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	<title>Prof. Dr. med. Andreas Veihelmann, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Prof. Dr. med. Andreas Veihelmann, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Injektionstherapie bei Rückenschmerzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Andreas Veihelmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2022 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/22]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Prävalenz von Rückenschmerzen ist nicht nur in der Allgemein­bevölkerung sehr hoch, sondern auch Sportler und Leistungsathleten sind hiervon häufig betroffen. Es wird geschätzt, dass in Abhängigkeit der Sportart etwa [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Prävalenz von Rückenschmerzen ist nicht nur in der Allgemein­bevölkerung sehr hoch, sondern auch Sportler und Leistungsathleten sind hiervon häufig betroffen. Es wird geschätzt, dass in Abhängigkeit der Sportart etwa ein Drittel der Athleten darunter leiden [1]. Die spinale Injektionstherapie bei Rückenschmerzen als adjuvante Schmerztherapie wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Mit dem Anstieg der Anzahl von Wirbelsäuleneingriffen stieg auch der Anteil solcher Injektionen.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Probleme der Wirbelsäule bei Sport treibenden sind häufig durch akute traumatische Geschehnisse oder von repetitiven Mikrotraumen durch Überlastungen hervorgerufen. Die Wirbelsäule des Athleten ist häufig extremen Belastungen ausgesetzt, was zu Verletzungen prädestiniert. Die häufigsten Verletzungsarten der Wirbelsäule beim Sportler durch Überlastung sind Bänder- und/oder Muskelzerrungen sowie intervertebrale Bandscheibenverletzungen wie Faserrisse bis hin zum Diskusprolaps und ein- oder eidseitige Ermüdungsfrakturen mit Ödembildung der pars interarticularis der Wirbelkörperbögen (drohende Spondylolyse). Weitere Überlastungen resultieren in Facettenschmerzen oder rezidivierenden Sacroiliacalgelenksblockierungen (SI-Gelenk). Besondere Risikofaktoren für die Entwicklung von Rückenschmerzen sind bei Athleten positive Rückenschmerzanamnese, eingeschränkte lumbale Beweglichkeit, mangelnde Kondition, Überlastung, schlechte/falsche Technik oder abrupte Trainingssteigerung [2]. Die Therapie besteht in einer Kombination von konservativen Maßnahmen wie Modifizierung im Training/Sportpause, orale Medikation (nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)) und physiotherapeutische Behandlung. Gerade beim radikulären Schmerz sollte dem eine differenzierte neurologische und gegebenenfalls elektrophysiologische Untersuchung vorausgehen und im Anschluss eine entsprechende Therapie auf neurophysiologischer Grundlage durchgeführt werden. In diesem Rahmen sind Wirbelsäulennahe Injektionen oder auch interventionelle Behandlungen zu sehen, welche als adjuvante Therapie gilt, wenn eine spezifische Schmerzursache detektiert werden kann. Tabelle 1 zeigt Ergebnisse von klinischen Studien mit Wirbelsäulennahen Injektionen, aufgeteilt in die Indikationen Bandscheibenvorfall (NPP) und Facettensyndrom. Die Wirbelsäulennahe Infiltrationen werden im Folgenden nach den möglichen spezifischen Schmerzgeneratoren eingeteilt.</p>
<figure id="attachment_12713" aria-describedby="caption-attachment-12713" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-12713" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322.jpg" alt="" width="1200" height="933" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322-300x233.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322-1024x796.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322-768x597.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322-150x117.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/VeihelmannTab_saez0322-450x350.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12713" class="wp-caption-text">Tab. 1 Ergebnisse von klinischen Studien mit Wirbelsäulennahen Injektionen, aufgeteilt in die Indikationen Bandscheibenvorfall (NPP) und Facetteninfiltration.</figcaption></figure>
<h2><b>Bandscheibenprolaps, -protrusion<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die CT- oder Bildwandler-gesteuerten epiduralen/periduralen Infiltrationen (EPI) an der Wirbelsäule werden bei o. g. Indikation entweder transforaminal epidural, interlaminär epidural oder transhiatal/episakral durchgeführt (Abb. 1). Üblicherweise wird neben einem Lokalanästhetikum ein Steroid in kristalliner oder löslicher Form angewendet. Kontraindikation sind neben Infekt oder Antikoagulation motorische Ausfälle, welche eine zügige operative Dekompression erfordern. Am häufigsten wird die transforaminale subpedikuläre Technik verwendet, wobei die geringste Menge an Medikamenten benötigt wird. Demgegenüber benötigt man beim episakralen Zugang große Mengen an Medikamenten, da das Ziel nur indirekt erreicht werden kann. Allerdings wird es als der einfachste Zugang mit dem geringsten Risiko einer versehentlichen Durapunktion eingeschätzt. Wegen des relativ unspezifischen Injektionsorts wird es überwiegend beim Postnukleotomiesyndrom oder bei der Spinalkanalstenose, seltener beim Sportler angewendet [3].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_12714" aria-describedby="caption-attachment-12714" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12714" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322.jpg" alt="" width="1200" height="874" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322-300x219.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322-1024x746.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322-768x559.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322-150x109.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann1_saez0322-450x328.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12714" class="wp-caption-text">Abb. 1 Schematische Darstellung der wirbelsäulennahen<br />Injektionstechniken<br />(modifiziert nach Schünke M, Schulte E, Schumacher U et al. 1.4 Aufbau eines Wirbels. In: Schünke M, Schulte E, Schumacher U et al., Hrsg. Prometheus LernAtlas – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Illustrationen von M. Voll und K. Wesker. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2014. doi: 10.1055/b-004-129726).</figcaption></figure>
