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	<title>Du hast nach Vitamin D gesucht - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Du hast nach Vitamin D gesucht - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Schambeinentzündung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22690/schambeinentzuendung-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Michael Rettler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern und Menschen mit hoher Belastung des Beckens auf und gehört zu den Überlastungs-<br />
syndromen des Beckens. In der medizinischen Fachliteratur wird von einer Inzidenz von bis zu 20 % insbesondere bei Fußballern ausgegangen [6].</b></p>
<h2><b>Anatomischer Hintergrund – wo ist das Problem?</b></h2>
<p>Die Schambeinfuge ist ein faserknorpeliges Gelenk, das die beiden Schambeinanteile des Beckens verbindet. Es ist von starken Bändern stabilisiert und dient als Ansatzpunkt für wichtige Muskelgruppen:</p>
<ul>
<li>Hüftadduktoren (M. adductor longus, brevis et magnus, M. gracilis)</li>
<li>Bauchmuskeln (M. rectus abdominis) [1]</li>
</ul>
<p>Warum ist das wichtig? Bei Belastung (Laufen, Sprinten, Kicken) wirken enorme Scher- und Zugkräfte über diese Strukturen. Bei wiederholter Überbeanspruchung können Mikroverletzungen und entzündliche Veränderungen entstehen [1].</p>
<h2><b>Ursachen &amp; Risikofaktoren</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung entsteht meist durch wiederholte Überlastung (Microtrauma) und ungleiche Kräfte im Beckenbereich. Häufige Auslöser sind:</p>
<ul>
<li>Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, z. B. Fußball, Hockey, Sprinten – durch starke Adduktor- und Hüftbelastung [1]. Vermutung: Im Vergleich zu Naturrasen bietet Kunstrasen oft eine höhere Traktion (besserer Halt). Abrupte Richtungswechsel, Antritte und Stopps bei hoher Traktion erzeugen starke Zugkräfte der Adduktoren und Bauchmuskeln am Schambein.</li>
<li>Überbeanspruchung durch Training und Wettkampf – besonders ohne ausreichende Regeneration [3]</li>
<li>Muskelungleichgewichte bzw. schlechte Rumpfstabilität – Bauch-, Hüft- oder Beckenmuskulatur nicht ausreichend trainiert [3]</li>
<li>Andere Ursachen (seltener): Schwangerschaft, Geburt oder Becken-Operationen [4]</li>
</ul>
<h2><b>Typische Symptome</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung zeichnet sich meist durch einen schleichenden Leistenschmerz aus, der durch Belastung verstärkt wird.<span class="Apple-converted-space">  </span>Typische Beschwerden sind Schmerzen im zentralen Beckenbereich, direkt über dem Schambein oder in der Leiste. Diese treten häufig bei Bewegungen wie Gehen, Sprinten, Treppensteigen oder bei Übungen wie Sit-ups auf. Auch Druck auf die Symphyse oder eine Anspannung der Adduktoren kann Schmerzen auslösen. Oft strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel oder die Hüfte aus. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu Ruheschmerzen mit dumpfen, unspezifischen Bauchschmerzen.</p>
<p>Wichtig: Symptome können variieren und beginnen häufig schleichend und zwischen dem radiologischen Befund einer Schambeinentzündung, der häufig mittels einer MRT-Untersuchung gestellt wird und dem klinischen Befund einer Schambeinentzündung muss unterschieden werden. Oftmals wird die Schambeinentzündung erst relevant, wenn die am Schambein ansetzende Muskulatur mit betroffen ist.</p>
<h2><b>Diagnose</b></h2>
<p>Die Diagnose basiert auf der Anamnese und einer klinischen Untersuchung sowie ergänzender Bildgebung. Dabei werden zunächst die Schmerzlokali­sationen erfasst und durch verschiedene Bewegungs- und Funktionstests, wie beispielsweise den Einbein-Stand-Test oder die Untersuchung der Hüftgelenke, weiter differenziert und klinisch eingeordnet. Zur weiteren Abklärung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz: Ein Röntgenbild kann knöcherne Veränderungen wie das „primary“ oder „secondary cleft sign“ zeigen, während ein MRT besonders sensibel entzündliche Veränderungen oder Knochenmarködeme (Abb. 2) sichtbar macht. Zusätzlich kann eine Sonographie eingesetzt werden, um Entzündungen, Flüssigkeitsansammlungen oder Gewebeveränderungen darzustellen und andere Ursachen wie Leistenhernien oder eine weiche Leiste auszuschließen. Daher ist genaue orthopädische Abklärung wichtig, da Leistenschmerzen viele Ursachen haben können [7]. Bei einem Drittel der Patienten besteht gleichzeitig eine Hüftproblematik (FAI).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22693" aria-describedby="caption-attachment-22693" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22693" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22693" class="wp-caption-text">Abb. 2 Osteitis pubis bds. mit Beteiligung der Adduktoren links &gt; rechts</figcaption></figure>
<h2><b>Therapieübersicht</b></h2>
<p>Das oberste Ziel der Behandlung ist die Schmerzreduktion, die Entzündung zu lindern und eine funktionelle Stabilität wiederherzustellen.</p>
<p><b>Stufe 1 </b>Konservative Therapie</p>
<ul>
<li>Ruhe &amp; Belastungsreduktion – Vermeiden von schmerzauslösenden Aktivitäten</li>
<li>Physiotherapie – zentrale Maßnahme zur Stärkung der CORE-Muskulatur nach funktioneller Analyse (am besten mittels EMG).<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Medikamente – Vitamin D; entzündungshemmende Schmerzmittel am Anfang für einen kurzen Zeitraum (z. B. NSARs) kombiniert mit Naturheilkunde und / oder Homöopathie (Bromelain; Traumeel; Cherry Plus, Arnica D6, MSM)</li>
<li>Neuroreflektorische hyperbare CO2-Cryotherapie</li>
<li>Fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT)</li>
<li>Magnetfeldtherapie (Fokussierte Hochenergie-Induktionstherapie mit Dual Field Applikator)</li>
<li>Injektionen mit PRP plus Traumeel direkt ans / ins Os pubis oder im Bereich des Ansatzes des M. gracilis bei secondary cleft sign (Abb.1)</li>
</ul>
<p><b>Stufe 2 </b>Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) mit ca. 20 – 40 Sitzungen bei gescheiterter konservativer Therapie Stufe 1</p>
<p><b>Stufe 3 </b>Operative Therapie – nur selten notwendig, z. B. bei strukturellen Instabilitäten oder begleitenden Leistenproblemen oder Versagen der konservativen Therapie nach einem längeren Zeitraum bei einem primär / secondary cleft sign</p>
<h2><b>Übungsbeispiele – Rehabilitation &amp; Prävention</b></h2>
<p>Diese Übungen dienen zur Förderung von Rumpfstabilität, Hüftkontrolle und Muskelbalance. Sie sollten schmerzfrei und unter Anleitung einer Physiotherapeut: in durchgeführt werden.</p>
<p><b>Core-Stabilität</b></p>
<ul>
<li>Plank (Unterarmstütz) – 3 x 20 – 30 Sek. halten [14]</li>
<li>Seitstütz (Side Plank) – 2 – 3 x 20 Sek. / Seite [14]</li>
</ul>
<p><b>Hüft- und Beckenmobilität:</b></p>
<ul>
<li>Brücke (Bridge) – 3 x 12 Wiederholungen [11]</li>
<li>Dead Bug – 2 – 3 Sätze x 10 Wiederholungen [11]</li>
</ul>
<p><b>Dehnungen</b></p>
<ul>
<li>Adduktoren-Stretch – 2 x 30 Sek. halten [5]<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Hüftbeuger-Stretch – 2 x 30 Sek./Seite [5]</li>
<li>Copenhagen Übungen für die Adduktoren (Abb. 3)</li>
</ul>
<figure id="attachment_22692" aria-describedby="caption-attachment-22692" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22692" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22692" class="wp-caption-text">Abb. 3 Copenhagen-Adduktoren-Übung</figcaption></figure>
<h2><b>Prävention – wie kann man vorbeugen?</b></h2>
<p>Zur Verletzungsprävention im Training ist eine schrittweise Steigerung von Intensität und Umfang notwendig, um Anpassungsprozesse des Körpers zu fördern [4]. Ebenso wichtig sind ausreichende Regenerationsphasen zwischen intensiven Einheiten, um Überlastungen zu vermeiden [4]. Ergänzend tragen gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining der Rumpf-, Hüft- und Oberschenkelmuskulatur sowie ein struk­turiertes Aufwärmen mit anschließenden Dehnübungen – insbesondere für Adduktoren, Hüftbeuger und Rumpf – wesentlich zur Reduktion des Verletzungsrisikos bei, z. B. für den Fußball FIFA 11+ Programm [5].</p>
<h2><b>Prognose</b></h2>
<p>Bei frühzeitiger Diagnose und adäquater konservativer Therapie ist die Prognose in der Regel sehr gut. Viele Betroffene sind nach mehreren Wochen bis Monate wieder beschwerdefrei, insbesondere in Kombination mit konsequenter physiotherapeutischer Arbeit [4].</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">emedicine.medscape.com</li>
<li style="font-weight: 400;">ultrasoun-guided-injections.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">wikism.org</li>
<li style="font-weight: 400;">my.clevelandclinic.org</li>
<li style="font-weight: 400;">liebscher-bracht.com</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.de</li>
<li style="font-weight: 400;">webmd.com</li>
<li style="font-weight: 400;">pubmed.ncbi.nlm.nih.gov</li>
<li style="font-weight: 400;">airedalemsk.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">netdoktor.at</li>
<li style="font-weight: 400;">de.wikipedia.org</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.com</li>
<li style="font-weight: 400;">www.dfb.de</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Extreme Sarkopenie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22687/extreme-sarkopenie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Pfeffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
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					<description><![CDATA[Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt im Mai 2024 auf [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt<br />
im Mai 2024 auf einem Kreuzfahrtschiff eine schwere Urosepsis und wurde daraufhin in Italien von Bord in ein Krankenhaus gebracht.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da sich der Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde er in ein künstliches Koma gelegt. Für den luftgebundenen Rücktransport nach Deutschland und der bestehenden Ateminsuffizienz wurde der Patient tracheostomiert und beatmet rückverlegt. Nach Entwöhnung von der Beatmung bestand bei ihm eine deutliche Schluckstörung, sodass man sich in der Klinik für die Anlage einer PEG-Sonde entschied. Nach mehreren Komplikationen während des mehrmonatigen stationären Aufenthalts wurde der Patient im Dezember 2024 schließlich untergewichtig, sarkopenisch, mit massiven Spastiken in den Armen und Beinen, inliegendem Tracheostoma und weiterhin bestehender Schluckstörung übergangsweise in eine stationäre Pflege­einrichtung verbracht. Dort entwickelte er unter hochkalorischer Fresubingabe massive Diarrhoen, die zu einem weiteren Gewichtsverlust führten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Patient wurde mir durch die Angehörigen im Januar 2025 zur Ernährungstherapie vorgestellt. Er war zwischenzeitlich mobilisiert und konnte stundenweise im Rollstuhl sitzen. Die häusliche Versorgung erfolgte durch einen 24-Stunden Intensivpflegedienst. Logopädie, Ergo- sowie Physiotherapie erfolgten mehrmals wöchentlich. Eine genaue Gewichtsangabe konnte nicht eruiert werden, da der Patient zuletzt in Italien gewogen wurde. Da keine objektiven Daten zu Gewicht, Muskelmasse und dem Flüssigkeitshaushalt vorlagen, wurde eine Diagnostik auf Sarkopenie durchgeführt. Die Auswertung des SARC-F-Fragebogens ergab einen Wert von 6 Punkten und somit ein positives Screening auf Sarkopenie. Eine Muskelkraftmessung konnte aufgrund der Spastiken in den Händen nicht durchgeführt werden. Bei positivem Befund mittels SARC-F-Fragebogens wird die Durchführung einer <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/4842/bioelektrische-impedanzanalyse/">Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA)</a> als weitere Diagnostik zur Bestätigung der Sarkopenie [1] sowie von den ESPEN Guidelines als Diagnostik und Monitoring bei Mangelernährung und bei Patienten mit Ernährung über PEG-Sonden [2, 3] klar empfohlen. Hierbei lässt sich die Körperzusammensetzung bestimmen, insbesondere die Muskelmasse und das Körperwasser bzw. dessen (intra- und extrazelluläre) Verteilung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die durchgeführte BIA wurde im Liegen durchgeführt, die Gewichtsmessung erfolgte mit einer Sitzwaage. Das Gewicht lag bei 48,9 kg bei einer Körpergröße von 163 cm, der BMI somit bei 18,3 kg/m². Die errechnete Skelettmuskelmasse lag gesamt bei 8,9 kg, was lediglich 18 % des Körpergewichts ausmachte. Eine Sarkopenie war somit bestätigt. