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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 Sep 2026 08:43:34 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Idiopathische Skoliose</title>
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		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Stavros Oikonomidis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 08:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Die idiopathische Skoliose ist eine komplexe, dreidimensionale Deformität der Wirbelsäule und des Rumpfes, die typischerweise bei ansonsten gesunden Kindern und Jugendlichen auftritt. Da die Erkrankung vor allem in den Phasen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die idiopathische Skoliose ist eine komplexe, dreidimensionale Deformität der Wirbelsäule und des Rumpfes, die typischerweise bei ansonsten gesunden Kindern und Jugendlichen auftritt. Da die Erkrankung vor allem in den Phasen starken Körperwachstums voranschreitet, spricht man häufig von der adoleszenten idiopathischen Skoliose. Die Ätiologie der Skoliose gilt als multifaktoriell, wobei genetische, biomechanische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen [1].</b></p>
<p>Das primäre Ziel konservativer Behandlungen ist es, eine Progredienz der Krümmung zu verhindern und somit invasive Maßnahmen wie Operationen oder rigide Korsettbehandlungen abzuwenden. In der Praxis werden hierfür häufig therapeutische Übungen eingesetzt, die in zwei Hauptkategorien fallen: Physiotherapeutische skoliose-spezifische Übungen (PSSÜ), die auf aktiver Selbstkorrektur und Stabilisierung beruhen, und allgemeine therapeutische Übungen (ATÜ) ohne spezifische Selbstkorrekturkomponente. Dieser Artikel beleuchtet die Evidenz für den Einsatz von allgemeiner sportlicher Aktivität in der Prävention, Begleitung und konservativen Therapie der idiopathischen Skoliose, grenzt diese von spezifischen physiotherapeutischen Übungen ab und gibt einen Ausblick auf die Behandlungsmethoden.</p>
<h2><b>Genereller Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Skoliose</b></h2>
<p>Ein aktueller systematischer Review von Qi et al. untersuchte die Korrelation zwischen körperlicher Aktivität und der adoleszenten idiopathischen Skoliose. In diese systematischen Übersichtsarbeit wurden acht Studien eingeschlossen. Sechs Studien berichteten über eine Assoziation zwischen der idiopathischen Skoliose und dem Level an körperlicher Aktivität. Hier wurden durch sechs Studien Hinweise präsentiert, dass minimale körperliche Aktivität ein Risikofaktor für die Entstehung und Entwicklung einer idiopathischen Skoliose sind [1]. Fehlende oder minimale körperliche Aktivität wird in der wissenschaftlichen Literatur als möglicher ursächlicher Faktor für das Auftreten der idiopathischen Skoliose angesehen. Eine britische Studie ergab sogar, dass eine reduzierte körperliche Funktion und Aktivität in der frühen Lebensphase (erste Lebensjahre / Laufbeginn bis zum 10. Lebensjahr) einen Risikofaktor für das spätere Auftreten einer Skoliose darstellt [2]. Schlussfolgernd kann man zusammenfassen, dass es eine Assoziation von körperlicher Aktivität und der adoleszenten idiopathischen Skoliose gibt. Aus diesem Grund sollte die körperliche Aktivität – auch im frühen Alter – gefördert werden, da sie eine wichtige Rolle bei der Prävention spielt.</p>
<figure id="attachment_22991" aria-describedby="caption-attachment-22991" style="width: 567px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22991" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-567x1024.jpg" alt="" width="567" height="1024" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-567x1024.jpg 567w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-166x300.jpg 166w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-768x1387.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-850x1536.jpg 850w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-150x271.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326-450x813.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Oikonomidis_saez0326.jpg 1063w" sizes="(max-width: 567px) 100vw, 567px" /><figcaption id="caption-attachment-22991" class="wp-caption-text">Röntgenaufnahme einer 13- jährigen Patientin mit einer idiopathischen links­konvexen thorakolumbalen Skoliose (links). Deutliche Korrektur der thorakolumbalen Krümmung mit einer Korsettversorgung. Die zusätzliche Behandlung mit Skoliose-­spezifischen physiotherapeutischen Übungen und die allgemeine körperliche Aktivität sind essenziell für die Ergebnisse der Therapie.</figcaption></figure>
<h2><b>Direkte Effekte von Sport und PSSÜ auf die Progression der Skoliose</b></h2>
<p>Der wohl wichtigste Aspekt für Patienten und behandelnde Ärzte ist die Frage, ob Sport die Progression der Wirbelsäulenverkrümmung aufhalten kann. Ein systematisches Cochrane-Review von Romano et al. (2024) evaluierte die Wirksamkeit von PSSÜ und ATÜ im Vergleich zu Nichtbehandlung, anderen nicht-operativen Therapien (z. B. Korsett) oder zwischen den Übungsarten selbst [4]. In der Literaturrecherche wurden 13 randomisiert kontrollierte Studien mit insgesamt 583 Probanden in die Analyse eingeschlossen. Das Durchschnittsalter der vorwiegend weiblichen Teilnehmer lag zwischen 12 und 15 Jahren. Die Behandlungsdauer in den Studien variierte zwischen 12 und 42 Monaten [3]. Die Datenlage bezüglich der Reduktion des Cobb-Winkels durch ATÜ im Vergleich zu keiner Behandlung ist sehr unsicher. PSSÜ scheinen den Rumpfrotationswinkel kaum zu beeinflussen und erzielen lediglich geringfügige Verbesserungen bei der objektiven Taillenasymmetrie und der allgemeinen Lebensqualität. Im Bereich des subjektiven Selbstbildes konnten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Klinisch bedeutsame Effekte zeigten sich hingegen bei der Reduktion von Rückenschmerzen durch ATÜ. Wird eine Korsettbehandlung durch PSSÜ ergänzt, zeigt Evidenz von niedriger Qualität eine marginale Reduktion des Cobb-Winkels (MD – 2,2°), die jedoch nicht als klinisch bedeutsam eingestuft wird. Subjektive und kosmetische Ergebnisse sowie die Lebensqualität wurden durch die Kombination nicht messbar verbessert. Die Ergänzung von Interventionen wie Elektrostimulation und Traktion durch ATÜ führte hingegen zu einer klinisch bedeutsamen Reduktion des Cobb-Winkels (MD – 8,0°). Ebenso konnte eine klinisch relevante Schmerzreduktion nachgewiesen werden, wenn PSSÜ mit unterstützender manueller Therapie kombiniert wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ein direkter Vergleich beider Übungsformen liefert bezüglich der Reduktion des Cobb-Winkels eine sehr unsichere Evidenz. Moderat gesicherte Evidenz zeigt jedoch, dass PSSÜ den Rumpfrotationswinkel effektiver und klinisch bedeutsamer reduzieren als ATÜ. Zudem weist Evidenz von niedriger Qualität darauf hin, dass PSSÜ einer starken Progredienz der Skoliotischen Deformität vorbeugen: In einer Studie verschlechterte sich der Zustand bei 38 % der ATÜ-Patienten um mehr als 5° Cobb, während dies in der PSSÜ-Gruppe nur bei 7 % der Fall war [3]. Eine groß angelegte Beobachtungsstudie von Negrini et al. liefert hierzu relevante klinische Daten [5]. Die Studie untersuchte eine Population von 511 Patienten mit einer juvenilen oder adoleszenten idiopathischen Skoliose und einem Cobb Winkel von 11° bis 25°. Ein entscheidendes Merkmal dieser Population war, dass sich alle Teilnehmer im Reifegrad „Risser 0 – 2“ befanden. Das Risser-Zeichen ist ein radiologischer Parameter für die Skelettreife; die Stufen 0 bis 2 markieren die Phase des stärksten Wachstums, in der das Risiko für eine rapide Verschlechterung der Skoliose am höchsten ist. Die Patienten wurden nach 1. Jahr klinisch und radiologisch nachuntersucht. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass regelmäßige sportliche Aktivität (1- bis 4-mal pro Woche) das Risiko für die Progression der idiopathischen Skoliose um ca. 46 % reduzieren kann [1].<span class="Apple-converted-space">  </span>Darüber hinaus zeigte die Studie einen weiteren Vorteil: Durch die Ausübung von Sport konnte die Notwendigkeit einer Korsettbehandlung deutlich verringert werden. Da das Tragen eines orthopädischen Korsetts für Jugendliche oft mit starken psychischen und physischen Belastungen (wie Einschränkungen im Alltag und Problemen mit dem Körperbild) verbunden ist, stellt die Reduktion der Korsett-Indikation durch Sport einen Vorteil für die Lebensqualität der betroffenen Patienten dar.</p>
<p>Zusammenfassend liefert die Literaturrecherche Hinweise, dass allgemeiner Sport (wie Fußball, Schwimmen oder Leichtathletik) die allgemeine Rumpfstabilität, das kardiovaskuläre System und das psychische Wohlbefinden fördert. Allgemeine therapeutische Übungen zielen jedoch nicht spezifisch auf die asymmetrische, dreidimensionale Deformität der Wirbelsäule ab. Aus diesem Grund sollten sogenannte physiotherapeutische Skoliose-spezifische Übungen als fundamentale Säule der konserva­tiven Therapie eingesetzt werden [2].</p>
<h2><b>PSSÜ am Beispiel der Schroth-Methode</b></h2>
<p>Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, sollte der allgemeine Sport durch PSSÜ ergänzt werden. Eine der weltweit bekanntesten und am besten evaluierten PSSÜ-Methoden ist die Schroth-Therapie. Ein systematischer Review mit Meta-Analyse von Dimitrijevic et al. (2022) untersuchte die Effektivität dieser speziellen Methode [8]. Im Gegensatz zum allgemeinen Sport nutzen die Skoliose-spezifischen Übungen nach Schroth asymmetrische Haltungsschulung, spezielle Atemtechniken und muskuläre Aktivierung, um der individuellen Krümmung der Wirbelsäule gezielt dreidimensional entgegenzuwirken. Die Analyse bestätigte, dass die Schroth-Methode gute Resultate bei der Reduzierung der Progression der idiopathischen Skoliose erzielt. Eine weitere Metaanalyse aus dem Jahr 2023 liefert wissenschaftliche Hinweise, dass durch PSSÜ eine bessere Korrektur des Cobb Winkels im Vergleich zur ATÜ erzielt werden konnte [6]. Die Kom­bination aus beiden Ansätzen – der allgemeinen körperlichen Aktivität zur Förderung der Gesundheit, Ausdauer und Prävention von Begleiterkrankungen und der spezifischen Therapie wie der Schroth-Methode, die zur gezielten Korrektur und muskulären Stabilisierung der Deformität dient – stellt somit den Goldstandard in der modernen konservativen Skoliosebehandlung dar [3].</p>
<h2><b>Zusammenfassung und klinische Implikationen</b></h2>
<p>Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sportliche Aktivität ein unverzichtbarer Baustein im Leben von Patienten mit idiopathischer Skoliose ist.</p>
<ul>
<li>Prävention und Risikominderung: Eine hohe körperliche Aktivität scheint mit einer geringeren Inzidenz bzw. einem milderen Verlauf der Skoliose assoziiert zu sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Klinischer Nutzen: Regelmäßige Sportteilnahme bei Jugendlichen<br />
im Wachstum kann die Progression der Krümmung senken und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Korsett getragen werden muss, verringern.</li>
