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	<title>Lisa Könings, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Lisa Könings, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Sturzprophylaxe</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19645/sturzprophylaxe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Könings&#160;,&#160;Andreas Könings]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 08:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen und betreffen alle Altersgruppen. Im Sportkontext können Stürze durch plötzliche Bewegungen, unzureichende Stabilität oder eine schlechte Reaktionsfähigkeit auftreten. Ältere Personen sind aufgrund von altersbedingten Einschränkungen wie Muskelabbau, Gleichgewichtsstörungen oder Sehbeeinträchtigungen besonders gefährdet sind. Auch in der Rehabilitation nach Operationen oder Verletzungen ist die Prävention von Stürzen entscheidend, um den Heilungsverlauf nicht zu gefährden.</strong></p>
<p>Für ein effektives Präventionsprogramm gilt es, neben biomechanischen Aspekten auch neurophysiologischen Grundlagen zu berücksichtigen und hier insbesondere die drei folgenden Bereiche zu adressieren.</p>
<h3><strong>Das vestibuläre System – Schlüssel zur Gleichgewichtskontrolle</strong></h3>
<p>Das vestibuläre System, lokalisiert im Innenohr, spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität und Orientierung des Körpers im Raum. Es erkennt kontinuierlich Veränderungen der Kopfposition und übermittelt diese Informationen an das zentrale Nervensystem, um Haltung und Bewegungen entsprechend anzupassen. Defizite im Vestibularsystem können sowohl durch Verletzungen, chronische Entzündungen als auch neurologische Erkrankungen oder eine Gehirnerschütterung auftreten. Auch mit fortschreitendem Alter, kann es zu Leistungseinschränkungen des Gleichgewichtssinns kommen.</p>
<p>Das vestibuläre System setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen:</p>
<p><strong>Otolithenorgane</strong> (Utriculus und Sacculus), die für die Wahrnehmung von linearer Beschleunigung und Kopfneigung verantwortlich sind.</p>
<p><strong>Bogengänge</strong>, die Drehbewegungen des Kopfes registrieren und für die räumliche Orientierung von entscheidender Bedeutung sind.</p>
<p>Diese Strukturen enthalten spezialisierte Haarzellen mit Mechanorezeptoren, die Bewegungen in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden über die vestibulären Kerne im Hirnstamm verarbeitet und an andere sensorische Systeme weitergeleitet, darunter das Kleinhirn, der Thalamus und der Kortex. Durch diese neuronalen Verschaltungen trägt das vestibuläre System maßgeblich zur posturalen Kontrolle und Körperstabilität bei.</p>
<p>Das vestibuläre System steuert zwei essenzielle Reflexe zur Aufrechterhaltung von Gleichgewicht und Blickstabilisierung:</p>
<p><strong>Vestibulo-okulärer Reflex (VOR)</strong>: Dieser Reflex stabilisiert das Blickfeld während Kopfbewegungen, indem er die Augen entgegen der Kopfbewegung steuert. Ein gut funktionierender VOR ist entscheidend für eine klare visuelle Wahrnehmung beim Gehen und Laufen.</p>
<p><strong>Vestibulo-spinaler Reflex (VSR)</strong>: Dieser Reflex beeinflusst die Muskelspannung und hilft, den Körper aufrecht zu halten. Er trägt maßgeblich zur posturalen Kontrolle und damit zur Sturzprävention bei.</p>
<p>Für ein effektives Gleichgewichtstraining ist somit eine Kopf- und/oder Körperbewegung notwendig. Häufig wird Gleichgewichtstraining jedoch als Training auf instabilen Untergründen wie Wackelpads, Balance Pads oder Balance Boards beworben. Solche Übungen können zwar zur Stabilisierung des Sprunggelenks und zur Förderung der Propriozeption beitragen, haben aufgrund ihres statischen Charakters jedoch wenig bis gar keine Aktivierung des Vestibularsystems. Das Training auf instabilen Untergründen kann bei bestehenden Gleichgewichtsproblemen sogar kontraproduktiv wirken und das Gleichgewichtssystem überfordern. Das Ziel einer Stabilisierung der Körpermitte oder der Verbesserung der Balance wird damit verfehlt. Eine wirkungsvolle Gleichgewichtsschulung erfordert immer gezielte Bewegungen, die das vestibuläre System aktivieren.</p>
<h3>Trainingsintervention &#8211; Wandliegestütz</h3>
<p>Diese Übung aktiviert vornehmlich den Utriculus im Vestibularorgan, welches besonders durch Translationsbewegungen stimuliert wird.</p>
<p>Der Patient stellt sich hüftbreit mit etwas Abstand von der Wand hin. Auf Augenhöhe befindet sich ein VOR-Tafel. Beide Arme sind nach vorne auf Brusthöhe ausgestreckt und die Hände werden schulterbreit an der Wand platziert. Instruieren Sie den Patienten, den Buchstaben in der Mitte der Tafel zu fixieren. In dieser Position werden 5-10 zügige Liegestützbewegungen ausgeführt. Der Buchstabe bleibt während der Übungsausführung stets klar und deutlich erkennbar.</p>
