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	<title>Ernährung Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Wed, 24 Jun 2026 08:01:58 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Ernährung Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Gezielte Trinknahrung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Philipp Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 13:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend auf individuellen Patientendaten liefert hierzu ein sehr differenziertes, patientenrelevantes Bild [1].</b></p>
<h2><b>Warum dieses Thema klinisch relevant ist</b></h2>
<p>Zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der hospitalisierten älteren Menschen sind mangelernährt oder weisen ein hohes Risiko dafür auf. Mangel­ernährung ist klar mit Komplikationen, längerer Hospitalisationsdauer, funktionellem Abbau und erhöhter Morta­lität verbunden [2]. Gleichzeitig ist diese Patientengruppe extrem heterogen und vulnerabel – standardisierte „Mehr ­essen“-Ratschläge greifen hier zu kurz. Verschiedene Studien, wie die EFFORT Studie aus der Schweiz, hatten bereits gezeigt, dass standardisierte Ernährungsstrategien die Mortalität verbessern können [3]. Es gibt aber auch widersprüchliche Evidenz zum Nutzen von verschiedenen Arten von Ernährungssupport bei älteren Patienten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Welche orale Ernährungsstrategie bringt im Stationsalltag tatsächlich einen klinisch messbaren Vorteil – und für wen?</p>
<h2><b>Studiendesign: Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten</b></h2>
<p>Die Autorengruppe nutzte einen methodisch anspruchsvollen Ansatz: eine Netzwerk-Metaanalyse auf Basis individueller Patientendaten aus randomisierten kontrollierten Studien.</p>
<ul>
<li>Eingeschlossen wurden 21 Studien mit insgesamt über 3.000 älteren hospitalisierten Patienten,<br />
im Mittel 75 – 85 Jahre alt.</li>
<li>Alle hatten ein Risiko für oder eine gesicherte Mangelernährung und waren wegen akuter Erkrankungen stationär aufgenommen.</li>
<li>Definiert wurden kritische Endpunkte wie Mortalität, schwere unerwünschte Ereignisse und funktionelle Fähigkeiten sowie wichtige Endpunkte wie Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreie Masse.</li>
<li>Primärer Zeitpunkt der Auswertung war die Entlassung aus dem Spital bzw. 30 Tage nach Randomisierung.</li>
</ul>
<p>Die Netzwerkstruktur erlaubt, verschiedene Ernährungsstrategien sowohl untereinander als auch gegenüber Standardversorgung zu vergleichen, selbst wenn einzelne Studien nie direkt zwei aktive Strategien gegeneinander getestet haben.</p>
<p>Folgende Typen oraler Interventionen wurden analysiert:</p>
<ul>
<li>zusätzliche Proteingaben</li>
<li>zusätzliche Energie-Supplements</li>
<li>klassische orale Trinknahrung (ONS)</li>
<li>individualisierte „feeding support“-Ansätze (z. B. Hilfe beim Essen, Anpassung der Konsistenz,<br />
Essumgebung)</li>
<li>umfassende individualisierte Ernährungstherapie (strukturierte Ernährungsanamnese,<span class="Apple-converted-space"> </span>Bedarfs­berechnung, Anpassung der Speisen, ONS nach Bedarf, begleitende Beratung)</li>
</ul>
<p>In der Mehrzahl der Studien wurden diese Strategien mit der üblichen Versorgung verglichen, teilweise mit Placebo.</p>
<h2><b>Zentrale Ergebnisse: Trinknahrung mit klinisch relevantem Signal</b></h2>
<p><b>Mortalität und schwere Komplikationen</b></p>
<p>Für die Gabe oraler Trinknahrung (ONS) ergab sich ein klinisch relevantes Signal:</p>
<ul>
<li>ONS können die Sterblichkeit im Vergleich zur Standardversorgung senken, mit einer relevanten absoluten Risikoreduktion.</li>
<li>ONS können zudem schwere unerwünschte Ereignisse wie Infektionen und andere<br />
Komplikationen reduzieren.</li>
</ul>
<p>Die Evidenzbasis wird von den Autoren allerdings als noch begrenzt eingestuft, sodass von einer Wahrscheinlichkeitsaussage („kann“ / „wahrscheinlich“) und nicht von einem gesicherten Effekt gesprochen wird. Im Gegensatz dazu zeigte eine umfassende individualisierte Ernährungstherapie in dieser Analyse keinen klaren Vorteil bezüglich Mortalität im Vergleich zur üblichen Versorgung. Für die meisten direkten Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Interventionstypen bleibt die Evidenz unsicher.</p>
<h2><b>Funktion, Lebensqualität und Körperzusammensetzung</b></h2>
<ul>
<li>Für Alltagsfunktionen (Aktivitäten des täglichen Lebens) zeigte die umfassende individua­lisierte Ernährungstherapie im Vergleich zur Standardversorgung keinen oder nur einen minimalen Effekt.</li>
<li>Auch im direkten Vergleich ONS versus reine Energiesupplements ergab sich kein eindeutiger Vorteil hinsichtlich funktioneller Endpunkte.</li>
<li>Bei Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreier Masse waren die Resultate heterogen; klare Rangfolgen zwischen den Strategien lassen sich derzeit nicht ableiten.</li>
</ul>
<p>Insgesamt ist die Evidenzqualität für viele dieser Endpunkte eher als niedrig einzustufen, u. a. wegen kleiner Studien, methodischer Limitationen und Hetero­genität.</p>
<h2><b>Klinische Implikationen für den Stationsalltag</b></h2>
<p>Trotz dieser Einschränkungen setzt die Arbeit wichtige Akzente für die Praxis:</p>
<ul>
<li>Trinknahrung als Baustein der Therapie: Die Daten stützen den gezielten Einsatz von ONS bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung, insbesondere wenn eine ausreichende Energie und Proteinaufnahme über das normale Essen allein nicht zu erwarten ist.</li>
<li>Individualisierte Ernährung bleibt wichtig – aber schwer messbar: Dass die umfassende individualisierte Ernährungstherapie keinen klaren Mortalitätsvorteil zeigt, bedeutet nicht, dass sie klinisch verzichtbar wäre. Vielmehr zeigt sich, wie schwierig funktionelle und qualitative Vorteile in heterogenen Kollektiven in Studien abzubilden sind und wie stark die Effekte von der Qualität der Implementierung abhängen.</li>
<li>„Targeted Nutrition“ in der Geriatrie: Analog zum Konzept der <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20110/targeted-nutrition/">„Targeted Nutrition“ in der Sportmedizin</a> – bei dem spezifische Nährstoffe präzise auf definierte Ziele ausgerichtet werden  – unterstreicht diese Analyse die Bedeutung einer zielgerichteten oralen Ernährungstherapie im Akutspital: ONS und andere Interventionen sollten indikationsgerecht, zeitlich begrenzt und eingebettet in ein strukturiertes geriatrischinternistisches Behandlungskonzept eingesetzt werden.</li>
<li>Forschungslücken: Deutlich wird der Bedarf an großen, methodisch robusten Studien – wie die EFFORT Studie [3] – mit klar definierten Interventionen, standardisierten patientenrelevanten Endpunkten und längeren Beobachtungszeiträumen, um insbesondere funktionelle Verläufe und Rehospitalisationen besser beurteilen zu können.</li>
</ul>
<h2><b>Fazit für Praxis und Wissenschaft</b></h2>
