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	<title>Ernährung Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Ernährung Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Proteine und Ballaststoffe</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22829/proteine-und-ballaststoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Klaus Pöttgen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 08:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei hoher Proteinzufuhr müssen lösliche Ballaststoffe ergänzt werden, weil sie proteolytische Gärung reduzieren, die Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs) erhöhen, die Darmbarriere schützen und epigenetisch entzündungshemmende Programme aktivieren. Unlösliche Ballaststoffe leisten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bei hoher Proteinzufuhr müssen lösliche Ballaststoffe ergänzt werden, weil sie proteolytische Gärung reduzieren, die Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs) erhöhen, die Darmbarriere schützen und epigenetisch entzündungshemmende Programme aktivieren. Unlösliche Ballaststoffe leisten das nicht. Bis zu 35 % des Proteins können unverdaut in den Dickdarm gelangen [1].</b></p>
<p>Dort wird es von Bakterien proteolytisch fermentiert und erzeugt Ammoniak, p‑Kresol, Indol, Schwefelverbindungen und entzündungsfördernde Metabolite, welche die Darmbarriere belasten, systemische Entzündung erhöhen und die Regeneration beeinträchtigen. Lösliche Ballaststoffe reduzieren proteolytische Gärung, indem sie die Darmflora weg von Proteinabbau hin zu saccharolytischer Fermentation lenken. Dadurch entstehen weniger toxische Protein­metabolite, Blähungen, Krämpfe, gastrointestinaler (GI)‑Stress und Endotoxintranslokation [2]. Sie erhöhen die Viskosität im Dünndarm, sorgen für eine langsamere Magenentleerung und gleichmäßigere die Aminosäurefreisetzung (stabilisieren Aminosäurekurve) [3]. Unlösliche Ballaststoffe (z. B. Weizenkleie, Cellulose) können das nicht leisten. Sie werden nicht fermentiert (keine SCFAs) und erhöhen nur das Stuhlvolumen. Sie beschleunigen die Transitzeit, reduzieren nicht proteolytische Gärung und haben keine epigenetischen Effekte [3, 4]. Lösliche Ballaststoffe (z. B. Inulin, PHGG, Akazienfaser, Nutriose®) werden im Kolon von Darmbakterien fermentiert und dabei zu kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) vor allem Acetat, Propionat und Butyrat umgewandelt. Diese Metabolite sind nicht nur Energiequelle für Kolonozyten, sondern wirken als epigenetische Mediatoren, die direkt in die Genregulation des Wirts eingreifen. Für Sportler und Personen mit hoher Proteinzufuhr ist das relevant, weil SCFAs proteolytische, potenziell toxische Metabolite (Ammoniak, pKresol, Indol) ausbalancieren, die Darmbarriere stabilisieren, Entzündungsprozesse modulieren und über epigenetische Mechanismen Immun- und Stoffwechselprogramme beeinflussen [5].</p>
<h2><strong>Epigenetische Mechanismen von SCFAs-HDAC-Hemmung und Chromatinöffnung</strong></h2>
<p>Butyrat und teilweise Propionat wirken als Histon-Deacetylase-Inhibitoren (HDAC-Inhibitoren). Durch die Hemmung von HDACs bleiben Histone stärker acetyliert, das Chromatin wird „offener“ und bestimmte Gene werden leichter transkribiert. Aktuelle Arbeiten zeigen, dass SCFAs spezifische Histon-Acylierungen (z. B. H3K18pr, H3K18bu, H4K12pr, H4K12bu) erzeugen, diese Modifikationen mit offenen Chromatinregionen und erhöhter Genexpression korrelieren, insbesondere Gene für Wachstum, Differenzierung und Ionentransport modulieren. Damit sind SCFAs direkte epigenetische Schalter, die metabolische Signale (Ballaststoffzufuhr, Mikrobiomaktivität) in Genregulation übersetzen.</p>
<h2><b>Epigenetische Steuerung der Immunantwort</b></h2>
<p>Neuere Studien zeigen, dass SCFAs die Antikörperantwort und B-Zell-Funktion über epigenetische Mechanismen modulieren. In B-Zellen verändern SCFAs Histonmodifikationen und beeinflussen so die Expression von Genen, die für Antikörperproduktion und Differenzierung relevant sind [6]. Parallel dazu wurde gezeigt, dass Butyrat die epitheliale T-Zell-Kommunikation im Darm epigenetisch „lizensiert“ und so eine intestinale Immuntoleranz fördert: SCFAs verändern Chromatinstrukturen in Epithelzellen und Immunzellen und stabilisieren tolerogene Programme [7].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><strong>Darmbarriere</strong></h2>
<p>Butyrat erhöht die Expression von Tight-Junction-Proteinen und Schleimschicht-Komponenten (z. B. MUC2) über epigenetische Modulation von Promotorregionen und Histonmarkierungen. Das führt zu verbesserter Barrierefunktion, reduzierter Translokation von Endotoxinen und geringerer systemischer Entzündung.</p>
<h2><b>Gehirn und Neuroepigenetik</b></h2>
<p>SCFAs wirken nicht nur lokal im Darm, sondern beeinflussen über die Darm–Hirn-Achse auch neuronale Systeme. Eine aktuelle Übersicht beschreibt SCFAs als epigenetische Mediatoren, die Histonmodifikationen in neuronalen und glialen Zellen verändern, neuroinflammatorische Prozesse modulieren und potenziell bei neurodegenerativen Erkrankungen eine Rolle spielen. Damit wird klar Ballaststoffzufuhr und SCFA-­Produktion sind nicht nur „Darmthemen“, sondern systemische, inklusive neuroepigenetische Konsequenzen haben [8].</p>
<h2><b>Vier lösliche Ballaststoffe als Hebel für SCFA-Epigenetik</b></h2>
<p>Lösliche Ballaststoffe unterscheiden sich in Fermentierbarkeit, Verträglichkeit und SCFA-Profil:</p>
<ul>
<li>PHGG (Partially Hydrolyzed Guar Gum): sehr gut verträglich, niedrige Viskosität, stabile Butyratproduktion – ideal für tägliche Proteinshakes.</li>
<li>Akazienfaser: moderate Fermentierbarkeit, hohe Verträglichkeit, Förderung von Bifidobakterien.</li>
<li>Inulin: stark fermentierbar, hohe SCFA-Produktion (v. a. Butyrat, Propionat), aber häufiger Gasbildung.</li>
<li>Nutriose® (Resistant Dextrin): extrem gut löslich, sehr gut verträglich, stabile Butyrat- und Propionatproduktion, blutzuckerstabilisierend und ideal für Sporternährung.</li>
</ul>
<p>Durch gezielte Auswahl und Kombination dieser Fasern lässt sich die SCFA-Produktion und damit die epigenetische Landschaft im Darm und darüber hinaus modulieren. Die bekannten und häufig genutzten Flohsamenschalen (Psyllium) haben übrigens eine Mischform ~ 70 % löslicher und ~ 30 % unlöslicher Ballaststoffe.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22893" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-1024x328.jpg" alt="" width="755" height="242" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-1024x328.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-300x96.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-768x246.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-150x48.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-450x144.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326-1200x384.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Poettgen_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Relevanz für Sportphysiologie und hohe Proteinzufuhr</b></h2>
<p>Bei hoher Proteinzufuhr (z. B. 1,4 – 2,0 g/kg/Tag, in Diätphasen bis &gt; 2,3 g/kg/Tag) entsteht ein Spannungsfeld zwischen gewünschter Muskelproteinsynthese und potenziell ungünstiger proteolytischer Fermentation im Kolon. Lösliche Ballaststoffe und SCFA-Produktion bieten hier einen physiologischen Ausgleich durch weniger toxische Proteinmetabolite, stabilere Darmbarriere, geringere systemische Entzündung, epigenetische Förderung tolerogener und regenerativer Programme. Für Athleten ist damit nicht nur die Menge an Protein, sondern die Qualität der begleitenden Ballaststoffzufuhr entscheidend.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<ul>
<li>SCFAs sind zentrale epigenetische Mediatoren, die:</li>
<li>Histonmodifikationen (Acetylierung, Propionylierung, Butyrylierung) steuern,</li>
<li>Chromatinzugänglichkeit und Genexpression verändern,</li>
<li>Immunantwort, Darmbarriere und sogar neuronale Prozesse modulieren.</li>
</ul>
<p>Lösliche Ballaststoffe – insbesondere PHGG, Akazienfaser, Inulin und Nutriose® – sind der steuerbare Eingang in dieses System. Über sie lässt sich die SCFA-Produktion und damit die epigenetische Regulation gezielt beeinflussen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Evenepoel et al., 1998</li>
<li>Macfarlane &amp; Macfarlane, <em>Journal of Applied Microbiology</em>. J AOAC Int . 2012 Jan-Feb;95(1):50-60. doi: 10.5740/jaoacint.sge_macfarlane. Bacteria, colonic fermentation, and gastrointestinal health.</li>
<li>Slavin, <em>Nutrition Research Reviews</em> 2013 – Nutrients. 2013 Apr 22;5(4):1417-35. doi: 10.3390/nu5041417. Fiber and prebiotics: mechanisms and health benefits</li>
<li>Stephen &amp; Cummings, <em>Gut</em> 1980 – J Med Microbiol.1980 Feb;13(1):45-56.doi: 10.1099/00222615-13-1-45. The microbial contribution to human faecal mass</li>
<li><a href="https://www.nature.com/articles/s42255-024-01191-9.pdf">https://www.nature.com/articles/s42255-024-01191-9.pdf</a> 2024</li>
<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-019-13603-6">https://www.nature.com/articles/s41467-019-13603-6</a> 2020</li>
<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-026-75600-w">https://www.nature.com/articles/s41467-026-75600-w</a> 2026</li>
<li><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666517426000295">https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666517426000295</a> 2026</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Darmgesundheit, Ballaststoffe, SCFAs und Sport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22895/darmgesundheit-scfas-und-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Kerstin Herzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 08:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Intensive Trainingsphasen bei gut trainierten Athleten fördern eine erhöhte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs – Propionat, Butyrat) durch das Darmmikrobiom und gehen mit beschleunigtem Darmtransit und charakteristischen mikrobiellen Verschiebungen einher. Diese [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Intensive Trainingsphasen bei gut trainierten Athleten fördern eine erhöhte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs – Propionat, Butyrat) durch das Darmmikrobiom und gehen mit beschleunigtem Darmtransit und charakteristischen mikrobiellen Verschiebungen einher. Diese Effekte sind nicht allein durch Ernährung erklärbar und zeigen, dass die Trainingsbelastung selbst ein signifikanter Modulator von SCFA-Profilen und Darmfunktion ist.</b></p>
<p>Eine gezielte Zufuhr löslicher Ballaststoffe wirkt dabei synergistisch, insbesondere β-Glucane aus Hafer sowie Flohsamenschalen, die überwiegend hochvisköse, fermentierbare Polysaccharide enthalten und primär über Arabinoxylane wirken. Dabei besteht eine bidirektionale Beziehung zwischen Darmgesundheit und Leistung, moderiert über die Ernährung und Zufuhr von löslichen Ballaststoffen. Der menschliche Darm beherbergt Billionen von Mikroorganismen – Bakterien, Viren und Pilze –, die gemeinsam als Mikrobiom bezeichnet werden. Dieses Ökosystem spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung, dem Immunsystem und sogar der psychischen Gesundheit. Eine vielfältige und stabile Darmflora gilt als Indikator für gute Darmgesundheit.</p>
<h2><b>Was sind kurzkettige Fettsäuren (SCFAs)?</b></h2>
<p>Bei der Fermentation von Ballaststoffen durch Darmbakterien entstehen kurzkettige Fettsäuren, hauptsächlich</p>
<ul>
<li>Butyrat: Hauptenergiewirt für Darmzellen, stärkt die Schleimhautbarriere</li>
<li>Propionat: Beeinflusst den Glukosestoffwechsel in der Leber</li>
<li>Acetat: Gelangt ins Blut und kann Fettstoffwechsel sowie Appetitregulation beeinflussen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Diese Verbindungen reduzieren Entzündungen, stärken die Darmwand und können metabolische Prozesse im gesamten Körper positiv modulieren.</p>
