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	<title>Dr. med. Dominik Szymski, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Dominik Szymski, Autor bei sportärztezeitung</title>
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		<title>Spielergesundheit im Fokus</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19910/spielergesundheit-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Dominik Szymski&#160;,&#160;Prof. Dr. med. Dr. biol. hom. Volker Alt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 08:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/25]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. med. Lorenz Huber, Dr. med. Johannes Weber, Prof. Dr. med. Werner Krutsch Im Hochleistungssport gehören Verletzungen und Erkrankungen trotz intensiver Präventionsmaßnahmen zum Alltag. Gerade im Profifußball bedeuten sie nicht [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. med. Lorenz Huber, Dr. med. Johannes Weber, Prof. Dr. med. Werner Krutsch</p>
<p><b>Im Hochleistungssport gehören Verletzungen und Erkrankungen trotz intensiver Präventionsmaßnahmen zum Alltag. Gerade im Profifußball bedeuten sie nicht nur ein individuelles Schicksal für die betroffenen Spieler, sondern stellen auch sportlich wie wirtschaftlich bedeutsame Faktoren für die Vereine dar. Um die Belastungen besser zu verstehen und präventiv entgegenzuwirken, wurde am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ein einzigartiges Forschungsprojekt ins Leben gerufen: das Bundesligaregister für ausfallrelevante Verletzungen und Erkrankungen.</b></p>
<p>In Kooperation mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) hat die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am UKR unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Volker Alt und Dr. Dominik Szymski ein bislang beispielloses Register für die 1. und 2. Fußball-Bundesliga aufgebaut. Seit dem Start der Saison 2022 / 23 werden darin sämtliche Verletzungen und Erkrankungen systematisch dokumentiert, die zu einem Ausfall im Trainings- oder Spielbetrieb führen. Die Idee dahinter entstand aus den Reihen der Mannschaftsärzte und hier vor allem auf der Initiative von Prof. Dr. Werner Krutsch, der als Mannschaftsarzt der 1. FC Nürnberg und als Mitglied der Kommission Fußballmedizin der DFL, entscheidenden Anteil an der Konzeption und Verwirklichung hatte. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention durch Wissen</b></h2>
<p>Das Ziel des Projekts ist klar definiert: Es geht um Prävention durch Wissen. Nur wer genau weiß, wann, wo und warum sich Spieler verletzen oder erkranken, kann gezielte Maßnahmen zur Vermeidung entwickeln. Die Datenbank erfasst nicht nur die Art der Verletzung oder Erkrankung, sondern auch deren Umstände, Diagnostik, Therapie und Informationen zu Vorverletzungen. Auch Rehabilitationsverläufe finden Eingang in die anonymisierte und datenschutzkonforme Erhebung. Durch diese longitudinale Datenerhebung und kontinuierliche Verfolgung der Spieler sollen auch saisonübergreifende Ereignisse und Verläufe beobachtet werden. Nach zwei Jahren Laufzeit liegen nun erste belastbare Zahlen vor: In den Spielzeiten 2022 / 23 und 2023 / 24 wurden über 1.800 verletzungs- oder krankheitsbedingte Ausfälle dokumentiert. In der aktuell noch laufenden Saison 2024 / 25 wurden rund weitere 850 Ausfälle registriert. Mit rund 75 % machen Verletzungen dabei den Großteil der Ausfallgründe aus. Die übrigen 25 % entfallen auf Erkrankungen wie Atemwegsinfekte oder Magen-Darm-Beschwerden. Besonders häufig treten Muskelverletzungen auf – sie verursachen in der Summe auch die meisten Ausfalltage. Noch gravierender in ihrer Auswirkung auf die Einsatzfähigkeit sind jedoch Knieverletzungen, die mit den längsten Rehabilitationszeiten einhergehen. Auch bei Kopfverletzungen zeigt die Analyse: Die medizinischen Leitlinien, etwa zum stufenweisen Wiedereinstieg nach einer Gehirnerschütterung, werden flächendeckend eingehalten und die durchschnittliche Zeit bis zur Rückkehr ins Lauftraining betrug 4,1 Tage, während im Mittel 6,7 Tage bis zum Mannschaftstraining und 10,1 Tage bis zum nächsten Spielgeschehen vergingen.</p>
<h2><b>Aktive Einbindung der Mannschaftsärzte</b></h2>