<p>Bei Sportler spielen grundsätzlich zwei Parameter eine wesentliche Rolle: wie schnell kann er wieder an seinem Sport teilnehmen (return to play (RTP)) und für wie lange nach dem Bandscheibenvorfall mit konservativer Therapie (inkl. epi-/periradikulärer Therapie) oder operativer Therapie kann er noch in seinem Sport aktiv sein. Beide Parameter wurde neben anderen in einer Studie von Hsu et al. untersucht. So wurden 342 Elite-Athleten aus amerikanischen Hauptsportarten wie American Football, Baseball, Basketball und Hockey prospektiv evaluiert. Bei 226 dieser Athleten wurde eine mikroskopisch-assistierte Sequestrektomie vorgenommen, in den verbleibenden 116 wurde eine Kombination von physiotherapeutischer und epiduraler Infiltrationstherapie durchgeführt. Von den operierten Patienten konnten 81 % wieder erfolgreich für eine Dauer von 3,3 Jahren ihren Sport ausüben. Das Ergebnis der nicht-operierten und mit epiduralen Infiltrationen behandelten Athleten war jedoch nicht signifikant unterschiedlich. So konnten 84 % für eine Dauer von 3,5 Jahren wieder aktiv ihrem Sport nachgehen [4]. In einer Studie von Earhart et al. wurden 64 Baseballspieler mit Bandscheibenvorfall nach entweder Sequestrektomie oder konservativer Therapie inkl. epiduraler Infiltrationen nachuntersucht. Er stellte fest, dass insgesamt 97 % erfolgreich RTP nach einer durchschnittlichen Zeit von 6,6 Monaten erfuhren. Allerdings waren die konservativ behandelten Spieler bereits nach 3,6 Monaten (im Vergleich zu 8,7 Monaten) wieder in ihrem Sport zurück. Hier liegt allerdings der Verdacht nahe, dass die Symptomatik bei den operierten Athleten stärker ausgeprägt war im Vergleich zu den konservativ behandelten [5]. Bei American Football-Spielern (n=17) wurde in einer retrospektiven Untersuchung gezeigt, dass nach epiduralen Infiltrationen bei Schmerzepisoden aufgrund von Bandscheibenvorfällen 89 % wieder erfolgreich ihrem Sport zugeführt werden konnten [6]. Ähnliche Ergebnisse zeigten auch andere Untersuchungen bei anderen Athleten [7]. Komplikationen sind bei korrekter Anwendung äußerst selten und werden unten beschrieben. Diese Studienlage führte in zahlreichen nationalen Leitlinien dazu, dass überwiegend die transforaminalen epiduralen Injektionen beim Bandscheibenvorfall und dazu passenden radikulären Schmerzsyndrom als kurzfristige adjuvante Therapie empfohlen wird. Dafür, wie häufig und in welchem Abstand die Infiltrationen erfolgen sollen, kann anhand der Literatur keine Empfehlung gegeben werden, zu heterogen sind die Verfahrensweisen. Wie in den meisten Studien wird – wie auch vom Autor – eine 3 – 5 malige Infiltration in wöchentlichem Abstand empfohlen.<span class="Apple-converted-space">     </span></p>
<figure id="attachment_12712" aria-describedby="caption-attachment-12712" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12712" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322.jpg" alt="" width="1200" height="1242" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322-290x300.jpg 290w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322-989x1024.jpg 989w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322-768x795.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322-150x155.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann2_saez0322-450x466.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12712" class="wp-caption-text">Abb. 2 Transforaminale epidurale Infiltration unter Bildwandlerkontrolle</figcaption></figure>
<h2><b>Pars interarticularis – und Facetteninjektion</b></h2>
<p>Spondylolyse oder Knochenmarködem in der pars interarticularis ist bei jugendlichen Athleten öfters nachweisbar als in der Allgemeinbevölkerung. Die Prävalenz wird hierbei bei Athleten von 8 – 15 % angegeben und bis zu 47 % bei Athleten mit axialen Rückenschmerzen [8]. Der Wirbelbogen LWK 5 ist dabei nach LWK 4 mit bis zu 95 % am häufigsten betroffen, ein bilateraler Befund ist etwas häufiger nachweisbar als unilateral. Des Weiteren sind mehr Männer als Frauen betroffen (2 – 3-mal). Neben einer positiven Korrelation der Inzidenz mit einer hohen Trainingsfrequenz pro Woche stellen bestimmte Sportarten mit repetitiver Rotation und Hyperextension wie Turnen, Fußball, Tauchen, Hochsprung und Eiskunstlauf eine Prädisposition dafür dar. Meist haben die Patienten Rückenschmerzen während der körperlichen Belastung, hauptsächlich bei Hyperextension in der LWS und damit einhergehender Krafteinwirkung auf die posterioren Strukturen. Diagnostisch beweisend stellt das MRT für das Ödem und gegebenenfalls das CT zum Frakturnachweis das Mittel der Wahl dar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die konservative Therapie mit Sportpause, Sportmodifikation, Physiotherapie und gegebenenfalls entlordosierende Lumbalorthese hat zum Ziel, die Symp­tome zu kontrollieren und ein schnelles RTS zu erreichen. Athleten im Adoleszentenalter sollten dabei regelmäßig bis zum Erreichen der Skelettreife kontrolliert werden [9]. In verschieden Arbeiten betrug die RTS-Dauer bei entsprechender konservativen Therapie bei 63 – 87,5 % der Athleten mit pars-Defekt ca. 5 – 6 Monaten [10,11]. Die Injek­tionstherapie wird zusätzlich zu o. g. konservativen Therapie häufig durchgeführt, auch wenn es keine gesicherten Daten, geschweige denn Evidenz hierzu gibt. Dabei scheint es neben der direkten Bildwandler-gesteuerten Injektion in den Parsdefekt auch sinnvoll zu sein, in die entsprechende Facette direkt zu injizieren, da sich in einigen Studien zeigte, dass z. B. in Kadaverstudien [12] nach Facetteninfiltration respektive bei Athleten das Kontrastmittel in die entsprechende Defektzone der Pars diffundierte und auch eine Besserung der Rückenschmerzen bei den Athleten erzielen konnte [13]. Auch wenn die Datenlage insuffizient erscheint, kann eine Facetteninjektion oder auch eine Injektion direkt in den Parsdefekt sinnvoll als adjuvante Therapie bei anhaltender Schmerzsymp­tomatik und Sportunfähigkeit gelten.