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	<title>prophylaxis Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>prophylaxis Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Mentale Erholung und Prophylaxe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fabian Loch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[03/20]]></category>
		<category><![CDATA[prophylaxis]]></category>
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					<description><![CDATA[Wirft man einen Blick in die öffentliche Sportberichterstattung sind Aussagen wie „Wir brauchen eine Pause, körperlich und mental“ häufig zu finden. Ferner spielt der Aspekt der mentalen Erholung in der [...]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wirft man einen Blick in die öffentliche Sportberichterstattung sind Aussagen wie „Wir brauchen eine Pause, körperlich und mental“ häufig zu finden. Ferner spielt der Aspekt der mentalen Erholung in der sportpsychologischen Beratungs- und Betreuungstätigkeit regelmäßig eine Rolle. Doch welche Möglichkeiten haben Athleten, um sich mental zu erholen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zieht man Erkenntnisse aus der Arbeitspsychologie heran, sind Wichtigkeit und Wirkung mentaler Erholungspausen längst ein zentrales Thema und deren Nutzen für den Arbeitskontext weitreichend untersucht [1]. Demgegenüber spielt die mentale Erholung in der Sportwissenschaft erst seit kurzem eine Rolle und die Sportpraxis schreibt dem mentalen Erholungsaspekt zunehmend eine Bedeutung zu. Die letzten Entwicklungen im Leistungssport unterstreichen, dass sowohl die physischen als auch die psychischen Belastungen gestiegen sind [2]. Eine ganzheitliche Perspektive verdeutlicht, dass die Athleten multifaktoriellen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, die sich aus globalen (z. B. Schlafverhalten, unzureichende Erholungspausen, Leistungsdruck), sportspezifischen (z. B. Trainings- und Wettkampfplanung, Wettkampfreisen) und außersportlichen Einflussfaktoren (Doppelbelastung von Sport/Ausbildung) zusammensetzen. Eine sportspezifischere Betrachtungsweise betont zusätzlich, dass die Belastungsstruktur von Sportarten (z. B. Schwimmen, Sportschießen, Moderner Fünfkampf), in denen hohe kognitive Belastungen über einen längeren Zeitraum (z. B. mehrere Wettkämpfe an einem Tag) unter hohen physischen Belastungen gestellt werden, die Gefahr der Entwicklung einer mentalen Ermüdung erhöhen [3]. Dies verdeutlicht, dass sobald die individuelle Belastbarkeit der Athleten von den sportspezifischen und externen Trainings- und Wettkampfbelastungen überschritten wird, die individuellen Ressourcen zur Kompens­ation möglicherweise nicht mehr ausreichen, sodass ein mentaler Ermüdungszustand resultieren kann. Hieraus leitet sich die sportpraktische Notwendigkeit der Fokussierung auf mentale Erholungsmaßnahmen ab, mit denen einem akuten mentalen Ermüdungszustand positiv entgegengewirkt werden kann.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Mentale Ermüdung und mentale Erholung als zentrale Begriffe</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich wird unter dem Begriff der mentalen Ermüdung ein biopsychologischer Zustand verstanden, der aufgrund langanhaltender kognitiver und mentaler Belastungen entsteht und sich negativ auf die sportliche Leistungs­fähigkeit auswirken kann [4]. Die Auswirkungen eines mentalen Ermüdungszustandes können sich auf drei Ebenen widerspiegeln, der psychologisch-subjektiven Ebene, der Verhaltensebene sowie der physiologischen Ebene [5]. Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass eine mentale Ermüdung hauptsächlich als ein gefühlsmäßig subjektiver Zustand wahrgenommen wird und die Auswirkungen sich auf den beiden erstgenannten Ebenen zeigen [6]. Die Kennzeichen auf der ersten Ebene umfassen ein gesteigertes Müdigkeitsempfinden, Aktivierungsmangel sowie eine verminderte Motivation und Aufmerksamkeit [5]. Das höhere Anstrengungsempfinden gilt hierbei als zentral, wodurch die sportspezifische Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst wird. Das Hauptmerkmal auf der Verhaltensebene ist die Verminderung der kognitiven und motorischen Leistungsfähigkeit, die sich in einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit, einer sinkenden Ausführungsgenauigkeit sowie einer Reaktionsverzögerung verdeutlicht. Eine Befragungsstudie zum Verständnis von mentaler Ermüdung ergänzt diese Erkenntnisse, da Aspekte wie eine gedankliche Loslösung, eine eingeschränkte Aufmerksamkeitslenkung sowie eine geringere Disziplin und Begeisterung als typisch beschrieben werden [6,3].