<li>Abgrenzung: Sport ist essenziell, darf aber medizinisch nicht mit einer spezifischen Therapie verwechselt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Spezifische Ergänzung: Die optimale konservative Versorgung beinhaltet neben dem allgemeinen Sport, Skoliose-spezifische Übungen (wie die Schroth-Methode), die nachweislich das Voranschreiten der Krümmung aufhalten können.</li>
</ul>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Patienten, Eltern und Ärzte sollten daher ein klares Ziel verfolgen: Jugendliche mit idiopathischer Skoliose sollten keinesfalls geschont oder von sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen werden. Im Gegenteil: Ein aktiver Lebensstil ist eine effektive Maßnahme, um die Integrität der Wirbelsäule zu unterstützen, die Notwendigkeit invasiverer Maßnahmen zu minimieren und die allgemeine Lebensqualität nachhaltig zu steigern.</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li>Smit TH. On growth and scoliosis. Eur Spine J. 2024, Bde. Jun;33(6):2439-2450. doi: 10.1007/s00586-024-08276-9. Epub 2024 May 5. PMID: 38705903.</li>
<li>Qi X, Peng C, Fu P, Zhu A, Jiao W. Correlation between physical activity and adolescent idiopathic scoliosis: a systematic review. BMC Musculoskelet Disord. 2023, Bde. Dec 19;24(1):978. doi: 10.1186/s12891-023-07114-1. PMID: 38115016; PMCID: PMC10729348.</li>
<li>Tobias JH, Fairbank J, Harding I, Taylor HJ, Clark EM. Association between physical activity and scoliosis: a prospective cohort study. . Int J Epidemiol. 2019, Bde. Aug 1;48(4):1152-1160. doi: 10.1093/ije/dyy268. PMID: 30535285; PMCID: PMC6896242.</li>
<li>Romano M, Minozzi S, Bettany-Saltikov J, Zaina F, Chockalingam N, Kotwicki T, Maier-Hennes A, Arienti C, Negrini S. Therapeutic exercises for idiopathic scoliosis in adolescents. Cochrane Database Syst Rev. 2024, Bd. Feb 28;2(2):CD007837. doi: 10.1002/14651858.CD007837.pub3. PMID: 38415871; PMCID: PMC10900302.</li>
<li>Negrini A, Donzelli S, Vanossi M, Poggio M, Cordani C, Zaina F, Negrini S. Sports participation reduces the progression of idiopathic scoliosis and the need for bracing. An observational study of 511 adolescents with Risser 0-2 maturation stage. Eur J Phys Rehabil Med. 2023, Bde. Apr;59(2):222-227. doi: 10.23736/S1973-9087.23.07489-0. Epub 2023 Mar 9. PMID: 36892518; PMCID: PMC10167700.</li>
<li>Negrini S, Donzelli S, Aulisa AG, Czaprowski D, Schreiber S, de Mauroy JC, Diers H, Grivas TB, Knott P, Kotwicki T, Lebel A, Marti C, Maruyama T, O&#8217;Brien J, Price N, Parent E, Rigo M, Romano M, Stikeleather L, Wynne J, Zaina F. 2016 SOSORT guidelines: orthopaedic and rehabilitation treatment of idiopathic scoliosis during growth. Scoliosis Spinal Disord. 2018, Bde. Jan 10;13:3. doi: 10.1186/s13013-017-0145-8. PMID: 29435499; PMCID: PMC5795289.</li>
<li>Ma K, Wang C, Huang Y, Wang Y, Li D, He G. The effects of physiotherapeutic scoliosis-specific exercise on idiopathic scoliosis in children and adolescents: a systematic review and meta-analysis. Physiotherapy. 2023, Bde. Dec;121:46-57. doi: 10.1016/j.physio.2023.07.005. Epub 2023 Jul 24. PMID: 37820462.</li>
<li>Dimitrijević V, Šćepanović T, Jevtić N, Rašković B, Milankov V, Milosević Z, Ninković SS, Chockalingam N, Obradović B, Drid P. Application of the Schroth Method in the Treatment of Idiopathic Scoliosis: A Systematic Review and Meta-Analysis. . nt J Environ Res Public Health. 2022, Bd. Dec 13;19(24):16730. doi: 10.3390/ijerph192416730. PMID: 36554613; PMCID: PMC9779560.</li>
<li>Khaleeq T, Jaly I, Lea M, Tokala DP, Davidson N, Trivedi J, Munigangaiah S. Return to sports activities following posterior scoliosis correction and instrumented fusion for adolescent idiopathic scoliosis and its correlation to Lenke classification. J Craniovertebr Junction Spine. 2024, Bde. Oct-Dec;15(4):419-426. doi: 10.4103/jcvjs.jcvjs_123_24. Epub 2025 Jan 15. PMID: 40061196; PMCID: PMC11888032.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lebensstilveränderungen und biologische Alterungsprozesse</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23080/lebensstilveraenderungen-und-biologische-alterungsprozesse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 07:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann ein umfassender gesunder Lebensstil biologische Alterungsprozesse beeinflussen? Dieser Frage gingen Ornish und Kollegen in einer 5-Jahres-Nachbeobachtung bei Männern mit biopsiebestätigtem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko nach. Telomere sind Schutzstrukturen an [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kann ein umfassender gesunder Lebensstil biologische Alterungsprozesse beeinflussen? Dieser Frage gingen Ornish und Kollegen in einer 5-Jahres-Nachbeobachtung bei Männern mit biopsiebestätigtem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko nach.</strong></p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Telomere sind Schutzstrukturen an den Enden unserer Chromosomen. Sie stabilisieren die DNA und werden bei jeder Zellteilung tendenziell kürzer. Eine verkürzte Telomerlänge wird deshalb als möglicher Marker für zelluläres Altern und verschiedene Erkrankungen untersucht. Telomerase ist ein Enzym, das Telomere erhalten bzw. verlängern kann. Die gemessene Telomeraseaktivität beschreibt dabei, wie aktiv dieses Enzym in den untersuchten Zellen ist.</p>
<p>In die Pilotstudie wurden 35 Männer unter aktiver Überwachung einbezogen. Zehn Teilnehmer absolvierten ein umfassendes Lebensstilprogramm mit Ernährungsumstellung, körperlicher Aktivität, Stressmanagement und sozialer Unterstützung. 25 Männer dienten als externe Kontrollgruppe und führten die aktive Überwachung ohne entsprechende Intervention fort. Nach fünf Jahren zeigte sich in der Interventionsgruppe eine Zunahme der relativen Telomerlänge, während sie in der Kontrollgruppe abnahm. Der Gruppenunterschied war statistisch signifikant (p=0,03). Zudem war eine stärkere Umsetzung der Lebensstilveränderungen unabhängig von Alter und Beobachtungsdauer mit einer größeren relativen Telomerlänge assoziiert (p=0,005). Für die Telomeraseaktivität zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p=0,64); auch ein Zusammenhang mit der Adhärenz an die Lebensstilmaßnahmen ließ sich nicht nachweisen.</p>
<p><strong>Fazit: </strong>Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass umfassende Lebensstilveränderungen möglicherweise mit einer günstigeren Entwicklung der Telomerlänge verbunden sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Originalarbeit:</p>
<div class="item-pub-authors"><a href="https://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(13)70366-8/abstract"><em>Ornish D, Lin J, Chan J et al. Effect of comprehensive lifestyle changes on telomerase activity and telomere length in men with biopsy-proven low-risk prostate cancer: 5-year follow-up of a descriptive pilot study. The Lancet Oncology, 2013; 14, 1112-1120</em></a></div>
<div></div>
<div><em>Veröffentlicht am 24.09.2026</em></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rotatoren­manschettenläsion</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22933/rotatorenmanschettenlaesion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Knut Beitzel&nbsp;,&nbsp;Samantha Schröder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 08:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Rotatorenmanschettenrupturen (RM-Rupturen) zählen zu den häufigsten Ursachen schmerzhafter Schulterfunktionsstörungen im sportmedizinischen Alltag. Mit zunehmendem Lebensalter steigt ihre Prävalenz deutlich an, wobei ein erheblicher Teil der Läsionen jedoch asymptomatisch bleibt [1]. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Rotatorenmanschettenrupturen (RM-Rupturen) zählen zu den häufigsten Ursachen schmerzhafter Schulterfunktionsstörungen im sportmedizinischen Alltag. Mit zunehmendem Lebensalter steigt ihre Prävalenz deutlich an, wobei ein erheblicher Teil der Läsionen jedoch asymptomatisch bleibt [1].</b></p>
<p>Die zentrale klinische Frage lautet daher im klinischen Alltag eher nicht nur, ob eine Ruptur vorliegt, sondern welche Läsion bei welchem Patienten konservativ oder operativ behandelt werden sollte. Der vorliegende Beitrag fasst den aktuellen Kenntnisstand zum natür­lichen Verlauf, zu prognostischen Faktoren sowie zur Evidenz der konser­vativen Therapie zusammen und stellt eine darauf basierende pragmatische Behandlungsstrategie dar.</p>
<h2><b>Epidemiologie und natürlicher Verlauf</b></h2>
<p>Bildgebende Studien zeigen eine altersabhängige Zunahme von RM-Defekten. Während in der fünften Lebensdekade etwa 13 % betroffen sind, steigt die Prävalenz in der achten Dekade auf über 50 %. Ein Großteil dieser Läsionen bleibt klinisch stumm. Insbesondere kleine, degenerative obere RM-Rupturen zeigen häufig einen langsamen Verlauf mit über lange Zeit stabil erhaltener Funktion. Der natürliche Verlauf ist jedoch heterogen. Teilrupturen können sich in etwa 40 % der Fälle vergrößern, rund ein Viertel entwickelt sich im Verlauf zu einer Komplettruptur. Komplettrupturen heilen nicht spontan und zeigen in bis zu 80 % eine Größenprogression, häufig begleitet von fettiger Infiltration und Muskelatrophie. Entscheidend ist dabei weniger die Ruptur an sich als vielmehr deren funktionelle Kompensation. Eine Zunahme der Beschwerden (vor allem Schmerz) weist hier auf eine Progredienz der Ruptur hin.</p>
<h2><b>Pathophysiologie und Biomechanik</b></h2>
<p>Degenerative RM-Rupturen entstehen multifaktoriell. Intrinsische Faktoren wie altersbedingte Degeneration, reduzierte Vaskularisation und oxidativer Stress treffen auf extrinsische Einflüsse wie subakromiale Enge oder mechanische Überlastung. Biomechanisch kommt dem sogenannten „Rotator Cable“ eine Schlüsselrolle zu. Solange diese lasttragende Struktur intakt ist, können selbst größere Defekte funktionell kompensiert werden. Mit zunehmender Rupturgröße und Unterbrechung der biomechanischen Synergie zwischen Rotatorenmanschette und Deltamuskel steigt der Kraftbedarf des Deltamuskels zur Humeruskopfzentrierung. Die Folge können Funktionsverlust, Dezentrierung und im Extremfall eine Pseudoparalyse sein. Anteriore Rupturen sowie Läsionen des Subscapularis zeigen dabei eine besonders ungünstige Biomechanik mit schnellerer funktioneller Dekompensation.</p>

<a href='https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22933/rotatorenmanschettenlaesion/attachment/beitzel1_saez0326/'><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel1_saez0326-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel1_saez0326-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel1_saez0326-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel1_saez0326-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22933/rotatorenmanschettenlaesion/attachment/beitzel2_saez0326/'><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel2_saez0326-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel2_saez0326-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel2_saez0326-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Beitzel2_saez0326-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2><b>Prognostische Faktoren</b></h2>