<p>Ein zentrales Merkmal des Registers ist die aktive Einbindung der Mannschaftsärzte und Physiotherapeuten der Bundesligisten. Sie liefern nicht nur die Daten, sondern beteiligen sich auch an der Gestaltung des Erhebungsprotokolls. Die Klubs selbst profitieren durch die Möglichkeit, individuelle Verletzungsmuster ihrer Spieler mit den anonymisierten Gesamtdaten aller beteiligten Teams zu vergleichen. Das ermöglicht maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen. Nur durch die Mitarbeit der Vereine und insbesondere der Physiotherapeuten und Mannschaftsärzte, welche in den jeweiligen Vereinen für die Dateneingabe zuständig sind, ist es möglich dieses Register zu führen. Durch das longitudinale Design des Registers – also die dauerhafte und fortlaufende Erfassung über viele Spielzeiten hinweg – entsteht ein wertvolles Werkzeug für die medizinische Begleitung im Profifußball. Ziel ist es, aus den Daten belastbare Rückschlüsse für Trainingssteuerung, Belastungsmanagement und medizinische Betreuung zu ziehen. In Zukunft könnte das Register auch für weitere wissenschaftliche Studien genutzt werden – etwa zur Risikobewertung bei spezifischen Verletzungstypen oder zur Evaluation von Präventionsprogrammen. Damit nimmt das Projekt eine Vorreiterrolle im internationalen Profisport ein und ist in seiner Form einzigartig im internationalen Vergleich. Seit der Saison 2023 / 24 wird zusätzlich ebenfalls am Universitätsklinikum Regensburg im Frauenfußball in Deutschland in ähnlicher Form das „Gesundheitsregister im Frauenfußball“ in der 1. und 2. Frauen-Bundesliga geführt. In Zukunft sind somit nicht nur Rückschlüsse in den jeweiligen Ligen, sondern auch geschlechterübergreifend möglich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Mit dem neuen Register setzt der deutsche Profifußball ein starkes Zeichen für die Gesundheit seiner Spieler. Durch die enge Verzahnung von Wissenschaft, Praxis und Ligaorganisation entsteht ein Projekt mit enormem Potenzial – für eine gesündere Zukunft auf dem Platz.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Anterior cruciate ligament ruptures</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/11339/anterior-cruciate-ligament-ruptures/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Werner Krutsch&#160;,&#160;Dr. med. Dominik Szymski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 07:06:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT 22]]></category>
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					<description><![CDATA[The British Journal of Sports Medicine (BJSM) recently published a study by the Football Research Group under the supervision of Jan Ekstrand from Sweden in collaboration with the Isokinetic Medical [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>The British Journal of Sports Medicine (BJSM) recently published a study by the Football Research Group under the supervision of Jan Ekstrand from Sweden in collaboration with the Isokinetic Medical Group from Bologna under the leadership of Francesco Della Villa. The aim of the study was to present the re-­rupture rate for anterior cruciate ligament ruptures in professional football and their scientific evaluation.</strong></p>
<p>The study is based on the globally lar­gest data collection of injuries in professional football, the UEFA Injury Study, which has involved the collection of injury data from clubs in the UEFA Champions League and others for more than the past 20 years. The conclusion of this study is that in one of five cases among professional football players out of the 118 study participants with an anterior cruciate ligament rupture a second ACL rupture appeared. Players who had suffered an isolated or non-­contact injury in the primary rupture were particularly prone to a re-rupture. There was also some indication that the risk of re-rupture was reduced when the return to training after injury was more delayed.</p>
<p><b><i>BJSM study, Della Villa F et al 2021: <a href="https://bjsm.bmj.com/content/55/23/1379" target="_blank" rel="noopener">https://bjsm.bmj.com/content/55/23/1379</a></i></b></p>
<h2><b>Interpretation of the Study </b></h2>