<p>Die Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten zeigt, dass orale Trinknahrung bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung wahrscheinlich Mortalität und schwere Komplikationen innerhalb von 30 Tagen reduzieren kann. Andere orale Strategien, einschließlich umfassender individualisierter Ernährungstherapie, zeigen bislang keinen klaren Vorteil in Bezug auf harte Endpunkte, bleiben aber für eine ganzheitliche, patientenzentrierte Behandlung unverzichtbar. Damit liefert die Arbeit einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung eines geriatrischen „Targeted Nutrition“-Konzeptes im Akutspital – mit Trinknahrung als möglicherweise wirksamem Kernmodul innerhalb eines multidisziplinären Behandlungsteams.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kiesswetter E, Schwarzer G, Stadelmaier J, Lohner S, Grummich K, Dagnelie PC, et al. Oral nutritional interventions in hospitalised older people at nutritional risk: a network meta-analysis of individual participant data. Cochrane Database Syst Rev. 2026;3:CD015468.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Schuetz P, Seres D, Lobo DN, Gomes F, Kaegi-Braun N, Stanga Z. Management of disease-related malnutrition for patients being treated in hospital. Lancet. 2021;398:1927-38.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Schuetz P, Fehr R, Baechli V, Geiser M, Deiss M, Gomes F, et al. Individualised nutritional support in medical inpatients at nutritional risk: a randomised clinical trial. Lancet. 2019;393:2312-21.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Protagonist der Targeted Nutrition</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22407/protagonist-der-targeted-nutrition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:20:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Classic&#8220;, &#8222;CardioBalance&#8220; und &#8222;MuscleBalance&#8220; stehen für drei gezielte PhytoShake-Kompositionen einer modernen, evidenzorientierten Ernährung. Sie kombinieren hochwertige pflanzliche Proteine, lösliche Ballaststoffe und funktionelle Inhaltsstoffe zu einem klar strukturierten Konzept. Im Zentrum [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Classic&#8220;, &#8222;CardioBalance&#8220; und &#8222;MuscleBalance&#8220; stehen für drei gezielte <strong>PhytoShake</strong>-Kompositionen einer modernen, evidenzorientierten Ernährung. Sie kombinieren hochwertige pflanzliche Proteine, lösliche Ballaststoffe und funktionelle Inhaltsstoffe zu einem klar strukturierten Konzept.</p>
<p>Im Zentrum steht eine anti-entzündliche Ernährungsstrategie, die Stoffwechselbalance, Regeneration und Wohlbefinden unterstützt. <strong>PhytoShake</strong> vereint Qualität, Verträglichkeit und einen bewusst integrierten Ansatz für Prävention und Prähabilitation.</p>
<p>Mehr zum <strong>PhytoShake</strong> finden Sie in dem Artikel <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/">Phytoshake &#8211; Entstehung und Perspektiven</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 27.04.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Targeted Nutrition</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22404/targeted-nutrition-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 09:13:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[„Targeted Nutrition“ ist ein praxisorientiertes Anwendungsprinzip, das etablierte Strategien wie periodisierte, individualisierte, indikationsspezifische  und zeitlich gesteuerte Ernährung in einen klinischen und sportmedizinischen Kontext integriert. &#160; Veröffentlicht: 27.04.2026]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0cm 0cm 9.0pt 0cm;"><span style="font-size: 18.0pt; font-family: 'Times New Roman',serif;">„Targeted Nutrition“ ist ein praxisorientiertes Anwendungsprinzip, das etablierte Strategien wie periodisierte, individualisierte, indikationsspezifische  und zeitlich gesteuerte Ernährung in einen klinischen und sportmedizinischen Kontext integriert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht: 27.04.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cucumber Water for muscle cramps</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22345/cucumber-water-for-muscle-cramps/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Klaus Pöttgen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 13:41:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT26]]></category>
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					<description><![CDATA[At the 2026 Australian Open, Carlos Alcaraz apparently drank cucumber water during his semifinal match against Alexander Zverev to relieve his muscle cramps. The limping tennis star won the match. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>At the 2026 Australian Open, Carlos Alcaraz apparently drank cucumber water during his semifinal match against Alexander Zverev to relieve his muscle cramps. The limping tennis star won the match. For the same reason, ice hockey superstar Leon Draisaitl consumed mustard at the 2026 Olympics – because of the acetic acid it contains. Acetic acid is said to have a neural effect on cramps. In addition to acetic acid, pickle juice contains a relatively high amount of sodium (approx. 200 mg in 30 ml), but low amounts of magnesium and potassium.</b></p>
<p>Muscle cramps are a temporary but intense and painful involuntary contraction of the skeletal muscles that can occur in many different situations. There is evidence that some cases are related to water and salt imbalances, while others appear to be triggered by persistent abnormal spinal reflex acti­vity as a result of fatigue in the affected muscles. This has led to alternative explanations, such as the theory of neuromuscular fatigue – i.e., impaired signal transmission between the brain and muscles after prolonged exertion.</p>
<p>Studies show that dehydration has no effect on the stimulation frequency required to trigger a cramp and confirm the involvement of spinal mechanisms. However, it is questionable to what extent these models are relevant to spontaneous cramps that occur during (exercise-associated muscle cramps (EAMC)) or after exercise. It has therefore been hypothesized that cramps are caused by persistent abnormal spinal reflex acti­vity, which appears to be secondary to muscle fatigue. In particular, EAMC has been attributed to a disturbance in the sustained activity of alpha motor neurons, which is based on a dysregulation of alpha motor neurons at the spinal level. Muscle fatigue was considered to be a triggering factor, as it increases the afferent activity of the muscle spindles (type Ia and II) and simultaneously inhibits the afferent activity of the type Ib Golgi tendon organs. Indirect evidence supporting this theory comes from the observation that passive stretching of the affected muscle during a cramp can alleviate the symptoms – presumably through autogenic inhibition via the tendon organ reflex. Nevertheless, this does not explain why cramps are not an inevitable consequence of every strenuous activity, why they occur more frequently in environments with high heat stress, or why some people are affected while others are spared.</p>
