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	<title>Therapie Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Jun 2026 12:49:41 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<title>Therapie Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Behandlung von Kniearthrose</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22562/behandlung-von-kniearthrose/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. Ali Mobasheri&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. Jean-Yves Reginster]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 13:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Welt, in der Sport, körperliche Aktivität und Bewegung Patienten mit Kniearthrose (OA) zunehmend „verschrieben“ werden, lautet die Botschaft einfach: Bleiben Sie in Bewegung, ohne auf eine langfristige medikamentöse [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>In einer Welt, in der Sport, körperliche Aktivität und Bewegung Patienten mit Kniearthrose (OA) zunehmend „verschrieben“ werden, lautet die Botschaft einfach: Bleiben Sie in Bewegung, ohne auf eine langfristige medikamentöse Behandlung angewiesen zu sein. Ein aktuelles Konsenspapier der European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO) schlägt jedoch vor, dass intraartikuläre Injektionen eine gut belegte klinische Option für die OA-Behandlung darstellen.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Intraartikuläre Hyaluronsäure (IAHA) bietet eine gezielte, wissenschaftlich fundierte Intervention, die im Einklang mit einem patientenzentrierten, multimodalen Ansatz zur Gelenkgesundheit steht. Während sie im Allgemeinen ein starkes Sicherheitsprofil aufweisen, entwickeln sich moderne IAHA-Formulierungen weiter und umfassen mittlerweile Hybride und Kombinationen mit Wirkstoffen wie Mannitol oder Polynukleotiden, um die Wirksamkeit zu steigern. Letztendlich räumt dieser Ansatz den Präferenzen der Patienten für minimalinvasive, nicht-steroidale Behandlungen Vorrang ein, die die Rückkehr zu einem aktiven Lebensstil unterstützen.</p>
<h2><b>Orthobiologische Relevanz: Wiederherstellung des entzündlichen Gelenkmilieus</b></h2>
<p>Hyaluronsäure (HA) ist ein natürlich vorkommendes lineares Polysaccharid, das in gesunder Gelenkflüssigkeit zu finden ist. In osteoarthritischen Gelenken, wie sie häufig bei älteren Menschen, ehemaligen Sportlern und Personen mit Gelenkverletzungen auftreten, sinkt die HA-Konzentration. IAHA zielt darauf ab, diesen Verlust auszugleichen und so die natürliche Schmierung und Stoßdämpfung des Gelenks zu unterstützen. Es gibt starke Belege aus klinischen Studien, Metaanalysen und Übersichtsarbeiten, die den Einsatz von IAHA zur Behandlung von Kniearthrose stützen. Wie bei allen arthritischen und rheumatischen Erkrankungen ist jedoch der Zeitpunkt entscheidend. IAHA ist am wirksamsten bei der chronischen Behandlung und sollte nicht während akuter, aktiver Entzündungsschübe angewendet werden.</p>
<h2><b>Wirkungen, die über die Schmierung hinausgehen: innovative neue Formulierungen</b></h2>
<p>Moderne IAHA-Behandlungen entwickeln sich weiter, um den spezifischen Anforderungen eines aktiven Lebensstils gerecht zu werden, indem HA mit zusätzlichen Inhaltsstoffen kombiniert wird. Kombinationen mit Mannitol oder Sorbitol können die Stabilität der HA-Formulierung verbessern. Formulierungen, die Chondroitinsulfat, Tranexam­säure und Polynukleotide enthalten, zeigen großes Potenzial für eine Wirksamkeit, die über die Basiseffekte von allein wirkendem HA hinausgeht. Aber sind diese Formulierungen sicher? Die Mehrheit der veröffentlichten Evidenz bestätigt, dass IAHA ein äußerst vorteilhaftes Sicherheitsprofil aufweist, was es zu einer zuverlässigen Option für diejenigen macht, die die systemischen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln und wiederholten Kortikosteroid-Injektionen vermeiden möchten.</p>
<h2><b>Den Bedürfnissen der Patienten</b><b> und den Anforderungen der Sportler gerecht werden</b></h2>
<p>Wir müssen uns immer darauf konzentrieren, die Erwartungen der Patienten zu erfüllen. Sportler und Fitnessbegeisterte suchen oft nach „medikamentenfreien“ oder minimalinvasiven Lösungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. IAHA entspricht dieser patientenzentrierten Präferenz perfekt, indem es eine nicht-steroidale Alternative bietet, die den potenziellen langfristigen Gewebeschaden überwindet, der manchmal mit wiederholter Kortikosteroid-Anwendung verbunden ist. Die Linderung der Symptome bei geringerem Risiko im Vergleich zu chirurgischen Eingriffen ist ein weiterer entscheidender Vorteil. Darüber hinaus wirkt IAHA am besten, wenn es in eine umfassendere Strategie integriert wird, die Bewegung, eine verbesserte Mikrozirkulation und die Muskelfunktion einbezieht.</p>
<h2><b>IAHA als multimodale Lösung</b></h2>
<p>Für den Sportmediziner ist IAHA ein wertvolles Instrument im Werkzeugkasten. Es schließt die Lücke zwischen grundlegender Selbstversorgung, Heilung und invasiver Chirurgie und ermöglicht es den Patienten, aktiv an ihrer eigenen Genesung mitzuwirken. Indem wir den Präferenzen der Patienten für risikoarme, hochwirksame Behandlungsoptionen Vorrang einräumen, können wir muskuloskelettale Schmerzen besser behandeln und eine nachhaltige, langfristige Gelenkgesundheit fördern. Bei der Behandlung von Kniearthrose bei älteren Menschen oder Sportlern müssen wir stets den Wunsch des Patienten nach einer nicht-chirurgischen Behandlung sowie das Potenzial hybrider IAHA-Formulierungen berücksichtigen, um die Rückkehr zu hochleistungsfähigen Aktivitäten zu unterstützen.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<ul>
<li>Hyaluronsäure ist ein natürlich vorkommender Bestandteil der Gelenkflüssigkeit, und es gibt aussagekräftige Studien, die ihre Verwendung bei der Behandlung von Osteoarthritis (außerhalb des Kontexts von Krankheitsschüben) stützen.</li>
<li>Die Mehrheit der Literatur belegt ein äußerst vorteilhaftes Sicherheitsprofil für Hyaluronsäure hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Intraartikuläre Hyaluronsäure (IAHA) kann in Kombination mit anderen Wirkstoffen injiziert werden, darunter Mannitol, Sorbitol, Chondroitinsulfat, Tranexamsäure, Polynukleotide und hybride IAHA-Formulierungen, die eine potenzielle Wirksamkeit aufweisen, die über die ihrer einzelnen Bestandteile hinausgeht.</li>
</ul>
<p><em>Reference</em></p>
<p><em>Fuggle N, Rannou F, Maheu E, Migliore A, Al-Daghri N, Alokail M, Ammann P, Berenbaum F, Botto-van Bemden A, Brandi ML, Burlet N, Chapurlat R, Cooper C, Dennison E, Harvey NC, Im GI, Kurth A, Matijevic R, Messina D, Faure JM, Radermecker RP, Schmidmaier R, Silverman S, Wegrzyn J, Zakraoui L, Rizzoli R, Reginster JY, Bruyère O, Mobasheri A. Expert consensus on hyaluronic acid injections for knee osteoar­thritis: a patient-centered approach. Aging Clin Exp Res. 2026 Apr 1;38(1):110. doi: 10.1007/s40520-026-03366-8.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Akute Nierenschädigung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22551/akute-nierenschaedigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Ulrich Kau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 06:23:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Exercise – included renal failure – „Durch Sport ausgelöste akute Nierenschädigung“ AIKN-Stadium 3. Serumkreatin bei Aufnahme 7,87 mg/dl, bei Entlassung 4,65 mg/dl Diese Diagnose im Arztbrief eines Ruderers nach einem 2.000 m Ruderergometer [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Exercise – included renal failure – „Durch Sport ausgelöste akute Nierenschädigung“ AIKN-Stadium 3. Serumkreatin bei Aufnahme 7,87 mg/dl, bei Entlassung 4,65 mg/dl</b></p>
<p>Diese Diagnose im Arztbrief eines Ruderers nach einem 2.000 m Ruderergometer Test im Januar 2020 zeigt, dass im Spitzensport immer wieder lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten, die zwar selten sind, aber zu bleibenden Schäden führen können.</p>
<p>In der Literatur wird die Crush Niere als Teil des Crush Syndroms oder Rhab­domyolyse – Nierenschaden beschrieben. Dies tritt einerseits durch Quetschungen bei Unfällen auf oder wenn giftige Muskelabbauprodukte (Myoglobin, Kalium, Säuren) in den Blutkreislauf freigegeben werden und die Nieren Tubuli schädigen oder blockieren, was zum Nierenversagen führen kann. Im Spitzensport wird die Schädigung der Nieren durch Überlastung beim Wettkampf mit extrem hohen Laktatwerten und auch durch Dehydratationszustände erklärt. Die Ruderer des Deutschen Ruderverbandes (m und w) sind im Jahresverlauf sowohl zu der Selektion – jährlich im Frühjahr – sowie beim Zielwettkampf den härtesten Belastungen ausgesetzt. Beim individuellen 2.000 m Ruderergometer Test zur Selektion kommt es zu Überlastungen, Erschöpfungszuständen und maximalen Laktatwerten.</p>
<h2><b>Beispiele aus der Praxis</b></h2>
<p>Im März 2007 hatte ein Ruderer, der in der Vorwettkampfwoche durch Prüfungsstress – mit mangelnder Flüssigkeitszufuhr und eingeschränkter Ernährung – gehandicapt war, nach dem Erreichen einer neuen Bestzeit einen Laktatwert von 29,5 mmol/l. Nach Stabilisierung des Kreislaufs wurde mit Hydratation und leichter Bewegung versucht, ihn zu rekompensieren. Dies war jedoch nicht ausreichend. Nachdem der Ruderer Schmerzen im Bereich der Nieren verspürte – Diff. LWS Syndrom – wurde er mit einem Krea­tininwert von 3,5 mg/dl in die Uniklinik Leipzig aufgenommen. Unser oben genannte Fall vom Januar 2020 gestaltete sich ähnlich. Hier ging es bei dem 2.000 m Ruderergometer Test um die Selektion für Olympia in Tokio. Der Ruderer erreichte keinen individuellen Bestwert, jedoch einen Laktatwert von 26,7 mmol/l. Im weiteren Verlauf wurde auch hier mit Hydration und extensiver Radeinheit eine Rekompensation versucht. Ein Tag später wurde der Ruderer in eine Klinik in Dortmund mit oben genannter Diagnose aufgenommen. Beide Ruderer wurden nach zwei bis fünf Tagen wieder entlassen. Unter bilanzierter Flüssigkeitszufuhr und Kontrolle der Nierenretentionsparameter erfolgte langsam die Wiedereingliederung in den Trainingsprozess. Intensive Belastungen waren nach sechs Wochen wieder möglich. Beide überstanden die Erkrankungen ohne Folgeschäden. Der Ruderer aus dem Jahre 2007 wurde 2012 Olympiasieger im Achter. Der Ruderer von 2020 beendete nach verpasster Olympiaqualifikation 2021 seine Karriere.</p>