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr lag bei 3,5 l – womöglich durch eine übermäßige Flüssigkeitsgabe durch den Pflegedienst und dem nicht berücksichtigten Wasseranteil bei der zugeführten Sondennahrung – bei einer bestehenden Niereninsuffizienz Grad 2 – 3 und einem in der BIA-Messung sichtbar deutlich erhöhten Anteil an extrazellulärem Wasser.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>Als Ergebnis der Messung wurden folgende Maßnahmen (targeted nutrition &amp; Physiotherapie) in Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen ergriffen:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgrund der massiven Diarrhoen erfolgte zunächst die Umstellung von Fresubin auf eine normalkalorische Sondenkost (Fa. Hipp) sowie eine Reduktion der Flüssigkeitszufuhr auf ca. 2,5 l pro Tag unter Berücksichtigung des Wasseranteils in der Sondenkost. Da sich die Diarrhoen unter dieser Kost zurückbildeten, stellten wir den Patienten bei sehr guter Verträglichkeit langsam auf hochkalorische Sondenkost derselben Firma um. Parallel wurde dem Patienten ein Eiweißpräparat (INSUMED Bestform) über die PEG verabreicht. Anfangs 20 g pro Tag in aufgeteilten Einzelgaben zur Sondenkost, mit Steigerung bei guter bis sehr guter Verträglichkeit auf 40 g pro Tag. Die zusätzliche Proteingabe war aufgrund der Schwere der Erkrankung, des Untergewichts und der bestehenden Sarkopenie zusätzlich angezeigt, da in solchen Fällen der Gesamtbedarf an Protein von bis zu 2,0 g /kg Körpergewicht / Tag empfohlen wird [4]. Bei diesem Patienten wären das knapp 100 g proTag allein für das bestehende Gewicht. Da jedoch eine Gewichts- bzw. Muskelzunahme angestrebt werden musste, wurde dementsprechend mit einem Zielgewicht deutlich über dem derzeitigen Körpergewicht von 48,9 kg gerechnet, jedoch mit o. g. Steigerung der Zugabe. Das zusätzliche Protein wurde außerdem zur Unterstützung der begonnenen Physiotherapie benötigt. Allerdings musste bei bestehender Niereninsuffizienz eine engmaschige Laborkontrolle durchgeführt werden, obwohl eine Proteingabe bei dieser Erkrankung nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist [5]. Einer größeren Bedeutung sollte hierbei einerseits der Aminosäure L-Leucin beikommen, die besonders wichtig für die Aktivierung von mTOR und somit für die Proteinsynthese ist [6, 7]. Andererseits der Aminosäure L-Glutamin, welche eine wesentliche Energiequelle für Immun- und Darmzellen und insofern mitentscheidend für das Immunsystem und die Darmfunktion ist [8, 9]. Da die Muskulatur als großes Stoffwechselorgan gilt [10] und wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem hat [11], sie bei diesem Patienten jedoch massiv reduziert war und er außerdem zuvor an einer Verdauungsstörung litt, nehmen die beiden genannten Aminosäuren eine zentrale Funktion ein. Letztlich sind alle anderen Aminosäuren nicht weniger bedeutsam für den Körper, weshalb für eine optimale Muskelversorgung idealerweise auf ein umfangreiches und ausgewogenes Aminosäureprofil geachtet werden sollte, was bestenfalls laborchemisch zuvor überprüft wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach sechs Wochen wurde zur Kon­trolle erneut eine BIA-Messung durchgeführt. Hierbei zeigten sich bereits verbesserte Werte. Der Patient hatte ca. 4 kg Gewicht zugenommen, davon 1,1 kg Muskelmasse und der Gesamtkörperwasseranteil hatte sich reduziert. Der Physiotherapeut konnte bei der wöchentlichen Therapie subjektiv einen Kraftzuwachs sowie eine verbesserte Funktionalität der Muskulatur feststellen. Die Sarkopenie wurde langsam rückläufig. Die Physiotherapie bestand anfänglich aus regelmäßigem Durchbewegen und Detonisieren der Muskulatur, um die Kontrakturen zu verbessern und neuen Kontrakturen vorzubeugen. Zusätzlich wurden Bewegungserfahrungen aus der Vergangenheit des Patienten vor der Erkrankung erarbeitet und mit explosiven Bewegungserfahrungen gepaart und angeleitet. Jede Bewegung wurde schneller ausgeführt. Ziel war es, den Rhythmus einer Beugung in den Armen und Beinen zu verdoppeln. Bei den Armen, die stark kontrahiert waren und denen die Bewe­gungen schwerfielen, wurden 12 Wiederholungen als Ziel durchgeführt. Sobald die Bewegungen kräftiger und die Gelenke beweglicher wurden, galt es, 50 – 100 Wiederholungen zu bewältigen. Nach sechs Monaten hatte der Patient dieses Ziel erreicht. Zusätzlich wurden Propriozeptionstraining und exzentrische Belastungen durchgeführt, die ebenfalls zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit des Patienten führten. <span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<h2><b>Ergebnis</b></h2>
<p>Die Eiweißgabe über die PEG erfolgte über 12 Monate ohne jegliche Komplikationen und wurde vom Patienten sehr gut toleriert. Die hoch- und normalkalorische Kostform konnte nach 10 Monaten abgesetzt werden, da der Patient wieder in der Lage war, selbständig Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach weiteren 5 Monaten zusätzlicher Eiweißgabe und dreimaliger Physiotherapie pro Woche hat er eine Gewichtszunahme von ca. 14 kg erreicht. Der BMI liegt bei 23,2 kg/m². Die errechnete Muskelmasse konnte im selben Beobachtungs- und Messzeitraum um ca. 4 kg gesteigert werden. Vor allem die Spastiken in den Händen und Beinen haben sich deutlich gebessert. Unter regelmäßigen Laborkontrollen – insb. der Nieren- und Eiweißwerte – zeigen sich bis heute keine Auffälligkeiten, der Sarkopenie und dem Untergewicht konnte somit erfolgreich entgegengetreten werden. Festzuhalten bleibt, dass die zusätzliche Eiweißgabe über eine PEG in dem vorliegenden Fall gut funktionierte, keinerlei Komplikationen darstellte und in Kombination mit hochkalorischer/normalkalorischer Kost zu einer deutlichen Besserung des Untergewichts und der Sarkopenie geführt hat. Die dreimal wöchentlich durch­geführte Physiotherapie trug maßgeblich zum Muskelaufbau und dem Abbau der Spastiken bei. Die Eiweißgabe wird aktuell mit 20 g pro Tag als Erhaltungsdosis fortgeführt, um die Muskelmasse unterstützend weiter aufzubauen bzw. zu erhalten. Eine BIA wird alle vier ­Wochen in Kombination mit Laborkontrollen insb. der Nierenwerte, des Serum­albumins und des Transthyretins durchgeführt. Alle acht Wochen werden die oben beschriebenen Aminosäuren laborchemisch kontrolliert. Auch hier zeigten sich deutliche Verbesserungen nach Gabe der Protein-Nahrungsergänzung. Nach also nunmehr 17 Monaten intensiver Therapie und Eiweißgabe hat der Patient ungefähr sein Gewicht von ca. 63 kg von vor der Erkrankung wieder erreicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Auch schwerkranke, bettlägerige, sarkopenische und mit einer PEG-Sonde versorgte Patienten profitieren von einer zusätzlichen Eiweißgabe in Kombination mit einer intensiven Physiotherapie. Die Versorgung mit zusätzlichem, hochwertigem Eiweiß über eine PEG-Sonde stellt grundsätzlich kein Ausschlusskriterium dar, sofern der Patient engmaschig kontrolliert wird. <span class="Apple-converted-space">     </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Schaupp, A., et al. Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Sarkopenie. <em>Z Gerontol Geriat</em><em>.</em> 54, 717–724 (2021).</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Cederholm T., et al. GLIM criteria for the diagnosis of malnutritione A consensus report from the global clinical nutrition community. <em>Clinical Nutrition</em> (2018).</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Bischoff, S.C., et al. ESPEN practical guideline: Home enteral nutrition. <em>Clinical Nutrition</em> (2022).</p>
<p>[4] Bauer, J., et al. Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People: A Position Paper From the PROT-AGE Study Group. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>(2013).</p>
<p>[5] Carballo-Casla, A., et al. Protein Intake and Mortality in Older Adults With Chronic Kidney Disease. <em>JAMA Network Open. </em>7;(8):e2426577 (2024).</p>
<p>[6] Layne, N. &amp; Donald, L. Leucine Regulates Translation Initiation of Protein Synthesis in Skeletal Muscle after Exercise. <em>The Journal of Nutrition. </em>136(2), 533-537 (2006).</p>
<p>[7] Bauer, M., et al. Effects of a vitamin D and leucine-enriched whey protein nutritional supplement on measures of sarcopenia in older adults, the PROVIDE study: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. <em>Journal of the American Medical Directors Associatio. </em>16(9), 740-7 (2015).</p>
<p>[8] Li, P., et al. Amino acids and immune function. <em>British Journal of Nutrition. </em>98(2), 237-252 (2007).</p>
<p>[9] RadhaKrishna, R. &amp; Samak, G. Role of Glutamine in Protection of Intestinal Epithelial Tight Junctions. <em>Journal of Epithelial Biology &amp; Pharmacology.</em> 5, 47-54 (2011).</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle–Organ Crosstalk: The Emerging Roles of Myokines. <em>Endocrine Reviews.</em> 42(1), 97-99 (2021).</p>
<p>[11] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle-Organ Crosstalk: Focus on Immunometabolism. <em>Frontiers in Physiology. Striated Muscle Physiology. </em>11-20 (2020).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Innovation, Prävention und Athletenmanagement</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22434/innovation-praevention-und-athletenmanagement/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Florian Pfab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 18:57:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22434</guid>

					<description><![CDATA[Das von der Firma Arthrex veranstaltete. Symposium Professional Sports Treatment unter der organisatorischen Leitung von Max Rauffer und meiner wissenschaftlichen Leitung fand erstmalig mit einer Beteiligung von Sportmedizinern aus über [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Das von der Firma Arthrex veranstaltete. Symposium Professional Sports Treatment unter der organisatorischen Leitung von Max Rauffer und meiner wissenschaftlichen Leitung fand erstmalig mit einer Beteiligung von Sportmedizinern aus über 25 Nationen im SAP Sports Garden in München, statt.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Es zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die moderne Sportmedizin im Hochleistungsbereich weiterentwickelt: weg von isolierten Therapieentscheidungen, hin zu integrierten Versorgungskonzepten, datenbasiertem Monitoring und individualisierten Strategien für Training, Rehabilitation, Prävention, Therapie und Return to Play. Die Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von medizinischer Governance im Profifußball über neuromodulative Verfahren bis hin zu Präzisions-Ernährung und operativen Innovationen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den Auftakt bildete <strong>Daniel Schmieding</strong> mit dem Vortrag <strong>„Arthrex Vision and Innovation / Future of Sports Medicine“</strong>. Er stellte die Entwicklung von Arthrex als Innovations- und Ausbildungsplattform der orthopädischen Sportmedizin dar. Im Mittelpunkt standen nicht nur technische Produktentwicklungen, sondern vor allem der Anspruch, chirurgische Präzision, Medical Education und digitale Zukunftsformate enger miteinander zu verbinden. Mit Blick auf den geplanten Campus Munich 2028 wurde deutlich, dass moderne Sportmedizin zunehmend als Netzwerk aus Forschung, Weiterbildung, klinischer Anwendung und digitaler Unterstützung verstanden wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Einen praxisnahen Einblick in die medizinischen Strukturen des englischen Spitzenfußballs gab <strong>Prof. Dr. Mark Gillett</strong> in seinem Vortrag <strong>„Current Medical Standards &amp; Strengths in the Premier League“</strong>. Er zeigte, wie hoch die Anforderungen an medizinische Teams in der Premier League sind – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsdruck, Spielerwohl und medizinischer Unabhängigkeit. Themen wie Matchday-Standards, das Management von Kopfverletzungen, akute Notfallversorgung und Governance-Strukturen verdeutlichten, dass professionelle Sportmedizin heute weit über Diagnostik und Therapie hinausgeht. Entscheidend ist ein klar geregeltes System, das schnelle Entscheidungen ermöglicht und gleichzeitig die Gesundheit des Athleten konsequent priorisiert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit <strong>Dr. Daniel Broman</strong> rückte anschließend die medizinische Versorgung innerhalb einer Multi-Club-Organisation in den Fokus. Sein Vortrag <strong>„Medical Services at a Multi-Club Organisation – City Football Group“</strong> zeigte, wie komplex medizinisches Arbeiten wird, wenn mehrere Vereine, Länder, Spielphilosophien und Belastungsprofile in einer gemeinsamen Struktur zusammengeführt werden. Broman erläuterte die Bedeutung von Surveillance, Significant Event Analysis und standardisierten Reha-Prozessen. Besonders praxisrelevant war der Ansatz einer zentral gesteuerten, Kriterien-basierten Rehabilitation, bei der objektive Return-to-Play-Kriterien ebenso berücksichtigt werden wie psychologische Readiness und die langfristige Belastbarkeit des Spielers.