<p>Es ist davon auszugehen, dass komplette Rupturen aufgrund der Sehnenspannung nicht spontan selbst heilen. Allerdings ist nicht jede Ruptur gleich zu bewerten. Als ungünstige Prognosefaktoren für ein schlechteres klinisches Outcome gelten höheres Lebensalter, große Rupturgröße, fortgeschrittene Sehnenretraktion, ausgeprägte Muskelatrophie sowie fettige Infiltration – insbesondere des Infraspinatus. Auch Rauchen, hohe berufliche oder sportliche Belastung und eine lange Symptomdauer verschlechtern die Heilungschancen [2]. Scoring-Systeme wie der „Rotator Cuff Healing Index“ erlauben eine Abschätzung des Heilungsrisikos nach operativer Rekon­struktion. Sie verdeutlichen zugleich, dass bei bestimmten Konstellationen eine operative Therapie zwar technisch möglich, prognostisch jedoch wenig erfolgversprechend ist [3].</p>
<h2><b>Evidenz: konservativ versus operativ</b></h2>
<p>Randomisierte Studien und Metaanalysen zeigen bei älteren Patienten mit degenerativen, atraumatischen Full-Thickness-Rupturen nur geringe oder keine klinisch relevanten Vorteile der operativen gegenüber der konservativen Therapie in Bezug auf Schmerz, Funktion und Lebensqualität. Zwar lassen sich strukturell bessere Ergebnisse nach Rekonstruktion nachweisen, diese korrelieren jedoch nicht zwingend mit dem subjektiven Outcome [1]. Demgegenüber profitieren jüngere, aktive Patienten mit akuten traumatischen Rupturen – insbesondere bei Subscapularisbeteiligung oder anteriorem Supraspinatusdefekt – von einer zeitnahen operativen Versorgung. Hier zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen einem frühzeitigen Repair und besserem funktionellen Ergebnis [2].</p>
<h2><b>Konservative Therapie: Inhalte und Zielsetzung</b></h2>
<p>Ziel der konservativen Behandlung ist die Wiederherstellung einer dynamischen Humeruskopfzentrierung und funktionellen Schulterkontrolle. Zen­trale Bausteine sind eine strukturierte Physiotherapie mit Fokus auf Beweglichkeit, Kraft, sensomotorische Kon­trolle und scapulothorakalen Rhythmus. Für aktive Übungsprogramme besteht eine hohe Evidenz zur kurzfristigen Schmerz­reduktion sowie zur Verbesserung von Kraft und Funktion. Die Therapie sollte multimodal aufgebaut sein. Ziel ist weniger die anatomische Heilung der Sehne als die Verbesserung von Schmerz, Funktion, Beweglichkeit und muskulärer Kompensation. Einen zentralen Stellenwert nimmt dabei die aktive, individuell angepasste Bewegungstherapie ein. Nach einer initialen Phase der Schmerzmodulation und der Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Beweglichkeit sollte schrittweise ein progressives Krafttraining etabliert werden. Dieses umfasst neben der gezielten Kräftigung der Rotatorenmanschette insbesondere den Deltoideus und die Skapulastabilisatoren. Isometrische Übungen können initial zur Schmerzreduktion und Aktivierung eingesetzt werden, bevor über konzentrische und exzentrische Belastungen eine sukzessive Steigerung von Widerstand und Trainingsvolumen erfolgt. Ergänzend sind Übungen zur Verbesserung der skapulothorakalen Kontrolle, der Propriozeption und der neuromuskulären Koordination sinnvoll.</p>
<p>Im weiteren Verlauf sollte die Therapie zunehmend funktionell ausgerichtet und an die individuellen Anforderungen des Patienten angepasst werden. Dabei erfolgt eine schrittweise Progression von schmerzarmen Bewegungen über gezieltes Kraft- und Ausdauertraining bis hin zu alltags-, berufs- oder sportspezifischen Belastungen. Hier gilt es v. a. die hohe Rotationsfähigkeit des Gelenks (verminderte hohe Innenrotationsfähigkeit) und die Ermüdungs­resistenz der aktiven hohen Aussen­rotation zu verbessern. Ein strukturiertes Heimübungsprogramm ist für die Nachhaltigkeit der Therapie von wesentlicher Bedeutung. Entscheidend für den Erfolg der konservativen Behandlung sind eine kontinuierliche Belastungsprogression, die individuelle Anpassung des Trainings und eine klinische Reevaluation des funktionellen Verlaufs. Eine längerfristige Immobilisation oder konsequente Vermeidung von Überkopfbelastungen ist dagegen in der Regel nicht zielführend. Passive physiotherapeutische Maßnahmen, Analgetika oder gegebenenfalls eine subakromiale Kortikosteroidinjektion können bei ausgeprägter Schmerzsymptomatik unterstützend eingesetzt werden, sollten jedoch primär dazu dienen, eine aktive Rehabilitation zu ermöglichen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Kortikosteroide zeigen einen kurzfristigen analgetischen Effekt, sollten jedoch aufgrund potenzieller negativer Effekte auf die Sehnenqualität zurückhaltend eingesetzt werden. Für PRP und Stammzelltherapien besteht derzeit keine ausreichende Evidenz für einen nachhaltigen strukturellen Nutzen. Physikalische Maßnahmen wie Stoßwellentherapie oder Elektrotherapie spielen hierbei eine ergänzende Rolle. Langzeitstudien belegen, dass bis zu 75 % der o. g. Patienten mit degenerativen RM-Rupturen langfristig erfolgreich konservativ behandelt werden können, selbst wenn bildmorphologisch eine Progression nachweisbar ist [4].</p>
<h2><b>Operative Therapie: Vorteile und Indikation</b></h2>
<p>Bei geeigneten Patienten kann eine Operation Schmerzen deutlich reduzieren, die Schulterfunktion verbessern und langfristige Folgeschäden verhindern. Vor allem zeigt sich bei eingeheilten Sehnen ein Vorteil in Bezug auf die Kraftentfaltung. Ob ein operatives Vorgehen sinnvoll ist, hängt wie oben beschrieben jedoch von der Größe und Art des Defekts, dem Alter, dem Gesundheitszustand und den persönlichen Anforderungen des Patienten ab. Eine individuelle Beurteilung durch einen Orthopäden oder Schulterchirurgen ist dafür entscheidend [2].</p>
<p>Grundsätzlich erscheint die operative Therapie sinnvoll wenn:</p>
<ul>
<li>Eine Komplettruptur vorliegt und diese nach einem Unfall entstanden ist</li>
<li>Ein hohes Risiko für eine rasche Progression der Ruptur und Atrophie / Verfettung der Muskulatur vorliegt – bei gleichzeitig noch gutem Heilungspotenzial</li>
<li>Die Ruptur im Bereich des Subscapularis oder „Rotator Cables“ liegt</li>
<li>Starke Schmerzen und Funktionsverlust bestehen</li>
<li>Der Patient körperlich aktiv ist oder beruflich auf eine gut funkt­ionierende Schulter angewiesen ist und insbesondere einen Kraftverlust nicht tolerieren möchte</li>
<li>Eine konservative Behandlung (Physiotherapie, Schmerzmittel, Injektionen, Physikalische Therapie) nach etwa 3 – 6 Monaten keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat</li>
</ul>
<h2><b>Praxisorientierte </b><b>Behandlungsstrategie und Fazit</b></h2>
<p>Schmerz und Funktion lassen sich bei vielen degenerativen Rotatorenmanschettenrupturen vor allem bei älteren Patienten konservativ erfolgreich behandeln. Eine nachhaltige Wiederherstellung der Muskelkraft ist jedoch überwiegend nur nach erfolgreicher Sehnenheilung zu erwarten. Deshalb gilt: Nicht jede Ruptur muss operiert werden – aber traumatische, funktionell relevante oder prognostisch ungünstige Läsionen sollten frühzeitig operativ abgeklärt werden. Die Therapieentscheidung sollte daher nicht primär bildgebungs-, sondern patientenorientiert erfolgen. Alter, Traumamechanismus, Funktionsdefizit, Rupturmorphologie, Heilungspotenzial sowie individuelle Belastungsanforderungen werden berücksichtigt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aus den vorliegenden Daten lässt sich eine dreistufige Strategie ableiten:</p>
<ul>
<li>Primär konservativ bei älteren Patienten mit chronischen, degenerativen Rupturen, ausgeprägter Atrophie oder statischer Dezentrierung.</li>
<li>Konservativer Therapieversuch bei grundsätzlich reparablen Läsionen mit enger klinischer Verlaufskontrolle.</li>
<li>Primär operativ bei akuten traumatischen Rupturen, Subscapularisläsionen, anteriorem Supraspinatusdefekt oder rascher funktioneller Dekompensation.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">Karjalainen TV, Jain NB, Heikkinen J et al. (2019) Surgery for rotator cuff tears. Cochrane Database Syst Rev 12:CD013502</li>
<li style="font-weight: 400;">Weber S, Chahal J (2020) Management of Rotator Cuff Injuries. J Am Acad Orthop Surg 28:e193-e201</li>
<li style="font-weight: 400;">Kwon J, Kim SH, Lee YH et al. (2019) The Rotator Cuff Healing Index: A New Scoring System to Predict Rotator Cuff Healing After Surgical Repair. Am J Sports Med 47:173-180</li>
<li style="font-weight: 400;">Kijima H, Minagawa H, Nishi T et al. (2012) Long-term follow-up of cases of rotator cuff tear treated conservatively. J Shoulder Elbow Surg 21:491-494</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bandscheibenvorfall als Bewegungsproblem</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22874/bandscheibenvorfall-als-bewegungsproblem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wolfgang Packi&nbsp;,&nbsp;Dr. med. Stephan Schlierbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 08:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Bandscheibenvorfall im MRT erklärt nicht automatisch den Schmerz. Die Biokinematik richtet den Blick auf Muskellänge, Muskelspannung und Bewegungsbahn. Ihr konservativer Ansatz untersucht die gestörte Bewegung, überprüft sie unmittelbar und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein Bandscheibenvorfall im MRT erklärt nicht automatisch den Schmerz. Die Biokinematik richtet den Blick auf Muskellänge, Muskelspannung und Bewegungsbahn. Ihr konservativer Ansatz untersucht die gestörte Bewegung, überprüft sie unmittelbar und verändert sie durch manuelle Impulse sowie aktives Üben.</b></p>
<h2><b>Befund und Beschwerden sind nicht dasselbe</b></h2>
<p>Zeigt das MRT eine Protrusion oder einen Prolaps, scheint die Ursache gefunden. Für die Therapie ist jedoch die klinische Korrelation entscheidend: Bandscheibenveränderungen kommen auch bei beschwerdefreien Menschen vor; umgekehrt können starke Schmerzen bei unspektakulärer Bildgebung bestehen. Zudem bilden sich lumbale Herniationen unter konservativer Behandlung nicht selten zurück. Das Bild ist ein wichtiger Baustein, aber kein eigenständiges Therapieziel. Die Biokinematik bestreitet nicht, dass eine Nervenwurzel mechanisch oder entzündlich irritiert werden kann. Sie fragt zusätzlich: Welcher Anteil der Symptomatik lässt sich durch eine veränderte Bewegungsorganisation erklären? Welche Muskulatur begrenzt, welche kompensiert – und ändern sich Schmerz, Kraft oder Parästhesie durch eine gezielte Funktionsänderung?</p>
<h2><b>Schmerz als Warnsignal einer gestörten Bewegungsbahn</b></h2>
<p>Muskeln erzeugen nicht nur Kraft. Durch Länge, Faserverlauf und abgestimmte Aktivität bestimmen sie zugleich die Bewegungsbahn. Ein Agonist muss verkürzen können, während sein Gegenspieler kontrolliert Länge freigibt. Fehlt diese Reserve oder ist die Spannung inhomogen, entstehen Ausweichbewegungen und Zugkonflikte. Biokinematisch wird Schmerz deshalb als Warnsignal einer nicht mehr stimmigen Bewegungsgeometrie verstanden. Schmerzort und möglicher Störort sind dabei nicht zwingend identisch. Wahrgenommen wird häufig die aktive, kompensierende Muskulatur; der limitierende passive Partner kann relativ stumm bleiben. Bei lumbosakralen Beschwerden gehören deshalb neben paravertebralen auch ventrale und hüftnahe Strukturen in die Funktionsprüfung: M. psoas, M. iliacus, M. rectus femoris und M. rectus abdominis sowie Anteile von M. gluteus maximus und M. adductor magnus.</p>