­ Dabei sollte vor der Injektion von Lokalanästhetikum in Kombination mit Kortison zunächst zur Diagnosefindung eine reine LA-Injektion unter Fluoroskopie durchgeführt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_12711" aria-describedby="caption-attachment-12711" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12711" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322.jpg" alt="" width="1200" height="550" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322-300x138.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322-1024x469.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322-768x352.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322-150x69.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/10/Veihelmann3_saez0322-450x206.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12711" class="wp-caption-text">Abb. 3 a) L4/5 Facetteninfiltration rechts, direkt, schräge Sicht<br />b) L5/S1 Facetteninfiltration rechts, direkt, schräge Sicht (nur Kanüle)</figcaption></figure>
<h2><b>Sakroiliakal-(SI-Gelenk)gelenksinfiltration</b></h2>
<p>Ob das SI-Gelenk beim Athleten aufgrund der höheren Belastung häufiger als in der Allgemeinbevölkerung mit Schmerzsyndromen einhergeht, scheint derzeit noch unklar. Zumindest wurde gezeigt, dass bei Ruderern [14] und Skilanglaufathleten [15] mehr als 50 % einer Kohorte an SI-Gelenksdysfunktion litten, wobei demgegenüber in der Allgemeinbevölkerung mit Rückenschmerzen von einer Inzidenz von ca. 10 – 27 % ausgegangen wird [16]. Neben einer sorgfältigen klinischen Untersuchung stellt die Fluoroskopisch-gezielte Injektion im caudalen Pol das diagnostische Mittel der Wahl dar. Therapeutisch kommt neben der manuellen Therapie in Kombination mit medikamentöser Therapie die SI-Gelenksinfiltration mit LA-Kortisongemisch in Frage. Am häufigsten wird diese 3 – 5-mal in Wochenabstand unter Bildwandlerkontrolle durchgeführt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Medikamente/Steroide bei Wirbelsäulennahen Injektionen<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die in der Infiltrationstherapie für Wirbelsäulennahe Injektionen verwendeten Medikamente sind üblicherweise ein Gemisch von Lokalanästhetika (LA) und Steroiden. An Lokalanästhetika wird Ropivacain 0,2 – 0,75 %-ig, Bupi­vacain 0,25 – 0,5 %-ig oder Lidocain 1 – 2 5-ig verwendet. Als Vertreter der Steroide wird meist Betamethason 6 – 18 mg und Triamcinolon 10 – 80 mg als krisitalloides sowie Dexamethason 4 – 8 mg als nicht-kristalloides Steroid verwendet [17]. Die Verwendung als Gemisch birgt das Risiko eines off-label use, da ein „neues“ Arzneimittelgemisch injiziert wird, für welches es in Deutschland noch keine Zulassungsstudie gibt. Problematisch ist auch die Gabe der Steroiden alleine, da es bislang nur für eines eine Zulassung zur lediglich von außen (transforaminalen), epiduralen Applikation gibt (Volon A40®) als Vertreter der kristalloiden Steroiden. Diese in Deutschland und für viele internationale Anwender nicht nachvollziehbare Vorgaben stehen im Widerspruch zu den häufigsten schwerwiegenden Komplikationen – überwiegend bei cervikaler epiduraler Anwendung: hier wird postuliert, dass das Risiko einer Embolie durch versehentliche intra­vasale Injektion bei Anwendung eines kristalloiden Steroids wesentlich höher im Vergleich zu einem nicht-kristalloiden Präparates (z. B. Lipotalon®) ist [18]. Es bleibt hier nur eine individuelle Aufklärung des Patienten über den off-label use und eine entsprechende Anwendung mit getrennter Injektion des LA und des Steroid, um hier forensisch auf dem sicheren Weg zu sein. Im Ausland scheint dieses Problem nicht im Vordergrund zu stehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Komplikationen bei </b><b>Wirbelsäulennahen Injektionen</b></h2>
<p>Ernste Komplikationen mit bleibenden Schäden sind bei korrekter Anwendung unter Beachtung der Hygienestandards nicht zu erwarten. Infektionen, Blutungen oder allergische Reaktionen sind daher äußerst selten. Leichtere Kom­plikationen betragen ca. 5 – 9 %. Beschrieben werden vorübergehende Kopfschmerzen, Flush-Phänomen, vasovagale Reaktionen, selten auch der vorübergehender kompletter Wurzelblock mit vollständiger Parese der betroffenen Nervenwurzel [18]. Im Vergleich dazu wurde bei einer großen Nachuntersuchungen von 10.000 epiduralen Infiltrationen bei 11,6 % von 839 Patienten versehentliche intravasale Injektionen, bei 1,9 % transiente Nervenirritationen und bei 1,8 % durale Punktionen festgestellt, also auch bei diesen einmaligen Injektionen gibt es eine ähnlich hohe Komplikationsrate [19]. Dramatischere Komplikationen wurden z. B. bei versehentlicher intrathekaler Applikation vor allem cervikal beschrieben, hierbei z. T. auch mit tödlichem Ausgang [20]. Somit sind diese Komplikationen nicht zu vernachläs­sigen, jedoch dramatische Folgen mit irreversiblen Schäden extrem selten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Doping bei Wirbelsäulennahen Injektionen</b></h2>