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Performance-Aspekt wurde durch <strong>Dan Lorang</strong> mit dem Vortrag <strong>„How to Reach Maximum Athlete’s Performance“</strong> vertieft. Lorang machte deutlich, dass maximale Leistungsfähigkeit nicht aus einem einzelnen Faktor entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel von Trainingssteuerung, Monitoring, Regeneration, Ernährung, Hitzetraining und mentaler Stabilität. Moderne Technologien wie Artificial Intelligence oder Digital-Twin-Modelle können Prozesse unterstützen, ersetzen aber nicht das Fundament erfolgreicher Athletenbetreuung: Vertrauen, Kommunikation, Eigenverantwortung und ein tiefes Verständnis für den individuellen Sportler. Gerade dieser Transfer zwischen Datenanalyse und menschlicher Führung prägt die aktuelle Entwicklung im Hochleistungssport.</p>
<p style="font-weight: 400;">Einen neurofunktionellen Blick auf Verletzungsentstehung und Leistungsoptimierung präsentierte <strong>Dr. Alejandro Elorriaga Claraco</strong> in <strong>„Neuromodulation Techniques for Optimization of Sports Performance and Injury Care“</strong>. Sein Ansatz stellte nicht allein die strukturelle Läsion in den Vordergrund, sondern die funktionelle Steuerung von Bewegung, Schmerz und Gewebespannung. Konzepte wie Force-Management-Systeme, neuromotorische Hemmungen, Neurofunctional Electroacupuncture und Soft Tissue Microconditioning wurden als mögliche Bausteine vorgestellt, um Bewegungsqualität, Schmerzkontrolle und Belastbarkeit zu verbessern. Der Vortrag unterstrich, dass nicht-traumatische Beschwerden im Sport häufig multifaktoriell entstehen und entsprechend differenziert adressiert werden müssen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit <strong>Prof. Dr. Johannes Scherr</strong> kam ein weiterer zentraler Baustein moderner Athletenbetreuung zur Sprache: die Ernährung. In <strong>„Precision Nutrition for High Performance“</strong> stellte er die Grenzen klassischer One-size-fits-all-Empfehlungen heraus und zeigte, warum Ernährungsstrategien im Spitzensport zunehmend individualisiert werden müssen. Dabei ging es nicht um pauschale Supplementierung, sondern um datenbasierte Entscheidungen unter Berücksichtigung von Belastung, Stoffwechsel, Biomarkern und sportartspezifischen Anforderungen. Beispiele wie Vitamin D, Koffein und PRP verdeutlichten, dass personalisierte Ansätze vielversprechend sind, im Leistungssport aber weiterhin kritisch validiert und gezielt eingesetzt werden müssen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den operativ-konservativen Anschluss bildete <strong>Prof. Dr. Stefan Hinterwimmer</strong> mit <strong>„Innovative Strategies in Conservative and Operative Athlete’s Management“</strong>. Er stellte heraus, dass Athletenmanagement nicht nach starren Algorithmen funktionieren kann. Am Beispiel von Kreuzbandverletzungen und begleitenden Pathologien wurden konservative Therapieoptionen wie PRP oder Stammzelltherapien, operative Strategien, Fixationsinnovationen, LET-/ALL-Konzepte sowie knöcherne Korrekturen wie die Slope-Correction diskutiert. Entscheidend sei die individuelle Analyse von Verletzungsmuster, Sportart, Risikoprofil und Zielsetzung des Athleten.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Regenerative und orthobiologische Themen</strong> &#8211; PRP, Stammzellen, Nanoscope-Anwendungen und personalisierte Injektionsstrategien &#8211; werden über <strong>Dr. Vladimir Machacek</strong> adressiert. Er stellte u.a. heraus wie orthobiologische Verfahren wie ACP sinnvoll auch im operativen Setup eingesetzt und dadurch Ergebnisse verbessert werden können.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zwei weitere große Highlights waren zum Einen ein <strong>Live Interview von den Olympischen Winterspielen</strong>Milano/Bormio mit <strong>Dr. Andrea Panzeri</strong>, der u.a. über die komplexe medizinische  Infrastruktur und hochmoderne Standards bei den Spielen berichtete.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zum Anderen gab <strong>Harry Kane</strong> in einem erfrischend ehrlichen und sympathischen <strong>Interview Einblicke in die Denkweisen eines hochprofessionellen Athleten</strong>, bevor er am selben Abend maßgeblich zum Sieg des FC Bayern München im DFB Pokal gegen RB Leipzig beitrug.</p>
<p style="font-weight: 400;">Insgesamt machte das Symposium deutlich: Die Zukunft der Sportmedizin liegt in der präzisen Verzahnung von Innovation, klinischer Erfahrung und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Erfolgreiches Athletenmanagement bedeutet heute, medizinische Exzellenz, Performance-Denken und langfristige Gesundheitsstrategien konsequent zusammenzuführen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Vitamin B3-Derivate und Chemotherapie-Resistenz</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/sports-research/vitamin-b3-derivate-und-chemotherapie-resistenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2026 11:55:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?post_type=sports-research&#038;p=22423</guid>

					<description><![CDATA[Nicotinamid adenindinukleotid (NAD+) ist ein zentraler Cofaktor für Zellstoffwechsel und Stressantwort. Seine Vorstufen aus der Nahrung, bekannt als Vitamin B3-Derivate (NAM, NR, NMN), werden als Nahrungsergänzungsmittel für Energie, Herz- und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicotinamid adenindinukleotid (NAD+) ist ein zentraler Cofaktor für Zellstoffwechsel und Stressantwort. Seine Vorstufen aus der Nahrung, bekannt als Vitamin B3-Derivate (NAM, NR, NMN), werden als Nahrungsergänzungsmittel für Energie, Herz- und Nervenschutz vermarktet und oft von Krebspatienten zur Milderung von Chemotherapie-Nebenwirkungen genutzt. Die Studie zeigte jedoch, dass insbesondere NMN die Überlebensfähigkeit von Pankreastumorzellen erhöht und deren Resistenz gegen Standardchemotherapeutika (Oxaliplatin, 5-FU, Gemcitabin) steigert. Mechanistisch verbessern NAD+-Vorstufen die Mitochondrienfunktion, reduzieren oxidativen Stress und hemmen DNA-Schäden sowie Apoptose in Krebszellen, wodurch die Chemotherapie-Wirksamkeit eingeschränkt wird. In Tiermodellen förderten NAM und NMN ebenfalls Tumorwachstum und Chemoresistenz. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Einnahme von Vitamin B3-Derivaten während aktiver Krebserkrankung, besonders bei PDAC, kritisch bewertet werden muss, da sie unbeabsichtigt die Tumorzellresistenz fördern und Therapieerfolge gefährden können.</p>
<p><strong>Wichtige Erkenntnisse:</strong></p>
<ul>
<li>Vitamin-B3-Vorläufer erhöhen den NAD<sup>+</sup>-Spiegel und fördern die Chemoresistenz bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.</li>
<li>NMN verbessert die Mitochondrienfunktion, die DNA-Reparatur und das Redoxgleichgewicht in PDAC-Zellen.</li>
<li>NAD<sup>+</sup>-Booster verringern die Wirksamkeit der Chemotherapie sowohl in In-vitro- als auch in In-vivo-PDAC-Modellen.</li>
<li>Die orale Einnahme von NAD<sup>+</sup>-Vorläufern kann die Behandlungsergebnisse bei Krebspatienten beeinträchtigen.</li>
</ul>
<p><em>Nakazzi F, Zarei M, Lopes M, Graor HJ, Beegan WC, Gu E, Rezaei S, Lund PJ, Winter JM. Vitamin B3 derivatives support pancreatic cancer cell survival and chemotherapy resistance. Cancer Lett. 2026 May 1;645:218334. doi: 10.1016/j.canlet.2026.218334. Epub 2026 Feb 20. PMID: 41724424.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22256/radiofrequency-echographic-multi-spectrometry-rems-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christian Schneider&nbsp;,&nbsp;PD Dr. med. Anna Schreiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 12:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22256</guid>

					<description><![CDATA[Die REMS-Technologie (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) ist ein innovatives, ultraschallbasiertes Verfahren zur Beurteilung der Knochenmineraldichte und der Knochenstruktur, das zum Screening von Knochengesundheit sowie unterstützend zur Diagnose und Verlaufskontrolle von [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die REMS-Technologie (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) ist ein innovatives, ultraschallbasiertes Verfahren zur Beurteilung der Knochenmineraldichte und der Knochenstruktur, das zum Screening von Knochengesundheit sowie unterstützend zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Osteopenie und Osteoporose eingesetzt werden kann [1]. Anders als bei der herkömmlichen DXA-Messung (Dual Energy X-ray Absorptiometry), die bislang als Goldstandard in der Osteoporosediagnostik gilt, basiert REMS auf der Analyse ungefilterter Ultraschalldaten, die mithilfe spezieller Algorithmen spektralanalytisch ausgewertet werden, wodurch nicht nur die Knochendichte (BMD), sondern auch die strukturelle Qualität des Knochens beurteilt werden kann [1, 2].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Pro Scanlinie werden aus diesen spektralen Signaturen Spektren erzeugt, die wiederum mit Referenzdaten von gesunden als auch osteoporotischen Knochen verglichen werden [1]. Anschließend erfolgte eine Übertragung der daraus berechneten BMD-Werte (in g /cm<sup>2</sup>) mittels linearer Transformationen in T- und Z-Scores [1]. Herkömmlichen Ultraschallverfahren im Vergleich dazu beruhen in der Regel nur auf reinen Bildinformationen (B-Mode) [1].<span class="Apple-converted-space">  </span>Die auf dieser Technologie basierenden Geräte, wie etwa die von Firma Echolight entwickelten Modelle, ermöglichen eine präzise, schnelle und reproduzierbare Messung direkt am Lendenwirbelbereich (L1–L4) und am Schenkelhals – analog den DXA-Regionen. Dabei wird eine kleine Ultraschallsonde auf der Haut platziert, die Messung dauert ca. 10 Minuten und ist schmerz- und strahlungsfrei. Zusätzlich zum klassischen T- und Z-Score bzw. BMD-Wert kann das System auch Informationen zur mikrostrukturellen Knochenqualität /-­Integrität über den so genannten Fragility Score – ein Parameter, der das individuelle Risiko für osteoporotische Frakturen besser abbilden soll – sowie ergänzend noch BIA-ähnliche Body Composition Daten liefern [1 – 4].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese Geräte kommen inzwischen in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz: in spezialisierten Facharztpraxen (z. B. Orthopädie, Endokrinologie, ­Gynäkologie), Kliniken, Gesundheitszentren sowie zunehmend auch in Apotheken oder im Rahmen mobiler Screening-Angebote. Aufgrund ihrer Mobilität und einfachen Handhabung eignen sie sich besonders gut für Prävention und Früherkennung, etwa bei Frauen nach der Menopause oder bei Patienten mit Risikofaktoren für Knochenschwund, aber auch Athleten z. B. zur Trainingssteuerung bei Überlastungsschäden trotz (scheinbar) guter Knochendichte/-gesundheit oder zum präventiven Erkennen eines ossären Defizites mit weiterem Abklärungsbedarf [5, 6]. Auch in der Forschung sowie für Verlaufskontrollen – beispielsweise bei medikamentöser Osteoporose Therapie – gewinnt REMS zunehmend an Bedeutung.</p>