<p>In the human model of electrically induced cramps, it has been reported that pickle juice effectively shortens the duration of cramps. Miller et al. found that the duration of cramps was reduced by an average of about 37 % when 1 mL of pickle juice was consumed two seconds after the onset of cramps, compared to an experiment in which water was drunk. This did not affect the intensity of the cramp. Ingesting small amounts of pickle juice had no measurable effect on plasma concentrations of sodium, potassium, magnesium, or calcium, nor on plasma osmolality or plasma volume. Since the pickle juice did not cause any changes in circulating electrolytes, the authors suggested that the shortened cramp is mediated by the activation of receptors in the oropharynx, leading to a reduced discharge rate of the alpha motor neurons that innervate the affected muscle. However, it is important to emphasize that this was not a study of EAMC, but rather cramps triggered by electrical stimulation during a maximal voluntary contraction of a small foot muscle. In a randomized study (2023) involving 82 patients with liver cirrhosis and a history of more than four muscle cramps in the previous month, 1 tablespoon of pickle juice taken at the onset of a cramp improved cramp intensity without causing any adverse side effects.</p>
<p>Literature</p>
<ol>
<li>Miller, K.C. Electrolyte and Plasma Responses After Pickle Juice, Mustard, and Deionized Water Ingestion in Dehydrated Humans. J Athl Train. 2014 May-Jun;49(3):360–367. doi: 10.4085/1062-6050-49.2.23</li>
<li>Elliot B Tapper et al. Pickle Juice Intervention for Cirrhotic Cramps Reduction: The PICCLES Randomized Controlled Trial. Am J Gastroenterol. 2022 Apr 13;117(6):895–901. doi:10.14309/ajg.0000000000001781</li>
<li>Ronald J Maughan, Susan M Shirreffs. Muscle Cramping During Exercise: Causes, Solutions, and Questions Remaining. Sports Med. 2019 Nov 6;49(Suppl 2):115–124. doi: 10.1007/s40279-019-01162-1.</li>
<li>Miller KC, Mack GW, Knight KL, et al. Reflex inhibition of electrically induced muscle cramps in hypohydrated humans. Med Sci Sports Exerc. 2010;42(5):953–961. doi: 10.1249/MSS.0b013e3181c0647e.</li>
<li>Miller KC, Mack G, Knight KL. Electrolyte and plasma changes after ingestion of pickle juice, water, and a common carbohydrate-electrolyte solution. J Athl Train. 2009;44(5):454–461. doi: 10.4085/1062-6050-44.5.454.</li>
<li>Kevin C Miller. Electrolyte and plasma responses after pickle juice, mustard, and deionized water ingestion in dehydrated humans. J Athl Train. 2014 May-Jun;49(3):360-7. doi: 10.4085/1062-6050-49.2.23. Epub 2014 Feb 12.</li>
<li>Jarett Peikert, Kevin C Miller, Jay Albrecht, Jared Tucker, James Deal. Pre-exercise ingestion of pickle juice, hypertonic saline, or water and aerobic performance and thermoregulation. Controlled Clinical Trial. J Athl Train. 2014 Mar-Apr;49(2):204-9.doi: 10.4085/1062-6050-49.2.11. Epub 2014 Feb 25.</li>
<li>McKenney, M.A.; Miller, K.C.; Deal, J.E.; Garden-Robinson, J.A.; Rhee, Y.S. Plasma and Electrolyte Changes in Exercising Humans After Ingestion of Multiple Boluses of Pickle Juice. J. Athl. Train. 2015, 50, 141–146.</li>
<li>Stephanie E Hooper Marosek, Vijay Antharam, Katayoon Dowlatshahi. Quantitative Analysis of the Acetic Acid Content in Substances Used by Athletes for the Possible Prevention and Alleviation of Exercise-Associated Muscle Cramps. J Strength Cond Res. 2020 Jun;34(6):1539-1546. doi: 10.1519/JSC.0000000000003595.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hafer &#038; Ballaststoffe</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22045/hafer-ballaststoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 08:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22045</guid>

					<description><![CDATA[Cholesterinsenkende Wirkung von Hafer und metabolisches Syndrom In zwei parallel durchgeführten randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 68 Teilnehmern mit metabolischem Syndrom zeigte eine kurzfristige, hochdosierte Haferdiät (3 Mahlzeiten á 100 g [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><b>Cholesterinsenkende Wirkung von Hafer und metabolisches Syndrom</b></h2>
<p>In zwei parallel durchgeführten randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 68 Teilnehmern mit metabolischem Syndrom zeigte eine kurzfristige, hochdosierte Haferdiät (3 Mahlzeiten á 100 g Hafer über 2 Tage) eine deutliche Erhöhung der plasmaferulasäure (FA) und Dihydroferulasäure (DHFA) Spiegel sowie eine signifikante Senkung von LDL- und Gesamtcholesterin (LDL-C um ca. 16 mg/dL, TC um ca. 15.6 mg/dL). Eine moderate sechs-wöchige Haferdiät (1 Mahlzeit á 80 g Hafer täglich) führte ebenfalls zu erhöhten Phänotypen phenolischer Metabolite, jedoch mit milderen Effekten auf Lipidwerte. Die Daten integrierten klinische Marker, globale Plasma- und Stuhlmetabolom-Profile sowie Mikrobiomdaten. Die Analysen ergaben, dass mikrobiell abgeleitete phenolische Verbindungen wesentliche Treiber des cholesterinsenkenden Effekts der Haferdiäten sind, ergänzt durch Veränderungen in der Darmmikrobiota, vor allem dem Anstieg bestimmter Bakteriengattungen wie Erysipelotrichaceae UCG-003, die mit Cholesterinsenkungen korrelierten. In vitro Experimente mit Zellen bestätigten, dass DHFA die Cholesterinaufnahme und Estersynthese verringert. Zusätzlich verändert Hafer Aminosäure- und Lipidmetabolite im Darm und Plasma. Diese Ergebnisse erweitern das Verständnis über die gesundheitlichen Wirkmechanismen von Hafer, die über die bekannte Beta-Glucan vermittelten Effekte hinausgehen und mikrobielle Phenolmetabolite einbeziehen. Die Studie unterstreicht das Potenzial von hochdosierten Haferdiäten als nachhaltige und kostengünstige Therapieoption zur Verbesserung der Lipidprofile und Behandlung von metabolischen Störungen im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas.</p>
<p><i>Klümpen L, Mantri A, Philipps M, Seel W, Schlautmann L, Yaghmour MH, Wiemann V, Stoffel-Wagner B, Coenen M, Weinhold L, Hasenauer J, Fließwasser T, Burgdorf S, Thiele C, Stehle P, Simon MC. Chol</i><i>esterol-lowering effects of oats induced by microbially produced phenolic metabolites in metabolic syndrome: a rando</i><i>mized controlled trial. Nat Commun. 2026 Jan 14;17(1):598. doi: 10.1038/s41467-026-68303-9. PMID: 41535271; PMCID: PMC12808737.</i></p>
<h2><b>Ballaststoffe reduzieren Risiko für Herz-Kreislauf-­Erkrankungen, Pankreaskrebs und Divertikulose</b></h2>
<p>Die umfassende Umbrella-Review umfasst 33 Metaanalysen mit 38 Gesundheitsoutcomes von insgesamt 17.155.277 Personen. In 76 % der Studien zeigte eine höhere Ballaststoffzufuhr signifikant invers assoziierte Effekte auf Krankheitsrisiken (p &lt; 0,05). Besonders überzeugende Evidenz (Klasse I) besteht für die Senkung der kardiovaskulären Mortalität, das Risiko für Pankreaskrebs sowie Divertikulose. Weiterhin gibt es starke Hinweise (Klasse II) für eine reduzierte Gesamtmortalität, koronare Herzkrankheit und Ovarialkarzinom. Insgesamt zeigten 16 Outcomes eine eher vorschlägliche (Klasse III) und 6 eine schwache Evidenz (Klasse IV). Methodisch waren sechs Metaanalysen von hoher Qualität, während andere kleinere methodische Schwächen aufwiesen. Trotz eindeutiger gesundheitlicher Vorteile liegt die durchschnittliche Ballaststoffzufuhr weltweit unter den empfohlenen Mengen. Es wird empfohlen, öffentliche Gesundheitsstrategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung zu intensivieren und in zukünftigen Studien Fettarten differenzierter zu erforschen.</p>