<h2><b>Anmerkung zu Natriumbicarbonat</b></h2>
<p>Seit einigen Jahren wird Natriumbicarbonat im Wettkampf substituiert, um eine Laktatpufferung zu initiieren. Dies bewirkt nach dem Wettkampf jedoch eine höhere Laktatkonzentration. Aus unseren Erfahrungen zeigt sich eine Erhöhung um 1 – 3 mmol / l Laktat. Eine neue Erkenntnis und Herausforderung, die Niere mehr zu beachten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Teamarzt bei den Olympischen Spielen 26</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22540/teamarzt-bei-den-olympischen-spielen-26/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Henning Ott]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 09:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Als einer der Teamärzte der deutschen Bob- und Skeleton-Nationalmannschaft durfte ich zur Wettkampfwoche Bob mit zu den Olympischen Spielen nach Mailand /  Cortina d’Ampezzo 2026 reisen. Sicherlich das Highlight meiner mittlerweile [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Als einer der Teamärzte der deutschen Bob- und Skeleton-Nationalmannschaft durfte ich zur Wettkampfwoche Bob mit zu den Olympischen Spielen nach Mailand /  Cortina d’Ampezzo 2026 reisen. Sicherlich das Highlight meiner mittlerweile fast 20 Jahre in der Sportbetreuung. Vorausgegangen war – wie so üblich bei Olympischen Spielen – ein langes Akkreditierungsverfahren über die sog. long-list und short-list des IOC und DOSB, bis dann wenige Wochen vor Beginn die finale Akkreditierung erfolgte.</b></p>
<p>Das Abenteuer Olympia begann für die Athleten und uns als Medical Team so richtig am 12.01.2026. Da fand die offizielle Team D-Einkleidung in München statt. Mit großen Einkaufswägen und einer Checkliste ging es dann von Stand zu Stand, an dem wir von der Locke bis zur Socke mit dem entsprechenden Outfit ausgestattet wurden. Aufgrund der Wechselakkreditierungen begann meine Reise daher erst am 16.02.2026. Da hatten die Rodler und Skeletonies bereits für reichlich Medaillen im Eiskanal in Cortina gesorgt. Mit dem Flieger ging es nach Venedig und von dort aus mit einem perfekt organisierten Transfer nach Registrierung mit dem Kleinbus weiter in das 2 ½ Stunden entfernte Cortina d’Ampezzo. Die Anreise mit dem eigenen Auto war hier nicht so einfach möglich, da aufgrund der topographischen Lage nur wenige registrierte Fahrzeuge in den Ort dürften, um ein allzu großes Verkehrschaos zu verhindern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es folgte der Einzug im Olympischen Dorf, welches vor den Toren von Cortina auf einem Flugplatz aus Wohncontainern errichtet wurde. Auch dies stand im Zeichen der Nachhaltigkeit, da diese Container nach den Paralympics dann auf verschiedenen Campingplätzen in Italien aufgestellt und weiter­benutzt werden. Das olympische Dorf ist wie immer nicht von Luxus geprägt, Funktionalität und Logistik bestimmen den Aufbau. Die Zimmer sind klein und einfach. Ich hatte das Glück, ein Einzelzimmer beziehen zu dürfen. Zentrale Anlaufstellen im Dorf sind die große Mensa, die nahezu 24 h geöffnet hat, der Athletikbereich und die Büros des DOSB. Der Behandlungsraum war funktionell, aber weit entfernt von Wohlfühlambiente. Ausgestattet waren wir neben den üblichen Medikamenten und Verbandsmaterialien, mit einem Handheld-Sonogerät und der radialen Stoßwelle, die uns die Firma EMS freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Raus zum Eiskanal ging es immer mit dem Shuttlebus, was gut organisiert war. Pro Disziplin wurden 4 Läufe an 2 Renntagen absolviert. Im Bob wird bei den Frauen im Mono- und 2er Bob, bei den Männern im 2er und 4er Bob gestartet. Im ersten Weltcup der Saison hatten die insgesamt 6 deutschen Teams bereits gezeigt, dass ihnen die Bahn liegt. Wie bei den meisten Bahnen des Weltcups gibt es auch in Cortina eine Schlüsselstelle: die viel erwähnte Kurve 4. Die galt es perfekt zu treffen. Die Erwartungshaltung sowohl bei den Athleten, beim Verband und bei den Zuschauern war aufgrund der Favoritenrolle der deutschen Teams hoch.</p>
<h2><b>Was sind die Aufgaben als Teamarzt beim Bob?</b></h2>
<p>Natürlich geht es allen voran, wie soll es auch anders sein, um die Behandlung von Verletzungen. Neben muskulären Problemen stehen Beschwerden im Bereich des Rückens und der Sehnen im Vordergrund. Gefürchtet sind aber vor allem Stürze, die zu schweren Verletzungen (Frakturen, Commotio, Verbrennungen durch das Rutschen auf dem Eis etc.) führen können. Aber bei den Olympischen Spielen geht es um mehr. Wichtig ist, zusammen mit dem Trainerstab und den Athleten, die in diesem Sport extrem eigenverantwortlich denken und handeln, bei Beschwerden, die eine Verletzungsgefahr in sich bergen, die Belastung zu steuern und einzuschätzen, was geht und was nicht. Kommt es zu einer relevanten Verletzung muss entschieden werden, ob das Rennen, auf das sich die Athleten vier Jahre vorbereitet und um einen Startplatz gekämpft haben, möglich ist, zu fahren. Der Druck ist ein anderer als bei einem Ligaspiel in der Bundesliga. An diesem einen Rennen bzw. den 4 Läufen hängen Karrieren, Sponsorengelder und Träume.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Der finale Renntag (3. und 4. Lauf)</b></h2>
<p>Der Moment, auf den alle hinfiebern. Die Athleten sind kaum ansprechbar, weil sie im absoluten Tunnel sind. Zeit für uns als Medical Team, nur noch im Bedarfsfall in Erscheinung zu treten. Die Piloten fahren ein ums andere Mal die Strecke im Kopf durch. Die Augen dabei auf, sie schauen durch alles hindurch, was sich vor ihnen befindet. Mentales Training pur. Die Anschieber lassen ihre PS-starken Antritte im sog. Laufschlauch, der sich unter der Bahn im Startbereich befindet, aufheulen. Voller Fokus, aber eine Spur gelassener als ihre Piloten. Abgesehen von der Entscheidung im 4er Bob, die am letzten Tag der Spiele den Abschluss im Eiskanal bildete, fanden die Entscheidungsläufe immer abends statt. Start war ca. 19 Uhr, so dass das Rennen gegen 22 Uhr fertig war. Primetime im Fernsehen, aber lange Tage und Abende für die Athleten. Nach Ende des Rennens hatten sie einige wenige Minuten Zeit zum Jubeln mit Freunden, Familie und dem Staff. Danach ging es eskortiert und mit Nachdruck direkt zur Siegerehrung. Auch dann wenig Zeit zum Durchschnaufen, denn es folgte ein langer ein- bis zweistündiger Medienmarathon mit Interviews, Pressekon­ferenz und Fotos, um dann endlich in die Dopingkontrolle zu kommen. Getestet wurden immer Athleten der Gold- und Silberteams + ggf. weitere. Je nach Dauer der Kontrolle ging es entweder weiter zum Medal Walk ins Deutsche Haus, welches glücklicherweise in Cortina stand, oder gelegentlich auch gegen 1:30 Uhr direkt zurück ins olympische Dorf, weil am nächsten Vormittag wieder Bobfahren auf dem Programm stand. Das sind dann auch für das Medical Team lange Tage.</p>
<p>Und wir waren jedes Mal in der Dopingkontrolle! Der Grund war ein erfreulicher: Auch der Bob lieferte in Cortina ab:</p>
<ul>
<li><b>Monobob</b> für Laura Nolte (2 x Silber). Was sich zunächst wie eine verlorene Goldmedaille anfühlte, war nachher die erste deutsche olympische Medaille in dieser Disziplin überhaupt.</li>
<li><b>2er Bob Frauen</b>: L. Nolte &amp; D. Levi (1 x Gold); für L. Buckwitz &amp; N. Schuten (2 x  Silber)</li>
<li><b>2er Bob Männer</b> J. Lochner &amp; G. Fleischhauer (1 x Gold); F. Friedrich &amp; A. Schüller (2 x Silber);<span class="Apple-converted-space">  </span>A. Ammour &amp; A. Schaller (3 x Gold)</li>
<li><b>4er Bob Männer</b> Team J. Lochner/ G. Fleischhauer / T. Margis / J. Wenzel (1 x Gold);<span class="Apple-converted-space">  </span>Team Friedrich / A. Schüller / M. Sommer / F. Straub (2 x Silber)</li>
</ul>
<p><b>Am Ende gab es </b>3 x Gold, 4 x Silber und 1 x Bronze. Der Rest ist Geschichte. Und nach dem letzten Rennen fiel all die Anspannung ab. Die einen feierten im Deutschen Haus, die anderen im sog. Außenquartier, in dem während der Spiele 2 Bobteams und Teile des Staffs untergebracht waren.</p>
<h2><b>Fazit &amp; Danksagung</b></h2>
<p>Es war ein tolles und unvergessliches Erlebnis. Ich wünsche jedem, der mit Herzblut in der Sportbetreuung ist, das erleben zu dürfen. Dabei sind die Winterspiele sicher von einem ganz anderen Flair begleitet als die Spiele im Sommer. Die Dezentralisierung der Spiele unter dem Gedanken der Nachhaltigkeit und auch den verschiedenen Anforderungen der Sportarten (Alpin, Loipe, Eiskanal, Eisstadien etc.) stellen große Herausforderungen an die Logistik, Zuschauer müssen sich mitunter für einen Austragungsort entscheiden und auch wir als Staff bekommen nur einen Ausschnitt des ganzen Großen mit. Die Eröffnung in Mailand, die Schlussfeier in Verona, bis zu 400 km zwischen den Sportstätten. Aber in einer Zeit von Klimawandel, Nachhaltigkeitsgedanken und zunehmenden Kosten, die solche Veranstaltungen kosten, ist das etwas, an das wir uns gewöhnen müssen. Und das ist auch in Ordnung so.</p>