<h2><b>Wie beeinflusst Sport das Darmmikrobiom?</b></h2>
<p>Körperliche Aktivität wirkt sich nachweislich auf die Zusammensetzung und Funktion der Darmbakterien aus. Positive Effekte sind:</p>
<ul>
<li>Erhöhte Diversität der Mikrobenarten</li>
<li>Förderung bakterieller Stämme, die SCFAs produzieren</li>
<li>Verbesserte Darmbarrierefunktion („Leaky Gut“-Prävention)</li>
<li>Geringere systemische Entzündungswerte</li>
</ul>
<p>Wichtig ist dabei jedoch Konsistenz. Extreme Belastungen ohne ausreichende Regeneration können kurzfristig negative Effekte haben. Interessant ist die wechselseitige Beziehung zwischen Darm und Leistung.</p>
<p>Sport → Darm: Mehr mikrobielle Vielfalt, höhere SCFA-Produktion</p>
<p>Darm → Sport: Verbesserte Energiebereitstellung, bessere Regeneration, stabileres Immunsystem</p>
<p>Die gesteigerte Produktion von SCFAs wie Propionat und Butyrat liefert den Kolonozyten essenzielle Energie und moduliert das Immunsystem. Zudem wirken diese Metabolite stark entzündungshemmend und unterstützen die Integrität der Darmschleimhaut. Ein gesunder Darm mit hoher Butyrat-Konzentration kann die oxidative Stressreaktion während intensiver Trainingseinheiten abpuffern und somit die Anpassung an Trainingsreize fördern. Dieser Effekt wird unterstützt durch eine Ernährung mit ausreichenden Anteilen an löslichen Ballaststoffen.</p>
<h2><b>Lösliche Ballaststoffe und Darmgesundheit</b></h2>
<p>Lösliche Ballaststoffe sind ein zentraler Baustein für eine gesunde Verdauung und weit mehr als nur „Füllstoffe“. Sie lösen sich in Wasser, bilden visköse Gele und werden im Dickdarm von Mikroorganismen fermentiert. Die dabei entstehenden SCFAs (kurzkettige Fettsäuren Acetat, Propionat und insbesondere Butyrat) dienen als Energieträger für die Darmepithelzellen, stärken die Schleimhautbarriere und modulieren lokale Entzündungsprozesse. Dieser vielschichtige Wirkmechanismus erklärt, warum lösliche Ballaststoffe positive Effekte auf Stuhlregularität, Reizdarmsymptome, entzündliche Darmerkrankungen, Blutfette, Blutzuckerregulation und sogar auf das Immunsystem haben können.</p>
<h2><b>Was lösliche Ballaststoffe auszeichnet und deren wichtige Vertreter</b></h2>
<p>In Kontakt mit Flüssigkeit quellen lösliche Ballaststoffe auf und bilden Gele. Diese verlangsamen die Magenentleerung und den Transit im Dünndarm, was ein gleichmäßigeres Freisetzen von Nährstoffen ermöglicht. Im Dickdarm werden die löslichen Ballaststoffe dann von Darmbakterien abgebaut. Das fördert das Wachstum nützlicher Keime (z. B. Bifidobakterien) und erhöht die Produktion kurzkettiger Fettsäuren.<span class="Apple-converted-space">  </span>Dazu kommen positive Effekte auf den Stoffwechsel: Durch die Gelbildung binden lösliche Fasern Gallensäuren und können so LDL-Cholesterin senken. Außerdem glätten sie Blutzuckerspitzen nach Mahlzeiten, weil die Kohlenhy­drataufnahme langsamer erfolgt. Wichtige Vertreter und deren Besonderheiten sind:</p>
<ul>
<li>Inulin und Fructo-Oligosaccharide (FOS): Präbiotische Fasern aus Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch. Sie fördern vor allem Bifidobakterien. Bei empfindlichen Personen können sie in höheren Mengen Blähungen auslösen (FODMAPs).</li>
<li>Galacto-Oligosaccharide (GOS): Präbiotisch wirksam, natürlicherweise in Hülsenfrüchten; häufig in funktionellen Lebensmitteln zugesetzt. Günstig für die Barrierefunktion und das Immunsystem.</li>
<li>Psyllium (Flohsamenschalen): Reich an visköser, teilweise fermentierbarer Faser. Gut belegt bei Reizdarmsyndrom (IBS) zur Verbesserung von Stuhlform und -frequenz; wirkt sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall regulierend.</li>
<li>Beta-Glucane: Aus Hafer und Gerste. Ausgeprägt cholesterin­senkend, günstig für die Blut­zuckersteuerung und mikrobiell fermentierbar.</li>
<li>Pektin: In Äpfeln, Zitrusfrüchten, Beeren. Wirkt gelbildend und unterstützt die Stuhlregularität.</li>
<li>Resistente Dextrine / partiell hydrolysierte Guarbohne (PHGG): Gut verträglich, milde Präbiotika; oft in Studien bei IBS und funk­tionellen Darmbeschwerden mit positiver Symptomverbesserung getestet.</li>
</ul>
<h2><b>Einflu</b><b>ß</b><b> auf Darmbarriere, Stuhlregulation, Entzündung und Metabolismus</b></h2>
<p>Die Darmschleimhaut bildet mit Tight Junctions eine selektive Barriere. Butyrat, als Endprodukt der Fermentation löslicher Ballaststoffe, ist die bevorzugte Energiequelle für Kolonozyten. Es fördert die Schleimproduktion, stärkt Tight Junctions, senkt den pH-Wert im Darmlumen (hemmend für potenziell pathogene Keime) und wirkt entzündungsmodulierend, etwa über die Beeinflussung von Histon-Deacetylasen und G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. So kann eine ballaststoffreiche Kost die Barrierefunktion verbessern und das Risiko für entzündliche Zustände im Darm reduzieren. Parallel tragen präbiotische Effekte zu einer vielfältigeren und stabileren Mikrobiota bei, die wiederum resiliente Verdauungs- und Immunfunktionen unterstützt. Lösliche, visköse Fasern erhöhen die Wasserbindung im Stuhl und normalisieren damit die Konsistenz. Bei Verstopfung wird der Stuhl weicher und voluminöser, bei Durchfall verlängert die Gelmatrix die Transitzeit und bindet überschüssige Flüssigkeit. Besonders Flohsamenschalen hat in randomisierten Studien gezeigt, dass es die Stuhlform nach der Bristol-Skala Richtung Normbereich verschiebt und Bauchschmerzen, Blähungen sowie das Gesamtbefinden bei Reizdarm verbessern kann. Im Vergleich zu unlöslichen Ballaststoffen (z. B. Weizenkleie) ist die Verträglichkeit bei sensiblen Personen häufig besser, da harte, mechanische Reize geringer sind. Ebenso besteht ein Einfluss auf Blutzucker und Cholesterin: Durch die Viskosität der löslichen Fasern wird die Resorption von Kohlenhydraten verlangsamt, was postprandiale Blutzuckerspitzen dämpft und die Insulindynamik entlastet. Bei regelmäßigem Verzehr kann dies die glykämische Kontrolle unterstützen. Zudem binden visköse Fasern wie Beta-Glucane und Flohsamenschalen Gallensäuren, die dann vermehrt ausgeschieden werden. Der Körper verwendet Cholesterin zur Neubildung von Gallensäuren, was zu niedrigeren LDL-Spiegeln beitragen kann. Diese Effekte sind besonders relevant bei metabolischem Syndrom und kardiovaskulären Risikofaktoren.</p>
<h2><b>Epigenetische Regulation</b></h2>
<p>SCFAs können die Genaktivität verändern, indem sie Histone modifizieren und die DNA-Methylierung regulieren. Darüber wird Entzündungsaktivität gehemmt und der Stoffwechsel reguliert, sogar das Darmkrebsrisiko wird reduziert. Die wichtigsten epigenetischen Mechanismen der SCFAs sind:</p>
<ul>
<li>Hemmung der Histon-Deacetylasen (HDAC-Inhibitoren): Besonders Butyrat (Buttersäure) ist ein starker Inhibitor von HDAC-Enzymen. Werden HDACs blockiert, bleiben die Histone (Verpackungsproteine der DNA) acetyliert. Im Ergebnis lockert sich die DNA-Struktur. Gene werden besser zugänglich und können abgelesen werden. Dies hemmt unter anderem Entzündung und fördert die Darmgesundheit.</li>
<li>Einfluss auf die DNA-Methylierung: SCFAs beeinflussen das Gleich­gewicht von Enzymen, die Methylgruppen an die DNA anheften (DNMTs) oder entfernen (TET-Enzyme). Durch die Modu­lation dieser Enzyme können SCFAs bestimmte Gene „stilllegen“ oder aktivieren. Dies hilft, epigenetische Fehlsteuerungen zu korrigieren, die durch unausgewogene Ernährung oder chronische Entzündungen entstehen können</li>
</ul>
<h2><b>Quellen für lösliche Ballaststoffe im Alltag</b></h2>
<ul>
<li>Haferflocken, Haferkleie und Gerste (Beta-Glucane).</li>
<li>Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (GOS, Pektinanteile).</li>
<li>Obst: Äpfel, Zitrusfrüchte, Beeren (Pektin).</li>
<li>Gemüse: Karotten, Schwarzwurzeln, Artischocken, Lauchgemüse (Pektin, Inulin / FOS).</li>
<li>Nüsse und Samen: Flohsamen­schalen, Chiasamen, Leinsamen (Flohsamen besonders viskos; Chia / Lein enthalten auch Schleimstoffe).</li>
<li>Funktionelle Zutaten: Inulin / FOS aus Chicorée, PHGG, resistente Dextrine; oft in Joghurt, Riegeln oder als Pulver erhältlich.</li>
</ul>
<h2><b>Alltagstaugliche Tipps für den Einstieg</b></h2>
<p><strong>Langsam steigern:</strong> Beginnen Sie mit kleinen Mengen (z. B. 1 TL Flohsamenschalen oder ½ Tasse Hülsenfrüchte pro Tag) und erhöhen Sie wöchentlich. Eine abrupte Erhöhung kann Blähungen und Druckgefühl begünstigen.</p>
<p><strong>Ausreichend trinken:</strong> Visköse Fasern brauchen Flüssigkeit. Ziel sind etwa 1,5 – 2 Liter Wasser täglich, angepasst an Körpergröße, Aktivität und Klima.</p>
<p><strong>Clever kombinieren:</strong> Eine Mahlzeit aus Haferflocken, Apfelstücken und Naturjoghurt liefert Beta-Glucane, Pektin und fermentierte Milchprodukte in einer verträglichen Matrix.</p>
<p><strong>Timing beachten:</strong> Flohsamenschalen 30 Minuten vor einer Mahlzeit mit ausreichend Wasser eingenommen kann die Sättigung erhöhen und glykämische Spitzen glätten.</p>
<p><strong>Kochen optimieren:</strong> Einweichen, Keimen und sorgfältiges Garen von Hülsenfrüchten verbessert die Verträglichkeit, reduziert FODMAPs und Antinährstoffe.</p>
<p><strong>Vielfalt zählt:</strong> Unterschiedliche Fasertypen nähren verschiedene Bakteriengruppen. Rotieren Sie Quellen über die Woche hinweg.</p>
<h2><b>Besondere Situationen und Verträglichkeit</b></h2>
<p><strong>FODMAP-Sensitivität / IBS:</strong> Inulin und FOS können Symptome triggern. Besser verträglich sind oft Flohsamenschalen, PHGG und Hafer-Beta-Glucane. Ein temporäres Low-FODMAP-Vorgehen mit schrittweiser Wiedereinführung kann sinnvoll sein.</p>
<p><strong>Medikamente:</strong> Zwischen Flohsamenschalen und oralen Medikamenten 1 – 2 Stunden Abstand halten, um die Absorption nicht zu beeinträchtigen. Bei Antikoagulanzien oder Schilddrüsenhormonen Rücksprache mit Arzt halten.</p>
<p><strong>Stoffwechselerkrankungen:</strong> Bei Diabetes können lösliche Fasern helfen, die glykämische Kontrolle zu verbessern; Dosisanpassungen von Medikamenten sollten medizinisch begleitet werden.</p>
<p><strong>Entzündliche Darmerkrankungen:</strong> In stabilen Phasen profitieren viele von löslichen Fasern; bei akuten Schüben ist Verträglichkeit individuell zu prüfen.</p>
<h2><b>Konkrete Anwendungsvorschläge</b></h2>
<p><strong>Frühstück:</strong> 50 – 80 g Haferflocken mit 1 EL Flohsamenschalen, Beeren und einem geriebenen Apfel. Optional 1 TL Flohsamenschalen in Joghurt einrühren und direkt trinken.</p>
<p><strong>Mittag:</strong> Linsensalat mit Karotten, Lauchzwiebeln, Zitronensaft und Olivenöl; dazu Orangenfilets für Pektin und Vita­min C.</p>
<p><strong>Snack:</strong> Naturjoghurt mit einer kleinen Portion Inulinpulver (2 – 3 g) zum Testen der Verträglichkeit; bei Beschwerden Menge reduzieren oder auf PHGG umsteigen.</p>
<p><strong>Abend:</strong> Gerstensuppe mit Wurzelgemüse; Vollkornbrot mit Hummus als präbiotische Ergänzung.</p>
<h2><b>Empfohlene Mengen und Zielwerte<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die meisten Ernährungsgesellschaften empfehlen für Erwachsene insgesamt etwa 25 – 35 g Ballaststoffe pro Tag. Ein sinnvoller Fokus liegt darauf, einen substanziellen Anteil aus löslichen, viskösen Fasern zu decken, etwa 5 – 10 g täglich aus Quellen wie Hafer, Gerste, Flohsamenschalen, Pektin-reichem Obst und geeigneten Präbiotika. Praktisch erreichbar ist das über:</p>
<ul>
<li>1 Portion Hafer(Beta-Glucane: ca. 2 – 3 g),</li>
<li>1 – 2 Portionen Obst / Gemüsemit hohem Pektinanteil,</li>
<li>1 Portion Hülsenfrüchte,</li>
<li>1 – 2 TL Flohsamenschalen (lösliche Faser: ca. 3 – 6 g, je nach Produkt).</li>
</ul>
<h2><b>Langfristige Effekte über den Darm hinaus<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Ein gesunder, ballaststoffversorgter Darm kommuniziert über die Darm-Hirn-Achse, das Immunsystem und hormonähnliche Signale (Incretine, PYY, GLP-1) mit dem gesamten Organismus. Mehr lösliche Ballaststoffe gehen häufig mit besserer Sättigungsregulation, stabileren Energieniveaus und günstigen Blutwerten einher. Die erhöhte Produktion kurzkettiger Fettsäuren ist zudem mit reduzierten systemischen Entzündungsmarkern assoziiert, was langfristig Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit unterstützen kann.</p>
