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	<title>Therapie Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Therapie Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Schambeinentzündung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22690/schambeinentzuendung-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Michael Rettler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern und Menschen mit hoher Belastung des Beckens auf und gehört zu den Überlastungs-<br />
syndromen des Beckens. In der medizinischen Fachliteratur wird von einer Inzidenz von bis zu 20 % insbesondere bei Fußballern ausgegangen [6].</b></p>
<h2><b>Anatomischer Hintergrund – wo ist das Problem?</b></h2>
<p>Die Schambeinfuge ist ein faserknorpeliges Gelenk, das die beiden Schambeinanteile des Beckens verbindet. Es ist von starken Bändern stabilisiert und dient als Ansatzpunkt für wichtige Muskelgruppen:</p>
<ul>
<li>Hüftadduktoren (M. adductor longus, brevis et magnus, M. gracilis)</li>
<li>Bauchmuskeln (M. rectus abdominis) [1]</li>
</ul>
<p>Warum ist das wichtig? Bei Belastung (Laufen, Sprinten, Kicken) wirken enorme Scher- und Zugkräfte über diese Strukturen. Bei wiederholter Überbeanspruchung können Mikroverletzungen und entzündliche Veränderungen entstehen [1].</p>
<h2><b>Ursachen &amp; Risikofaktoren</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung entsteht meist durch wiederholte Überlastung (Microtrauma) und ungleiche Kräfte im Beckenbereich. Häufige Auslöser sind:</p>
<ul>
<li>Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, z. B. Fußball, Hockey, Sprinten – durch starke Adduktor- und Hüftbelastung [1]. Vermutung: Im Vergleich zu Naturrasen bietet Kunstrasen oft eine höhere Traktion (besserer Halt). Abrupte Richtungswechsel, Antritte und Stopps bei hoher Traktion erzeugen starke Zugkräfte der Adduktoren und Bauchmuskeln am Schambein.</li>
<li>Überbeanspruchung durch Training und Wettkampf – besonders ohne ausreichende Regeneration [3]</li>
<li>Muskelungleichgewichte bzw. schlechte Rumpfstabilität – Bauch-, Hüft- oder Beckenmuskulatur nicht ausreichend trainiert [3]</li>
<li>Andere Ursachen (seltener): Schwangerschaft, Geburt oder Becken-Operationen [4]</li>
</ul>
<h2><b>Typische Symptome</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung zeichnet sich meist durch einen schleichenden Leistenschmerz aus, der durch Belastung verstärkt wird.<span class="Apple-converted-space">  </span>Typische Beschwerden sind Schmerzen im zentralen Beckenbereich, direkt über dem Schambein oder in der Leiste. Diese treten häufig bei Bewegungen wie Gehen, Sprinten, Treppensteigen oder bei Übungen wie Sit-ups auf. Auch Druck auf die Symphyse oder eine Anspannung der Adduktoren kann Schmerzen auslösen. Oft strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel oder die Hüfte aus. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu Ruheschmerzen mit dumpfen, unspezifischen Bauchschmerzen.</p>
<p>Wichtig: Symptome können variieren und beginnen häufig schleichend und zwischen dem radiologischen Befund einer Schambeinentzündung, der häufig mittels einer MRT-Untersuchung gestellt wird und dem klinischen Befund einer Schambeinentzündung muss unterschieden werden. Oftmals wird die Schambeinentzündung erst relevant, wenn die am Schambein ansetzende Muskulatur mit betroffen ist.</p>
<h2><b>Diagnose</b></h2>
<p>Die Diagnose basiert auf der Anamnese und einer klinischen Untersuchung sowie ergänzender Bildgebung. Dabei werden zunächst die Schmerzlokali­sationen erfasst und durch verschiedene Bewegungs- und Funktionstests, wie beispielsweise den Einbein-Stand-Test oder die Untersuchung der Hüftgelenke, weiter differenziert und klinisch eingeordnet. Zur weiteren Abklärung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz: Ein Röntgenbild kann knöcherne Veränderungen wie das „primary“ oder „secondary cleft sign“ zeigen, während ein MRT besonders sensibel entzündliche Veränderungen oder Knochenmarködeme (Abb. 2) sichtbar macht. Zusätzlich kann eine Sonographie eingesetzt werden, um Entzündungen, Flüssigkeitsansammlungen oder Gewebeveränderungen darzustellen und andere Ursachen wie Leistenhernien oder eine weiche Leiste auszuschließen. Daher ist genaue orthopädische Abklärung wichtig, da Leistenschmerzen viele Ursachen haben können [7]. Bei einem Drittel der Patienten besteht gleichzeitig eine Hüftproblematik (FAI).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22693" aria-describedby="caption-attachment-22693" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22693" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22693" class="wp-caption-text">Abb. 2 Osteitis pubis bds. mit Beteiligung der Adduktoren links &gt; rechts</figcaption></figure>
<h2><b>Therapieübersicht</b></h2>
<p>Das oberste Ziel der Behandlung ist die Schmerzreduktion, die Entzündung zu lindern und eine funktionelle Stabilität wiederherzustellen.</p>
<p><b>Stufe 1 </b>Konservative Therapie</p>
<ul>
<li>Ruhe &amp; Belastungsreduktion – Vermeiden von schmerzauslösenden Aktivitäten</li>
<li>Physiotherapie – zentrale Maßnahme zur Stärkung der CORE-Muskulatur nach funktioneller Analyse (am besten mittels EMG).<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Medikamente – Vitamin D; entzündungshemmende Schmerzmittel am Anfang für einen kurzen Zeitraum (z. B. NSARs) kombiniert mit Naturheilkunde und / oder Homöopathie (Bromelain; Traumeel; Cherry Plus, Arnica D6, MSM)</li>
<li>Neuroreflektorische hyperbare CO2-Cryotherapie</li>
<li>Fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT)</li>
<li>Magnetfeldtherapie (Fokussierte Hochenergie-Induktionstherapie mit Dual Field Applikator)</li>
<li>Injektionen mit PRP plus Traumeel direkt ans / ins Os pubis oder im Bereich des Ansatzes des M. gracilis bei secondary cleft sign (Abb.1)</li>
</ul>
<p><b>Stufe 2 </b>Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) mit ca. 20 – 40 Sitzungen bei gescheiterter konservativer Therapie Stufe 1</p>
<p><b>Stufe 3 </b>Operative Therapie – nur selten notwendig, z. B. bei strukturellen Instabilitäten oder begleitenden Leistenproblemen oder Versagen der konservativen Therapie nach einem längeren Zeitraum bei einem primär / secondary cleft sign</p>
<h2><b>Übungsbeispiele – Rehabilitation &amp; Prävention</b></h2>
<p>Diese Übungen dienen zur Förderung von Rumpfstabilität, Hüftkontrolle und Muskelbalance. Sie sollten schmerzfrei und unter Anleitung einer Physiotherapeut: in durchgeführt werden.</p>
<p><b>Core-Stabilität</b></p>
<ul>
<li>Plank (Unterarmstütz) – 3 x 20 – 30 Sek. halten [14]</li>
<li>Seitstütz (Side Plank) – 2 – 3 x 20 Sek. / Seite [14]</li>
</ul>
<p><b>Hüft- und Beckenmobilität:</b></p>
<ul>
<li>Brücke (Bridge) – 3 x 12 Wiederholungen [11]</li>
<li>Dead Bug – 2 – 3 Sätze x 10 Wiederholungen [11]</li>
</ul>
<p><b>Dehnungen</b></p>
<ul>
<li>Adduktoren-Stretch – 2 x 30 Sek. halten [5]<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Hüftbeuger-Stretch – 2 x 30 Sek./Seite [5]</li>
<li>Copenhagen Übungen für die Adduktoren (Abb. 3)</li>
</ul>
<figure id="attachment_22692" aria-describedby="caption-attachment-22692" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22692" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22692" class="wp-caption-text">Abb. 3 Copenhagen-Adduktoren-Übung</figcaption></figure>
<h2><b>Prävention – wie kann man vorbeugen?</b></h2>
<p>Zur Verletzungsprävention im Training ist eine schrittweise Steigerung von Intensität und Umfang notwendig, um Anpassungsprozesse des Körpers zu fördern [4]. Ebenso wichtig sind ausreichende Regenerationsphasen zwischen intensiven Einheiten, um Überlastungen zu vermeiden [4]. Ergänzend tragen gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining der Rumpf-, Hüft- und Oberschenkelmuskulatur sowie ein struk­turiertes Aufwärmen mit anschließenden Dehnübungen – insbesondere für Adduktoren, Hüftbeuger und Rumpf – wesentlich zur Reduktion des Verletzungsrisikos bei, z. B. für den Fußball FIFA 11+ Programm [5].</p>
<h2><b>Prognose</b></h2>
<p>Bei frühzeitiger Diagnose und adäquater konservativer Therapie ist die Prognose in der Regel sehr gut. Viele Betroffene sind nach mehreren Wochen bis Monate wieder beschwerdefrei, insbesondere in Kombination mit konsequenter physiotherapeutischer Arbeit [4].</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">emedicine.medscape.com</li>
<li style="font-weight: 400;">ultrasoun-guided-injections.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">wikism.org</li>
<li style="font-weight: 400;">my.clevelandclinic.org</li>
<li style="font-weight: 400;">liebscher-bracht.com</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.de</li>
<li style="font-weight: 400;">webmd.com</li>
<li style="font-weight: 400;">pubmed.ncbi.nlm.nih.gov</li>
<li style="font-weight: 400;">airedalemsk.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">netdoktor.at</li>
<li style="font-weight: 400;">de.wikipedia.org</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.com</li>
<li style="font-weight: 400;">www.dfb.de</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Magnetic Resonance Therapy in Professional Sports</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22749/magnetic-resonance-therapy-in-professional-sports/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Anna Schreiner&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. med. Götz Welsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 09:33:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22749</guid>

					<description><![CDATA[PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch Injuries are a structural risk in professional soccer—with direct implications for athletic success and significant economic implications. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch</p>
<p><strong>Injuries are a structural risk in professional soccer—with direct implications for athletic success and significant economic implications. Recent analyses from Europe’s top leagues show that several thousand injuries occur per season, resulting in lost wages in the hundreds of millions (Howden Men’s European Football Injury Index 2023 / 24).</strong></p>
<p>Against this backdrop, the importance of efficient rehabilitation strategies is growing. In addition to established methods, attention is increasingly turning to the question of how additional therapeutic components can be meaningfully integrated into existing approaches to further support the healing process and optimize return-to-play times. The study “Magnetic Resonance Therapy as Part of a Combination Therapy in Professional Soccer—One-Year Results, a Case Series,” published last year in the German Journal of Sports Medicine, examines the role of therapeutic magnetic resonance imaging (NMRT or tNMR, also known as KSRT or MBST®) as a complementary component within a multimodal treatment approach in professional soccer. The study was based on a case series from HSV, then a German second-division club (head team physician Prof. G. Welsch), over a period of one year. A total of 13 players with various chronic and acute musculoskeletal injuries, primarily in the lower extremities, were treated with magnetic resonance therapy in addition to their existing standard rehabilitation regimen. The underlying treatment concept was deliberately broad in scope and combined various established measures, including physical therapy interventions, sport-specific rehabilitation training, physical therapies, and complementary nutrition- and recovery-oriented strategies. MBST® was integrated as a new and additional component. This non-invasive method uses magnetic resonance therapy to stimulate cellular metabolic processes in various tissues and support regenerative processes (see also previous articles 2025/2026 in the *sportärztezeitung*).</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22647" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg" alt="" width="755" height="759" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg 1019w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-150x151.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-768x772.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-450x452.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1200x1206.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-120x120.jpg 120w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<p>During the observation period, all participating players were successfully reintegrated into training and competition. The therapy was well integrated into the daily rehabilitation routine and was well accepted by both the players and the support team. No side effects were observed. Furthermore, no re-injuries occurred within the documented period, indicating stable healing processes. The general clinical outcomes, as well as the players’ subjective assessments, were consistently positive. When interpreting the results, it becomes clear that magnetic resonance therapy should be considered particularly within the context of complex, multimodal treatment approaches. Naturally, based on the available data, it is not possible to clearly isolate its effect. At the same time, the results show that the method can be easily integrated into existing structures and makes a supportive contribution to recovery. The cases demonstrate that, particularly in cases of chronic or treatment-resistant conditions—such as those involving tendons or bone metabolism—there may be potential added benefit, and certain gaps in treatment can be addressed with this physical therapy. However, due to the exploratory design and the limited number of cases, these are primarily practical observations. The analysis thus provides an initial structured insight into the application under real-world conditions in professional sports. It is precisely this practical relevance, however, that represents significant added value, as it addresses the feasibility and integration into the performance-oriented daily routine.</p>
