]></category>
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					<description><![CDATA[Die neue Leitlinie war längst überfällig. Die bestehende S1-Leitlinie „Vorsorgeuntersuchung im Sport“ war von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention DGSP im Jahr 2007 veröffentlicht worden [2]. Ziel dieser [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die neue Leitlinie war längst überfällig. Die bestehende S1-Leitlinie „Vorsorgeuntersuchung im Sport“ war von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention DGSP im Jahr 2007 veröffentlicht worden [2]. Ziel dieser neuen Empfehlung [1] ist es, mögliche Risiken, insbesondere fatale Ereignisse, beim Sport zu reduzieren und Folgeschäden durch sportliche Belastung zu vermeiden.</b></p>
<h2><b>Zielgruppe und wer untersucht?</b></h2>
<p>Gesunden Erwachsenen mit oder ohne Behinderung, die Sport treiben oder (wieder) damit beginnen möchten, kann eine sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden. Eine sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung sollte vor Aufnahme eines intensiveren Sport- und Bewegungsprogramms durchgeführt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese Leitlinie richtet sich an fachkundige Ärztinnen und Ärzte vorzugsweise mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Die Ergebnisse der sportmedizi­nischen Vorsorgeuntersuchung sollen auch für die Ableitung von Bewegungs- und Trainingsempfehlungen genutzt werden. Eine individuelle Beratung<br />
soll den sportlichen (Wieder-) Einstieg unterstützen.</p>
<figure id="attachment_17191" aria-describedby="caption-attachment-17191" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-17191" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324.jpg" alt="" width="1600" height="1185" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-300x222.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-1024x758.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-768x569.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-1536x1138.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-150x111.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-450x333.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel1_saez0324-1200x889.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-17191" class="wp-caption-text">Algorithmus der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung [1]</figcaption></figure>
<h2><b>Inhalte der Sportvorsorgeuntersuchung</b></h2>
<p>Im Rahmen der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung sollte ein stand­ardisierter Anamnesebogen eingesetzt werden. Dieser sollte folgende Punkte umfassen:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ul>
<li>Eigen- und Familienanamnese</li>
<li>Sportanamnese</li>
<li>Individuelles Risikofaktorenprofil</li>
<li>Medikamentenanamnese</li>
<li>Ernährungsanamnese</li>
<li>Gynäkologische Anamnese</li>
<li>Erhebung des Impfstatus</li>
<li>Teilnahme und Ergebnisse von bisherigen Vorsorgeuntersuchungen</li>
<li>Stattgehabte Operationen und Verletzungen</li>
</ul>
<p>Zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos soll ab dem Alter von 35 Jahren ein validierter Score (z. B. Arriba, SCORE2) genutzt werden. Die körperliche Untersuchung umfasst internistische und orthopädische Untersuchungsinhalte und sollte eine komplette körperliche Untersuchung fächerübergreifend beinhalten (Ganzkörperstatus). Das ortho­pädische Screening dient in erster Linie der Risikominimierung in Bezug auf die Verschlechterung eines Vorschadens und der Prävention von Verletzungen und Überlastungen. Gelenkschwellung, -schmerzen, relevante Bewegungseinschränkungen oder Instabilität großer Gelenke sowie Bewegungs- oder Klopfschmerzen der Wirbelsäule mit oder ohne neurologische Defizite sollten einer fachärztlichen Evaluation (vorzugsweise Facharzt für Orthopädie / Unfallchirurgie oder Physikalische und Rehabilitative Medizin) zugeführt werden.</p>
<h2><b>Anamnese zum Sport bekommt einen hohen Stellenwert<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>In einer Sportanamnese sollten folgender Fragen geklärt werden zu:</p>
<ul>
<li>Frequenz, Intensität, Dauer und Sportarten (Sportausgestaltung)</li>
<li>sportliche Vorerfahrungen</li>
<li>Ziel der sportlichen Betätigung</li>
<li>Umgebungsbedingungen beim Sport wie Hitze, Kälte oder Höhe</li>
<li>Beschwerden in Ruhe und bei Belastung</li>
<li>individuelles sportbezogenes Risikoprofil<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Hilfsmitteln (z. B. Sehhilfen) bzw. Mobilitätseinschränkungen</li>
</ul>
<p>Eine Laboruntersuchung mit Bestimmung des kleinen Blutbildes, der Plasmaglukose, des HbA1c und des Lipidstatus, der Leber- / Nierenwerte, der Elektrolytkonzentration sowie des Urinstatus kann bei Bedarf durchgeführt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Rahmen der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung sollte ein 12-Kanal-Ruhe-EKG durchgeführt werden. Zur Interpretation ist eine Expertise und Kenntnis der internationalen Konsensstandards für die EKG-Interpretation bei Sportlern notwendig [3].</p>
<h2><b>Ruhe-Ekg für jeden, Echo bei besonderer Konstellation</b></h2>
<p>Im Rahmen der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung soll eine transthorakale Echokardiographie bei begründetem Verdacht auf eine struk­turelle Herzerkrankung durchgeführt werden. Der generelle Einsatz einer transthorakalen Echokardiographie (TTE) mindestens einmalig wird von Sportkardiologen befürwortet. Vermeintlich bestehe das Problem mangelnder Kenntnisse und Ressourcen für die Durchführung dieser Untersuchung. Eine Notwendigkeit zur Echokardiographie besteht u. a. bei</p>
<ul>
<li>plötzlichem Herztod naher Angehöriger bzw. anamnestisches Vorliegen einer Kardiomyopathie<br />
in der Familie</li>
<li>überstandener Krebserkrankung mit Einsatz einer potenziell kardiotoxischen Chemotherapie</li>
<li>belastungsinduzierte Beschwerden, z. B. Atemnot<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Auffälligkeiten bei der körperlichen Untersuchung (Herzgeräusche)</li>
<li>pathologisches Ruhe-EKG<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Im Rahmen der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung sollte ein Belastungs-EKG in Abhängigkeit der Untersuchungsbefunde, des individuellen Risikoprofils, möglicher belastungsinduzierter Symptome, der jeweiligen Sportart, des Leistungsniveaus und der Intensität durchgeführt werden.</p>
<p>Die europäischen sportkardiologischen Leitlinien empfehlen allen -auch älteren-, körperlich inaktiven Personen, die ein intensives Training aufnehmen möchten, eine vollständige klinische Bewertung einschließlich eines ergometrischen Belastungstests [4]. Wichtig ist es, eine maximale Ausbelastung anzustreben (Borg 17 – 20).</p>
<h2><b>Ergometrie zur Einschätzung der Fitness<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die körperliche Fitness kann durch fünf Hauptkomponenten umschrieben werden, wobei im Kontext der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung der Fokus auf der Bestimmung der kardiorespiratorischen und der muskulären Fitness liegt. Zur Bestimmung der körperlichen Fitness spielt die maximal erzielte Leistung in Watt, MET oder als VO2max in der Spiroergometrie neben der Laktatmessung eine wichtige Rolle. Zur Messung der muskulären Fitness kann die Muskelkraft bestimmt werden, z. B. mit Handkraftmessung. Eine sportmedizinische Belastungsuntersuchung kann zur Ermittlung der kardiorespiratorischen Fitness und zur Trainingsempfehlung /-steuerung genutzt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Wichtig: Wer sich auf Risiken beim </b><b>Sport untersuchen lassen möchte, de</b><b>r sollte dann auch sportlich belastet werden.</b></p>
<figure id="attachment_17192" aria-describedby="caption-attachment-17192" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17192" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324.jpg" alt="" width="1600" height="969" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-300x182.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-1024x620.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-768x465.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-1536x930.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-150x91.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-450x273.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/08/BerrischRahmel2_saez0324-1200x727.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-17192" class="wp-caption-text">Komponenten der körperlichen Fitness [1]</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit: Bewegungs- und Trainingsempfehlungen</b></h2>
<p>Die Ergebnisse der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung sollen für die Ableitung von individuellen Bewegungs- und Trainingsempfehlungen genutzt werden. Auch das individuelle Eigen- und Fremdgefährdungsrisiko soll eingeschätzt und eine mögliche Verschlechterung von Vorschäden berücksichtigt werden.</p>
<p>Literatur</p>
<p>[1] Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V.: S2k-Leitlinie Sportmedizinische Vorsorgeunter­suchung (AWMF-Reg.-Nr. 066 – 002), Version 1.0 (22.03.2024), https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/066 – 002.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[2] Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). S1-Leitlinie Vorsorgeuntersuchung im Sport 2007. https://www.dgsp.de/seite/278046/leitlinie-sportmed.-untersuchung.html.</p>
<p>[3] Sharma<span class="Apple-converted-space">  </span>et al , International recommendations for electrocardiographic interpretation in athletes. Eur Heart J. 2018 Apr 21;39(16):1466-1480. doi: 10.1093/eurheartj/ehw631. PMID: 28329355.</p>
<p>[4] Pelliccia A, Sharma S, Gati S, Bäck M, Börjesson M, Caselli S, et al. 2020 ESC Guide­lines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovas­cular disease. European Heart Journal. 2021;42(1):17 – 96.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sportvorsorgeuntersuchung bei Frauen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/14646/sportvorsorgeuntersuchung-bei-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2023 08:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[03/23]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine 35-jährige Triathletin stellt sich zur Sportvorsorgeuntersuchung vor, sie plant bei der Challenge Roth (Triathlon-Langdistanz) teilzunehmen. Die sportmedizinische Untersuchung wird von ihrer gesetzlichen Krankenkasse im Bonusprogramm beworben. Über die Frage [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eine 35-jährige Triathletin stellt sich zur Sportvorsorgeuntersuchung vor, sie plant bei der Challenge Roth (Triathlon-Langdistanz) teilzunehmen. Die sportmedizinische Untersuchung wird von ihrer gesetzlichen Krankenkasse im Bonusprogramm beworben. Über die Frage zur<br />
letzten Periode ist sie sichtlich erstaunt.</b></p>
<p>In den letzten Jahren rückt der Frauensport immer stärker in den Fokus. Athletinnen sind auch in Sportarten erfolgreich, in denen über lange Zeit nur Männer aktiv waren. In der Sportmedizin finden spezifische Frauenthemen großes Interesse, wobei umfangreiche wissenschaftlichen Daten noch ausstehen [1]. Die Wahrnehmung der speziellen Belange von Elite-Sportlerinnen, aber auch von Frauen im Breiten- und Gesundheitssport, bedarf einer Aufwertung im Alltag.</p>
<h2><b>Not all „women“ are the same</b></h2>
<p>Frauen haben lebenslang eine ständig wechselnde hormonelle Situation. Beginnend ab der Menarche (erste Periodenblutung) bis hin zur Menopause (Einstellung der Regelblutung) findet regelmäßig ein Menstruationszyklus statt [2]. Sowohl die Hormonkonzentrationen als auch die Anzahl und Ausprägung der zyklusassoziierten Symptome unterscheiden sich. Beeinflusst wird das endogene Hormonprofil zudem durch hormonelle Kontrazeptiva (HC) zur Empfängnisverhütung, durch Schwangerschaften oder eine Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Zyklusbasiertes Training</b></h2>
<p>Der Einfluss des Menstruationszyklus auf Training und Wettkampf schwankt individuell. Angeregt durch die Hormone Östrogen und Progesteron kann bei einem regelmäßigen Zyklus der Einfluss auf die unterschiedliche (sport­liche) Leistungsfähigkeit und Motivation genutzt werden [3]. Ein „Zyklustracking“ ist allerdings nur bei nicht-hormoneller Kontrazeption möglich. Das aufmerksame Monitoring des eigenen Menstruationszyklus und eine entsprechende individuelle Ausrichtung von Trainingsplänen an den eigenen Zyklus kann neben einer Verbesserung der Belastungseffizienz möglicherweise auch das Verletzungsrisiko mindern [4].</p>
<h2><b>Störungen des Menstruationszyklus</b></h2>
<p>Ganz gleich welche Sportart ausgeübt wird, im Spitzenbereich erreicht die Belastung von Organismus und Psyche nicht selten einen Grenzbereich. Intensive Trainingsphasen und Wettkampfbelastungen verbunden mit Stress haben nicht selten Zyklusunregelmäßigkeiten zur Folge. Diese können Oligo- oder Anovulationen sein, auch ein längeres Ausbleiben der Periode ist möglich [5]. Eine noch häufigere Ursache für die Zyklusstörungen ist eine relativ zu geringe Energieaufnahme. Eine negative Energiebilanz ist bei bestimmten Sportarten erwünscht. Bei rhythmischer Sportgymnastik, Geräteturnen, Ballett, Eiskunstlaufen, Gewichtsklassensportarten oder aber auch beim Skisprung spielt das Körpergewicht eine große Rolle, um nur einige Sportarten zu nennen. Das „Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S)“-Syndrom beruht auf einer dauerhaft niedrigen Energie­zufuhr bei männlichen oder weiblichen Athleten und wurde 2014 im Rahmen eines Konsensus Statement des Internatio­nalen Olympischen Komitees (IOC) überarbeitet (Abb. 1). Der alte Begriff „female athlete Trial“ aus den 1990er Jahren, der die Kombination „Untergewichtigkeit, Ausbleiben der Periode und eine verminderte Knochendichte“ beinhaltete, wurde abgelöst [6 – 8].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_14647" aria-describedby="caption-attachment-14647" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-14647 size-full" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323.jpg" alt="" width="1200" height="675" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323-300x169.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323-1024x576.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323-768x432.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323-150x84.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR1_saez0323-450x253.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-14647" class="wp-caption-text">Abb. 1 Folgen des RED-S Gratik adaptiert nach: MountjoyM, et al. Athlete IriadThe IOC consensus statement: beyond the Female Athlete Triad-Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S). Br J Sports Med. 2014 Apr;48(7):491 – 7. doi: 10.1136/bjsports-2014-093502. PMID: 24620037.</figcaption></figure>
<h2><b>Dem RED-S liegt ein relativer Energiemangel zugrunde<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die empfohlene Energieaufnahme von 45 kcal/kg/FFM/Tag wird nicht erreicht. Gerade bei hohen Trainingsumfängen und einem Gesamttagesbedarf von bis zu 5.000 – 6.000 kcal / Tag ist dies aufgrund zeitlicher Verfügbarkeit, Reisen etc. nicht immer umsetzbar. Die effektivste Therapie ist die Korrektur der LEA „low energy availability“ durch eine adäquate Nährstoffaufnahme. Manchmal ist allerdings auch eine Reduktion des Sportumfanges notwendig.</p>
<p>Das Ausbleiben der Periode kann verschiedene Ursachen haben. Je nach Alter sollte bei Sportlerinnen im reproduk­tiven Lebensalter nicht nur an RED-S, sondern auch an eine Schwangerschaft gedacht werden [9, 10]. Ein Ausbleiben der Regelblutung kann bei Master-Athle­tinnen auf eine (vorzeitige) Menopause hinweisen. Im Rahmen der gynäkologischen Anamnese sollte gezielt Wechseljahresbeschwerden abgefragt werden [11].</p>
<h2><b>Was ist bei der Untersuchung von Sportlerinnen speziell anders?</b></h2>
<p>Der Schwerpunkt von Sport-Screening-Untersuchungen liegt üblicherweise auf der kardiopulmonalen und orthopä­dischen Leistungsfähigkeit. Bei allen Sportlerinnnen sollte eine gynäkologische Anamneseerhebung standardisiert eingesetzt werden, nützlich ist der gynäkologische Fragebogen der DGSP [12] (siehe Abb. 2).</p>
<p><figure id="attachment_14648" aria-describedby="caption-attachment-14648" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14648" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323.jpg" alt="" width="1200" height="1601" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323-225x300.jpg 225w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323-768x1025.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323-1151x1536.jpg 1151w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323-150x200.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/BR2_saez0323-450x600.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-14648" class="wp-caption-text">Abb. 2 Gynäkologischer Fragebogen der DGSP [13]<br /><a href="https://www.dgsp.de/seite/278016/frauensport.html" target="_blank" rel="noopener">Zum Fragebogen</a></figcaption></figure>Im Rahmen der Anamnese wird nach Medikamenten gefragt, die Einnahme der „Pille“ wird oft vergessen. Laut Anti-­Doping-Gestzt (antiDopG) sind alle hormonalen Ovulationshemmer (Tabletten, Pflaster, Vaginalringe), Gestagen-­Präparate zur Verhütung (Tabletten, Verhütungsstäbchen und Verhütungsspritzen), Notfallkontrazeptiva sowie Gestagen- und Estrogen-Präparate zur Hormonersatztherapie (z. B. bei Wechseljahresbeschwerden) erlaubt [13].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<ul>
<li>Sportlerinnen jeden Alters sollten gynäkologisch befragt werden, ein Anamnese-Fragebogen erleichtert emotionale Hürden.</li>
<li>Das Ausbleiben der Periode kann verschiedene Ursachen haben. Bei Sportlerinnen im reproduktiven Alter sollte nicht nur an RED-S-Syndrom, sondern auch an eine Schwangerschaft gedacht werden.</li>
<li>Der Monatszyklus und sein spezieller Einfluss auf verschiedene Parameter im Sport kann zur Optimierung der Trainingsplanung eingesetzt werden.</li>
<li>Für Frauen ist bei der sportmedizinischen Untersuchung ein größerer Untersuchungsumfang zu fordern.</li>
<li>Ein interdisziplinärer und fachübergreifender Austausch mit Gynäkologen / Endokrinologen kann notwendig sein.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"><em>Literatur</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em> </em><em>[1] </em><em>Elliott-Sale KJ, Minahan CL, de Jonge XAKJ, Ackerman KE, Sipilä S, Constantini NW, Lebrun CM, Hackney AC. Methodological Considerations for Studies in Sport and Exercise Science with Women as Participants: A Working Guide for Standards of Practice for Research on Women. Sports Med. 2021 May;51(5):843-861. doi: 10.1007/s40279-021-01435-8. Epub 2021 Mar 16. PMID: 33725341; PMCID: PMC8053180.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[2] </em><em>Carmichael, M.A.; Thomson, R.L.; Moran, L.J.; Wycherley, T.P. The Impact of Menstrual Cycle Phase on Athletes’ Performance: A Narrative Review. </em><em>Int. J. Environ. Res. Public Health</em><em> </em><strong><em>2021</em></strong><em>, </em><em>18</em><em>, 1667. <a href="https://doi.org/10.3390/ijerph18041667">https://doi.org/10.3390/ijerph18041667</a></em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[3]</em> <em>McNulty KL, Elliott-Sale KJ, Dolan E, Swinton PA, Ansdell P, Goodall S, Thomas K, Hicks KM. The Effects of Menstrual Cycle Phase on Exercise Performance in Eumenorrheic Women: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Med. 2020 Oct;50(10):1813-1827. doi: 10.1007/s40279-020-01319-3. PMID: 32661839; PMCID: PMC7497427.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[4]</em><em> Nédélec E, Foli E, Shultz SJ, Swinton PA, Dolan E, Enright K, Piasecki J, Matthews JJ, Sale C, Elliott-Sale KJ. Effect of menstrual cycle phase, menstrual irregularities and hormonal contraceptive use on anterior knee laxity and non-contact anterior cruciate ligament injury occurrence in women: a protocol for a systematic review and meta-analysis. BMJ Open Sport Exerc Med. 2021 Oct 29;7(4):e001170. doi: 10.1136/bmjsem-2021-001170. PMID: 34745647; PMCID: PMC8559120.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em> </em><em>[5]</em><em> Hakimi O, Cameron LC. Effect of Exercise on Ovulation: A Systematic Review. Sports Med. 2017 Aug;47(8):1555-1567. doi: 10.1007/s40279-016-0669-8. PMID: 28035585.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em> </em><em>[6]</em> <em>Mountjoy M, Sundgot-Borgen J, Burke L, Ackerman KE, Blauwet C, Constantini N, Lebrun C, Lundy B, Melin A, Meyer N, Sherman R, Tenforde AS, Torstveit MK, Budgett R. International Olympic Committee (IOC) Consensus Statement on Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S): 2018 Update. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2018 Jul 1;28(4):316-331. doi: 10.1123/ijsnem.2018-0136. Epub 2018 May 17. PMID: 29771168.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[7] </em><em>Ackerman KE, Stellingwerff T, Elliott-Sale KJ, Baltzell A, Cain M, Goucher K, Fleshman L, Mountjoy ML. #REDS (Relative Energy Deficiency in Sport): time for a revolution in sports culture and systems to improve athlete health and performance. Br J Sports Med. 2020 Apr;54(7):369-370. doi: 10.1136/bjsports-2019-101926. Epub 2020 Jan 10. PMID: 31924625.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[8] </em><em>Coelho AR, Cardoso G, Brito ME, Gomes IN, Cascais MJ. The Female Athlete Triad/Relative Energy Deficiency in Sports (RED-S). Rev Bras Ginecol Obstet. 2021 May;43(5):395-402. English. doi: 10.1055/s-0041-1730289. Epub 2021 Jun 2. PMID: 34077990.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[9] </em><em>Physical Activity and Exercise During Pregnancy and the Postpartum Period: ACOG Committee Opinion, Number 804. Obstet Gynecol. 2020 Apr;135(4):e178-e188. doi: 10.1097/AOG.0000000000003772. PMID: 32217980.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[10] </em><em>Pivarnik JM, Szymanski LM, Conway MR. The elite athlete and strenuous exercise in pregnancy. Clin Obstet Gynecol 2016;59(3):613–9. </em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[</em><em>11</em><em>] </em><em>Hogervorst E, Craig J, O&#8217;Donnell E. Cognition and mental health in menopause: A review. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol. 2022 May;81:69-84. doi: 10.1016/j.bpobgyn.2021.10.009. Epub 2021 Nov 30. PMID: 34969617.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[12] https://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/gynaekologischerfragebogen.pdf</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[13]</em><em> <a href="https://www.nada.de/medizin/digitale-beispielliste">https://www.nada.de/medizin/digitale-beispielliste</a></em><em> Zugegriffen:03.06.2023 </em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sport und Prävention</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/13685/sport-und-praevention-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2023 15:11:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=13685</guid>