<h2><b>Vorteile</b></h2>
<p>Im Vergleich zur klassischen DXA bietet REMS folgende Vorteile: Die Untersuchung ist strahlungsfrei, mobil und wiederholt einsetzbar, zeitsparend, ohne Bedenken auch zum Monitoring geeignet und liefert zusätzliche Informationen zur Knochenarchitektur und Frakturgefährdung. Damit stellt die REMS-Technologie eine vielversprechende Alternative bzw. Ergänzung zur etablierten Knochendichtemessung dar und erweitert die Möglichkeiten in der modernen Osteoporose-Diagnostik erheblich [1, 7, 8]. Studien belegen eine hohe diagnostische Übereinstimmung zwischen beiden Verfahren und zeigen, dass REMS eine zuverlässige Alternative zur DXA in der Osteoporose-Diagnostik darstellen kann [1]. Es fehlt jedoch noch die Etablierung im Sinne einer Gleichwertigkeit zum Goldstandard. Des Weiteren ist die Validität bei Patienten mit Endoprothesen, Skoliosen oder Adipositas per magna (BMI &gt; 40) eingeschränkt und die klinische Anwendung erfordert durchaus ein gewisses Training.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In UK ist die REMS-Technologie ein fester Bestandteil der Initiative „Screen my Bones“ <a href="https://www.screenmybones.com" target="_blank" rel="noopener">(www.screenmybones.com/)</a>. In Deutschland setzt sich v. a. Prof. Kurth, Frankfurt, wissenschaftlich mit der Methode auseinander [1, 8].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bisher ist die Technologie in Deutschland erst in wenigen Praxen verfügbar – z. B. im Orthopädiezentrum Theresie in München (Dr. C. Schneider) (Abb. 1), in Montabaur (Hr. M. Hötzel) bzw. auch als Screening-Tool an einigen Biogena-Standorten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22088" aria-describedby="caption-attachment-22088" style="width: 277px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-22088" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg" alt="" width="277" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg 277w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-944x1024.jpg 944w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-768x833.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1416x1536.jpg 1416w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-150x163.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-450x488.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1200x1302.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /><figcaption id="caption-attachment-22088" class="wp-caption-text">Abb. 1 REMS-Gerät bei Dr. Christian Schneider im Orthopädiezentrum Theresie, München</figcaption></figure>
<h2><b>Fälle aus der Praxis</b></h2>
<p><strong>45-jährige Profi-Tennisspielerin</strong> mit aktivierter Gonarthrose inkl. Knochenmarködem medialer Femurkondylus. Kein Trauma und bisher keine Abklärung ihrer Knochengesundheit, da sie noch nicht in der Menopause ist. Bisher erfolgte auch keine Supplementierung mit Vitamin D. Neben der Knietherapie erfolgte daher ergänzend orientierend ein Knochengesundheitsscreening mittels REMS. Hier zeigte sich eine Osteopenie (T – 1,3) femoral gemessen bei einem T-Score von – 0,6 im Bereich der LWS. Neben einer Trainingsanpassung erfolgt nun auch eine Vitamin-D-Sub­stitution nach Leitlinie. Verlaufskontrolle mittels REMS in einem Jahr geplant und bei Bedarf entsprechend eine erweiterte Diagnostik.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>22-jährige Profi-Eistänzerin</strong> mit diversen, rezidivierenden muskuloskelettalen Beschwerden; aktuell führend waren die LWS-Beschwerden bei einem Knochenmarködem / Stressfraktur im Wirbelbogen LWK 5 bds. inkl. Umgebungsreaktion. Ein Teil der Diagnostik umfasste auch die Ultraschall basierte Knochendichtemessung. Hier zeigte sich eine normwertige LWS jedoch ein T-Score von – 2,3 femoral mit einem erhöhten 5-Jahres-Hüftfrakturrisiko im Fracture Risk Assessment. Es erfolgte insgesamt die Empfehlung zum Core- und Stabi­litätstraining mit partiellem Orthesensupport lumbal, Kinesiotaping und Wärme- / Kältetherapie, Fortsetzen des exzentrischen Trainings (betr. der Kniebeschwerden) sowie eine selektive periradikuläre Injektion im Bereich der LWS, Kernspinresonanz-Therapie (MBST®) der Wirbelsäule sowie die Verabreichung von 100.000 I.E. Vitamin D3 i.m. (alle drei Monate). Verlaufskontrolle mittels REMS nach sechs Monaten geplant und bei Bedarf entsprechend eine erweiterte Diagnostik und Trainingsanpassung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>79-jährige Patientin</strong> mit Klopf- und Druckschmerz im Bereich der oberen LWS ohne Trauma oder anamnestisch bekannter Osteoporose. In der Bildgebung (Röntgen Becken und LWS sowie MRT LWS) zeigte sich der Z. n. symphy­sen­naher Schambeinastfraktur, eine insg. degenerativ, teils aktiviert veränderte Wirbelsäule sowie frische Deckplatteneinbrüche LWK 1+2. Die Osteodensitometrie mit REMS ergab einen T-Score von – 3.0 (LWS) und – 2,9 (Femur) mit einem deutlich erhöhten Frakturrisiko bei einer normwertigen Body Composition (Abb. 2). Es erfolgte die Verabreichung von Denosumab und Festsetzung einer festen Vitamin-D-Substitution. Die Patientin ist in regelmäßiger physiotherapeutischer Behandlung, im Alltag gut mobil und beschwerdefrei. Neuerliche Kontrolle in sechs Monate mittels REMS geplant und ggf. DXA im Verlauf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22087" aria-describedby="caption-attachment-22087" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22087" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg" alt="" width="755" height="830" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg 931w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-273x300.jpg 273w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-768x844.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1397x1536.jpg 1397w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-150x165.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-450x495.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1200x1319.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22087" class="wp-caption-text">Abb. 2 Darstellung von BMD und T- / Z-Score in der REMS-Messung (Schenkelhals und LWS) sowie Frakturrisiko-Bewertung (Bem.: Der Fragilitäts-Score ist ein Indikator für die Qualität der<br />Knochenstruktur, unabhängig von der Knochendichte (BMD)).</figcaption></figure>
<p>Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kurth A, Kocijan R. Ultraschallbasierte REMS-Technologie in der Diagnostik der Osteoporose und der Beurteilung des Frakturrisikos. Osteologie 2025; 34: 184–191. Doi 10.1055/a-2650-1677</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Messina C, Fusco S, Gazzotti S, et al. DXA beyond bone mineral density and the REMS technique: new insights for current radiologists practice. <em>Radiol Med</em>. 2024;129(8):1224-1240. doi:10.1007/s11547-024-01843-6</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Pisani P, Conversano F, Muratore M, et al. Fragility Score: a REMS-based indicator for the prediction of incident fragility fractures at 5 years. <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2023;35(4):763-773. doi:10.1007/s40520-023-02358-2</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Diez-Perez A, Brandi ML, Al-Daghri N, et al. Radiofrequency echographic multi-spectrometry for the in-vivo assessment of bone strength: state of the art-outcomes of an expert consensus meeting organized by the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO). <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2019;31(10):1375-1389. doi:10.1007/s40520-019-01294-4</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Bischoff E, Popova-Belova S, Bischoff F, Kirilov N. Physical Performance of Geriatric Women and Its Impact on Fracture Risk and Bone Mineral Density Assessed with Radiofrequency Echographic Multispectrometry (REMS). <em>Life (Basel)</em>. 2024;14(12):1579. Published 2024 Dec 1. doi:10.3390/life14121579</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Bobelyak M, Vaculik J, Stepan JJ. Bone mineral density assessment using radiofrequency echographic multispectrometry (REMS) in patients before and after total hip replacement. <em>Osteoporos Int</em>. Published online September 10, 2025. doi:10.1007/s00198-025-07685-w</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Borsoi L, Armeni P, Brandi ML. Cost-minimization analysis to support the HTA of Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS) in the diagnosis of osteoporosis. <em>Glob Reg Health Technol Assess</em>. 2023;10:1-11. Published 2023 Feb 6. doi:10.33393/grhta.2023.2492</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Kurth A, Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fragilitätsfrakturen: Die Rolle von REMS in Tertiären Präventionsprogrammen (z.B. FLS). Osteologie 2025; 34(02): 137-138. doi:  10.1055/s-0045-1804956</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22086/radiofrequency-echographic-multi-spectrometry-rems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christian Schneider&nbsp;,&nbsp;PD Dr. med. Anna Schreiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 08:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22086</guid>

					<description><![CDATA[REMS (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) technology is an innovative, ultrasound-based method for assessing bone mineral density and bone structure that can be used to screen bone health and support the [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>REMS (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) technology is an innovative, ultrasound-based method for assessing bone mineral density and bone structure that can be used to screen bone health and support the diagnosis and monitoring of osteopenia and osteoporosis [1]. Unlike conventional DXA measurement (dual energy X-ray absorptiometry), which has been considered the gold standard in osteoporosis diagnostics to date, REMS is based on the analysis of unfiltered ultrasound data, which is evaluated using special algorithms for spectral analysis, allowing not only bone mineral density (BMD) but also the structural quality of the bone to<br />
be assessed [1, 2].</b></p>
<p>For each scan line, spectra are generated from these spectral signatures, which are then compared with reference data from healthy and osteoporotic bones [1]. The BMD values calculated from this (in g/cm2) are then converted into T and Z scores using linear transformations [1]. In comparison, conventional ultrasound methods are usually based solely on pure image information (B-mode) [1].<span class="Apple-converted-space">  </span>Devices based on this technology, such as the models developed by Echolight, enable precise, fast, and reproducible measurements directly on the lumbar spine (L1 – L4) and femoral neck – analogous to the DXA regions. A small ultrasound probe is placed on the skin, and the measurement takes about 10 minutes and is painless and radiation-free. In addition to the classic T- and Z-scores and BMD values, the system can also provide information on microstructural bone quality / integrity via the so-called fragility score – a para­meter that is intended to better reflect the individual risk of osteoporotic fractures – as well as supplementary BIA-like body composition data [1 – 4].</p>