<p>In Germany, MBST® is firmly established in therapeutic use as an official partner not only with HSV but also with Holstein Kiel and the Braunschweig Basketball Löwen (team orthopedic physician Dr. N. Fiedler). In the United Kingdom, registry data collection has been underway since last season at the soccer clubs Charlton Athletic and Wrexham AFC, as well as at the rugby club Bath. Data is thus being collected there in a real-world setting. According to Rory Murray (Head of Medical Services, Bath Rugby), the preferred applications of magnetic resonance therapy—which allows players to return to play more quickly—include the treatment of bone fractures, with particularly positive results observed in rib fractures involving cartilage, as well as tendon pathologies. At Charlton Athletic FC (Adam Coe, Head of Medical), over 40 cases of combination therapy with MRI therapy are now being monitored, demonstrating a time advantage in the form of a faster return to play for muscle injuries, tendon and ligament injuries, as well as bone pathologies (data not yet published).</p>
<h2><b>Conclusion</b></h2>
<p>The results of the previously published case series show that magnetic resonance therapy is being used in a practical and meaningful way as a complementary component of combination therapy in professional soccer and offers further potential. Particularly noteworthy are its good practicality, absence of side effects, high acceptance, and the observed stable and, in some cases, faster return-to-play trajectories (in the current analysis of UK registry data). Future analyses—particularly those based on larger registry data sets and spanning multiple clubs—will be crucial for more precisely assessing the significance of this method and defining expanded areas of application—e.g., in the realm of more targeted general recovery as well as prevention. Nuclear magnetic resonance therapy can therefore be regarded as a promising, useful, and relevant component of modern, integrative therapeutic strategies.</p>
<p>This article is based on the detailed original article: <a href="https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/">“Nuclear Magnetic Resonance Therapy as Part of Combination Therapy in Professional Soccer—One-Year Results, a Case Series”</a> (Schreiner AJ, Mulholland K, Evans R, Welsch G. Nuclear magnetic resonance therapy as part of combination therapy in professional soccer—1-year results, a case series. Dtsch Z Sportmed. 2025; 76: 233–238. doi:10.5960/dzsm.2025.647; https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/).</p>
<p>Courtesy of the German Journal of Sports Medicine.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Extreme Sarkopenie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22687/extreme-sarkopenie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Pfeffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22687</guid>

					<description><![CDATA[Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt im Mai 2024 auf [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt<br />
im Mai 2024 auf einem Kreuzfahrtschiff eine schwere Urosepsis und wurde daraufhin in Italien von Bord in ein Krankenhaus gebracht.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da sich der Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde er in ein künstliches Koma gelegt. Für den luftgebundenen Rücktransport nach Deutschland und der bestehenden Ateminsuffizienz wurde der Patient tracheostomiert und beatmet rückverlegt. Nach Entwöhnung von der Beatmung bestand bei ihm eine deutliche Schluckstörung, sodass man sich in der Klinik für die Anlage einer PEG-Sonde entschied. Nach mehreren Komplikationen während des mehrmonatigen stationären Aufenthalts wurde der Patient im Dezember 2024 schließlich untergewichtig, sarkopenisch, mit massiven Spastiken in den Armen und Beinen, inliegendem Tracheostoma und weiterhin bestehender Schluckstörung übergangsweise in eine stationäre Pflege­einrichtung verbracht. Dort entwickelte er unter hochkalorischer Fresubingabe massive Diarrhoen, die zu einem weiteren Gewichtsverlust führten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Patient wurde mir durch die Angehörigen im Januar 2025 zur Ernährungstherapie vorgestellt. Er war zwischenzeitlich mobilisiert und konnte stundenweise im Rollstuhl sitzen. Die häusliche Versorgung erfolgte durch einen 24-Stunden Intensivpflegedienst. Logopädie, Ergo- sowie Physiotherapie erfolgten mehrmals wöchentlich. Eine genaue Gewichtsangabe konnte nicht eruiert werden, da der Patient zuletzt in Italien gewogen wurde. Da keine objektiven Daten zu Gewicht, Muskelmasse und dem Flüssigkeitshaushalt vorlagen, wurde eine Diagnostik auf Sarkopenie durchgeführt. Die Auswertung des SARC-F-Fragebogens ergab einen Wert von 6 Punkten und somit ein positives Screening auf Sarkopenie. Eine Muskelkraftmessung konnte aufgrund der Spastiken in den Händen nicht durchgeführt werden. Bei positivem Befund mittels SARC-F-Fragebogens wird die Durchführung einer <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/4842/bioelektrische-impedanzanalyse/">Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA)</a> als weitere Diagnostik zur Bestätigung der Sarkopenie [1] sowie von den ESPEN Guidelines als Diagnostik und Monitoring bei Mangelernährung und bei Patienten mit Ernährung über PEG-Sonden [2, 3] klar empfohlen. Hierbei lässt sich die Körperzusammensetzung bestimmen, insbesondere die Muskelmasse und das Körperwasser bzw. dessen (intra- und extrazelluläre) Verteilung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die durchgeführte BIA wurde im Liegen durchgeführt, die Gewichtsmessung erfolgte mit einer Sitzwaage. Das Gewicht lag bei 48,9 kg bei einer Körpergröße von 163 cm, der BMI somit bei 18,3 kg/m². Die errechnete Skelettmuskelmasse lag gesamt bei 8,9 kg, was lediglich 18 % des Körpergewichts ausmachte. Eine Sarkopenie war somit bestätigt. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr lag bei 3,5 l – womöglich durch eine übermäßige Flüssigkeitsgabe durch den Pflegedienst und dem nicht berücksichtigten Wasseranteil bei der zugeführten Sondennahrung – bei einer bestehenden Niereninsuffizienz Grad 2 – 3 und einem in der BIA-Messung sichtbar deutlich erhöhten Anteil an extrazellulärem Wasser.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>Als Ergebnis der Messung wurden folgende Maßnahmen (targeted nutrition &amp; Physiotherapie) in Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen ergriffen:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgrund der massiven Diarrhoen erfolgte zunächst die Umstellung von Fresubin auf eine normalkalorische Sondenkost (Fa. Hipp) sowie eine Reduktion der Flüssigkeitszufuhr auf ca. 2,5 l pro Tag unter Berücksichtigung des Wasseranteils in der Sondenkost. Da sich die Diarrhoen unter dieser Kost zurückbildeten, stellten wir den Patienten bei sehr guter Verträglichkeit langsam auf hochkalorische Sondenkost derselben Firma um. Parallel wurde dem Patienten ein Eiweißpräparat (INSUMED Bestform) über die PEG verabreicht. Anfangs 20 g pro Tag in aufgeteilten Einzelgaben zur Sondenkost, mit Steigerung bei guter bis sehr guter Verträglichkeit auf 40 g pro Tag. Die zusätzliche Proteingabe war aufgrund der Schwere der Erkrankung, des Untergewichts und der bestehenden Sarkopenie zusätzlich angezeigt, da in solchen Fällen der Gesamtbedarf an Protein von bis zu 2,0 g /kg Körpergewicht / Tag empfohlen wird [4]. Bei diesem Patienten wären das knapp 100 g proTag allein für das bestehende Gewicht. Da jedoch eine Gewichts- bzw. Muskelzunahme angestrebt werden musste, wurde dementsprechend mit einem Zielgewicht deutlich über dem derzeitigen Körpergewicht von 48,9 kg gerechnet, jedoch mit o. g. Steigerung der Zugabe. Das zusätzliche Protein wurde außerdem zur Unterstützung der begonnenen Physiotherapie benötigt. Allerdings musste bei bestehender Niereninsuffizienz eine engmaschige Laborkontrolle durchgeführt werden, obwohl eine Proteingabe bei dieser Erkrankung nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist [5]. Einer größeren Bedeutung sollte hierbei einerseits der Aminosäure L-Leucin beikommen, die besonders wichtig für die Aktivierung von mTOR und somit für die Proteinsynthese ist [6, 7]. Andererseits der Aminosäure L-Glutamin, welche eine wesentliche Energiequelle für Immun- und Darmzellen und insofern mitentscheidend für das Immunsystem und die Darmfunktion ist [8, 9]. Da die Muskulatur als großes Stoffwechselorgan gilt [10] und wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem hat [11], sie bei diesem Patienten jedoch massiv reduziert war und er außerdem zuvor an einer Verdauungsstörung litt, nehmen die beiden genannten Aminosäuren eine zentrale Funktion ein. Letztlich sind alle anderen Aminosäuren nicht weniger bedeutsam für den Körper, weshalb für eine optimale Muskelversorgung idealerweise auf ein umfangreiches und ausgewogenes Aminosäureprofil geachtet werden sollte, was bestenfalls laborchemisch zuvor überprüft wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach sechs Wochen wurde zur Kon­trolle erneut eine BIA-Messung durchgeführt. Hierbei zeigten sich bereits verbesserte Werte. Der Patient hatte ca. 4 kg Gewicht zugenommen, davon 1,1 kg Muskelmasse und der Gesamtkörperwasseranteil hatte sich reduziert. Der Physiotherapeut konnte bei der wöchentlichen Therapie subjektiv einen Kraftzuwachs sowie eine verbesserte Funktionalität der Muskulatur feststellen. Die Sarkopenie wurde langsam rückläufig. Die Physiotherapie bestand anfänglich aus regelmäßigem Durchbewegen und Detonisieren der Muskulatur, um die Kontrakturen zu verbessern und neuen Kontrakturen vorzubeugen. Zusätzlich wurden Bewegungserfahrungen aus der Vergangenheit des Patienten vor der Erkrankung erarbeitet und mit explosiven Bewegungserfahrungen gepaart und angeleitet. Jede Bewegung wurde schneller ausgeführt. Ziel war es, den Rhythmus einer Beugung in den Armen und Beinen zu verdoppeln. Bei den Armen, die stark kontrahiert waren und denen die Bewe­gungen schwerfielen, wurden 12 Wiederholungen als Ziel durchgeführt. Sobald die Bewegungen kräftiger und die Gelenke beweglicher wurden, galt es, 50 – 100 Wiederholungen zu bewältigen. Nach sechs Monaten hatte der Patient dieses Ziel erreicht. Zusätzlich wurden Propriozeptionstraining und exzentrische Belastungen durchgeführt, die ebenfalls zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit des Patienten führten. <span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<h2><b>Ergebnis</b></h2>
<p>Die Eiweißgabe über die PEG erfolgte über 12 Monate ohne jegliche Komplikationen und wurde vom Patienten sehr gut toleriert. Die hoch- und normalkalorische Kostform konnte nach 10 Monaten abgesetzt werden, da der Patient wieder in der Lage war, selbständig Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach weiteren 5 Monaten zusätzlicher Eiweißgabe und dreimaliger Physiotherapie pro Woche hat er eine Gewichtszunahme von ca. 14 kg erreicht. Der BMI liegt bei 23,2 kg/m². Die errechnete Muskelmasse konnte im selben Beobachtungs- und Messzeitraum um ca. 4 kg gesteigert werden. Vor allem die Spastiken in den Händen und Beinen haben sich deutlich gebessert. Unter regelmäßigen Laborkontrollen – insb. der Nieren- und Eiweißwerte – zeigen sich bis heute keine Auffälligkeiten, der Sarkopenie und dem Untergewicht konnte somit erfolgreich entgegengetreten werden. Festzuhalten bleibt, dass die zusätzliche Eiweißgabe über eine PEG in dem vorliegenden Fall gut funktionierte, keinerlei Komplikationen darstellte und in Kombination mit hochkalorischer/normalkalorischer Kost zu einer deutlichen Besserung des Untergewichts und der Sarkopenie geführt hat. Die dreimal wöchentlich durch­geführte Physiotherapie trug maßgeblich zum Muskelaufbau und dem Abbau der Spastiken bei. Die Eiweißgabe wird aktuell mit 20 g pro Tag als Erhaltungsdosis fortgeführt, um die Muskelmasse unterstützend weiter aufzubauen bzw. zu erhalten. Eine BIA wird alle vier ­Wochen in Kombination mit Laborkontrollen insb. der Nierenwerte, des Serum­albumins und des Transthyretins durchgeführt. Alle acht Wochen werden die oben beschriebenen Aminosäuren laborchemisch kontrolliert. Auch hier zeigten sich deutliche Verbesserungen nach Gabe der Protein-Nahrungsergänzung. Nach also nunmehr 17 Monaten intensiver Therapie und Eiweißgabe hat der Patient ungefähr sein Gewicht von ca. 63 kg von vor der Erkrankung wieder erreicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Auch schwerkranke, bettlägerige, sarkopenische und mit einer PEG-Sonde versorgte Patienten profitieren von einer zusätzlichen Eiweißgabe in Kombination mit einer intensiven Physiotherapie. Die Versorgung mit zusätzlichem, hochwertigem Eiweiß über eine PEG-Sonde stellt grundsätzlich kein Ausschlusskriterium dar, sofern der Patient engmaschig kontrolliert wird. <span class="Apple-converted-space">     </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Schaupp, A., et al. Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Sarkopenie. <em>Z Gerontol Geriat</em><em>.</em> 54, 717–724 (2021).</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Cederholm T., et al. GLIM criteria for the diagnosis of malnutritione A consensus report from the global clinical nutrition community. <em>Clinical Nutrition</em> (2018).</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Bischoff, S.C., et al. ESPEN practical guideline: Home enteral nutrition. <em>Clinical Nutrition</em> (2022).</p>