					<description><![CDATA[Es ist ein wunderschöner akademischer Brauch, zu einem besonderen Jubiläum eine Festschrift zu schreiben. So freue ich mich sehr zum zehnjährigen Bestehen der AG Sport und Prävention des BNK einen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist ein wunderschöner akademischer Brauch, zu einem besonderen Jubiläum eine Festschrift zu schreiben. So freue ich mich sehr zum zehnjährigen Bestehen der AG Sport und Prävention des <a href="https://www.bnk.de/">BNK</a> einen Platz eingeräumt zu bekommen.</strong></p>
<p>Werfen wir einen Blick zurück:</p>
<p>In der <a href="https://dgk.org/">Deutschen Gesellschaft für Kardiologie-Herz-Kreislaufforschung (DGK) </a>wurde 1985 die Arbeitsgruppe (AG) „Sportmedizin“ gegründet, die sich mit kardiologischen Problemen im sportmedizinischen Bereich befasste. Es folgten 1995 die Arbeitsgruppe &#8222;Körperliche Belastbarkeit bei nichtkoronaren Herzerkrankungen&#8220; und 2005 die bis heute bestehende AG 32 &#8222;Sportkardiologie&#8220;.</p>
<p>Innerhalb der <a href="https://www.escardio.org/">Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC)</a> publizierte die Arbeitsgruppe Sportkardiologie 2013 ein Curriculum für eine Fortbildung der Subspezialität Sportkardiologie. Ziel dieser Initiative ist die Etablierung einheitlicher, länderübergreifender Weiterbildungsinhalte zur Standardisierung und Optimierung der kardiovaskulären Evaluation und Betreuung von Leistungs- und Freizeitsportlern.</p>
<p>Ebenfalls 2013 formierte sich im Bundesverband niedergelassener Kardiologen (BNK) eine Gruppe von Sportmedizinern und gründete die „AG Sport und Prävention“, begleitet von Jost Wirtz und Norbert Smetak.</p>
<p>Unsere Vision war es, das Wissen über den Benefit von körperlicher Aktivität und Sport jedem Patienten bundesweit zugänglich zu machen und ein flächendeckendes sportkardiologisches Netz zu schaffen. Das richtige Maß an Bewegung hat nachweislich einen großen Nutzen in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen und in der Therapie und Rehabilitation von stabilen Herzerkrankungen, aber bislang kaum Einzug in die ärztliche Aus- und Weiterbildung genommen. Ein weiteres Anliegen war die spezialisierte Betreuung von Leistungs- aber auch Breitensportlern mit kardiovaskulären Erkrankungen.</p>
<p>Neben dem Aufbau einer sportkardiologischen BNK- Fortbildungsreihe suchten wir die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen. Insbesondere mit der <a href="https://www.dgsp.de/">Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V. (DGSP) </a>und der <a href="https://www.dgpr.de/home/">Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR)</a> konnten viele Synergien gemeinsam genutzt werden. Ein faires Teamplay mit Bündelung von gemeinsamen Interessen im Hinblick auf Sport und Bewegung ist der verbindende Nenner.</p>
<p>Mehreren BNK-Mitgliedern wurde es in den Jahren ermöglicht im Nucleus der AG 32 aktiv zu sein. In der letzten Dekade stammten zwei Sprecher und eine Sprecherin aus der AG Sport und Prävention im BNK.</p>
<p>In dieser engen Zusammenarbeit wurde aus der Arbeitsgruppe 32 zunächst ein Kommentar (2015) und anschließend das Curriculum „Sportkardiologie“ (2019) publiziert, die sich an den Empfehlungen der European Association of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation der European Society of Cardiology orientieren. Ziele des Curriculums sind es die Qualität der Versorgung von Patienten bzw. Athleten mit sportkardiologischen Fragestellungen zu verbessern. Die Präsidenten Prof. Hugo Katus und Prof. Norbert Frey erkannten schnell, dass eine DGK ohne Empfehlungen zu körperlicher Aktivität und Training nicht mehr denkbar war.</p>
<p>Zeitgleich konnte im Januar 2019 in Bad Qeynhausen der erste DGK-Akademiekurs „Sportkardiologie“ angeboten werden. Mittlerweilen wurden an 3 weiteren Standorten (Düsseldorf, München, Stuttgart) und auch online 15 Akademiekurse (über jeweils zwei Tage) angeboten. 600 Kardiologen und Kardiologinnen konnten diese Kurse erfolgreich mit einer Prüfung abschließen. Hier und auch im Rahmen der sportkardiologischen Sitzungen an den DGK-Jahrestagungen und digital im Rahmen von DGK.online sind regelmäßig niedergelassene BNK´ler als Referenten beteiligt. Es besteht in Deutschland ein großer Bedarf und ein großes Interesse daran, umfassendes Wissen und Ausbildung im Fach Sportkardiologie zu erwerben.</p>
<p>2020 erschien das AG das Buch „<a href="https://shop.thieme.de/Sportherz-und-Herzsport/9783131751010">Sportherz und Herzsport</a>“ mit Empfehlungen für die sportkardiologische Praxis, das laut Thieme -Verlag „Perfekt als Skript für den DGK-Akademiekurs Sportkardiologie“ geeignet ist und mit den Autoren Berrisch-Rahmel, Rost und Stumpf nicht nur die enge Verzahnung von Klinik und Praxis, sondern auch der AGs aus BNK und DGK zeigt.</p>
<p>Es ist nicht ausreichend, als Arzt pauschale Empfehlungen zu „mehr Bewegung“ auszusprechen. Meist bleibt es bei einem Bewegungsmangel. Aber gerade für Herzpatienten kann möglicherweise ein Zuviel an Sport auch schädlich sein. Im klinischen Alltag fehlten bisher oft spezifische Bewegungsempfehlungen zur Erkrankung und Risikokonstellation. Die 2020 veröffentlichten “ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease / ESC Leitlinien 2020 für Sportkardiologie und körperliche Bewegung bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, an denen Prof. Martin Halle beteiligt war, konnten diese Lücke füllen.</p>
<p>Am Erwerb der Zusatzqualifikation Sportkardiologie bestand von Beginn an ein großes Interesse. In der Akademie trafen bislang fast 400 Anträge von Personen ein. Seit kurzem kam die Möglichkeit einer Qualifizierung der Stätten hinzu. Bislang erhielten 3 Stätten dieses Zertifikat ebenso eine BNK Praxis.</p>
<p>Beim Rückblick auf 10 Jahre AG-Geschichte bin ich fasziniert. Sport und Bewegung wird zunehmend ein fester und eigenständiger Bestandteil der BNK- und DGK-Landschaft. Die Sportkardiolgie ist in der Vernetzung von Wissenschaft, Klinik und Praxis besonders stark. Im klinischen Alltag ist die direkte Übertragung von der Theorie in die Praxis erlebbar. Wir sind gut aufgestellt, um weiterhin erfolgreich zu sein. Aber es bleibt noch viel zu tun.</p>
<p>Auf die 10-jährige Erfolgsgeschichte sind wir stolz und freuen uns auf die Herausforderungen der nächsten Jahre. Wir wollen groß und fröhlich feiern im Jubiläumsjahr 2023. Im Rahmen der <a href="https://www.herzaktion-weimar.de/">Herzaktion Weimar</a> vom 12.-13. Mai laden wir herzlich ein zu unseren Symposien und zum traditionellen BNK-Morgenlauf.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>[1] Heidbuchel H, Papadakis M, Panhuyzen-Goedkoop N, Carré F, Dugmore D, Mellwig KP, Rasmusen HK, Solberg EE, Borjesson M, Corrado D, Pelliccia A, Sharma S; Sports Cardiology Section of European Association for Cardiovascular Prevention and Rehabilitation (EACPR) of European Society of Cardiology (ESC). Position paper: proposal for a core curriculum for a European Sports Cardiology qualification. Eur J Prev Cardiol. 2013 Oct;20(5):889-903. doi: 10.1177/2047487312446673. Epub 2012 May 11. PMID: 22582328.</p>
<p>[2] Niebauer J, Preßler A, Burgstahler C, Scharhag J, Berrisch-Rahmel S, Möhlenkamp S, Schmermund A, Mellwig K, Löllgen H, Halle M. (2016) Kommentar zum Positionspapier der EACPR zur Etablierung eines europaweiten Curriculums für eine Zusatzqualifikation Sportkardiologie. Kardiologe 10:9–23 doi:10.1007/s12181-015-0034-4</p>
<p>[3] Burgstahler C, Pressler A, Berrisch-Rahmel S et al. Curriculum Sportkardiologie,Kardiologe (2019) 13: 236. doi:10.1007/s12181-019-0337-y</p>
<p>[4] Berrisch-Rahmel S, Pressler A, Dahm J, Frey N. <a href="https://kardio.pro/wp-content/uploads/2020/07/curriculum-sportkardiologie_2020.pdf">Das Curriculum Sportkardiologie</a>, Aktuelle Kardiologie (2020) 9: 196-200. doi:10.1055/a-1125-5798</p>
<p>[5] Berrisch-Rahmel S, Rost C, Stumpf C. Sportherz und Herzsport, Thieme Verlag 2020; ISBN: 9783131751010</p>
<p>[6] Pelliccia A, Sharma S, Gati S et al ,ESC Scientific Document Group, 2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease: The Task Force on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease of the European Society of Cardiology (ESC), <em>European Heart Journal</em><em>,</em> ehaa605, <a href="https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa605">https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa605</a></p>
<p>[7] Halle M, Burgstahler C, Gielen S et al. Kommentar zu den Leitlinien (2020) der ESC zu Sportkardiologie und körperlichem Training für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen.<br />
Kardiologe 15, 364–369 (2021). https://doi.org/10.1007/s12181-021-00483-8</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13687" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel.jpg" alt="" width="567" height="567" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel.jpg 567w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel-300x300.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/DGK_Siegel-450x450.jpg 450w" sizes="(max-width: 567px) 100vw, 567px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 17.03.2023</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sportassoziierter plötzlicher Herztod</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/12961/sportassoziierter-ploetzlicher-herztod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 09:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[04/22]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=12961</guid>