<p>Prinzipiell müssen der Sportler und sein Behandler das verwendete Medikament auf seine Dopingrelevanz überprüfen. Über die Medikamentenabfrage der Stiftung Nationale Anti Doping Agentur (NADA) kann jederzeit kostenfrei in entsprechenden Listen oder auch direkt abgefragt und das Medikament überprüft werden. Nicht systemisch verabreichte Glukocortikoide sind seit einigen Jahren weltweit nicht mehr verboten. Hierzu zählen neben Nasen-, Augen- und Ohrentropfen mit Kortison, Kortison-haltige Cremes oder Salben, Sprays zur Inhalation auch Injektionen in Gelenke oder Sehnenansätze sowie die Wirbelsäulennahe Injektionen. Im Wettkampf bzw. unmittelbar zuvor sollte jedoch zur Sicherheit des Athleten ein Attest (Therapeutic Use Exemption (TUE)) ausgestellt werden, welches ebenfalls über die NADA verfügbar ist. Ein Arztbericht mit einer Begründung, warum keine alternativen Medikamente eingesetzt werden können, sollte ebenfalls beigefügt werden. Inwiefern eine Wirbelsäulennahe Injektion eine notwendige Sportpause verhindert und damit gegebenenfalls größere Schäden einhergehen könnten (z. B. beim Parsdefekt oder Bandscheibenvorfall), bleibt ein individuell unter Berücksichtigung der Sportart abzuschätzendes Risiko, welches immer mit dem Sportler und seinem Trainer offen besprochen werden muss.</p>
<h2><b>Anwendung von PRP (platelet enriched plasma) bei der Wirbelsäule</b></h2>
<p>Die Anwendung der PRP-Therapie basiert unter anderen darauf, dass Wachstumsfaktoren von Blutplättchen die 3 Phasen der Wundheilung und allgemeinen Heilungsphase unterstützen (Inflammation, Proliferation, Remodeling). Die zum Teil widersprüchlichen Daten aus der Literatur sind sicherlich darin begründet, dass es keine einheitlichen PRP-Präparationen gibt und dies sich in sowohl in Composition als auch hinsichtlich Dosis oder Leukozyten-Anteilen signifikant unterscheiden. Dennoch besteht eine gewisse Evidenz, dass Injektionen mit PRP bei Tendinopathie oder auch anderen degenerativen muskuloskelettalen Veränderungen sinnvoll sind. Bei Anwendung an der Wirbelsäule und wirbelsäulennaher Injektionen mit PRP existieren nur wenige Studien. Bezüglich eventueller Facetten-Infiltrationen oder auch periradikulären Infil­trationen gibt es noch keine sichere Evidenz, ob PRP bei diesen Indikationen effektiv ist. Erfolgversprechend scheint es jedoch zu sein, die entzündlichen osteochondrotischen Veränderungen (Modic 1) mit PRP intradiskal zu behandeln. Zu dieser Fragestellung wird derzeit in der Sportklinik Stuttgart eine entsprechende Studie durchgeführt.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Zusammenfassend stellen die Wirbelsäulennahen Infiltrationen unter korrekter Anwendung einen wichtigen Bestandteil der Therapie des akuten oder chronischen Rückenschmerzes beim Athleten dar und können unter Umständen eine offene operative Maßnahme vermeiden sowie eine schnelle Rückkehr zum Sport herbeiführen. Dennoch müssen weitere Placebo-kontrollierte Studien zeigen, mit welchen Präparaten und zu welchem Zeitpunkt optimale Ergebnisse beim Athleten mit diesen Maßnahmen erzielt werden können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Dieser Artikel ist eine komprimierte und modifizierte Zusammenfassung des Artikels „Wirbelsäulennahe Injek</i><i>tionstherapie im Sport“ (Prof. Dr. Andreas</i><i> Veihelmann), erschienen im Thieme Verlag. Sportverletz Sportschaden 2020; 34(01): 33 – 41 DOI: 10.1055/a-0751 – 0583</i></p>
<p><i>Literatur</i></p>
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<p style="font-weight: 400;"><em>16 Hansen HC, McKenzie-Brown AM, Cohen SP, et al. Sacroiliac joint interventions: a systematic review. Pain Physician. 2007; 10:165-84</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>17 Buenaventra RM , Datta S, Abdi S et al. Systematic Review of therapeutic lumbar transforminal epidural steroid injections Pain Physician 2009;12: 233-51</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>18 Jablawi F, Schoeller-K. Spinal steroid injections (periarticular, periradicular, epidural). Die Wirbelsäule 2018;02:111-118</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>19 Manchikanti L, Malla Y, Wargo BW et al. (2012) A retrospective evaluation of complications of 10.000 fluoroscopically guided epidural injections. Pain Physician 2012; 15:131-40</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>20 Rozin L, Rozin R. Koehler SAet al. Death during transforaminal epidural steroid nerve root block (C7) due to perforation oft he left vertebral artery. Am J Forensic Med Pathol 2003; 24:351-5</em></p>
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		<title>Segmentale Stabilisierung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/1220/segmentale-stabilisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Andreas Veihelmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2020 12:15:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Applikation]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/20]]></category>
		<category><![CDATA[Aspen Medical Products]]></category>
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					<description><![CDATA[Akute Rückenschmerzen wie Lumbago sind normalerweise kein größeres medi­zinisches Problem. Hat man früher eher zur Immobilisierung oder Stufenbettlagerung geraten, empfehlen wir heute eine initiale effektive medikamentöse Analgesie und so weit [...]]]></description>
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<p><strong>Akute Rückenschmerzen wie Lumbago sind normalerweise kein größeres medi­zinisches Problem. Hat man früher eher zur Immobilisierung oder Stufenbettlagerung geraten, empfehlen wir heute eine initiale effektive medikamentöse Analgesie und so weit wie möglich, in Bewegung zu bleiben. Adjuvant kann auch eine Softorthese schmerzauslösende Bewegungen verhindern. Nach 1 – 2 Wochen sind die Beschwerden meist eindeutig rückläufig, sodass keine weitere Therapie erforderlich ist.</strong></p>