<p>[4] Bauer, J., et al. Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People: A Position Paper From the PROT-AGE Study Group. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>(2013).</p>
<p>[5] Carballo-Casla, A., et al. Protein Intake and Mortality in Older Adults With Chronic Kidney Disease. <em>JAMA Network Open. </em>7;(8):e2426577 (2024).</p>
<p>[6] Layne, N. &amp; Donald, L. Leucine Regulates Translation Initiation of Protein Synthesis in Skeletal Muscle after Exercise. <em>The Journal of Nutrition. </em>136(2), 533-537 (2006).</p>
<p>[7] Bauer, M., et al. Effects of a vitamin D and leucine-enriched whey protein nutritional supplement on measures of sarcopenia in older adults, the PROVIDE study: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. <em>Journal of the American Medical Directors Associatio. </em>16(9), 740-7 (2015).</p>
<p>[8] Li, P., et al. Amino acids and immune function. <em>British Journal of Nutrition. </em>98(2), 237-252 (2007).</p>
<p>[9] RadhaKrishna, R. &amp; Samak, G. Role of Glutamine in Protection of Intestinal Epithelial Tight Junctions. <em>Journal of Epithelial Biology &amp; Pharmacology.</em> 5, 47-54 (2011).</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle–Organ Crosstalk: The Emerging Roles of Myokines. <em>Endocrine Reviews.</em> 42(1), 97-99 (2021).</p>
<p>[11] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle-Organ Crosstalk: Focus on Immunometabolism. <em>Frontiers in Physiology. Striated Muscle Physiology. </em>11-20 (2020).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hochtontherapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22659/hochtontherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Kuno Hottenrott,&nbsp;Christoph Werner&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. Dr. med. Hans-Herbert Vater]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22659</guid>

					<description><![CDATA[Ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung ist entscheidend für Leistungssteigerungen im Sport. Eine effiziente Regeneration ermöglicht kontinuierlichen Fortschritt und beugt anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall sowie erhöhter Infektanfälligkeit vor. Eine gezielte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung </b><b>ist entscheidend für Leistungssteigerungen im Sport. Eine effiziente Regeneration ermöglicht kontinuierlichen Fortschritt und beugt anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall sowie erhöhter Infektanfälligkeit vor. Eine gezielte Optimierung der Regeneration kann die Erholungsprozesse beschleunigen, wodurch eine höhere Trainingsfrequenz und ein gesteigerter Gesamt­trainingsreiz realisierbar werden, was langfristig die Leistungsentwicklung verbessert.</b></p>
<p>Die Hochtontherapie ist eine spezielle Form der Elektrotherapie, bei der die Amplitude (Stromintensität) und die Frequenz (zwischen 4.096 und 32.768 Hertz) gleichzeitig moduliert werden. Je höher die Frequenz, desto mehr Energie kann entsprechend der individuellen Schwellenkurve der Stromempfindung des Patienten eingeschleust werden. Sie ist seit Jahren im klinischen Kontext etabliert und zeigt nachweislich positive Effekte, insbesondere bei degenerativen Erkrankungen wie Polyneuropathien [6, 7]. Weitere Wirksamkeitsnachweise liegen u. a. für das Tarsaltunnelsyndrom [2], zirkulatorische Enzephalopathien [8] sowie posttraumatische Belastungsstörungen und traumatische Hirnverletzungen vor [1]. Im sportwissenschaftlichen Kontext deuten erste Studien darauf hin, dass eine mehrwöchige Anwendung der Hochtontherapie nach intensiven Kraftbelastungen zu signifikanten Verbesserungen der Maximalkraft und Kraftausdauer führt [4, 5]. Ob sich diese Effekte auch auf die Ausdauerleistungsfähigkeit übertragen lassen, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.</p>
<h2><b>Studiendesign und Probandenkollektiv</b></h2>
<p>Es wurde ein randomisiertes Prä-Post-Design mit intraindividuellem Vergleich (Within-Subject-Design; Armseite: therapiert vs. nicht therapiert) durchgeführt. An der achtwöchigen Interventionsstudie nahmen drei Frauen (Alter: 30,7 ± 16,0 Jahre; BMI: 22,4 ± 0,8 kg / m²) und sieben Männer (Alter: 31,3 ± 8,2 Jahre; BMI: 22,0 ± 2,8 kg/m²) der deutschen Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft teil. Die Ausdauerleistungsfähigkeit wurde unilateral auf einem Handkurbelergometer mittels eines standardisierten Stufentests ermittelt (Startleistung: 10 W; Steigerung um 10 W alle 2 Minuten bis zur Ausbelastung). Vor und nach jeder Belastungsstufe wurden die Laktat- und Glukosekonzentration aus kapillarem Ohrblut mittels ampero­metrischer Analyse sowie der Blutdruck bestimmt; die Herzfrequenz wurde kontinuierlich mittels Brustgurt und EKG aufgezeichnet (Abb. 1). Die Reihenfolge der Testung von rechtem und linkem Arm wurde randomisiert, sodass jeweils fünf Probanden zunächst mit dem rechten beziehungsweise linken Arm getestet wurden. Zwischen den beiden Prätestungen wurde eine einstündige passive Pause eingehalten. Nach acht Wochen wurden die Untersuchungen unter identischen Bedingungen wiederholt; die Testungen erfolgten zur gleichen Tageszeit und in der gleichen Reihenfolge wie im Prätest.</p>
<figure id="attachment_22667" aria-describedby="caption-attachment-22667" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22667" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1024x803.jpg" alt="" width="755" height="592" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1024x803.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-300x235.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-768x602.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-150x118.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-450x353.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1200x941.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22667" class="wp-caption-text">Abb. 1 Unilateraler Armkurbeltest bei einem Probanden</figcaption></figure>
<h2><b>Intervention</b></h2>
<p>Die Hochtonbehandlung erfolgte mit dem HiToP® 1touch Therapiegerät unter Verwendung von Frequenzen im Bereich von 4.096 bis 32.768 Hz und wurde über das Programm SimulFAMi gesteuert. Unmittelbar nach dem Prätest wurden die Teilnehmenden durch geschultes Fachpersonal in die Durchführung der Behandlung sowie in das Anlegen der Kontaktpads mittels elastischer Bandagen eingewiesen (Abb. 2). Die zu behandelnde obere Extremität wurde randomisiert zugewiesen, wobei jeweils fünf Probanden den rechten und fünf den linken Arm behandelten. Die Anwendung erfolgte eigenständig und sollte möglichst täglich für 60 Minuten durchgeführt werden. Jedem Probanden wurde für die gesamte Dauer des Interventionszeitraums ein Therapiegerät zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Therapiezeiten wurden im Gerät gespeichert.</p>
<figure id="attachment_22666" aria-describedby="caption-attachment-22666" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22666" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1024x687.jpg" alt="" width="755" height="507" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1024x687.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-300x201.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-768x516.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-150x101.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-450x302.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1200x806.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22666" class="wp-caption-text">Abb. 2 Hochtontherapiegerät (HiToP) und Fixation des unteren Kontaktpads mittels elastischer Bandage am Unterarm. Das zweite Kontaktpad wurde am Oberarm / Schultergürtel befestigt.</figcaption></figure>
<h2><b>Datenauswertung und statistische Analyse</b></h2>
<p>Die statistische Auswertung erfolgte mit IBM SPSS Statistics (Version 24). Als primärer Endpunkt wurden die maximal erreichten Wattminuten definiert. Herzfrequenz-, Laktat-, Glukose- und Blutdruckwerte wurden als sekundäre Endpunkte analysiert. Zur Überprüfung von Veränderungen wurde eine zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung (2 × 2) durchgeführt, mit den beiden Within-Subject-Faktoren Zeit (Prä vs. Post) und Armseite (therapiert vs. nicht therapiert). Die Normalverteilung der Differenzwerte wurde mittels Shapiro-Wilk-Test überprüft. Aufgrund von jeweils zwei Ausprägungen pro Faktor war die Voraussetzung der Sphärizität erfüllt. Bei signifikanten Interaktionseffekten wurden Post-hoc-Analysen mittels gepaarter t-Tests durchgeführt. Ergänzend wurde zur Robustheitsprüfung ein Wilcoxon-Vorzeichen-Rangtest für die Prä-Post-Vergleiche innerhalb der Armseiten herangezogen. Das Signifikanzniveau wurde auf p &lt; 0,05 festgelegt. Effektstärken wurden als partielles Eta-Quadrat (η²<sub>p</sub>) für die Varianzanalyse sowie als Cohen’s d für abhängige Stichproben für paarweise Vergleiche berechnet.</p>
<h2><b>Ergebnisse</b></h2>
<p>Ein Teilnehmer musste aufgrund einer Verletzung die Intervention abbrechen; zudem konnte eine Spielerin im Posttest nur submaximal belastet werden. Damit wurden acht Personen, sechs Spieler und zwei Spielerinnen, für die Auswertung erfasst. Die Auswertung der im Programm SimulFAMi gespeicherten Nutzungsdaten ergab eine mittlere tägliche unilaterale Anwendungszeit von 36,5 ± 16,3 Minuten. Die im Stufentest erreichte Arbeit in Wattminuten nahm nach der trainingsbegleitenden Hochtontherapie auf der therapierten Armseite im Mittel um 77,2 W·min und auf der nicht therapierten Armseite um 21,1 W·min zu (siehe Abb. 3).</p>
<figure id="attachment_22665" aria-describedby="caption-attachment-22665" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22665" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1024x604.jpg" alt="" width="755" height="445" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1024x604.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-300x177.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-768x453.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-150x89.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-450x266.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1200x708.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22665" class="wp-caption-text">Abb. 3 Erreichte mittlere Wattminuten beim Handkurbel­ergometertest vom Interventionsarm und Kontrollarm (N = 8)</figcaption></figure>
<p>Varianzanalyse und Effektstärkenberechnung ergaben eine signifikante Interaktion zwischen Zeit und Armseite F(1,7) = 7,78, p = 0,014, η²<sub>p</sub> = 0,36. Dies weist darauf hin, dass sich die Veränderung über die Zeit zwischen Interventions- und Kontrollarmseite bei einem großen Interaktionseffekt signifikant unterscheidet. Post-hoc-Analysen ergaben, dass die Leistungssteigerung auf der therapierten Armseite signifikant war (p = 0,01, 95 %-Konfidenzintervall 22,4 bis 131,8 W·min). Auch unter nichtparametrischen Annahmen ist das Ergebnis signifikant (Wilcoxon-Vorzeichen-Rangtest: p = 0,008). Im Kontrollarm gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Prä- und Postmessung (p = 0,25). Für Herzfrequenz-, Laktat-, Glukose- und Blutdruckwerte zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen dem therapierten und dem nicht therapierten Arm.</p>
<figure id="attachment_22664" aria-describedby="caption-attachment-22664" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22664" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1024x913.jpg" alt="" width="755" height="673" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1024x913.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-300x268.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-768x685.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-150x134.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-450x401.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1200x1070.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22664" class="wp-caption-text">Im Stufentest erreichte Wattminuten im Prä-Post-Vergleich von der Interventionsarmseite und Kontrollarmseite</figcaption></figure>
<h2><b>Diskussion</b></h2>