<p>Bleibt danke zu sagen: Dr. Christian Schneider als Head of Medical des IBSF und BSD, der es mir letztendlich ermöglicht hat, dabei zu sein. Rene Spieß (Bundestrainer) und Trainerteam für das Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit. Michael Schwab als Teammanager und das ganze Team vom BSD und DOSB. Und natürlich als Medical Team, mit dem ich vor Ort sein durfte: Dr. Florian Dreyer, Dr. Uwe Heuer, Ingo Freitag, Axel Kautz, Rene Ackermann, Timo Schall (auch wenn wir uns gerade verpasst haben, weil er etwas früher als geplant erstmals Papa geworden ist) und Brigitte Schmailzl.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Guided medical education</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22490/guided-medical-education-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Ablaß]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 15:08:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 25. März 2026 reiste ich nach Miami, Florida, um an einer Fachfortbildung teilzunehmen, deren Schwerpunkt auf fortgeschrittenen Anwendungen der Stoßwellentherapie (ESWT), insbesondere im Leistungs- und Profisport, lag. Ziel der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Am 25. März 2026 reiste ich nach Miami, Florida, um an einer Fachfortbildung teilzunehmen, deren Schwerpunkt auf fortgeschrittenen Anwendungen der Stoßwellentherapie (ESWT), insbesondere im Leistungs- und Profisport, lag. Ziel der Reise war es, aufbauend auf die guided medical education (gme) der thesportgroup academy, die praktischen und theoretischen Kenntnisse sowohl der radialen als auch der fokussierten Stoßwellentherapie zu vertiefen sowie Fachwissen mit internationalen Experten auszutauschen.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Einen Tag später reiste ich von Miami nach Delray Beach, um Dr. Erich Menge zu besuchen. Der Tag war einer intensiven praktischen Schulung gewidmet, die sowohl die radiale als auch die fokussierte Stoßwellentherapie umfasste. Der Kontakt zu Dr. Erich Menge wurde bereits 2022 im Rahmen eines persönlichen Besuchs durch Robert Erbeldinger, Verleger der sportärztezeitung, hergestellt und vermittelt. Dies erfolgte im Kontext der Entwicklung einer globalen Education sowie einer gezielten Spezialisierung auf den US-Markt zur Unterstützung der dortigen Medical Education im Bereich non-surgical sports medicine approaches for athletes.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Schulung standen klinische Protokolle, der Umgang mit den Geräten, die Parametereinstellung sowie Behandlungsstrategien, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Anwendung bei Hochleistungs- und Profisportlern lag. Hierbei konnte ich einen Transfer von den Vorlagen und Erfahrungen der seit 2014 stattfindenden und CME-zertifizierten deutschen Workshopkursen „Stoßwellentherapie &amp; alternierende Verfahren“, veranstaltet von thesportgroup academy unter wiss. Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christoph Schmitz (LMU München), bilden, zu deren Anwenderboard (Scientific Medical Education Board) ich bis heute angehöre. Im Rahmen des deutschen Kurses hat eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattgefunden. Aus Off-Label ist Evidenz erwachsen. Aufbauend auf der radialen Stoßwellentherapie wurde das Programm stetig ausgebaut, um das gesamte Potenzial einer Superior Combination Therapy aufzuzeigen.</p>
<p>Während der praktischen Einheit in Delray Beach wurden Behandlungen an Profisportlern durchgeführt, was die Anwendung in der Praxis sowie die Erör­terung individueller Therapieansätze ermöglichte. Zu den behandelten Sportlern gehörten die UFC-Kämpfer Kamaru Usman (Abb. 1 + 2), der bereits seit über 10 Jahren von Dr. Menge behandelt wird und Michael Johnson sowie der ehemalige Profi-Footballspieler Anquan Boldin. Diese Fälle lieferten wertvolle Einblicke in die Behandlung von chronischen Überlastungssyndromen, Weichteilverletzungen und leistungsbezogenen Erkrankungen des Bewegungsapparats bei Spitzensportlern. Themen, die natürlich auch nach den aktiven Karrieren in Form anhaltender Probleme, bedingt durch hohe Belastungen aus dem Hochleistungssport, von Bedeutung sind. Im Anschluss an die praktischen Behandlungen fand eine ausführliche Schulung statt, in der die zugrunde liegende Technologie sowohl von radialen als auch von fokussierten Stoßwellensystemen behandelt wurde. Dabei wurden, ganz im Sinne der guided medical education (gme), physikalische Grundlagen, die Behandlungstiefe, Energieeinstellungen, Indikationen, Kontraindikationen, der klinische Arbeitsablauf und die Einbindung in umfassende Therapiekonzepte erörtert. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse und Engagement und das Feedback fiel durchweg sehr positiv aus. Besondere Begeisterung riefen die vielfältigen Möglichkeiten, die sich aus der Kombination der radialen und fokussierten Stoßwellentherapie mit anderen regenerativen und rehabilitativen Ansätzen ergeben, hervor.</p>
<figure id="attachment_22492" aria-describedby="caption-attachment-22492" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22492" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-1024x911.jpg" alt="" width="755" height="672" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-1024x911.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-300x267.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-768x683.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-150x133.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-450x400.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226-1200x1067.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22492" class="wp-caption-text">Abb. 2 Behandlung mit der fokussierten Stoßwelle</figcaption></figure>
<p>Am 27. und 28. März 2026 wurde die Fortbildung in Sunrise, Florida, im Rahmen der von Anatome Lab organisierten und von Jeff Rubinoff und Joel Suraci geleiteten Veranstaltung „Stoßwellentherapie und ergänzende Verfahren“ fortgesetzt. Rund 50 Teilnehmer aus allen Teilen der Vereinigten Staaten nahmen an dem zweitägigen Fortbildungsprogramm teil. Im Mittelpunkt standen umfassende Fortbildungen zu den Themen radiale und fokussierte Stoßwellentherapie, diagnostischer und therapeutischer Ultraschall sowie Orthobiologika. Im Mittelpunkt des Programms stand die synergetische Nutzung dieser Methoden und ihre kombinierte Anwendung in der Muskel-Skelett-­Medizin und im Leistungssport.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Teilnehmer erhielten sowohl theoretischen Unterricht als auch praktische Vorführungen, einschließlich Protokollen zur Behandlung des gesamten Bewegungsapparates (Muskelverletzungen, Frakturen, Weichteilproblematiken, Muskelketten und vieles mehr), Geräteauswahl und Integration in die klinische Praxis.</p>
<p>Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Kombinationstherapien (Superior Combination Therapy), wobei aufgezeigt wurde, wie die Stoßwellenbehandlung effektiv mit ultraschallgeführten Eingriffen und orthobiologischen Verfahren kombiniert werden kann, um die Behandlungsergebnisse für die Patienten zu optimieren. Anhand von klinischen Fallbeispielen und Behandlungsalgorithmen wurden die Entschei­dungsprozesse und die individuelle Behandlungsplanung ausführlich erörtert, sodass die Teilnehmer ein besseres Verständnis dafür erlangten. Diese Thematik werden wir im Rahmen der deutschen CME-Kurse mit der sportärztezeitung in Zukunft weiter ausbauen. Vor allem die Potenziale der Superior Combination Therapy, hier auch mit HGC (cryolight), NMRT (MBST), Laser (EMS), Tiefenwärme u. w. sollten dabei in den Vordergrund gestellt werden.</p>
<p>Die Teilnehmer zeigten während der gesamten Veranstaltung großes Interesse und waren hochmotiviert, ihr Wissen über die radiale und fokussierte Stoßwellentherapie zu erweitern. Die interaktiven Diskussionen und praktischen Übungen trugen zu einer dynamischen Lernatmosphäre bei. Viele Teilnehmer zeigten sich begeistert davon, die vorgestellten Techniken in ihrer eigenen Praxis anzuwenden. Diese präzise Ausbildung (hands-on) in kleinen edukativen Gruppen, die einer Art Prehospitation entsprechen, wurde sehr gut angenommen. Digital erweitert wird dieses Konzept ebenfalls durch Angebote der thesportgroup academy (Eduaction-Plattform www.thesportgroup­academy.com).</p>
<figure id="attachment_22493" aria-describedby="caption-attachment-22493" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22493" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-1024x371.jpg" alt="" width="755" height="274" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-1024x371.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-300x109.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-768x278.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-150x54.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-450x163.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226-1200x434.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Ablass3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22493" class="wp-caption-text">Teilnehmer der Fortbildung in Sunrise, Florida</figcaption></figure>
<p>Insgesamt bot die Fortbildungsreise wertvolle klinische Einblicke in fortgeschrittene Anwendungen der Stoßwellentherapie im Spitzensport, stärkte den fachlichen Austausch mit internationalen Experten und vermittelte umfassende Kenntnisse über kombinierte Therapieansätze. Die Kombination aus praktischer Athletenbehandlung, Techniktraining und strukturierten Fortbildungssitzungen führte zu einer äußerst produktiven und erfolgreichen Fortbildungserfahrung. Ich freue mich schon auf meine bevorstehenden Reisen in die Vereinigten Staaten im <b>Juli (23.7 Treffen mit Dr. Menge in Delray Beach zur Behandlung weiterer Sportler, sowie Besuch der Universität, 24.7 +</b><b>     </b><b>25.7. Anatome Lab, Stoßwellentherapie &amp; </b><b>ergänzende Verfahren, Sunrise Florida),</b><b> September (23.9. – 26.9. HHPF Con</b><b>ference Core of regenerative medicine,</b><b> Stoßwellentherapie, Prolotherapy &amp; musculoskeletal pain therapy, Pyle Center, University of Wisconsin, Ma</b><b>dison) und November (5.11. Dr. Menge</b><b> in Delray Beach, 6.11. + 7.11. Anatome </b><b>Lab, Stoßwellentherapie &amp; ergänzende</b><b> Verfahren Sunrise Florida)</b>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prähabilitation &#038; Sportmedizin</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22442/praehabilitation-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 10:28:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22442</guid>

					<description><![CDATA[Die Prähabilitation entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Thema &#8211; nicht nur in der Sportmedizin, sondern insbesondere in der Orthopädie, der Unfallchirurgie und der Allgemeinchirurgie. Siehe hierzu auch den Artikel [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20728/praehabilitation-praehab/">Prähabilitation</a> entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Thema &#8211; nicht nur in der <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21453/heilung-einleiten-durch-sportmedizin-konservative-therapie-praehabilitation/">Sportmedizin</a>, sondern insbesondere in der Orthopädie, der Unfallchirurgie und der Allgemeinchirurgie. Siehe hierzu auch den Artikel <a href="https://www.aerzteblatt.de/news/prahabilitation-vor-operationen-kann-komplikationen-und-verweildauer-reduzieren-f171eecd-791a-44dc-840d-f5bd98be3479?utm_medium=email&amp;utm_source=CR&amp;utm_campaign=NL-DAE_Tagesaktuelle-Nachrichten&amp;utm_content=Mailing_20260507">Prähabilitation vor Operationen kann Komplikationen und Verweildauer reduzieren</a> (Deutsches Ärzteblatt, 07.05.2026).</strong></p>