<p><i>Veronese N, Gianfredi V, Solmi M, Barbagallo M, Dominguez LJ, Mandalà C, Di Palermo C, Carruba L, Solimando L, Stubbs B, Castagna A, Maggi S, Zanetti M, Al-Daghri N, Sabico S, Nucci D, Gosling C, Fontana L. The impact of dietary fiber consumption on human health: An umbrella review of evidence from 17,<br />
155,277 individuals. Clin Nutr. 2025 </i><i>Aug;51:325 – 333. doi: 10.1016/j.clnu.2025</i><i>.<br />
</i><i>06.021.Epub 2025 Jul 7. PMID: 40651334.</i></p>
<p><b>ANMERKUNG DER REDAKTION</b></p>
<p>Die Studien bestätigen die Entwicklung und Verbreitung des medizinischen Konzepts der Targeted Nutrition. <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/" target="_blank" rel="noopener">Lesen Sie mehr zur modernen phytogenen Ernährung und zur Entstehung sowie Perspektiven des </a><br />
Phytoshakes.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bioregulatorische Peptide</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21920/bioregulatorische-peptide/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Matthias Kraft]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 09:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Peptide stellen eine zentrale Klasse biologisch aktiver Moleküle dar, die regulatorische Funktionen in nahezu allen Organsystemen ausüben [1, 2]. Besonderes Interesse gilt ultrakurzen Peptiden (Ultrashort Peptides, USPs) mit 2 – 7 Aminosäuren, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Peptide stellen eine zentrale Klasse biologisch aktiver Moleküle dar, die regulatorische Funktionen in nahezu allen Organsystemen ausüben [1, 2]. Besonderes Interesse gilt ultrakurzen Peptiden (Ultrashort Peptides, USPs) mit 2 – 7 Aminosäuren, da sie eine ausgeprägte Gewebe- und Funktionsspezifität besitzen und direkt in die Regulation der Genexpression eingreifen können [1 – 3]. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, vier thematische Schwerpunkte zusammenzuführen: (1) USPs als Bioregulatoren in Orthopädie und Sportmedizin, (2) peptidvermittelte Regulation der Genexpression, (3) neurogene Differenzierung durch AEDG (Epitalon) und (4) peptidbasierte Steuerung der chondrogenen Stammzelldifferenzierung.</b></p>
<h2><b>(1) Ultrakurze Peptide in Orthopädie und Sportmedizin</b></h2>
<p>Ultrakurzpeptide bestehen aus 2 – 7 Aminosäuren und besitzen aufgrund ihrer geringen Größe (≈1,3 – 1,8 nm) besondere pharmakokinetische Eigenschaften [1, 3, 4]. Im Vergleich dazu weist eine klassische α-Helix eine Länge von etwa 2,1 nm auf. Diese Größenrelation ermöglicht es USPs, Zellmem­branen, das Zytoplasma und den Zellkern ohne klassische Rezeptorbindung zu überwinden (Abb. 1) [3 – 5]. Damit unterscheiden sie sich grundlegend von Peptidhormonen oder Wachstumsfaktoren, deren Wirkung überwiegend membranrezeptorvermittelt ist. In der Orthopädie und Sportmedizin werden USPs mit verbesserten regenerativen Prozessen in Muskel-, Sehnen- und Knorpelgewebe in Verbindung gebracht [6 – 8]. Experimentelle Arbeiten zeigen eine Modulation der Expression von Strukturproteinen (z. B. Kollagene), Enzymen des Energiestoffwechsels sowie entzündungsregulatorischen Zytokinen [2, 6]. Klinisch werden Effekte wie beschleunigte Regeneration nach Belastung, verbesserte Trainingsadaptation, Reduktion muskuloskelettaler Überlastungssyndrome und eine stabilisierte Immunfunktion beschrieben [6 – 8]. Besonders relevant ist die Beobachtung, dass USPs nicht primär leistungssteigernd im Sinne klassischer Doping­mechanismen wirken, sondern die physiologische Anpassungsfähigkeit erhöhen [7, 8]. Dies umfasst eine verbesserte Stressresilienz, eine ökonomischere muskuläre Koordination sowie eine reduzierte Infektanfälligkeit in intensiven Trainingsphasen. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der fehlenden Aufnahme in die WADA-­Dopingliste besitzen USPs eine Sonderstellung im Leistungssport.</p>
<h2><b>(2) Peptidregulation der Genexpression</b></h2>
<p>Die Fähigkeit kurzer Peptide, direkt mit dem Genom zu interagieren, stellt einen Paradigmenwechsel in der molekularen Regulation dar [2, 3, 9]. In-vitro und in-silico-Studien zeigen, dass Peptide mit definierter Aminosäuresequenz spezifische DNAMotivikationen erkennen können, insbesondere in Promotor und Enhancerregionen [2, 3]. Zusätzlich zeigen sie eine hohe Affinität zu Histonproteinen, vor allem zu linker Histon-H1 sowie zu H3- und H4-Varianten [2, 9]. Diese Interaktionen führen zu konformationsabhängigen Veränderungen des Chromatins, die entweder eine Aktivierung oder Repression der Transkription bewirken [2, 9, 10]. Beschrieben wurden Effekte auf DNA-­Methylierungsmuster, Histonacety­lierung und die Zugänglichkeit von Transkriptionsfaktoren [2, 9]. Bemerkenswert ist, dass diese Effekte dosis­abhängig auftreten und keine unspezifische globale Transkriptionsak­tivierung verursachen, sondern selektiv funktionelle Gencluster beeinflussen. Evolutionär betrachtet sind peptidvermittelte Regulationsmechanismen hoch konserviert. Analoge Effekte wurden in Pflanzen, Hefen, Insekten, Nagetieren und humanen Zelllinien nachgewiesen (Abb. 2) [3, 11]. Dies unterstützt die Hypothese, dass kurze Peptide eine ursprünglichere, grundlegende Regulationsebene darstellen, die älter ist als viele hormonelle Signalwege.</p>
<figure id="attachment_21923" aria-describedby="caption-attachment-21923" style="width: 232px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-21923" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-232x300.jpg" alt="" width="232" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-232x300.jpg 232w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-793x1024.jpg 793w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-768x992.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-1189x1536.jpg 1189w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-150x194.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-450x581.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126-1200x1550.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft2_saez0126.jpg 1486w" sizes="(max-width: 232px) 100vw, 232px" /><figcaption id="caption-attachment-21923" class="wp-caption-text">Abb. 2 Einzigartiger Mechanismus der peptidergen Regulation der Genexpression (DNA-Regulation) in der Natur</figcaption></figure>
<h2><b>(3) AEDG (Epitalon) und neurogene Differenzierung</b></h2>