<p>Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass eine trainingsbegleitende Anwendung der Hochtontherapie zu einer signifikant größeren Verbesserung der Ausdauerleistungs-fähigkeit auf der therapierten im Vergleich zur nicht therapierten Armseite führte. Der beobachtete Interaktionseffekt war groß (η²<sub>p </sub>= 0,36), was auf eine substanzielle praktische Relevanz hinweist. Dies spricht für die Unterstützung regenerativer Prozesse durch die Hochtontherapie mit schnellerer Adaptation. Dies kann u. a. auf eine verbesserte Mikrozirkulation, eine beschleunigte metabolische Clearance oder neuromuskuläre Effekte zurückzuführen sein, wie sie auch aus Studien im Kraftbereich beschrieben werden. Im Gegensatz zur Leistungssteigerung zeigten sich keine signifikanten Veränderungen in den physiologischen Parametern Herzfrequenz, Laktat, Glukose oder Blutdruck. Dies deutet darauf hin, dass die beobachteten Leistungssteigerungen nicht primär durch Veränderungen kardiovaskulärer oder metabolischer Adaptationen erklärbar sind, sondern möglicherweise auf periphere oder neuromuskuläre Anpassungen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit Untersuchungen im Krafttraining [3 – 5], erweitern diese jedoch erstmals auf den Bereich der Ausdauerleistungsfähigkeit.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Zusammenfassend deutet die vorliegende Studie darauf hin, dass die trainingsbegleitende Anwendung der Hochtontherapie die Ausdauerleistungs­fähig-<br />
keit signifikant verbessern kann. Der große Interaktionseffekt spricht für eine relevante unterstützende Wirkung auf trainingsinduzierte Anpassungsprozesse. Weitere Studien mit größeren Stichproben sind erforderlich, um die Wirksamkeit und die zugrunde liegenden Mechanismen für die Leistungseffekte weiter zu klären.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Babov, K. D., Zabolotna, I. B., Plakida, A., Volyanska, V. S., Babova, I. K., Gushcha, S., &amp; Kolker, I. A. (2022). The effectiveness of high-tone therapy in the complex rehabilitation of servicemen with post-traumatic stress disorder complicated by traumatic brain injury. Neurological Sciences, 44(3), 1039–1048.</li>
<li>Dawah RM, Seddik F, &amp; Grase MO. The effect of high tone external muscle stimulation on polyneuropathy: a systematic review and meta-analysis. Health, Sport, Rehabilitation. 2023;10(2).</li>
<li>Hauger A, Reiman M, Bjordal J, Sheets C, Ledbetter L, &amp; Goode A. (2018. Neuromuscular electrical stimulation is effective in strengthening the quadriceps muscle after anterior cruciate ligament surgery. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 26, 399–410.</li>
<li>Engelmann, M. (2025). Einfluss der Hochtontherapie auf die Muskelkraft und Kraftausdauer im Rahmen eines Trizeps-Trainingsprogramms. Unveröffentlichte Masterarbeit. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.</li>
<li>Hottenrott, K. Schmetzer, F., &amp; Möhle, M. (2024). Validierung der Hochtontherapie zur Steigerung von Maximalkraft und Kraftausdauer. Leistungssport 54 (2), 28-32.</li>
<li>Humpert, P. M., Rudofsky, G., Morcos, M., Bierhaus, A., &amp; Nawroth, P. P. (2006). Hochfrequente Muskelstimulation zur Behandlung schmerzhafter Neuropathie bei Typ 2 Diabetikern verbessert die mikrovaskuläre Endothelzellfunktion. Diabetologie und Stoffwechsel, 1(S 1), A128.</li>
<li>Reichstein, L. (2005). Effektive Behandlung der symptomatischen diabetischen Polyneuropathie durch hochfrequente externe Muskelstimulation.</li>
<li>Shmakova IP &amp; Afanasyeva Ya S (2004) Application of high-tone therapy in rehabilitation of patients with dyscirculatory encephalopathies of the I – II stage. Int J Immunorehabil 6(1):178–179</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Immunmodulatorische und regenerative Therapieverfahren</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22630/immunmodulatorische-und-regenerative-therapieverfahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Alexander-Stephan Henze,&nbsp;Dr. med. Glyn Hamed&nbsp;,&nbsp;Dr. med. Jana Wehling]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 08:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22630</guid>

					<description><![CDATA[Muskuloskelettale Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen, Funktionsverlust und Einschränkungen der körperlichen Aktivität. Die auf Regeneration abzielende konservative Therapie basiert dabei in der Regel auf einem multimodalen Konzept [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Muskuloskelettale Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen, Funktionsverlust und Einschränkungen der körperlichen Aktivität. Die auf Regeneration abzielende konservative Therapie basiert dabei in der Regel auf einem multimodalen Konzept aus Edukation und Belastungssteuerung, Bewegungstherapie, manuellen Behandlungsmethoden, physikalischer Therapie sowie nutrazeutischer und medikamentöser Verfahren.</b></p>
<p>Vor diesem Hintergrund haben biologisch und regenerativ orientierte Therapieverfahren in der Orthopädie und Sportmedizin in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ziel dieser Verfahren ist die Modulation körpereigener Reparatur- und Adaptationsprozesse, insbesondere bei überlastungsbedingten, degenerativen oder chronisch-entzündlichen muskuloskelettalen Erkrankungen [1 – 6]. Zu den klinisch eingesetzten orthobiologischen Verfahren zählen unter anderem zellbasierte Therapieverfahren (z. B. Stammzellen), verschiedene Formen des plättchenreichen Plasmas (PRP) sowie autolog konditioniertes Serum (ACS) [7]. Trotz wachsender klinischer Anwendung bleibt die Evidenzlage vieler orthobiologischer Therapien heterogen. Unterschiede in Herstellungsprotokollen, Zusammensetzung der Präparate sowie Indikationsstellungen erschweren die Vergleichbarkeit zwischen Studien und Verfahren [1, 6]. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die biologischen Grundlagen von ACS, diskutiert mögliche Wirkmechanismen und ordnet das Verfahren im Kontext aktueller orthobiologischer Therapiekonzepte ein.</p>
<h2><b>Biologische Grundlagen regenerativer Therapieverfahren</b></h2>
<p>Gewebeheilung stellt einen komplex regulierten biologischen Prozess dar, der durch ein zeitlich abgestimmtes Zusammenspiel proinflammatorischer und antiinflammatorischer Mechanismen charakterisiert ist [8 – 10]. Neben ortsständigen Gewebezellen spielen Immunzellen – darunter neutrophile Granulozyten, Monozyten und Makrophagen – eine zentrale Rolle bei der Regulation von Entzündung, Reparatur und Remodelling [8, 10, 11]. Aktuelle immunologische Konzepte beschreiben Entzündungsauflösung nicht als passives Ab­klingen, sondern als aktiv gesteuerten biologischen Prozess [11, 12]. Dabei scheinen unterschiedliche Mediatoren, Zytokine, Lipidmediatoren sowie extrazelluläre Vesikel am Übergang von proinflammatorischen zu regenerativen Gewebezuständen beteiligt zu sein [8, 9, 12]. Vor diesem Hintergrund basiert die rationale Anwendung orthobiologischer Verfahren auf der Annahme, dass die gezielte Bereitstellung biologisch aktiver Mediatoren regenerative Prozesse modulieren kann.</p>
<h2><b>Autolog Konditioniertes Serum (ACS)</b></h2>
<p>PRP und ACS basieren beide auf autologen Blutprodukten, unterscheiden sich jedoch grundlegend hinsichtlich Herstellung, Zusammensetzung und biologischem Konzept. PRP enthält je nach Verfahren erhöhte Konzentrationen an Thrombozyten und – abhängig vom Präparat – unterschiedlich hohe Leukozytenanteile. Die postulierten Effekte werden überwiegend mit der Freisetzung thrombozytärer Wachstumsfaktoren in Verbindung gebracht [13]. ACS wird ebenso aus autologem, venösen Vollblut gewonnen. Abhängig vom verwendeten System kommt es zu unterschiedlicher Prozessierung [14 – 16]. Das resultierende Präparat enthält je nach System ein zellarmes bis weitgehend zellfreies Sekretom mit unterschiedlichen Zytokinen, Wachstumsfaktoren und weiteren bioaktiven Molekülen [7, 14 – 16].</p>
<p>Die genaue Zusammensetzung von ACS wird maßgeblich beeinflusst durch<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ul>
<li>die eingesetzten Geräte</li>
<li>die Inkubation, die Inkubationsdauer und -bedingungen</li>
<li>Zentrifugations- &amp; Herstellungsprotokolle</li>
</ul>
<p>Aufgrund der Heterogenität der eingesetzten ACS-Verfahren und Herstellungsprotokolle sind die resultierenden Produkte nicht als äquivalent anzusehen [6]. Experimentelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass ACS nach ausreichender Inkubation des Vollblutes neben klassischen Wachstumsfaktoren auch immunmodulatorische Media­toren und möglicherweise exosomale Bestandteile enthalten [7, 14, 16, 18], welche maßgeblich an der Gewebe­regeneration beteiligt sind. Die funktionelle Bedeutung einzelner Komponenten für klinische Effekte ist derzeit jedoch noch nicht vollständig geklärt. Einzelne Studien berichten über positive Effekte orthobiologischer Verfahren auf Schmerz und Funktion und weisen teils auf eine mögliche Überlegenheit gegenüber etablierten Standardtherapien wie intraartikulären Kortikosteroid- oder Hyaluronsäure-Injektionen hin. Die Aussagekraft dieser Ergebnisse ist jedoch durch die ausgeprägte Heterogenität der verfügbaren Daten limitiert: Unterschiedliche Präparate, variable Herstellungs- und Aufbereitungsprotokolle sowie heterogene Studienpopulationen erschweren eine direkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse [7, 14, 16]. Eine generelle oder verfahrensübergreifende Überlegenheit einzelner orthobiologischer Therapien gegenüber anderen biologischen Therapieansätzen oder etablierten Standardtherapien lässt sich daraus derzeit nicht abschließend ableiten. Für die klinische Bewertung ist daher eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen Therapieklasse einschließlich Präparatcharakteristika, Herstellungsprotokoll, Applikationsschema und konkreter Indikationsstellung wesentlich.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Orthobiologische Verfahren stellen einen zunehmend eingesetzten Baustein innerhalb multimodaler konservativer oder auch perioperativer Therapiekonzepte muskuloskelettaler Erkrankungen dar. ACS gehört hierbei zu den Verfahren, die auf einer biologischen Modulation inflammatorischer und regenerativer Prozesse basieren. Die bisherige Evidenz deutet auf klinische Effekte bei ausgewählten Indikationen hin. Die Bewertung von Orthobiologika wird durch ihre teils ausgeprägte Heterogenität erschwert. Herstellungsprotokolle, Aufbereitungssysteme und Präparatzusammensetzungen unterscheiden sich zum Teil erheblich, sodass Studienergebnisse und Verfahren nur eingeschränkt vergleichbar sind. Je nach Produktgruppe ist dieses Problem unterschiedlich stark ausgeprägt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Weitere stand­ardisierte klinische Untersuchungen werden erforderlich sein, um Indikationen, optimale Anwendungsprotokolle und den Stellenwert von ACS innerhalb konservativer Therapiestrategien besser definieren zu können.</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">Knapik DM, Evuarherhe A Jr, Frank RM, Steinwachs M, Rodeo S, Mumme M, Cole BJ. Nonoperative and Operative Soft-Tissue and Cartilage Regeneration and Orthopaedic Biologics of the Knee: An Orthoregeneration Network (ON) Foundation Review. Arthroscopy. 2021 Aug;37(8):2704-2721. doi: 10.1016/j.arthro.2021.04.002. Epub 2021 Jun 24. PMID: 34353568.</li>
<li style="font-weight: 400;">Condron NB, Kester BS, Tokish JM, Zumstein MA, Gobezie R, Scheibel M, Cole BJ. Nonoperative and Operative Soft-Tissue, Cartilage, and Bony Regeneration and Orthopaedic Biologics of the Shoulder: An Orthoregeneration Network (ON) Foundation Review. Arthroscopy. 2021 Oct;37(10):3200-3218. doi: 10.1016/j.arthro.2021.06.033. Epub 2021 Jul 20. PMID: 34293441.</li>
<li style="font-weight: 400;">Danilkowicz R, Murawski C, Pellegrini M, Walther M, Valderrabano V, Angthong C, Adams S. Nonoperative and Operative Soft-Tissue and Cartilage Regeneration and Orthopaedic Biologics of the Foot and Ankle: An Orthoregeneration Network Foundation Review. Arthroscopy. 2022 Jul;38(7):2350-2358. doi: 10.1016/j.arthro.2022.04.018. Epub 2022 May 21. PMID: 35605840.</li>
<li style="font-weight: 400;">Su CA, Jildeh TR, Vopat ML, Waltz RA, Millett PJ, Provencher MT, Philippon MJ, Huard J. Current State of Platelet-Rich Plasma and Cell-Based Therapies for the Treatment of Osteoarthritis and Tendon and Ligament Injuries. J Bone Joint Surg Am. 2022 Aug 3;104(15):1406-1414. doi: 10.2106/JBJS.21.01112. Epub 2022 Mar 24. PMID: 35867717.</li>
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<li style="font-weight: 400;">Evans CH, Chevalier X, Wehling P. Autologous Conditioned Serum. Phys Med Rehabil Clin N Am. 2016 Nov;27(4):893-908. doi: 10.1016/j.pmr.2016.06.003. PMID: 27788906.</li>
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<li style="font-weight: 400;">Baselga García-Escudero J, Miguel Hernández Trillos P. Treatment of Osteoarthritis of the Knee with a Combination of Autologous Conditioned Serum and Physiotherapy: A Two-Year Observational Study. PLoS One. 2015 Dec 28;10(12):e0145551. doi: 10.1371/journal.pone.0145551. PMID: 26709697; PMCID: PMC4692499.</li>
<li style="font-weight: 400;">Buchheit T, Huh Y, Breglio A, Bang S, Xu J, Matsuoka Y, Guo R, Bortsov A, Reinecke J, Wehling P, Jun Huang T, Ji RR. Intrathecal administration of conditioned serum from different species resolves Chemotherapy-Induced neuropathic pain in mice via secretory exosomes. Brain Behav Immun. 2023 Jul;111:298-311. doi: 10.1016/j.bbi.2023.04.013. Epub 2023 May 5. PMID: 37150265; PMCID: PMC10363329.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe hierzu auch &#8222;Industry Perspective &#8211; Biologische Performance und Integration in die Praxis&#8220;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Orthogen®-ACS: Biologische Performance und Integration in die Praxis</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22636/orthogen-acs-biologische-performance-und-integration-in-die-praxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Glyn Hamed&nbsp;,&nbsp;Dr. med. Jana Wehling]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 07:59:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22636</guid>