<h2><b>Sitzen verändert die verfügbare Bewegung</b></h2>
<p>Viele Patienten verbringen einen erheblichen Teil des Tages mit gebeugter Hüfte. Langfristig werden Bewegungsumfang, Koordination und Kraft an häufig genutzte Winkel angepasst. Beim Aufrichten, Gehen, Laufen oder bei sportlicher Extension werden jedoch andere Muskellängen benötigt. Fehlt diese Reserve, kann das Becken nicht mehr frei über dem Femur organisiert werden; die Lendenwirbelsäule übernimmt Bewegung aus Hüfte und Becken. Lokales Krafttraining allein löst diesen Konflikt nicht zwingend, denn auch ein kräftiger Muskel kann funktionell zu kurz sein. Therapie muss Kraft, Länge und Bewegungsbahn zusammenführen.</p>
<h2><b>Diagnostik: Hypothese bilden, verändern, erneut testen</b></h2>
<p>Vor jeder Behandlung stehen Anamnese sowie orthopädischer und neurologischer Status mit Sensibilität, Kennmuskeln, Reflexen, Lasègue-Test und relevanten Alltagsfunktionen. Blasen- oder Mastdarmstörung, Reithosenanästhesie, rasch zunehmende oder hochgradige Parese sowie der Verdacht auf Fraktur, Infektion oder Tumor verlangen sofortige Abklärung. Kinematische Therapie ersetzt hier nicht die leit­liniengerechte, gegebenenfalls operative Versorgung. Danach folgt die Bewegungsanalyse anhand reproduzierbarer Funktionen: Aufstehen, Gehen, Einbeinstand, Hüftextension, Rumpfaufrichtung und die individuell schmerzhafte Bewegung. Aktive und passive Beweglichkeit werden verglichen. Beobachtet wird, wo Bewegung früh abbricht, das Becken ausweicht oder eine andere Region übernimmt. Vermutete limitierende Muskeln werden palpatorisch geprüft. Ein Spannungsbefund wird erst relevant, wenn eine gezielte Intervention die definierte Funktion nachvollziehbar verändert. Dieser unmittelbare Re-Test ist zentral: Wird die Bewegung freier, sinkt der bekannte Schmerz, verbessert sich eine eingeschränkte Kraftleistung? Bleibt die Änderung aus, wird die Hypothese korrigiert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22875" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-768x1024.jpg" alt="" width="755" height="1007" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-768x1024.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-225x300.jpg 225w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-1152x1536.jpg 1152w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-150x200.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-450x600.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326-1200x1600.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Packi1_saez0326.jpg 1440w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Drei therapeutische Ebenen</b></h2>
<ul>
<li>Die erste Ebene ist die therapeutische Palpation. Eine reproduzierbar gespannte Struktur wird dosiert mechanisch stimuliert. Ziel ist keine möglichst schmerzhafte Drucktechnik, sondern eine Veränderung der neuromuskulären Regulation. Direkt danach wird die Zielfunktion erneut geprüft.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Die zweite Ebene ist das assistierte Üben. Der Muskel wird durch eine kontrollierte Bewegung an seine maximal verfügbare Länge geführt. Von dort arbeitet der Patient langsam konzentrisch gegen Widerstand. Entscheidend sind saubere Führung, angemessene Belastung und die Kontrolle neurologischer Symptome.<br />
Anhaltender Beinschmerz oder zunehmende motorische Ausfälle sind kein Trainingsziel.</li>
<li>Die dritte Ebene ist die Umkon­ditionierung. Der Patient erhält ein präzises Eigenprogramm: regelmäßig aus dem Sitzen herauskommen, Hüfte und Rumpf in wenig genutzte Richtungen bewegen, neue Länge aktiv kontrollieren und die Belastung schrittweise an Beruf oder Sport annähern. Kriterium ist keine starre Gradzahl, sondern die symptomarme Erweiterung des persönlichen Bewegungsraums.</li>
</ul>
<p>Aus mehr als 20 Jahren klinischer Praxis ergibt sich eine bemerkenswerte Verlaufsbeobachtung: Rund 80 % der so behandelten Patienten mit Bandscheibenvorfall wurden nach biokinematischer Behandlung im Durchschnitt innerhalb etwa einer Woche weitgehend bis vollständig symptomfrei – auch in Fällen, in denen bereits nach herkömmlichen Kriterien eine Operationsindikation gestellt worden war. Voraussetzung bleibt die sorgfältige Ausschlussdiagnostik der genannten Notfallkonstellationen.</p>
<h2><b>Arzt und Physiotherapie: eine gemeinsame Behandlungssprache</b></h2>
<p>Der Ansatz gewinnt, wenn ärztliche und physiotherapeutische Aufgaben gemeinsam organisiert werden. Ärztlich werden Diagnose, Red Flags, Medikation sowie Bildgebung oder Intervention verantwortet. Physiotherapeutisch werden Bewegungsstrategie, Belastbarkeit und Reaktion auf Funktionsänderungen geprüft. Beide Seiten dokumentieren dieselben Marker: Schmerzver­teilung, Kraft, Sensibilität, Gehfähigkeit sowie Arbeits- und Sportfunktion. Für die Entscheidung zwischen konser­­va­tiver Behandlung und Operation zählen neurologischer Verlauf, Leidensdruck, Funktionsverlust, Beschwerdedynamik und Reaktion auf ausreichend dosierte Therapie. Eine Operation kann bei klarer Indikation rascher entlasten; viele Patienten verbessern sich auch ohne Eingriff. Gute konservative Medizin bedeutet deshalb aktive Behandlung unter definierten Sicherheits- und Verlaufskriterien.</p>
<h2><b>Ein prüfbares konservatives Konzept</b></h2>
<p>Die Stärke der Biokinematik ist ihr funktioneller Suchauftrag: Der sichtbare Strukturdefekt wird nicht vorschnell mit der gesamten Symptomatik gleichgesetzt. Der Fokus verschiebt sich auf die Bewegung, die nicht mehr ökonomisch gelingt. Palpation, assistiertes Üben und Eigenaktivität werden an einer vorab definierten Funktion überprüft. Die spezifischen Erklärungsmodelle und Behandlungselemente sollten mit standardisierten neurologischen Befunden, Funktionsmaßen und längerfristigen Vergleichen weiter untersucht werden. Für die Praxis bleibt die zentrale Botschaft: Ein MRT-Befund ist statische Betrachtung der Strukturen und gibt keine Information über die Funktionen. Wer klinisch absichert, die Bewegungskette untersucht und Veränderungen im einbezieht, erweitert den konservativen Handlungsspielraum.</p>
<p>Konzeptgrundlage: Biokinematik nach Walter Packi</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Brinjikji W et al. MRI Findings of Disc Degeneration are More Prevalent in Adults with Low Back Pain than in Asymptomatic Controls. <em>AJNR Am J Neuroradiol.</em> 2015;36:2394-2399.</li>
<li>Wang Y et al. The incidence of regression after the non-surgical treatment of symptomatic lumbar disc herniation: a systematic review and meta-analysis. <em>BMC Musculoskelet Disord.</em> 2020;21:530.</li>
<li>Liu C et al. Surgical versus non-surgical treatment for sciatica: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. 2023;381:e070730.</li>
<li>DGOOC et al. S2k-Leitlinie zur konservativen, operativen und rehabilitativen Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik, AWMF 033-048, Version 2021, derzeit in Überarbeitung.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Psychoneuro­immunologie (PNI) im Tennis</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22927/psychoneuroimmunologie-pni-im-tennis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. M. SC. Christian Schubert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22927</guid>

					<description><![CDATA[Herr Professor Schubert, Tennis gilt als eine der mental anspruchsvollsten Sportarten überhaupt. Welche besonderen psychoneuroimmunologischen Herausforderungen bringt der Tennissport im Vergleich zu Mannschaftssportarten mit sich? Ich danke Ihnen für die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Herr Professor Schubert, Tennis gilt als </b><b>eine der mental anspruchsvollsten Sportarten </b><b>überhaupt. Welche besonderen </b><b>psychoneuroimmunologischen Heraus</b><b>forderungen bringt der Tennissport im Vergleich zu Mannschaftssportarten mit sich?</b></p>
<p>Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, zu diesem wichtigen Thema ein paar Gedanken beisteuern zu können. Während bei Mannschaftssportarten psychischer Druck und Verantwortung auf mehrere Spieler einer Mannschaft verteilt sind und das Zusammengehörigkeitsgefühl zusätzliche Kräfte freisetzen kann, ist man bei Tennis mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Tennis ist die einsamste Leistungssportart der Welt, es gibt keinen Mitspieler, der einen physisch abklatschen und emotional stützen kann. Tennisspieler müssen darüber hinaus viel reisen, sind also oft auch außerhalb des Tenniscourts alleine unterwegs. Ein weiterer wichtiger Unterschiedsfaktor ist auch, dass Mannschaftssportarten in den meisten Fällen klar begrenzte Spielzeiten haben. Tennismatches hingegen sind in ihrer Dauer nicht einschätzbar, sie können Stunden oder sogar Tage dauern. Ich erinnere mich an das legendäre Match zwischen John Ilsner und Nicolas Mahut in der ersten Wim­bledon-Runde 2010. Es ging im 5. Satz nach 11 Stunden und 5 Minuten 70:68 für Ilsner aus. Ilsner war danach so erschöpft, dass er die zweite Runde bereits nach 74 Minuten verlor.</p>
<p><b>Fernando Pérez, Osteopath und PNI-Experte im Sportbereich, betonte in einem Artikel, dass Emotionen die Funktionen aller Körpersysteme be</b><b>einflussen: des Muskelsystems, des Verdauungssystems und des Gehirns. Die PNI betrachtet Psyche, Nervensystem, Hormonhaushalt und Immunsystem als eng vernetzte Einheit. Wie beeinflussen Emotionen wie Frustration, Druck oder Einsamkeit während eines Turniers die Leistungsfä</b><b>higkeit eines Tennisspielers auf biologischer Ebene?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Nehmen wir nochmals das Beispiel des Matches zwischen Ilsner und Mahut. Dass Ilsner im nächsten Match so sang- und klanglos unterging, deutet auf einen klaren PNI-Effekt hin. Die massiven stressbedingten Adrenalin- und Cortisol-­Ausschüttungen im ersten Match dürften zu einem „Open-Window“-Phänomen geführt haben: Adrenalin und Cortisol sinken nach solchen Belastungen rapide ab. Dasselbe gilt für die natürliche Killerzellzahl und -aktivität sowie für die Antikörper, wodurch die Infek­tions­gefahr steigt. Die darüber hinaus während des Matches aufgrund von Muskelgewebs- und Darmschleimhautschäden angestiegene Entzündungs­aktivität löst im Gehirn das Sickness Behavior-Phänomen aus: Man ist erschöpft, hat Schmerzen und es fühlt sich an, als ob man krank ist. Da Sickness Behavior eng mit einer Blockade der Serotonin- und Dopamin-Freisetzung im Gehirn verbunden ist, verliert der Spieler in dieser Phase auch den Kampfgeist, verfällt in Lethargie, neigt zur Resignation. Darüber hinaus sinkt die Spielfreude, es leiden Konzentration und Spielgenauigkeit und es steigt die Frustration. Immunsuppression und Entzündungsanstieg würden nun eigentlich längere Regenerationsphasen notwendig machen, die sich die Tennisspieler während eines Turniers aber oftmals nicht leisten können. Aber auch während eines Matches beeinflussen Emotionen über biologische Veränderungen die Spielqualität.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die bei hohem Spieldruck gesteigerte Adrenalin- und Cortisol-Freisetzung kann durch seine Wirkung auf den präfrontalen Cortex die Fähigkeit zum logischen Denken und zur Entscheidungsfindung blockieren. Auch der Muskeltonus steigt bei vermehrter Adrenalin- und Cortisol-Ausschüttung – die Muskeln verkrampfen und die Schläge werden zu kurz. Letztlich signalisiert die verstärkte Cortisol-Ausschüttung unter Stress dem Organismus Gefahr, sodass vermehrt Kohlenhydrat- anstelle Fettreserven aufgebraucht werden. Dadurch ermüdet der Spieler energetisch schneller, manchmal noch bevor das Match in die entscheidende Phase eingetreten ist.</p>