<p>Das Tetrapeptid AEDG (Ala-Glu-AspGly), auch als Epitalon bekannt, zählt zu den am intensivsten untersuchten Bioregulatorpeptiden [12 – 14]. Ursprünglich aus der Epiphyse isoliert, wurde AEDG mit einer Verlängerung der Lebensspanne, einer Normalisierung zirkadianer Rhythmen und einer Reaktivierung altersabhängiger Zellfunktionen in Verbindung gebracht [12, 13]. Auf zellulärer Ebene zeigt AEDG eine ausgeprägte Wirkung auf humane mesenchymale Stammzellen. Mehrere Studien belegen eine verstärkte neuronale Differenzierung, charakterisiert durch die Hochregulation neurogener Marker wie Nestin, Growth associated Protein (GAP) – P-43, β-Tubulin III, Doublecortin und MAP2 [14, 15]. Parallel dazu wird eine Suppression proliferationsassoziierter Gene beobachtet, was auf eine gezielte Förderung der Reifung neuronaler Phänotypen hindeutet. Molekulardynamische Simulationen und biochemische Analysen zeigen, dass AEDG bevorzugt an Histon-H1 sowie an H3- und H4-Domänen bindet [14, 16]. Diese Bindung führt zu einer Lockerung der Chromatinstruktur in neurogenen Genloci. Zusätzlich wurden Effekte auf die Telomeraseaktivität, oxi­-<br />
dativen Stress und die Stabilisierung von Telomer­regionen beschrieben, was die Einordnung von AEDG als geroprotektives Peptid unterstützt [12, 13, 16].</p>
<h2><b>(4) Peptidregulation der chondrogenen Stammzelldifferenzierung</b></h2>
<p>Die Degeneration von Gelenkknorpel stellt eine der größten therapeutischen Herausforderungen der Orthopädie dar. Mesenchymale Stammzellen (englisch: mesenchymal stem cells, MSCs) bieten ein hohes regeneratives Potenzial, dessen gezielte chondrogene Differenzierung jedoch komplex reguliert ist [17]. Neben klassischen Wachstumsfaktoren wie Transforming Growth Factor beta (TGFβ) und Bone Morphogenetic Proteins (BMPs) rücken kurze Peptide zunehmend in den Fokus, da sie spezifische Signalwege modulieren, ohne die mit Wachstumsfaktoren assoziierten Nebenwirkungen [18, 19]. Peptidsequenzen, die von Knorpel-ECM-Proteinen oder Wachstumsfaktoren abgeleitet sind (z. B. Arginin-Glycin-Aspartat (RGD-), Collagen-Phenylalanin-Glycin-Glutamat-Arginin (CFOGER-), N-Cadherin- oder Bone-Morphogenetic-Protein-mimetische (BMP-mimetische Peptide), aktivieren gezielt Smad-, Wnt/­β-Catenin- (WNT-) und Mitogen-activated-protein-kinase (MAPK-) Signalwege [18 – 20]. Dies führt zu einer gesteigerten Expression zentraler chondrogener Marker wie Sex-determining-region-Y-box-9- (SOX9-) und Kollagen-Typ-IIAlpha-1 (COL2A1-) und Aggrecan sowie zu einer verbesserten extrazellulären Matrixorganisation [18 – 20]. Im Vergleich zu rekombinanten Wachstumsfaktoren zeichnen sich Peptide durch eine höhere Stabilität, bessere Steuerbarkeit der Dosis-Wirkungs-Beziehung und ein geringeres Risiko ektoper Ossifikation aus [17, 19]. Diese Eigenschaften machen sie zu vielversprechenden Kandidaten für zukünftige zellbasierte Therapiestrategien bei Osteoarthritis und posttraumatischen oder degenerativen Knorpelschäden.</p>
<h2><b>Diskussion und Schlussfolgerung</b></h2>
<p>Über alle vier Themengebiete hinweg zeigt sich ein konsistentes Wirkprinzip ultrakurzer Peptide: Sie wirken primär über epigenetische Mechanismen auf Ebene der Genexpression (Abb. 3) [2, 3, 9]. Ihre hohe Spezifität, geringe Toxizität und orale Bioverfügbarkeit machen sie zu attraktiven Kandidaten für regenerative Medizin, Sportmedizin, Neuroregeneration und Arthrosetherapie [6 – 8,12 –15]. Die Evidenzlage ist jedoch heterogen. Während für bestimmte Peptide (z. B. AEDG / Epitalon, KE, KED, AEDL) umfangreiche präklinische Daten sowie kleinere klinische Studien vorliegen, fehlen für viele Anwendungen randomisierte, placebokontrollierte Multicenterstudien nach westlichen Evidenzstandards [2, 12]. Zukünftige Forschung sollte sich auf standardisierte klinische Studien, Dosis-Wirkungs-Beziehungen und kombinierte Therapieansätze konzentrieren.</p>
<figure id="attachment_21924" aria-describedby="caption-attachment-21924" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-21924 size-large" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-1024x622.jpg" alt="" width="755" height="459" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-1024x622.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-300x182.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-768x466.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-150x91.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-450x273.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126-1200x729.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Kraft3_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-21924" class="wp-caption-text">Abb. 3 Modell DNA-Peptid Komplex am Beispiel von Pancragen</figcaption></figure>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol style="font-weight: 400;">
<li>Morozov VG, Khavinson VK. <em>Natural Peptide Bioregulators</em>. St. Petersburg: Nauka; 1983.</li>
<li>Khavinson VK, Popovich IG, Linkova NS, et al. Peptide regulation of gene expression: a systematic review. <em>Molecules</em>. 2021;26:7053.</li>
<li>Khavinson VK, Anisimov SV, Malinin VV, Anisimov VN. <em>Peptide Regulation of the Genome and Aging</em>. Moscow: RAMS; 2005.</li>
<li>Anisimov VN, Khavinson VK. Peptides and aging. <em>Neuroendocrinol Lett</em>. 2010;31(Suppl 1):1–7.</li>
<li>Ilina AR, Linkova NS, Khavinson VK. Neuroepigenetic effects of ultrashort peptides. <em>Int J Mol Sci</em>. 2022;23:4259.</li>
<li>Taimazov VA, Tsygan VN, Mokeeva EG. <em>Sport and Immunity</em>. St. Petersburg: Olymp SPb; 2003.</li>
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<li>Khavinson VK, Linkova NS, Diatlova A, et al. Peptide regulation of cell differentiation. <em>Stem Cell Rev Rep</em>. 2020;16:118–125.</li>
<li>Kouzarides T. Chromatin modifications and their function. <em>Cell</em>. 2007;128:693–705.</li>
<li>Maestri E, Marmiroli M, Marmiroli N. Bioactive peptides in plant‑derived food. <em>Trends Food Sci Technol</em>. 2016;50:134–144.</li>
<li>Anisimov VN, Khavinson VK. Epitalon and longevity. <em>Biogerontology</em>. 2012;13:421–432.</li>
<li>Khavinson VK, Bondarev IE. Telomere elongation under influence of short peptides. <em>Bull Exp Biol Med</em>. 2014;157:511–514.</li>
<li>Khavinson VK, Diomede F, Mironova E, et al. AEDG peptide stimulates gene expression during neurogenesis. <em>Molecules</em>. 2020;25:609.</li>
<li>Diomede F, et al. Short peptides and neural differentiation of MSCs. <em>Int J Mol Sci</em>. 2021;22:10344.</li>
<li>Ilina AR, Khavinson VK. Epigenetic mechanisms of AEDG peptide. <em>Neurochem J</em>. 2021;15:219–226.</li>
<li>Bernardo ME, et al. Mesenchymal stromal cells: mechanisms of differentiation and clinical applications. <em>Bone</em>. 2007;40:703–714.</li>
<li>Linkova NS, Khavinson VK, Diatlova A, et al. Peptide regulation of chondrogenic stem cell differentiation. <em>Int J Mol Sci</em>. 2023;24:8415.</li>
<li>Ustun Yaylaci S, et al. Chondrogenic differentiation on GAG‑mimetic peptide nanofibers. <em>ACS Biomater Sci Eng</em>. 2016;2:871–878.</li>
<li>Szychowski KA, Skóra B. Elastin‑derived peptides affect gene expression in hMSCs. <em>Cytokine</em>. 2024;172:156146.</li>
</ol>