<p>Taking into account both, the given limitations of such a study project with all the various surgical techniques used in ACL reconstruction of the study participants in Europe in the last 20 years, and the purely epidemiological reporting by team doctors rather than by the surgeons performing the ACL reconstruction, the data are nevertheless unique and from highest interest for surgeons, physicians and teams. The study population, which is quite large for this type of study, certainly represents for the worldwide professional sport the group, where the time pressure and sporting and financial pressure on the players and clubs is enormously high, so that the influence on the timing of surgery, the rehabilitation phase and/or the return to competition is accor­dingly high. The trend towards a<b> longer rehabilitation phase being required before players can return to team training</b> seems to be still an important factor for reducing the pressure on the player. The time period until return to sports/training/match are only indirect indicators and cannot be generalised. In each individual case, it is therefore recommended to provide an individualised regular functional testing battery during rehabilitation after ACL reconstruction. Especially for professional athletes are repeated functional testing recommended after surgery, once before the general return to sports, the return to team training and the return to competition, respectively. It can also be reaso­nable to perform follow-up testing also after the formerly ACL injured player has successfully returned on field. These follow up examination can provide important information about the fitness and functional capacities of the player and represent one option to control and accompany the consistent and injury free football playing.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>The fact that re-ruptures are more common in <b>non-contact injuries</b> of the anterior cruciate ligament may indicate an individual neuromotor weakness, overuse of the musculoskeletal system or an anatomical anomaly in the injured player. This aspect represents highest importance and supports the strategy that injury analysis (video, risk factors, etc.) must be started directly after an ACL rupture in each professional football player occurred and has the clear goal to prevent further injuries after the return-to-competition. Such an analysis of possible risk factors in the case of an ACL rupture is currently rarely or not at all practiced even in professional player, but should be practised in the case of each non-contact rupture and also in other injury mecha­nism, which are difficult to explain.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>The fact that <b>isolated ACL ruptures</b> in particular are supposed to be a trigger for re-ruptures seems to be a certain contradiction, because concomitant injuries to other structures of the knee joint, such as ligaments or menisci, usually tend to lead to subsequent problems and remaining instabilities, recurrent complaints or imbalances. However, this topic could be an important message especially for knee surgeons. The critical evaluation of such a risk factor leads to the suspicion that the reported “isolated” ACL ruptures may represent a more complex knee injury type, with principally overlooked concomitant lesions of other knee structures. Accompanying meniscus or cartilage injuries can easily identified and treated by MRI and also during the arthroscopic surgery of the ACL injury and represent therefore not the classic potential for an overlooked concomitant lesion. Rather, it must be discussed if concomitant partial ruptures of the medial or lateral collateral ligaments are not adequately detected or addressed in the primary examination in this context. In particular, if the radiological findings speak for an isolated ACL rupture and without a notice for collateral ligament injuries, the actual clinical stability of the col­la­teral ligament structures and their integrity must be controlled and verified in a clinical examination of the knee. Imaging diagnosis may overlook anteromedial or -lateral as well as posteromedial or -lateral instabilities of the knee, which are frequent concomitant pro­blems in case of an ACL injury. The answer to such a critical evaluation of these results cannot be completely demonstrated with the data set of the UEFA Injury Study, but could be a plausible explanation, which also corresponds to the practical routine in knee surgery.</p>