<p>Der Fokus der Übung liegt auf der Aktivierung des Gleichgewichts. Wählen Sie daher einen Abstand zur Wand, der es dem Patienten ermöglicht, leicht und mit wenig Kraftaufwand einen Liegestütz durchzuführen.</p>
<h3><strong>Das visuelle System – Orientierung und räumliche Wahrnehmung</strong></h3>
<p>Das Vestibularsystem ist eng mit dem visuellen System verknüpft, das essenziell für die Gangstabilität ist. Es trägt zur räumlichen Orientierung bei und über das periphere Sehen lassen sich potenzielle Stolperfallen frühzeitig erkennen. Die Augen liefert dem Gehirn kontinuierlich Informationen über die Umgebung, Hindernisse und Bodenbeschaffenheit, was eine sichere Fortbewegung ermöglicht. Einschränkungen in der Sehfähigkeit, sei es durch altersbedingte Degeneration oder neurologische Erkrankungen, können das Sturzrisiko erheblich erhöhen.</p>
<p>Das visuelle System umfasst die Retina, den Sehnerv, die Sehbahn und die Sehrinde. Visuelle Informationen werden von der Netzhaut aufgenommen, über den Sehnerv in den primären visuellen Kortex im Okzipitallappen weitergeleitet und dort verarbeitet. Zusätzliche Verschaltungen zum parietalen und temporalen Kortex ermöglichen die räumliche Orientierung und Bewegungsplanung.</p>
<p>Im Kontext der Sturzprophylaxe sind auch folgende visuelle Funktionen relevant. Der Optokinetischer Reflex (OKR) stabilisiert das Bild auf der Netzhaut bei schnellen Bewegungen des Körpers oder der Umgebung. Der VOR-Reflex, wurde beim vestibulären System bereit angesprochen und spielt auch hier eine Rolle, da er Augenbewegungen mit Kopfbewegungen koordiniert, um das Sichtfeld stabil zu halten. Zusätzlich dienen Fixations- und Sakkadenbewegungen der schnellen Erfassung der Umgebung und der optimalen Nutzung des Gesichtsfeldes.</p>
<h3><strong>Trainingsintervention &#8211; Sakkaden</strong></h3>
<p>Blicksprünge (Sakkaden) sind eine der häufigsten Augenbewegungen im Alltag, um die Umgebung schnell zu erfassen und nach möglichen Hindernissen abzusuchen.</p>
<p>Der Patient steht aufrecht und hält je einen Stift in der Hand. Die Stifte befinden sich auf Augenhöhe etwa eine Armlänge entfernt. Beide Stifte befinden sich im Blickfeld beider Augen. Der Blick ist geradeaus nach vorne gerichtet. Nun springen die Augen horizontal zwischen beiden Stiften hin und her. Wichtig ist, dass der Blicksprung erst dann erfolgt, wenn die Stiftspitze klar und deutlich erkennbar ist und der Kopf des Patienten zentriert bleibt. Die Wiederholungszahl liegt optimal zwischen 5 bis 10 Blicksprüngen.</p>
<p>Blicksprünge lassen sich in 4 Bewegungsrichtungen durchführen: horizontal, vertikal und in beiden Diagonalen. Der Patient führt 5 bis 10 Blicksprünge durch.</p>
<p>Alternativ lassen sich Blicksprünge auch mit sogenannten Sakkaden-Tafeln durchführen. Diese ermöglichen es, das Training mit unterschiedlichen Abständen und Weiten durchzuführen.</p>
<p>Eine entscheidende Rolle spielt die Integration des visuellen Systems mit dem vestibulären und propriozeptiven System. Diese multisensorische Verarbeitung ermöglicht eine präzise Steuerung von Gleichgewicht und Haltung.</p>
<h3><strong>Das Kleinhirn – Steuerzentrale für Koordination und Bewegung</strong></h3>
<p>Das Kleinhirn (Cerebellum) ist maßgeblich an der Koordination motorischer Abläufe beteiligt. Es verarbeitet sensorische Impulse aus dem vestibulären und visuellen System und ermöglicht fein abgestimmte Bewegungen. Ein gut funktionierendes Kleinhirn ist entscheidend für schnelle Anpassungen an unerwartete Bewegungen, wie das Ausgleichen eines Stolperns. Ebenso wird es im Sport, insbesondere bei Disziplinen mit schnellen Richtungswechseln wie Tennis, Basketball oder Fußball, besonders gefordert.</p>
<p>Verletzungen des Kleinhirns, wie sie nach einem Schlaganfall, bei degenerativen Erkrankungen oder nach Traumata auftreten können, beeinträchtigen die Bewegungssteuerung erheblich. Ebenso spielt es eine zentrale Rolle in der Rehabilitation nach Operationen oder Verletzungen, um die motorischen Fähigkeiten wie einen sicheren Gang wiederherzustellen.</p>
<h3><strong>Trainingsinterventionen:</strong></h3>
<p><strong>Hand-Augen-Koordination:</strong> Übungen, wie das Werfen und Fangen von Bällen, fördern die cerebelläre Verarbeitung und verbessern reaktive Bewegungsmuster. Zusätzlich können komplexere koordinative Übungen wie das Jonglieren integriert werden, um die neuroplastischen Mechanismen des Kleinhirns weiter zu stimulieren.</p>
<p><strong>Doppelaufgaben:</strong> Durch das gleichzeitige Ausführen von motorischen und kognitiven Aufgaben (z. B. Gehen und Kopfrechnen) wird die cerebelläre Verarbeitung stark herausgefordert und die Anpassungsfähigkeit des Bewegungssystems verbessert.</p>
<h3><strong>Fazit </strong></h3>