<p>Der Patient wird nicht erst nach dem Eingriff / Intervention rehabilitiert, sondern bereits vor der Operation oder anderer medizinischer Interventionen in einen therapeutischen Prozess integriert. Dies beschreibt <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/marshall-robert-percy/">Dr. Percy Marshall</a> sehr treffend in seinem aktuellen Education-Video vom 19.05.2026 zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Qk-O7WjptU4&amp;t=545s">PREHAB &#8211; die Zeit zwischen Verletzung &amp; Intervention</a></p>
<h3>Open Window und Window of Opportunity</h3>
<p>Es entsteht ein <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21307/praehabilitation-als-open-window-der-rehabilitation/">Open Window</a> zwischen Prävention und Rehabilitation, zugleich ein Window of Opportunity in der Arzt-Patienten-Beziehung. Das Ziel besteht darin, bereits vor einer Operation bzw. konservativen Intervention im Rahmen motivierender Gespräche präzise Interventionen und Maßnahmen als kleinsten Teil einer „Education“ einzuleiten. Diese sollen nicht primär als Beratung oder Belehrung, sondern als gemeinsamer therapeutischer Einstieg verstanden werden, beispielsweise während der Wartezeit vor einer Operation (konservative Interventionsphase) oder beim Warten auf einen MRT-Termin bzw. einen Befund.</p>
<h3>Kliniken unter massivem Druck</h3>
<p>Betrachtet man dies alles im Rahmen unseres Gesundheitssystems, muss man zunächst erkennen, dass der Druck auf Klinken enorm hoch ist. Ein besserer und schnellerer Outcome, mehr Sicherheit und Effizienz sowie wirtschaftlicher Druck erfordern geradezu eine prähabilitative Vorbereitung der Patienten auf einen Eingriff.  Konzepte wie ERAS (Enhanced Recovery After Surgery) oder Fast-Track-Operationen verdeutlichen diese Entwicklung. Siehe hierzu auch den Artikel <a href="https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/schneller-fit-nach-der-op-was-eras-programme-bringen-200822487.html">Warum Patienten vor der Operation Sport treiben sollen</a> (FAZ, 16.05.2026). Dennoch bleibt die Implementierung der Prähabilitation nach wie vor anspruchsvoll und mühsam. Es geht dabei um weit mehr als die Optimierung der Patienten &#8211; Stichwort Reduktion von Komplikationen sowie Senkung von Mortalitätsraten. Siehe hierzu auch das <a href="https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00104-026-02470-9.pdf">Positionspapier zur Prähabilitation in Deutschland</a> (Die Chirurgie 6/2026).</p>
<h3>Stärke der Sportmedizin &amp; konservative Kompetenz</h3>
<p>Genau hier liegt seit Jahrzehnten die besondere Stärke der Sportmedizin. Sie verfügt über die Erfahrung aus dem Leistungssport, besitzt eine fundamentale konservative Kompetenz sowie Erfahrung in der Prävention und Rehabilitation. Die konservative Therapie und ihre seit Jahren geforderte Aufwertung (siehe dazu <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/20387/weissbuch-konservative-orthopaedie-und-unfallchirurgie/">Weissbuch Konservative Orthopädie und Unfallchirurgie</a>) in der Patientenversorgung bilden das Fundament und werden im Rahmen der Prähabilitation konsequent weiterentwickelt. Voraussetzung dafür ist, dass die konservative Therapie mit derselben Präzision, Struktur und Ausbildung entwickelt und umgesetzt wird, wie wir es aus der Chirurgie kennen.</p>
<p>Konservativ bedeutet in diesem Kontext alles, was nicht chirurgisch ist: gezieltes, spezifisches Exercice, gezielte Ernährung (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S088354032600313X">Targeted Nutrition</a> im Kontext Prähabilitation gezielt und indikationsspezifisch integrieren), psychosoziale Unterstützung ( Mind-Body-Medizin &#8211; MBM / Psychoneuroimmunologie -PNI). Maßnahmen der Psychoneuroimmunologie einschließlich ihrer Anwendungen innerhalb der Mind-Body-Medizin, wie z.B die <a href="https://sportaerztezeitung.com/sports-research/therapeutischer-einsatz-der-relaxation-response-bei-stressbedingten-erkrankungen/">Relaxation Response (RR)</a> oder <a href="https://www.pcori.org/sites/default/files/Hoge476-Final-Research-Report.pdf">Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)</a> werden neben den physikalischen, regenerativen und manuellen Therapien integriert. All das findet sich in der Prähabilitation und wird darin integriert.</p>
<h3>Von der Co-Therapie zu First Line Treatment</h3>
<p>Die konkreten Maßnahmen in der Prähabilitation zeigen, dass sie mehr als reine Co-Therapien sind und zunehmend zur „First Line Treatment“ gehören. Sie sind ein wichtiger Bestandteil und Kernpfeiler moderner konservativer Therapien vor und nach Operationen / Interventionen. Darüber hinaus können sie edukativ dazu beitragen, eine Art „seamless continuity“ (Jon Kabat-Zinn: &#8222;There will be an emphasis on the cultivation of mindfulness in all daily activities to foster a seamless continuity of life and practice.&#8220;) im Home-Care-Bereich zu realisieren. Dabei geht es nicht nur um Therapie, sondern auch um die reproduzierbare Integration in den Alltag der Patienten durch Education (Guided Patient Education &#8211; GPE). Compliance und Adherence sind sowohl beim Athleten als auch beim Patienten zentrale Herausforderungen in der Rehabilitation und Prähabilitation.</p>
<h3>Ordnung aus Komplexität</h3>
<p>Bei der Prähabilitation wirken unterschiedliche Disziplinen mit unterschiedlichen Effekten synergistisch zusammen, wodurch emergente Effekte entstehen. Das Zusammenspiel einfacher Einzelteile eines Systems lässt völlig neue Strukturen entwickeln. Es entsteht Ordnung aus Komplexität. Die Folge sind neue Anforderungen an die Spezialisierung und Expertise aller beteiligten Leistungserbringer und Fachdisziplinen. Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Sportwissenschaftler und Trainer etc. arbeiten und wirken zusammen. Gerade wegen dieser Komplexität ist die Evidenz weiterhin heterogen. Das liegt nicht daran, dass das Konzept der Prähabilitation schwach ist, sondern daran, dass es komplex, multimodal, kontextabhängig und patientenindividuell ist. Gleichzeitig erscheint dieser Weg zunehmend alternativlos.</p>
<h3>Patient als Teil des Systems</h3>
<p>Wenn Prähabilitation präzise, reproduzierbar und indikationsbezogen umgesetzt wird, profitieren sowohl der Patient von einer schnelleren und besseren Genesung als auch das System, das sicherer und wirtschaftlicher wird. Diesen Weg begleitet die sportärztezeitung seit Jahren mit Artikeln in <a href="https://www.the-mind.org/the-mind/issue-7/opinion/"><em>THE MIND</em></a>, den Kongressen und dem Konzept der GME (Guided Medical Education). Wir unterstützen wissenschaftliche Organisationen, Kongresse und Vortragsblöcke im Bereich der Psychoneuroimmunologie und Mind-Body-Medizin, unter anderem im Rahmen des <a href="https://www.psychoneuroimmunologie-kongress.at/">PNI-Kongresses 2026 </a>in Innsbruck, der von <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/schubert-christian/">Prof. Dr. Christian Schubert</a> organisiert und veransatltet wird. Unser Ziel bleibt eine ganzheitlich integrierte und zugleich medizinisch präzise Umsetzung der Prähabilitation. Die sportärztezeitung wird diesen Weg weiter begleiten und bestätigen. Verbindung ist hier das emergente Element der Sportmedizin nach Jahren der teilweise wissenschaftlichen Isolation einzelner Fachbereiche!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 27.05.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Bandscheibenvorfall</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22438/bandscheibenvorfall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Jan Holger Holtschmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 18:57:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22438</guid>

					<description><![CDATA[Bandscheibenvorfälle sind das klassische Krankheitsbild im mittleren Lebensalter und gehen oft mit erheblichen Schmerzen, neurologischen Ausfällen und deutlichen Limitationen im Alltag einher. Nicht selten steht für Patienten sowie für uns [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bandscheibenvorfälle sind das klassische Krankheitsbild im mittleren Lebensalter und gehen oft mit erheblichen Schmerzen, neurologischen Ausfällen und deutlichen Limitationen im Alltag einher. Nicht selten steht für Patienten sowie für uns Behandelnde dabei früh die Frage im Raum, ob eine operative Therapie wirklich erforderlich ist – oder ob eine konsequent durchgeführte konservative Behandlung die bessere Option im Sinne der Patienten darstellt. </b></p>
<p>Gleichzeitig wissen wir, dass 80 – 90 % aller Bandscheibenvorfälle nicht operiert werden müssen, wenn ein strukturiertes, leitliniengerechtes konservatives Vorgehen umgesetzt wird. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie eine moderne, multimodale Komplexbehandlung – wie sie das Konzept der ANOA (Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken) bietet – im klinischen Alltag so früh gedacht und eingesetzt werden kann, dass Patienten langfristig profitieren und unnötige Operationen vermieden werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22488" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-1024x568.jpg" alt="" width="755" height="419" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-1024x568.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-300x166.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-768x426.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-150x83.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-450x250.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226-1200x666.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmit1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Wann wir wirklich operieren müssen – und wann nicht</b></h2>