<h2>Data of the anterior cruciate ligament registry in German national sport</h2>
<p>The data of the UEFA Injury Study show how important a detailed epidemiological and sport-specific analysis of injury data is. Many national ACL registries in Europe have the potential for similar analysis and should perform such investigations to their sports and football populations. The ACL Registry of German Sports with their ACL injury data from professional and amateur football, handball, basketball and ice hockey collects such data since the year 2014 and provides results for more than 1.700 ACL injuries. This registry registered almost 18 % of re-ruptures in football player, where professional football player had indeed signi­ficantly fewer re-ruptures than amateur footballers, but they returned to football after ACL injury in the mean 140 days earlier than amateurs. The comparison of the diffe­rent playing level seems to be a direct consequence to the different medical setting, but also indicates that a rate of ACL-re-rupture in professional football player cannot necessarily be the result of a too early return to play. Additionally, is the mean return-to-competition time after ACL injury of about 251 days longer than often expected by the football community or the players themselves.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Football-specific conclusion</b></h2>
<p>It is of great importance that separate and sport-specific analyses should be conducted for amateur and professional sports. The data of the UEFA Injury Study or the ACL Registry in German Sports are essential for appropriate conclusion for the own clini­cal practice routine. It is a matter of players, clubs and physicians conduc­ting an own analysis of each individual occurred ACL injury. It is important to identify the actual influencing factors for the occurred ACL rupture with the goal to prevent any re-rupture. The (possibly undiscovered) same influen­cing factors that led to the primary ACL rupture may also increase the risk of re-rupture after return to play.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vordere Kreuzbandrupturen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/10924/vordere-kreuzbandrupturen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Werner Krutsch&#160;,&#160;Dr. med. Dominik Szymski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Mar 2022 09:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/22]]></category>
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					<description><![CDATA[Das British Journal of Sports Medicine (BJSM) veröffentlichte kürzlich eine Studie der Forschungsgruppen „Football Research Group“ um Jan Ekstrand aus Schweden und der „Isokinetic Medical Group“ um Francesco Della Villa [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das <a href="https://bjsm.bmj.com/">British Journal of Sports Medicine (BJSM)</a> veröffentlichte kürzlich eine Studie der Forschungsgruppen „Football Research Group“ um <a href="https://www.researchgate.net/profile/Jan-Ekstrand-2">Jan Ekstrand</a> aus Schweden und der „<a href="https://isokinetic.com/en/">Isokinetic Medical Group</a>“ um <a href="https://www.researchgate.net/profile/Francesco-Della-Villa">Francesco Della Villa</a> aus Bologna. Ziel der Studie war die Darstellung der Re-Ruptur-Rate von vorderen Kreuzbandrupturen im Profifußball sowie deren wissenschaftliche Aufarbeitung.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Grundlage der Studie ist die weltweit größte Datensammlung an Verletzungen im Profifußball, der UEFA Injury Study, bei der seit nun 20 Jahren Verletzungsdaten der Vereine aus der UEFA Champions League gesammelt werden. Das Fazit dieser Studie ist, dass knapp jeder fünfte Profifußballer der 118 Studienteilnehmer mit einer vor­deren Kreuzbandruptur eine erneute Ruptur erlitten hat. Schwerpunktmäßig hat es besonders diejenigen Spieler getroffen, die eine isolierte oder eine Nicht-Kontakt-Verletzung bei der primären Ruptur erlitten haben. Außerdem wurde ein leichter Trend zu einer Risiko-­Minimierung für eine Re-Ruptur erkannt, wenn das Return-to-Training nach der Verletzung länger dauerte.</p>