<p><em>An dem Artikel hat als Co-Autor Werner Ulrich (The Bioregulator Company) mitgearbeitet.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gurkenwasser bei Muskelkrämpfen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21697/gurkenwasser-bei-muskelkraempfen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Klaus Pöttgen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 09:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei den Australian Open 2026 griff Carlos Alcaraz in seinem Halbfinalspiel gegen Alexander Zverev wohl zu Gurkenwasser, um seine Muskelkrämpfe zu lindern. Der humpelnde Tennis-Star gewann das Spiel. Aus dem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bei den Australian Open 2026 griff Carlos Alcaraz in seinem Halbfinalspiel gegen Alexander Zverev wohl zu Gurkenwasser, um seine Muskelkrämpfe zu lindern. Der humpelnde Tennis-Star gewann das Spiel. Aus dem gleichen Grund nahm Eishockey-Superstar Leon Draisaitl bei den Olympischen Spielen 2026 Senf zu sich – wegen der enthaltenen Essigsäure. Essigsäure wird ein neuronaler Effekt auf Krämpfe nachgesagt. Essiggurkensaft enthält neben Essigsäure<span class="Apple-converted-space">  </span>eine relativ hohe Menge<span class="Apple-converted-space">  </span>Natrium (in 30 ml ca. 200 mg), dagegen geringe Mengen an Magnesium und Kalium.</b></p>
<p>Muskelkrämpfe sind eine vorübergehende, aber intensive und schmerzhafte unwillkürliche Kontraktion der Skelettmuskulatur, die in vielen verschiedenen Situationen auftreten können. Es gibt Hinweise darauf, dass einige Fälle mit Störungen des Wasser- und Salzhaushalts zusammenhängen, während andere offenbar durch anhaltend abnorme spinale Reflexaktivität infolge einer Ermüdung der betroffenen Muskeln ausgelöst werden. Dies hat zu alternativen Erklärungen geführt, etwa der Theorie der neuromuskulären Ermüdung – also einer gestörten Signalübertragung zwischen Gehirn und Muskeln nach längerer Belastung.</p>
<p>Studien zeigen, dass Dehydratation keinen Einfluss auf die Stimulationsfrequenz hat, die erforderlich ist, um einen Krampf auszulösen und bestätigen eine Beteiligung spinaler Mechanismen. Allerdings ist fraglich, inwieweit diese Modelle für spontane Krämpfe relevant sind, die während des Trainings (exercise-associated muscle cramps (EAMC)) oder danach auftreten. So wurde die Hypothese aufgestellt, dass Krämpfe durch eine anhaltend abnorme spinale Reflexaktivität verursacht werden, die offenbar sekundär zur Muskelermüdung entsteht. Insbesondere wurde EAMC einer Störung der anhaltenden Aktivität der Alpha-Motoneurone zugeschrieben, die auf einer Fehlregulation der Alpha-Motoneurone auf spinaler Ebene beruhe. Muskelermüdung wurde dabei als auslösender Faktor betrachtet, da sie die afferente Aktivität der Muskelspindeln (Typ Ia und II) verstärkt und gleichzeitig die afferente Aktivität der Typ-Ib-Golgi-Sehnenorgane hemmt. Indirekte Hinweise zur Unterstützung dieser Theorie ergeben sich aus der Beobachtung, dass passives Dehnen des betroffenen Muskels während eines Krampfes die Symptome lindern kann – vermutlich durch eine autogene Hemmung über den Sehnenorganreflex. Dennoch erklärt dies nicht, warum Krämpfe nicht eine unvermeidliche Folge jeder ermüdenden Belastung sind, warum sie häufiger in Umgebungen mit hoher Wärmebelastung auftreten oder warum manche Personen betroffen sind, während andere verschont bleiben.</p>
<p>Im humanen Modell elektrisch ausgelöster Krämpfe wurde berichtet, dass Essiggurkensaft (Pickle Juice) die Krampfdauer wirksam verkürzt. Miller et al. fanden heraus, dass die Krampfdauer im Durchschnitt um etwa 37 % reduziert wurde, wenn 1 mL Essiggurkensaft zwei Sekunden nach Krampfauslösung eingenommen wurde, verglichen mit einem Versuch, in dem Wasser getrunken wurde. Die Intensität des Krampfes wurde dadurch nicht beeinflusst. Die Einnahme kleiner Mengen Essiggurkensaft hatte keinen messbaren Einfluss auf die Plasmakonzentrationen von Natrium, Kalium, Magnesium oder Calcium sowie auf Plasmaosmolalität oder Plasmavolumen. Da der Essiggurkensaft also keine Veränderungen der zirkulierenden Elektrolyte bewirkte, schlugen die Autoren vor, dass der verkürzte Krampf über die Aktivierung von Rezeptoren im Oropharynx vermittelt wird, was zu einer reduzierten Entladungsrate der Alpha-Motoneurone führt, die den betroffenen Muskel innervieren. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Studie zu EAMC handelte, sondern um Krämpfe, die durch elektrische Stimulation während einer maximalen freiwilligen Kontraktion eines kleinen Fußmuskels ausgelöst wurden. In einer randomisierten Studie (2023) bei 82 Patienten mit Leberzirrhose und einer Vorgeschichte von mehr als vier Muskelkrämpfen im Vormonat verbesserte 1 Esslöffel Essiggurkensaft, der beim Einsetzen eines Krampfes eingenommen wurde, die Krampfintensität, ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu verursachen.</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li>Miller, K.C. Electrolyte and Plasma Responses After Pickle Juice, Mustard, and Deionized Water Ingestion in Dehydrated Humans. J Athl Train. 2014 May-Jun;49(3):360–367. doi: 10.4085/1062-6050-49.2.23</li>
<li>Elliot B Tapper et al. Pickle Juice Intervention for Cirrhotic Cramps Reduction: The PICCLES Randomized Controlled Trial. Am J Gastroenterol. 2022 Apr 13;117(6):895–901. doi:10.14309/ajg.0000000000001781</li>
<li>Ronald J Maughan, Susan M Shirreffs. Muscle Cramping During Exercise: Causes, Solutions, and Questions Remaining. Sports Med. 2019 Nov 6;49(Suppl 2):115–124. doi: 10.1007/s40279-019-01162-1.</li>
<li>Miller KC, Mack GW, Knight KL, et al. Reflex inhibition of electrically induced muscle cramps in hypohydrated humans. Med Sci Sports Exerc. 2010;42(5):953–961. doi: 10.1249/MSS.0b013e3181c0647e.</li>
<li>Miller KC, Mack G, Knight KL. Electrolyte and plasma changes after ingestion of pickle juice, water, and a common carbohydrate-electrolyte solution. J Athl Train. 2009;44(5):454–461. doi: 10.4085/1062-6050-44.5.454.</li>
<li>Kevin C Miller. Electrolyte and plasma responses after pickle juice, mustard, and deionized water ingestion in dehydrated humans. J Athl Train. 2014 May-Jun;49(3):360-7. doi: 10.4085/1062-6050-49.2.23. Epub 2014 Feb 12.</li>
<li>Jarett Peikert, Kevin C Miller, Jay Albrecht, Jared Tucker, James Deal. Pre-exercise ingestion of pickle juice, hypertonic saline, or water and aerobic performance and thermoregulation. Controlled Clinical Trial. J Athl Train. 2014 Mar-Apr;49(2):204-9.doi: 10.4085/1062-6050-49.2.11. Epub 2014 Feb 25.</li>
<li>McKenney, M.A.; Miller, K.C.; Deal, J.E.; Garden-Robinson, J.A.; Rhee, Y.S. Plasma and Electrolyte Changes in Exercising Humans After Ingestion of Multiple Boluses of Pickle Juice. J. Athl. Train. 2015, 50, 141–146.</li>