					<description><![CDATA[Orthobiologische Verfahren unterscheiden sich erheblich in Herstellung, biologischer Zusammensetzung und Evidenzlage. Eine differenzierte klinische, biologische und evidenzbasierte Bewertung ist daher essenziell. Dieser Beitrag stellt mit dem Orthogen® Device ein kommerziell [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Orthobiologische Verfahren unterscheiden sich erheblich in Herstellung, biologischer Zusammensetzung und Evidenzlage. Eine differenzierte klinische, biologische und evidenzbasierte Bewertung ist daher essenziell. Dieser Beitrag stellt mit dem Orthogen<sup>®</sup> Device ein kommerziell verfügbares System zur Aufarbeitung von Orthogen<sup>®</sup>-ACS vor und beleuchtet das Sekretomprofil sowie technische, produktspezifische Aspekte. Die methodische Heterogenität der PRP-Literatur ist nicht ohne Weiteres auf ACS übertragbar, da die klinische Evidenz zu ACS überwiegend mit definierten Orthogen-Protokollen und Devices generiert wurde. Die Einordnung solltedeshalb produkt-, protokoll- und evidenzspezifisch erfolgen.</b></p>
<p>Generell werden Zusammensetzung und biologisches Wirkprofil orthobiologischer Therapien maßgeblich durch Herstellungsprotokolle, sowie den verwendeten Devices determiniert. ACS wurde von der Firma Orthogen entwickelt, erforscht und fortlaufend optimiert. Es ist zu beachten, dass die im Folgenden dargestellten Aussagen ausschließlich auf das Orthogen®-ACS zutreffen, welches unter Verwendung des Orthogen® Device und dem entsprechenden Herstellungsprotokoll gewonnen wird. ACS ist ein aus Vollblut gewonnenes Sekretom mit hochaktiviertem biologischem Profil und einem breiten, differenzierten Mediatorspektrum, das sich gegenüber anderen biologischen Therapieverfahren durch seine Vielfalt und spezifische Konzentration charakterisieren lässt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Molekulare Biologie<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Für die Bewertung von Orthobiologika sind sowohl das Verständnis der Heilung als auch die biologischen Eigenschaften der Therapien von zentraler Bedeutung [1]. Heilung ist ein aktiv regulierter Prozess, unabhängig vom Gewebe. Im Zentrum steht eine kontrollierte Entzündungsreaktion (subklinisch), gesteuert durch das Zusammenspiel von einer Vielfalt an Immunzellen – unter anderem neutrophilen Granulozyten und Makrophagen – und deren Mediatoren. Ein kontrolliertes Gleichgewicht zwischen proinflammatorischen und pro-resolvierenden Signalen ermöglichen die Rückkehr in einen funktionellen, anti-inflammatorischen Zustand. Der Erfolg regenerativer Therapien hängt davon ab, diese Prozesse gezielt in Richtung Resolution und Gewebeausheilung zu steuern [2, 3].</p>
<p><i>Die biologische Wirkung von Orthogen®-ACS beruht nicht auf isolierten Faktoren, sondern auf dem koordinierten Zusammenspiel multipler bioaktiver Mediatoren entlang der Heilungskaskade.</i></p>
<p>Im Gegensatz zu Ansätzen, die primär einzelne Zelltypen oder Faktoren (z. B. Wachstumsfaktoren) fördern wollen, basiert die Behandlung mit ACS auf der Idee, das gesamte biologische Spektrum zu nutzen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Therapieerfolg steigt, wenn nicht einzelne Faktoren isoliert betrachtet werden, sondern die gesamte Heilungskaskade therapeutisch adressiert wird und dadurch ein Multi-target Ansatz verfolgt wird [4, 5] (Abb. 1).</p>
<p><figure id="attachment_22639" aria-describedby="caption-attachment-22639" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22639" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-1024x562.jpg" alt="" width="755" height="414" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-1024x562.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-300x165.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-768x421.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-150x82.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-450x247.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226-1200x658.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22639" class="wp-caption-text"><strong>Abb. 1 Mediatorengruppen in Orthogen®-ACS</strong> ACS ist gekennzeichnet durch ein vielfältiges Mediatorenprofil, das aus der Aktivierung von Vollblut – und damit aller Immunzellen – resultiert. Dieser Ansatz adressiert die Heilungskaskade systemisch und ermöglicht eine Multi-Target-Modulation zentraler Signalwege. Aktuelle wissenschaftliche Publikationen weisen darauf hin, dass insbesondere neutrophil-assoziierte Proteine sowie Exosomen eine wesentliche Rolle bei der Entzünduangsauflösung und Schmerzmodulation spielen [8, 9].</figcaption></figure>Zur Einordnung und Vergleich: PRP (Plättchenreiches Plasma) ist ein aus Vollblut gewonnenes Plasma-Konzentrat, das nach Zentrifugation einen konzentrierten Anteil an Thrombozyten enthält. Der Wirkmechanismus von PRP wird primär durch die Freisetzung throm­bozytärer Wachstumsfaktoren erklärt. Der Leukozytenanteil kann je nach Herstellungsverfahren deutlich variieren. Entsprechend entscheidet man zwischen leukozytenarmen (LP-PRP) und leukozytenreichem PRP (LR-PRP (7). Die therapeutischen Strategien von Orthobiologika basieren auf ähnlichen biologischen Prinzipien, unterscheiden sich jedoch neben dem Spektrum auch in der Bereitstellung der Mediatoren. Bei PRP werden Thrombozyten injiziert, die ihr Kargo an Wachstumsfaktoren erst im Zielgewebe freisetzen sollen (in vivo) – unter heterogenen, nicht kontrollierbaren Bedingungen. Bei ACS erfolgt die Freisetzung der Mediatoren bereits ex vivo im Spritzensystem unter standardisierten, kontrollierbaren Bedingungen. Es entsteht ein zellfreies Sekretom mit definiert freigesetzten Mediatoren, welches anschließend injiziert wird.</p>
<p><i>Die Wirksamkeit regenerativer Therapien wird zunehmend den Signalstoffen und einem vielfältigen Mediatorenspektrum zugeschrieben, weniger den Zellen selbst [6].</i></p>
<h2><b>Technische Anwendung und Handhabung<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Das Orthogen® Device ermöglicht die Durchführung von Blutentnahme, Aufbereitung und Zentrifugation in einem geschlossenen, vollautomatisierten System. Diese Eigenschaften gewährleisten einen reproduzierbaren, standardisierten Output und stellen damit einen entscheidenden Vorteil im Kontext der bereits bestehenden Patienten-asso­ziierten Variablen dar. Im Device ist ein Filter integriert, der zur Serum Separation dient und ferner potenzielle Verunreinigungen und Zellschrott eliminiert. Der Wegfall manueller, zeit­-<br />
intensiver Aufbereitung erleichtert die Integration in die Praxis (Abb. 2).</p>
<figure id="attachment_22643" aria-describedby="caption-attachment-22643" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22643" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-1024x215.jpg" alt="" width="755" height="159" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-1024x215.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-300x63.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-768x161.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-150x32.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226-450x95.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Wehling2_saez0226.jpg 1142w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22643" class="wp-caption-text"><strong>Abb. 2 Ablauf der Behandlung</strong><br />1. Blutabnahme mit dem Orthogen® Device 2. Konditionierung und  Inkubationsphase in validierter Umgebung: Freisetzung der Schlüsselmediatoren aus den Zellen 3. Automatisierte Aufarbeitung: in der Zentrifuge – ein integrierter Filter im Device ermöglicht die Serum Separation und dient gleichzeitig zur Eliminierung potenzieller Verunreinigungen oder Zellschrott 4. Entnahme der eingebauten Glas-Ampulle –<br />mit ACS gefüllt 5. Re-Injektion intra-artikulär, peri-tendinös, intra-muskulär, epidural möglich</figcaption></figure>
<p><i>Die biologische Aktivierung beruht auf einer kontrollierten, verlängerten Koagulationsphase, die durch die validierte Interaktion von Device, Prozessprotokoll und definierten Inkubationsbedingungen ermöglicht wird.</i></p>
<h2><b>Zusammenfassung</b></h2>
<p>Orthogen®-ACS stellt ein hochaktiviertes Sekretom mit ganzheitlichem Mediatorenspektrum dar und kann als Weiterentwicklung bestehender regenerativer Therapieansätze verstanden werden. Entscheidend ist das koordinierte Zusammenspiel zahlreicher bioaktiver Signalstoffe, die als funktionelles Netzwerk regenerative Prozesse steuern – vergleichbar mit einer eingespielten Fußballmannschaft. Im Sinne eines ganzheitlichen Therapiekonzepts lässt sich dieser Ansatz zudem sinnvoll mit physikalischen Maßnahmen (z. B. Stoßwellentherapie) kombinieren, um die Regeneration zusätzlich zu unterstützen. Neben den biologischen Eigenschaften sind Handhabung und Reproduzierbarkeit zentrale Erfolgsfaktoren orthobiologischer Behandlungen, wobei standardisierte, systemgestützte Verfahren hier besondere Vorteile bieten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
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<li>Basil, M., Levy, B. Specialized pro-resolving mediators: endogenous regulators of infection and inflammation. <em>Nat Rev Immunol</em><strong>16</strong>, 51–67 (2016). <a href="https://doi.org/10.1038/nri.2015.4">https://doi.org/10.1038/nri.2015.4</a>)</li>
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<li>Lumelsky, N. (2018). Autotherapies: Enhancing endogenous healing and regeneration.<br />
<em>Trends in Molecular Medicine, 24</em>(8), 709–711. https://doi.org/10.1016/j.molmed.2018.06.001</li>
<li>Mormone, E., D’Esposito, V., De Luca, P., Ferrara, F. E. O., Bellotti, F. P., Formisano, P., &amp; Caradonna, E. (2026). Platelet-rich plasma from the research to the clinical arena: A journey toward precision regenerative medicine. <em>International Journal of Molecular Sciences, 27</em>, 1058.<a href="https://doi.org/10.3390/ijms27021058">https://doi.org/10.3390/ijms27021058</a></li>
<li>Han, Y., Yang, J., Fang, J. et al. The secretion profile of mesenchymal stem cells and potential applications in treating human diseases. Sig Transduct Target Ther 7, 92 (2022). <a href="https://doi.org/10.1038/s41392-022-00932-0%E2%80%9D">https://doi.org/10.1038/s41392-022-00932-0</a></li>
<li>Rath M, Spinnen J, Kuhrt LD, Priglinger E, Seika P, Runge D, et al. Platelet-rich plasma – a comprehensive review of isolation, activation, and application. Acta Biomater. 2025 Sep 15;204:52–75. doi:10.1016/j.actbio.2025.07.050. PMID: 40712724</li>
<li>Buchheit T, Huh Y, Breglio A, Bang S, Xu J, Matsuoka Y, Guo R, Bortsov A, Reinecke J, Wehling P, Jun Huang T, Ji RR. Intrathecal administration of conditioned serum from different species resolves Chemotherapy-Induced neuropathic pain in mice via secretory exosomes. Brain Behav Immun. 2023 Jul;111:298-311. doi: 10.1016/j.bbi.2023.04.013. Epub 2023 May 5. PMID: 37150265; PMCID: PMC10363329.</li>
<li>Parisien M, Lima LV, Dagostino C, El-Hachem N, Drury GL, Grant AV, Huising J, Verma V, Meloto CB, Silva JR, Dutra GGS, Markova T, Dang H, Tessier PA, Slade GD, Nackley AG, Ghasemlou N, Mogil JS, Allegri M, Diatchenko L. Acute inflammatory response via neutrophil activation protects against the development of chronic pain. Sci Transl Med. 2022 May 11;14(644):eabj9954. doi: 10.1126/scitranslmed.abj9954. Epub 2022 May 11. PMID: 35544595; PMCID: PMC10317000.</li>
<li>Caplan AI. Mesenchymal Stem Cells: Time to Change the Name! Stem Cells Transl Med. 2017 Jun;6(6):1445–1451. doi: 10.1002/sctm.17-0051. Epub 2017 Apr 28. PMID: 28452204; PMCID: PMC5689741.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Siehe dazu auch &#8222;Immunmodulatorische und regenerative Therapieverfahren&#8220;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gezielte Trinknahrung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22589/gezielte-trinknahrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Philipp Schütz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 13:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Bei älteren, hospitalisierten Patienten entscheidet die Ernährung oft mit darüber, ob sie Komplikationen entwickeln, erneut hospitalisiert werden – oder sich erholen und wieder nach Hause können. Eine neue CochraneMetaanalyse basierend auf individuellen Patientendaten liefert hierzu ein sehr differenziertes, patientenrelevantes Bild [1].</b></p>
<h2><b>Warum dieses Thema klinisch relevant ist</b></h2>
<p>Zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der hospitalisierten älteren Menschen sind mangelernährt oder weisen ein hohes Risiko dafür auf. Mangel­ernährung ist klar mit Komplikationen, längerer Hospitalisationsdauer, funktionellem Abbau und erhöhter Morta­lität verbunden [2]. Gleichzeitig ist diese Patientengruppe extrem heterogen und vulnerabel – standardisierte „Mehr ­essen“-Ratschläge greifen hier zu kurz. Verschiedene Studien, wie die EFFORT Studie aus der Schweiz, hatten bereits gezeigt, dass standardisierte Ernährungsstrategien die Mortalität verbessern können [3]. Es gibt aber auch widersprüchliche Evidenz zum Nutzen von verschiedenen Arten von Ernährungssupport bei älteren Patienten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Welche orale Ernährungsstrategie bringt im Stationsalltag tatsächlich einen klinisch messbaren Vorteil – und für wen?</p>