					<description><![CDATA[Im Rahmen des Europäischen Kardiologen Kongress 2022 wurden die “ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death” publiziert. Auch bei Athleten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Im Rahmen des Europäischen Kardiologen Kongress 2022 wurden die “ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death” publiziert. Auch bei Athleten jeglichen Alters kann es zum Auftreten eines plötzlichen Herztodes kommen. Eine Besonderheit ist der Sport-assoziierte plötzliche Herztod (sports-related sudden cardiac deaths /SrSCD).</b></p>
<h2><b>Definition des SrSCD</b></h2>
<p>Der plötzliche Herztod (PHT oder SCD) wird definiert als trainingsbedingter Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses (Out of Hospital cardiac Arrest/OHCA), der in direktem Zusammenhang mit einer sportlichen Tätigkeit steht. Per Definition tritt er während des Sportes oder maximal eine Stunde danach auf und kann nicht auf andere Ursachen zurückgeführt werden.</p>
<h2><b>Inzidenz &amp; Ursachen</b></h2>
<p>Pro Jahr sterben etwa 1 – 3 von 100.000 kompetitiven und 5 – 8 von 100.000 nicht-kompetitiven Sportlern an einem sportassoziierten plötzlichen Herztod [1 – 3]. Das Geschlechterverhältnis von Frauen zu Männern ist zu Ungunsten der Männer und variiert je nach Register zwischen 1:5 – 15 [4]. Insgesamt kommt der SrSCD in allen Altersgruppen seltener vor als der SCD in der Allgemeinbevölkerung [5]. Bei Sportlern unter 35 Jahren überwiegen in deutschen Registern strukturelle Herzerkrankungen, Koronaranomalien und Myokarditiden [6]. Bei Frauen ist nicht selten, trotz genetischer Abklärung, keine Ursache zu eruieren. Ein deutlicher Risiko­anstieg nach dem 35. Lebensjahr ist in verschiedenen Herzstillstand-Registern übereinstimmend zu verzeichnen [7, 8]. Die älteren Freizeit- und Mastersportler machen die Hauptanzahl der Fälle insgesamt aus (95 %). Ursächlich überwiegt in dieser Altersgruppe die KHK, es folgen strukturelle Herzerkrankungen und primär elektrische Erkrankungen [9].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Identifikation von Gefährdeten </b><b>(besondere Population)</b></h2>
<p>Die Identifikation von gefährdeten Personen ist schwierig. Risiko-Scores liegen nicht vor. Bei den vermeintlich Gesunden liegt nicht selten Überanstrengung oder Selbstüberschätzung vor, verstärkt durch extreme Umgebungsbedingungen wie Kälte und Hitze. Daten, inwieweit eine Wettkampfsituation gefährlicher ist als ein intensives Training, sind nicht einheitlich. Als besonders vulnerabel sind Personen mit Risikofaktoren oder mit vorbekannten kardiovaskulären Erkrankungen zu nennen [10].</p>
<h2><b>Keine Sicherheit durch Sportrestriktion</b></h2>
<p>Restriktive Empfehlungen oder gar Sportverbote werden nur noch bei wenigen Erkrankungen, wie der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARC) ausgesprochen [11, 12]. Vor dem Hintergrund der vielen positiven Eigenschaften von Sport und Bewegung und der Erkenntnis, dass mangelnde körperliche Leistungsfähigkeit der stärkste Prädiktor für kardiovaskuläre aber auch Gesamt-Morbidität und Mortalität ist, werden den erkrankten Sporttreibenden verantwortungsvolle individuelle Trainingsempfehlungen gegeben, mit der Option einer gemeinsamen Entscheidungsfindung (shared decision making). Die sportkardiologischen ESC-Empfehlungen 2020 zum körperlichem Training im Freizeit- und Leistungssport zeigen für kardiovaskulären Patienten auf, welcher Sport in welcher Intensität und mit welchem Umfang sinnvoll ist [13, 14]. Voraussetzung zur Sportteilnahme ist eine optimal eingestellte und stabile Erkrankung [15 – 19].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention durch PPS</b></h2>
<p>Das Preventive Preparticipation Screening (PPS) vor einer Teilnahme an Freizeit- oder Leistungssport zielt auf die Erkennung von Krankheiten im Zusammenhang mit einem SrSCD ab [20, 21]. Registerdaten belegen, dass sich ein Großteil der betroffenen Sportler über 35 Jahren nicht regelmäßig sportkardiologisch untersuchen ließ. Eine Sportvorsorgeuntersuchung wird angeraten, wenn hochintensiver Sport oder Wettkampfsport ausgeübt wird. In Europa wird empfohlen, dass die Sporttauglichkeitsuntersuchung eine persönliche und familiäre Anamnese, eine körperliche Untersuchung und ein EKG umfassen. Die Anwendung moderner Kriterien für die Interpretation des EKGs bei Sportlern bietet das Potenzial, die Genauigkeit des Screenings zu verbessern, indem die Zahl der falsch-positiven Ergebnisse verringert wird [23]. Ein maximales bzw. symptom-limitiertes Belastungs-EKG und, je nach Sportart und Intensität und Vorerkrankung, eine Echokardiographie werden angeraten. Einige Autoren plädieren dafür, mindestens zweimal im Leben eines Sportlers eine Echokardiographie durchzuführen [24 – 26]. Die erste Untersuchung im Jugendalter kann strukturelle Herzerkrankungen ausschließen, die mit SCD assoziiert sind und nicht durch das EKG erkannt werden können, insbesondere Mitralklappenprolaps, bikuspide Aortenklappe, Koronararterienanomalien und Aortendilatation. Eine zweite Echokardiographie erfolgt ab dem Alter von 30 – 35 Jahren.</p>
<h2><b>Schulung und Aufklärung in der Laienreanimation<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>SrSCD-Ereignisse werden sich trotz Prävention nicht vermeiden lassen. Umso wichtiger sind Schulungen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit (65 %) ohne neurologisches Defizit hat die kardiopulmonalen Laien-Reanimation mit Anwendung von halbautomatischen Defibrillatoren (AEDs). Die Überlebenschancen sind bei Mannschaftssportarten besonders gut. Das basiert auf der Tatsache, dass in Vereinen, auf Wettkampfstätten, aber auch in Fitnessstudios Trainer, Übungsleiter und Sportler geschult sind im effizienten Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren [27 – 29]. Die Laienreanimationsrate variiert zwischen und innerhalb von Ländern. Eine Ausweitung von Vor-Ort-­Kampagnen zur SCD-Prävention ist unbedingt notwendig.</p>
<h2><b>Sportler mit SCD</b></h2>
<p>Ein ICD stellt heutzutage keine Kontraindikation mehr zum Sport dar, jedoch sollte eine sorgfältige Risikoabwägung in Abhängigkeit der Grunderkrankung und der Sportart geführt werden [30, 31]. Die ICD-Indikationen für Leistungssportler sollten sich nicht von denen für Nicht-Sportler-Patienten unterscheiden [32, 33]. Nicht selten bestehen strukturelle Herzerkrankungen, die die sportliche Aktivität limitieren. Es gibt aber durchaus einige ICD-Träger, die abhängig von der Art und Schwere der Herzerkrankung – sofern sie mindestens drei Monate keine Therapie­abgabe durch den ICD und auch keine dokumentierte ventrikuläre Rhyth­mus­störung hatten – sogar Wettkampfsport durchführen können. Sportarten, bei denen durch adäquate oder inadä­quate Schockabgabe ein Bewusstseinsverlust tödlich sein kann, wie beim Tauchen, Bergsteigen, Motorsport oder Freiwasserschwimmen, sollten im Einzelfall sehr kritisch evaluiert werden.</p>
<h2><b>Subcutaneous Intracardiac Defibrillator (S-ICD)</b><b><span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Bei den herkömmlichen transvenösen ICD-Systemen wird durch Sport das Risiko an Sondenkomplikationen (Frakturen, Dislokationen, Infektionen) erhöht. Zu nennen sich insbesondere ausladenden Armbewegung oder Kontusion bei Kontaktsportarten [34]. Ein S-ICD kann bei Patienten in Betracht gezogen werden, die keine bradycarde bzw. antitachykarde ICD-Funktion benötigen [35, 36]. Prophylaktische ICDs sollten bei Sportlern nicht zu dem alleinigen oder primären Zweck eingesetzt werden, die Teilnahme an hochinten­siven Sportwettkämpfen zu ermöglichen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Literatur</i></p>
<p><i>2022 ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death, Zeppenfeld K., Tfelt-Hansen J., European Heart Journal, Volume 43, Issue 40, 21 October 2022,  https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac262</i></p>
<p><i>Übrige Literatur bei der Verfasserin</i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sportkardiologie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/11671/sportkardiologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel&#160;,&#160;Dr. med. Dierk-Christian Vogt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2022 08:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[02/22]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=11671</guid>