<p>Ein wirksames Sturzpräventionsprogramm erfordert eine Integration des vestibulären, visuellen und cerebellären Bereichs. Durch gezielte Übungen für das Gleichgewicht, die Wahrnehmung und die Bewegungssteuerung lässt sich ein nachhaltiger Schutz vor Stürzen und deren Folgen erreichen. Diese gilt es, je nach Zielgruppe unterschiedlich zu gestalten. Therapeuten und Trainer sollten daher entsprechende Interventionen in das Behandlungskonzepte einbauen, um die Gangsicherheit zu verbessern und das Sturzrisiko zu minimieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 15.05.2025</em></p>
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			</item>
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		<title>Ernährung und kognitive Leistungsfähigkeit</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/15814/ernaehrung-und-kognitive-leistungsfaehigkeit-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Könings]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 08:16:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Education]]></category>
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					<description><![CDATA[Lisa Könings, Dipl.-Oecotroph,  gibt Tipps an die Hand, wie wir unsere Gehirnleistung durch unser Essverhalten positiv beeinflussen können. In Teil 1 des Education-Videos spricht sie über: &#8211; Gehirn und Energie [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><strong><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">Lisa Könings, Dipl.-Oecotroph, </span></strong><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color"><strong> gibt Tipps an die Hand, wie wir unsere Gehirnleistung durch unser Essverhalten positiv beeinflussen können.</strong> </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">In Teil 1 des Education-Videos spricht sie über: </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Gehirn und Energie </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Einfluss durch Blutglucose auf mentale Leistungsfähigkeit </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Das Ziel: Eine gleichmäßige Energieversorgung </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Individualität der Postprandialen Glucoseantwort </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Strategien zur Blutzuckerstabilisierung </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Ketone als Energiequelle für das Gehirn </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Vorteile von Ketonkörpern </span></span></p>
<p><iframe title="Ernährungsfaktoren zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit Teil 1" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/VDV3g8Zxgek?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">In Teil 2 spricht Frau Könings über:</span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color"> &#8211; Vorteile von Ketonkörpern </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Neurotransmitter </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Proteingehalt von Lebensmitteln </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Tyrosinreiche Lebensmittel </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Ernährung für Serotonin </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Sekundäre Pflanzenstoffe </span></span></p>
<p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color">&#8211; Allgemeine Empfehlungen zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit </span></span></p>
<p><iframe title="Ernährungsfaktoren zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit Teil 2" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/W4arSQxyxj8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen passenden Fachartikel dazu finden Sie <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/15273/ernaehrung-und-kognitive-leistungsfaehigkeit/">HIER</a></p>
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		<title>Ernährung und kognitive Leistungsfähigkeit</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/15273/ernaehrung-und-kognitive-leistungsfaehigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Könings]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 10:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=15273</guid>

					<description><![CDATA[Die Ernährung spielt eine fundamentale Rolle in der Optimierung unserer kognitiven Funktionen. Nicht nur die ausreichende Versorgung mit Energie, sondern auch die Nährstoffzusammensetzung können direkt die geistige Klarheit, Konzentration, Gedächtnisleistung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Ernährung spielt eine fundamentale Rolle in der Optimierung unserer kognitiven Funktionen. Nicht nur die ausreichende Versorgung mit Energie, sondern auch die Nährstoffzusammensetzung können direkt die geistige Klarheit, Konzentration, Gedächtnisleistung und sogar unsere Stimmung beeinflussen.</strong></p>