<h2><b>Schnelle Fehlerkorrekturen aus der Praxis</b></h2>
<ul>
<li>Zu viel, zu schnell: Blähungen oder Krämpfe? Dosis reduzieren, auf mehrere kleine Portionen verteilen, gut kauen und Flüssigkeitszufuhr erhöhen.</li>
<li>Falscher Fasertyp: Beschwerden nach Inulin/FOS? Auf Psyllium, PHGG oder Hafer umsteigen und Hülsenfrüchte sorgsam zubereiten.</li>
<li>Zu wenig Flüssigkeit: Zäher Stuhl trotz mehr Faser? Trinkmenge überprüfen und viskose Fasern nicht „trocken“ einnehmen.</li>
</ul>
<h2><b>Praktische Empfehlungen für sportlich Aktive, die ihre Darmgesundheit fördern möchten</b></h2>
<ul>
<li>Ballaststoffreiche Ernährung: Verschiedene Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte liefern Substrate für SCFA-produzierende Bakterien</li>
<li>Probiotika &amp; fermentierte Lebensmittel: Joghurt, Kefir, Sauerkraut ergänzen das eigene Mikrobiom</li>
<li>Training variieren: Mäßiges Ausdauertraining fördert das Mikrobiom stärker als extrem intensive Einheiten</li>
<li>Erholung beachten: Chronisch hohes Trainingsvolumen ohne Pause kann die Darmintegrität beeinträchtigen</li>
<li>Hydration: Ausreichend Flüssigkeit unterstützt Schleimhautfunktionen</li>
</ul>
<h2><b>Fazit<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Lösliche Ballaststoffe sind ein vielseitiges Werkzeug zur Förderung der Darm­gesundheit. Ihre Gelbildung, Fermentierbarkeit und präbiotische Wirkung verbessern Barrierefunktion, Mikro­-biota-­Zusammensetzung, Stuhlregularität sowie metabolische Parameter wie Blutzucker und LDL-Cholesterin. Wer die Zufuhr langsam steigert, ausreichend trinkt und verträgliche Quellen wählt, legt eine stabile Grundlage für einen widerstandsfähigen Darm und eine ganzheitliche Gesundheit. Die Wechselbeziehung zwischen Darmgesundheit, kurzkettigen Fettsäuren und körper­licher Aktivität zeigt: Sporttreiben geht über Muskeln und Herz-Kreislauf hinaus. Wer sein Training langfristig optimieren möchte, sollte auch seine Darmgesundheit als integralen Bestandteil betrachten. Eine ballaststoffreiche Ernährung kombiniert mit moderater Bewegung scheint hier den vielversprechendsten Ansatz zu bieten. Für Menschen mit spezifischen Beschwerden oder Vorerkrankungen lohnt sich eine individuelle Abstimmung mit medizinischen Fachpersonen, um Art und Menge der löslichen Fasern optimal anzupassen.</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li>Sun Jo Kim, Cheol Woon Jung, Nguyen Hoang Anh et al. Effects of Oats (Avena sativa L.) on Inflammation: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials Front Nutr. 2021 Aug 27;8:722866</li>
<li>Nshanian, M., Gruber, J.J., Geller, B.S. et al. Short-chain fatty acid metabolites propionate and butyrate are unique epigenetic regulatory elements linking diet, metabolism and gene expression. Nat Metab 7, 196–211 (2025).</li>
<li>Medoro A, Castagnetti A, Intrieri M, et al Diet, mycobiome and virome: from mucosal immunity to gut-brain axis regulation. Front Nutr. 2026 Jun 29;13:1873950</li>
<li>Charlesson B, Jones J, Abbiss C, et al. Training load influences gut microbiome of highly trained rowing athletes. J Int Soc Sports Nutr. 2025; 22: 2507952.</li>
<li>Lynn A. Cialdella-Kam, Michael S Stone, Trisha M Sterringer et al. Improved dietary intake and readiness among United States Navy Future Sailors following mobile health application use. Front Digit Health 2026 Jun 23:8:1794165</li>
<li>Julian Häger, Holger Bang, Melanie Hagen et al. The Role of Dietary Fiber in Rheumatoid Arthritis Patients: A Feasibility Study Nutrients 2019, 11(10), 2392</li>
<li>Jieping Wang, Fuyi Ma, Pei-Fang Wang et al. Effects of Probiotic and Dietary Fiber Supplementation on Metabolic Syndrome-Related Features, Mood, and Sleep in Adults with Obesity. Nutrients 2026 Jun 9;18(12):1851.</li>
<li>Bountziouka V, Nelson CP, Codd V, Samani NJ. Higher dietary n – 3 PUFA and fiber intake are associated with longer leukocyte telomere length: Evidence from a substitution model analysis in the UK Biobank. Nutr Res. 2025 Oct;142:63-75.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von der Idee zur Umsetzung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22839/von-der-idee-zur-umsetzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger&nbsp;,&nbsp;Masiar Sabok Sir]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 08:31:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22839</guid>

					<description><![CDATA[Vor exakt 20 Jahren haben wir unsere erste sportmedizinische Publikation veröffentlicht und uns auf einen Pfad begeben, dessen Bedeutung und Zielsetzung wir nie aus den Augen verloren haben. Vor der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor exakt 20 Jahren haben wir unsere erste sportmedizinische Publikation veröffentlicht und uns auf einen Pfad begeben, dessen Bedeutung und Zielsetzung wir nie aus den Augen verloren haben. Vor der Umsetzung standen monatelange Vorbereitungen, viele Gespräche und eine Menge Ideen im Raum. Dabei spielte München von Anfang an eine Rolle. Dort besuchten wir 2006 mit der ISPO eine Messe, die gerade begonnen hatte, Health &amp; Fitness miteinander zu verbinden und sportmedizinische Themen zu forcieren. Auch wenn an der Umsetzung nicht alles ideal war, haben wir erkannt, dass sich die Sportmedizin für die gesamte Gesellschaft öffnen muss, um neue Zugänge zu schaffen und ihr Potenzial für eine moderne, ganzheitliche Versorgung zu entfalten. 20 Jahre später durften wir einen interessanten Medizin-Dialog in der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt in München führen – das Ergebnis lesen Sie <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22850/von-der-muskelverletzung-zur-praehabilitation/">HIER</a></p>
<p>Von Anfang an wollten wir etwas entwickeln, das die Versorgung verbessert und einen konkreten Nutzen für Ärzte, Therapeuten und Patienten schafft. Rückblickend sind wir dankbar für diesen Weg – für die vielen Begegnungen, Diskussionen, Ideen und vor allem für die Menschen, die ihn mit uns gegangen sind. Heute hat sich die Versorgungsrealität weiter verändert – und viele der bestehenden Probleme haben sich sogar verschärft. Strukturen sind komplexer geworden, Anforderungen gestiegen und Ressourcen begrenzt. Gleichzeitig wissen wir: Alles hängt miteinander zusammen. Prävention / Prophylaxe, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Prähabilitation, Ernährung – Targeted Nutrition, Training und die Aus- und Fortbildung derjenigen, die diese Bereiche gestalten, dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Genau hier setzen wir an: Angebote und Lösungen aufzeigen, weiterentwickeln und in die Versorgung integrieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unser Ziel ist eine auf den Menschen zentrierte und effiziente Sportmedizin – mit einem gesamtgesellschaftlichen Benefit. Wir wollen neue Versorgungsräume schaffen – in den Köpfen, aber ebenso in der konkreten Umsetzung. Denn Veränderung beginnt mit der Möglichkeit, Dinge anders zu denken, und wird erst dann wirksam, wenn daraus konkrete Strukturen und Angebote entstehen. Jeder Einzelne trägt dazu bei. Hindernisse werden dabei immer auftreten. Entscheidend ist jedoch die Entschlossenheit, sie zu überwinden. Hannibal soll vor der Überquerung der Alpen gesagt haben: „Aut viam inveniam aut faciam“ – Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen! Darin steckt eine Haltung, die auch für die Sportmedizin heute wichtiger denn je ist: Nicht aufgeben, wenn ein Plan sich nicht direkt umsetzen lässt oder auf Gegenwind stößt, sondern selbst und gemeinsam aktiv eine Lösung erschaffen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang entwickeln wir auch unser Fortbildungsangebot im kommenden Jahr konsequent weiter. Neben Symposium, Kongressen und Workshops werden wir insbesondere im Bereich Targeted Nutrition und Prähabilitation neue Formate präsentieren – live vor Ort und ebenso digital. Von der Idee zur Umsetzung bedeutet für uns: Räume für Veränderungen schaffen. Für eine Sportmedizin, die Versorgung nicht nur begleitet, sondern aktiv gestaltet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Indikationsspezifische Multispezies-Probiotika</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22817/indikationsspezifische-multispezies-probiotika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 12:07:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22817</guid>

					<description><![CDATA[Hintergrund und Fragestellung: Aktuelle wissenschaftliche Befunde deuten auf eine potentiell positive Rolle eines intakten intestinalen Mikrobioms auf das allgemeine körperliche und mentale Wohlbefinden hin, wobei insbesondere die Verringerung gastrointestinaler Beschwerden, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hintergrund und Fragestellung: </strong><strong>Aktuelle wissenschaftliche Befunde deuten auf eine potentiell positive Rolle eines intakten intestinalen Mikrobioms auf das allgemeine körperliche und mentale Wohlbefinden hin, wobei insbesondere die Verringerung gastrointestinaler Beschwerden, eine gesteigerte Immunkompetenz sowie positive metabolische Effekte u.a. den Energiestoffwechsel betreffend als auch eine gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit hervorzuheben sind (Markus et al. 2025; Beltragi et al 2025).</strong></p>
<p>Während unter körperlichen bzw. sportlichen Aktivitäten in geringer bis moderater Intensität generell positive Effekte hinsichtlich der o.g. Aspekte beobachtet werden, beeinflussen hochintensive Belastungen, wie sie regelmäßig bei Leistungssportlern vorkommen, sowohl das gastrointestinale System als auch die Immunkompetenz in potentiell ungünstiger Weise. Insbesondere nach einzelnen, starken Ausdauerbelastungen tritt häufig der sogenannte Open-Window-Effekt auf, in dem die Immunabwehr für mehrere Stunden bis Tage nach der Belastung eingeschränkt ist. So treten signifikant häufiger Infekte insbesondere der oberen Atemwege auf.</p>
<p>Während moderates Training mit einer erhöhten Diversität und einem gesundheitsförderlichen mikrobiellen Profil einhergeht, können sehr hohe Trainingsintensitäten das mikrobielle Gleichgewicht stören und eine Dysbiose begünstigen.  Sowohl die Hypoperfusion des Darms als auch die mikrobiellen Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit einer gesteigerten entzündlichen Aktivität sowie einer erhöhten Permeabilität der intestinalen Barriere (Leaky Gut). In der Folge können vermehrt bakterielle Bestandteile und Toxine aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungsreaktionen auslösen. Dieser Zustand, auch als Endotoxämie bezeichnet, wird bei Leistungs- und Ausdauersportlern häufig beobachtet. Klinisch manifestieren sich diese Prozesse häufig durch gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Übelkeit (Al Beltagi et al. 2025).</p>
<p>Zudem kann die Integrität der Darmbarriere im Sinne eines „leaky-gut“ reduziert und lokale Entzündungsreaktionen stimuliert werden. Eine Reihe gastrointestinaler Beschwerden, wie Verdauungsstörungen, Diarrhö und abdominale Schmerzen können die Folge sein (Al Beltagi et al. 2025). Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass dem intestinalen Mikrobiom in der Pathogenese dieser gastrointestinalen Symptomatik eine Schlüsselrolle zukommt. Besonders unter hochintensiven Belastungen kann es zu einer Reduktion der mikrobiellen Diversität kommen. Studien zeigen, dass die Einnahme spezifischer Probiotika und die damit verbundene gezielte positive Modifikation des intestinalen Mikrobioms die Integrität der Darmbarriere wiederherstellen und in der Folge zu einer deutlichen Verbesserung der gastrointestinalen Symptomatik führen kann (Lamprecht <em>et al. </em>2012). Zudem wurden positive immunmodulatorische Effekte beobachtet, in deren Folge die Häufigkeit von Infekten der oberen Atemwege signifikant reduziert war (Strasser <em>et al</em>., Nutrients; 2016).</p>