					<description><![CDATA[Die Sportkardiologie nimmt einen zunehmenden Stellenwert im Sport, in der Medizin und in der Gesellschaft ein. Gerade im Zuge der zahlreichen COVID-19-Erkrankungen sieht man die Notwendigkeit einer sportmedizini­schen kardiologischen Betreuung. Es [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Sportkardiologie nimmt einen zunehmenden Stellenwert im Sport, in der Medizin und in der Gesellschaft ein. Gerade im Zuge der zahlreichen COVID-19-Erkrankungen sieht man die Notwendigkeit einer sportmedizini­schen kardiologischen Betreuung. Es wird klar betont, dass körperliche Aktivität im Kontext einer akuten Herzmuskelentzündung kontraindiziert ist. Diese Problematik betrifft sowohl kardiologisch Vorerkrankte wie auch besonders Wettkampfsportler.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Auf der diesjährigen Frühjahrstagung der DGK (Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) als Hybridmeeting mit 5.000 Anmeldungen vor Ort und der Möglichkeit per Zoom online teilzunehmen, gehörte das „Update Sportkardiologie“ zu den bestbesuchten Sitzungen.</p>
<p><em><b>„Nur weil jemand eine Turnhose trägt, heißt es nicht, dass er kardiovaskulär gesund ist“<span class="Apple-converted-space"> </span></b></em></p>
<p>Diesen Satz von Martin Halle zitierte der Vortragende Christian Veltmann (Bremen) in seinem Beitrag „Wearables in der Sportkardiologie – Fluch oder Segen?“. Er stellte anschaulich die Vorteile von Smartwatches dar und ging insbesondere auf die Detektion von Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern bei Mastersportlern ein. In weiteren Kurzvorträge der Sitzung refe­rierten die Mitglieder der AG 32 zu Blut­hochdruckregulation beim Leistungssportler, Mitralklappenprolaps als arrhythmogenes Korrelat, kardialen Schä­den bei Athleten durch COVID-19 sowie dem Nutzen vom ESC SCORE-2 für die Risikoeinschätzung vor körper­lichem Training. On Demand sind die Vorträge weiterhin abrufbar für DGK-Mitglieder (https://dgk.meta-dcr.com/jt2022/library/congressresources?q=<br />
sport)</p>
<h2><b>Preisverleihung</b></h2>
<p>Im Anschluss wurde der Young Investigator Award der AG32 vergeben an Florian Egger (Saarbrücken) für seine Forschungsergebnisse. Zwischen 2014 und 2018 hat die Arbeitsgruppe im Auftrag des Fußball-Weltverbandes FIFA eine weltweite Studie über den „plötzlichen Herztod im Fußball“ erstellt. Sein Fazit:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><em><b>„Die Spieler müssen also entsprechend<span class="Apple-converted-space">  </span>in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet sein und es gehören Defibrillatoren auf die Fußballplätze.“</b></em></p>
<p>Bei sofortiger Einleitung lebensrettender Maßnahmen überlebten mehr als 1/3, bei der Anwesenheit von Geschulten und eines Defibrillators sogar 85 % die kardialen lebensgefährlichen Ereignisse. Im Institut werden Todesfälle im Sport seit Jahren wissenschaftlich untersucht. Vereine oder auch Privatpersonen können Fälle melden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="text-align: center;">Kennen Sie einen Fall von plötzlichem Herztod im Sport? Aktuell oder aus den vergangenen Jahren? Dann melden auch Sie ihn: Das Online-Formular für anonyme Fallberichte für das Herztod-Register im Sport finden Sie unter <a href="https://www.uni-saarland.de/fakultaet-hw/scd/form" target="_blank" rel="noopener">www.uni-saarland.de/fakultaet-hw/scd/form</a>.</p>
<h2><b>Sportempfehlung</b></h2>
<p>In der Pressekonferenz präsentierte ­Ulrich Laufs (Leipzig) „Herz und Sport – Wer, wann, wieviel?“. Die DGK-Presse­mitteilung fasst zusammen: Aus kardiologischer Sicht ist beim Thema Herz &amp; Sport die Betrachtung von drei Domänen vorrangig:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention</b><b><span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<ul>
<li>als Maßnahme zum Schutz und Erhalt der Gesundheit<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>für Athleten mit hohen Intensitäten während der Trainingsphase oder im Wettkampf</li>
<li>als Teil der Behandlungsstrategie bei Patienten mit dokumentierter Herz-Kreislauf-Erkrankung<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Prof. Laufs wies darauf hin, dass es einerseits in der Umsetzung von Präventions­maßnahmen um das Thema Motivation und Unterstützung von Patienten gehe, also um die Anwendung von körper­licher Aktivität als Maßnahme zur Prävention und Therapie. So sollte der enorm gesundheitlich positive Effekt von körperlicher Aktivität genutzt werden, um möglichst vielen Menschen Sport zu ermöglichen und sie dazu zu motivieren. Andererseits liege die Aufgabe der Kardiologie darin, bei den Sportlern, die sich mit ganz hohen ­Intensitäten belasten, zur Sicherheit bei körperlicher Aktivität beizutragen. ­Seine Empfehlung:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><em><b>„Bei kardiovaskulären Petienten lautet die Reihenfolge: erst um die Erkrankung kümmern, dann die körperliche Aktivität aufbauen.“</b></em></p>
<p>In der europäischen Leitlinie Sportkardiologie und körperliches Training für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen [1] – in der sportärztezeitung bereits vorgestellt – werden verschiedene Formen der körperlichen Aktivität definiert und empfohlen. Im letzten Jahr wurde hierzu von der DGK eine Pocket Leitlinie erstellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die ELITE-Studie wurde im Rahmen der freien Vorträge „Sportkardiologie“ vorgestellt. Im Nordwesten Deutschlands wurden 4.602 eingeschlossene Teilnehmer regelmäßig auf kardiovaskuläre Risikofaktoren untersucht. Regelmäßiger Sport führt zu einem günstigeren kardiovaskulären Risikoprofil, besserer Lebensqualität, weniger Depressionen und weniger psychischem Stress. Ziel ist es, durch individuelle Empfehlungen und regelmäßige Nachsorge mehr Teilnehmer zu motivieren, ihr Risikoprofil zu verbessern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die DGK will sich für die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen stark machen. Insbesondere für den passiven Teil der Bevölkerung muss im Vordergrund stehen, überhaupt einen Zugang zu körperlicher Aktivität zu finden. Hierbei ist es wichtig, eine Bewegungsform zu suchen, die der persönlichen Neigung entspricht und die auch über längere Zeit ausgeübt werden kann – und dieses ist in jedem Alter möglich und sinnvoll.</p>
<p><strong>DGK eine Pocket Leitlinie – <a href="https://leitlinien.dgk.org/files/03_2021_pocket_leitlinien_praevention_korrigiert.pdf" target="_blank" rel="noopener">download</a></strong></p>
<p><i>Literatur</i></p>
<p><i>[1] Pelliccia A et al., Eur Heart J 2021; 42 (1): 17 – 96 https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa605<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Koronaranomalie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/10363/koronaranomalie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Jürgen Fritsch&#160;,&#160;Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 14:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[04/21]]></category>
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					<description><![CDATA[Während der Triathlon-Europameisterschaft 2015 in Frankfurt musste der ambitionierte Vereinssportler den Wettkampf auf der Radstrecke nach 90 km wegen thorakaler Schmerzen beenden. Die Wettkampfdistanz betrug 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Während der Triathlon-Europameisterschaft 2015 in Frankfurt musste der ambitionierte Vereinssportler den Wettkampf auf der Radstrecke nach 90 km wegen thorakaler Schmerzen beenden. Die Wettkampfdistanz betrug 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km laufen. Die klimatischen Bedingungen waren am Wettkampftag mit anhaltenden Temperaturen über 35 °C extrem. Relevante Vorerkrankungen lagen bei dem Athleten nicht vor, allerdings war der Vater fünf Monate zuvor am plötzlichen Herztod verstorben.</strong></p>