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mentale Ermüdung ist für mich ein Mangel an Konzentrationsfähigkeit, der Motivation bzw. des eigenen Antriebs zu trainieren oder in einen Wettkampf zu gehen. War ich mental müde, habe ich Probleme gehabt, mich auf die Technikelemente und das eigentliche Rennen zu konzentrieren“.</em> <em>(ehemalige Leistungsschwimmerin und zweimalige Olympiateilnehmerin)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Konzept der mentalen Erholung umfasst den Prozess der Zurückgewinnung von kognitiven Fähigkeiten (z. B. Konzentrationsfähigkeit) sowie die Wiederherstellung mentaler Ressourcen durch die Reduzierung mentaler Anforderung während einer ausreichenden Erholungspause [7]. Demnach schließt mentale Erholung sowohl kognitive als auch emotionale Prozesse ein. Das Ziel einer kurzfristigen mentalen Erholung liegt darin, die Leistungsbereitschaft für nachfolgende Belastungsphasen sicherzustellen sowie die dafür benötigten Ressourcen mithilfe passender Erholungsmaßnahmen wiederzuerlangen. In Bezug darauf kommt der Erholungspause eine entscheidende Rolle zu, die es den Athleten ermöglicht, sich mental zu erholen [8]. Dabei erscheint das mentale Abschalten als besonders relevant, um durch einen Wechsel von Beanspruchung und Erholung das individuelle mentale Gleich­gewicht wiederzuerlangen.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Mentale Erholungsstrategien im Sport</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gegenseitige Bedingung der verschiedenen Ebenen mentaler Ermüdung ist anzunehmen, jedoch erscheint es sinnvoll, dass mentale Erholungsstrategien hauptsächlich auf der subjektiv-psychologischen sowie der Verhaltensebene ansetzen. Typischerweise können psychologische Erholungsstrategien wie Selbstregulationstechniken, Strategien zur Ressourcenaktivierung sowie Entspannungsverfahren genutzt werden, um auf mentale und körperliche Reaktionen zu reagieren [9]. Um genauere Erkenntnisse über mentale Erholung im Leistungssport zu gewinnen, haben Loch und Kollegen den aktuellen Wissensstand zusammengefasst, mit dem Fokus auf mentale Erholungsstrategien für die Wettkampfpausen* [10]. Basierend darauf lassen sich psychologisch-orientierte Maßnahmen, zu denen Atemregulationstechniken, Vorstellungstraining, Maßnahmen zum Kurzschlaf (Powernap) oder das mentale Abschalten (Detachment) gezählt werden können und psychologisch-ergänzende Maßnahmen (z. B. Musik) unterscheiden (siehe Tabelle). Insgesamt können diese Strategien Athleten in der Belastungspause dabei unterstützen, die Stressreaktion zu reduzieren, das Erregungsniveau zu regulieren, das mentale Wohlbefinden zu steigern und Konzentration, Motivation sowie Aufmerksamkeit zu fördern, um nachfolgend das individuelle Leistungs­optimum zu erreichen [3].&nbsp;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="429" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-1024x429.jpg" alt="" class="wp-image-901" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-1024x429.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-300x126.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-768x322.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-150x63.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320-450x189.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Loch_Tabelle_saez0320.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Überblick über mentale Erholungsstrategien im Sport
(modifiziert nach Loch &amp; Kellmann, 2020, S. 59)</figcaption></figure></div>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Handlungsempfehlungen für die Sportpraxis</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat sich eine Trennung der Erholungsmaßnahmen von einer körperlichen und einer gesamt-psychischen Betrachtung etabliert, der Fokus sollte zukünftig aber auch auf der mentalen Erholung als eigenständiger Bereich ­liegen. Hierbei scheint Vermittlung und Erlernen von Selbstregulationsfähigkeiten – bestehend aus Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Selbstkontrolle – einen Nutzen für den mentalen Erholungsprozess zu haben [11]. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Athleten zwar zumeist erlernen, wie sie sich mental auf eine Belastungsphase vorbereiten (switch-on Schalter) aber nicht, wie sie sich in der Belastungspause effektiv mental erholen können (switch-off Schalter), erscheint es notwendig, erste Handlungsempfehlungen für das Konzept der mentalen Erholung im Sport zusammen­zufassen [3].