<p><b>Was kann aus PNI-Sicht konkret unternommen werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie Tennisspieler Stress, Druck und Leistungsverlust aus Sicht der PNI gegensteuern können. Das Ziel sollte dabei sein, Adrenalin und Cortisol zu senken und die Parasympathikus-Aktivität zu steigern, sodass das Immunsystem positiv reguliert wird. Das kann man in jedem der genannten Zeitintervalle tun. Während des Spiels kann man die Stresssystemaktivität über Resonanzatmung und verschiedene kognitive Techniken positiv beeinflussen. Nach dem Spiel sollte man darauf achten, den Stress über leichtes Auslaufen, Kohlenhydrat- und Flüssigkeitszufuhr herunterzufahren. Wichtig ist auch, dass man zwischen den Turnierspielen Regenerationsphasen strikt einhält und auf die Schlafhygiene achtet. Das stärkt den Immunschutz und verringert Entzündungen. Unbedingt sollte man auch darauf achten, zwischen den Spielen soziale Pro­bleme möglichst zu vermeiden. Insbesondere, wenn diese emotional nahe­gehen, kann das enorme Effekte auf psychisches Befinden und Stresssystemaktivität haben und sich auch noch negativ auf die Konzentration während des Spiels auswirken.</p>
<p><b>Viele Spitzenspieler arbeiten mit festen Ritualen vor dem Aufschlag, zwischen den Ballwechseln oder vor Matches. Rafael Nadal war dafür ein </b><b>Paradebeispiel. So betrat er den Platz </b><b>immer zuerst mit dem rechten Fuß, berührte während der Ballwechsel keine Linien, tippte den Ball vor dem Aufschlag mit dem Schläger, zupfte sich anschließend am Hintern, dann an der linken und der rechten Seite seines Shirts, fasste sich an die Nase, bevor er sich die Haare hinter beide Ohren wischte. Welche neurobiolo­gischen Funktionen erfüllen solche Rituale – und können sie tatsächlich Stress­reaktionen und sogar Entzündungsprozesse beeinflussen?</b></p>
<p>Zunächst klingt das, was Rafael Nadal da machte, nach Obsession und Perfektionismus. Das ist bekannt für Sportarten wie Tennis, bei denen der Spieler allein mit sich ist und sich oft kritisch mit sich auseinandersetzt. Nadal dürften seine berühmten Rituale darüber hinaus der eigenen Strukturierung und damit Beruhigung der Nervensystemaktivität während des Spiels gedient haben. Auch könnte er mit seiner extremen Detailfokussierung, z. B. auf die genaue Ausrichtung der Trinkflaschen, seine Aufmerksamkeit auf das Spiel gelenkt und alle anderen Einflüsse wie z. B. Zuschauerreaktionen oder Ablenkungsmanöver durch den Gegner ausgeblendet haben, was mentale Energie spart. Mit Ritualen wie dem Nicht-Betreten der Linien beim Seitenwechsel dürfte Nadal die neuronale Schleife des Frusts und des Ärgers über einen vergangenen Fehler durchbrochen haben, wodurch Stressreaktionen gestoppt wurden. Andere Rituale wie das lange Vorbereiten des Aufschlags wiederum dürften positive Wirkung auf die neuro­biologischen Regelkreise während des Spiels gehabt haben, indem das Spiel entschleunigt und damit in seiner Dynamik kontrolliert wurde.</p>
<p><b>Im Zusammenhang mit PNI wird oft die Darm-Hirn-Achse diskutiert. Welche</b><b> Rolle spielt sie für Tennisspieler, insbesondere in Drucksituationen, in de</b><b>nen schnelle und präzise Entscheidunge</b><b>n gefragt sind?</b></p>
<p>Die Darm-Hirn-Achse ist die bidirektionale Verbindung zwischen Gehirn und enterischem Nervensystem. Diese Achse ist enorm wichtig für die Performance im Leistungssport. Steigt der psychische Druck im Spiel und damit die Freisetzung von Adrenalin und Cortisol, wird die Durchblutung im Darm gedrosselt, um im Fight / Flight-Modus Energie für die Muskeln bereitzustellen. Kommt dazu noch eine enorme physische Belastung, etwa durch Hitzeeinwirkung während des Spiels, steigt die Gefahr, dass aufgrund der Sauerstoff-Unterversorgung des Darms die Schleimhaut geschädigt wird und eine „Leaky Gut“ entsteht, d. h. die Darmschleimhaut durchlässig wird. Dadurch werden bakterielle Endotoxine in den Blutkreislauf geschwemmt und die Entzündungsaktivität steigt an. Erhöhte Entzündung in der Körperperipherie wird wiederum über unterschiedliche Mechanismen, zu denen auch der Parasympathikus gehört, ins Gehirn weitergeleitet, woraufhin es zum Sickness Behavior kommt. Da darüber hinaus der Darm einen Großteil des körpereigenen Serotonins und Dopamins produziert, kommt es in der Folge zu einem Mangel dieser Neurotransmitter im Gehirn. Der gestresste Spieler erlebt dies als Zunahme von Erschöpfung und Müdigkeit sowie als Abnahme von Konzentration, Spielgenauigkeit und Motivation. Tennisspieler sollten also während des Spiels möglichst den Stress mental minimieren können, um diesen Kreislauf zu blockieren oder zumindest zu verringern.</p>
<p><b>Turnierreisen, Jetlag, wechselnde ­Tagesrhythmen und Schlafprobleme gehören zum Alltag vieler Profis. Wie </b><b>wirken sich gestörte Biorhythmen au</b><b>f das Zusammenspiel von Nervensys</b><b>tem, Immunsystem und Regeneration</b><b> aus – und welche Maßnahmen können aus psychoneuroimmunologischer Sicht empfohlen werden?</b></p>
<p>Das Wechselspiel zwischen Nerven-, Hormon- und Immunsystem steht in direkter Verbindung mit dem Tag-Nacht-Rhythmus. Untertags kommt es z. B. zur Konfrontation des Immunsystems mit Antigenen, über Nacht wird das Immungedächtnis etabliert und am Folgetag kommt es dann zur Zerstörung von beschädigten Muskelzellen oder eingedrungenen Krankheitserregern. Cortisol wiederum steht im gegenläufigen Zyklus zu diesen immunologischen Aktivitäten. Untertags unterdrückt Cortisol die inflammatorischen Aktivitäten, während das Cortisol in der Nacht sinkt und so das zelluläre Immunsystem in seiner Aktivität nicht behindert. Geraten diese und andere Biorhythmen aufgrund von Jetlag und Schlafproblemen in Konflikt mit der zentralen Uhr im Gehirn, dem suprachiasmatischen Nucleus, kann dies große Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Tennisspielers haben. Durch den gestörten Biorhythmus verzögert sich beispielsweise die gezielte Entsorgung von Mikro-Gewebeschäden, wodurch die Regeneration unvollständig bleibt und der Spieler quasi biologisch unvorbereitet in das nächste Match startet. Auch verlängert sich das Open-Window-Phänomen nach einem erschöpfenden Match, wodurch die Infektanfälligkeit länger als üblich erhöht bleibt. Um diesen schädlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit langen Turnierreisen und damit verbundenen Störungen der Biorhythmen entgegenzuwirken, sollte man sich möglichst an die vorherrschenden Licht- und Dunkelzyklen anpassen. Setzt man sich beispielsweise direkt nach dem Aufwachen dem Tageslicht am Zielort aus, kann der interne 14- bis 16-Stunden-Timer im Gehirn gestartet und der Organismus langsam an die neuen Umgebungsbedingungen herangeführt werden. Bricht wiederum die Dunkelheit ein und man ist noch nicht müde, sollte man bei gedimmtem Licht möglichst ruhig sitzen bleiben und erst dann ins Bett gehen, wenn der Schlafdruck besonders groß ist.</p>
<p><b>Der Mensch ist ein Mensch, egal ob </b><b>Profi oder Freizeitsportler. Können wir</b><b> aus PNI-Sicht davon ausgehen, dass </b><b>all das, über das wir eben gesprochen </b><b>haben, genauso gut auf Freizeitsportler angewandt werden kann? Oder gibt es hierbei spezielle Unterschiede / Anforderungen etc.?</b></p>
<p>Ja absolut, in den physiologischen Mechanismen unterscheiden sich Menschen nicht, egal ob Tennisprofis oder Freizeitsportler. Jedoch gibt es psychosoziale Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen. Der Profisportler erlebt, wie beschrieben, durchaus massive psychische und körperliche Stresssituationen, die sich auf seine Performance im Spiel und auch auf seine gesamte Gesundheit auswirken können. Jedoch dreht sich seine gesamte Berufssituation um ein und dasselbe Thema: Tennis. So hat sich der Tennisspieler neben seiner hohen Spielqualität auch Bewältigungsmechanismen angeeignet, die er während des Spiels, kurz danach und zwischen den Spielen anwenden kann, um vom Stress zu regenerieren. Den Freizeittennisspieler hingegen trifft es mitunter härter, da er oftmals erst am Abend nach getaner Arbeit Tennis spielt. Dabei spricht man vom sogenannten „After-Work-Dilemma“. Durch das späte Match sind die Adrenalin- und Cortisolspiegel mitunter noch bis spät am Abend erhöht. Dadurch wird das nächtliche Immun-Processing gestört und die Schlafqualität ist schlechter. Um hier gegenzusteuern, sollte man seinen Biorhythmus am nächsten Tag durch frühes ­Tageslicht wieder einfangen, ausreichend Proteine zu sich nehmen und sich leicht bewegen, damit die verspätete Gewebereparatur gefördert werden kann.</p>
<p><b>Vielen Dank für das interessante Gespräch!</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span class="fontstyle0">KONGRESS­TIPP</span></h2>
<p>M<span class="fontstyle1">ehr zum Thema PNI und Sport gibt es auf dem <a href="https://www.psychoneuroimmunologie-kongress.at/">5. PNI-Kongress vom 2 –4. Oktober 2026 in Innsbruck</a>. Unter dem Motto „Psychoneuroimmunologie im Lauf des Lebens – Mensch beweg Dich!“ erwartet Sie ein interessantes Programm mit renommierten Experten, bei dem gezeigt wird, dass gesunde Bewegung aus dem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Prozesse entsteht. Themen sind u.a. die Wechselwirkungen zwischen Stress, Entzündung und körperlicher Leistungsfähigkeit/der Einfluss von Bewegung auf Immunalterung und Resilienz/neue Erkenntnisse zur Prähabilitation und Regeneration/die Rolle der Sportpsychologie im Breiten- und Leistungssport/die gesellschaftliche Bedeutung von Bewegung in einer zunehmend beschleunigten und leistungsorientierten Welt.<br />
</span></p>
<p><span class="fontstyle1">Ganz besonders freuen wir uns, Partner des diesjährigen Kongresses zu sein und unter dem Motto „PREHAB NEEDS YOU!“ am Samstag, den 3. Oktober einen Vortragsblock zum Thema „Prähabilitation und Psychoneuroimmunologie“ anbieten zu können. Als Kooperationspartner der Veranstaltung möchten wir Herrn Prof. Dr. Dr. Schubert für die Möglichkeit danken und Ihnen gemeinsam mit unseren Referenten zeigen, wie dies zusammenpasst. Referenten: <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/erbeldinger-robert/">Robert Erbeldinger</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/henze-alexander-stephan/">Dr. Alexander-Stephan Henze</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/marshall-robert-percy/">Dr. Robert Percy Marshall</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/welsch-goetz/">Prof. Dr. Götz Welsch</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/post-felix/">PD Dr. Felix Post</a></span></p>