<p>Wegen persistierender Beschwerden stellte sich der Patient am Folgetag in der Universitätsklinik am Wohnort vor. Dort wurden eine CT-Thorax zum Ausschluss einer Lungenembolie, koro­naren Makroangiopathie und Aortendissektion (sog. Triple Rule-out) sowie ein kardiales MRT zum Ausschluss einer <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/3597/myokarditis/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Myokarditis</a> durchgeführt. Poststationär zeigten sich eine Spiroergometrie sowie ein Langzeit-EKG jeweils mit unauffälligem Ergebnis. Die Beschwerdesymptomatik wurde daraufhin als vertebragen eingestuft und eine physiotherapeutische Behandlung empfohlen. </p>



<p>Unter dieser Behandlung kam es zu keiner Besserung der Symptomatik und dem subjektiven Empfinden einer weiterhin eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Es erfolgte deshalb ein erneuter diagnostischer Work-Up beim Vereinsarzt. Die Spiroergometrie zeigte jetzt eine maximale Sauerstoffaufnahme von 146 % des Sollwertes. Dieser Wert ist formal normal, für einen Triathleten, der sich auf einen Langdistanztriathlon systematisch vorbereitet hat, aber unerwartet niedrig. Es wurde deshalb um nochmalige Durchsicht der CT-Bilder im Hinblick auf eine anderweitige Lungengerüsterkrankung gebeten. Die zweite Durchsicht ergab die Diagnose einer Koronaranomalie mit Abgang der rechten Koronararterie (RCA) aus der linkskoronaren Tasche. Der Befund war im Rahmen der Notfalldiagnostik schlicht übersehen worden. Die Anomalie war in Kenntnis des CT-Befundes bei dem sehr gut beschallbaren Patienten in der Echokardiographie darstellbar (Abb. 1).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="695" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-1024x695.jpg" alt="" class="wp-image-10365" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-1024x695.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-300x204.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-768x521.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-150x102.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-450x305.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421-1200x814.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch1_saez0421.jpg 1326w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 1 Echokardiographie Kurzachsenschnitt zur Darstellung 
der Koronararterienabgänge</figcaption></figure>



<p>Koronaranomalien gehören zu den häufigsten Ursachen für plötzliche Todesfälle im Sport. In einer Studie der Minneapolis Heart Institute Foundation Registry war eine Koronaranomalie in der untersuchten Gruppe von 1435 jungen Wettkampfsportlern zwischen 1980 und 2005 mit 17 % die zweithäufigste Todesursache [1]. Die häufigsten Koronaranomalien betreffen den Abgang der rechten Koronararterie aus dem linkskoronaren Sinus valsalvae (anomalous RCA/ARCA) beziehungsweise den Abgang des linken Hauptstammes aus dem rechtskoronaren ­Sinus (anomalous LCA/ALCA). Seltenere Anomalien kommen in Form einer singulären Koronar­arterie, die sich in alle drei Hauptäste aufteilt oder den Abgang der linken Koronararterie aus der Pulmonalarterie (ALPACA) oder Hypoplasien einzelner Abschnitte des Koronarsystems oder Koronarfisteln vor. Alle Formen wurden mit plötzlichen Todesfällen beim Sport in Verbindung gebracht [2].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pathophysiologische Mechanismen</strong></h2>