<p>Chronische Rückenschmerzen sind die bedeutendste Ursache für qualitativ verlorene Lebensjahre, wie im Report der Global Burden of Disease im Jahre 2014 nachgewiesen wurde. Hier muss zwischen dem sogenannten spezifischen und unspezifischen Rückenschmerz unterschieden werden. Beim spezifischen Rückenschmerz ist in der Regel eine Ursache erkennbar, wie beim axialen Rückenschmerz – neben muskulären und funktionellen Ursachen – die Facettengelenke, der diskogene Schmerz des Faserringes oder auch radikuläre Schmerzen bei Nervenwurzelkompression durch Bandscheibenprotrusion oder auch Vorfälle, seltener Kompression durch Flavumhypertrophie und daraus resultierender Neuroforamenstenose. Demgegenüber finden wir beim unspezifischen Rückenschmerz kein eindeutiges pathomorphologisches Korrelat (oder erkennen es nicht?), sodass hier nur das Konzept der multimodalen Schmerztherapie zu greifen scheint. Allerdings gibt es keine strenge Trennung der Symptome zwischen einem axialen Rückenschmerz und/oder radikulären Beinschmerz. So wurde in einigen Untersuchungen gezeigt, dass auch ein Facettenschmerz pseudoradikulär erscheinen kann und das Sakroiliacalgelenk (SIG) einen ähnlichen topografischen Schmerzverlauf aufweisen kann. Daher müssen häufig Probeinfiltrationen vorgenommen werden, um die Diag­nose eines spezifischen Rückenschmerzes zu sichern [1].</p>