<p>These devices are now used in a variety of settings: in specialized medical practices (e.g., orthopedics, endocrinology, gynecology), clinics, health centers, and increasingly in pharmacies or as part of mobile screening services. Due to their mobility and ease of use, they are particularly well suited for prevention and early detection, for example in postmenopausal women or patients with risk factors for bone loss, but also in athletes, e.g. for training control in cases of overload damage despite (apparently) good bone density / health, or for the preventive detection of an osseous deficit requiring further clarification [5, 6]. REMS is also becoming increasingly important in research and for follow-up checks, for example in drug-based osteoporosis therapy.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Advantages</b></h2>
<p>Compared to classic DXA, REMS offers the following advantages: The examination is radiation-free, mobile, and reu­sable, saves time, is also suitable for monitoring without any concerns, and provides additional information on bone architecture and fracture risk. REMS technology thus represents a promising alternative or supplement to established bone density measurement and significantly expands the possibilities in modern osteoporosis diagnostics [1, 7, 8].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Studies confirm a high degree of diagnostic agreement between the two methods and show that REMS can be a reliable alternative to DXA in osteoporosis diagnostics [1]. However, it has not yet been established as equivalent to the gold standard. Furthermore, its validity is limited in patients with endoprostheses, scoliosis, or severe obesity (BMI &gt; 40), and its clinical application requires a certain amount of training.</p>
<p>In the UK, REMS technology is an integral part of the “Screen my Bones” initiative (<a href="https://www.screenmybones.com" target="_blank" rel="noopener">www.screenmybones.com/</a>). In Germany, Prof. Kurth, Frankfurt, is one of the leading scientific experts on the method [1, 8].</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-22088" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg" alt="" width="277" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg 277w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-944x1024.jpg 944w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-768x833.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1416x1536.jpg 1416w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-150x163.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-450x488.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1200x1302.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></p>
<p>Fig. 1 REMS device at Christian Schneider&#8217;s Orthopedic Center Theresie, Munich</p>
<h2><b>Cases from practice</b></h2>
<p>45-year-old professional tennis player with activated OA of the knee including bone marrow edema of the medial femoral condyle. No trauma and no assessment of her bone health to date, as she has not yet reached menopause. No vitamin D supplementation has been given to date. In addition to knee therapy, a bone health screening using REMS was therefore carried out as a supplementary measure. This revealed osteopenia (T –1.3) measured in the femur with a T-score of –0.6 in the lumbar spine. In addition to adjusting her training regimen, vitamin D supplementation is now being administered in accordance with guidelines. Follow-up using REMS is planned in one year, with further diag­nostics as needed.</p>
<p>22-year-old professional ice dancer with various recurrent musculoskeletal complaints; currently leading were lumbar spine complaints with bone marrow edema / stress fracture in the vertebral arch LWK 5 both sides incl. surrounding reaction. Part of the diagnostics also included ultrasound-based bone density measurement. This showed a normal lumbar spine but a T-score of –2.3 femoral with an increased 5-year hip fracture risk in the fracture risk assessment. The overall recommendation was core and stability training with partial lumbar orthotic support, kinesiotaping and heat / cold therapy, continuation of eccentric training (regarding knee complaints), as well as selective periradicular injection in the lumbar spine area, magnetic resonance therapy (MBST®) of the spine, and administration of 100.000 I.U. vitamin D3 intramuscularly (every three months). Follow-up using REMS planned after six months and, if necessary, extended diagnostics and training adjustments.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>79-year-old female patient with tapping and pressure pain in the upper lumbar spine area without trauma or a history of osteoporosis. Imaging (pelvic and lumbar spine X-ray and lumbar spine MRI) revealed a symphysis-related pubic bone fracture, a degenerative, partially activated spine, and fresh upper plate fractures in L1+2. Osteodensitometry with REMS yielded a T-score of –3.0 (lumbar spine) and –2.9 (femur) with a significantly increased risk of fracture and normal body composition (Fig. 2). Denosumab was administered and a fixed vitamin D substitution was prescribed. The patient is undergoing regular physiotherapy, is mobile in everyday life, and has no complaints. A follow-up examination using REMS is planned in six months and, if necessary, DXA during the course of treatment.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22087" aria-describedby="caption-attachment-22087" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22087" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg" alt="" width="755" height="830" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg 931w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-273x300.jpg 273w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-768x844.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1397x1536.jpg 1397w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-150x165.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-450x495.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1200x1319.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22087" class="wp-caption-text">Fig. 2 Representation of BMD and T-score/Z-score in REMS measurement (femoral neck and lumbar spine) and fracture risk assessment (note: the fragility score is an indicator of bone structure quality, independent of bone mineral density (BMD)).</figcaption></figure>
<p>Literature</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kurth A, Kocijan R. Ultraschallbasierte REMS-Technologie in der Diagnostik der Osteoporose und der Beurteilung des Frakturrisikos. Osteologie 2025; 34: 184–191. Doi 10.1055/a-2650-1677</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Messina C, Fusco S, Gazzotti S, et al. DXA beyond bone mineral density and the REMS technique: new insights for current radiologists practice. <em>Radiol Med</em>. 2024;129(8):1224-1240. doi:10.1007/s11547-024-01843-6</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Pisani P, Conversano F, Muratore M, et al. Fragility Score: a REMS-based indicator for the prediction of incident fragility fractures at 5 years. <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2023;35(4):763-773. doi:10.1007/s40520-023-02358-2</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Diez-Perez A, Brandi ML, Al-Daghri N, et al. Radiofrequency echographic multi-spectrometry for the in-vivo assessment of bone strength: state of the art-outcomes of an expert consensus meeting organized by the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO). <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2019;31(10):1375-1389. doi:10.1007/s40520-019-01294-4</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Bischoff E, Popova-Belova S, Bischoff F, Kirilov N. Physical Performance of Geriatric Women and Its Impact on Fracture Risk and Bone Mineral Density Assessed with Radiofrequency Echographic Multispectrometry (REMS). <em>Life (Basel)</em>. 2024;14(12):1579. Published 2024 Dec 1. doi:10.3390/life14121579</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Bobelyak M, Vaculik J, Stepan JJ. Bone mineral density assessment using radiofrequency echographic multispectrometry (REMS) in patients before and after total hip replacement. <em>Osteoporos Int</em>. Published online September 10, 2025. doi:10.1007/s00198-025-07685-w</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Borsoi L, Armeni P, Brandi ML. Cost-minimization analysis to support the HTA of Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS) in the diagnosis of osteoporosis. <em>Glob Reg Health Technol Assess</em>. 2023;10:1-11. Published 2023 Feb 6. doi:10.33393/grhta.2023.2492</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Kurth A, Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fragilitätsfrakturen: Die Rolle von REMS in Tertiären Präventionsprogrammen (z.B. FLS). Osteologie 2025; 34(02): 137-138. doi:  10.1055/s-0045-1804956</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Oxidativer Stress und Bandscheibendegeneration</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21910/oxidativer-stress-und-bandscheibendegeneration/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Petra Büchin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 10:37:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Rückenschmerzen und bandscheibenassoziierte Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Leistungseinbußen – sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Leistungs- und Freizeitsport. Neben mechanischer Belastung und genetischer Prädisposition [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Rückenschmerzen und bandscheibenassoziierte Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Leistungseinbußen – sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Leistungs- und Freizeitsport. Neben mechanischer Belastung und genetischer Prädisposition rückt zunehmend oxidativer Stress als zentraler pathophysiologischer Faktor der Bandscheibendegeneration (intervertebral disc degeneration, IVDD) in den Fokus. Der vorliegende Artikel beleuchtet die Rolle reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) bei degenerativen und entzündlichen Prozessen der Bandscheibe und zeigt auf, wie körperliche Aktivität und ein gezielter Lebensstil oxidativen Stress modulieren und degenerativen Veränderungen entgegenwirken können.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<h2><b>Klinische und sportmedizinische Relevanz</b></h2>
<p>Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule zählen zu den drei häufigsten Diagnosen in der arbeitenden Bevölkerung. Die durchschnittliche Arbeits­unfähigkeit bei Rückenerkrankungen liegt in Deutschland bei etwa drei bis fünf Wochen, bei Bandscheibenvorfällen häufig deutlich darüber.</p>
<p>Auch im Leistungssport ist die Relevanz hoch: Bis zu 30 – 50 % aller Leistungsathleten entwickeln im Verlauf ihrer Karriere Symptome einer lumbalen Bandscheibendegeneration. Neben Schmerzen führen diese Veränderungen zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, Trainingspausen und nicht selten zu vorzeitigem Karriereende. Bildgebende Verfahren zeigen jedoch auch bei asymptomatischen Personen häufig degenerative Veränderungen der Bandscheibe. Dies unterstreicht, dass Degeneration ein multifaktorieller, biologischer Prozess ist, der lange still verläuft und dessen klinische Manifestation von zusätzlichen Faktoren wie Entzündung, Stoffwechsel und Regenerationsfähigkeit abhängt.</p>
<h2><b>Anatomie und Physiologie der Bandscheibe</b></h2>
<p>Die Bandscheibe besteht aus dem äußeren Anulus fibrosus, dem gallertartigen Nucleus pulposus sowie den knorpeligen Endplatten. Ihre biomechanischen Eigenschaften beruhen auf einem fein abgestimmten Verhältnis von Kollagen (vor allem Typ I im Anulus und Typ II im Nucleus), Proteoglykanen und Wassergehalt. Da die Bandscheibe ein weitgehend avaskuläres Gewebe ist, erfolgt die Nährstoffversorgung über Diffusion. Dies macht sie besonders anfällig für metabolische Störungen.</p>
<h2><b>Oxidativer Stress – physiologisch und pathologisch</b></h2>