<p><a href="https://bjsm.bmj.com/content/55/23/1379" target="_blank" rel="noopener"><i>BJSM-Studie, Della Villa F et al 2021: https://bjsm.bmj.com/content/55/23/1379</i></a></p>
<h2><b>Interpretation der Studie</b></h2>
<p>Berücksichtigt man die gegebenen Limitationen eines solchen Studienprojektes mit den unterschiedlichen durchgeführten operativen Techniken der VKB-Plastik in Europa im Laufe der letzten 20 Jahre, sowie der rein epidemiologischen Berichterstattung über die Teamärzte und nicht durch die Operateure der VKB-Plastik, ist trotzdem von interessanten Daten zu sprechen. Die für diesen Studientyp recht große Studienpopulation repräsentiert für den weltweiten Profisport sicherlich die­jenige Gruppe, bei der der zeitliche, sportliche und finanzielle Druck auf den Spielern und Clubs enorm hoch ist, sodass der Einfluss auf den OP-Zeitpunkt, die Reha-Phase und/oder die Rückkehr auf dem Platz dementsprechend hoch ist. Die Tendenz der länger notwendigen Reha-Phase bis Spieler in das Teamtraining einsteigen, ist ein wichtiges Ergebnis, um Druck vom Spieler zu nehmen. Die Zeitangaben sind hierbei nur indirekte Marker und können nicht verallgemeinert werden, deshalb ist es in jedem Einzelfall zu empfehlen, den zeitlichen Verlauf einer Reha nach einer VKB-Plastik mit regelmäßigen Funktionstestungen zu versehen und zu individualisieren, bei Profis sicherlich dreimal vor jeweils dem allgemeinen Return-to-Sports, Return-­to-­Teamtraining oder Return-to-Competition. Die Tatsache, dass isolierte Nicht-­Kontaktverletzungen des vorderen Kreuzbandes eine Häufung für Re-Rupturen darstellen, kann auf eine individuelle Schwäche der Neuromotorik, eine Überbelastung des muskuloskelettalen Systems oder eine Besonderheit der Anatomie bei dem Betroffenen hindeuten. Diesem Aspekt sollte größte Bedeutung zugeordnet werden, sodass geschlussfolgert werden kann, dass nach einer VKB-Ruptur im Profifußball eine direkte Unfallanalyse gestartet werden muss, damit nach dem Return-to-­Competition weiteren Verletzungen vorgebeugt werden. Eine solche Analyse möglicher Risikofaktoren bei entstandener VKB-Ruptur wird aktuell selbst im Profisport selten bis gar nicht praktiziert, sollte aber bei schwer ­erklärbaren Nicht-Kontakt-Rupturen angestrebt werden. Dass gerade isolierte VKB-Rupturen ein Trigger für Re-Rupturen sein sollen, könnte man einem gewissen Widerspruch vorwerfen, denn Begleitverletzungen an Binnenstrukturen des Kniegelenkes, wie Bändern oder Menisken, führen gewöhnlicher Weise durch verbleibende Instabilitäten, Rezidiv-Beschwerden und Imbalancen eher zu Folgeproblemen. Allerdings könnte diese Thematik gerade für Kniechirurgen eine wichtige Message sein und bei der kritischen Bewertung eines solchen Risikofaktors kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den isolierten VKB-Rupturen auch um komplexere Unfallfolgen handeln könnte, die allerdings bisher übersehen wurden. Hierbei sind weniger begleitende Meniskus- oder Knorpelverletzungen zu nennen, welche während der durchgeführten arthroskopischen Operation gut zu identifizieren und zu behandeln sind. Es muss eher diskutiert werden, inwiefern begleitende partielle Rupturen des Außen- und Innenbandes hierbei nicht ausreichend detektiert oder adressiert werden. Insbesondere wenn der radiologische Befund von einer isolierten VKB-Ruptur spricht, muss neben der eigenen Bewertung der bildgebenden Diagnostik auch die tatsächliche klinische Stabilität der Kollateralbandstrukturen und deren Unversehrtheit überprüft werden, denn anteromediale bzw. -laterale sowie posteromediale bzw. -laterale Instabilitäten können leicht übersehen werden. Die Beantwortung einer solchen kritischen Bewertung dieser Ergebnisse ist mit dem Datensatz der UEFA Injury Study nicht komplett nachzuweisen, könnte aber eine plausible Erklärung sein, die auch dem praktischen Alltag in der Kniechirurgie entspricht.</p>
<h2><b>Daten des „Kreuzbandregisters im Deutschen Sport“</b></h2>