<p>Ob wir bei einem Bandscheibenvorfall operieren, hängt in vielen Fällen weniger vom MRT-Bild ab als von der konkreten klinischen Situation der Patienten. Dafür ist wichtig zu wissen: Eine notfallmäßige OP-Indikation ist selten und besteht vor allem beim Conus-Cauda-Syndrom mit Inkontinenz, Reithosenanästhesie und ausgeprägten Lähmungen. Ebenso muss bei relevanten Lähmungserscheinungen ab Kraftgrad 3 und schlechter zügig gehandelt werden: Hier ist zwar zunächst eine intensive konservative Therapie mit invasiver Schmerztherapie vertretbar, jedoch darf bei fehlender rascher Besserung die operative Option nicht zu spät diskutiert werden. Abseits solcher Notfallsituationen gilt jedoch, dass „nicht gleich operieren“, sondern zunächst ein konsequentes konservatives Vorgehen im Sinne der Bandscheibenvorfall- Patienten ist. In der täglichen Praxis erleben wir häufig, dass die Entscheidung für oder gegen eine Operation stark von der subjektiven Belastung, den Erwartungen und den bisherigen Therapieerfahrungen der Patienten geprägt ist. Gleichzeitig stoßen in der Praxis ambulante konservative Angebote bei hoher Krankheitsintensität, langer Beschwerdedauer und komplexen psychosozialen Konstellationen rasch an ihre Grenzen. Spätestens an diesem Punkt stellt sich daher nicht die Frage „OP ja oder nein?“, sondern vielmehr: „Ist die bisherige konservative Therapie überhaupt ausreichend multimodal, intensiv und interdisziplinär gewesen – oder braucht der Patient jetzt zunächst eine strukturierte multimodale Komplexbehandlung?“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><strong>Multimodale Komplexbehandlung frühzeitig andenken</strong></h2>
<p>Wenn trotz einer intensiven konservativen Therapie mit einem multimodalen Programm keine ausreichende Besserung erzielt wird, ist die Bandscheiben-OP eine Option, die mit dem Patienten offen zu diskutieren ist. Entscheidend ist jedoch, dass diese Operation nicht „anstatt“, sondern „nach“ einer ernstzunehmenden konservativen Therapie diskutiert wird. In den meisten Fällen führt eine Operation zwar kurzfristig zu einer schnelleren Schmerzlinderung, zeigt mittel- und langfristig aber keine Überlegenheit gegenüber einem konsequenten konservativen Vorgehen. Gerade deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig an eine multimodale Komplexbehandlung nach dem ANOA-Konzept zu denken – insbesondere bei hoher Krankheitsintensität, deutlicher Funktionseinschränkung und drohender Chronifizierung.</p>
<p>Die ANOA ist seit 2002 als medizinisch-wissenschaftliche Vereinigung tätig und bündelt aktuell 38 Mitgliedskliniken in ganz Deutschland. In diesen Kliniken werden Patientinnen und Patienten mit komplexen Schmerz- und Funktionsstörungen des Bewegungssystems, darunter viele Bandscheibenvorfall-Patienten, in einem akut-stationären Setting sowie in einigen der Kliniken auch in einem teilstationären Setting multimodal und interdisziplinär behandelt. Das Konzept wurde über mehr als zwei Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt und zuletzt 2020 grundlegend überarbeitet, um es an die aktuelle wissenschaftliche Evidenz anzupassen. Mittlerweile wurden seit 2003 mehr als 375.000 Patientinnen und Patienten multimodal nach ANOA behandelt – ein eindrucksvoller Beleg für die Versorgungsrelevanz dieser Struktur.</p>
<h2><b>Strukturierte Pfade für komplexe Fälle</b></h2>
<p>Kern des ANOA-Konzeptes ist die akutmedizinische, interdisziplinäre Komplexbehandlung multifaktorieller Erkrankungen des Bewegungssystems mit hoher Krankheitsintensität. Hierzu wurden klar definierte klinische Pfade entwickelt, die sich an den spezifischen Grunderkrankungsformen orientieren: die multimodal-nichtoperative Komplexbehandlung des Bewegungssystems (OPS 8‑977), die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (OPS 8‑918), die multimodale rheumatologische Komplexbehandlung (OPS 8‑983) sowie die teilstationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (OPS 8 – 91c). Bei Bandscheibenvorfall-Patienten mit hoher Krankheitsintensität und komplexer Symptomatik spielt insbesondere der Pfad 1 (OPS 8‑977) eine zentrale Rolle, während chronifizierte Schmerzverläufe im Pfad 2 (OPS 8‑918) abgebildet werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22507" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-1024x823.jpg" alt="" width="755" height="607" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-1024x823.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-300x241.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-768x617.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-150x121.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-450x362.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226-1200x965.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/05/Holtschmitt2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<p>In allen Behandlungspfaden ist eine interdisziplinäre Diagnostik zur Indikationsstellung für die stationäre Komplexbehandlung obligatorisch; dabei werden behandlungsrelevante Diagnosen insbesondere unter funktionellen Gesichtspunkten erarbeitet, die Behandlungsschwerpunkte interdisziplinär bestimmt und der passende klinische Pfad festgelegt. Im weiteren Verlauf der Komplexbehandlung wird die akutmedizinische Behandlungsnotwendigkeit kontinuierlich überprüft und der indi­­vi­duelle Behandlungsverlauf in regelmäßigen interdisziplinären Teambesprechungen evaluiert. Gerade für Bandscheiben-vorfall-­Patienten mit drohender Chronifizierung ermöglicht diese strukturierte Vorgehensweise, somatische, funktionelle und psychosoziale Faktoren in ein konsistentes Therapiekonzept zu integrieren, anstatt sie isoliert zu behandeln.</p>
<h2><strong>Was das ANOA-Konzept auszeichnet: Mehr Zeit, mehr Team, mehr Wirkung </strong></h2>
<p>Dieses Konzept geht weit über die reine Schmerzreduktion hinaus. Ziel ist eine wirksame und nachhaltige Verbesserung der Funktionsfähigkeit und damit der Lebensqualität – kurz: die Patienten sollen ihre Schmerzen am Bewegungssystem kurz- und langfristig besser bewältigen können. Besonders hervorzuheben ist der ganzheitliche Behandlungsansatz. In den ANOA-Kliniken werden nicht nur die körperlichen Ursachen der Schmerzerkrankung am Bewegungssystem betrachtet, sondern auch die multifaktoriellen Aspekte, die dazu geführt haben, dass ein zunächst „banales Rückenproblem“ sich zu einem komplexen Beschwerdebild mit hoher Krankheitsintensität entwickelt hat. Hierzu gehören soziale, berufliche und emotionale Einflüsse ebenso wie ungünstige Bewältigungsstrategien oder auch Angst-Vermeidungs-Muster. Erst auf dieser Grundlage kann eine individuelle, langfristig wirksame Behandlungsstrategie entwickelt werden, die über das reine „Symptombekämpfen“ hinausgeht. Ein zweites zentrales Merkmal ist das interdisziplinäre Team – enge Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Fachärzten, Physiotherapeuten, klinischen Psychologen, Masseuren, Sozialarbeitern und speziell geschultem Pflegepersonal. Diese Form der Zusammenarbeit ist im Bereich der stationären Behandlung von Rückenbeschwerden in Deutschland nach wie vor nicht selbstverständlich. Für Bandscheibenvorfall-Patienten bedeutet dies, dass somatische, psychologische und soziale Aspekte der Erkrankung aufeinander abgestimmt behandelt werden.</p>
<p>Hinzu kommen eine hohe Therapiedichte und mehr Zeit für die Behandlung. Während in „normalen“ Kliniken für die stationäre Behandlung von Rückenschmerzen häufig nur wenige Tage vorgesehen sind, stehen Patientinnen und Patienten in ANOA-Kliniken durchschnittlich etwa zwei Wochen als Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Diese verlängerte Behandlungsdauer kann über die OPS-Strukturen (8‑977, 8‑918, 8‑983) regulär mit den Krankenkassen abgerechnet werden und schafft den nötigen Rahmen, um komplexe Verläufe tatsächlich multimodal zu behandeln, statt sie nur anzuschneiden. Das ANOA-Cert-Qualitätssiegel stellt darüber hinaus sicher, dass das Konzept im klinischen Alltag der zertifizierten Klinik qualitativ hochwertig und einheitlich umgesetzt wird – ein wichtiger Kompass für Patienten und zuweisende Ärztinnen und Ärzte.</p>
<h2><b>Praktische Konsequenzen für Behandelnde<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Für Fachärzte in der sportmedizinischen, orthopädischen und unfallchirurgischen Versorgung ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Bandscheibenvorfälle sollten nicht vorschnell operiert, sondern frühzeitig im Kontext einer strukturierten, multimodalen Komplexbehandlung gedacht werden. Typische Kandidaten für eine Zuweisung in eine ANOA-Klinik sind Patienten mit hoher Schmerzintensität, deutlicher funktioneller Einschränkung, langer Beschwerdedauer, immer wiederkehrenden Beschwerden oder ausgeprägten psycho-<br />
sozialen Belastungsfaktoren. Ebenso sollten Patienten, bei denen trotz ambulanter, vermeintlich konservativer Therapie eine OP diskutiert wird, kritisch daraufhin geprüft werden, ob sie bislang tatsächlich eine multimodale, interdisziplinäre Behandlung erhalten haben – oder ob dies der nächste sinnvolle Schritt vor der Operation sein kann. In der Praxis kann dies bedeuten, frühzeitig mit den regionalen ANOA-Kliniken in Kontakt zu treten, Zuweisungswege zu klären und Patienten aktiv über diese Behandlungsoption zu informieren. Gerade im sportmedizinischen Setting, in dem der Druck zur raschen Wiederherstellung der Belastbarkeit oftmals sehr hoch ist, lohnt es sich, mit den Betroffenen offen über die mittel- und langfristigen Ergebnisse konservativer, multimodaler Konzepte zu sprechen.<span class="Apple-converted-space"> Die Erfahrung aus mehr als zwei Jahrzehnten ANOA zeigt, dass eine gut strukturierte, multimodale Komplexbehandlung nicht nur Operationen vermeiden kann, sondern sehr häufig auch zu einer nachhaltigen Schmerzreduktion, einer deutlich verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit und somit zu einer hohen Patientenzufriedenheit führt. </span></p>
<h2><b>Fallbeispiel Multimodale Konservative Orthopädie</b></h2>