<p>Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) wie Superoxidanion, Wasserstoffperoxid oder Hydroxylradikale entstehen physiologisch im Rahmen des Zellstoffwechsels. In moderater Konzentration erfüllen sie wichtige Signalfunktionen, etwa bei der Immunabwehr, der Regulation von Autophagie und der Aktivierung von Transkriptionsfaktoren wie NF-κB oder AP-1. Kommt es jedoch zu einem Ungleichgewicht zwischen der Produktion von ROS und der antioxidativen Kapazität, entsteht oxidativer Stress. Besonders der Nucleus pulposus ist aufgrund seines aktiven Stoffwechsels und der hypoxischen Bedingungen eine relevante Quelle für ROS.</p>
<h2><b>Pathophysiologie der Bandscheibendegeneration durch ROS</b></h2>
<p>Oxidativer Stress führt zu strukturellen und funktionellen Schäden zentraler Zellbestandteile. ROS verursachen DNA-Doppelstrangbrüche, oxidieren Proteine und induzieren Lipidperoxidation. In der Bandscheibe resultiert dies in einer verminderten Kollagensynthese, strukturellen Veränderungen von Kollagenfasern sowie dem Abbau von Proteoglykanen. Der Wassergehalt der extrazellulären Matrix sinkt, die Elastizität nimmt ab und die mechanische Belastbarkeit sowohl des Nucleus pulposus als auch des Anulus fibrosus reduziert sich. Gleichzeitig aktivieren ROS entzündliche Signalwege. Proinflammatorische Zytokine wie TNF-α, IL-1β und IL-6 verstärken über NF-κB-abhängige Mechanismen die Expression von Matrixmetalloproteinasen (MMP). Diese beschleunigen den Kollagen- und Matrixabbau, während inhibitorische Systeme wie TIMPs durch ROS gehemmt werden. Die Folge sind fortschreitende Degeneration, Neovaskularisation, vermehrte Innervation des Anulus fibrosus und eine zunehmende Schmerzhaftigkeit.</p>
<h2><b>Exogene und endogene Quellen oxidativen Stresses</b></h2>
<p>Zu den wichtigsten externen ROS-Trei­bern zählen psychischer Stress, Nikotin- und Alkoholkonsum. Stress aktiviert die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, erhöht den Cortisolspiegel und den mitochondrialen Stoffwechsel, was zu einer gesteigerten Elektronenleckage in der Atmungskette führt. Rauchen führt sowohl zu einer massiven exogenen Radikalbelastung als auch zu einer endogenen ROS-Produktion durch Aktivierung der NADPH-Oxidase. Alkohol verstärkt oxidativen Stress über CYP2E1, Acetaldehydbildung und die Schwächung antioxidativer Systeme.</p>
<h2><b>Sirtuine als protektiver Mechanismus</b></h2>
<p>Sirtuine, insbesondere SIRT1 und SIRT3, spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation von oxidativem Stress, Entzündung und mitochondrialer Funktion. In Bandscheibenzellen fördern sie die Autophagie, hemmen die Apoptose und reduzieren entzündliche Prozesse. Mode­rate Mengen an ROS wirken dabei hormetisch und stimulieren sirtuin­abhängige Schutzmechanismen – ein Ansatzpunkt für präventive und therapeutische Strategien.</p>
<h2><b>Sport als Schlüsselinterventio</b><b>n gegen oxidativen Stress</b></h2>
<p>Regelmäßige körperliche Aktivität stellt einen der wirksamsten modulierbaren Faktoren dar. Sport führt kurzfristig zu einem Anstieg von ROS, bewirkt langfristig jedoch eine deutliche Senkung der oxidativen Stresslast. Durch das Training werden antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase hochreguliert. Gleichzeitig verbessert sich die mitochondriale Effizienz, die ROS-Leckage sinkt und entzündliche Zytokine werden reduziert. Darüber hinaus fördert Bewegung die Mikrozirkulation und Nährstoffdiffusion über die Endplatten der Bandscheibe, reduziert viszerales Fettgewebe und senkt somit die systemische Entzündung. Dieser hormetische Effekt macht Sport zu einer zentralen präventiven Maßnahme gegen Bandscheibendegeneration.</p>
<h2><b>Ernährung und antioxidative Mikronährstoffe</b></h2>
<p>Neben Bewegung spielen ernährungsspezifische Antioxidantien eine unterstützende Rolle. Vitamine wie C und E, Coenzym Q10 sowie Polyphenole wirken als Radikalfänger und modulieren entzündliche Signalwege. Besonders Quercetin, Resveratrol und Curcumin zeigen in vitro und in vivo antioxidative und antiinflammatorische Effekte, unter anderem durch Hemmung der NADPH-Oxidase, Aktivierung von Nrf2 und Förderung der SIRT1-Aktivität. In Kombination mit körperlicher Aktivität können sie adaptive Schutzmechanismen verstärken.</p>
<h2><b>Fazit für die sportmedizinische Praxis</b></h2>
<p>Die Bandscheibendegeneration ist kein rein mechanisches Verschleißphänomen, sondern ein komplexer biologischer Prozess, der maßgeblich durch oxidativen Stress und Entzündungen beeinflusst wird. Sport, Lebensstilmodifikation und eine gezielte Unterstützung antioxidativer Systeme bieten ein großes präventives und therapeutisches Potenzial. Für die Sportmedizin bedeutet dies, Rückenschmerzen nicht nur strukturell, sondern auch metabolisch und entzündungsbiologisch zu denken – mit dem Ziel, Leistungsfähigkeit, Regeneration und langfristige Wirbelsäulengesundheit zu erhalten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol style="font-weight: 400;">
<li>Brinjikji W, Luetmer PH, Comstock B, et al. Systematic literature review of imaging features of spinal degeneration in asymptomatic populations. <em>AJNR Am J Neuroradiol.</em> 2015;36(4):811–816.</li>
<li>Moazzaz P, Johnson T, Phillips FM. Lumbar disc herniation and degenerative disc disease in athletes.<br />
<em>Spine Surgery.</em> 2010;206–209. Pryor WA, Stone K. Free radical chemistry of cigarette smoke.<br />
<em>Chem Res Toxicol.</em> 1993;6(1):19–27.</li>
<li>Münzel T, Hahad O, Kuntic M, et al. Impact of cigarette smoke on NOX enzymes and oxidative stress.<br />
<em>Eur Heart J.</em> 2020;41(17):1622–1630.</li>
<li>Rahman I, MacNee W. Oxidative stress and regulation of glutathione in lung inflammation. <em>Toxicol Lett.</em> 2002;130–131:1–8.</li>
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<li>Powers SK, Jackson MJ. Exercise-induced oxidative stress: friend or foe? <em>J Sport Health Sci.</em> 2020;9(5):415–425.</li>
<li>Powers SK, Radak Z, Ji LL. Exercise-induced oxidative stress: past, present and future. <em>J Physiol.</em> 2016;594(18):5081–5092.</li>
<li>Vargas-Mendoza N, Morales-González Á, Madrigal-Santillán EO, et al. Oxidative stress, mitochondrial function and adaptation to exercise. <em>Antioxidants.</em> 2021;10(1):76.</li>
<li>Lu Y, Liu Y, Chen X. Effects of high-intensity exercise on oxidative stress and antioxidant status in humans.<br />
<em>Sports Med Open.</em> 2021;7:62.</li>
<li>Simioni C, Zauli G, Martelli AM, et al. Oxidative stress: role of physical exercise and antioxidant nutraceuticals in adulthood and aging. <em>Oncotarget.</em> 2018;9(24):17181–17198.</li>
<li>Miyazaki H, Oh-ishi S, Ookawara T, et al. Strenuous endurance training reduces exercise-induced lipid peroxidation. <em>Eur J Appl Physiol.</em> 2001;84(1–2):1–6.</li>
<li>Yang Q, Xu J, Ma Q, et al. Sirtuins and intervertebral disc degeneration: biological functions and therapeutic potential. <em>Cell Mol Life Sci.</em> 2022;79:287.</li>
<li>Priyanka A, Singh S, Agrawal R. Role of sirtuins in oxidative stress and inflammation. <em>Mol Cell Biochem.</em> 2016;420:1–10.</li>
<li>TK Gesundheitsreport 2023. Diagnosegruppe M50–M54 („Rücken“) – Arbeitsunfähigkeitsdaten. Techniker Krankenkasse, Hamburg.</li>
<li>BARMER Heil- und Hilfsmittelreport 2022. Arbeitsunfähigkeit nach Bandscheibenoperationen.<br />
BARMER, Wuppertal.</li>
<li>DGUV Statistik 2024. Arbeitsunfälle mit lumbalem Bandscheibenschaden – AU-Tage. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Berlin.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leistenhernie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21630/leistenhernie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Guido Woeste,&nbsp;Jörn Bremer,&nbsp;Kevin Myles&nbsp;,&nbsp;Dr. med. dent. Matthias Roßberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=21630</guid>

					<description><![CDATA[Vorstellung und geplanter Vorgang (Prof. Dr. med. Guido Woeste) Wir berichten von zwei Patienten, die für eine geplante Operation einer Leistenhernie ein Prähabilitationsprogramm durchgeführt haben: Fall 1 Herr Palmer stellte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><b>Vorstellung und geplanter Vorgang (Prof. Dr. med. Guido Woeste)</b></h2>
<p><b>Wir berichten von zwei Patienten, die für eine geplante Operation einer Leistenhernie ein Prähabilitationsprogramm durchgeführt haben:</b></p>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p>Herr Palmer stellte sich am 12.03.2025 erstmals in meiner Sprechstunde vor. Der 39-jährige Mann beschrieb, seit ca. zwei Monaten Schmerzen im Bereich der linken Leiste zu haben. Bei der Untersuchung zeigte sich eine gut reponible Leistenhernie auf der linken Seite, die auch im Ultraschall bestätigt wurde. Bis auf eine minimal-invasive Leistenhernienoperation rechts erfolgten keine abdominellen Voroperationen. Der BMI lag bei 26,3. Ich empfahl ihm die minimal-invasive Operation der Leistenhernie in TAPP-Technik. Die Operation wurde am 17.04.2025 wie geplant durchgeführt. In laparoskopischer Technik wurde ein 12 x 17 cm großes Kunststoffnetz eingelegt. Am Nachmittag des Operationstages konnte er nach Hause entlassen werden. In der Kontrolle sechs Tage nach der Operation, beschrieb der Patient kaum Beschwerden. Bei der Untersuchung zeigte sich eine Schwellung im Bereich der linken Leiste mit leichtem Druckschmerz. Bei der erneuten Vorstellung vier Wochen nach der Operation war die zuvor festgestellte Schwellung nicht mehr erkennbar und es bestanden keine Schmerzen mehr.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p>Die Vorstellung von Herrn Dr. Roßberg erfolgte mit einer Schwellung im Bereich der linken Leiste. Die Untersuchung inkl. Ultraschall ergab eine Leistenhernie links. Dem sportlichen, schlanken (BMI 25,4) Patienten empfahl ich die minimal-invasive Operation der Leistenhernie mit Netzeinlage. Der Eingriff wurde für den 14.11.2025 geplant. Aufgrund eines Infektes musste der Patient die Operation absagen. Bei einer Kontrolluntersuchung vier Wochen später war die zuvor diagnostizierte Schwellung nicht mehr zu tasten. In der Ultraschalluntersuchung konnte noch eine kleine Bruchlücke gesehen werden, allerdings ohne eine relevante Vorwölbung beim Pressen. Die zuvor beschriebenen Beschwerden bestanden nicht mehr. Daher verzichteten wir auf eine Operation.</p>
<p>(Mehr zu Operationen von Leistenhernien finden Sie <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21598/praehabilitation-in-der-hernienchirurgie/">HIER</a>)</p>
<h2><b>Prähabiltation aus physiotherapeutischer Sicht (Jörn Bremer)</b></h2>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p><strong>Patientenvorstellung:</strong> Der Patient ist männlich, 39 Jahre alt und Freizeitsportler (zwei- bis dreimal Tennis die Woche inklusive Medenspiele). Beruflich ist der Patient Selbständig im Vertrieb und hat dementsprechend eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit. Die gesundheitliche Vorgeschichte zeigt bereits eine Leistenbruchoperation auf der rechten Seite vor 15 Jahren. Laut eigener Schilderung dauerte es damals ca. ein Jahr bis zur völligen Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und dem „Return to Competition“ im Fußball. Das Prähabilitationsprogramm dieses Patienten startete acht Wochen vor der geplanten Operation. Der Leistenbruch der linken Seite kam zustande beim Tennis spielen. Der Patient schilderte, er habe beim Ausholen und Rotieren des Oberkörpers (Aufschlag) ein „Poppen“ oder „Reißen“ gespürt. Symptomatisch bei diesem Fall zeigte sich das charakteristische Heraustreten einer Beule bei schon geringer Belastung an der linken Leiste. Ausserdem kam es zu diffusen Schmerzen (VAS 5/10) im Bereich der linken Leiste. Der Patient schilderte außerdem seine persönlichen Ängste: Angst vor einer (gefühlten) Instabilität des Rumpfes und Unsicherheit über das Ausmaß der Verletzung und die damit verbundene Behandlung und Rehabilitation, vor allem auf Grund seiner bestehenden Erfahrung mit der Verletzung und der damals sehr langen Rehabilitation.</p>