<p>Insgesamt lässt sich feststellen, dass verschiedene Parameter, die die sportliche Leistungsfähigkeit von Athleten begünstigen, von einem intakten intestinalen Mikrobiom potentiell profitieren.</p>
<p>Ziel dieser Pilotstudie war es daher, den Einfluss der Gabe zweier indikationsspezifisch formulierter Multispezies-Probiotika morgens bzw. abends über einen Zeitraum von 12 Wochen intensiven bzw. hochintensiven Trainings – u.a. während eines Trainingslagers sowie eine Wettkampfvorbereitungsperiode bei einer Kohorte von Hochleistungssportler:innen auf die Zusammensetzung und Diversität des intestinalen Mikrobioms sowie das subjektive Gesundheits-und Fitnessempfinden zu untersuchen.</p>
<h2><strong>Probanden und Methodik</strong></h2>
<p>In dieser Pilotstudie nahmen 10 Leistungssportler (55,55% weiblich zu 44,44% männlich) zwischen 19 und 29 Jahren aus verschiedenen Laufdisziplinen täglich morgens das Multispezies-Probiotikums OMNi-BiOTiC® POWER (<u>1 Sachet mit total 6&#215;10⁹ KBE) </u>bzw. abends OMNi-BiOTiC® SR 9 (1 Sachet mit total 7,5<u>x10⁹ KBE)</u> über einen Zeitraum von 12 Wochen während einer intensiven bzw. hochintensiven Trainingsperiode zu sich. Täglich wurden hochintensive sportliche Belastungen über mehrere Stunden durchgeführt. Vor und nach der 12-wöchigen Trainingsphase wurden Stuhlproben zur Analyse des intestinalen Mikrobioms gesammelt sowie App-basierte Fragebögen zu subjektivem Befinden der Athleten durchgeführt. Die Analyse der Stuhlproben (OMNi-BiOTiC Scan®) beinhaltete die Artenvielfalt im Darmmikrobiom (Shannon Index), die Gesamtkeimzahl die Abundanz von Butyrat-bildenden Bakterien, von pathogenen und potentiell pathogenen Bakterien sowie von immunmodulierenden Bakterien. Der Fragebogen umfasste folgende Parameter: subjektive sportliche Leistungsfähigkeit, gastrointestinale Beschwerden, Infektanfälligkeit, Schlafqualität, Motivationslevel sowie mentale Fitness.</p>
<h2><strong>Ergebnisse </strong></h2>
<p>Durch die 12-wöchige Intervention mit den beiden medizinisch relevanten Multispezies-Probiotika konnte bei 80% der Athleten die Vielfalt der Darm-Mikrobiota signifikant gesteigert werden. In der Kontrollgruppe hingegen, sank die Diversität der gastrointestinalen-Mikrobiota bei sämtlichen Teilnehmern (Abbildung 1a). Qualitativ ergaben sich die folgenden Befunde: Bei 80% der Teilnehmer in der Probiotika-Gruppe konnte die <em>Clostridioides</em> <em>difficile</em> Anzahl verringert werden, während in der Kontrollgruppe bei 33% eine Zunahme festgestellt wurde (Abbildung 1b). Bei 40% der Teilnehmer in der Probiotika-Gruppe konnte die Gesamtkeimzahl der pathogenen oder potentiell pathogenen Keime reduziert werden, während sich in der Kontrollgruppe die Anzahl der pathogenen Keime bei 2 von 3 Teilnehmern erhöhte. Weiters konnten durch den Einsatz der Multispezies-Probiotika bei 80% der Teilnehmer in der Probiotika-Gruppe sowohl die anti-entzündlich wirkenden Butyrat-bildenden Bakterien (Abbildung 2a) als auch Bifidobakterien und Laktobazillen in ihrer Abundanz erhöht werden, wohingegen in der Kontrollgruppe 100% der Teilnehmer eine Verschlechterung hinsichtlich der Butyrat-bildenden Bakterien sowie 67% hinsichtlich der Bifidobakterien und Laktobazillen (Abbildung 2b) erfuhren. Die Auswertung der Fragebögen dokumentierte in der Probiotika-Gruppe im Gegensatz zu der Kontrollgruppe eine signifikant verbesserte subjektive Einschätzung hinsichtlich gastrointestinaler Beschwerden, Infektanfälligkeit, Schlafqualität, Motivationslevel, mentale Fitness sowie subjektive sportliche Leistungsfähigkeit.</p>
<figure id="attachment_22822" aria-describedby="caption-attachment-22822" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22822" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-1024x545.jpg" alt="" width="755" height="402" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-1024x545.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-300x160.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-768x409.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-150x80.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-450x239.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326-1200x638.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel1_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22822" class="wp-caption-text">Abb. 1: a) Durch die 12-wöchige tägliche Multispezies-Probiotika-Intervention konnte die bakterielle Diversität bei 80% der Athlet:innen gesteigert werden, wohingegen sie bei 100% der Sportler:innen in der Kontrollgruppe reduziert wurde. b) Die Abundanz des Keimes Clostridioides difficile konnte durch die Einnahme der medizinisch relevanten Multispezies-Probiotika in nur 12 Wochen bei 80% der Sportler:innen reduziert werden, wobei selbige in der Kontrollgruppe bei 33% der Teilnehmer:innen anstieg.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_22823" aria-describedby="caption-attachment-22823" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22823" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-1024x569.jpg" alt="" width="755" height="420" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-1024x569.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-300x167.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-768x427.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-150x83.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-450x250.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326-1200x667.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/08/Predel2_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22823" class="wp-caption-text">Abb. 2: a) Die 12-wöchige Intervention mit zwei spezifisch ausgewählten Multispezies-Probiotika konnte die Abundanz von Butyrat-bildenden Bakterien bei 80% der Athlet:innen erhöhen, wohingegen sie bei 100% der Sportler:innen in der Kontrollgruppe sank. b) Die Abundanz von Laktobazillen wurde durch die Einnahme der medizinisch relevanten Multispezies-Probiotika in nur 12 Wochen bei 100% der Sportler:innen gesteigert, wobei es in der Kontrollgruppe zu einer Reduktion der Laktobazillen bei 67 % der Sportler kam.</figcaption></figure>
<h2><strong>Diskussion und Fazit</strong></h2>
<p>Die Ergebnisse dieser Pilotstudie legen nahe, dass eine 2x tägliche Gabe von speziell formulierten, indikationsspezifischen Multispezies-Probiotika mit positiven Effekten auf das intestinale Mikrobiom bei Leistungssportler:innen assoziiert war. Die standardisierten mikrobiellen Untersuchungen der Stuhlproben durch ein unabhängiges Labor belegte eine deutliche Verbesserung der physiologischen Diversität des Darm-Mikrobioms unter der Probiotika-Einnahme im Gegensatz zu der Kontrollgruppe ohne Probiotika-Einnahme. Gleichzeitig fanden sich potentiell positive qualitative Veränderungen des intestinalen Mikrobioms, wie z.B. ein erhöhter Anteil an Butyrat-bildenden Darmbakterien, Laktobazillen sowie Bifidobakterien, welche beim Menschen mit reduzierten Inflammationswerten und verbesserter Stoffwechselregulation korrelieren und damit einen positiven Beitrag zur körperlichen Leistungsfähigkeit, der Immunkompetenz sowie dem allgemeinen subjektiven Wohlbefinden leisten können (Singh et al. 2023, Xiao M. <em>et al</em>. 2024, Heczko P. B. <em>et al</em>. 2024). In diesem Sinne zeigt die Auswertung der App-basierten Fragebögen eine signifikant verbesserte subjektive Einschätzung hinsichtlich des subjektiv empfundenen Gesundheitsstatus sowie der sportlichen und mentalen Leistungsfähigkeit. Einschränkend muss allerdings auf die geringe Stichprobengröße hingewiesen werden, weshalb die erhobenen Befunde lediglich einen Hypothesen-generierenden Charakter haben können.</p>
<p><strong>Zusammenfassend</strong> lässt sich feststellen, dass die 12-wöchige Gabe von spezifisch ausgewählten Multispezies-Probiotika bei Athlet:innen während intensiver bzw. hochintensiver Belastungsphasen mit quantitativ und qualitativ positiven Effekten auf das intestinale Mikrobiom sowie den subjektiven Gesundheits- und Fitnessstatus assoziiert war. Weiterführende systematische Untersuchungen zu den potentiell positiven Effekten von wissenschaftlich geprüften Multispezies-Probiotika im Hochleistungssport sind dringend erforderlich.</p>
<p><em>Co-Autoren: </em><em>Riemer L¹, Klemm S², Stiegelbauer V², Bartschat F³ , Vassiliadis A⁴<br />
</em><em>¹Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. I, Deutsche Sporthochschule Köln<br />
</em><em>²Institut Allergosan, Graz, Österreich<br />
</em><em>³Universität Münster, Institut für Sportwissenschaften<br />
</em><em>⁴ Olympiastützpunkt NRW/Rheinland</em></p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li>Markus MRP, Weiss FU, Hertel J, Weiss S, Rühlemann M, Bang C, Franke A, Völker U, Homuth G, Kocher T, Völzke H, Lerch MM, Ittermann T, Felix SB, Ewert R, Bahls M, Dörr M, Frost F. Lower cardiorespiratory fitness is associated with an altered gut microbiome. The Study of Health in Pomerania (SHIP). Sci Rep. 2025 Feb 12;15(1):5171. doi: 10.1038/s41598-025-88415-4. PMID: 39939328; PMCID: PMC11822121.</li>
<li>Al-Beltagi M, Saeed NK, Bediwy AS, El-Sawaf Y, Elbatarny A, Elbeltagi R. Exploring the gut-exercise link: A systematic review of gastrointestinal disorders in physical activity. World J Gastroenterol. 2025 Jun 14;31(22):106835. doi: 10.3748/wjg.v31.i22.106835. PMID: 40539198; PMCID: PMC12175863.</li>
<li>Lamprecht M, Bogner S, Schippinger G, Steinbauer K, Fankhauser F, Hallstroem S, Schuetz B, Greilberger JF. Probiotic supplementation affects markers of intestinal barrier, oxidation, and inflammation in trained men; a randomized, double-blinded, placebo-controlled trial. J Int Soc Sports Nutr. 2012 Sep 20;9(1):45. doi: 10.1186/1550-2783-9-45. PMID: 22992437; PMCID: PMC3465223.</li>
<li>Strasser B, Geiger D, Schauer M, Gostner JM, Gatterer H, Burtscher M, Fuchs D. Probiotic Supplements Beneficially Affect Tryptophan-Kynurenine Metabolism and Reduce the Incidence of Upper Respiratory Tract Infections in Trained Athletes: A Randomized, Double-Blinded, Placebo-Controlled Trial. 2016 Nov 23;8(11):752. doi: 10.3390/nu8110752. PMID: 27886064; PMCID: PMC5133134.).</li>
<li>Singh V. <em>et al</em>. Butyrate producers, „The Sentinel of Gut“: their intestinal significance with and beyond butyrate, and prospective use as microbial therapeutics. <em>Frontiers in Microbiology</em>.13. 2023. doi: 10.3389/fmicb.2022.1103836</li>
<li>Xiao M. <em>et al</em>. Cross-feeding of bifidobacteria promotes intestinal homeostasis: a lifelong perspective on the host health. <em>Nature Biofilms and Microbes</em>. 10(47). 2024. doi: 10.1038/s41522-024-00524-6</li>
<li>Heczko P. B. <em>et al</em>. Importance of Lactobacilli for Human Health. <em>Microorganisms</em>.12(12). 2024. doi: 10.3390/micoorganisms12122382</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aspen Medical Products und INSUMED / BIA Systems besiegeln Vertriebspartnerschaft</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22803/aspen-medical-products-und-insumed-bia-systems-besiegeln-vertriebspartnerschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 10:11:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Aspen Medical Products]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22803</guid>

					<description><![CDATA[Joachim Messner, Geschäftsführer der Insumed GmbH und der BIA Systems GmbH, und Peter Marks, General Manager der Aspen Medical Products GmbH, haben im August 2026 eine Vertriebspartnerschaft vereinbart. Ziel der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Messner, Geschäftsführer der Insumed GmbH und der BIA Systems GmbH, und Peter Marks, General Manager der Aspen Medical Products GmbH, haben im August 2026 eine Vertriebspartnerschaft vereinbart.</p>