<p>Als Mechanismus für den <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/7344/ploetzlicher-herztod/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">plötzlichen Herztod</a> wird eine akute Okklusion der falsch abgehenden Arterie mit schwerer myokardialer Ischämie und ventrikulären Tachykardien oder Kammerflimmern postuliert. Im Vordergrund steht dabei immer der proximale Abschnitt des falsch abgehenden Gefäßes. Körperliche Belastung führt zu sympatho­adrenerger Stimulation mit Anstieg der Herzfrequenz, des systolischen Blutdrucks, der myokardialen Kontraktilität und dadurch resultierendem erhöhtem myokardialen Sauerstoffverbrauch. Mit Zunahme der Kontraktilität und des Schlagvolumens steigt die systolische Expansion der proximalen Aorta und Pulmonalarterie. Eine rein systolische Okklusion bei normaler Herzfrequenz würde allerdings nicht ausreichen, um eine relevante Myokardischämie zu verursachen, da auch in der Diastole Koro­narfluss besteht. Bei sehr hoher Herzfrequenz nimmt allerdings der zeitliche Anteil einer systolischen Gefäßokklusion zu, da die Diastolendauer relativ gesehen abnimmt. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Ischämie. Bestimmte Gefäßverläufe begünstigen das Auftreten eine Ischämie (Verlauf des Gefäßes zwischen Aorta und A. pulmonalis, Abgang des Gefäßes in einem spitzen Winkel, sodass das Ostium schlitzförmig und in der Art eines Ventilmechanismus kollabiert, proximaler Anteil der aberranten Koronararterie in der aortalen Gefäßwand) [1]. Als direkte Todesursache ist in der Regel von einem ischämiebedingten Rhythmusereignis auszugehen. Das akute Ereignis tritt meist bei oder nach kurzer, sehr intensiver Belastung auf. Verstorbene haben oft vorher auch schon mehrfach vergleichbare Belastungen ohne Symptomatik oder Zwischenfall durchgeführt. Ein tödlicher Zwischenfall ist also nicht vorhersagbar. Todesfälle treten meist vor dem 30. Lebensjahr auf. Ältere Personen mit Koronaranomalie weisen nur ein geringes Risiko auf, weil dann vermutlich doch kein pathophysiologisches Substrat für den plötzlichen Herztod vorliegt. EKG, Belastungsuntersuchungen und Echo sind vor und nach einem Koronarereignis oft negativ. Eine Ischämie ist bei den betroffenen Personen oftmals auch bei höherer Belastung nicht provozierbar.</p>



<p>Entscheidend für ein erhöhtes Risiko ist der proximale Verlauf des aberranten Gefäßes. So sind fast nur Patienten mit aberrant abgehender linker Koronararterie und Verlauf zwischen Aorta und rechtsventrikulärem Ausflusstrakt gefährdet. Ein proximaler Verschluss der linken Koronararterie führt zu einem großen Ischämieareal mit der Folge ventrikulärer Herzrhythmusstörungen, einer massiven Infizierung und ggf. eines kardiogenen Schocks. Beim Verschluss der rechten Koronararterie ist der betroffene Bereich in der Regel kleiner. Die Prävalenz von Koronaranomalien wird in der Bevölkerung mit 0,3 bis 1,3 % angegeben [6 – 8].&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Können Risikopatienten identifiziert werden?</strong></h2>



<p>Die Mehrzahl der Patienten mit Koronaranomalien ist asymptomatisch. Der akute Herztod ist oftmals das Initialereignis. Die retrospektive Aufarbeitung von Patienten mit überlebtem plötzlichem Herztod zeigt nur bei einem geringen Anteil der Patienten Beschwerden oder pathologische Untersuchungsbefunde wie Erregungsrückbildungsstörungen oder Arrhythmien in der Belastungsuntersuchung. Verdächtige Beschwerden bei jungen Patienten sind immer Angina Pectoris, Synkopen, insbesondere im Zusammenhang mit ­Belastung oder Palpitationen als Folge von Herzrhythmusstörungen. Sportler mit diesen Beschwerden sollten immer unter dem Verdacht einer Koronar­anomalie untersucht werden. Die Darstellung der Koronarostien kann bei guter Beschallbarkeit in der 2-D Echokardiographie (Abb.1) oder sonst mit anderen bildgebenden Techniken (transösophagelaer Echokardiographie, Kernspintomographie, Computertomographie, Koronarangiographie) erfolgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Management der Patienten</strong></h2>



<p>Bis auf Patienten mit Abgang der linken Koronararterie aus der Pulmonalarterie (ALPACA) bleiben die meisten Patienten mit anderen Formen der Koronaranomalien ihr Leben lang asymptomatisch. Patienten mit ALPACA versterben häufig bereits in der Kindheit. Die Patienten sind in der Regel aber symptomatisch mit Angina Pectoris oder Zeichen der Herzinsuf­fizienz. Die Operationsindikation besteht sowohl aus symptomatischen Gründen aber auch bei asymptomatischen Patienten aus prognostischen Gründen zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes.</p>



<p>Bei symptomatischer ALCA oder ARCA (Synkopen, Angina pectoris, ventrikulären Arrhythmien oder Wiederbelebung infolge eines Herzstillstandes) besteht unabhängig vom Alter des Patienten die Indikation zur Therapie. Schwierig zu beurteilen ist die Versorgung von asymptomatischen Patienten. Bei Sportlern mit Koronaranomalien im Alter über 40 Jahre ist der plötzliche Herztod selten. Daher scheinen diese Patienten ungefährdet zu sein, allerdings fehlen gute Studien zu dieser Patientengruppe. Da das Komplikationsrisiko eines operativen Eingriffs den therapeutischen Benefit übersteigt, wird eine operative Versorgung in der Regel nicht empfohlen. Bei Patienten mit ARCA, die im Versorgungsbereich einen objektiven Ischämienachweis aufweisen, wird die Vorgehensweise kontrovers diskutiert. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod bei ALCA wird in einer jungen Population mit 0,0006 % angegeben [8]. Von betroffenen Personen mit ARCA verstarb keiner. Die Entscheidung bei asymptomatischen jungen Patienten mit ALCA ist schwieriger. Von allen Patienten mit ALCA weist die große Mehrheit, bei denen ein plötz­licher Herztod eintritt, einen interarteriellen (zwischen Aorta u. A. pulmonalis) Verlauf auf. Auch wenn diese Patienten eine niedrige Inzidenz für einen plötzlichen Herztod haben, wird Ischämiediagnostik in Form von szintigraphischen Untersuchungen (Myokardszintigraphie) oder Stressechokardiographie oder Stress-MRT empfohlen. Bei Nachweis einer Ischämie sollte eine operative Korrektur in Erwägung gezogen werden. Bei Personen ohne objektiven Ischämienachweis wird die Vorgehensweise kontrovers diskutiert [10]. Zumindest wird diesen Personen empfohlen, intensive Belastungen und Wettkampfsport zu vermeiden. Inwieweit eine medikamentöse Therapie, beispielsweise mit einem Betablocker, das Risiko reduzieren kann, ist wissenschaftlich nur unzureichend belegt. Bei Patienten mit intramuralem Gefäßverlauf besteht therapeutisch die Möglichkeit einer opera­tiven Freilegung (Unroofing) des betroffenen Gefäßabschnittes. Bei Formen ohne intramuralen Verlauf erfolgt eine koronare Reimplantation, Bypassversorgung oder Verlagerung der Pulmonalarterie zur Vergrößerung des interarteriellen Abschnittes mit dem Ziel einer Dekompression der aberrant verlaufenden Arterie. Angioplastische Maßnahmen und Stent- Versorgung sind in der Literatur ebenfalls beschrieben.&nbsp;</p>



<p>Bei dem oben geschilderten Fallbericht lag eine ARCA vor. Ein interarterieller Verlauf des Gefäßes mit Kompression bestand nicht. In der Stressechokardiographie konnte keine belastungsabhängige myokardiale Ischämie bis zur subjek­tiven Belastungsgrenze dokumentiert werden. Arrhythmien waren im Langzeit-EKG nicht nachweisbar. Zur genauen Beurteilung des proximalen Gefäßverlaufes und insbesondere des Ostiums erfolgte auch eine Koronarangiographie, die eine Kompression ausschließen und eine freies Ostium darstellen konnte. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod beim Sport ist in diesem Fall als sehr gering einzustufen. Insbesondere die Einschätzung der Symptomatik war bei dem Patienten schwierig. Eine psychogene Komponente aufgrund des plötzlichen Herztodes beim Vater erschien möglich und wurde im offenen Gespräch mit dem Patienten dann auch von diesem bejaht. Dem Sportler wurde daraufhin wieder eine Freigabe zur Teilnahme am Wettkampfsport erteilt und ist bis dato komplett beschwerdefrei geblieben.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="970" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-970x1024.jpg" alt="" class="wp-image-10366" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-970x1024.jpg 970w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-284x300.jpg 284w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-768x811.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-1455x1536.jpg 1455w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-150x158.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-450x475.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421-1200x1267.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/Fritsch2_saez0421.jpg 1819w" sizes="(max-width: 970px) 100vw, 970px" /><figcaption>Abb. 2 Häufige Koronaranomalien 2020 
ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with 
cardiovascular disease – associated with sudden cardiovascular death</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<ul class="wp-block-list"><li>Koronaranomalien gehören zu den potenziellen Ursachen für einen plötzlichen Herztod im Zusammenhang mit Sport. Die Diagnosestellung ist nicht leicht. Insbesondere die nicht-invasive Ischämiediagnostik ist oft negativ.&nbsp;</li><li>Bei jungen Sportlern unter 40 Jahren mit verdächtigen Beschwerden muss deshalb gezielt nach einer Koronar­anomalie mit bildgebenden Verfahren (Echo, MRT, CT, Koronarangio­graphie) gesucht werden. Eine ab­errant abgehende rechte Koronar­arterie ist meist unproblematisch und bedarf in der Regel keiner weiteren Maßnahmen.&nbsp;</li><li>Die ALCA mit Verlauf der linken ­Koronararterie zwischen Aorta und Pulmonalarterie ist eine risikoreiche Form. Bei Patienten mit Ischämienachweis oder entsprechenden Beschwerden ist eine operative Therapie zu erwägen.&nbsp;</li><li>Asymptomatische Sportler mit Koronaranomalie über 40 Jahren scheinen weniger gefährdet zu sein, konkrete Empfehlungen zur Sportausübung sind wegen fehlender Studien aber nicht möglich, so dass Freizeitsport und moderate Belastungen vertretbar erscheinen, hoch-intensive Belastungen aber nur mit Vorsicht zu empfehlen sind [11].&nbsp;</li></ul>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Cheitlin MD. Congenital anomalies of coronary arteries. Herz 34. 2009: 268 – 279</em></p>