<p><strong>Anamnese:</strong> In der physiotherapeutischen Erstanamnese wurde zunächst ein Erstgespräch geführt, in dem der Patient seine oben beschriebene aktuelle Situation sowie seine Krankheitsgeschichte erklärte. Danach wurde die Anamnese des Bewegungsapparates durchgeführt. Der Sichtbefund der Körperstatik im Stehen zeigte eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule. Außerdem auffällig war der „Stand-and-Reach“-Test, bei dem sich zwischen Patienten-Finger und Boden 10 cm Abstand zeigten. In der Befundung der passiven Beweglichkeit der beiden Hüftgelenke in Rückenlage zeigten sich die größten Einschränkungen in der Hüftgelenksrotation in 90 Grad Flexion. Auf beiden Seiten wurden ein Bewegungsausmaß von 25/0/35 festgestellt (Norm: ca. 40-0-50° <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Hüftbeweglichkeit">https://flexikon.doccheck.com/de/Hüftbeweglichkeit</a>). Abschließend wurde die Bauchmuskulatur getestet, indem der Patient in Rückenlage mit angestellten Beinen den Kopf heben sollte. Hierbei kam es zum sichtbaren und spürbaren heraustreten der Leiste auf der linken Seite.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Ziele der Prähabilitation:</strong> Mit dem Patienten zusammen wurden nach der Anamnese Ziele der Prähabilitation festgelegt. Der Patient schilderte, er möchte bestmöglich auf die anstehende OP vorbereitet werden. Aufklärung über den Eingriff und die damit verbundenen Einschränkungen vor und nach der OP wurden mit dem Arzt besprochen und mit dem Physiotherapeuten noch einmal durchgegangen. Dem Patienten wurde erklärt, Belastungsspitzen für die Verletzung in der Zeit vor der OP und die Zeit der Rehabilitation zu vermeiden. Außerdem sollten in der Zeit der Vorbereitung auf die OP, Symptome wie Schmerz und verringerte Beweglichkeit durch passive, physiotherapeutische Behandlungen reduziert werden. Die Ziele der Trainingstherapie wurden zusammen mit dem Patienten definiert. Hierbei wurde für diesen Patienten eine Haltungsschulung festgelegt, um die Hyperlordose zu verbessern und dem Patienten eine bessere Rumpfkontrolle zu ermöglichen (Übungen und genauere Beschreibung im Teil der Trainingstherpie). Zu guter Letzt sollte auch der allgemeine Stoffwechsel des Körpers verbessert werden. Ein sanftes Ausdauertraining auf dem Radergometer und Cross-Trainer mit einer Belastung von ca. 40 – 50 % der Vo2max sollten die Ausgangssituation des Herz-Kreislauf-Systems und die Durchblutung verbessern, um die bestmögliche Blutversorgung und damit auch den Abtransport von Stoffwechselrestprodukten aus der OP-Region zu gewährleisten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Physiotherapeutische Behandlung:</strong> Die physiotherapeutische Behandlung wurde begleitend zum Training einmal pro Woche für eine Stunde durchgeführt. Neben passiven Behandlungen wurde auch immer wieder kontrolliert, ob der Patient sich mental gut vorbereitet fühlt und ob noch offene Fragen zu klären sind. In den Behandlungen wurde der Fokus auf die gefundenen Defizite der Erstanamnese gelegt. So wurden durch Weichteiltechniken Verspannungen und muskuläre Dysbalancen im Bereich der Oberschenkel (Vor- und Rückseite), der Gesäßmuskulatur sowie des Rückens behandelt.<span class="Apple-converted-space">  </span>Vor allem aber wurde zusätzlich zu der aktiven Mobilisation in der Trainingstherapie auch die passive Beweglichkeit der Hüften verbessert. Hier wurden die Weichteiltechniken kombiniert mit passiver Dehnung der Hüftgelenks-umliegenden Muskultur und CHRS-Techniken (Contract-hold-Relax-stretch nach Sölveborn 1983). Im Verlauf der Behandlung und des Trainings konnten hier eine Woche vor der Operation bereits Verbesserungen der Hüftgelenksrotation festgestellt werden. Die Beweglichkeitsgrade des Patienten von anfänglich 25/0/35 wurden deutlich auf 35/0/40 gesteigert. Der Patient schilderte kurz vor der Operation deutlich merkbare Verbesserungen der Beweglichkeit (Subjektiv wie objektiv dargestellt), ein besseres Körpergefühl im Bereich des Rumpfes sowie bessere Kontrolle. Auf jegliche Arten der passiven physikalischen Therapien wurde aufgrund nicht vorhander Möglichkeiten verzichtet.</p>
<p><strong>Rehabilitation:</strong> Kurz zusammengefasst verlief die Reha im Anschluss an die Operation komplikationsfrei. In der Woche nach der Operation wurden Lymphdrainage-Techniken zur Entstauung des Wundgebiets durchgeführt. Ebenso wie sanftes Mobilisieren der Hüften im schmerzfreien Bereich und Atemtechniken zur leichten Aktivierung der Bauchmuskulatur. Zwei Wochen nach der Operation durfte der Patient wieder leichte Aktivitäten ausüben. Ein sanfter Einstieg in das Rehaprogramm (Bauchtraining, Mobilisation, Ausdauertraining auf dem Radergometer) sowie der Einstieg in den Tennissport (leichtes hin und her-spielen mit dem Sohn) wurde ohne Nebenwirkungen vom Patienten toleriert. Bereits vier Wochen post-OP stieg der Patient mit Erlaubnis des Arztes und Absprache mit Physiotherapeuten und Trainer in die Vorbereitung ein für die Tennis Medenrunde, auch weil die Progression der Trainingstherapie und die problemfreie Steigerung im Rehaprogramm ohne Nebenwirkungen verlief. Acht Wochen nach der Operation startete der Patient sein erstes Tennisturnier der Medenrunde.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p><strong>Patientenvorstellung:</strong> Der Patient ist männlich, 51 Jahre alt und leistungsorientierter Freizeitsportler im Bereich Krafttraining (zwei bis drei Einheiten pro Woche) sowie einer Geschichte im leistungsorientierten Judosport. Er ist selbstständiger Zahnarzt. Die gesundheitliche Vorgeschichte bezieht sich vor allem auf das rechte Bein: Zwei operierte Kreuzbandrisse im rechten Knie im Jugendalter sowie ein Abriss des M. Rectus Femoris mit Refixation an der Spina ilica anterior superior durch Schraube stehen bereits zu Buche. Heute zeigt sich das rechte Bein mit einer deutlichen Varusabweichung im rechten Knie, was dem Patienten allerdings laut eigener Aussage keine Probleme macht. Der Leistenbruch auf der linken Seite kam durch starkes Krafttraining. So schilderte der Patient, es sei ihm in die Leiste „gefahren“, als er einarmiges Rudern mit der Kurzhantel (60Kg) durchführen wollte. Die Verletzung wurde durch den Arzt diagnostiziert und ist nicht durch das typische Heraustreten einer Beule erkennbar. Der Patient schilderte, er habe zwar keine großen Schmerzen (VAS 2/10) aber er fühle sich unsicher, was er zum aktuellen Zeitpunkt noch dürfe und wie er sich am besten auf die Operation vorbereite. Der Patient kam acht Wochen vor der geplanten Operation in unsere Einrichtung.</p>
<p><strong>Anamnese:</strong> Der Patient befand sich in einer guten körperlichen Verfassung und war sehr muskulös. Im Sichtbefund waren außer der sehr deutlichen Varusstellung des rechten Knies, keine aussagekräftigen Abweichungen zu erkennen. Im <a href="https://sport-iat.de/testothek/detail/stand-and-reach">Stand-and-Reach-Test</a> wurde ein Defizit von 5 cm festgestellt. Die größten Einschränkungen wurden auch bei diesem Patienten im Bereich der passiven Innenrotation des rechten Hüftgelenks festgestellt (20/0/40). Eventuell als Folge der vielen Operationen am rechten Beinkomplex. Beim Test der Bauchmuskulatur in Rückenlage konnte die Verletzung nur durch fehlende Spannung im verletzten Gebiet ertastet werden, war aber nicht sichtbar zu erkennen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Ziele der Prähabilitation:</strong> Als Ziele wurden, zusammen mit dem Patienten, folgende Punkte definiert: Aufklärung über Wundheilung war für ihn aufgrund seiner beruflichen Situation nicht wichtig. Im Vordergrund sollten das Vermindern von muskulären Dysbalancen stehen sowie die Verbesserung der Beweglichkeit der rechten Hüfte. In der Trainingstherapie vor allem die Rumpfkontrolle und die Stabilität der Lenden-Becken-Hüft-Region im Hauptfokus liegen. Darüber hinaus das Erlernen der adäquaten Anpassung der Trainingsintensität zu Vorbereitung der Operation. Außerdem wurde für die Zeit der Prähabilitation ein genauer Ernährungsplan eingehalten (siehe Patiententeil).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Physiotherapeutische Behandlung:</strong> Die Physiotherapie wurde begleitend zur Trainingstherapie einmal die Woche für eine Stunde durchgeführt. Der Fokus dieser Einheiten lag symptomatisch auf dem Verringern von muskulären Dysbalancen vor allem im Bereich des rechten Hüftgelenks. Weichteiltechniken und Dehnungen im Bereich der Oberschenkel Vor- und Rückseite sowie der Gesäßmuskulatur und der Lendenwirbelsäule zeigten sich beim Patienten als wohltuend und beweglichkeitsfördernd (nach 8 Wochen Hüftgelenksrotation rechts bei 30/0/40). Der Patient schilderte zunehmend weniger Probleme im Alltag zu haben und ein Gefühl von besserer Rumpfkontrolle sowie vermehrter Mobilität.</p>
<p><strong>Rehabilitation:</strong> Aufgrund zeitlicher Engpässe des Patienten wurde die erste Operation zunächst vier Wochen weiter verschoben. Der Patient hielt sich weiterhin an sein Trainingsprogramm und machte Fortschritte. Wegen deutlichen Verbesserungen der Symptome und keinerlei Einschränkungen im Beruf und Alltag wurde vor der zweiten Operation der Arzt erneut konsultiert und musste bei der Ultraschalluntersuchung feststellen, dass die Leistenverletzung klinisch nicht mehr nachweisbar war, trotz (?) wiedererreichter vollständiger Trainingsbelastung. Bis auf weiteres und unter regelmäßigen Kontrollen wurde von der Operation abgesehen. Zusammen mit dem Patienten wurde dann das weitere Vorgehen besprochen. Dieses beinhaltete weitergehende, aber ausschleichende physiotherapeutische Behandlungen, vor allem eine langsame und sich stetig steigernde Trainingstherapie.</p>
<h2><b>Prähabiltation aus trainingstherapeutischer Sicht (Kevin Myles)</b></h2>
<h3><b>Fall 1</b></h3>
<p>Zu Beginn zeigte sich eine deutlich eingeschränkte Mobilität im Hüftbereich, was sich auch in der Übungsausführung widerspiegelte. Der anfängliche Schwerpunkt lag daher auf der Verbesserung der Hüftbeweglichkeit in allen Bewegungsrichtungen. Angrenzende Gelenke wie Sprung-, Kniegelenke und Wirbelsäule wurden bewusst einbezogen, um ein ganzheitliches Bewegungskonzept umzusetzen. Aufgrund stark ausgeprägter Einschränkungen kamen zur Verbesserung der Sprunggelenksmobilität überwiegend manuelle Techniken zum Einsatz. Die Hüftmobilisation erfolgte über kombinierte Übungen zur Innen- und Außenrotation sowie zu Flexion und Extension. Nach ersten spürbaren Verbesserungen wurde das Training schrittweise um Kräftigungsübungen für Hüftmusku­latur und Rumpf ergänzt. Der Fokus lag zunächst auf isometrischen Übungsformen, die dehnende und kräftigende Reize in teilweise unsicheren Bewegungsradien setzten. Eine zentrale Übung war der statische freie Kniebeugensitz („Horse Stance“), bei dem die Hüfte kontrolliert abgesenkt und die Position bei stabiler Wirbelsäulenhaltung gehalten wurde. Die Haltezeiten wurden progressiv gesteigert. Ergänzend kamen Rumpfstabilisierungsübungen auf stabilem und instabilem Untergrund sowie isometrische Rotationsübungen wie der Pallof Press zum Einsatz. Ziel war eine verbesserte neuromuskuläre Kontrolle und Belastungstoleranz im Hüft- und Rumpfbereich. Im weiteren Verlauf etablierten sich mehrere besonders effektive Übungen, die dauerhaft in das Training integriert wurden.</p>
<h3><b>Fall 2</b></h3>
<p>Zu Beginn wurden gezielt Übungen ausgewählt, die als vorbereitender trainingstherapeutischer Ansatz dienten und die in der Anamnese festgestellten Dysbalancen adressierten. Der Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Beweglichkeit des linken Sprunggelenks, der Mobilität und Kräftigung der beidseitigen Adduktorenkette sowie der Innenrotation der rechten Hüfte. Ziel war es, funktionelle Voraussetzungen für komplexere Übungsformen zu schaffen und das Bewegungssystem ganzheitlich vorzubereiten. Zur Verbesserung der Sprunggelenksmobilität kamen einfache, selbstständig durchführbare Übungen zum Einsatz, wie ein enger Ausfallschritt vor einer Wand mit kontrollierter Vorschubbewegung des Knies zur Förderung der Dorsalflexion sowie eine Übung mit Widerstandsband, bei der das Sprunggelenk aktiv in beide Richtungen gekreist wurde.</p>