<p>Unsere Gehirnleistung ist nicht nur während geistiger Anstrengungen, wie sie in Prüfungen oder komplexen Arbeitsaufgaben vorkommen, von Bedeutung. Auch für sportliche Leistungen ist eine optimale kognitive Funktion von entscheidender Bedeutung – sei es bei der Entscheidungsfindung während eines Spiels oder bei der Aufrechterhaltung von Konzentration und Koordination unter körperlicher Belastung. Eine gezielte Ernährung kann hier einen signifikanten Vorteil bieten und dazu beitragen, das mentale Leistungsniveau zu maximieren und die Regenerationszeit zu verkürzen, was wiederum zu einer verbesserten Gesamtperformance führt.</p>
<h3><strong>Energieversorgung als Schlüsselfaktor</strong></h3>
<p>Das menschliche Gehirn ist ein wahrer Energiefresser, das bis zu 20 % des täglichen Energieumsatzes des Körpers verbraucht. Und das bei gerade mal etwa 2 % des Körpergewichts. Dieser bemerkenswert hohe Energiebedarf spiegelt die Wichtigkeit der zahlreichen Prozesse wider, die im Gehirn ablaufen – von der Aufrechterhaltung von Zellfunktionen bis hin zu der Signalverarbeitung, die für Bewegung, Kognition, Gedächtnis und Koordination verantwortlich ist.</p>
<p>Die primäre Energiequelle des Gehirns ist Glucose, wovon es pro Tag ca.130 Gramm verbraucht. Unter normalen Umständen wird Glucose kontinuierlich durch den Blutstrom an das Gehirn geliefert und dient als Energiesubstrat für Neuronen und Gliazellen. Ein konstanter Blutzucker ist somit für eine gleichbleibende Energieversorgung essentiell. Neben Glucose gibt es jedoch noch eine alternative Energiequelle für das Gehirn: Ketonkörper. Diese werden bei sehr eingeschränkter Kohlenhydratzufuhr oder beim Fasten in der Leber aus Fettsäuren synthetisiert. Ketonkörper, wie Beta-Hydroxybutyrat, Acetoacetat und Aceton, können die Blut-Hirn-Schranke passieren und den Neuronen als Energielieferant zur Verfügung stehen. Ketonkörper sind für unser Gehirn nicht nur eine effiziente Energiequelle, sondern besitzen auch neuroprotektive Eigenschaften besitzen, die die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen und möglicherweise das Risiko neurodegenerativer Erkrankungen senken können. Dies gilt insbesondere dann, wenn unser Gehirn Schwierigkeiten mit der Zuckerverwertung hat. Die bewusste Steuerung der Energiequellen durch diätetische Maßnahmen, wie ketogene Diäten und exogene Ketone oder das Timing und die Menge der Kohlenhydrataufnahme, können daher weitreichende Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit haben.</p>
<p>Die Aufrechterhaltung eines stabilen Blutzuckerspiegels ist entscheidend für eine gute kognitive Funktion. Sowohl ein zu hoher Blutzucker als auch ein zu niedriger können zu Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwäche und insbesondere langfristig zu einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses führen. Für optimale geistige Leistungsfähigkeit sind leicht erhöhte Blutzuckerwerte um die 120 mg/dl ideal. Allgemein sind Blutzuckerwerte zwischen 80-140 mg/dl anzustreben.</p>
<p>Um das Gehirn gleichmäßig mit Glucose zu versorgen, sind starke Spitzen oder Tälern zu vermeiden. Mit den modernen Ernährungsgewohnheiten ist es häufig so, dass wir mehr Kohlenhydrate und hier insbesondere kurzkettige aufnehmen als verbrauchen. Dies kann zu einem Ungleichgewicht führen, das den Blutzuckerspiegel stark schwanken lässt und so unsere geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.</p>
<p>Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, den Blutzucker zu stabilisieren:</p>
<p><strong>Ausgewogene Makronährstoffverteilung</strong>: Eine Mahlzeit, die ausreichend Proteine und Fette enthält, führt zu einer langsameren und stetigeren Blutzuckeranstieg. Die beiden Komponenten sollten in keiner Mahlzeit fehlen.</p>
<p><strong>Richtige Kohlenhydratauswahl:</strong> Komplexe Kohlenhydrate wie (abgekühlte) Kartoffeln, Quinoa, Hülsenfrüchte oder stärkehaltiges Gemüse sind ideal. Einfache Zucker wie in Süßigkeiten oder Softdrinks führen zu einem steilen und starken Blutzuckeranstieg. Besser sind spezielle Zuckerarten, die sich nur wenig auf den Blutzucker auswirken, dem Gehirn aber als wunderbare Energiequelle dienen. Teils sogar bei bestehender Insulinresistenz. Hierzu zählen Galaktose, Isomaltulose, Ribose, Tagatose.</p>
<p><strong>Ballaststoffreiche Lebensmittel</strong>: Ballaststoffe verlangsamen die Absorption von Zucker im Verdauungstrakt, was zu einem ausgeglichenen Blutzuckerspiegel beiträgt.</p>
<p><strong>Regelmäßige Mahlzeiten</strong>: Durch das regelmäßige Essen über den Tag verteilt wird, ein gleichmäßiger Glucosefluss gewährleistet. Ideal sind 3-4 Mahlzeiten.</p>
<p><strong>Bewusste Snackauswahl</strong>: Mit Snacks wie z. B. Studentenfutter kann über die variablen Anteile von Trockenobst und Nüssen der Blutzucker bewusst gesteuert werden</p>