<p><strong>Therapeutische Optionen &amp; Studienlage</strong></p>



<p>Therapeutisch kommt zunächst die konservative Therapie mit Physiotherapie, Manueller Therapie, medikamentöser Analgesie in Betracht. Man geht davon aus, dass unabhängig von der genauen Diagnose und Schmerzursache ca. 80 % der Rückenschmerzpatienten damit schmerzarm und wieder zur Teilhabe geführt werden können. In diesem Rahmen kommt der sogenannten segmentalen Stabilisierung eine herausragende Bedeutung zu. Es wird davon ausgegangen, dass der m. multifidus, der m. transversus abdominis, das Diaphragma und die Beckenbodenmuskulatur das einzelne Segment wesentlich effektiver gegen Translationsbewegungen stabilisieren können als die oberflächliche Muskulatur [2]. Der m. transversus abdominis kontrahiert sich demnach bei allen schnellen Bewegungen des Rumpfes oder der oberen und unteren Extremitäten noch bevor die eigentlichen, die Bewegung herbeiführenden Muskeln aktiviert werden [3]. Daneben werden die mm. multifidi unwillkürlich aktiviert, wenn bei Koordinationsübungen Hilfsbewegungen mit den oberen Extremitäten vorgenommen werden [4]. In diesem Zusammenhang konnte gezeigt werden, dass Patienten und Sportler mit Rückenschmerzen eine mangelnde Ansteuerung respektive Aktivierung der mm. multifidi zeigen [5, 6]. Außerdem kam es bei Rückenschmerzpatienten zu einer verspäteten Kontraktion der multifidi und des tranversus abdominis sowie war deren Reaktion nur bei schnellen Bewegungen messbar. Eine schnellere Ermüdung und nicht zuletzt auch eine Atrophie der segmentalen Muskulatur war ebenfalls nachweisbar [7, 8]. Dies hat zur Folge, dass es neben einer reduzierten lokalen Stabilität und einer reduzierten Kraft auch zu einer eingeschränkten Information des sensomotorischen Systems kommt. Dies wiederum führt zu einer verlangsamten Reaktion und zu gesteigerten Scherkräfte durch vermehrte Translationsbewegung.&nbsp;</p>