<p>Patient, 43 Jahre alt, Angestellter mit überwiegend sitzender Tätigkeit. In seiner Freizeit spielt er Fußball und klagt seit über einem halben Jahr über lumbalischialgieforme Beschwerden im linken Bein, ausgehend von der LWS über das Gesäß entlang des Oberschenkels bis in den großen Zeh ziehend. Die Beschwerden treten insbesondere bei längerem Stehen und nach dem Fußballtraining auf. Wenn die Beschwerden besonders stark sind, treten auch Hypästhesien entsprechend dem Dermatom L5 im linken Bein auf. Zudem kommt es in diesen Phasen zu passageren Schwächen der Fuß- und Großzehenhebung (Kraftgrad 4 / 5).</p>
<p>Zunächst wurde eine Therapie mit Ibuprofen 600 mg dreimal täglich unter Protonenpumpenhemmerschutz begonnen. Dies führte zwar zu einer kurzfristigen Schmerzlinderung, jedoch nicht zu einer nachhaltigen Beschwerdeverbesserung. Das anschließend durchgeführte MRT zeigte einen Bandscheibenvorfall L4 / L5 links lateral. Darüber hinaus leidet der Patient unter einem oral eingestellten Diabetes mellitus sowie einem ebenfalls medikamentös behandelten milden Hypertonus. Beim niedergelassenen Orthopäden erhielt er eine Verordnung für Physiotherapie (zwei 6er-Rezepte, insgesamt 12 Anwendungen). Darüber hinaus wurden keine weiteren Therapien durchgeführt. Bei persistierenden Schmerzen und einer Arbeitsunfähigkeit über 8 Wochen erfolgte schließlich die stationäre Aufnahme zur multimodalen Komplextherapie am Bewegungssystem (OPS 8 – 977). Im Rahmen des stationären Aufnahmeprozederes wurden sowohl neuroorthopädische, manualmedizinische als auch schmerzmedizinische Diagnostiken durchgeführt. Bei bereits vorliegendem aktuellem MRT der LWS wurde zusätzlich zum Ausschluss einer Wirbelsäulenfehlstellung eine 4D-Optrimetrie durchgeführt. Im Rahmen der psychotherapeutischen Diagnostik wurde u. a. der Stresslevel erhoben, der aufgrund beruflicher Belastung deutlich erhöht war. Es wurde dann in der Klinik zeitnah ein multimodales Therapieprogramm eingeleitet, das Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie, verschiedene Verfahren der physikalischen Therapie sowie psychotherapeutische Entspannungsverfahren umfasste. Im Rahmen der interventionellen Schmerztherapie, die sich bei einer solchen Schmerz- und Befundkonstellation als sehr hilfreich erwiesen hat, wurde sowohl eine segmentale Infiltration auf Höhe des betroffenen Bandscheibenfaches nervenwurzelnah durchgeführt als auch eine Facettengelenkinjektion im betroffenen Segment vorgenommen. Hierbei hat sich die Kombination aus Lokalanästhetikum und Cordicoid als wirksam erwiesen. Alternativ wären hier auch Injektionen mit autologem konditioniertem Plasma in Betracht gekommen. Im Rahmen der Ernährungsberatung wurden dem Patienten Hinweise für eine antientzündliche Ernährungsweise an die Hand gegeben. Gerade bei derart hartnäckigen schmerztherapeutischen Verläufen erweist sich die multimodale Herangehensweise in intensivierter Form als besonders effektiv.</p>
<p>Der Patient konnte nach 12 Tagen aus dem stationären Setting in eine weiterführende ambulante Therapie entlassen werden. Im Verlauf des stationären Aufenthaltes ließ sich eine Beschwerdelinderung von Schmerzgrad VAS 8 auf VAS 3 erreichen, sodass von einem erfolgreichen Therapieergebnis gesprochen werden kann.<span class="Apple-converted-space">  </span>Für das weitere Outcome wird es wichtig sein, dass der Patient kontinuierlich an einem wirbelsäulenstabilisierenden ambulanten Trainingsprogramm teilnimmt.</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>Die meisten Bandscheibenvorfälle müssen nicht operiert werden. Entscheidend ist, dass wir bei hoher Krankheitsintensität und drohender Chronifizierung frühzeitig an eine multimodale Komplexbehandlung denken und Patientinnen und Patienten strukturiert in entsprechende Angebote einbinden. Das ANOA-Konzept hat sich in den vergangenen 24 Jahren als Goldstandard der nichtoperativen orthopädischen und schmerzmedizinischen Versorgung des Bewegungssystems etabliert und bietet mit seinen klar definierten Pfaden, interdisziplinären Teams, hoher Therapiedichte und mehr Zeit für die Behandlung einen Rahmen, der im Sinne der Betroffenen wirkt. Im Alltag heißt das: nicht gleich operieren – sondern frühzeitig multimodal und ganzheitlich denken.</p>
<p>Weiterführende Informationen finden interessierte Kolleginnen und Kollegen auf der ANOA-Homepage im Bereich für Ärzte unter <a href="http://www.anoa-kliniken.de/aerzte.html">www.anoa-kliniken.de/aerzte.html</a>.</p>
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		<title>Innovation, Prävention und Athletenmanagement</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22434/innovation-praevention-und-athletenmanagement/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Florian Pfab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 18:57:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Das von der Firma Arthrex veranstaltete. Symposium Professional Sports Treatment unter der organisatorischen Leitung von Max Rauffer und meiner wissenschaftlichen Leitung fand erstmalig mit einer Beteiligung von Sportmedizinern aus über [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Das von der Firma Arthrex veranstaltete. Symposium Professional Sports Treatment unter der organisatorischen Leitung von Max Rauffer und meiner wissenschaftlichen Leitung fand erstmalig mit einer Beteiligung von Sportmedizinern aus über 25 Nationen im SAP Sports Garden in München, statt.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Es zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die moderne Sportmedizin im Hochleistungsbereich weiterentwickelt: weg von isolierten Therapieentscheidungen, hin zu integrierten Versorgungskonzepten, datenbasiertem Monitoring und individualisierten Strategien für Training, Rehabilitation, Prävention, Therapie und Return to Play. Die Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von medizinischer Governance im Profifußball über neuromodulative Verfahren bis hin zu Präzisions-Ernährung und operativen Innovationen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den Auftakt bildete <strong>Daniel Schmieding</strong> mit dem Vortrag <strong>„Arthrex Vision and Innovation / Future of Sports Medicine“</strong>. Er stellte die Entwicklung von Arthrex als Innovations- und Ausbildungsplattform der orthopädischen Sportmedizin dar. Im Mittelpunkt standen nicht nur technische Produktentwicklungen, sondern vor allem der Anspruch, chirurgische Präzision, Medical Education und digitale Zukunftsformate enger miteinander zu verbinden. Mit Blick auf den geplanten Campus Munich 2028 wurde deutlich, dass moderne Sportmedizin zunehmend als Netzwerk aus Forschung, Weiterbildung, klinischer Anwendung und digitaler Unterstützung verstanden wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Einen praxisnahen Einblick in die medizinischen Strukturen des englischen Spitzenfußballs gab <strong>Prof. Dr. Mark Gillett</strong> in seinem Vortrag <strong>„Current Medical Standards &amp; Strengths in the Premier League“</strong>. Er zeigte, wie hoch die Anforderungen an medizinische Teams in der Premier League sind – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsdruck, Spielerwohl und medizinischer Unabhängigkeit. Themen wie Matchday-Standards, das Management von Kopfverletzungen, akute Notfallversorgung und Governance-Strukturen verdeutlichten, dass professionelle Sportmedizin heute weit über Diagnostik und Therapie hinausgeht. Entscheidend ist ein klar geregeltes System, das schnelle Entscheidungen ermöglicht und gleichzeitig die Gesundheit des Athleten konsequent priorisiert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit <strong>Dr. Daniel Broman</strong> rückte anschließend die medizinische Versorgung innerhalb einer Multi-Club-Organisation in den Fokus. Sein Vortrag <strong>„Medical Services at a Multi-Club Organisation – City Football Group“</strong> zeigte, wie komplex medizinisches Arbeiten wird, wenn mehrere Vereine, Länder, Spielphilosophien und Belastungsprofile in einer gemeinsamen Struktur zusammengeführt werden. Broman erläuterte die Bedeutung von Surveillance, Significant Event Analysis und standardisierten Reha-Prozessen. Besonders praxisrelevant war der Ansatz einer zentral gesteuerten, Kriterien-basierten Rehabilitation, bei der objektive Return-to-Play-Kriterien ebenso berücksichtigt werden wie psychologische Readiness und die langfristige Belastbarkeit des Spielers.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Performance-Aspekt wurde durch <strong>Dan Lorang</strong> mit dem Vortrag <strong>„How to Reach Maximum Athlete’s Performance“</strong> vertieft. Lorang machte deutlich, dass maximale Leistungsfähigkeit nicht aus einem einzelnen Faktor entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel von Trainingssteuerung, Monitoring, Regeneration, Ernährung, Hitzetraining und mentaler Stabilität. Moderne Technologien wie Artificial Intelligence oder Digital-Twin-Modelle können Prozesse unterstützen, ersetzen aber nicht das Fundament erfolgreicher Athletenbetreuung: Vertrauen, Kommunikation, Eigenverantwortung und ein tiefes Verständnis für den individuellen Sportler. Gerade dieser Transfer zwischen Datenanalyse und menschlicher Führung prägt die aktuelle Entwicklung im Hochleistungssport.</p>