<p><strong>Physische Aktivität</strong>: Regelmäßige körperliche Bewegung fördert die Glukoseaufnahme in die Zellen und verbessert die Insulinempfindlichkeit. Beides stabilisiert den Blutzucker.</p>
<h3><strong>Die essentielle Rolle von Proteinen für die Neurotransmitter-Synthese</strong></h3>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/9197/eiweiss-immunsystem/">Proteine</a> sind mehr als nur Bausteine für Muskeln und Gewebe; sie sind unentbehrlich für die Gesundheit und Funktion des menschlichen Gehirns. Insbesondere einzelne Aminosäuren, als Vorstufen für Neurotransmitter haben sie einen direkten Einfluss auf unsere kognitive Leistungsfähigkeit.</p>
<p>Neurotransmitter wie Dopamin, Adrenalin, Gaba, Glutamat oder Serotonin sind chemische Botenstoffe des Gehirns, die unsere Stimmung, Motivation und unser Lernvermögen regulieren. Dopamin, das intensiv mit dem Belohnungssystem des Gehirns verbunden ist und eine Schlüsselrolle in der Motivationssteuerung spielt, benötigt Tyrosin, eine Aminosäure, die in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Soja, Saubohne und Eiern vorhanden ist. Auch Adrenalin, das für verbesserten Fokus und Wachsamkeit sorgt, benötigt die Aminosäuren Tyrosin oder Phenylalanin als Baustoff.</p>
<p>Serotonin, oft als das Wohlfühlhormon bezeichnet, wird aus der Aminosäure Tryptophan synthetisiert, das in Nahrungsmitteln wie Nüssen und Käse enthalten ist. Ferner wird aus Serotonin Melatonin gebaut, was für einen guten Schlaf sorgt und Schlaf ist essentiell für die geistige Leistungsfähigkeit.</p>
<p>Eine ausgewogene Zufuhr von Protein ist für die Neurotransmittersynthese somit unerlässlich. Dies fördert nicht nur den Fokus und die Konzentration, sondern unterstützt auch die allgemeine psychische Gesundheit. Eine Ernährung, die reich an hochwertigen tierischen und pflanzlichen Proteinen ist somit von großer Bedeutung. Bei der Auswahl von tierischen Proteinen sollte auf eine entsprechende Vielfalt geachtet werden, um das gesamte Spektrum an Aminosäuren zu erhalten. Vegetarier und Veganer können durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteine sicherstellen, dass ihr Körper alle notwendigen Aminosäuren erhält. Bei spezifischem Bedarf, kann auch die gezielte Supplementierung einzelner Aminosäuren in Betracht gezogen werden.</p>
<h3><strong>Ausgewählte Substanzen für die kognitive Funktion</strong></h3>
<p>Mikronährstoffe spielen eine wesentliche Rolle im Gehirnstoffwechsel und unterstützen eine Vielzahl kognitiver Prozesse. Die Gruppe der B-Vitamine, insbesondere Vitamin Cholin, B6, B12 und Folsäure spielen eine Zentrale Rolle. Cholin, ein essenzieller Nährstoff, ist für die Acetylcholinsynthese von Bedeutung. Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, der kritisch für Gedächtnisfunktionen und die Aufmerksamkeitssteuerung ist. Zusätzlich ist es an der an der Myelinsynthese beteiligt, welche die Signalübertragung der Neuronen erleichtert. Cholin befindet sich in Leber, Eigelb und Nüssen. B6, B12 und Folsäure sind am Homocysteinmetabolismus, dessen Dysregulation mit kognitiven Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht wird. B-Vitamine befinden sich in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Eiern aber auch in Vollkornprodukten und Hülsenfürchten.</p>
<p><a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2925/schluesselelement-vitamin-d/">Vitamin D</a>, das Sonnenhormon, ist wichtig für die neuronale Differenzierung und beteiligt an der Reizübertragung sowie Herstellung von Neurotransmittern Dopamin und Serotonin. Lebensmittel sind keine nennenswerten Vitamin D Lieferanten. Die Versorgung erfolgt über Sonnenlicht oder je nach dessen Exposition ist eine Supplementierung notwendig.</p>
<p>Die Bedeutung von <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/2547/omega-3-fettsaeuren/">Omega-3-Fettsäuren</a>, speziell Docosahexaensäure (DHA), für die Integrität der neuronalen Membranen ist gut dokumentiert. DHA ist für die Erhaltung der Membranfluidität von Bedeutung und wichtig für die Integrität der Blut Hirn-Schranke. Ferne ist DHA an der Signalübertragung beteiligt ist und beeinflusst direkt die kognitive Leistung. Als Eselsbrücke hilft D wie DHA wie Denken.</p>
<p>Als letztes sei noch <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/1511/kreatin/">Creatin</a> erwähnt, das nicht nur in der Energiebereitstellung im Muskel, sondern auch innerhalb von Gehirnzellen eine Rolle spielt. Es erhöht die Synthese von Adenosintriphosphat (ATP) und unterstützt die zelluläre Energieproduktion, z. B. nach Schlafmangel oder unter Bedingungen erhöhter Energieanforderung. Die Folge sind weniger Müdigkeit und verbesserte Konzentration. Kreatin kommt in Fleisch vor ist oder ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.</p>