<p>Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Themen Ernährung und Beurteilung des Ernährungszustandes – die in moderner Sportmedizin, Medizin und Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen – eine strukturierte Einordnung und ein orientierendes Angebot zu geben: „Targeted Nutrition“.</p>
<p>Die neue Vertriebspartnerschaft soll Ärzte sowie Therapeuten dabei unterstützen, ernährungsmedizinische Konzepte systematisch in Prävention, Prähabilitation, Rehabilitation und Therapie zu integrieren.</p>
<p>Im Rahmen der Partnerschaft wird Aspen Medical Products offizieller Vertriebspartner des Insumed- und BIA Systems-Produktportfolios im Bereich Targeted Nutrition, mit Fokus auf:</p>
<ul style="font-weight: 400;">
<li>Mahlzeitenersatzstrategien zur Gewichtsreduktion</li>
<li>Mehrkomponenten-Proteinshakes gegen Mangelernährung</li>
<li>Phytonährstoffe</li>
<li>Perioperative Nutrition</li>
</ul>
<p>Die Zielgruppe umfasst Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren mit den Schwerpunkten Orthopädie, Unfallchirurgie, Physikalische Medizin und Sportmedizin sowie Physiotherapeuten, Rehazentren und Krankenhäuser, die sich auf die wachsende Nachfrage im Bereich der Prähabilitation und perioperativen Versorgung vorbereiten – ohne dabei die bewährten Ansätze in Therapie, Rehabilitation und Prävention zu vernachlässigen.</p>
<p>Aspen Medical Products bringt seine Kernkompetenz als Hersteller von Orthesen sowie sein Netzwerk im Gesundheitsmarkt in die Kooperation ein. Insumed, Anbieter ernährungsmedizinischer Spezialprodukte, erweitert damit seine Aktivitäten um die Bereiche Sportmedizin, Orthopädie, Unfallchirurgie und Physiotherapie.</p>
<p>Ziel der Kooperation ist es, Patientinnen und Patienten präzise, gezielte Ernährungsinterventionen anzubieten. Diese werden als strukturierte Kur- beziehungsweise Begleitkonzepte – Co-Therapie – zeitlich gesteuert integriert und direkt im Rahmen der ärztlichen oder therapeutischen Betreuung als Targeted Nutrition umgesetzt.</p>
<p><em>„Prähabilitation ist so bedeutsam wie Rehabilitation – Gebrechliche und mangelernährte Patienten profitieren weniger gut von einer Tumoroperation als jene, die in besserer körperlicher Verfassung sind. Das Outcome verbessert sich erheblich, wenn man systematisch vor dem Eingriff auf solche Handicaps screent und diese zielgerichtet therapiert.“</em></p>
<p>(Frank F, Kim M, Nüssler N, Jacob E. Outcome von Krebsoperationen: Prähabilitation ist so bedeutsam wie Rehabilitation. Deutsches Ärzteblatt | Jg. 119 | Heft 37 | 16. September 2022, 1518-1524)</p>
<p>Durch die gemeinsamen Vertriebs- und Fortbildungsstrukturen (Education – guided medical education (GME), guided patient education (GPE)) lässt sich innerhalb der sich dynamisch verändernden ärztlichen und therapeutischen Versorgungslandschaft schneller, effizienter und präziser agieren. Die Verbindung aus Diagnostik, Education, gezielter Anwendung und strukturierter Versorgung – der sogenannte Medical Value – ist der eigentliche Mehrwert der Kooperation zwischen Aspen Medical Products und Insumed bzw. BIA Systems. Davon profitieren letztlich Patientinnen und Patienten.</p>
<p><strong>Weiterführende Informationen:</strong></p>
<ul style="font-weight: 400;">
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz1z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Ernährungsmuster in der heutigen Sportmedizin</a></li>
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz2z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Gezielte Trinknahrung</a></li>
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz3z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Targeted Nutrition</a></li>
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz4z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Targeted Nutrition 2</a></li>
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz5z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Phytoshake: Entstehung und Perspektiven</a></li>
<li><a href="https://klick.insumed.de/info/2wffsz6z1ce3fzrjvdbzz1zzqz3">Nutrients Study</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreatin für Longevity</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22775/kreatin-fuer-longevity/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 06:22:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22775</guid>

					<description><![CDATA[Longevity steht für gesundes, aktives Altern — und rückt zunehmend in den Fokus präventivmedizinischer Forschung. Vor diesem Hintergrund wird Kreatin-Monohydrat aktuell verstärkt über die klassische Sporternährung hinaus diskutiert. Neue Studiendaten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> <span class="fontstyle0">Longevity steht für gesundes, aktives Altern — und rückt zunehmend in den Fokus präventivmedizinischer Forschung. Vor diesem Hintergrund wird Kreatin-Monohydrat aktuell verstärkt über die klassische Sporternährung hinaus diskutiert. Neue Studiendaten deuten darauf hin, dass Kreatin neben Muskelkraft und körperlicher Funktion auch mit inflammatorischen, oxidativen und zerebralen Prozessen in Verbindung stehen könnte.</span> </strong></p>
<p><span class="fontstyle0">Mit dem demografischen Wandel rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie sich körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten lassen. Im Zentrum aktueller Präventionsansätze steht dabei nicht allein die Lebensdauer, sondern vor allem die sogenannte „Healthspan“ — also die Zahl gesunder, selbstbestimmter Lebensjahre.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Vor diesem Hintergrund gewinnt Kreatin-Monohydrat derzeit neue wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Kreatin spielt eine zentrale Rolle im zellulären Energiestoffwechsel — insbesondere in Geweben mit hohem Energiebedarf wie Skelettmuskel und Gehirn. Während die Evidenz zu Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit seit Jahren gut belegt ist, (3)</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">deuten aktuelle Arbeiten darauf hin, dass Kreatin darüber hinaus auch für inflammatorische Prozesse, oxidativen Stress und die kognitive Belastbarkeit relevant sein<br />
könnte</span><span class="fontstyle0">. (1, 2)</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin und Healthy Aging: Neue Daten aus einem RCT</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Eine aktuelle randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie von Fernandez Garrido et al. untersuchte 103 Erwachsene im Durchschnittsalter von 68,2 Jahren über 16 Wochen. (1) Die Teilnehmenden absolvierten entweder ein Elastikband-Krafttraining oder Wassertraining — jeweils mit oder ohne tägliche Supplementierung von 3 g Kreatin Monohydrat.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Neben körperlicher Funktion und Muskelkraft wurden auch Biomarker der systemischen Inflammation und des oxidativen Stresses analysiert. Beide Trainingsgruppen verbesserten sich im Verlauf der Studie in mehreren Parametern. In Kombination mit Kreatin fielen einzelne Effekte stärker aus, insbesondere bei IL-6, TNF-α und der antioxidativen Kapazität. Auch unter Kreatin ohne begleitendes Training zeigten sich Verbesserungen bei einzelnen Markern des oxidativen Stresses und TNF-α. Die Verträglichkeit war gut; kreatinbedingte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. (1)</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Die Autoren schlussfolgern, dass Kreatin trainingsinduzierte Adaptationen in den Bereichen Muskelkraft, antioxidative Kapazität und Entzündungsregulation ergänzen kann. Die beobachteten Veränderungen inflammatorischer Marker sprechen zudem für eine mögliche Relevanz im Kontext altersassoziierter Entzündungsprozesse.</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin und Gehirnenergie</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Ergänzend liefert eine aktuelle placebokontrollierte Crossover-Studie von Gordji-Nejad et al. neue Hinweise auf mögliche zerebrale Effekte von Kreatin. (2)</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">In der Studie erhielten 15 gesunde Erwachsene während partiellen Schlafentzugs eine einmalige hochdosierte Gabe von Kreatin oder Placebo. Anschließend wurden mittels Magnetresonanzspektroskopie Veränderungen zerebraler Hochenergiephosphate sowie kognitive Parameter untersucht.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Unter Kreatin fielen die schlafentzugsbedingten Einbußen bei Gedächtnisleistung und Reaktionsgeschwindigkeit geringer aus. Zusätzlich zeigte sich ein messbarer Anstieg zerebraler Kreatinmarker im linken medialen Parietallappen. Die Autoren diskutieren, dass erhöhter neuronaler Energiebedarf kurzfristig mit einer gesteigerten zerebralen Kreatinaufnahme einhergehen könnte. Aufgrund der kleinen Stichprobe und der jungen<br />
Studienpopulation ist die Übertragbarkeit auf ältere Menschen derzeit jedoch noch offen. (2)</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin jenseits des Muskelaufbaus</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Die robusteste Evidenz für Kreatin-Monohydrat liegt weiterhin im Bereich Muskelkraft, Körperzusammensetzung und körperliche Funktion — insbesondere in Kombination mit Krafttraining. (</span><span class="fontstyle0">3) </span><span class="fontstyle0">Gleichzeitig rücken zunehmend auch inflammatorische, oxidative und zerebrale Prozesse in den Fokus der Forschung. (1, 2) Damit erweitert sich die wissenschaftliche Diskussion über Kreatin zunehmend über die klassische Sporternährung hinaus. Gleichzeitig gilt: Die Datenlage zu kognitiven und inflammatorischen Effekten<br />
entwickelt sich dynamisch, ist aber noch nicht abschließend bewertet.</span></p>
<p><strong><span class="fontstyle2">Creavitalis</span><span class="fontstyle2">®</span><span class="fontstyle2">: Kreatin-Monohydrat aus deutscher Produktion</span></strong><br />
<span class="fontstyle0">Creavitalis</span><span class="fontstyle0">® </span><span class="fontstyle0">ist ein Kreatin-Monohydrat der Alzchem Trostberg GmbH, das vollständig in Deutschland hergestellt wird – einschließlich aller Ausgangsstoffe. Es ist geschmacksneutral und vielseitig einsetzbar in Nahrungsergänzungsmitteln und funktionellen Lebensmitteln.</span></p>
<p><span class="fontstyle0"><br />
</span><em><span class="fontstyle2">Quellen<br />
</span><span class="fontstyle0">1. Fernandez-Garrido J et al. Effects of high-load, velocity-intentional variable resistance training combined with creatine supplementation on neuroplasticity, oxidative stress, inflammation, physical function, cognitive performance and quality of life in older adults: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Exp Gerontol. 2026.<br />
2. Gordji-Nejad A et al. Single-Dose Creatine Reduces Sleep Deprivation-Induced Deterioration in Cognitive Performance. Nutrients. 2026;18(8):1192.<br />
3. Chilibeck PD et al. Effect of creatine supplementation during resistance training on lean tissue mass and muscular strength in older adults: a meta-analysis. Open Access J Sports Med. 2017;8:213–226.</span></em></p>
<p><span class="fontstyle0"><br />
</span><span class="fontstyle2">Hinweis: </span><span class="fontstyle0">Alzchem stellte in der Studie von Fernandez-Garrido et al. das Kreatinpräparat bereit und übernahm die Open-Access-Publikationsgebühr, war jedoch nicht an Studiendesign, Datenerhebung, Datenauswertung oder Publikationsentscheidung beteiligt. Alle zitierten Studien wurden unabhängig durchgeführt und in peer-reviewten Fachzeitschriften publiziert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="fontstyle0">Mehr Informationen finden Sie unter </span><a href="http://www.creavitalis.de"><span class="fontstyle0">www.creavitalis.de</span> </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 15.07.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gezieltes Trinkmanagement</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22704/hydratation-50/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Uwe Schröder&nbsp;,&nbsp;Verena Hesse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22704</guid>