<p><span class="fontstyle1"><br />
</span><a href="https://www.psychoneuroimmunologie-kongress.at/"><span class="fontstyle0">www.psychoneuroimmunologie-kongress.at</span> </a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>100 HYROX Pro in 100 Tagen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22882/100-hyrox-pro-in-100-tagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Christophe Lambert,&nbsp;Dr. med. Maxime Lambert&nbsp;,&nbsp;Dr. Giordano Scinicarelli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 08:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Für den Weltrekordversuch von Simon Gronau wurde eigens eine Halle im Kölner Umland angemietet, in welcher unter standardisierten Bedingungen ein HYROX-Pro-Parcours aufgebaut und über 100 Tage täglich durchgeführt wurde. Neben [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Für den Weltrekordversuch von Simon Gronau wurde eigens eine Halle im Kölner Umland angemietet, in welcher unter standardisierten Bedingungen ein HYROX-Pro-Parcours aufgebaut und über 100 Tage täglich durchgeführt wurde. Neben dem Athleten war ein großes interdisziplinäres Team aus Trainern, Physiotherapie, Sportmedizin, Orthopädietechnik und weiteren Betreuern eingebunden. Ziel war es, außergewöhnliche sportliche Leistungen unter maximaler medizinischer Sicherheit zu ermöglichen.</b></p>
<h2><b>HYROX Pro – Belastungsprofil</b></h2>
<p>Ein HYROX Pro der Männer besteht aus acht 1-km-Laufabschnitten, zwischen denen eine von acht funktionellen Übungen durchgeführt wird:</p>
<ul>
<li>SkiErg – 1.000 m</li>
<li>Sled Push – 202 kg (inkl. Schlitten)</li>
<li>Sled Pull – 152 kg (inkl. Schlitten)</li>
<li>Burpee Broad Jumps</li>
<li>Row – 1.000 m</li>
<li>Farmers Carry – 2 × 32 kg</li>
<li>Sandbag Lunges – 30 kg</li>
<li>100 Wall Balls – 9 kg</li>
</ul>
<p>Bereits ein einzelner HYROX-Pro-Wettkampf stellt selbst für sehr gut trainierte Athleten eine außergewöhnliche körperliche Belastung dar. Simon ist als langjähriger Triathlet und Teilnehmer der letztjährigen HYROX-WM ein erfahrener und leistungsstarker Sportler, aber das Projekt mit 100 Wettkämpfen an 100 aufeinanderfolgenden Tagen überschreitet die bisher bekannten Belastungsumfänge deutlich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fallbeschreibung</b></h2>
<p>Nach 38 absolvierten Wettkampftagen traten belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten Mittelfußes auf. Die MRT-Diagnostik ergab ein ausgeprägtes Knochenmarködem mit fissuraler Fraktur des zweiten Mittelfuß­knochens (MFK II). In der Kontroll­untersuchung nach zwei Wochen zeigte sich eine Befundverschlechterung, woraufhin der Athlet auf Veranlassung seiner Physiotherapeutin in unserer sportorthopädischen Sprechstunde vorgestellt wurde. Die erneute Beurteilung der MRT-Aufnahmen bestätigte die Diagnose. Obwohl die klinischen Beschwerden vergleichsweise gering ausgeprägt waren, wurde bei der weiteren Entscheidungsfindung die erfahrungsgemäß hohe Schmerztoleranz von Spitzensportlern berücksichtigt.</p>
<h2><b>Entscheidungsfindung</b></h2>
<p>Bereits im ersten Gespräch bestand zwischen dem Athleten und dem gesamten Betreuungsteam Einigkeit darüber, dass seine Gesundheit jederzeit Vorrang vor dem Weltrekordversuch haben würde. Eine Fortsetzung des Projekts kam daher ausschließlich bei stabiler klinischer und radiologischer Befundlage sowie unter engmaschigen MRT-Verlaufskontrollen infrage. Jede klinische oder bildmorphologische Verschlechterung hätte zum sofortigen Abbruch des Weltrekordversuchs geführt.</p>
<h2><b>Therapeutisches Konzept und Ernährung &amp; Regeneration</b></h2>
<p>Nach gemeinsamer interdisziplinärer Entscheidungsfindung wurde ein ganzheitliches Therapieschema mit engmaschigen Kontrollen etabliert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Athlet stellte sich zweimal pro ­Woche in unserer Praxis vor. Jede Behandlung umfasste eine fokussierte Stoßwellentherapie (DolorClast® Focused Shock Waves, EMS), eine extrakorporale ­Mag­neto­transduktions-Therapie (MAGNETOLITH® Ultra, Storz Medical) sowie eine Hochleistungslasertherapie (Power­Twin 21 XP5, MKW-Lasersystems).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ziel war die Unterstützung der biolo­gischen Knochenheilung im Rahmen eines multimodalen Gesamtkonzeptes [1 – 3]. Parallel absolvierte der Athlet mehrmals wöchentlich physiotherapeutische Behandlungen mit Schwerpunkt auf Muskelentspannung, Gelenkmo­bilisation, neuromuskulärer Kontrolle und Stabilisierung. Ergänzend erfolgte eine biomechanische Laufanalyse einschließlich Fußabdruckmessung. Die Analyse zeigte, dass sich durch kleine Veränderungen des Laufstils die Hauptbelastung des Mittelfußes reduzieren ließ. Gemeinsam mit Simons Ausrüster Puma und der Orthopädie-Schuhtechnik Hartmann wurde deshalb ein individuell modifizierter Wettkampfschuh entwickelt. Dafür wurde eine angepasste Carbonplatte in die Sohle integriert. Dadurch konnte bei der Abrollbewegung die Belastung auf den Mittelfuß deutlich reduziert werden. Zusätzlich optimierte der Athlet seine Ernährung mit erhöhter Kalorienzufuhr, Vitamin-D-Substitution, calciumreicher Ernährung und Omega-3-Fettsäuren. Die Schlafdauer wurde auf mindestens neun Stunden pro Nacht erhöht. Zur Regenerationsförderung nutzte er täglich eine Kältekammer.</p>
<figure id="attachment_22889" aria-describedby="caption-attachment-22889" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22889" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-1024x515.jpg" alt="" width="755" height="380" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-1024x515.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-300x151.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-768x386.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-150x75.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-450x226.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326-1200x603.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert1_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22889" class="wp-caption-text">Unterschiede in der Standphase beim Laufen – ohne und mit Lauf-Korrektur. Links: Single-Leg Support: R &lt; L (Diff. 15 %) Rechts: Single-Leg Support: R = L (Diff. 3.6 %)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_22887" aria-describedby="caption-attachment-22887" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22887" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-1024x539.jpg" alt="" width="755" height="397" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-1024x539.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-300x158.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-768x404.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-150x79.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-450x237.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326-1200x632.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert3_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22887" class="wp-caption-text">Speziell angepasster Schuh mit integrierter Carbonplatte in der Sohle</figcaption></figure>
<h2><b>Verlaufskontrollen</b></h2>
<p>Zwischen den behandelnden Ärzten, der Physiotherapie, dem Trainerteam und dem Athleten fand ein enger, kontinuierlicher Austausch statt. Im Abstand von zwei Wochen erfolgten MRT-Kontrollen. Bei jeder Verschlechterung des Beschwerdebildes wäre die Bildgebung vorgezogen worden. Eine Verschlechterung des Befundes hätte zum Abbruch des Weltrekordversuchs geführt.</p>
<h2><b>MRT-Verlauf und klinische Kontrolle</b></h2>
<p>Die initiale MRT-Untersuchung zeigte ein ausgeprägtes Knochenmarködem mit einer Fissur des zweiten Mittelfußknochens. Bei der ersten MRT-Verlaufskontrolle nach zwei Wochen war der Befund unverändert. Vier Wochen nach Therapiebeginn zeigte sich eine deutliche Rückbildung des Ödems; die Fissur war nur noch diskret nachweisbar. In den letzten beiden Wochen des Weltrekordversuchs war Simon auch unter Belastung schmerzfrei. Fünf Tage nach Abschluss des Versuchs zeigte sich nur noch eine minimale ödematöse Reaktion des Knochens und der Athlet war weiterhin vollständig beschwerdefrei.</p>
<figure id="attachment_22890" aria-describedby="caption-attachment-22890" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22890" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-1024x512.jpg" alt="" width="755" height="378" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-1024x512.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-300x150.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-768x384.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-150x75.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-450x225.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326-1200x600.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert2_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22890" class="wp-caption-text">MRT-Verlauf der Stressfraktur des zweiten Mittelfußknochens: Erstdiagnose, Verlauf nach vier Wochen und nach Abschluss des Weltrekordversuchs</figcaption></figure>
<h2><b>Diskussion &amp; Fazit</b></h2>
<p>Dieser Fall verdeutlicht die Bedeutung einer individuell abgestimmten sportmedizinischen Betreuung im Hochleistungssport. Entscheidend war nicht eine einzelne therapeutische Maßnahme, sondern das interdisziplinäre Zusammenspiel von klinischer Untersuchung, wiederholter MRT-Diagnostik, physikalischen und physiotherapeutischen Maßnahmen, biomechanischer Analyse, angepasster Schuhversorgung, Ernährung und Regeneration. Der geschilderte Verlauf ist ausdrücklich nicht als allgemeine Therapieempfehlung zu verstehen, sondern dokumentiert die Betreuung eines außergewöhnlichen Einzelfalls unter engmaschiger interdisziplinärer Kontrolle. Außergewöhnliche Leistungen erfordern außergewöhn­liche Medizin – aber niemals auf Kosten der Gesundheit. Die Gesundheit des Athleten hatte während des gesamten Projektes Vorrang.</p>