<p>Eine ausreichende Versorgung mit diesen Stoffen ist daher für die Aufrechterhaltung und Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit entscheidend. Angesichts ihrer Beteiligung an zellulären Stoffwechselwegen und neurochemischen Prozessen kann eine optimierte Zufuhr dieser Nährstoffe dazu beitragen, das kognitive Potenzial zu maximieren und die Gehirngesundheit langfristig zu unterstützen.</p>
<h3><strong>Der Einfluss von Flüssigkeitszufuhr auf unsere Konzentration</strong></h3>
<p>Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr ist für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktionen und der Gehirngesundheit von grundlegender Bedeutung. Das Gehirn besteht zu ca. 80 % aus Wasser und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die elektrochemische Leitfähigkeit der Neuronen, den Transport von Nährstoffen und den Abbau von Abfallprodukten entscheidend. Schon eine Dehydration von 1-2 % des Körpergewichts kann zu Müdigkeit, einer Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit sowie der psychomotorischen Fähigkeiten führen. Angemessene Flüssigkeitszufuhr ist somit essentiell, um die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten</p>
<p>Die Empfehlungen für die tägliche Wasseraufnahme beträgt circa 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag für Erwachsene. Bei einer 70kg schweren Person entspricht dies ca. 2,1 Liter. Den Verlust durch sportliche Aktivität oder heiße Umgebungstemperatur gilt es zusätzlich zu ersetzen. Es ist wichtig, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken und auf Signale des Körpers wie Durst zu achten, um Dehydration zu vermeiden. Ideal sind kalorienfreie Getränke. Im Bedarfsfall kann auch ein Getränk mit ca. 15 Gramm Glucose oder ca. 10 Gramm exogenen Ketonen die mentale Leistungsfähigkeit verbessern.</p>
<h3><strong>Gehirn Booster Koffein</strong></h3>
<p>Koffein, das weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Stimulans, hat komplexe Auswirkungen auf die kognitive Leistung. Es wirkt als Adenosinrezeptor-Antagonist, was zur Stimulation des Zentralnervensystems führt. Dies kann die Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration steigern sowie die Reaktionszeit verkürzen. Es ist jedoch zu beachten, dass Koffein bei empfindlichen Individuen oder Überdosierung zu Nervosität und Unruhe führen kann und dass es bei regelmäßigem Gebrauch zu Toleranz und Abhängigkeit kommt. Auch der negative Einfluss auf den Schlaf aufgrund der langen Halbwertszeit ist zu erwähnen.</p>
<p>Die situative Aufnahme von Koffein – unter Berücksichtigung der individuellen Toleranz und ohne Überkonsum oder Dauerkonsum– kann ein nützliches Mittel zur Steigerung von Fokus, geistiger Klarheit und Energie sein. Die optimale Dosis variiert, aber allgemein wird eine Aufnahme von bis zu 400 mg pro Tag als sicher für die meisten Erwachsenen angesehen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung und ausreichenden Hydration für die kognitive Leistungsfähigkeit und Gehirngesundheit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine gezielte Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen sowie Flüssigkeit unterstützt die komplexen biochemischen Prozesse des Gehirns und trägt zur Aufrechterhaltung der neuronalen Integrität bei. Im Zusammenspiel fördern diese Faktoren eine optimale geistige Leistung und können gleichzeitig das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen mindern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Education-Video zum Thema Ernährungsfaktoren zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit von Lisa Könings finden Sie hier:</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=VDV3g8Zxgek&amp;t=142s">TEIL I</a></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=W4arSQxyxj8&amp;t=14s">TEIL II</a></p>
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<p><em>Veröffentlicht 11.01.2024</em></p>
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		<title>Neurozentrierte Ernährungsberatung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/12146/neurozentrierte-ernaehrungsberatung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Könings]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 07:59:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[In der klassischen Ernährungsberatung wird, wie im Training häufig auch, das Gehirn außen vorgelassen. Zu unrecht. Denn letztendlich ist es unser Gehirn, das alles entscheidet. Unabhängig, ob es um Hunger, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der klassischen Ernährungsberatung wird, wie im Training häufig auch, das Gehirn außen vorgelassen. Zu unrecht. Denn letztendlich ist es unser Gehirn, das alles entscheidet. Unabhängig, ob es um Hunger, Durst, Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsprobleme, Bluthochdruck und vieles mehr geht. Dies sind nur Symptome bzw. ein Ergebnis, das auch als Output bezeichnet werden kann.</strong></p>