<h2><b>Studiendesign: Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten</b></h2>
<p>Die Autorengruppe nutzte einen methodisch anspruchsvollen Ansatz: eine Netzwerk-Metaanalyse auf Basis individueller Patientendaten aus randomisierten kontrollierten Studien.</p>
<ul>
<li>Eingeschlossen wurden 21 Studien mit insgesamt über 3.000 älteren hospitalisierten Patienten,<br />
im Mittel 75 – 85 Jahre alt.</li>
<li>Alle hatten ein Risiko für oder eine gesicherte Mangelernährung und waren wegen akuter Erkrankungen stationär aufgenommen.</li>
<li>Definiert wurden kritische Endpunkte wie Mortalität, schwere unerwünschte Ereignisse und funktionelle Fähigkeiten sowie wichtige Endpunkte wie Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreie Masse.</li>
<li>Primärer Zeitpunkt der Auswertung war die Entlassung aus dem Spital bzw. 30 Tage nach Randomisierung.</li>
</ul>
<p>Die Netzwerkstruktur erlaubt, verschiedene Ernährungsstrategien sowohl untereinander als auch gegenüber Standardversorgung zu vergleichen, selbst wenn einzelne Studien nie direkt zwei aktive Strategien gegeneinander getestet haben.</p>
<p>Folgende Typen oraler Interventionen wurden analysiert:</p>
<ul>
<li>zusätzliche Proteingaben</li>
<li>zusätzliche Energie-Supplements</li>
<li>klassische orale Trinknahrung (ONS)</li>
<li>individualisierte „feeding support“-Ansätze (z. B. Hilfe beim Essen, Anpassung der Konsistenz,<br />
Essumgebung)</li>
<li>umfassende individualisierte Ernährungstherapie (strukturierte Ernährungsanamnese,<span class="Apple-converted-space"> </span>Bedarfs­berechnung, Anpassung der Speisen, ONS nach Bedarf, begleitende Beratung)</li>
</ul>
<p>In der Mehrzahl der Studien wurden diese Strategien mit der üblichen Versorgung verglichen, teilweise mit Placebo.</p>
<h2><b>Zentrale Ergebnisse: Trinknahrung mit klinisch relevantem Signal</b></h2>
<p><b>Mortalität und schwere Komplikationen</b></p>
<p>Für die Gabe oraler Trinknahrung (ONS) ergab sich ein klinisch relevantes Signal:</p>
<ul>
<li>ONS können die Sterblichkeit im Vergleich zur Standardversorgung senken, mit einer relevanten absoluten Risikoreduktion.</li>
<li>ONS können zudem schwere unerwünschte Ereignisse wie Infektionen und andere<br />
Komplikationen reduzieren.</li>
</ul>
<p>Die Evidenzbasis wird von den Autoren allerdings als noch begrenzt eingestuft, sodass von einer Wahrscheinlichkeitsaussage („kann“ / „wahrscheinlich“) und nicht von einem gesicherten Effekt gesprochen wird. Im Gegensatz dazu zeigte eine umfassende individualisierte Ernährungstherapie in dieser Analyse keinen klaren Vorteil bezüglich Mortalität im Vergleich zur üblichen Versorgung. Für die meisten direkten Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Interventionstypen bleibt die Evidenz unsicher.</p>
<h2><b>Funktion, Lebensqualität und Körperzusammensetzung</b></h2>
<ul>
<li>Für Alltagsfunktionen (Aktivitäten des täglichen Lebens) zeigte die umfassende individua­lisierte Ernährungstherapie im Vergleich zur Standardversorgung keinen oder nur einen minimalen Effekt.</li>
<li>Auch im direkten Vergleich ONS versus reine Energiesupplements ergab sich kein eindeutiger Vorteil hinsichtlich funktioneller Endpunkte.</li>
<li>Bei Lebensqualität, Aufenthaltsdauer, Gewicht und fettfreier Masse waren die Resultate heterogen; klare Rangfolgen zwischen den Strategien lassen sich derzeit nicht ableiten.</li>
</ul>
<p>Insgesamt ist die Evidenzqualität für viele dieser Endpunkte eher als niedrig einzustufen, u. a. wegen kleiner Studien, methodischer Limitationen und Hetero­genität.</p>
<h2><b>Klinische Implikationen für den Stationsalltag</b></h2>
<p>Trotz dieser Einschränkungen setzt die Arbeit wichtige Akzente für die Praxis:</p>
<ul>
<li>Trinknahrung als Baustein der Therapie: Die Daten stützen den gezielten Einsatz von ONS bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung, insbesondere wenn eine ausreichende Energie und Proteinaufnahme über das normale Essen allein nicht zu erwarten ist.</li>
<li>Individualisierte Ernährung bleibt wichtig – aber schwer messbar: Dass die umfassende individualisierte Ernährungstherapie keinen klaren Mortalitätsvorteil zeigt, bedeutet nicht, dass sie klinisch verzichtbar wäre. Vielmehr zeigt sich, wie schwierig funktionelle und qualitative Vorteile in heterogenen Kollektiven in Studien abzubilden sind und wie stark die Effekte von der Qualität der Implementierung abhängen.</li>
<li>„Targeted Nutrition“ in der Geriatrie: Analog zum Konzept der <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20110/targeted-nutrition/">„Targeted Nutrition“ in der Sportmedizin</a> – bei dem spezifische Nährstoffe präzise auf definierte Ziele ausgerichtet werden  – unterstreicht diese Analyse die Bedeutung einer zielgerichteten oralen Ernährungstherapie im Akutspital: ONS und andere Interventionen sollten indikationsgerecht, zeitlich begrenzt und eingebettet in ein strukturiertes geriatrischinternistisches Behandlungskonzept eingesetzt werden.</li>
<li>Forschungslücken: Deutlich wird der Bedarf an großen, methodisch robusten Studien – wie die EFFORT Studie [3] – mit klar definierten Interventionen, standardisierten patientenrelevanten Endpunkten und längeren Beobachtungszeiträumen, um insbesondere funktionelle Verläufe und Rehospitalisationen besser beurteilen zu können.</li>
</ul>
<h2><b>Fazit für Praxis und Wissenschaft</b></h2>
<p>Die Netzwerk-Metaanalyse mit individuellen Patientendaten zeigt, dass orale Trinknahrung bei älteren, hospitalisierten Patienten mit Risiko für oder bestehender Mangelernährung wahrscheinlich Mortalität und schwere Komplikationen innerhalb von 30 Tagen reduzieren kann. Andere orale Strategien, einschließlich umfassender individualisierter Ernährungstherapie, zeigen bislang keinen klaren Vorteil in Bezug auf harte Endpunkte, bleiben aber für eine ganzheitliche, patientenzentrierte Behandlung unverzichtbar. Damit liefert die Arbeit einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung eines geriatrischen „Targeted Nutrition“-Konzeptes im Akutspital – mit Trinknahrung als möglicherweise wirksamem Kernmodul innerhalb eines multidisziplinären Behandlungsteams.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kiesswetter E, Schwarzer G, Stadelmaier J, Lohner S, Grummich K, Dagnelie PC, et al. Oral nutritional interventions in hospitalised older people at nutritional risk: a network meta-analysis of individual participant data. Cochrane Database Syst Rev. 2026;3:CD015468.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Schuetz P, Seres D, Lobo DN, Gomes F, Kaegi-Braun N, Stanga Z. Management of disease-related malnutrition for patients being treated in hospital. Lancet. 2021;398:1927-38.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Schuetz P, Fehr R, Baechli V, Geiser M, Deiss M, Gomes F, et al. Individualised nutritional support in medical inpatients at nutritional risk: a randomised clinical trial. Lancet. 2019;393:2312-21.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Segmentale Instabilität im Sport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22578/segmentale-instabilitaet-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Kutzner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 08:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22578</guid>

					<description><![CDATA[Ein 26-jähriger Fußballspieler stellt sich mit seit Monaten bestehenden Rückenschmerzen vor. Die Beschwerden treten vor allem bei intensiven Belastungen und schnellen Richtungswechseln auf. Bildgebende Verfahren zeigen keine eindeutigen strukturellen Veränderungen, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein 26-jähriger Fußballspieler stellt sich mit seit Monaten bestehenden Rückenschmerzen vor. Die Beschwerden treten vor allem bei intensiven Belastungen und schnellen Richtungswechseln auf. Bildgebende Verfahren zeigen keine eindeutigen strukturellen Veränderungen, neurologische Symptome fehlen. Solche Fälle sind in der sportphysiotherapeutischen Praxis häufig und diagnostisch wie therapeutisch anspruchsvoll.</b></p>
<p>Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden im Leistungssport. Während Bandscheibenpathologien oder sakroiliakale Dysfunktionen häufig diskutiert werden, bleibt eine funktionelle Beteiligung der Facettengelenke im lumbosakralen Übergangssegment häufig unbeachtet. Das Segment L5 / S1 stellt die biomechanische Verbindung zwischen der beweglichen Lendenwirbelsäule und dem relativ starren Becken dar. Hier wirken erhebliche Kräfte aus Körpergewicht, Beschleunigungen und externen Belastungen sportlicher Bewegungen. Kommt es dabei zu einer unzureichenden neuromuskulären Kontrolle, kann eine funktionelle segmentale Instabilität entstehen, die zu einer Überlastung der Facettengelenke führt.</p>
<p>Ziel dieses Beitrags ist es, die biomechanischen und neurophysiologischen Mechanismen einer Facetten­gelenksreizung im Segment L5/S1 darzustellen und daraus praxisrelevante diagnostische sowie trainingsmedizinische Therapieansätze abzuleiten.</p>
<h2><b>Biomechanik des Segments L5/S1</b></h2>
<p>Das lumbosakrale Übergangssegment L5/S1 stellt eine biomechanisch besonders belastete Region der Wirbelsäule dar. Es verbindet die bewegliche Lendenwirbelsäule mit dem relativ rigiden Becken. Dadurch entstehen komplexe Belastungen aus Kompressions-, Scher- und Rotationskräften. Die Bandscheibe L5 / S1 trägt maßgeblich zur lumbalen Lordose bei, während die Facettengelenke aufgrund ihrer Orientierung vor allem ventrale Translation und Rotation begrenzen. Dieses Zusammenspiel entspricht dem Load-Sharing-Prinzip der Wirbelsäule, bei dem Bandscheibe, Facettengelenke, Bänder und Muskulatur gemeinsam zur Stabilität beitragen. Durch die ventrale Neigung der Sakralbasis entsteht zusätzlich eine lumbosakrale Scherkomponente, die auf den Wirbelkörper L5 wirkt. Diese Kräfte müssen ebenfalls durch die passiven Strukturen, sowie durch die segmentale Muskulatur kontrolliert werden.</p>
<p>Insbesondere der M. multifidus und der M. transversus abdominis stabilisieren das Segment durch Ko-Kontraktion und kontrollieren die sogenannte Neutral Zone des Bewegungssegments, also den Bereich um die Neutralstellung, in dem nur ein geringer passiver Widerstand durch Bandscheiben und Bandstrukturen besteht und die Stabilität maßgeblich von der muskulären Kontrolle abhängt. Bei dynamischen Sportbewegungen wie Sprint, Richtungswechsel oder Landung entstehen kurzfristig hohe Beschleunigungs-, Brems- und Scherkräfte, die über die untere Extremität auf das lumbosakrale Segment übertragen werden. Bei unzureichender neuromuskulärer Kontrolle steigt die Belastung der passiven Strukturen, sodass wiederholte mechanische Überlastungen zu einer Reizung der Facettengelenke führen können.</p>
<h2><b>Pathophysiologie</b></h2>
<p>Facettengelenksreizungen im Segment L5 / S1 entstehen bei Sportlern häufig nicht durch strukturelle Schäden, sondern durch funktionelle Störungen der segmentalen Stabilität. Aufbauend auf den zuvor beschriebenen biomechanischen Zusammenhängen, zeigt sich, dass insbesondere Veränderungen der neuromuskulären Kontrolle eine zentrale Rolle spielen. Studien belegen, dass bei Rückenschmerzpatienten die Aktivierung des M. transversus abdominis und des M. multifidus häufig verzögert oder reduziert erfolgt [1 – 3]. Dadurch geht die antizipatorische Stabilisierung der Wirbelsäule verloren. Die Neutral Zone des Segments vergrößert sich und es entstehen vermehrte Mikrobewegungen zwischen den Wirbelkörpern [4]. Die Gelenkkapsel der Facettengelenke enthält zahlreiche Mechanorezeptoren sowie freie, nozizeptive Nervenendigungen. Eine mechanische Reizung dieser Strukturen kann zu lokalen Schmerzen sowie zu Veränderungen der afferenten Rückmeldung führen [6]. Die daraus resultierende Störung der motorischen Kontrolle kann die segmentale Instabilität weiter verstärken und einen pathophysiologischen Kreislauf aus Schmerz, neuromuskulärer Dysfunktion und mechanischer Überlastung etablieren.</p>
<h2><b>Klinische Diagnostik</b></h2>
<p>Die Diagnostik basiert primär auf Anam­nese, klinischer Untersuchung und funktioneller Bewegungsanalyse. Bildgebende Verfahren zeigen bei funktionellen Instabilitäten häufig keine eindeutigen Veränderungen. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des lumbosakralen Übergangs ohne radikuläre Symptome. Bei der Inspektion kann gelegentlich eine leichte Gewebsverquellung im Bereich L5 / S1 auffallen; palpatorisch zeigt sich in Bauchlage häufig eine reproduzierbare Druckdolenz über dem Facettengelenkbereich L5 / S1. Ergänzend sollten Bewegungsanalysen der Lendenwirbelsäule sowie funktionelle Stabilitätstests durchgeführt werden. Häufig zeigen sich dabei kompensatorische Bewegungsmuster oder eine eingeschränkte lumbopelvine Kontrolle. Zusätzlich können standardisierte Bewegungsscreenings, wie der Functional Movement Screen (FMS) eingesetzt werden, um globale Bewegungsdefizite, Asymmetrien sowie Einschränkungen der Rumpf- und Hüftfunktion zu erfassen. Diese liefern jedoch primär Hinweise auf übergeordnete Bewegungsmuster und sollten stets im Kontext der spezifischen, klinischen Untersuchung interpretiert werden.</p>
<p><b>Trainingsmedizinische Therapie</b></p>