<li>Stephanie E Hooper Marosek, Vijay Antharam, Katayoon Dowlatshahi. Quantitative Analysis of the Acetic Acid Content in Substances Used by Athletes for the Possible Prevention and Alleviation of Exercise-Associated Muscle Cramps. J Strength Cond Res. 2020 Jun;34(6):1539-1546. doi: 10.1519/JSC.0000000000003595.</li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ballaststoffe reduzieren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Pankreaskrebs und Divertikulose</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/21484/ballaststoffe-reduzieren-risiko-fuer-herz-kreislauf-erkrankungen-pankreaskrebs-und-divertikulose/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 11:45:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die umfassende Umbrella-Review umfasst 33 Metaanalysen mit 38 Gesundheitsoutcomes von insgesamt 17.155.277 Personen. In 76 % der Studien zeigte eine höhere Ballaststoffzufuhr signifikant invers assoziierte Effekte auf Krankheitsrisiken (p &#60; [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die umfassende Umbrella-Review umfasst 33 Metaanalysen mit 38 Gesundheitsoutcomes von insgesamt 17.155.277 Personen. In 76 % der Studien zeigte eine höhere Ballaststoffzufuhr signifikant invers assoziierte Effekte auf Krankheitsrisiken (p &lt; 0,05). Besonders überzeugende Evidenz (Klasse I) besteht für die Senkung der kardiovaskulären Mortalität, das Risiko für Pankreaskrebs sowie Divertikulose. Weiterhin gibt es starke Hinweise (Klasse II) für eine reduzierte Gesamtmortalität, koronare Herzkrankheit und Ovarialkarzinom. Insgesamt zeigten 16 Outcomes eine eher vorschlägliche (Klasse III) und 6 eine schwache Evidenz (Klasse IV). Methodisch waren sechs Metaanalysen von hoher Qualität, während andere kleinere methodische Schwächen aufwiesen. Trotz eindeutiger gesundheitlicher Vorteile liegt die durchschnittliche Ballaststoffzufuhr weltweit unter den empfohlenen Mengen. Es wird empfohlen, öffentliche Gesundheitsstrategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung zu intensivieren und in zukünftigen Studien Fettarten differenzierter zu erforschen.</p>
<h2><strong>Auf den Punkt gebracht:</strong></h2>
<h3 data-start="153" data-end="237"><strong data-start="157" data-end="237">1. Hohe Ballaststoffzufuhr senkt das Risiko für mehrere schwere Erkrankungen</strong></h3>
<p data-start="238" data-end="558">Die Umbrella-Review zeigt, dass <strong data-start="270" data-end="311">76 % aller untersuchten Meta-Analysen</strong> einen <strong data-start="318" data-end="355">signifikant inversen Zusammenhang</strong> zwischen Ballaststoffzufuhr und Krankheitsrisiko fanden. Besonders konsistent ist der schützende Effekt gegenüber <strong data-start="470" data-end="519">chronischen, nicht-übertragbaren Erkrankungen</strong>.</p>
<h3 data-start="565" data-end="642"><strong data-start="569" data-end="642">2. Überzeugende Evidenz (höchste Evidenzklasse) für drei Erkrankungen</strong></h3>
<p data-start="643" data-end="933">Für <strong data-start="647" data-end="677">kardiovaskuläre Mortalität</strong>, <strong data-start="679" data-end="696">Pankreaskrebs</strong> und <strong data-start="701" data-end="727">Divertikelerkrankungen</strong> wurde eine <strong data-start="739" data-end="774">„Convincing Evidence“ (Class I)</strong> festgestellt. Das bedeutet: robuste Effekte, geringe Verzerrung, konsistente Ergebnisse über viele große Studien hinweg.</p>
<h3 data-start="940" data-end="1008"><strong data-start="944" data-end="1008">3. Weitere starke Hinweise auf geringere Gesamtsterblichkeit</strong></h3>
<p data-start="1009" data-end="1346">Für <strong data-start="1013" data-end="1033">Gesamtmortalität</strong>, <strong data-start="1035" data-end="1077">kardiovaskuläre Erkrankungen insgesamt</strong>, <strong data-start="1079" data-end="1105">koronare Herzkrankheit</strong> und <strong data-start="1110" data-end="1129">Ovarialkarzinom</strong> fand die Analyse eine <strong data-start="1152" data-end="1196">hochgradig suggestive Evidenz (Class II)</strong>. Das unterstreicht, dass Ballaststoffe nicht nur krankheitsspezifisch, sondern <strong data-start="1276" data-end="1300">systemisch protektiv</strong> wirken.</p>
<h3 data-start="1353" data-end="1437"><strong data-start="1357" data-end="1437">4. Große Forschungslage – aber Ballaststoffzufuhr bleibt weltweit zu niedrig</strong></h3>
<p data-start="1438" data-end="1856">Die Analyse basiert auf <strong data-start="1462" data-end="1513">33 Meta-Analysen mit über 17 Millionen Personen</strong>. Trotz der klaren gesundheitlichen Vorteile liegt die Ballaststoffaufnahme in der Bevölkerung <strong data-start="1608" data-end="1643">deutlich unter den Empfehlungen</strong>. Die Autoren fordern daher explizit <strong data-start="1680" data-end="1752">Public-Health-Strategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung</strong> und weitere Forschung zu <strong data-start="1778" data-end="1817">unterschiedlichen Ballaststofftypen</strong>.</p>
<p data-start="1438" data-end="1856"><em>Veronese N, Gianfredi V, Solmi M, Barbagallo M, Dominguez LJ, Mandalà C, Di Palermo C, Carruba L, Solimando L, Stubbs B, Castagna A, Maggi S, Zanetti M, Al-Daghri N, Sabico S, Nucci D, Gosling C, Fontana L. The impact of dietary fiber consumption on human health: An umbrella review of evidence from 17,155,277 individuals. Clin Nutr. 2025 Aug;51:325-333. doi: 10.1016/j.clnu.2025.06.021. Epub 2025 Jul 7. PMID: 40651334.</em></p>
<p data-start="1438" data-end="1856">Zur <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40651334/">STUDIE</a></p>
<p data-start="1438" data-end="1856"><strong>Weiterführende Literatur</strong></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/16034/darm-sport-achse/">Darm-Sport-Achse</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/19698/hafer-und-herzgesundheit/">Hafer und Herzgesundheit</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/">Phytoshake – Entstehung und Perspektiven</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20172/sauerkirschsaft-hafer-in-der-sportmedizin/">Sauerkirschsaft &amp; Hafer in der Sportmedizin</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20185/ernaehrungsmuster-in-der-heutigen-sportmedizin/">Ernährungsmuster in der heutigen Sportmedizin</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/21269/training-beeinflusst-mikrobiom-und-darmgesundheit/">Training beeinflusst Mikrobiom und Darmgesundheit</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 28.01.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Curcumin, Safran &#038; co. &#8211; Nutraceuticals verbessern depressive Symptome</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/21362/curcumin-safran-co-nutraceuticals-verbessern-depressive-symptome/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 10:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse umfasste 192 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 17.437 Patienten. Ziel war es, die relative Wirksamkeit und Verträglichkeit verschiedener Nutraceuticals bei depressiven Störungen zu vergleichen. Als [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse umfasste 192 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 17.437 Patienten. Ziel war es, die relative Wirksamkeit und Verträglichkeit verschiedener Nutraceuticals bei depressiven Störungen zu vergleichen. Als primärer Endpunkt wurde die Veränderung der depressiven Symptome anhand der standardisierten mittleren Differenz (SMD) untersucht. Sekundäre Endpunkte waren Ansprechrate, Remissionsrate und Angstsymptome. Die Verträglichkeit wurde über Abbruchraten und Nebenwirkungen bewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass als Ergänzung zu Antidepressiva insbesondere Kombinationen mit Eicosapentaensäure + Docosahexaensäure (EPA + DHA), S-Adenosylmethionin (SAMe), Curcumin, Zink, Tryptophan und Folat signifikante Verbesserungen der depressiven Symptome erzielten (SMDs von 0,64 bis 1,59). Auch als Monotherapie waren EPA + DHA, SAMe, Curcumin und Safran wirksam und teilweise den Antidepressiva überlegen (SMDs von 0,52 bis 0,69). Die Verträglichkeit der Nutraceuticals war vergleichbar mit Placebo. Diese Ergebnisse belegen, dass bestimmte Nutraceuticals eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zur klassischen antidepressiven Therapie darstellen können.</p>