<p>Genau auf diesen Symptomen wird häufig der Fokus gelegt bzw. der Behandlungsansatz. Was kann ich essen, damit ich keine Bauschmerzen mehr habe? In der neurozentrierten Ernährungsberatung liegt allerdings der Schwerpunkt auf der eigentlichen Ursache. Warum kommt es zu Bauchschmerzen? Und diese Entscheidung trifft unser Kopf bzw. Nervensystem. Alles in unserem Umfeld gelangt als Information in das Gehirn. Es ist ein Input für uns. Dazu zählt z. B. Stress, Essen, Schlaf, Bewegung, Trinken, Licht, Atmung. Einfach alles. Unser Gehirn nimmt diese Informationen auf und verarbeitet sie. Wichtige neuronale Informationsquellen im Ernährungskontext sind u.a. Vagusnerv und Inselrinde als Basis für eine gut funktionierende Interozeption. Hier liegt ein Hauptfokus der neurozentrierten Ernährungsberatung.</p>
<p>Je nachdem wie gut die Qualität der eingehenden Informationen ist, entscheidet unser Kopf darüber, was für ein Output bzw. Ergebnis (häufig ein Symptom) produziert wird. Dies können z. B. Magen-Darm-Beschwerden sein oder Gewichtsschwankungen. Schlechte oder unzureichende Informationen führen zu Unsicherheit für unseren Kopf und lösen Stress in unserem Nervensystem aus. Für unser Gehirn steht Sicherheit allerdings an erster Stelle. Wann immer sich unser Kopf unsicher fühlt, so ergreift er Schutzmaßnahmen. Gebe ich dem Gehirn nun bessere Informationen, die das gefühlte Sicherheitsempfinden steigern, so wird auch der Output besser bzw. sich das Symptom reduzieren. Information kann z. B. sensorische Stimulation der Haut sein, Integration von Geruch und Geschmack, Vagusnervaktivierung zur Stressreduktion oder anderes je nachdem, was das Nervensystem individuell als positiv bewertet. Das macht neurozentrierte Ernährungsberatung.</p>
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<p><strong>Interview:</strong></p>
<p><strong>Neurozentrierte Ernährungsberatung ist ein Begriff, der einem nicht unbedingt geläufig ist. Du möchtest dabei betonen, dass der Kopf / das Gehirn letztendlich die Entscheidungen trifft, auch was den Bereich Ernährung angeht. Kann man in diesem Zusammenhang sagen, dass es gar nicht so wichtig ist, was man isst, sondern vielmehr, was das Gehirn „dazu sagt“?</strong></p>
<p>Der Begriff „neurozentrierte Ernährungsberatung“ ist meine eigene Wortkreation. In Deutschland kennt man die Herangehensweise, das Nervensystem in den Mittelpunkt zu stellen eher unter dem Namen Neuroathletik, die sich jedoch vorwiegend auf Bewegung konzentriert. Das Nervensystem sollte aber auch bei typischerweise ernährungsassoziierten Krankheiten nicht außen vorgelassen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch keinen Freifahrtschein für eine nährstoffarme und hoch verarbeitete Kost, sondern ist vielmehr als Ergänzung zu sehen. Klar ist, dass es nicht die eine Ernährungsweise gibt, die für jeden funktioniert. Das hängt aber von sehr vielen Faktoren ab: Mikrobiom, Lifestyle, genetischer Disposition, aber eben auch der Neuromatrix des Gehirns.</p>
<p>Ein Prinzip des Neuro-Trainings ist das Testen und Re-Testen. Dies lässt sich auch auf den Ernährungsbereich übertragen. So kann ich durchaus testen, wie mein System auf Lebensmittel reagiert, z. B. durch Messung von Körpertemperatur, Puls und Blutzucker vor und nach einer Mahlzeit. Dies kann Hinweise auf individuelle Stoffwechselreaktionen und den Körper „stressende“ Lebensmittel geben. Aber auch eine subjektive Einschätzung ist ein probates Mittel, sofern keine interozeptive Dysfunktion vorliegt und ich auch hier gewissen Rahmenbedingungen einhalte. Hierdurch ergeben sich dann häufig sehr individuelle Ergebnisse und auch vermeintlich gesunde Lebensmittel können negative Auswirkungen haben. Auf der anderen Seite sind Gehirn und Nervensystem für eine einwandfreie Funktionsweise natürlich auch auf ausreichend Makro- und Mikronährstoffe angewiesen.</p>
<p><strong>Kann das Gehirn beeinflusst werden durch unser Essverhalten? Kann ich z.B. durch langsames Kauen im Kopf etwas anders auslösen, als wenn ich sehr schnell esse?</strong></p>
<p>Unser Gehirn wird grundsätzlich durch alles beeinflusst. Dazu zählt natürlich auch unser Essverhalten. Essen löst bildlich gesprochen ein Feuerwerk in unserem Kopf aus. Es gibt keinen Hirnnerv, der an der Nahrungsaufnahme nicht beteiligt ist. Das ist eine Vielzahl an sensorischen Informationen, die beim Essen an unser Gehirn gehen und diese Aktivierung ist erst einmal positiv. Unsere Nervenzellen benötigen Aktivierung, um am Leben zu bleiben, denn unser Gehirn funktioniert nach dem Prinzip „use it or loose it“. Essen ist leider für viele Menschen der einzige Stimulus, den sie regelmäßig erhalten, ist unsere heutige westlichen Lebensweise von Bewegungsmangel geprägt. Langsames Kauen hat in dem Sinn einen Einfluss auf unser Gehirn, dass es hierdurch per se zu einer langsameren Nahrungsaufnahme kommt und unser Gehirn somit mehr Zeit hat, die interozeptiven Signale wahrzunehmen und zu verarbeiten. Die Nahrungsaufnahme wird von unserem Hypothalamus überwacht und übergeordnet gesteuert. Diese Signalwege und Steuerungsprozesse sind jedoch äußert vielfältig und komplex und hier stehen wir erst am Anfang der Forschung.</p>