<p>Zur Verbesserung der Hüftrotation wurde eine Standübung mit erhöht positioniertem Fuß gewählt, um eine ausgeprägte Außenrotation zu erzeugen. Durch den Einsatz eines leichten Zusatzgewichts erfolgte aus dieser Position ein aktives Dehnen der Gluteusmuskulatur. Alle Übungen wurden beidseitig und mit variierender Inten­sität durchgeführt. Mobilitätsübungen erfolgten konsequent nach dem Prinzip des „Stretch under Load“. Eine weitere Übung zielte auf die verbesserte Ansteuerung der Hüftbeugemuskulatur ab und wurde in einer Stützübung zwischen zwei erhöhten Kisten durchgeführt. Durch kontrolliertes Absenken und anschließendes Anheben des Beines wurde der Hüftbeuger gedehnt und die vordere Muskelkette, insbesondere der Psoas, aktiviert. Zur gezielten Verbesserung der Innenrotation kam ergänzend eine Widerstandsübung in Bauchlage mit 90-Grad-Beugung zum Einsatz. Insgesamt konnten aufgrund der guten körperlichen Ausgangsverfassung bereits fortgeschrittenere Übungen integriert werden.</p>
<h2><b>Patient Voice</b></h2>
<h3><b>Fall 1 (Franco Palmer)</b></h3>
<p>Vor fünfzehn Jahren wurde ich erstmals an einer Leistenhernie rechts operiert. Die Genesung war langwierig, schmerzhaft und psychisch belastend – ein Jahr dauerte es, bis ich mich wieder vollständig belasten konnte. Als kürzlich eine Leistenhernie links diagnostiziert wurde, entschied ich mich für einen völlig anderen Weg, der meine OP-Erfahrung grundlegend verändern sollte. Die ersten Anzeichen spürte ich während eines Tennisspiels als „Plopp“. Anfangs versuchte ich, die Beschwerden selbst zu kontrollieren, trainierte weiter und ergänzte mein Programm durch Rumpfkräftigung. Mit der Zeit bildete sich jedoch eine schmerzhafte Vorwölbung, die ärztlich abgeklärt wurde. Statt auf die Operation zu warten, begann ich ein strukturiertes Prähab-Programm. Fokus waren Hüft- und Gesäßmuskulatur sowie tiefe Rumpfstabilisatoren. Gleichzeitig informierte ich mich intensiv über den Eingriff. Diese Kombination aus körperlicher Vorbereitung und Wissen war entscheidend. Die psychologische Wirkung war enorm: Durch aktive Vorbereitung, Verständnis des Eingriffs und Begleitung durch Prof. Dr. Guido Woeste, Physiotherapeut Jörn Bremer und Fitnesstrainer Kevin Myles fühlte ich mich sicher und mental ruhig – ein starker Kontrast zur ersten Operation. Die körperlichen Vorteile zeigten sich unmittelbar: Schon etwa 30 Minuten nach der Operation konnte ich aufstehen und zur Toilette gehen. Gut trainierte Hüft- und Gesäßmuskeln ermöglichten Stabilität und frühe Mobilisation, wodurch Heilung und Durchblutung gefördert wurden. Nur drei Stunden nach dem Eingriff konnte ich nach Hause, die Rehabilitation begann sofort mit vorsichtiger Mobilisation, Atemarbeit und progressivem Training. Nach zwei Wochen spielte ich erste leichte Tennisbälle, nach vier Wochen nahm ich wieder am Medenrundenspiel teil – stabil, leistungsfähig und mit hohem Körpervertrauen. Dass meine Fitness nach diesen vier Wochen genauso gut war wie vor der OP, ließ sich auch mittels Bioimpendanzanalyse (BIA Systems) objektiv überprüfen und darstellen. Prähabilitation verkürzte nicht nur meine Genesungszeit, sondern stärkte Vertrauen, mentale Stärke und körperliche Widerstandsfähigkeit. Rückblickend war sie der entscheidende Faktor für eine kontrollierte, selbstbestimmte und erfolgreiche Heilung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-22392" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/BremerAbb.png" alt="" width="640" height="359" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/BremerAbb.png 640w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/BremerAbb-300x168.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/BremerAbb-150x84.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/BremerAbb-450x252.png 450w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<h3><b>Fall 2 (Dr. Matthias Roßberg)</b></h3>
<p>Im Rahmen eines Krafttrainings kam es beim einarmigen Kurzhantel-Rudern mit 60 kg zu einer akuten Verletzung der linken Leistenregion. Ich verspürte sofort einen ziehenden, stechenden Schmerz mit sicht- und tastbarer Vorwölbung, sodass das Training abgebrochen werden musste. Zwei Tage später stellte sich die Diagnose einer linksseitigen Leistenhernie bei Prof. Woeste. Die umfassende Aufklärung über Anatomie, Pathophysiologie sowie operative und konservative Optionen war für mich entscheidend – dies reduzierte Angst, Unsicherheit und Schonverhalten. Da keine Einklemmung vorlag und die Beschwerden belastungsabhängig waren, begann ich sofort eine strukturierte Prähabilitation. Ziel war nicht die Heilung der Hernie, sondern die Optimierung des entzündlichen Milieus, Verbesserung der Gewebequalität, Reduktion der Schmerzen und Steigerung der Belastbarkeit. Physiotherapeutisch wurde schrittweise die Rumpf-, Hüft- und Beckenstabilität aufgebaut. Beschwerden dienten als Orientierung zur Anpassung von Intensität und Trainingsumfang, was Vertrauen in die eigene Belastbarkeit stärkte und die interdisziplinäre Zusammenarbeit förderte. Ernährungsmedizinisch achtete ich auf entzündungsarme, eiweißreiche Kost, ergänzt durch Mikronährstoffe und Aminosäuren zur Unterstützung von Regeneration, Schlaf und Gewebesynthese: Magnesiumbisglycinat/-threonat zur neuromuskulären Entspannung, Glycin zur Kollagensynthese und Schlafverbesserung, Omega-3-Fettsäuren, Boswellia und Curcumin zur Modulation entzündlicher Prozesse sowie Ausgleich eines Vitamin-D-Mangels. Adaptogene wie Ashwagandha verbesserten Stressresilienz und Schlafqualität. Body-Mind-Interventionen mit Atem- und Entspannungsübungen regulierten das autonome Nervensystem, reduzierten sympathische Überaktivität und Muskelspannung. Dadurch verbesserten sich Schlaf, Körperwahrnehmung und subjektive Schmerzintensität, was die physiotherapeutische Belastungssteigerung erleichterte. Im Verlauf von Wochen nahm die Symptomatik kontinuierlich ab. Nach drei Monaten bestand vollständige Beschwerdefreiheit im Alltag und nahezu vollständige sportliche Belastbarkeit. In der Kontrolle bei Prof. Woeste zeigte sich kein operativer Behandlungsbedarf. Aus Patientensicht war die Kombination aus fundierter chirurgischer Aufklärung, strukturierter physiotherapeutischer Belastungssteuerung, gezielter Supplementierung und Body-Mind-basierter Stressreduktion der entscheidende Prähabilitationsfaktor. Sie reduzierte Angst, förderte Eigenverantwortung und ermöglichte eine stabile funktionelle Wiederherstellung ohne Operation.</p>
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<figure id="attachment_21754" aria-describedby="caption-attachment-21754" style="width: 733px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-21754" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-733x1024.jpg" alt="" width="733" height="1024" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-733x1024.jpg 733w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-215x300.jpg 215w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-768x1073.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-1099x1536.jpg 1099w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-150x210.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126-450x629.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/RossbergBremer_saez126.jpg 1145w" sizes="(max-width: 733px) 100vw, 733px" /><figcaption id="caption-attachment-21754" class="wp-caption-text">Dr. Matthias Roßberg</figcaption></figure>
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		<title>Kombination von Stoßwellentherapie und Nahrungsergänzung bei Tendinopathien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 08:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer vergleichenden Studie mit 90 Patienten, aufgeteilt in drei Gruppen für Schulter-Tendinopathie, laterale Epicondylitis und Achillessehnen-Tendinopathie, wurde jeweils eine Gruppe mit Extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) plus Tendisulfur Forte und eine [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer vergleichenden Studie mit 90 Patienten, aufgeteilt in drei Gruppen für Schulter-Tendinopathie, laterale Epicondylitis und Achillessehnen-Tendinopathie, wurde jeweils eine Gruppe mit Extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) plus Tendisulfur Forte und eine Kontrollgruppe mit ESWT allein behandelt. Funktionelle Scores (UCLA-Schulterscore, Mayo-Ellbogen-Score, VISA-A für Achillessehne) sowie Schmerzintensität (VAS) wurden zu mehreren Zeitpunkten bis 60 Tage nach Behandlungsbeginn erhoben. Die Gruppe mit Nahrungsergänzung zeigte signifikant bessere funktionelle Verbesserungen (z.B. p=0,0002 bei UCLA nach 60 Tagen), schnellere Schmerzlinderung (signifikant ab Tag 7 bei Epicondylitis, p=0,0024) und deutlich reduzierten NSAID-Verbrauch (nahezu 98% NSAID-frei nach 60 Tagen). Inhaltsstoffe des Supplements wie MSM, hydrolysiertes Kollagen, Vitamin C, Boswellia serrata und Curcumin wirken synergistisch entzündungshemmend und regen die Sehnenheilung an. ESWT fördert zusätzlich die Bioverfügbarkeit des Supplements durch gesteigerte Neovaskularisation. Neben dem guten Sicherheitsprofil ohne Nebenwirkungen unterstützt die Studie die Kombinationstherapie als effizienten und gut verträglichen Ansatz zur Behandlung häufiger Tendinopathien mit deutlicher Reduktion von Schmerzmitteln.</p>
<div class="citation-text margin-bottom-2"><em>Vitali M, Naim Rodriguez N, Pironti P, Drossinos A, Di Carlo G, Chawla A, Gianfranco F. ESWT and nutraceutical supplementation (Tendisulfur Forte) vs ESWT-only in the treatment of lateral epicondylitis, Achilles tendinopathy, and rotator cuff tendinopathy: a comparative study. J Drug Assess. 2019 May 3;8(1):77-86. doi: 10.1080/21556660.2019.1605370. PMID: 31105990; PMCID: PMC6508015.</em></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Omega-3, Vitamin D und Bewegung verzögern biologisches Altern</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/sports-research/omega-3-vitamin-d-und-bewegung-verzoegern-biologisches-altern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 10:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[In dieser Analyse der DO-HEALTH-Studie wurden 777 Teilnehmer über drei Jahre hinsichtlich der Wirkungen von Vitamin D (2.000 IU/Tag), Omega-3 (1 g/Tag) und einem einfachen Heimbasis-Bewegungsprogramm (SHEP) auf vier moderne [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Analyse der DO-HEALTH-Studie wurden 777 Teilnehmer über drei Jahre hinsichtlich der Wirkungen von Vitamin D (2.000 IU/Tag), Omega-3 (1 g/Tag) und einem einfachen Heimbasis-Bewegungsprogramm (SHEP) auf vier moderne DNA-Methylierungs-Altersmarker (PhenoAge, GrimAge, GrimAge2 und DunedinPACE) untersucht. Omega-3 allein verlangsamte die biologische Alterung gemessen mit PhenoAge, GrimAge2 und DunedinPACE signifikant, mit Effekten von 0,16 bis 0,32 standardisierte Einheiten, was einer Alterungsverzögerung von ca. 2,9–3,8 Monaten über drei Jahre entspricht. Vitamin D und Bewegung zeigten keine Einzelwirkungen, jedoch additive Effekte in Kombination mit Omega-3 auf den PhenoAge-Wert. Zudem reduzierte Omega-3 drei Plasma-Biomarker (PAI-1, Leptin, TIMP-1), während die Kombination der Therapien weitere positive Effekte auf Biomarker wie B2M und GDF-15 ergab. Die Ergebnisse bestätigen, dass Omega-3 eine schützende Wirkung auf die biologische Alterung hat, die durch zusätzliche Vitamin D-Zufuhr und Bewegung verstärkt wird. Diese positiven Effekte wurden kontrolliert für Alter, Geschlecht, BMI, Sturzrisiko und Studienort analysiert.</p>
<div class="citation-text"><em>Bischoff-Ferrari HA, Gängler S, Wieczorek M, Belsky DW, Ryan J, Kressig RW, Stähelin HB, Theiler R, Dawson-Hughes B, Rizzoli R, Vellas B, Rouch L, Guyonnet S, Egli A, Orav EJ, Willett W, Horvath S. Individual and additive effects of vitamin D, omega-3 and exercise on DNA methylation clocks of biological aging in older adults from the DO-HEALTH trial. Nat Aging. 2025 Mar;5(3):376-385. doi: 10.1038/s43587-024-00793-y. Epub 2025 Feb 3. PMID: 39900648; PMCID: PMC11922767.</em></div>
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