<p>Die Daten der UEFA Injury Study decken sich allerdings nicht komplett mit den Verletzungsdaten der vorderen Kreuzbandrupturen im Deutschen Sport. Im seit inzwischen sechs Jahren existierenden Register für vordere Kreuzbandrupturen von Amateur- und Profisport der Sportarten Fußball, Handball, Basketball und Eishockey, wurden fast 18 % Re-Rupturen im Fußball registriert, teilweise mit großen Unterschieden zwischen Profis und Amateuren. Die gleichzeitige Berücksichtigung der Ausfallzeiten von Amateuren und Profis zeigte allerdings genau das Gegenteil, dass nämlich im Fußball Profis signifikant weniger Re-Rupturen aufwiesen als Amateurfußballer, obwohl sie im Schnitt ca. 140 Tage früher wieder im aktiven Spielbetrieb partizipieren als Amateure. Der Vergleich der unterschiedlichen Spielklassen ist hierbei dem unterschied­lichen medizinischen Setting geschuldet, deutet aber auch darauf hin, dass das frühere Einsteigen der Profis nicht unbedingt als zu früh bewertet werden kann und der mittlere Return-to-Competition-Zeitpunkt von ca. 251 Tagen gegebenenfalls doch deutlich länger ist, als von betroffenen Spielern häufig erwartet wird. Ein Tribut, den Profifußballer für die frühere Rückkehr zahlen müssen, scheint aber die Rate an Folgeverletzungen an anderen Körperregionen zu zeigen, welche im „<a href="https://www.ukr.de/kliniken-institute/unfallchirurgie/Forschung/Kreuzbandregister/index.php?print=1">Kreuzbandregister im Deutschen Sport</a>“ deutlich erhöht ist im Vergleich zu den Amateuren. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Wissenschaftliches Fazit und Praxisdefizit</b></h2>
<p>Als wissenschaftliches Fazit zeigt sich allein bei der Betrachtung dieser Fragestellung, dass bestimmte Studienpopulationen (hier Fußballer in der Champions League) nicht unbedingt Rückschlüsse auf andere Fußball-Gruppen und Leistungsklassen zulassen. Aus diesem Grund ist es von großer Wichtigkeit, dass für den Amateur- und Leistungssport in Deutschland eigene Ana­lysen durchgeführt werden. Diese Daten sind essentiell, um Schlussfolgerungen für den eigenen Praxisalltag ziehen zu können. Berücksichtigt man die Studienlage in Deutschland, so zeigt das „Kreuzbandregister im Deutschen Sport“ in ersten Auswertungen, dass es gravierende Unterschiede zwischen Profis und Amateuren gibt, allerdings, dass frühere Rückkehrzeiten nach Verletzungen nicht unbedingt Hauptverursacher für negative Verläufe sein müssen. Es gilt eher, diese Unfallsituationen noch intensiver durch Spieler, Vereine oder Ärzte zu analysieren und die tatsächlichen Einflussfaktoren auf Re-Rupturen zu finden. Gerade bei Nicht-Kontakt-Verletzungen muss davon ausgegangen werden, dass die Prävention von Re-Rupturen mit einer sofortigen Analyse von Einflussfaktoren beginnen sollte. Die (gegebenenfalls unentdeckten) Einflussfaktoren, die zur primären VKB-Ruptur führten, können auch nach erfolgter Rückkehr auf den Platz dazu führen, dass das Risiko einer Re-Ruptur ansteigt. Aus diesem Grund sollte die Situation genutzt werden, um direkt nach Auftreten der primären Verletzung eine Analyse der Einflussfaktoren und des Unfallmechanismus durchzuführen. Weitere Einflussfaktoren, wie der Verletzungszeitpunkt zu Saisonbeginn oder die kurzfristige Belastungssteigerung, sind zwei Einflussfaktoren, welche bereits durch wissenschaftliche Literatur nachgewiesen werden konnten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8880/verletzungsepidemiologie-im-professionellen-mannschaftssport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Dominik Szymski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/21]]></category>
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					<description><![CDATA[Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport der Männer: Wie hilfreich ist die Medienanalyse? Insbesondere im Profisport ist die Medienanalyse bei wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der epidemio­logischen Verletzungsforschung eine weit verbreitete Methode zur [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verletzungsepidemiologie im professionellen Mannschaftssport der Männer: Wie hilfreich ist die Medienanalyse? Insbesondere im Profisport ist die Medienanalyse bei wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der epidemio­logischen Verletzungsforschung eine weit verbreitete Methode zur Akquirierung von Daten.