<p><strong>Ganz praktisch gefragt, wie kann eine neurozentrierte Ernährungsberatung z.B. bei Blähungen oder Durchfall aussehen? Gibt es dabei ein einheitliches Vorgehen oder muss das immer individuell abgestimmt werden</strong>?</p>
<p>Am Anfang der Beratung steht immer eine ausführliche Anamnese und Tests. Jeder Klient hat eine individuelle Geschichte hinter sich und Auslöser für Magen-Darm Beschwerden können vielfältig sein. Unser Verdauungssystem ist sehr stressanfällig und eine gute Verdauung kann nur stattfinden, wenn wir uns in einem parasympathischen Zustand befinden. Der erste Ansatz für die Beratung ist daher, eine Stressreduktion zu erlangen. Hierbei spielt der Vagusnerv als wichtiger Teil des Parasympathikus eine Schlüsselrolle. Der Vagus lässt sich gezielt mit Übungen, wie z. B. Summen, Atemübungen, Ohrstimulation oder Zungenübungen aktivieren. Um nun herauszufinden, welche Übung für den Patienten die richtige ist, kommt wieder das Testprinzip ins Spiel. Hier ist keine Pauschalaussage möglich und die Vorgehensweise ist immer individuell. Ein weiteres interessantes Gehirnareal zur Verbesserung von Verdauungsbeschwerden ist die Inselrinde, in der unsere Interozeption bzw. Innenwahrnehmung zu Hause ist. Bei intestinalen Beschwerden liegt hier häufig eine Dysfunktion vor. Die Inselrinde lässt sich z. B. über Geruch oder das gezielte Training der Innenwahrnehmung aktivieren. Häufig kombiniere ich auch Übungen für Inselrinde und Vagusnerv, da beide Bereiche eng miteinander verknüpft sind.</p>
<p><strong>Kannst Du uns abschließend vielleicht noch ein weiteres praktisches Beispiel zeigen, bei dem neurozentrierte Ernährungsberatung helfen kann, z.B. bei Bluthochdruck?</strong></p>
<p>Der Blutdruck zählt zu den autonomen Funktionen unseres Körpers. Autonome Funktionen werden unter anderem in unserem Hirnstamm geregelt, hier in der Formatio reticularis. Diese steuert den Blutdruck der Körperhälften ipsilateral, indem es die glatte Muskulatur um die Gefäße reguliert. Ob sie richtig arbeitet, lässt sich durch verschiedene Tests, wie Muskelfunktionstest der Extensoren in Finger und Zehen überprüfen. Zusätzlich sollte der Blutdruck rechts und links separat gemessen werden. Dies ist jedoch nur aussagekräftig, wenn bisher noch keine Blutdruckmedikamente gegeben werden. Je nach Testergebnis gibt es Übungsmöglichkeiten, die die Formatio reticularis gezielt ansteuern. Das kann z. B. komplexe Gelenksmobilisation sein, wobei die neuronale Verschaltung hier kontralateral verläuft oder auch Atemübungen mit dem Fokus auf die Ausatmung. Eine funktionsfähige Formatio reticularis ist eine Voraussetzung für adäquate Blutdruckregulation, die bei Bluthochdruck überprüft und integriert werden darf. Weitere Faktoren, wie Übergewicht, gilt es natürlich auch zu berücksichtigen und anzugehen, sofern diese zutreffen.</p>
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<p><strong>Einen Vortrag zum Thema „Neurozentrierte Ernährungsberatung“  wird Lisa Könings am 18.09.2022 auf dem NEURO INNOVATION DAY 2022 in Frankfurt halten.</strong></p>
<p>Der 1. <strong>NEURO INNOVATION DAY</strong> bedeutet einen Tag voller abwechslungsreicher Praxisworkshops und Vorträge sowie guter Gespräche zwischen Teilnehmern, Referenten und den Veranstaltern. Der <strong>NEURO INNOVATION DAY 2022</strong> zeigt dir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten neurozentrierter Übungen – über den Leistungssport hinaus. Er greift das Thema sportart- und therapieübergreifend auf, wird dich motivieren und dir Tests und Übungen zur direkten Einbindung in dein persönliches Setting zeigen.</p>
<p>Für diese besondere Neuroathletik Ausbildung konnte das <strong><a title="artzt.eu/fortbildungen" href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/">ARTZT Institut</a></strong> zusammen mit der <strong><a title="neuro-performance.com" href="https://neuro-performance.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Deutschen Akademie für Neuro-Performance</a></strong> viele erfahrene Referenten gewinnen, die sich seit Jahren aktiv mit dem Thema neurozentiertes Training beschäftigen. Darüber hinaus freuen wir uns, diesen Tag beim Landesssportbund Hessen, einem Treffpunkt des Sports, durchführen zu können.</p>
<p>Weitere Infos sowie Anmeldemöglichkeiten dazu finden Sie <a href="https://www.artzt.eu/neuro-innovation-day-2022">HIER</a></p>
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<p><em>Veröffentlicht 16.08.2022</em></p>
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