					<description><![CDATA[Im höheren Lebensalter ist körperliche Aktivität ein zentraler Baustein für Prävention und Lebensqualität. Dies gilt für gesundheitsorientiert aktive Best Ager ebenso wie für leistungsorientierte Masters. Die aktuellen WHO-Leitlinien betonen hier [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Im höheren Lebensalter ist körperliche Aktivität ein zentraler Baustein für Prävention und Lebensqualität. Dies gilt für gesundheitsorientiert aktive Best Ager ebenso wie für leistungsorientierte Masters. Die aktuellen WHO-Leitlinien betonen hier muskelkräftigende und<br />
funktionell ausgerichtete Aktivitäten [18].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da mit zunehmendem Alter der Erhalt von Skelettmuskelmasse, neuromuskulärer Funktion und Knochenintegrität an Bedeutung gewinnt und sich zugleich die Wasser- und Thermoregulation verändern, ist ein angepasstes Trinkmana­gement von besonderer Relevanz [14 – 16, 18].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Veränderte Hydratation im höheren Lebensalter</b></h2>
<p>Im Alter nehmen sowohl das Gesamtkörperwasser als auch der tägliche Wasserumsatz ab. Letzterer liegt im letzten Lebensdrittel im Mittel um rund 700 ml pro Tag niedriger als mit 30 Jahren.<br />
Zugleich können das Durstempfinden, die renale Konzentrationsfähigkeit sowie die Wahrnehmung von Veränderungen der Osmolalität und des Blutvolumens nachlassen [7, 8, 13]. Neuere Studien legen zudem nahe, dass eine chronisch niedrige Basiswasseraufnahme mit einer erhöhten Stressreaktivität und ungünstigeren Belastungs- und Regenerationsreaktionen assoziiert sein kann. Für Masters erscheint es deshalb sinnvoll, im Trinkmanagement zwischen der täglichen Basiszufuhr und dem belastungsbezogenen Trinken zu unterscheiden und beide Größen tagesaktuell zu berücksichtigen.</p>
<p>Daher ist die im Kontext der Sporternährung allgemein anerkannte Empfehlung des Trinkens nach Durst nicht pauschal auf aktive Best Ager übertragbar. In einer Studie mit männlichen Padelspielern über 65 Jahren erschienen viele Teilnehmer bereits suboptimal hydriert zum Training. Ihre durchschnittliche Trinkmenge während einer 90-minü­tigen Einheit lag mit rund 600 ml pro Stunde zwar im Bereich gängiger Empfehlungen, dennoch deuteten Urinparameter nach der Belastung auf eine ­Dehydratation hin [8]. Deshalb zielen zeitgemäße Hydratationsstrategien auf einen euhydrierten Belastungsbeginn ab und begrenzen Körpermassenver­luste während der Aktivität auf 2 %. Aber auch eine Gewichtszunahme während des Sports ist zu vermeiden, da sie als klinisch relevantes Warnsignal einer potenziellen belastungsassoziierten Verdünnungshyponatriämie zu werten ist [1, 2, 6, 11, 12]. Besonders ältere, oft langsamere Sporttreibende können vulnerabler sein, weil sie mehr Gelegenheit zum Trinken haben. Für aktive Best Ager folgt daraus, dass rund um den Sport nicht möglichst viel, sondern nur so viel wie erforderlich getrunken werden sollte.</p>
<h2><b>Mineralstoffprofil beachten</b></h2>
<p>Wenn der Energiebedarf mit zunehmendem Lebensalter sinkt und die Bedeutung muskel- und knochenbezogener Mikronährstoffe steigt, gewinnt die Relation von Nährstoffdichte zu Energiedichte an Gewicht. Ein calcium-, mag­nesium- und hydrogencarbonatreiches Mineralwasser ist deshalb besonders interessant, weil es Rehydratation, Kalorienfreiheit und Mineralstoffzufuhr verbindet. Für Magnesium zeigen systematische Reviews konsistente positive Assoziationen mit Muskelmasse und -kraft sowie einer geringeren Prävalenz sarkopenierelevanter Veränderungen [14, 16, 17]. Zudem konnte eine zusätzliche Magnesiumaufnahme in einer randomisierten Intervention die körperliche Leistungsfähigkeit älterer Menschen verbessern [17]. Da Magnesium an zahlreichen ATP-abhängigen Prozessen beteiligt ist und für Muskelkontraktion und -relaxation sowie den muskulären Energiestoffwechsel eine zentrale Rolle spielt, ist es im höheren Lebensalter als funktionell bedeutsamer Muskelmineralstoff einzuordnen [14, 16, 17]. Auch Calcium ist für die neuromuskuläre Signalübertragung und den Knochenmetabolismus von zentraler Bedeutung, sodass eine bedarfsgerechte Calciumversorgung wesentlich für eine knochengesundheitsorientierte Ernährungsstrategie ist [1, 10, 15]. Für Best Ager mit sinkendem Energiebedarf, geringer Milchproduktezufuhr oder dem Wunsch nach einer kalorienfreien Getränkewahl kann ein calciumreiches Mineralwasser daher einen relevanten Beitrag leisten. Rund um körperliche Aktivität eingesetzt, unterstützt ein calcium- und magnesiumreiches Mineralwasser den Ausgleich von Wasserverlusten und zugleich die Zufuhr dieser für die neuromuskulären und knochenmetabolischen Prozesse bedeutsamen Mineralstoffe [1, 10, 15].</p>
<p>Ein Alleinstellungsmerkmal einiger ­Mineralwässer ist darüber hinaus ihr hoher Hydrogencarbonatgehalt. Interventionsstudien zeigen, dass hydrogencarbonatreiches Mineralwasser den Urin-pH-Wert erhöhen, die Netto-Säure­ausscheidung senken und die systemische Pufferung beeinflussen kann. Zudem werden geringere Calciumverluste im Urin und niedrigere Marker der Knochenresorption diskutiert. Für aktive Best Ager ist dies bedeutsam, weil westliche Ernährungsweisen häufig mit einer positiven Säurelast einhergehen. In einer Studie an 120 perimenopausalen Frauen konnten bei sechsmonatiger Aufnahme von zwei Litern eines bicarbonat- und calciumhaltigen Mineralwassers Marker des Calciumstoffwechsels günstig beeinflusst und die Knochenintegrität unterstützt werden. Vereinzelt wurden auch Vorteile bei der Laktat-Clearance während hochintensiver Leistungsformen beschrieben [3, 4, 9, 10].</p>
<h2><b>Trinkpraxis für aktive Best Ager und Masters<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Aktive Best Ager sollten Belastungen möglichst euhydriert beginnen und sich dabei nicht allein auf den präexercise-Durst verlassen. In den letzten zwei bis vier Stunden vor der Aktivität sind insgesamt etwa 350 bis 500 ml Getränk ein praxisnaher Orientierungswert. Für Aktivitäten von mehr als 60 Minuten erscheinen etwa 400 bis 800 ml pro Stunde als sinnvoller Bereich. Nach dem Sport ist das entstandene Defizit in den folgenden Stunden gezielt mit ca. 130 % der individuellen Schweißverluste sukzessive auszugleichen. In Alltag, Training und Regeneration stellt ein calcium-, magnesium- und hydrogencarbonatreiches Mineralwasser wie z. B. Rosbacher Mineralwasser für aktive Best Ager und Master-Athleten eine gut vermittelbare Standardoption dar, da es Hydratation, Kalorienfreiheit und einen positiven Deckungsbeitrag zur Mineralstoffversorgung verbindet [1, 10 – 12].</p>
<h2><b>Fazit: gezieltes Trinken unterstützt nachhaltig</b></h2>
<p>Für aktive Best Ager und Master-Athleten zählt beim Trinken nicht das Mehr, sondern das Passende. Ein mineralstoffreiches Mineralwasser ist dabei ein alltagstauglicher, energiefreier und ernährungsphysiologisch sinnvoller Baustein, um gesundheits- wie leistungsorientierte körperliche Aktivität in der zweiten Lebenshälfte effektiv zu unterstützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Armstrong, L. (2021). Rehydration during Endurance Exercise: Challenges, Research, Options, Methods. <em>Nutrients</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/nu13030887">https://doi.org/10.3390/nu13030887</a></li>
<li>Armstrong, L., Stearns, R., Huggins, R., Sekiguchi, Y., Mershon, A., &amp; Casa, D. (2025). Reference Values for Hydration Biomarkers: Optimizing Athletic Performance and Recovery. <em>Open Access Journal of Sports Medicine</em>, 16, 31 &#8211; 50. <a href="https://doi.org/10.2147/oajsm.s508656">https://doi.org/10.2147/oajsm.s508656</a></li>
<li>Chiron, F., Erblang, M., Gulören, B., Bredariol, F., Hamri, I., Léger, D., Hanon, C., Tiollier, E., &amp; Thomas, C. (2024). Exploring the Influence of Acid-Base Status on Athletic Performance during Simulated Three-Day 400 m Race. <em>Nutrients</em>, 16. <a href="https://doi.org/10.3390/nu16131987">https://doi.org/10.3390/nu16131987</a></li>
<li>Chiron, F., Thomas, C., Bardin, J., Mullie, F., Bennett, S., Chéradame, J., Caliz, L., Hanon, C., &amp; Tiollier, E. (2024). Influence of Ingestion of Bicarbonate-Rich Water Combined with an Alkalizing or Acidizing Diet on Acid-Base Balance and Anaerobic Performance. <em>Journal of Human Kinetics</em>, 93, 105 &#8211; 117. <a href="https://doi.org/10.5114/jhk/182986">https://doi.org/10.5114/jhk/182986</a></li>
<li>Deshayes, T., Mornas, A., Sardar, S., &amp; Gagnon, D. (2025). Effect of Age on Fluid Replacement during Heat Exposure – The Human Heat Stress Project. <em>Physiology</em>. <a href="https://doi.org/10.1152/physiol.2025.40.s1.0164">https://doi.org/10.1152/physiol.2025.40.s1.0164</a></li>
<li>Kenefick, R. (2018). Drinking Strategies: Planned Drinking Versus Drinking to Thirst. <em>Sports Medicine (Auckland, N.z.)</em>, 48, 31 &#8211; 37. <a href="https://doi.org/10.1007/s40279-017-0844-6">https://doi.org/10.1007/s40279-017-0844-6</a></li>
<li>Li, S., Xiao, X., &amp; Zhang, X. (2023). Hydration Status in Older Adults: Current Knowledge and Future Challenges. <em>Nutrients</em>, 15. <a href="https://doi.org/10.3390/nu15112609">https://doi.org/10.3390/nu15112609</a></li>
<li>Lopes, A., Campos, M., Rosado, F., Rama, L., Ribeiro, A., Martinho, D., Teixeira, A., &amp; Massart, A. (2024). Analysis of Hydration Habits Before and During a Specific Training Session in Male Padel Athletes Aged over 65: Physiological and Psychological Implications. <em>Nutrients</em>, 16. <a href="https://doi.org/10.3390/nu16203513">https://doi.org/10.3390/nu16203513</a></li>
<li>Mansouri, K., Hanh, T., &amp; Hahn, A. (2025). Hydration Meets Regulation: Insights into Bicarbonate Mineral Water and Acid–Base Balance. <em>Nutrients</em>, 17. <a href="https://doi.org/10.3390/nu17142291">https://doi.org/10.3390/nu17142291</a></li>
<li>Marino, C., Pagano, I., Castaldo, G., Grimaldi, M., D’Elia, M., Santoro, A., Conte, A., Molettieri, P., Parisella, C., Buonocore, M., D’Ursi, A., &amp; Rastrelli, L. (2023). Supplementing Low-Sodium Bicarbonate–Calcic (Lete)® Water: Effects in Women on Bone and Systemic Metabolism. <em>Metabolites</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/metabo13111109">https://doi.org/10.3390/metabo13111109</a></li>
<li>Maughan, R., &amp; Shirreffs, S. (2010). Dehydration and rehydration in competative sport. <em>Scandinavian Journal of Medicine &amp; Science in Sports</em>, 20. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1600-0838.2010.01207.x">https://doi.org/10.1111/j.1600-0838.2010.01207.x</a></li>
<li>McDermott, P., Atc, S., Armstrong, P., Casa, A., Cheuvront, P., Ms, A., Kenney, P., O’Connor, M., &amp; Roberts, M. (2017). National Athletic Trainers&#8216; Association Position Statement: Fluid Replacement for the Physically Active.. <em>Journal of athletic training</em>, 52 9, 877-895. <a href="https://doi.org/10.4085/1062-6050-52.9.02">https://doi.org/10.4085/1062-6050-52.9.02</a></li>
<li>Pence, J., Davis, A., Allen-Gregory, E., &amp; Bloomer, R. (2025). Hydration Strategies in Older Adults. <em>Nutrients</em>, 17. <a href="https://doi.org/10.3390/nu17142256">https://doi.org/10.3390/nu17142256</a></li>
<li>Souza, A., Vasconcelos, A., Dias, D., Komoni, G., &amp; Name, J. (2023). The Integral Role of Magnesium in Muscle Integrity and Aging: A Comprehensive Review. <em>Nutrients</em>, 15. <a href="https://doi.org/10.3390/nu15245127">https://doi.org/10.3390/nu15245127</a></li>
<li>Strasser, B., Pesta, D., Rittweger, J., Burtscher, J., &amp; Burtscher, M. (2021). Nutrition for Older Athletes: Focus on Sex-Differences. <em>Nutrients</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/nu13051409">https://doi.org/10.3390/nu13051409</a></li>