&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Mentale Erholung ist ein individueller Prozess, weshalb mentale Erholungsstrategien an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden sollten.</li><li>Athleten sollten erlernen, den eigenen mentalen Zustand einzuschätzen,<br>um ein akutes Ungleichgewicht von Erholung und Beanspruchung zu erkennen.</li><li>Ein regelmäßiges Monitoring (z. B. Einsatz von psychometrischen Instrumenten) von mentaler Ermüdung und Erholung ermöglicht, bewusste Phasen mentaler Erholung zu planen und umzusetzen.&nbsp;</li><li>Selbstgewählte und pro-aktiv eingesetzte Erholungsmaßnahmen können es ermöglichen, bestmöglich auf einen akuten mentalen Ermüdungszustand zu reagieren, um den Erholungsertrag zu erhöhen.&nbsp;</li><li>Die Erarbeitung einer spezifischen Erholungsroutine (z. B. die Kombi­nation von körperlichen und<br>mentalen Erholungsstrategien) für die Erholungspause ist hilfreich, um den Erholungsstatus zu optimieren.&nbsp;</li></ul>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:0px"><em>* Loch, F., Ferrauti, A., Meyer, T., Pfeiffer, M., &amp; Kellmann, M. (2019). Resting the mind – A novel topic with scarce insights. Considering potential mental recovery strategies for short rest periods in sports. Performance Enhancement &amp; Health, 6, 148–155. doi:10.1016/j.peh.2019.04.002.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>Literatur</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[1] Sonnentag, S., &amp; Fritz, C. (2015). Recovery from job stress: The stressor-detachment model as an integrative framework. Journal of Organizational Behavior, 36(S1), 72-103. doi:10.1002/job.1924</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[2] Kölling, S., Loch, F., &amp; Kellmann, M. (2019). Mentale Ermüdung und Erholung. In D. Hackfort (Hrsg.), Sport in Kultur und Gesellschaft (S. 1–13). Berlin: Springer. doi: 10.1007/978-3-662-53385-7_42-1</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[3] Loch, F. &amp; Kellmann, M. (2020). Mentale Ermüdung und Erholung. In T. Meyer, A. Ferrauti, M. Kellmann &amp; M. Pfeifer (Hrsg.), Regenerationsmanagement im Spitzensport (Teil 2). Bonn: Bundeinstitut für Sportwissenschaft (BISp).</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[4] Boksem, M. A. S., Meijman, T. F., &amp; Lorist, M. M. (2005). Effects of mental fatigue on attention: An ERP study. Cognitive Brain Research, 25(1), 107-116. doi:10.1016/j.cogbrainres.2005.04.011</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[5] Van Cutsem, J., Marcora, S. M., De Pauw, K., Bailey, S., Meeusen, R., &amp; Roelands, B. (2017). The effects of mental fatigue on physical performance: A systematic review. Sports Medicine, 47(8), 1569–1588. doi:10.1007/s40279-016-0672-0.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[6] Russell, S., Jenkins, D., Rynne, S., Halson, S. L., &amp; Kelly, V. (2019). What is mental fatigue in elite sport? Perceptions from athletes and staff. European Journal of Sport Science, 19, 1367–1376. doi:10.1080/17461391.2019.1618397.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[7] Balk, Y. A., de Jonge, J., Oerlemans, W. G. M., &amp; Geurts, S. A. E. (2019). Physical recovery, mental detachment and sleep as predictors of injury and mental energy. Journal of Health Psychology, 24(13), 1828 – 1838. doi:10.1177/1359105317705980.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="margin-bottom:-1px"><em>[8] Eccles, D. W., &amp; Kazmier, A. W. (2019). The psychology of rest in athletes: An empirical study and initial model. Psychology of Sport and Exercise, 44, 90–98. doi:10.1016/j.psychsport.2019.05.007.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[9] Kellmann, M., Bertollo, M., Bosquet, L., Brink, M., Coutts, A. J., Duffield, R., … Beckmann, J. (2018). Recovery and performance in sport: Consensus statement. International Journal of Sports Physiology and Performance, 13(2), 240–245. doi: 10.1123/ijspp.2017-0759.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[10] Loch, F., Ferrauti, A., Meyer, T., Pfeiffer, M., &amp; Kellmann, M. (2019). Resting the mind – A novel topic with scarce insights. Considering potential mental recovery strategies for short rest periods in sports. Performance Enhancement &amp; Health, 6, 148–155. doi:10.1016/j.peh.2019.04.002.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[11] Balk, Y. A., &amp; Englert, C. (2020). Recovery self-regulation in sport: Theory, research, and practice. International Journal of Sports Science &amp; Coaching, 15(2), 273-281. doi:10.1177/1747954119897528.</em></p>