<p><em>[2]</em> <em>Rich BS. Sudden death screening. Med Clin North Am 1994; 78:267 – 88</em></p>



<p><em>[3] Taylor AJ, Byers JP Cheitlin MD et al. Anomalous right or left coronary artery from the contralateral sinus: „high risk“ abnormalities in the initial coronary artery course and heterogenous clinical outcomes. Am Heart J 1997; 133: 428 – 35</em></p>



<p><em>[4] Cheitlin MD, De Castro CM, McAllister HA. Sudden death as a complication of anomalous left coronary origin from the anterior sinus of Valsalva. A not-so-minor congenital anomaly. Circulation 1974; 50: 780 – 7.</em></p>



<p><em>[5] Roberts WC, Shirani J. The four subtypes of anomalous origin of the left main coronary artery from the rigth aortic sinus (or from the right coronary artery). Am J Cardiol 1992; 70: 119 – 21</em></p>



<p><em>[6] Yamanaka O, Hobbs RE. Coronary artery anomalies in 126.595 patients undergoing coronary arteriography. Cathet Cardiovasc Diagn 1990; 21: 28 – 40</em></p>



<p><em>[7] Lytrivi ID, Wong AH, Ko HH, et al. Echocardiographic diagnosis of clinically silent congenital coronary artery anomalies. Int J Cardiol 2008; 126: 386 – 93</em></p>



<p><em>[8] Alexander RW, Griffith GC. Anomalies of the coronary arteries and their clinical significance. Circulation 1956; 14: 800 – 5</em></p>



<p><em>[9] Eckart RE, Scoville SL, Campbell CL. Et al. Sudden death in young adults: a 25-year review of autopsies in military recruits. Ann Intern Med 2004; 141: 829 – 34</em></p>



<p><em>[10] Mirchandani S, Phoon CK. Management of anomalous coronary arteries from contralateral sinus. Int J Cardiol 2005; 102: 383-9</em></p>



<p><em>[11] Antonio Pelliccia, Sanjay Sharma, Sabiha Gati, Maria Bäck, Mats Börjesson, Stefano Caselli, Jean-Philippe Collet, Domenico Corrado, Jonathan A. Drezner, Martin Halle, Dominique Hansen, Hein Heidbuchel, Jonathan Myers, Josef Niebauer, Michael Papadakis, Massimo Francesco Piepoli, Eva Prescott, Jolien W. Roos-Hesselink, A. Graham Stuart, Rod S. Taylor, Paul D. Thompson, Monica Tiberi, Luc Vanhees, Matthias Wilhelm</em></p>



<p><em>[12] 2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease. European Heart Journal (2021) 42, 17 – 96:10.1093/eurheartj/ehaa605</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESC Guideline</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/10338/esc-guideline-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[04/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=10338</guid>

					<description><![CDATA[Die ESC-Leitlinie für Sportkardiologie befasst sich mit Fragen der Sport- und Wettkampftauglichkeit sowie Empfehlungen zu körperlichen Training im Freizeit- und Leistungssport bei Patienten mit kardialen Erkrankungen. Neu gibt es dazu [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die ESC-Leitlinie für Sportkardiologie befasst sich mit Fragen der Sport- und Wettkampftauglichkeit sowie Empfehlungen zu körperlichen Training im Freizeit- und Leistungssport bei Patienten mit kardialen Erkrankungen. Neu gibt es dazu einen deutschen Kommentar von Martin Halle et.al. [2]. Unsere wiss. Beirätin Frau Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel stellt für Sie kurz und prägnant einzelne Krankheitsbilder und Fragestellungen zusammen. </strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sportempfehlung für Menschen mit Herzklappenerkrankungen?</strong></h2>



<p>Nicht selten ist ein Klappenvitium ein Zufallsbefund. Bei auffälliger Herz-Auskulation erfolgt die Zuordnung in der Echokardiographie.</p>



<p><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Patienten mit geringer oder moderater Klappendysfunktion, normaler links-ventrikulärer Funktion sowie guter Belastbarkeit ohne Ischämie haben insgesamt ein niedriges Risiko und können an allen Sportarten bishin zum Wettkampf teilnehmen.&nbsp;</span></em></p>



<p>Im Gegensatz dazu haben Patienten mit moderater bis hochgradiger Klappendysfunktion ein erhöhtes Risiko. Solche mit&nbsp; links- oder rechtsventrikulärer Dysfunktion,&nbsp; einer pulmonalen arteriellen Hypertonie und belastungsinduzierten Rhythmusstörungen&nbsp; haben sogar ein hohes Risiko. Diese Personen sollten nicht an Freizeit- und Leistungssport teilnehmen, sondern nur am Gesundheitssport.</p>



<p><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Klappen-Insuffizienzen werden bei Ausdauersportlern meist besser toleriert als Stenosen.</span></em></p>



<p>Die Übersicht aus dem ebenfalls in diesem Jahr erschienen Papier “Athletes with valvular heart disease and competitive sports: a position statement of the Sport Cardiology Section of the European Association of Preventive Cardiology“ [3] zeigt die aktuellen Empfehlungen (siehe Abbildung).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="965" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-1024x965.jpg" alt="" class="wp-image-10340" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-1024x965.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-300x283.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-768x724.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-150x141.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-450x424.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel-1200x1131.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/01/ESCGuideline-BerrischRahmel.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Sport bei Klappenerkrankungen – auch ohne Beschwerden (Tipps ergänzend zusätzlich zur Tabelle)</span></em></p>



<p>Bei asymptomatischer moderater oder schwerer <strong>Aortenklappenstenose</strong> sollte eine Ergometrie durchgeführt werden. Hier kann eine Abnahme des systolischen Blutdrucks unter Belastung oder ein fehlender Anstieg des systolischen Blutdrucks von &lt; 20 mm Hg sowie eine belastungsinduzierte ventrikuläre Tachykardie ausgeschlossen werden. Eine schwere <strong>Aortenklappeninsuffizienz</strong> bei asymptomatischen Patienten mit moderat dilatiertem linkem Ventrikel und guter linksventrikulärer systolischer Funktion solle alle 6 Monate kardiologisch kontrolliert werden.&nbsp;</p>



<p>Die kongenitale <strong>bikuspide Aortenklappe</strong> (Prävalenz von 1 – 2 %) hat ein erhöhtes Risiko einer Aortendissektion. Folge kann die Dilatation der Aorta ascendens sein. Als Normalwerte gelten &lt;40 mm bei Männern und &lt; 34 mm&nbsp; bei Frauen. Falls die Aorta ascendens jenseits des normalen Diameters liegt, sollten hoch-intensive Sportarten, Kontaktsportarten und Kraftsport vermieden werden. Ist die Aorta beim Mann auf 45 – 50 mm dilatiert, dann sollten nur Spielsportarten und solche mit niedriger Intensität durchgeführt werden [2]. Regelmäßige klinisch Überwachungen lassen eine fortschreitende Klappenfunktionsstörung und eine Erweiterung der Aortenwurzel frühzeitig erkennen.</p>



<p><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Bei bikuspider Aortenklappe ohne Dilatation der Aorta ascendens gibt es keine Einschränkung der körperlichen Aktivität.</span></em></p>



<p>Patienten mit moderater – oder hochgradiger <strong>Mitralklappenstenose</strong> sollten nur an Sportarten mit niedriger Inten-sität teilnehmen (IIb, C). Bei schwerer <strong>Mitralklappeninsuffizienz</strong> kann mit Belastungsintensitäten im niedrigen (und in Einzelfällen bis moderaten Intensitätsbereich) trainiert werden (IIb, C). Ein <strong>Mitralklappenprolaps</strong> (MKP) ist eine häufige Ursache für eine primäre MI. Ein arrhythmogener plötzlicher Herztod (SCD) bei MKP ist selten (0,2 – 0,4 % / Jahr) und häufiger bei Frauen. Er tritt unabhängig vom Grad der Regurgitation auf und ist häufig mit einer Myokardfibrose assoziiert. Bei Synkopen, T-Wellen-Inversion in den inferioren Ableitungen und ventrikuläre Extrasystolen mit Rechtsschenkelblock (RBBB)-Morphologie und einer superioren Achse sollten zu weiteren Klärung ein Kardio-MRT durchgeführt werden. Bei unauffällige Ergometrie und keinen ventrikulären Rhythmusstörungen im Langzeit-EKG bestehen bei asymptomatischen Sportlern mit MKP und milder bis moderater Mitralklappeninsuffizienz keinerlei Einschränkungen.</p>



<p><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Die Prognose eines Mitralklappenprolaps bei Leistungssportlern ist sehr gut.</span></em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Empfehlungen zur Teilnahme am Sport&nbsp; für asymptomatische Athleten mit Herzklappenvitien&nbsp;</strong></h2>



<p>Somit gilt auch beim Klappenpatienten nicht die Frage, ob die Herzpatientin oder der Herzpatient Sport treiben darf, sondern welcher Sport in welcher Intensität und mit welchem Umfang individuell der Richtige ist.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Pelliccia A. et al. 2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with car- diovascular disease: The Task Force on sports car- diology and exercise in patients with cardiovascu- lar disease of the European Society of Cardiology (ESC); Eur Heart J 2020, ehaa605, https:// doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa605&nbsp;</em></p>



<p><em>[2] Halle, M.et al. Kommentar zu den Leitlinien (2020) der ESC zu Sportkardiologie und körperlichem Training für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Kardiologe (2021). https://doi.org/10.1007/s12181-021-00483-8</em></p>



<p><em>[3] Athletes with valvular heart disease and competitive sports: a position statement of the Sport Cardiology Section of the European Association of Preventive Cardiology Frank van Buuren van F. et al;Athletes with valvular heart disease and competitive sports: a position statement of the Sport Cardiology Section of the European Association of Preventive Cardiology, Eur Heart J 2021, zwab058,&nbsp; https://doi.org/10.1093/eurjpc/zwab058</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>ESC Guideline – Herzinsuffizienz</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/7220/esc-guideline-herzinsuffizienz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[02/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=7220</guid>