<figure id="attachment_22888" aria-describedby="caption-attachment-22888" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22888" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-755x1024.jpg" alt="" width="755" height="1024" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-755x1024.jpg 755w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-221x300.jpg 221w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-768x1042.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-1132x1536.jpg 1132w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-150x204.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-450x611.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326-1200x1628.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Lambert4_saez0326.jpg 1415w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22888" class="wp-caption-text">Erfolgreicher Abschluss des Weltrekordversuchs mit Weltrekord­urkunde</figcaption></figure>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Knobloch K. Knochenstimulation 4.0 – Kombination aus EMTT und ESWT bei Humeruspseudarthrose: Ein Fallbericht [Bone stimulation 4.0-Combination of EMTT and ESWT in humeral nonunion: A case report]. Unfallchirurg. 2022 Apr;125(4):323-326. German. doi: 10.1007/s00113-021-01025-3. Epub 2021 Jun 16. PMID: 34136941; PMCID: PMC8940790.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Berni M, Brancato AM, Torriani C, Bina V, Annunziata S, Cornella E, Trucchi M, Jannelli E, Mosconi M, Gastaldi G, Caliogna L, Grassi FA, Pasta G. The Role of Low-Level Laser Therapy in Bone Healing: Systematic Review. Int J Mol Sci. 2023 Apr 12;24(8):7094. doi: 10.3390/ijms24087094. PMID: 37108257; PMCID: PMC10139216.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Kertzman P, Császár NBM, Furia JP, Schmitz C. Radial extracorporeal shock wave therapy is efficient and safe in the treatment of fracture nonunions of superficial bones: a retrospective case series. J Orthop Surg Res. 2017 Nov 6;12(1):164. doi: 10.1186/s13018-017-0667-z. PMID: 29110711; PMCID: PMC5674749.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwerchfell (diaphragm): mehr als nur ein Atemmuskel</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23033/zwerchfell-diaphragm-mehr-als-nur-ein-atemmuskel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 07:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Zwerchfell ist nicht nur zentral für die Atmung, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle bei der posturalen Stabilisierung. Wie sich beide Funktionen unter körperlicher Belastung verhalten, untersuchte eine Studie [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="isSelectedEnd">Das Zwerchfell ist nicht nur zentral für die Atmung, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle bei der posturalen Stabilisierung. Wie sich beide Funktionen unter körperlicher Belastung verhalten, untersuchte eine Studie an 31 gesunden Probanden. Mithilfe der M-Mode-Ultraschallsonografie wurden die Zwerchfellbewegungen beim Heben einer Last unter unterschiedlichen Atembedingungen analysiert. Ergänzend erfolgten Spirometrie und die Messung der Bauchwandspannung.</p>
<p class="isSelectedEnd">Unter Belastung zeigte sich eine deutliche kaudale Verlagerung des Zwerchfells. Beim Heben ohne Atmung betraf dies vor allem die exspiratorische Position. Bei gleichzeitig natürlicher Atmung verlagerte sich dagegen die inspiratorische Position nach kaudal. Zudem nahm der gesamte Bewegungsumfang des Zwerchfells signifikant zu.</p>
<p class="isSelectedEnd">Interessant ist, dass eine willkürliche Anspannung der Bauchmuskulatur während der Atmung diese Zwerchfellbewegungen nicht relevant veränderte. Obwohl die Bauchwandspannung beim Heben deutlich zunahm, blieb die Zwerchfellfunktion erhalten.</p>
<h3><strong>Take home message</strong></h3>
<p>Die Ergebnisse unterstreichen die enge Verbindung von Atmung und posturaler Kontrolle. Unter Belastung passt sich das Zwerchfell dynamisch an und erfüllt seine stabilisierende Funktion offenbar unabhängig von der respiratorischen Aktivität. Dies unterstreicht seine Bedeutung für die neuromuskuläre Rumpfkontrolle und macht das Zwerchfell auch aus sportmedizinischer Perspektive zu einem interessanten funktionellen Ansatzpunkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Originalarbeit:</p>
<p><a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0275389"><em>Sembera M, Busch A, Kobesova A, Hanychova B, Sulc J, Kolar P (2022) Postural-respiratory function of the diaphragm assessed by M-mode ultrasonography. PLoS ONE 17(10): e0275389. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0275389</em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht am 17.09.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prähabilitation gezielt einsetzen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/23023/praehabilitation-gezielt-einsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 14:30:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23023</guid>

					<description><![CDATA[Prähabilitation: Patienten gezielt auf die Operation vorbereiten Eine Operation stellt für den Körper und die Psyche eine erhebliche Belastung dar. Dies gilt insbesondere für komplexe viszeralchirurgische Eingriffe, bei denen das [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Prähabilitation: Patienten gezielt auf die Operation vorbereiten</h3>
<p>Eine Operation stellt für den Körper und die Psyche eine erhebliche Belastung dar. Dies gilt insbesondere für komplexe viszeralchirurgische Eingriffe, bei denen das Risiko für postoperative Komplikationen erhöht ist. Genau hier setzt die Prähabilitation an: Bereits vor dem Eingriff sollen die körperlichen und metabolischen Ressourcen der Patienten gezielt verbessert werden.</p>
<p>Im Mittelpunkt stehen dabei individuell abgestimmte Maßnahmen wie körperliches Training, eine Optimierung der Ernährung sowie die Behandlung von Anämie und anderen beeinflussbaren Risikofaktoren. Ziel ist es, die funktionelle Ausgangssituation zu verbessern und damit die postoperative Erholung zu unterstützen.</p>
<p>Randomisierte Studien und Metaanalysen zeigen, dass intensivierte Prähabilitationsprogramme insbesondere die postoperative Morbidität und die Dauer des Krankenhausaufenthalts reduzieren können. Der Nutzen ist jedoch nicht für alle Patienten gleich. Während körperlich fitte Patienten offenbar weniger stark profitieren, zeigen insbesondere Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Mangelernährung oder Anämie relevante Verbesserungen.</p>
<p>Eine etwa vierwöchige präoperative Intervention scheint dabei auch bei onkologischen Patienten möglich zu sein, ohne das Behandlungsergebnis hinsichtlich der Tumorerkrankung negativ zu beeinflussen. Gleichzeitig ist die Evidenz aufgrund unterschiedlicher Patientengruppen, Interventionen, Endpunkte und Compliance nur von moderater Qualität.</p>
<p>In Deutschland steht einer breiteren Umsetzung zudem eine Reihe struktureller Hürden entgegen. Fehlende Vergütungsmodelle, begrenzte personelle und infrastrukturelle Ressourcen sowie mangelnde Anreize erschweren bislang die flächendeckende Integration der Prähabilitation in die Versorgung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Originalartikel: <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00761-025-01892-0">Halawa, M., El-Ahmar, M., Martignoni, M. <i>et al.</i> Gezielter Einsatz von Prähabilitation : Zielgruppe und Zeitpunkt. <i>Onkologie</i> <b>32</b>, 242–249 (2026). https://doi.org/10.1007/s00761-025-01892-0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht am 16.09.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neue Generation biologischer Therapien</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/23014/neue-generation-biologischer-therapien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 09:10:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23014</guid>

					<description><![CDATA[Das volle regenerative Potenzial statt nur einzelner Zellbestandteile  Statt nur einzelne Zellgruppen zu konzentrieren (wie bei PRP- oder Stammzellverfahren) aktiviert und nutzt Orthogen® ONE alle Zellgruppen des Immunsystems. Die Aktivierung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="spk__title"><span class="spk__ti-a">Das volle regenerative Potenzial statt nur einzelner Zellbestandteile </span></h3>
<p>Statt nur einzelne Zellgruppen zu konzentrieren (wie bei PRP- oder Stammzellverfahren) aktiviert und nutzt Orthogen<sup>®</sup> ONE alle Zellgruppen des Immunsystems. Die Aktivierung und Freisetzung von Mediatoren findet zudem kontrolliert im Orthogen<sup>®</sup> Device statt, in einer validierten Mikroumgebung – und nicht erst im geschädigten Gelenk oder verletztem Gewebe, wo die Freisetzung nicht steuerbar ist. Orthogen<sup>®</sup> ONE ist somit eine zellfreie, hochkonzentrierte Sekretom-Therapie mit einem Multi-Target-Ansatz, bei der direkt die Mediatoren injiziert werden können.</p>
<p>Weitere Informationen dazu finden Sie auf der neuen Website: <a href="https://orthogen-one.com/">https://orthogen-one.com/</a></p>
<p>Dort finden Sie auch einen Bereich, in dem Sie ein <a href="https://orthogen-one.com/beratung">kollegiales Arzt-zu-Arzt Gespräch</a> buchen können: Passenden Termin auswählen &#8211; unverbindlicher, 15-minütiger kollegialer Austausch &#8211; Zugang zur Lernplattform mit Videos zum Therapiekonzept, der Biologie, der Integration in die Praxis und Wirtschaftlichkeit. Jederzeit und überall abrufbar &#8211; bei Wunsch, Online bestellen &amp; durchstarten &#8211; nach der Online-Schulung und Zertifizierung Ihrer Praxis wird die Lieferung unverzüglich versandt.</p>
<p><a href="https://orthogen-one.com">www.orthogen-one.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lumbaler Bandscheibenvorfall L3/4 rechts</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22861/lumbaler-bandscheibenvorfall-l3-4-rechts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Stefan Mattyasovszky]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 08:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22861</guid>

					<description><![CDATA[Bandscheibenvorfälle der oberen Lendenwirbelsäule machen etwa 5 – 10 % aller lumbalen Diskushernien aus. Extraforaminale beziehungsweise weit lateral gelegene Vorfälle auf Höhe L3/4 sind noch seltener und unterscheiden sich klinisch sowie operativ von [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bandscheibenvorfälle der oberen Lendenwirbelsäule machen etwa 5 – 10 % aller lumbalen Diskushernien aus. Extraforaminale beziehungsweise weit lateral gelegene Vorfälle auf Höhe L3/4 sind noch seltener und unterscheiden sich klinisch sowie operativ von den deutlich häufigeren medianen oder mediolateralen Hernien [1 –</b><b> </b><b>3].</b></p>
<p>In den vergangenen Jahren hat sich die vollendoskopische Bandscheibenchirurgie zunehmend etabliert. Studien berichten über eine mit mikrochirurgischen Verfahren vergleichbare klinische Wirksamkeit bei geringerem zugangsbedingtem Weichteiltrauma [4 – 13]. Dennoch liegen nur wenige Berichte über protrahierte postoperative neuropathische Verläufe trotz technisch erfolgreicher Dekompression vor. Der vorliegende Fallbericht dokumentiert detailliert den klinischen sowie neurophysiologischen prä- und postopera­tiven Verlauf einer rechtsseitigen L3-Radikulopathie bei lateralem Bandscheibenvorfall L3 / 4.</p>