<p>Die Therapie zielt primär auf die Wiederherstellung der segmentalen Stabilität und der neuromuskulären Kontrolle. Im Vordergrund stehen Übungen zur Aktivierung der tiefen Rumpfmuskulatur sowie zur Verbesserung der lumbopelvinen Bewegungskontrolle.</p>
<p>Zentrale Therapieziele sind:</p>
<ul>
<li>Verbesserung der segmentalen Stabilität</li>
<li>Optimierung der Lastverteilung zwischen passiven und aktiven Strukturen</li>
<li>Erhöhung der Belastungstoleranz bei sportartspezifischen Bewegungen</li>
</ul>
<p>Motor-Control-Training, verstanden als gezieltes Training zur Verbesserung der intersegmentalen Koordination und neuromuskulären Kontrolle der stabilisierenden Muskulatur, stellt einen wichtigen Bestandteil der Therapie dar.</p>
<p>Das Training erfolgt in mehreren Progressionsstufen:</p>
<ul>
<li>Phase 1: Aktivierung der tiefen Stabilisationsmuskulatur unter geringer Belastung.</li>
<li>Phase 2: Verbesserung der Muskelausdauer und Stabilität unter dynamischen Bewegungen.</li>
<li>Phase 3: Integration funktioneller Bewegungsmuster wie Kniebeugen oder Ausfallschritte.</li>
<li>Phase 4: Sportartspezifische Belastungsprogression mit Sprint-, Richtungswechsel- und Landungsbewegungen.</li>
</ul>
<h2><b>Fallbeispiel</b></h2>
<p>Ein 26-jähriger Fußballspieler stellte sich mit seit etwa einem Jahr bestehenden, lumbalen Beschwerden vor. Die Schmerzen traten vor allem während sportlicher Belastung auf. Zuvor hatte der Spieler wiederholt NSAR eingenommen, ohne nachhaltige Besserung. Die Untersuchung zeigte eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit sowie eine Druckdolenz im Bereich L5 / S1 mit leichter Gewebsverquellung in Bauchlage. Neurologische Auffälligkeiten bestanden nicht. Es wurde eine funktionelle, segmentale Instabilität mit Facettengelenksreizung diagnostiziert. Die Therapie bestand aus einem strukturierten Trainingsprogramm zur Verbesserung der segmentalen Stabilität und der Hüftmobilität und wurde in mehrere Progressionsstufen unterteilt.</p>
<ul>
<li>In Phase 1 lag der Fokus auf der gezielten Aktivierung der tiefen Rumpfmuskulatur sowie der Wiederherstellung der neuromuskulären Kontrolle unter geringer Belastung.</li>
<li>In Phase 2 wurden dynamische Stabilisationsübungen integriert, um die Muskelausdauer und<br />
die lumbopelvine Kontrolle unter funktionellen Bewegungs­bedingungen zu verbessern.</li>
<li>In Phase 3 erfolgte die Integration funktioneller Bewegungsmuster wie Kniebeugen und Ausfallschritte mit besonderem Augenmerk auf eine stabile Rumpfkontrolle und eine verbesserte Kraftübertragung zwischen unteren Extremitäten und Rumpf.</li>
<li>In Phase 4 wurde das Training schrittweise um sportartspezifische Belastungen erweitert, einschließlich Sprint-, Richtungswechsel- und Landungsbewegungen, um die Belastungstoleranz unter wettkampfnahen Bedingungen zu steigern.</li>
</ul>
<p>Bereits nach einigen Wochen zeigte sich eine deutliche Reduktion der belastungsabhängigen Beschwerden. Nach Abschluss der dreimonatigen Therapie konnte der Spieler wieder vollständig und beschwerdefrei in den Trainings- und Spielbetrieb zurückkehren.</p>
<h2><b>Fazit für die Praxis</b></h2>
<p>Belastungsabhängige lumbale Schmerzen bei Sportlern können Ausdruck einer funktionellen, segmentalen Instabilität im Bereich L5 / S1 sein. Eine gezielte klinische Untersuchung sowie ein strukturiertes, trainingsmedizinisches Konzept zur Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle stellen erfolgversprechende, zentrale Bausteine der Therapie dar.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Hodges PW, Richardson CA. Inefficient muscular stabilization of the lumbar spine associated with low back pain. Spine.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Richardson C, Jull G. Muscle control–pain control. What exercises would you prescribe? Manual Therapy.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Hides JA et al. Multifidus muscle recovery is not automatic after resolution of acute low back pain. Spine.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Panjabi MM. The stabilizing system of the spine. Spine.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Adams MA, Dolan P. Biomechanics of the lumbar spine. Journal of Biomechanics.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Bogduk N. Clinical anatomy of the lumbar spine and sacrum.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Orthobiologika</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22583/orthobiologika-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Univ.Prof. Dr. med. Stefan Nehrer,&nbsp;PD Dr. med. Markus Neubauer&nbsp;,&nbsp;Alexander Otahal]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 08:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22583</guid>

					<description><![CDATA[Der Terminus Orthobiologika beschreibt Behandlungsansätze, die auf körpereigenen biologischen Substanzen beruhen, etwa solchen, die aus Blut, Knochenmark oder Fettgewebe gewonnen werden. Sie kommen insbesondere bei Erkrankungen des Bewegungsapparats zum Einsatz, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Terminus Orthobiologika beschreibt Behandlungsansätze, die auf körpereigenen biologischen Substanzen beruhen, etwa solchen, die aus Blut, Knochenmark oder Fettgewebe gewonnen werden. Sie kommen insbesondere bei Erkrankungen des Bewegungsapparats zum Einsatz, die häufig infolge von Überbeanspruchung oder Verletzungen entstehen und durch Entzündungsprozesse, Gewebeabbau und Zelluntergang gekennzeichnet sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>In der Sportmedizin betreffen solche Beschwerden typischerweise vor allem Sehnen sowie deren Verbindungen zu Knochen und Muskeln, ebenso wie Gelenke, die durch Reizzustände der Gelenkinnenhaut, Knorpelschäden oder degenerative Veränderungen im Sinne einer Arthrose beeinträchtigt sind.</p>
<h2><b>Indikation</b></h2>
<p>Überbeanspruchung, Verletzungen und degenerative Veränderungen führen häufig zu strukturellen Schäden, die mit langanhaltenden Schmerzen und dauer­haften funktionellen Beeinträchtigungen verbunden sind. Dadurch kann die sportliche Leistungsfähigkeit erheblich sinken und im Extremfall sogar vollständige Bewegungseinschränkung entstehen, was weitere gesundheitliche Konsequenzen nach sich zieht. Zwar können systemische oder lokal angewendete Schmerztherapien sowie entzündungshemmende Medikamente die Beschwerden vorübergehend reduzieren, eine dauerhafte Heilung oder echte Regeneration des betroffenen Gewebes wird damit jedoch oft nicht erreicht. Physiotherapie sowie die Anpassung von Trainingsumfang und -technik sind entscheidend, um eine Rückkehr zur sportlichen Aktivität zu ermöglichen. Dennoch sind häufig gezielte lokale Behandlungsmaßnahmen notwendig, um entzündliche und katabol-degenerative Prozesse zu beeinflussen und das Gleichgewicht im Gewebe wiederherzustellen. An diesem Punkt kommen Orthobiologika ins Spiel: Sie zielen darauf ab, die körpereigenen Regenera­tionsprozesse zu fördern. Grundsätzlich ist eine Heilung von Gewebeschäden möglich, bleibt jedoch bei chronisch entzündlichen Zuständen oft unvollständig oder unzureichend.</p>
<h2><b>Arten, Komponenten und Wirkmechanismen von Orthobiologika</b></h2>
<p>Orthobiologische Verfahren lassen sich in blutbasierte Therapien (blood-derived products, BDPs) und zellbasierte Ansätze (cell-based therapies, CBT) unterteilen. Blutbasierte Produkte werden aus autolog gewonnenem Vollblut hergestellt, das durch Verarbeitungsschritte wie Zentrifugation und Filtration aufbereitet wird. Je nach angestrebtem Endprodukt – etwa plättchenreiches Plasma (PRP) oder autologes konditioniertes Serum (ACS) / Blood Clot Secretom (BCS) – kommen teilweise Antikoagulanzien zum Einsatz, wobei deren Auswahl die Zusammensetzung und Aktivierung des Präparats maßgeblich beeinflussen kann [1]. Auch Faktoren, wie das entnommene Blutvolumen, die Dauer der Zentrifugation sowie das Vorhandensein oder Fehlen von Leukozyten wirken sich auf die potenzielle Effektivität aus [2]. So steht die Konzen­tration der Matrix-Metalloproteinase 9 (MMP9), die kurzfristig katabole Effekte haben kann, in Zusammenhang mit der Leukozytenzahl. Gleichzeitig spielt MMP9 eine Rolle bei regene­rativen Prozessen, da es am Gewebeumbau beteiligt ist, insbesondere durch den Abbau von Komponenten der extrazellulären Matrix wie Kollagen, wodurch Raum für Neubildung entsteht [3]. Zudem weist leukozytenreiches PRP erhöhte Konzentrationen entzündungshemmender Zytokine wie Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1ra) und Interleukin-4 (IL-4) auf [4]. Bei zellbasierten Verfahren stehen vor allem die Entnahme von Knochenmark – meist aus dem Beckenkamm – sowie die Gewinnung von Fettgewebe aus dem abdominalen Bereich im Mittelpunkt. Durch Aufbereitungsschritte wie Zentrifugation oder Filtration, oft kombiniert mit enzymatischen Verfahren, werden Zellen wie mesenchymale Stamm- bzw. Stromazellen isoliert und angereichert. Die Abbildung gibt einen Überblick über die verschiedenen Quellen orthobiologischer blutbasierter und zellbasierter Therapien.</p>
<p>Orthobiologika unterscheiden sich deutlich von klassischen Medikamenten, die über klar definierte pharmakologische Wirkmechanismen und lineare Dosis-Wirkungs-Beziehungen verfügen. Stattdessen handelt es sich um biologische Therapieansätze, deren Wirkung auf dem komplexen Zusammenspiel zahlreicher körpereigener Faktoren basiert, die gemeinsam einen kumulativen therapeutischen Effekt entfalten. Zelluläre Komponenten wie Thrombozyten und mesenchymale Stromazellen (MSCs) geben eine Vielzahl löslicher Botenstoffe ab, darunter Wachstumsfaktoren, Zytokine und Chemokine. Diese tragen zur Wiederherstellung der Gewebehomöostase bei, indem sie Entzündungsprozesse regulieren, katabole Signalwege dämpfen und zugleich anabole sowie regenerative Vorgänge fördern. In plättchenreichen Präparaten (PRP) zeigt sich, dass die Konzentration wichtiger Wachstumsfaktoren – etwa TGF-β1, FGF-2 (basic FGF), PDGF-BB oder VEGF – in gewissem Umfang mit der Thrombozytenzahl zusammenhängt. Dieser Zusammenhang ist jedoch nicht streng linear und wird zusätzlich durch weitere Faktoren wie den Leukozytenanteil beeinflusst [5].</p>
<p>Sowohl experimentelle als auch klinische Untersuchungen zeigen, dass orthobiologische Produkte eine ausgeprägte Heterogenität aufweisen. Diese Variabilität ergibt sich zum einen aus unterschiedlichen Herstellungsprozessen, etwa variierenden Zentrifugationsprotokollen sowie verschiedenen Filtra­tions- und Separationstechniken. Zum anderen spielen auch individuelle Unterschiede im Ausgangsgewebe eine wichtige Rolle, beispielsweise in Bezug auf Alter, Stoffwechsellage oder den entzündlichen Status. In der Folge entstehen deutliche Unterschiede hinsichtlich Zellzahl, Zellzusammensetzung – etwa dem Anteil an Leukozyten – sowie der Konzentration bioaktiver Substanzen und dem jeweiligen Entzündungsprofil. Die biologischen Effekte dieser Therapieansätze lassen sich nur begrenzt mit klassischen Dosis-Wirkungs-Modellen beschreiben. Viele der zugrunde liegenden Mechanismen sind rezeptorabhängig und folgen eher schwellenbasierten („On-off“) oder nichtlinearen Reaktionsmustern statt kontinuier­licher Verläufe. Zudem rücken extrazelluläre Vesikel zunehmend in den Fokus: Durch den Transfer von Mikro-RNAs, Lipiden und Proteinen ermöglichen sie eine Kommunikation zwischen Zellen und können nachhaltige Veränderungen im lokalen biologischen Umfeld sowie in der Gewebehomöostase hervorrufen.</p>
<p>Neben den vergleichsweisen kurzlebigen löslichen Mediatoren leisten auch stabilere Signalträger wie extrazelluläre Vesikel einen wichtigen Beitrag zum Gesamteffekt [6 – 8]. Darüber hinaus sind immunmodulatorische Prozesse von zentraler Bedeutung, beispielsweise die Steuerung der Makrophagenpolarisation (M1 / M2), die Modulation von T-Zell-Reaktionen sowie die Aktivierung oder Regulation des Komplementsystems [9 – 11]. Insgesamt entsteht ein hochkomplexes und dynamisches Wirknetzwerk, bei dem Heilungs- und Regenerationsprozesse nicht durch einen einzelnen dominanten Mechanismus bestimmt werden, sondern durch das koordinierte Zusammenwirken zahlreicher zellulärer und molekularer Signalwege. Diese Vielschichtigkeit erklärt sowohl das therapeutische Potenzial als auch die bislang eingeschränkte Standardisierbarkeit orthobiologischer Anwendungen, insbesondere aufgrund der Variabilität zwischen Spendern. Demgegenüber besteht jedoch die Möglichkeit, zumindest die Herstellungsprozesse zu vereinheitlichen.</p>
<h2><b>Evidenzlage</b></h2>
<p>Die Studien- und Evidenzlage zu Orthobiologika hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Publikationen deutlich erweitert. Dabei konnte insbesondere für die Behandlung der Gonarthrose eine Wirksamkeit gezeigt werden, aber auch bei sportbedingten Sehnen- und Muskelbeschwerden finden diese Verfahren Anwendung. Die vorhandene Literatur zur Gonarthrose wurde in zwei ESSKA-Orbit-Publikationen mithilfe von Delphi- und Konsensverfahren systematisch aufgearbeitet – getrennt für zellbasierte Therapien (CBTs) und blutbasierte Produkte (BDPs) [12, 13]. Die Ergebnisse wurden in konkrete klinische Fragestellungen überführt und mit dem jeweiligen Evidenz­niveau verknüpft. Demnach werden Orthobiologika nicht als primäre Therapie empfohlen, sondern sollten im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts eingesetzt werden. Ihr Einsatz wird vor allem bei Arthrosegrad II bis III nach Kellgren-Lawrence befürwortet. Für blutbasierte Verfahren wird typischerweise eine Serie von zwei bis vier Injektionen im Abstand von ein bis zwei Wochen empfohlen, während zellbasierte Therapien – auch aufgrund des höheren Aufwands und der stärkeren Belastung für die Patienten – meist ein- bis zweimal in größeren Intervallen angewendet werden. Innerhalb beider Therapiegruppen konnte bislang keine klare Überlegenheit einzelner Produkte nachgewiesen werden.</p>