					<description><![CDATA[Natürlich kann man die ESC-Empfehlungen auch nur als Nachschlagewerk nutzen. Aber einige Facts sollte man im täglichen sportmedizinischen Alltag parat haben. Unsere wiss. Beirätin Frau Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel stellt [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><b>Natürlich kann man die ESC-Empfehlungen auch nur als Nachschlagewerk nutzen. Aber einige Facts sollte man im täglichen sportmedizinischen Alltag parat haben. Unsere wiss. Beirätin Frau Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel stellt für Sie kurz und prägnant einzelne Krankheitsbilder und Fragestellungen zusammen. Die vergangenen Artikel dazu finden Sie hier: </b><a style="font-weight: bold;" href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/6598/arterielle-hypertonie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Arterielle Hypertonie</a><strong><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/1050/covid-19-und-return-to-play/">,</a><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/3595/esc-guideline-2020/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> ESC Guideline 2020</a></strong></p>



<p><strong>Sportempfehlung für Menschen mit Herzinsuffizienz?</strong></p>



<p>in Sportverbot für Herzinsuffizienz-Patienten ist schon lange überholt. Auch bei diesen Patienten hat sich körperliche Aktivität als sehr günstig für die Prognose herausgestellt.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Mit dem Training sollte&nbsp;nur bei klinisch stabilen Patienten</strong> <strong>begonnen werden.&nbsp;</strong></p>



<p>Training wird empfohlen bei allen gut eingestellten Patienten, die über mindestens vier Wochen stabil sind. Auch bei Herzinsuffizienz-Patienten hängt die empfohlene Trainingsintensität von der Grunderkrankung und der Sporterfahrung ab. Beides sollte man durch Basisuntersuchungen zunächst abklären mit einem maximaler Belastungstest wie ­einer (Spiro-)Ergometrie und der Erfassung von Komorbiditäten. Vor Trainingsbeginn sollte auch die linksventrikuläre Pumpfunktion bekannt sein. Das bedeutet, dass ein aktueller Befund der Echokardiographie oder eines Kardio-MRTs mit Bestimmung der EF (Ejection fraction) vorliegt.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Je schwerwiegender&nbsp;die kardiovaskuläre Erkrankung&nbsp;ist und je schlechter sich die linksventrikuläre Pumpfunktion&nbsp;darstellt, desto restriktiver sind</strong> <strong>die Vorgaben.</strong></p>



<p>Danach erfolgt die Risikostratifizierung. Patienten, die keine Ischämien oder Arrhythmien unter Belastung und eine normale Pumpfunktion aufweisen, gehören der Risikoklasse B an. Für diese Patienten mit niedrigem Risiko und keinen Beschwerden (dem klinischen Bild einer NYHA Klasse I) ist eine körperliche Aktivität bishin zum hochintensiven Freizeitsport möglich.&nbsp;</p>



<p>Grundsätzliche Kontraindikationen für ein körperliches Training sind:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Hypotension in Ruhe oder während des Trainings</li><li>Hypertonie in Ruhe oder unter Belastung</li><li>instabile Herzerkrankungen&nbsp;</li><li>Verschlechterung der Symptomatik unter Belastung&nbsp;</li></ul>



<p>Personen der Risikoklasse C sollen vorsichtig mit dem Training beginnen. Dazu zählen jene mit einer Pumpfunktion &lt; 50 %, unbehandelten Koronarstenosen, Angina pectoris, Arrhythmien oder Ischämien unter Belastung. Für stabile, optimal behandelten Patienten mit HFmEF (Ejektionsfraktion von 40 – 49 %)&nbsp;wird ein niedrig bis moderat intensiver Freizeitsport ohne Wettkampfcharakter empfohlen. Nicht empfohlen wird hochintensives Kraft- und Ausdauertraining bei Patienten mit reduzierte Pumpfunktion, egal ob Beschwerden vorliegen oder nicht.</p>



<p>Bei ICD/CRT-Schrittmacher-Trägern richten sich die Empfehlungen nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Ein Sportverbot durch einen implantier­baren Defibrillator (ICD) kann nicht umgangen werden, wenn die Erkrankung es nicht zulässt.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Die individuelle Situation&nbsp;des Sportteibenden soll&nbsp;berücksichtigt werden, also eine &nbsp;Fall-zu-Fall-Entscheidung in Abhängigkeit des Risikos.</strong></p>



<p>Regelmäßige ärztliche Kontrollen (alle 3 – 6 Monate) zur Überprüfung der ­Adhärenz und zur Anpassung der Trainingsempfehlungen in Bezug auf Umfang und Intensität sind sinnvoll.&nbsp;</p>



<p><em>Quelle: Pelliccia A et al. 2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease: The Task Force on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease of the European Society of Cardiology (ESC);&nbsp;Eur&nbsp;Heart J 2020, ehaa605, DOI: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa605</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arterielle Hypertonie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/6598/arterielle-hypertonie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 May 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[01/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=6598</guid>

					<description><![CDATA[Unsere wiss. Beirätin Frau Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel hat in der letzten Ausgabe der sportärztezeitung (04/20) die ESC Guideline 2020 vorgestellt. In den nächsten Ausgaben wird sie kurz und prägnant [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Unsere wiss. Beirätin Frau Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel hat in der letzten Ausgabe der sportärztezeitung (04/20) die <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/3595/esc-guideline-2020/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ESC Guideline 2020</a> vorgestellt. In den nächsten Ausgaben wird sie kurz und prägnant einzelne Krankheitsbilder und Fragestellungen zusammenfassen. Den Anfang macht in dieser Ausgabe die Frage, welche Sportempfehlung für Menschen mit Risikofaktoren und arterieller Hypertonie gegeben werden können.</strong></p>



<p>In der Corona- Pandemie kommt es zu einer weiteren Zunahme der körperlichen Inaktivität in allen Bevölkerungsgruppen. Bewegungsmangel ist mitverantwortlich für die kardiovaskulären Risikofaktoren arterielle Hypertonie, Übergewicht und Diabetes mellitus. In der neuen ESC Leitlinie gibt es spezifische Empfehlungen für Personen mit diesen Risikokonstellationen.</p>



<p><strong><span class="has-inline-color has-vivid-red-color"><em>Vor Trainingsbeginn sollte das kardiovaskuläre Risiko bestimmt werden</em></span></strong></p>



<p><strong>Empfehlungen zur Sportvorsorgeuntersuchung bei Gesunden &gt; 35. Lebensjahr</strong></p>



<p>Körperlich aktive Personen mit einem niedrigen Risiko (ESC-Score &lt; 1 %) ohne Beschwerden benötigen keine Untersuchung. Personen, die bisher völlig inaktiv waren oder über längere Zeit eine Sportpause hatten, sollten sich ärztlich untersuchen lassen, bevor sie mit dem Sporttreiben beginnen. Dies gilt insbesonders für Personen mit einem hohen und sehr hohen ­Risiko (ESC-Score &gt; 5 %) und zusätzlichen anderen Risikofaktoren wie Herzerkrankungen in der Familie.</p>



<p><strong><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Der ESC-Risiko-Score beinhaltet die Parameter Alter, Geschlecht, Blutdruck, Rauchen und Fettstoffwechselstörungen</span></em></strong></p>



<p>Die Sportvorsorgeuntersuchung beinhaltet Annamnese, Sportanamnese, körperliche Untersuchung und ein Ruhe-EKG. Eine Belastungsuntersuchung gibt Aufschluss über die Leistungsfähigkeit. In der Ergometrie (oder Spiroergometrie) sollte eine maximale kardiopulmonale Ausbelastung erreicht werden (Borg RPE 17 – 19). Die Informationen zu Blutdruck- und Herzfrequenzverhalten dienen auch der Trainingssteuerung.</p>



<p><strong><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Je höher die geplanten Intensitäten des Sportes sind desto umfassender sollten die Voruntersuchungen sein</span></em></strong></p>



<p>Ein Belastungstest wird unbedingt empfohlen, wenn eine hochintensive Belastung oder eine Teilnahme am Wettkampfsport geplant werden.&nbsp;</p>



<p><strong><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Wenig körperliches Training ist immer besser als gar keins&nbsp;</span></em></strong></p>



<p>Insbesondere der Untrainierte sollte langsam starten und kontinuierlich steigern. Zunächst den Umfang, dann die Dauer pro Sporteinheit und zuletzt die Intensität (ÖLI= öfter, länger, intensiver) steigern. Gleiches gilt auch für Personen nach einer längeren Sportpause, wie z. B. nach einer abgelaufenen Myokarditis oder nach einer Verletzung. Ziel ist ein Pensum von mindestens 150&nbsp;Minuten Sport mit moderater Intensität in der Woche zu erreichen. Noch besser ist es, dieses Pensum zu verdoppeln. Nicht nur Patienten mit Übergewicht, (gut eingestelltem) Bluthochdruck oder Diabetes sondern allgemein allen Personen wird zusätzlich mindestens 3 x/Woche ein Krafttraining empfohlen. Personen über dem 60.Lebensjahr wird ein Gleichgewichts- und Koordinationstraining als Sturzprophylaxe an zwei Tagen pro Woche angeraten.&nbsp;</p>



<p><strong><em><span class="has-inline-color has-vivid-red-color">Start slow – Langsam beginnen und Schritt für Schritt steigern bis auf 150&nbsp; Minuten pro Woche&nbsp;</span></em></strong></p>



<p>Es ist notwendig, konkrete, den Sport betreffende, Dosisempfehlungen auszusprechen. Welche Art der Bewegung sinnvoll ist, sollte entsprechend den Wünschen und Zielen des Patienten gemeinsam abgestimmt werden. Regelmäßige ärztliche Kontrollen zur Überprüfung der Compliance und zur Anpassung der Trainingsprogramme sind sinnvoll.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-1024x580.jpg" alt="" class="wp-image-6599" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-1024x580.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-300x170.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-768x435.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-150x85.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-696x394.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-1068x605.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121-741x420.jpg 741w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/BerrischRahmel_Abb_saez0121.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><em>Pelliccia A et al. 2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease: The Task Force on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease of the European ­Society of Cardiology (ESC); Eur Heart J 2020, ehaa605, </em><em>DOI: https://doi org/10.1093/</em><em>eurheartj/ehaa605</em></p>
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