<p><strong><em>Blickpunkt Curcumin:</em></strong></p>
<ul>
<li>Curcumin war eines der Nutraceuticals (natürliche Supplemente), die in der Analyse enthalten waren.</li>
<li>In der Netzwerk-Analyse zeigte Curcumin sowohl als Monotherapie als auch als Zusatz zur Standard-Antidepressivum-Therapie (ADT) Wirkungseffekte (gemessen als Standard-Mean-Difference, SMD).</li>
<li>Im Vergleich zu Antidepressiva allein lag die Effektstärke von Curcumin bei etwa 0,62 bei Monotherapie und es zeigte gute Performance auch als Zusatztherapie.</li>
<li>Insgesamt gehörte Curcumin zu den mehreren Nahrungsergänzungsmitteln, die in dieser Analyse als wirksam identifiziert wurden (neben z. B. Omega-3/EPA + DHA, SAMe und Safran).</li>
</ul>
<div class="citation-text"><em>Cheng YC, Huang WL, Chen WY, Huang YC, Kuo PH, Tu YK. Comparative efficacy and tolerability of nutraceuticals for depressive disorder: A systematic review and network meta-analysis. Psychol Med. 2025 May 2;55:e134. doi: 10.1017/S0033291725000996. PMID: 40314175; PMCID: PMC12094663.</em></div>
<div></div>
<div>Die vollständige Studie finden Sie <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/psychological-medicine/article/comparative-efficacy-and-tolerability-of-nutraceuticals-for-depressive-disorder-a-systematic-review-and-network-metaanalysis/5799A126D0B5677764562824C452D545">HIER</a></div>
<div></div>
<div><strong>Weiterführende Literatur</strong></div>
<div>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/15026/epigenetische-wirksamkeit-von-curcumin/">Epigenetische Wirksamkeit von Curcumin</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13862/phytogene-ernaehrung/">Phytogene Ernährung</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20110/targeted-nutrition/">Targeted Nutrition – Nutritional Education</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/">Phytogene Ernährung, Phytopharmaka, Phytochemicals</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13780/phytoshake-phytogene-ernaehrung/">Phytoshake</a></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 09.01.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Training beeinflusst Mikrobiom und Darmgesundheit</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/21269/training-beeinflusst-mikrobiom-und-darmgesundheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 08:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Studie untersucht bei hochtrainierten Ruderern den Einfluss der Trainingsbelastung auf die Darmgesundheit, insbesondere das Mikrobiom und kurzkettige Fettsäuren. Höhere Trainingsintensität ging mit veränderter Zusammensetzung des Mikrobioms, reduzierten kurzkettigen Fettsäuren [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Studie untersucht bei hochtrainierten Ruderern den Einfluss der Trainingsbelastung auf die Darmgesundheit, insbesondere das Mikrobiom und kurzkettige Fettsäuren. Höhere Trainingsintensität ging mit veränderter Zusammensetzung des Mikrobioms, reduzierten kurzkettigen Fettsäuren und veränderten Stuhlfrequenzen einher.</strong></p>
<p><em>Charlesson B, Jones J, Abbiss C, Peeling P, Watts S, Christophersen CT. Training load influences gut microbiome of highly trained rowing athletes. J Int Soc Sports Nutr. 2025 Dec;22(1):2507952. doi: 10.1080/15502783.2025.2507952. Epub 2025 May 21. PMID: 40400144; PMCID: PMC12100958.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zusammenfassung:</strong></p>
<p>In einer Studie mit 23 hochtrainierten Ruderern wurden Darmproben nach Phasen hoher (HT) und niedriger Trainingsbelastung (LT) analysiert. Die Trainingsintensität und -dauer waren in HT signifikant höher (147% bzw. 130%). Während die Aufnahme von Makronährstoffen und Fasern konstant blieb, war die Diätqualität (ADIcore) während HT besser. Interessanterweise war die Stuhlfrequenz bei HT geringer (1,11 vs. 0,67, p = 0,007), wobei mehr Athleten in LT Phasen keine Stuhlprobe abgeben konnten. Die Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren (Propionsäure und Buttersäure) waren bei hoher Belastung signifikant niedriger. Zudem zeigte das Mikrobiom während HT eine geringere Diversität mit einer höheren Dominanz von Bacteroidia und einem niedrigeren Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidota (1,31 vs. 4,29, p = 0,04). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Trainingsbelastung das Darmmikrobiom, metabolische Marker und Stuhlverhalten beeinflusst. Die funktionelle Bedeutung dieser Veränderungen für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit bedarf weiterer Forschung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Konkret auf den Punkt:</strong></p>
<p>Intensive Trainingsphasen bei gut trainierten Athleten fördern eine erhöhte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (Propionat, Butyrat) durch das Darmmikrobiom, gehen mit beschleunigtem Darmtransit und charakteristischen mikrobiellen Verschiebungen einher. Diese Effekte sind nicht allein durch Ernährung erklärbar und zeigen, dass die Trainingsbelastung selbst ein signifikanter Modulator von SCFA-Profilen und Darmfunktion ist.<br data-start="501" data-end="504" /><strong data-start="506" data-end="580">Eine gezielte Zufuhr löslicher Ballaststoffe wirkt dabei synergistisch</strong>, insbesondere <strong data-start="595" data-end="618">β-Glucane aus Hafer</strong> sowie <strong data-start="625" data-end="645">Flohsamenschalen</strong>, die überwiegend <strong data-start="663" data-end="709">hochvisköse, fermentierbare Polysaccharide</strong> enthalten (Flohsamen enthalten geringe Mengen β-Glucan, wirken jedoch primär über Arabinoxylane).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weiterführender Content:</strong></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/19698/hafer-und-herzgesundheit/">Hafer und Herzgesundheit</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/16034/darm-sport-achse/">Darm-Sport-Achse</a></p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20172/sauerkirschsaft-hafer-in-der-sportmedizin/">Sauerkirschsaft &amp; Hafer in der Sportmedizin</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20185/ernaehrungsmuster-in-der-heutigen-sportmedizin/">Ernährungsmuster in der heutigen Sportmedizin</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21148/immuntherapie-plus-butyrat/">Immuntherapie plus Butyrat</a></p>
<p class="is-title post-title"><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/">Phytoshake – Entstehung und Perspektiven</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 19.12.2025</em></p>
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