<p>Das Ziel der segmentalen Stabilisierung (SS) ist es dabei, die tiefe Bauch- und tiefe paraverte­brale Muskulatur getrennt von der oberflächlichen zu trainieren und somit die Stabilität auf Segmentebene widerherzustellen. Die dazu notwendigen Übungen sind: Übungen zum Training der multifidi und des tranversus abdominis, Übungen zum Training der Beckenbodenmuskulatur und Diaphragma. Allerdings sind Beweise für ihre Effektivität in der wissenschaftlichen Literatur nur unzureichend vorhanden. Dies liegt zum einen an der uneinheitlichen Definition des „Cores“ und zum anderen an der umstrittenen Genauigkeit des klinischen Tests zum Nachweis einer Instabilität in einem Bewegungssegments. Wang et al. stellten allerdings fest, dass Übungen zur segmentalen Stabilisierung bessere Ergebnisse erzielten als allgemeine Übungen während der ersten drei Monate einer Intervention bei lumbalen Rückenschmerzen [9].&nbsp;</p>



<p>In dem bisher ausführlichsten Review zu diesem Thema (29 Studien und n= 2500) konnte jedoch keine gesicherte Evidenz zur Effektivität der SS gefunden werden [10]. Allerdings wurden bei den meisten Studien Patienten mit unspezifischen Rückenschmerz untersucht. Hierbei wissen wir, dass bei diesen Patienten in aller Regel keine spezifische Intervention eine Besserung herbeiführt, sondern lediglich eine komplexe Kombination von Behandlungen wie bei der multimodalen Schmerztherapie. In einer aktuellen prospektiv randomisierten Studie konnte an gesunden Probanden gezeigt werden, dass es bei spezieller segmentaler Stabilisierung nach vier Wochen zu einer signifikanten Kraftsteigerung in speziellen Haltetests und zu einer schnelleren Stabilisierung bei plötzlicher Krafteinwirkung kommt [11]. Ähnliche Ergebnisse fanden auch Coulumbe et al. (2017), welche in fünf Studien mit 414 Probanden mit spezifischem Rückenschmerz eine signifikante Besserung bei Training mit SS im Verglich zu normaler Physiotherapie resultierte [12].</p>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Es gibt keine sichere Evidenz für die Effektivität der segmentalen Stabilisierung beim unspezifischen Rückenschmerz. Das Training mit SS erfordert eine hohe Konzentration. Eine gestörte unwillkürliche Bewegungskontrolle auf segmentaler Ebene kann jedoch verbessert werden und es kommt zu reduzierten Ausweichbewegungen. Zumindest beim Athleten sowie Pa­tienten mit spezifischen Rückenschmerzen ist die SS vielversprechend und sollte als Therapie der ersten Wahl angewendet werden.</p>



<p><em>Literatur</em></p>



<p>Literatur</p>



<p>[1] Veihelmann et al. 2020</p>



<p>[2] Schellenberg et al., 2007</p>



<p>[3] Cresswell et al. 1999</p>



<p>[4] Moseley et al., 2002</p>



<p>[5] Herbert et al., 2010</p>



<p>[6]&nbsp; Hodges et al., 1996</p>



<p>[7] Hodges et al., 1999</p>



<p>[8] Roy et al., 1990</p>



<p>[9] Wang et al. 2012</p>



<p>[10] Smith et al. 2014</p>



<p>[11] HSU et al. 2018</p>



<p>[12] Coulumbe et al. 2017</p>



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