<li>Van Dronkelaar, C., Fultinga, M., Hummel, M., Kruizenga, H., Weijs, P., &amp; Tieland, M. (2023). Minerals and Sarcopenia in Older Adults: An Updated Systematic Review.. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>.<a href="https://doi.org/10.1016/j.jamda.2023.05.017">https://doi.org/10.1016/j.jamda.2023.05.017</a></li>
<li>Van Dronkelaar, C., Van Velzen, A., Abdelrazek, M., Van Der Steen, A., Weijs, P., &amp; Tieland, M. (2017). Minerals and Sarcopenia; The Role of Calcium, Iron, Magnesium, Phosphorus, Potassium, Selenium, Sodium, and Zinc on Muscle Mass, Muscle Strength, and Physical Performance in Older Adults: A Systematic Review.. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>, 19 1, 6-11.e3. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jamda.2017.05.026">https://doi.org/10.1016/j.jamda.2017.05.026</a></li>
<li>World Health Organization. (2020). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. World Health Organization. https://apps.who.int/iris/handle/10665/336656</li>
<li>Yates, B., Yates, B., Ellis, L., Butts, C., McDermott, B., Williamson, K., &amp; Armstrong, L. (2017). Factors Associated with Pre-Event Hydration Status and Drinking Behavior of Middle-Aged Cyclists. <em>The Journal of Nutrition, Health &amp; Aging</em>, 22, 335 &#8211; 340. <a href="https://doi.org/10.1007/s12603-017-0927-y">https://doi.org/10.1007/s12603-017-0927-y</a></li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Extreme Sarkopenie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22687/extreme-sarkopenie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Pfeffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22687</guid>

					<description><![CDATA[Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt im Mai 2024 auf [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt<br />
im Mai 2024 auf einem Kreuzfahrtschiff eine schwere Urosepsis und wurde daraufhin in Italien von Bord in ein Krankenhaus gebracht.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da sich der Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde er in ein künstliches Koma gelegt. Für den luftgebundenen Rücktransport nach Deutschland und der bestehenden Ateminsuffizienz wurde der Patient tracheostomiert und beatmet rückverlegt. Nach Entwöhnung von der Beatmung bestand bei ihm eine deutliche Schluckstörung, sodass man sich in der Klinik für die Anlage einer PEG-Sonde entschied. Nach mehreren Komplikationen während des mehrmonatigen stationären Aufenthalts wurde der Patient im Dezember 2024 schließlich untergewichtig, sarkopenisch, mit massiven Spastiken in den Armen und Beinen, inliegendem Tracheostoma und weiterhin bestehender Schluckstörung übergangsweise in eine stationäre Pflege­einrichtung verbracht. Dort entwickelte er unter hochkalorischer Fresubingabe massive Diarrhoen, die zu einem weiteren Gewichtsverlust führten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Patient wurde mir durch die Angehörigen im Januar 2025 zur Ernährungstherapie vorgestellt. Er war zwischenzeitlich mobilisiert und konnte stundenweise im Rollstuhl sitzen. Die häusliche Versorgung erfolgte durch einen 24-Stunden Intensivpflegedienst. Logopädie, Ergo- sowie Physiotherapie erfolgten mehrmals wöchentlich. Eine genaue Gewichtsangabe konnte nicht eruiert werden, da der Patient zuletzt in Italien gewogen wurde. Da keine objektiven Daten zu Gewicht, Muskelmasse und dem Flüssigkeitshaushalt vorlagen, wurde eine Diagnostik auf Sarkopenie durchgeführt. Die Auswertung des SARC-F-Fragebogens ergab einen Wert von 6 Punkten und somit ein positives Screening auf Sarkopenie. Eine Muskelkraftmessung konnte aufgrund der Spastiken in den Händen nicht durchgeführt werden. Bei positivem Befund mittels SARC-F-Fragebogens wird die Durchführung einer <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/4842/bioelektrische-impedanzanalyse/">Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA)</a> als weitere Diagnostik zur Bestätigung der Sarkopenie [1] sowie von den ESPEN Guidelines als Diagnostik und Monitoring bei Mangelernährung und bei Patienten mit Ernährung über PEG-Sonden [2, 3] klar empfohlen. Hierbei lässt sich die Körperzusammensetzung bestimmen, insbesondere die Muskelmasse und das Körperwasser bzw. dessen (intra- und extrazelluläre) Verteilung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die durchgeführte BIA wurde im Liegen durchgeführt, die Gewichtsmessung erfolgte mit einer Sitzwaage. Das Gewicht lag bei 48,9 kg bei einer Körpergröße von 163 cm, der BMI somit bei 18,3 kg/m². Die errechnete Skelettmuskelmasse lag gesamt bei 8,9 kg, was lediglich 18 % des Körpergewichts ausmachte. Eine Sarkopenie war somit bestätigt. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr lag bei 3,5 l – womöglich durch eine übermäßige Flüssigkeitsgabe durch den Pflegedienst und dem nicht berücksichtigten Wasseranteil bei der zugeführten Sondennahrung – bei einer bestehenden Niereninsuffizienz Grad 2 – 3 und einem in der BIA-Messung sichtbar deutlich erhöhten Anteil an extrazellulärem Wasser.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>Als Ergebnis der Messung wurden folgende Maßnahmen (targeted nutrition &amp; Physiotherapie) in Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen ergriffen:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgrund der massiven Diarrhoen erfolgte zunächst die Umstellung von Fresubin auf eine normalkalorische Sondenkost (Fa. Hipp) sowie eine Reduktion der Flüssigkeitszufuhr auf ca. 2,5 l pro Tag unter Berücksichtigung des Wasseranteils in der Sondenkost. Da sich die Diarrhoen unter dieser Kost zurückbildeten, stellten wir den Patienten bei sehr guter Verträglichkeit langsam auf hochkalorische Sondenkost derselben Firma um. Parallel wurde dem Patienten ein Eiweißpräparat (INSUMED Bestform) über die PEG verabreicht. Anfangs 20 g pro Tag in aufgeteilten Einzelgaben zur Sondenkost, mit Steigerung bei guter bis sehr guter Verträglichkeit auf 40 g pro Tag. Die zusätzliche Proteingabe war aufgrund der Schwere der Erkrankung, des Untergewichts und der bestehenden Sarkopenie zusätzlich angezeigt, da in solchen Fällen der Gesamtbedarf an Protein von bis zu 2,0 g /kg Körpergewicht / Tag empfohlen wird [4]. Bei diesem Patienten wären das knapp 100 g proTag allein für das bestehende Gewicht. Da jedoch eine Gewichts- bzw. Muskelzunahme angestrebt werden musste, wurde dementsprechend mit einem Zielgewicht deutlich über dem derzeitigen Körpergewicht von 48,9 kg gerechnet, jedoch mit o. g. Steigerung der Zugabe. Das zusätzliche Protein wurde außerdem zur Unterstützung der begonnenen Physiotherapie benötigt. Allerdings musste bei bestehender Niereninsuffizienz eine engmaschige Laborkontrolle durchgeführt werden, obwohl eine Proteingabe bei dieser Erkrankung nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist [5]. Einer größeren Bedeutung sollte hierbei einerseits der Aminosäure L-Leucin beikommen, die besonders wichtig für die Aktivierung von mTOR und somit für die Proteinsynthese ist [6, 7]. Andererseits der Aminosäure L-Glutamin, welche eine wesentliche Energiequelle für Immun- und Darmzellen und insofern mitentscheidend für das Immunsystem und die Darmfunktion ist [8, 9]. Da die Muskulatur als großes Stoffwechselorgan gilt [10] und wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem hat [11], sie bei diesem Patienten jedoch massiv reduziert war und er außerdem zuvor an einer Verdauungsstörung litt, nehmen die beiden genannten Aminosäuren eine zentrale Funktion ein. Letztlich sind alle anderen Aminosäuren nicht weniger bedeutsam für den Körper, weshalb für eine optimale Muskelversorgung idealerweise auf ein umfangreiches und ausgewogenes Aminosäureprofil geachtet werden sollte, was bestenfalls laborchemisch zuvor überprüft wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach sechs Wochen wurde zur Kon­trolle erneut eine BIA-Messung durchgeführt. Hierbei zeigten sich bereits verbesserte Werte. Der Patient hatte ca. 4 kg Gewicht zugenommen, davon 1,1 kg Muskelmasse und der Gesamtkörperwasseranteil hatte sich reduziert. Der Physiotherapeut konnte bei der wöchentlichen Therapie subjektiv einen Kraftzuwachs sowie eine verbesserte Funktionalität der Muskulatur feststellen. Die Sarkopenie wurde langsam rückläufig. Die Physiotherapie bestand anfänglich aus regelmäßigem Durchbewegen und Detonisieren der Muskulatur, um die Kontrakturen zu verbessern und neuen Kontrakturen vorzubeugen. Zusätzlich wurden Bewegungserfahrungen aus der Vergangenheit des Patienten vor der Erkrankung erarbeitet und mit explosiven Bewegungserfahrungen gepaart und angeleitet. Jede Bewegung wurde schneller ausgeführt. Ziel war es, den Rhythmus einer Beugung in den Armen und Beinen zu verdoppeln. Bei den Armen, die stark kontrahiert waren und denen die Bewe­gungen schwerfielen, wurden 12 Wiederholungen als Ziel durchgeführt. Sobald die Bewegungen kräftiger und die Gelenke beweglicher wurden, galt es, 50 – 100 Wiederholungen zu bewältigen. Nach sechs Monaten hatte der Patient dieses Ziel erreicht. Zusätzlich wurden Propriozeptionstraining und exzentrische Belastungen durchgeführt, die ebenfalls zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit des Patienten führten. <span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<h2><b>Ergebnis</b></h2>
<p>Die Eiweißgabe über die PEG erfolgte über 12 Monate ohne jegliche Komplikationen und wurde vom Patienten sehr gut toleriert. Die hoch- und normalkalorische Kostform konnte nach 10 Monaten abgesetzt werden, da der Patient wieder in der Lage war, selbständig Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach weiteren 5 Monaten zusätzlicher Eiweißgabe und dreimaliger Physiotherapie pro Woche hat er eine Gewichtszunahme von ca. 14 kg erreicht. Der BMI liegt bei 23,2 kg/m². Die errechnete Muskelmasse konnte im selben Beobachtungs- und Messzeitraum um ca. 4 kg gesteigert werden. Vor allem die Spastiken in den Händen und Beinen haben sich deutlich gebessert. Unter regelmäßigen Laborkontrollen – insb. der Nieren- und Eiweißwerte – zeigen sich bis heute keine Auffälligkeiten, der Sarkopenie und dem Untergewicht konnte somit erfolgreich entgegengetreten werden. Festzuhalten bleibt, dass die zusätzliche Eiweißgabe über eine PEG in dem vorliegenden Fall gut funktionierte, keinerlei Komplikationen darstellte und in Kombination mit hochkalorischer/normalkalorischer Kost zu einer deutlichen Besserung des Untergewichts und der Sarkopenie geführt hat. Die dreimal wöchentlich durch­geführte Physiotherapie trug maßgeblich zum Muskelaufbau und dem Abbau der Spastiken bei. Die Eiweißgabe wird aktuell mit 20 g pro Tag als Erhaltungsdosis fortgeführt, um die Muskelmasse unterstützend weiter aufzubauen bzw. zu erhalten. Eine BIA wird alle vier ­Wochen in Kombination mit Laborkontrollen insb. der Nierenwerte, des Serum­albumins und des Transthyretins durchgeführt. Alle acht Wochen werden die oben beschriebenen Aminosäuren laborchemisch kontrolliert. Auch hier zeigten sich deutliche Verbesserungen nach Gabe der Protein-Nahrungsergänzung. Nach also nunmehr 17 Monaten intensiver Therapie und Eiweißgabe hat der Patient ungefähr sein Gewicht von ca. 63 kg von vor der Erkrankung wieder erreicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Auch schwerkranke, bettlägerige, sarkopenische und mit einer PEG-Sonde versorgte Patienten profitieren von einer zusätzlichen Eiweißgabe in Kombination mit einer intensiven Physiotherapie. Die Versorgung mit zusätzlichem, hochwertigem Eiweiß über eine PEG-Sonde stellt grundsätzlich kein Ausschlusskriterium dar, sofern der Patient engmaschig kontrolliert wird. <span class="Apple-converted-space">     </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Schaupp, A., et al. Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Sarkopenie. <em>Z Gerontol Geriat</em><em>.</em> 54, 717–724 (2021).</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Cederholm T., et al. GLIM criteria for the diagnosis of malnutritione A consensus report from the global clinical nutrition community. <em>Clinical Nutrition</em> (2018).</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Bischoff, S.C., et al. ESPEN practical guideline: Home enteral nutrition. <em>Clinical Nutrition</em> (2022).</p>