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Vielzahl von Krankheitsbildern, angefangen beim Schädel-Hirn-Trauma über den plötzlichen Herztod bis hin zur vorderen Kreuzbandruptur wurden dabei bereits mithilfe von Informationen aus Onlinenachrichtenportalen und Vereinshomepages analysiert. Allerdings veröffentlichte das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Jahr 2020 ein Consensus Statement über die Methodik zur Erfassung und Berichterstattung von epidemiologischen Daten zu Verletzungen und Erkrankungen im Sport. Darin wurde festgestellt, dass nur 4 von allen 15 verwendeten Studienprotokollen bislang validiert waren. Im Fußball zeigte bereits Krutsch et al (2020) für schwere Verletzungen eine Anwendbarkeit von Mediendaten in der epidemiologischen Verletzungsforschung, während in allen anderen Teamsportarten bisher noch keine Verifizierung stattfand. Die hier vorgestellte Arbeit beleuchtet, in einer retrospektiven Kohortenanalyse, erstmalig die Validität von Mediendaten im professionellen Basketball und Handball in Deutschland. Hierzu wurden in der Saison 2018/19 im deutschen Profibasketball und Profihandball von zehn Vereinen offizielle Diagnosen der Mannschaftsärzte mit Online-Mediendaten von Sportnachrichtenportalen sowie den offiziellen Social-Media-Accounts der Vereine verglichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei insgesamt 133 Profis, 54 Basketballer und 79 Handballer, wurden 343 Verletzungen durch die Mannschaftsärzte registriert. Hiervon wurden 123 Verletzungen bei Basketballspielern (schwere Verletzungen: n = 30; 24 % – nicht- schwere Verletzungen: n=93; 76 %) und 220 bei Handballspielern (schwere Verletzungen: n = 75; 34 % – nicht-schwere Verletzungen: n=145; 66 %) erfasst. Die Prävalenz für schwere Verletzungen war dabei im Handball, mit 0,95 Verletzungen pro Spieler, fast doppelt so hoch wie im Basketball mit 0,56. Mit Hilfe der Medienrecherche konnten dabei vor allem schwere Verletzungen wie Frakturen, Rupturen, Dislokationen und Schädel-Hirn-Traumata bestätigt werden. Im Basketball wurden 80 % (n = 24) und im Handball 68 % (n=51) aller schweren Verletzungen in den ­Medien angegeben (OR: 5,33; 95 %-CI 3,22 – 8,82). Leichte Verletzungen konnten hingegen nur in 33,3 % der Fälle im Basketball und 31,0 % im Handball durch die Medien belegt werden. Über die Hälfte der Verletzungen waren in beiden Sportarten in der unteren Extremität, insbesondere am Oberschenkel, Knie und Sprunggelenk lokalisiert. Unter den Verletzungstypen zeigte sich im Handball ein Überwiegen von Rupturen (27 %) und Prellungen (21 %), während im Basketball Verstauchungen und Prellungen (jeweils 26 %) prädominant auftraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits durch Krutsch et al. (2020) im Fußball, wurde nun mit dieser Arbeit die Medienanalyse als Methodik zur Datenerfassung von schweren Verletzungen auch im professionellen Handball und Basketball beschrieben. Mediendaten in diesen Sportarten zeigen dabei eine ähnliche Rate an „verpassten“ schweren Verletzungen wie Arbeiten, die Spieler am Ende der Saison nach ihren Verletzungen befragt haben (Bjorneboe et al 2011; Florenes et al 2011) und was auf eine ähnliche Wertigkeit schließen lässt. Die allgemeinen Verletzungsdaten ergaben ein bereits bekanntes Bild, mit der Häufung von Verletzungen im Bereich der unteren Extremität, insbesondere am Oberschenkel, Knie und Sprunggelenk. Primär wurden dabei leichtere Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, aber auch gehäuft Rupturen bei den Handballern gefunden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammenfassend zeigt sich, dass Mediendaten im professionellen Teamsport durchaus für epidemiologische Studien zur Untersuchung von schweren Verletzungen genutzt werden können, aber dennoch keine 100 %ige Abdeckung aller Verletzungen gewährleistet ist. Insbesondere eine variierende Medienpolitik der Vereine, hinsichtlich der Veröffentlichung von Verletzungen, kann das Ergebnis verfälschen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großer Dank gilt bei dieser Studie allen teilnehmenden Mannschaftsärzten sowie der <a href="https://sportaerztezeitung.com/experten/baketdocs-e-v/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinigung deutscher Basketballärzte (Basketdocs e.V.) und Handba</a>llärzte Deutschland.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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