<p style="font-weight: 400;">Einen neurofunktionellen Blick auf Verletzungsentstehung und Leistungsoptimierung präsentierte <strong>Dr. Alejandro Elorriaga Claraco</strong> in <strong>„Neuromodulation Techniques for Optimization of Sports Performance and Injury Care“</strong>. Sein Ansatz stellte nicht allein die strukturelle Läsion in den Vordergrund, sondern die funktionelle Steuerung von Bewegung, Schmerz und Gewebespannung. Konzepte wie Force-Management-Systeme, neuromotorische Hemmungen, Neurofunctional Electroacupuncture und Soft Tissue Microconditioning wurden als mögliche Bausteine vorgestellt, um Bewegungsqualität, Schmerzkontrolle und Belastbarkeit zu verbessern. Der Vortrag unterstrich, dass nicht-traumatische Beschwerden im Sport häufig multifaktoriell entstehen und entsprechend differenziert adressiert werden müssen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit <strong>Prof. Dr. Johannes Scherr</strong> kam ein weiterer zentraler Baustein moderner Athletenbetreuung zur Sprache: die Ernährung. In <strong>„Precision Nutrition for High Performance“</strong> stellte er die Grenzen klassischer One-size-fits-all-Empfehlungen heraus und zeigte, warum Ernährungsstrategien im Spitzensport zunehmend individualisiert werden müssen. Dabei ging es nicht um pauschale Supplementierung, sondern um datenbasierte Entscheidungen unter Berücksichtigung von Belastung, Stoffwechsel, Biomarkern und sportartspezifischen Anforderungen. Beispiele wie Vitamin D, Koffein und PRP verdeutlichten, dass personalisierte Ansätze vielversprechend sind, im Leistungssport aber weiterhin kritisch validiert und gezielt eingesetzt werden müssen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den operativ-konservativen Anschluss bildete <strong>Prof. Dr. Stefan Hinterwimmer</strong> mit <strong>„Innovative Strategies in Conservative and Operative Athlete’s Management“</strong>. Er stellte heraus, dass Athletenmanagement nicht nach starren Algorithmen funktionieren kann. Am Beispiel von Kreuzbandverletzungen und begleitenden Pathologien wurden konservative Therapieoptionen wie PRP oder Stammzelltherapien, operative Strategien, Fixationsinnovationen, LET-/ALL-Konzepte sowie knöcherne Korrekturen wie die Slope-Correction diskutiert. Entscheidend sei die individuelle Analyse von Verletzungsmuster, Sportart, Risikoprofil und Zielsetzung des Athleten.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Regenerative und orthobiologische Themen</strong> &#8211; PRP, Stammzellen, Nanoscope-Anwendungen und personalisierte Injektionsstrategien &#8211; werden über <strong>Dr. Vladimir Machacek</strong> adressiert. Er stellte u.a. heraus wie orthobiologische Verfahren wie ACP sinnvoll auch im operativen Setup eingesetzt und dadurch Ergebnisse verbessert werden können.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zwei weitere große Highlights waren zum Einen ein <strong>Live Interview von den Olympischen Winterspielen</strong>Milano/Bormio mit <strong>Dr. Andrea Panzeri</strong>, der u.a. über die komplexe medizinische  Infrastruktur und hochmoderne Standards bei den Spielen berichtete.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zum Anderen gab <strong>Harry Kane</strong> in einem erfrischend ehrlichen und sympathischen <strong>Interview Einblicke in die Denkweisen eines hochprofessionellen Athleten</strong>, bevor er am selben Abend maßgeblich zum Sieg des FC Bayern München im DFB Pokal gegen RB Leipzig beitrug.</p>
<p style="font-weight: 400;">Insgesamt machte das Symposium deutlich: Die Zukunft der Sportmedizin liegt in der präzisen Verzahnung von Innovation, klinischer Erfahrung und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Erfolgreiches Athletenmanagement bedeutet heute, medizinische Exzellenz, Performance-Denken und langfristige Gesundheitsstrategien konsequent zusammenzuführen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cryotherapy</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22385/cryotherapy-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Tobias Würfel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:31:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[ELMAKO]]></category>
		<category><![CDATA[INT26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22385</guid>

					<description><![CDATA[Miranda JP, et al. Effectiveness of cryotherapy on pain intensity, range of motion, swelling and function in the postoperative care of musculoskeletal disorders: a systematic review and meta-analysis of randomised [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Miranda JP, et al. Effectiveness of cryotherapy on pain intensity, range of motion, swelling and function in the postoperative care of musculoskeletal disorders: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Br J Sports Med. 2025 Oct 5:bjsports-2024 109497. doi: 10.1136/bjsports-2024-109497. Epub ahead of print. PMID: 41047148.</em></p>
<p><b>The use of cold therapy has been an established measure in the postoperative treatment of musculoskeletal injuries and operations for many years. The aim is to relieve pain, reduce swelling, and improve range of motion at an early stage. A recent systematic review and meta-analysis has now summarized and critically evaluated the existing evidence on this topic.</b></p>
<p>The analysis included 28 randomized controlled trials comparing various forms of cryotherapy with no cold application. Pain intensity, range of motion (ROM), swelling, and functional recovery were evaluated. Overall, cryotherapy showed significant advantages in terms of pain reduction and mobility in the immediate, short-term, and medium-<br />
term postoperative phases. However, some of the effect sizes found were below the clinically relevant threshold (MCID), indicating rather moderate absolute improvements.</p>
<p>Small to moderate positive effects were observed in terms of range of motion, while only limited differences were observed for swelling and function. Nevertheless, the overall picture suggests that cold applications can make a supportive contribution to multimodal rehabilitation concepts – especially in the early stages of healing, when pain and tissue reaction limit the range of motion. A subgroup analysis showed that controlled cryo-compression systems tend to achieve more favorable effects than conventional applications with ice or gel packs. These devices were found to significantly reduce pain intensity (mean difference −1.03 points) and improve range of motion (mean +11.5°). These advantages are probably due to the combination of cooling and simultaneous compression, which affects both local blood flow and tissue pressure. However, it should be noted that the research situation is heterogeneous overall and the quality of the evidence was only low to moderate. In addition, almost all of the included studies refer to direct cooling methods– i.e., applications in which the cold is transferred directly to the skin via ice, gel packs, or cooling compression devices.</p>
<p>Other methods have hardly been investigated in the literature to date. Hyperbaric CO₂ cold therapy, in which compressed, expanding carbon dioxide is applied to the skin, is only found in individual case reports or small pilot studies. Cold air methods, in which convective heat removal is achieved by means of a fan, have also been researched only marginally to date. For both methods, there are currently no reliable randomized studies on postoperative application. Accordingly, it is not currently possible to make any well-founded statements about their effectiveness or their significance in comparison to established direct cooling methods.</p>
<p>Conclusion: Cryotherapy remains a useful measure in the postoperative management of musculoskeletal surgery, especially for short-term pain and swelling reduction. Although the observed effects are often below the clini­cally relevant threshold, they indicate a supportive effect within a comprehensive rehabilitation concept. Combinations of cold and compression appear to be somewhat more effective than simple ice applications. At the same time, the analysis reveals significant gaps in research: Indirect methods such as hyperbaric CO₂ cold therapy or cold air coo­ling have not yet been sufficiently investigated and should be given greater consideration in future studies in order to evaluate the entire spectrum of cryotherapy on a scientific basis.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Scientific Medical Education Board 2026</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22394/scientific-medical-education-board-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Erbeldinger&nbsp;,&nbsp;Masiar Sabok Sir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:25:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22394</guid>

					<description><![CDATA[Die sportärztezeitung entwickelt ihren klassischen „wissenschaftlichen Beirat“ bewusst weiter zu einem Scientific Medical Education Board. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die formale Repräsentation, sondern eine klare Ausrichtung auf Education, Anwendungskompetenz [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die sportärztezeitung entwickelt ihren klassischen „wissenschaftlichen Beirat“ bewusst weiter zu einem <strong data-start="83" data-end="113">Scientific Medical Education Board</strong>. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die formale Repräsentation, sondern eine klare Ausrichtung auf Education, Anwendungskompetenz und klinische Relevanz innerhalb der Sportmedizin.</p>
<p data-start="296" data-end="927">Die Besetzung erfolgt strukturiert und eigenständig anhand nachvollziehbarer Kriterien: fachliche Qualität, praktische Erfahrung im konservativen, physikalischen und sportmedizinischen Kontext sowie die aktive Bereitschaft, Wissen zu vermitteln und weiterzuentwickeln. Ergänzend ist das <strong data-start="583" data-end="655">Engagement im Dienst der Sportmedizin – regional wie international –</strong> ein zentraler Maßstab. Gemeint ist der konkrete Beitrag zur Weiterentwicklung von Anwendung, Ausbildung und Patientenversorgung. Dabei haben <strong data-start="797" data-end="832">immaterielle medizinische Werte</strong> wie Haltung, Integrität, Verlässlichkeit und kollegialer Austausch einen festen Stellenwert.</p>
<p data-start="929" data-end="1223">Die Mitgliedschaft ist dynamisch angelegt und wird regelmäßig neu bewertet. Entscheidend ist nicht die formale Zugehörigkeit, sondern der kontinuierliche Beitrag zur Sache: eine praxisnahe, evidenzinformierte und umsetzbare Sportmedizin. Die Teilnahme an unseren Fortbildungen – nicht nur als Referent –, die Erstellung von Fachartikeln sowie der direkte edukative Austausch bilden die Grundlage für Auswahl und Weiterentwicklung des Boards. Ergänzend berücksichtigen wir Empfehlungen aus dem Kreis aktiver Mediziner, Therapeuten und Wissenschaftler.</p>
<p data-start="1541" data-end="1953">Die sportärztezeitung übernimmt dabei bewusst die kuratierende und gestaltende Rolle: als Plattform, die Inhalte bündelt, einordnet und in die Anwendung bringt. Auf dieser Basis treffen wir die finalen Entscheidungen über Aufnahme, Fortführung oder Beendigung einer Zusammenarbeit – klar orientiert an Qualität, Aktivität und dem konkreten Beitrag zur Education im konservativen und sportmedizinischen Kontext.</p>