<p>[4] Bauer, J., et al. Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People: A Position Paper From the PROT-AGE Study Group. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>(2013).</p>
<p>[5] Carballo-Casla, A., et al. Protein Intake and Mortality in Older Adults With Chronic Kidney Disease. <em>JAMA Network Open. </em>7;(8):e2426577 (2024).</p>
<p>[6] Layne, N. &amp; Donald, L. Leucine Regulates Translation Initiation of Protein Synthesis in Skeletal Muscle after Exercise. <em>The Journal of Nutrition. </em>136(2), 533-537 (2006).</p>
<p>[7] Bauer, M., et al. Effects of a vitamin D and leucine-enriched whey protein nutritional supplement on measures of sarcopenia in older adults, the PROVIDE study: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. <em>Journal of the American Medical Directors Associatio. </em>16(9), 740-7 (2015).</p>
<p>[8] Li, P., et al. Amino acids and immune function. <em>British Journal of Nutrition. </em>98(2), 237-252 (2007).</p>
<p>[9] RadhaKrishna, R. &amp; Samak, G. Role of Glutamine in Protection of Intestinal Epithelial Tight Junctions. <em>Journal of Epithelial Biology &amp; Pharmacology.</em> 5, 47-54 (2011).</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle–Organ Crosstalk: The Emerging Roles of Myokines. <em>Endocrine Reviews.</em> 42(1), 97-99 (2021).</p>
<p>[11] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle-Organ Crosstalk: Focus on Immunometabolism. <em>Frontiers in Physiology. Striated Muscle Physiology. </em>11-20 (2020).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gezielte Trinknahrung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22589/gezielte-trinknahrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Philipp Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 13:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend auf individuellen Patientendaten liefert hierzu ein sehr differenziertes, patientenrelevantes Bild [1].</b></p>
<h2><b>Warum dieses Thema klinisch relevant ist</b></h2>
<p>Zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der hospitalisierten älteren Menschen sind mangelernährt oder weisen ein hohes Risiko dafür auf. Mangel­ernährung ist klar mit Komplikationen, längerer Hospitalisationsdauer, funktionellem Abbau und erhöhter Morta­lität verbunden [2]. Gleichzeitig ist diese Patientengruppe extrem heterogen und vulnerabel – standardisierte „Mehr ­essen“-Ratschläge greifen hier zu kurz. Verschiedene Studien, wie die EFFORT Studie aus der Schweiz, hatten bereits gezeigt, dass standardisierte Ernährungsstrategien die Mortalität verbessern können [3]. Es gibt aber auch widersprüchliche Evidenz zum Nutzen von verschiedenen Arten von Ernährungssupport bei älteren Patienten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Welche orale Ernährungsstrategie bringt im Stationsalltag tatsächlich einen klinisch messbaren Vorteil – und für wen?</p>
<h2><b>Studiendesign: Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten</b></h2>
<p>Die Autorengruppe nutzte einen methodisch anspruchsvollen Ansatz: eine Netzwerk-Metaanalyse auf Basis individueller Patientendaten aus randomisierten kontrollierten Studien.</p>
<ul>
<li>Eingeschlossen wurden 21 Studien mit insgesamt über 3.000 älteren hospitalisierten Patienten,<br />
im Mittel 75 – 85 Jahre alt.</li>
<li>Alle hatten ein Risiko für oder eine gesicherte Mangelernährung und waren wegen akuter Erkrankungen stationär aufgenommen.</li>
<li>Definiert wurden kritische Endpunkte wie Mortalität, schwere unerwünschte Ereignisse und funktionelle Fähigkeiten sowie wichtige Endpunkte wie Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreie Masse.</li>
<li>Primärer Zeitpunkt der Auswertung war die Entlassung aus dem Spital bzw. 30 Tage nach Randomisierung.</li>
</ul>
<p>Die Netzwerkstruktur erlaubt, verschiedene Ernährungsstrategien sowohl untereinander als auch gegenüber Standardversorgung zu vergleichen, selbst wenn einzelne Studien nie direkt zwei aktive Strategien gegeneinander getestet haben.</p>
<p>Folgende Typen oraler Interventionen wurden analysiert:</p>
<ul>
<li>zusätzliche Proteingaben</li>
<li>zusätzliche Energie-Supplements</li>
<li>klassische orale Trinknahrung (ONS)</li>
<li>individualisierte „feeding support“-Ansätze (z. B. Hilfe beim Essen, Anpassung der Konsistenz,<br />
Essumgebung)</li>
<li>umfassende individualisierte Ernährungstherapie (strukturierte Ernährungsanamnese,<span class="Apple-converted-space"> </span>Bedarfs­berechnung, Anpassung der Speisen, ONS nach Bedarf, begleitende Beratung)</li>
</ul>
<p>In der Mehrzahl der Studien wurden diese Strategien mit der üblichen Versorgung verglichen, teilweise mit Placebo.</p>
<h2><b>Zentrale Ergebnisse: Trinknahrung mit klinisch relevantem Signal</b></h2>
<p><b>Mortalität und schwere Komplikationen</b></p>
<p>Für die Gabe oraler Trinknahrung (ONS) ergab sich ein klinisch relevantes Signal:</p>
<ul>
<li>ONS können die Sterblichkeit im Vergleich zur Standardversorgung senken, mit einer relevanten absoluten Risikoreduktion.</li>
<li>ONS können zudem schwere unerwünschte Ereignisse wie Infektionen und andere<br />
Komplikationen reduzieren.</li>
</ul>
<p>Die Evidenzbasis wird von den Autoren allerdings als noch begrenzt eingestuft, sodass von einer Wahrscheinlichkeitsaussage („kann“ / „wahrscheinlich“) und nicht von einem gesicherten Effekt gesprochen wird. Im Gegensatz dazu zeigte eine umfassende individualisierte Ernährungstherapie in dieser Analyse keinen klaren Vorteil bezüglich Mortalität im Vergleich zur üblichen Versorgung. Für die meisten direkten Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Interventionstypen bleibt die Evidenz unsicher.</p>
<h2><b>Funktion, Lebensqualität und Körperzusammensetzung</b></h2>
<ul>
<li>Für Alltagsfunktionen (Aktivitäten des täglichen Lebens) zeigte die umfassende individua­lisierte Ernährungstherapie im Vergleich zur Standardversorgung keinen oder nur einen minimalen Effekt.</li>
<li>Auch im direkten Vergleich ONS versus reine Energiesupplements ergab sich kein eindeutiger Vorteil hinsichtlich funktioneller Endpunkte.</li>
<li>Bei Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreier Masse waren die Resultate heterogen; klare Rangfolgen zwischen den Strategien lassen sich derzeit nicht ableiten.</li>
</ul>
<p>Insgesamt ist die Evidenzqualität für viele dieser Endpunkte eher als niedrig einzustufen, u. a. wegen kleiner Studien, methodischer Limitationen und Hetero­genität.</p>
<h2><b>Klinische Implikationen für den Stationsalltag</b></h2>
<p>Trotz dieser Einschränkungen setzt die Arbeit wichtige Akzente für die Praxis:</p>
<ul>
<li>Trinknahrung als Baustein der Therapie: Die Daten stützen den gezielten Einsatz von ONS bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung, insbesondere wenn eine ausreichende Energie und Proteinaufnahme über das normale Essen allein nicht zu erwarten ist.</li>
<li>Individualisierte Ernährung bleibt wichtig – aber schwer messbar: Dass die umfassende individualisierte Ernährungstherapie keinen klaren Mortalitätsvorteil zeigt, bedeutet nicht, dass sie klinisch verzichtbar wäre. Vielmehr zeigt sich, wie schwierig funktionelle und qualitative Vorteile in heterogenen Kollektiven in Studien abzubilden sind und wie stark die Effekte von der Qualität der Implementierung abhängen.</li>
<li>„Targeted Nutrition“ in der Geriatrie: Analog zum Konzept der <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20110/targeted-nutrition/">„Targeted Nutrition“ in der Sportmedizin</a> – bei dem spezifische Nährstoffe präzise auf definierte Ziele ausgerichtet werden  – unterstreicht diese Analyse die Bedeutung einer zielgerichteten oralen Ernährungstherapie im Akutspital: ONS und andere Interventionen sollten indikationsgerecht, zeitlich begrenzt und eingebettet in ein strukturiertes geriatrischinternistisches Behandlungskonzept eingesetzt werden.</li>
<li>Forschungslücken: Deutlich wird der Bedarf an großen, methodisch robusten Studien – wie die EFFORT Studie [3] – mit klar definierten Interventionen, standardisierten patientenrelevanten Endpunkten und längeren Beobachtungszeiträumen, um insbesondere funktionelle Verläufe und Rehospitalisationen besser beurteilen zu können.</li>
</ul>
<h2><b>Fazit für Praxis und Wissenschaft</b></h2>
<p>Die Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten zeigt, dass orale Trinknahrung bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung wahrscheinlich Mortalität und schwere Komplikationen innerhalb von 30 Tagen reduzieren kann. Andere orale Strategien, einschließlich umfassender individualisierter Ernährungstherapie, zeigen bislang keinen klaren Vorteil in Bezug auf harte Endpunkte, bleiben aber für eine ganzheitliche, patientenzentrierte Behandlung unverzichtbar. Damit liefert die Arbeit einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung eines geriatrischen „Targeted Nutrition“-Konzeptes im Akutspital – mit Trinknahrung als möglicherweise wirksamem Kernmodul innerhalb eines multidisziplinären Behandlungsteams.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kiesswetter E, Schwarzer G, Stadelmaier J, Lohner S, Grummich K, Dagnelie PC, et al. Oral nutritional interventions in hospitalised older people at nutritional risk: a network meta-analysis of individual participant data. Cochrane Database Syst Rev. 2026;3:CD015468.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Schuetz P, Seres D, Lobo DN, Gomes F, Kaegi-Braun N, Stanga Z. Management of disease-related malnutrition for patients being treated in hospital. Lancet. 2021;398:1927-38.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Schuetz P, Fehr R, Baechli V, Geiser M, Deiss M, Gomes F, et al. Individualised nutritional support in medical inpatients at nutritional risk: a randomised clinical trial. Lancet. 2019;393:2312-21.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Protagonist der Targeted Nutrition</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22407/protagonist-der-targeted-nutrition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:20:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22407</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Classic&#8220;, &#8222;CardioBalance&#8220; und &#8222;MuscleBalance&#8220; stehen für drei gezielte PhytoShake-Kompositionen einer modernen, evidenzorientierten Ernährung. Sie kombinieren hochwertige pflanzliche Proteine, lösliche Ballaststoffe und funktionelle Inhaltsstoffe zu einem klar strukturierten Konzept. Im Zentrum [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Classic&#8220;, &#8222;CardioBalance&#8220; und &#8222;MuscleBalance&#8220; stehen für drei gezielte <strong>PhytoShake</strong>-Kompositionen einer modernen, evidenzorientierten Ernährung. Sie kombinieren hochwertige pflanzliche Proteine, lösliche Ballaststoffe und funktionelle Inhaltsstoffe zu einem klar strukturierten Konzept.</p>
<p>Im Zentrum steht eine anti-entzündliche Ernährungsstrategie, die Stoffwechselbalance, Regeneration und Wohlbefinden unterstützt. <strong>PhytoShake</strong> vereint Qualität, Verträglichkeit und einen bewusst integrierten Ansatz für Prävention und Prähabilitation.</p>
<p>Mehr zum <strong>PhytoShake</strong> finden Sie in dem Artikel <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/">Phytoshake &#8211; Entstehung und Perspektiven</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 27.04.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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