<p>Aufbauend auf diesen Analysen wurde zusätzlich eine RAND / UCLA-Appropriateness-Studie von ESSKA und ICRS durchgeführt [14], in der Experten Therapie­entscheidungen für verschiedene Arthroseszenarien trafen. Berücksichtigt wurden dabei Faktoren wie Schweregrad, Schmerzintensität, Gelenkerguss, Lokalisation sowie Alter und Vorbehandlung. Auch hier zeigte sich, dass Orthobiologika vor allem als Zweitlinientherapie bei Arthrosegrad II bis IV sinnvoll sind, unabhängig davon, ob die patellofemorale oder tibiofemorale Region betroffen ist, insbesondere in der Altersgruppe zwischen 50 und 75 Jahren. Jenseits dieses Bereichs erscheint der Nutzen biologischer Therapien eher begrenzt, unter anderem aufgrund einer reduzierten Verfügbarkeit von Stammzellen und anabolen Faktoren. Insgesamt bieten die Orbit- und RAND-Publikationen eine fundierte Grundlage und praktische Orientierung für den Einsatz von Orthobiologika bei Gonarthrose. Für Sehnen- und Muskelschäden ist die Evidenzlage deutlich heterogener und aufgrund der schwierigeren Vergleichbarkeit von Studienpopulationen weniger konsistent. Untersuchungen liegen vor allem für Pathologien der Rotatorenmanschette, Epicondylitis sowie für die Achillessehne und das Patellaspitzensyndrom vor. Zwar zeigen viele dieser Studien positive Effekte, jedoch erreichen diese häufig nicht das Ausmaß klinisch relevanter Verbesserungen. Zudem findet sich in zahlreichen Arbeiten ein Anteil von etwa 20 – 30 % an Non-Respondern, die nicht auf die Behandlung ansprechen. Dabei scheint insbesondere der individuelle inflammatorische Hintergrund eine Rolle zu spielen, wobei immunologische und metabolische Faktoren des Gesamtorganismus die Wirksamkeit beeinflussen können.</p>
<p>Positiv hervorzuheben ist, dass im Vergleich zu klassischen pharmakologischen Schmerz- und Entzündungstherapien die Komplikationsrate bei der Anwendung autologer Produkte sehr gering ist. Die wichtigsten Risiken stehen vor allem im Zusammenhang mit möglichen Infektionen bei Injektionen. Daher sollte konsequent auf geschlossene Systeme zurückgegriffen werden, um eine Kontamination zu vermeiden. Dies ist auch aus rechtlicher Sicht relevant, da Ärzte im Kontext dieser Therapien als Hersteller des angewendeten Produkts gelten und somit verpflichtet sind, MDR-zertifizierte Instrumente und Verfahren zu verwenden. Zudem muss die Anwendung im Sinne einer „Point-of-Care“-Situation erfolgen, also innerhalb eines zusammenhängenden Prozesses und in einem räumlichen Setting. Während diese Anwendungen in Deutschland meldepflichtig sind, besteht eine solche Verpflichtung in Österreich derzeit nicht. Insgesamt werden sowohl die Standardisierung der Herstellungs- und Anwendungsprozesse als auch die Erforschung der zugrunde liegenden Wirkmechanismen weiter vorangetrieben. Ziel ist es, klar definierte Indikationsrichtlinien zu entwickeln und das derzeit noch uneinheitliche Feld der Orthobiologika strukturierter und evidenzbasierter zu gestalten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7148468/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7148468/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[2] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27503185/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27503185/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[3] <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3858212/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3858212/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[4] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37199381">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37199381</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[5] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27503185/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27503185/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[6] 10.3389/fbioe.2020.584050</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] 10.1186/s13287-024-03681-9</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] 10.3389/fcell.2020.593386</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] 10.1186/s13036-025-00594-w</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] 10.3389/fbioe.2020.575057</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] 10.1016/j.mocell.2024.100151</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40923345/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40923345/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[13] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38436492/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38436492/</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[14] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38961773/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38961773/</a></p>
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		<title>Kernspinresonanz-Therapie im Profisport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22645/kernspinresonanz-therapie-im-profisport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Anna Schreiner&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. med. Götz Welsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 09:49:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22645</guid>

					<description><![CDATA[PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch Verletzungen gehören im Profifußball zum strukturellen Risiko – mit direkten Auswirkungen auf den sportlichen Erfolg und erheblichem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch</p>
<p><b>Verletzungen gehören im Profifußball zum strukturellen Risiko – mit direkten Auswirkungen auf den sportlichen Erfolg und erheblichem ökonomischem Gewicht. Aktuelle Analysen aus den europäischen Topligen zeigen, dass pro Saison mehrere tausend Verletzungen auftreten und damit verbundene Gehaltsausfälle in dreistelliger Millionenhöhe entstehen (Howden Men’s European Football Injury Index 2023/24).<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Vor diesem Hintergrund wächst die Bedeutung effizienter Rehabilitationsstrategien. Neben etablierten Verfahren rückt dabei zunehmend die Frage in den Fokus, wie zusätzlichen Therapiebausteine sinnvoll in bestehende Konzepte inte­griert werden können, um Heilungsverläufe noch besser zu unterstützen und Rückkehrzeiten zu optimieren. Die letztes Jahr in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin veröffentlichte Arbeit „Kernspinresonanz-Therapie als Bestandteil einer Kombinationstherapie im Profifußball – Einjahresergebnisse, eine Fallserie“<span class="Apple-converted-space">  </span>untersucht die Rolle der therapeutischen Kernspinresonanz (NMRT bzw. tNMR, auch: KSRT bzw. MBST®) als ergänzenden Baustein innerhalb eines multimodalen Behandlungskonzepts im Profifußball. Grundlage war eine Fallserie des damals deutschen Zweitligisten HSV (Leitender Mannschaftsarzt Prof. G. Welsch) über einen Zeitraum von einem Jahr. Insgesamt wurden 13 Spieler mit unterschiedlichen chronischen und auch akuten muskuloskelettalen Verletzungen vornehmlich im Bereich der unteren Ex­tremität zusätzlich zur bisherigen Standard­rehabilitation mit Kernspinresonanz-Therapie behandelt. Das zugrunde liegende Behandlungskonzept war bereits bewusst breit aufgestellt und kombiniert verschiedene etablierte Maßnahmen, darunter physiotherapeutische Interventionen, sportartspezifisches Aufbautraining, physikalische Anwendungen sowie ergänzende ernährungs- und regenerationsorientierte Strategien. MBST® wurde hierbei als neuer und zusätzlicher Baustein integriert. Die nicht-invasive Methode nutzt Kernspinresonanz therapeutisch, um zelluläre Stoffwechselprozesse in verschiedenen Geweben zu stimulieren und regenerative Abläufe zu unterstützen (siehe hierzu auch bisherige Artikel 2025 / 2026 in der sportärztezeitung).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22647" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg" alt="" width="755" height="759" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg 1019w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-150x151.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-768x772.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-450x452.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1200x1206.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-120x120.jpg 120w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<p>Im Beobachtungszeitraum konnten alle eingeschlossenen Spieler erfolgreich in Training und Wettkampf zurückgeführt werden. Die Therapie wurde gut in den Rehabilitationsalltag integriert und zeigte eine hohe Akzeptanz bei Spielern und Betreuungsteam. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Auch im weiteren Verlauf traten innerhalb des dokumentierten Zeitraums keine Re-Verletzungen auf, was auf stabile Heilungsverläufe hindeutet. Die allgemeinen klinischen Ergebnisse wie auch die subjektive Bewertung der Spieler waren durchgehend positiv. In der Einordnung der Ergebnisse wird deutlich, dass Kernspinresonanz-Therapie insbesondere im Rahmen komplexer, multimodaler Therapiekonzepte zu betrachten ist. Ein isolierter Effekt lässt sich auf Basis der vorliegenden Daten naturgemäß nicht eindeutig abgrenzen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass die Methode problemlos in bestehende Strukturen integriert werden kann und einen unterstützenden Beitrag zur Regeneration leistet. Die Fälle zeigen auf, dass insbesondere bei chronischen oder therapieresistenteren Beschwerdebildern – etwa im Bereich von Sehnen oder Knochenstoffwechsel – ein potenzieller Zusatznutzen bestehen kann und gewisse Behandlungslücken mit dieser physikalischen Therapie adressiert werden können. Aufgrund des explorativen Designs und der begrenzten Fallzahl handelt es sich jedoch primär um praxisnahe Erfahrungswerte. Die Analyse liefert damit einen ersten strukturierten Einblick in die Anwendung unter realen Bedingungen im Profisport. Gerade dieser Praxisbezug stellt jedoch einen relevanten Mehrwert dar, da er die Umsetzbarkeit und Integration in den leistungsorientierten Alltag adressiert.</p>
<p>In Deutschland ist MBST® als offizieller Partner neben dem HSV auch bei Holstein Kiel sowie den Braunschweig Basketball Löwen (Orthopädischer Mannschaftsarzt Dr. N. Fiedler) fest im therapeutischen Einsatz. In Großbritannien findet seit der letzten Saison eine Registerdatenerfassung bei den Fußballvereinen Charlton Athletic, Wrexham AFC sowie dem Rugbyverein Bath statt. Es erfolgt dort somit eine Datensammlung im Real-World-Setting. Die favorisierten Einsatzgebiete von Kernspinresonanz-Therapie mit hier schnellerer Einsatzfähigkeit der Spieler sind für Rory Murray (Head of Medical Services, Bath Rugby) bei der Heilung von Knochenbrüchen inkl. additiv guter Erfahrung bei Rippenfrakturen mit Knorpelbeteiligung sowie bei Sehnenpathologien. Bei Charlton Athletic FC (Adam Coe, Head of Medical) werden mittlerweile über 40 Fälle an Kombinationstherapie mit KSRT überblickt, die einen Zeitvorteil im Sinne eines schnelleren Return-to-Play für Muskelverletzungen, Sehnen- und Bandverletzungen, aber auch Knochenpathologien zeigen (bisher unveröffentlichte Daten).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die Ergebnisse der bereits veröffent­lichen Fallserie zeigen, dass Kernspinresonanz-Therapie als ergänzender Baustein in der Kombinationstherapie im Profifußball praktikabel und sinnvoll eingesetzt wird und weiteres Potenzial bietet. Besonders hervorzuheben sind die gute Praktikabilität, keine Nebenwirkungen, eine hohe Akzeptanz sowie die beobachteten stabilen und teilweise auch schnelleren Return-to-Play-Verläufe (in der aktuellen Analyse der UK-Registerdaten). Zukünftige Analysen – insbesondere auf Basis größerer Registerdaten und über mehrere Clubs hinweg – werden entscheidend sein, um den Stellenwert der Methode noch genauer einzuordnen und erweiterte Einsatzgebiete – z. B. auch im Bereich der gezielteren allgemeinen Regeneration wie auch Prävention – zu definieren. Kernspinresonanz-Therapie kann ergo als vielversprechender, sinnvoller und relevanter Baustein moderner, integrativer Therapiestrategien betrachtet werden.</p>
<p>Dieser Artikel basiert auf dem ausführlichen Originalartikel: <a href="https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/" target="_blank" rel="noopener">„Kernspinresonanz-Therapie als Bestandteil einer Kombinationstherapie im Profifußball – Einjahresergebnisse, eine Fallserie“</a> (Schreiner AJ, Mulholland K, Evans R, Welsch G. Nuclear magnetic resonance therapy as part of combination therapy in professional football – 1-year-results, a case series. Dtsch Z Sportmed. 2025; 76: 233 – 238. doi:10.5960/dzsm.2025.647; https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung des German Journal of Sports Medicine.</p>
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