<p data-start="1955" data-end="2038" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong data-start="1955" data-end="2038" data-is-last-node="">Unsere Mission ist die globale GME – Guided Medical Education der Sportmedizin.</strong></p>
<p data-start="1955" data-end="2038" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Weitere Infos dazu folgen in den nächsten Wochen</p>
<p data-start="1955" data-end="2038" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><em>Veröffentlicht: 30.04.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Type 2 diabetes mellitus</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22382/type-2-diabetes-mellitus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. (FH) PD Dr. Christian Brinkmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:22:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22382</guid>

					<description><![CDATA[Diabetes mellitus (DM) is an alarming global health problem [1]. The disease is often associated with various comorbidities and secondary complications, which, in addition to the suffering of patients, also [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Diabetes mellitus (DM) is an alarming global health problem [1]. The disease is often associated with various comorbidities and secondary complications, which, in addition to the suffering of patients, also leads to a considerable economic burden [2]. According to estimates, approximately 589 million people worldwide were affected in 2024, and this number is expected to rise dramatically in the coming years [3].</b></p>
<p>In Germany, at least 9 million people currently live with DM [4]. Over 90 % of these patients have type 2 DM. Lifestyle changes can have multiple positive effects for them, including improved glycemic control [5]. In some cases, especially when the disease is not yet advanced, these changes can even lead to remission of the disease [6]. Therefore, a healthy diet and regular exercise are highly recommended as effective treatment methods [7].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Diets and exercise programs</b></h2>
<p>Various diets are being discussed for improving blood sugar control (HbA1c), insulin sensitivity, or beta cell function, including low-carbohydrate diets, low-fat diets, a Mediterranean diet, and various energy-restricted diets. There is still disagreement about which diet is most effective for managing type 2 DM [8]. In addition to changes in dietary habits, regular physical exercise is an established approach to improving the health of people with type 2 DM [9]. The question arises which diets and exercise programs can best be combined to maximize positive health effects in this patient group.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In a recently published systematic review, we included studies that combined different diets with the same exercise program in people with type 2 DM [10].</p>
<p>Energy-restricted low-carb diets with either high-fat or high-protein content showed superior effects in terms of some outcomes (medication dose, lipid profile, well-being) compared to diets with a higher carbohydrate content (in endurance or strength plus endurance training at moderate intensities). Other diets in direct comparison and in combination with exercise still need to be researched. In calorie-restricted diets, as well as in treatment with incretin mimetics for weight loss, targeted exercise interventions (especially strength training programs) can significantly reduce or even prevent the loss of muscle mass (which usually accompanies weight loss through calorie restriction) [11]. This is an important point, especially for people with type 2 DM, because a large proportion of the absorbed glucose is taken up by the muscles. In this case, more muscle mass means a higher likelihood for faster and more effective glucose clearance. Adequate protein intake is also crucial for optimizing the effects of strength training [12]. Another promising approach is the targeted combination of superfood consumption with exercise. For example, the consumption of certain foods, such as those with a high (poly)phenol content and correspondingly strong antioxidant effect (such as aronia berries), can have positive effects on chronic inflammation and glucose homeostasis in people with type 2 DM [13]. When it comes to exercise, timing is crucial.</p>
<p>Exercise-induced transient increases in oxidative stress are important for triggering training adaptations. Consuming foods with strong antioxidant properties too close to the time of exercise could therefore have a negative effect on long-term adaptations [14]. Exercise can also enhance the regene­ration-promoting and anabolic effects of some superfoods. In a recent pilot study, we investigated the effects of daily consumption of a red berry juice with a high aronia content during a strength/endurance training intervention in individuals with prediabetes. After just two weeks, benefits for muscle mass were already evident compared to placebo [15].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Conclusion and outlook</b></h2>
<p>For people with type 2 DM, lifestyle interventions that integrate both diet and exercise hold significant potential. Low-carb diets combined with exercise currently promise the most positive effects in direct comparison with classic macronutrient distribution. However, it should be noted that there currently only few studies investigating the combined effects of other diets and exercise in this particular patient group (especially those providing direct comparisons of different diets alongside the same exercise intervention). When aiming for weight loss, dietary or pharmacological measures should be accompanied by strength training to reduce or even prevent the loss of muscle mass. An adequate intake of protein is important in this context. Consuming certain superfoods and exercising can also be particularly effective for some outcomes. Further studies are needed to investigate the combined effects of diet and exercise in people with type 2 DM.<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literature</p>
<p style="font-weight: 400;">1 International Diabetes Federation. IDF Diabetes Atlas 11th Edition; International Diabetes Federation: Brussels, Belgium, 2025.</p>
<p style="font-weight: 400;">2 Tomic D, Shaw JE, Magliano DJ. The burden and risks of emerging complications of diabetes mellitus. Nat Rev Endocrinol 2022; 18: 525–539.</p>
<p style="font-weight: 400;">3 Kiran, SR, Sureka, RK. Prevalence of diabetes mellitus and its associated comorbidities: A population based study. Int J Community Med Public Health 2024; 11: 2085–2090.</p>
<p style="font-weight: 400;">4 Deutsche Diabetes Gesellschaft. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2024—Die Bestandsaufnahme; Deutsche Diabetes Gesellschaft: Berlin, Germany, 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">5 Magkos F, Hjorth MF, Astrup A. Diet and exercise in the prevention and treatment of type 2 diabetes mellitus. Nat Rev Endocrinol 2020; 16: 545–55.</p>
<p style="font-weight: 400;">6 Lean ME, Leslie WS, Barnes AC, Brosnahan N, Thom G, McCombie L, Peters C, Zhyzhneuskaya S, Al-Mrabeh A, Hollingsworth KG, Rodrigues AM, Rehackova L, Adamson AJ, Sniehotta FF, Mathers JC, Ross HM, McIlvenna Y, Stefanetti R, Trenell M, Welsh P, Kean S, Ford I, McConnachie A, Sattar N, Taylor R. Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial. Lancet 2018;10: 541-551.</p>
<p style="font-weight: 400;">7 Esefeld K, Kress S, Behrens M, Zimmer P, Stumvoll M, Thurm U, Gehr B, Halle M, Brinkmann C. Diabetes, Sports and Exercise. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2025; 133: 343-353.</p>
<p style="font-weight: 400;">8 Papamichou D, Panagiotakos DB, Itsiopoulos C. Dietary patterns and management of type 2 diabetes: A systematic review of randomised clinical trials. Nutr Metab Cardiovasc Dis 2019; 29: 531–543.</p>
<p style="font-weight: 400;">9 Garcia SP, Cureau FV, Iorra FQ, Bottino LG, R C Monteiro LE, Leivas G, Umpierre D, Schaan BD. Effects of exercise training and physical activity advice on HbA1c in people with type 2 diabetes: A network meta-analysis of randomized controlled trials. Diabetes Res Clin Pract 2025; 221: 112027.</p>
<p style="font-weight: 400;">10 Amerkamp J, Benli S, Isenmann E, Brinkmann C. Optimizing the lifestyle of patients with type 2 diabetes mellitus &#8211; Systematic review on the effects of combined diet-and-exercise interventions. Nutr Metab Cardiovasc Dis 2025; 35: 103746.</p>
<p style="font-weight: 400;">11 Gross K, Brinkmann C. Why you should not skip tailored exercise interventions when using incretin mimetics for weight loss. Front Endocrinol (Lausanne) 2024; 15: 1449653.</p>
<p style="font-weight: 400;">12 Morton RW, Murphy KT, McKellar SR, Schoenfeld BJ, Henselmans M, Helms E, Aragon AA, Devries MC, Banfield L, Krieger JW, Phillips SM. A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. Br J Sports Med 2018; 52: 376–384.</p>
<p style="font-weight: 400;">13 Simeonov SB, Botushanov NP, Karahanian EB, Pavlova MB, Husianitis HK, Troev DM. Effects of Aronia melanocarpa juice as part of the dietary regimen in patients with diabetes mellitus. Folia Med 2002; 44: 20–23.</p>
<p style="font-weight: 400;">14 Margaritelis NV, Theodorou AA, Paschalis V, Veskoukis AS, Dipla K, Zafeiridis A, Panayiotou G, Vrabas IS, Kyparos A, Nikolaidis MG. Adaptations to endurance training depend on exercise-induced oxidative stress: exploiting redox interindividual variability. Acta Physiol (Oxf) 2018; 222</p>
<p style="font-weight: 400;">15 Valder S, Schick F, Pietsch N, Wagner T, Urban H, Lindemann P, Riemer L, Quenzer S, Herdegen V, Diel P, Isenmann E, Brinkmann C. Effects of two weeks of daily consumption of (poly)phenol-rich red berry fruit juice, with and without high-intensity physical training, on health outcomes in individuals with pre-diabetes mellitus. Nutr Metab Cardiovasc Dis 2025: 104121.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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