<figure id="attachment_22871" aria-describedby="caption-attachment-22871" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22871" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-1024x535.jpg" alt="" width="755" height="394" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-1024x535.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-300x157.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-768x401.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-150x78.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-450x235.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326-1200x626.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky1_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22871" class="wp-caption-text">Im MRT zeigte sich ein extra­foraminaler Bandscheibenvorfall L3 /4 rechts mit nach kranial sequestriertem Fragment und Kompression der austretenden L3-Nervenwurzel</figcaption></figure>
<h2><b>Patient und Methoden</b></h2>
<p>Ein 47-jähriger Patient berichtete über einen plötzlich einschießenden, messerstichartigen Schmerz tief lumbal rechts. Dieser trat beim ruckartigen Anheben seines hinter ihm sitzenden, dreijährigen Sohnes auf, während der Patient als angeschnallter Fahrer in einem stehenden Pkw saß. In den darauffolgenden Wochen persistierten die tief lumbalen rechtsseitigen Schmerzen und strahlten zunehmend in den ventralen rechten Oberschenkel aus. Etwa drei Wochen nach dem akuten Ereignis entwickelten sich zusätzlich:</p>
<ul>
<li>subjektive Schwäche der Hüftbeugung rechts</li>
<li>Quadrizepsparese rechts</li>
<li>Hypästhesie des ventralen Oberschenkels rechts</li>
<li>funktionelle Unsicherheit beim Treppenabstieg</li>
<li>episodisches Wegsacken des rechten Beines</li>
</ul>
<figure id="attachment_22870" aria-describedby="caption-attachment-22870" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22870" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-771x1024.jpg" alt="" width="755" height="1003" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-771x1024.jpg 771w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-226x300.jpg 226w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-768x1020.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-1157x1536.jpg 1157w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-150x199.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-450x598.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326-1200x1593.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky2_saez0326.jpg 1446w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22870" class="wp-caption-text">Die Infrarotthermografie zeigte eine Hypothermie des ventralen rechten Oberschenkels.</figcaption></figure>
<h2><b>Klinische und bildgebende Diagnostik</b></h2>
<p>Folgende Untersuchungen wurden durchgeführt:</p>
<ul>
<li>klinisch-neurologische einschließlich neurophysiologischer Untersuchung</li>
<li>Röntgen der LWS in zwei Ebenen</li>
<li>Röntgenaufnahme des Beckens a.-p.</li>
<li>MRT der LWS</li>
<li>invasive Elektromyografie des M. quadriceps femoris</li>
<li>Oberflächen-EMG mit Muskel­mapping des M. quadriceps femoris</li>
<li>Infrarotthermografie</li>
</ul>
<p>Die neurologische Untersuchung ergab:</p>
<ul>
<li>Hüftbeugerparese rechts, Kraftgrad 4/5 nach Janda</li>
<li>Quadrizepsparese rechts, Kraftgrad 4/5 nach Janda</li>
<li>beginnende Atrophie des M. Quadrizeps femoris</li>
<li>Unsicherheit bei der einbeinigen Kniebeuge rechts</li>
</ul>
<h2><b>Neurophysiologische Untersuchung</b></h2>
<p>Im EMG zeigten sich:</p>
<ul>
<li>akute Denervierungszeichen im M. vastus medialis rechts mit Fibrillationspotenzialen und positiven scharfen Wellen</li>
<li>keine akuten Denervierungszeichen im M. vastus lateralis rechts</li>
<li>keine Regenerationspotenziale, entsprechend dem frühen Untersuchungszeitpunkt</li>
</ul>
<p>Die Befunde wurden als elektrophysiologisches Korrelat einer frischen L3-­Radikulopathie gewertet [14, 15].</p>
<h2><b>Therapie und Ergebnisse</b></h2>
<p>Initial erfolgte eine konservative Behandlung mit folgender oraler Medikation:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ul>
<li>Etoricoxib 1-mal täglich zur Nacht</li>
<li>Metamizol, 20 Tropfen, 1–1–1</li>
<li>Pregabalin 75 mg, 1–0–2</li>
<li>Vitamin B1 und B6, 1-mal täglich</li>
<li>Vitamin B12 und Folsäure, 1-mal täglich</li>
<li>Omega-3-Fettsäuren 1.500 mg, 1-mal täglich</li>
<li>Vitamin D3 und K2 (800 I.E. und 20 µg), montags bis freitags jeweils 5 Tropfen täglich</li>
<li>Curcumin-Loges® plus Boswellia p.o., 1–0–0</li>
<li>Insumed-Bestform und Trinkmahlzeit (Protein plus löslicher Ballaststoff Nutriose)</li>
<li><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/13780/phytoshake-phytogene-ernaehrung/">Insumed-Phytoshake</a> (Curcumin, Bromelain, Boswelia)</li>
<li>Creatine / creapure<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Ergänzende Maßnahmen:</p>
<ul>
<li>Physiotherapie mit funktionellen Übungen</li>
<li>Neuraltherapie</li>
<li>Röntgengestützte therapeutische periradikuläre Therapie (PRT) der rechten L3-Nervenwurzel</li>
</ul>
<p>Trotz dieser Maßnahmen kam es bei anhaltenden rechtsseitigen lumbalen Rücken-, Oberschenkel- und Psoasschmerzen zu einer klinischen Verschlechterung mit zunehmender Schwäche des rechten M. quadriceps femoris. Aufgrund folgender Befunde wurde die Operationsindikation gestellt:</p>
<ul>
<li>persistierende Schmerzen</li>
<li>elektrophysiologisch gesicherte Denervierung des M. vastus medialis rechts</li>
<li>beginnende Atrophie des M. quadriceps femoris rechts</li>
<li>progredientes motorisches Defizit mit Nachgeben des Beines bei Kraftgrad 4/5 nach Janda</li>
</ul>
<p>Es wurde die Indikation zur operativen Dekompression und Entfernung des Bandscheibenvorfalls L3/4 rechts gestellt [16]. Aufgrund der extraforaminalen Lage fiel die Entscheidung für ein vollendoskopisches Vorgehen.</p>
<h3><b>Operative Therapie</b></h3>
<p>Am 16.06.2026 erfolgte die vollendoskopische Entfernung des lateral und teilweise intraforaminal gelegenen, nach kranial sequestrierten Bandscheibenvorfalls mit Mobilisation der L3-Nervenwurzel.</p>
<p>Unmittelbar postoperativ zeigten sich:</p>
<ul>
<li>Quadrizepsparese rechts, Kraftgrad 3/5 nach Janda</li>
<li>Psoasparese rechts, Kraftgrad 3/5 nach Janda</li>
<li>Hypästhesie vom Knie bis zum medialen Unterschenkel einschließlich des Innenknöchels (L4-Dermatom)</li>
<li>Ausfall des Patellarsehnenreflexes rechts</li>
</ul>
<p>Im weiteren Verlauf bildete sich die Hy­pästhesie innerhalb von zwei Wochen teilweise zurück. Gleichzeitig traten eine schmerzhafte Allodynie, Hyperalgesie und Dysästhesie an der rechten Schienbeinkante sowie neuropathische Belastungsschmerzen auf.</p>
<h3><b>Postoperative Therapie</b></h3>
<ul>
<li>EMG-kontrollierte Physiotherapie</li>
<li>Osteopathie</li>
<li>Krankengymnastik und manuelle Therapie</li>
<li>Neuroathletische Therapie</li>
<li>EMS-Training</li>
</ul>
<h3><b>Gerätegestützte Therapiemaßnahmen</b></h3>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18958/kernspinresonanz-therapie-2/">MBST®-Kernspinresonanztherapie</a> (Molecular Biophysical Stimulation Therapy)</p>
<p>Durchgeführt wurden:</p>
<ul>
<li>18 Sitzungen MBST®-Neuroprogramm</li>
<li>9 Sitzungen MBST®-Bandscheibenprogramm</li>
<li>Die Behandlung wurde als additive Maßnahme im Rahmen der neurologischen Rehabilitation durchgeführt [17 – 21]</li>
<li>EMS-Training(Elektromuskelstimulation)</li>
<li>TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)</li>
<li>extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) am rechten Oberschenkel und rechten Schienbein</li>
</ul>
<h3><b>Perioperative Ernährung</b></h3>
<p>Begleitend wurde eine entzündungsbewusste, proteinreiche Ernährung umgesetzt. Das Ernährungskonzept orientierte sich an der Online-Fortbildung der sportärztezeitung „Entzündungshemmende Ernährung und Proteine in Orthopädie und Leistungssport“ von Dr. Klaus Pöttgen [<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/9815/entzuendungshemmende_ernaehrung_und_proteine/">22</a>] sowie zusätzlich in Bezug auf perioperative Substitution an den Artikeln von Prof. Dr. Mehdi Shakibaei [<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/12118/phytopharmaka-und-extrakorporale-stosswellen-bei-tendinopathien/">23</a>] sowie Dr. Petra Büchin [<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/17903/bandscheibenvorfaelle/">24</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21910/oxidativer-stress-und-bandscheibendegeneration/">25</a>]. Die nachfolgend genannten Bestandteile dokumentieren das im individuellen Behandlungsverlauf verwendete Ernährungskonzept; daraus wird keine eigenständige therapeutische Wirksamkeit abgeleitet.</p>
<p>Verwendete Komponenten:</p>
<ul>
<li>Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl</li>
<li>pflanzliche Lebensmittel und Extrakte, darunter Beeren, Kurkumin und Weihrauch (Boswellia) sowie Substitutionen (siehe oben)</li>
<li>Rote Bete und Sauerkirschen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Vitamin D3 / K2 (Tropfen) und Mineralstoffe im Rahmen einer bedarfsgerechten Versorgung</li>
</ul>
<p>Reduzierte Komponenten:</p>
<ul>
<li>Fleisch- und Wurstwaren mit hohem Arachidonsäuregehalt</li>
<li>Industriezucker und Weißmehlprodukte</li>
<li>Omega-6-reiche Öle bei ungünstigem Verhältnis zur Omega-3-Zufuhr</li>
</ul>
<h2><b>Ergebnisse<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Das EMG-Oberflächenmuskelmapping diente postoperativ zum Monitoring der Aktivierung des Quadrizeps rechts gegenüber links, insbesondere bei beidbeinigen Kniebeugen und einbeiniger Kniebeuge sowie zum Biofeedback-Training (siehe Abb.).</p>
<figure id="attachment_22869" aria-describedby="caption-attachment-22869" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22869" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-1024x692.jpg" alt="" width="755" height="510" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-1024x692.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-300x203.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-768x519.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-150x101.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-450x304.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326-1200x810.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky3_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22869" class="wp-caption-text">© Autor mit KI erstellt</figcaption></figure>
<figure id="attachment_22868" aria-describedby="caption-attachment-22868" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22868" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-1024x683.jpg" alt="" width="755" height="504" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-1024x683.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-300x200.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-768x513.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-150x100.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-450x300.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326-1200x801.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Mattyasovszky4_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22868" class="wp-caption-text">© Autor mit KI erstellt</figcaption></figure>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
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</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
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