<div class="wp-block-group alignfull is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="wp-block-group__inner-container"></div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>prophylaxis by sportsmedicine</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/5609/prophylaxis-by-sportsmedicine-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 13:14:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/21]]></category>
		<category><![CDATA[prophylaxis]]></category>
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					<description><![CDATA[Prophylaxe durch Sportmedizin – das Immunsystem für unsere Gesellschaft. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle mit „prophylaxis by sportsmedicine“ kurz und prägnant ein Konzept der sportärztezeitung vorstellen und Ihnen aufzeigen, welche gesamtgesellschaftlichen Potenziale darin stecken. Das Verhindern von [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prophylaxe durch Sportmedizin – das Immunsystem für unsere Gesellschaft. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle mit „prophylaxis by sportsmedicine“ kurz und prägnant ein Konzept der sportärztezeitung vorstellen und Ihnen aufzeigen, welche gesamtgesellschaftlichen Potenziale darin stecken.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verhindern von gesundheitlichen Beschwerden ist eine der Kernkompetenzen moderner Sportmedizin. Bei der Prophylaxe geht es aber um weit mehr als um eine Reduzierung von Sportverletzung, was oft immer noch missverstanden wird. Sie greift bereits ein, damit etwas erst gar nicht pathologisch wird. Wir selbst stellen schon seit 2003 diese Thematik immer wieder in den Fokus, seit 2018 auch begrifflich gestützt mit der Kampagne „<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/1383/superior-combination-therapy/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prophylaxe von Muskelverletzungen</a>“. Auch bedingt durch die globalen Entwicklungen im Rahmen der weltweiten Corona-Pandemie haben wir, gemeinsam mit unseren Partnern, diesen Bereich im Rahmen der Sportmedizin so weiterentwickelt, dass daraus ein Konzept entstanden ist, das sich auf mehreren Hygienefeldern stützt und hierbei den interdisziplinären Austausch fördert und fordert – alles unter dem Dach einer modernen, innovativen und flexiblen Sportmedizin. Der Zugang zum Sport/Bewegung und der Sportmedizin, der im Übrigen für alle Fachbereiche offen wie positiv besetzt ist, hat das Potenzial, wie eine Art Immunsystem für unsere Gesellschaft zu arbeiten. Wie kann das funktionieren?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drei Felder einer effizienten Hygiene</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Begriff, der uns nun schon seit einem Jahr regelmäßig begleitet ist der der Hygiene. AHA-Regeln sind in unseren Zeiten sinnvoll und nachvollziehbar. Blicken wir über den „Corona-Tellerrand“ und möchten, dass Menschen aus der Risikogruppe herauskommen bzw. im Idealfall gar nicht zu einer Risikogruppe werden, so macht es Sinn, Hygienemaßnahmen im positiven Sinne zu erweitern, zu ergänzen und somit eine sinnvolle und effiziente Prophylaxe durch Sportmedizin zu bieten. Unser Biopsychosozialer Ansatz mit aktiven und passiven Maßnahmen zum Entfernen von Störfaktoren (avoid misuse) basiert dafür auf drei Hygienefeldern, die zu jeder Zeit und von jeder Person, gleich welchen Status, Alter etc. – anytime &amp; everybody – umgesetzt werden können und gemeinsam das Potenzial haben, gerade auch in diesen Zeiten jedem einzelnen zu helfen und zu unterstützen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Bio-Medizinische Hygiene</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierzu zählen wir Bewegung, Sport, Medizin inkl. Ernährung und Regeneration, so z. B. auch den Bereich Schlaf. Dies alles unter Anleitung von Experten. Der Mensch darf nicht mit pauschalen Ratschlägen alleine gelassen werden – der Sportmediziner steht hier auch in der Verantwortung, den Menschen einen sinnvollen Startpunkt, zielgerichtet auf die individuellen Problemstellungen, zu geben und zu weiteren Fachleuten zu verweisen. Gleichzeitig besteht die Kunst darin, den Patienten zur Prophylaxe zu motivieren. Positive Ansatzpunkte können hierbei von der Zahnmedizin übernommen werden, welche die erweiterte Hygiene im Bereich Zähneputzen, Zahnseide, Zahnreinigung (Invest aber Return on Invest) bereits etabliert hat. Ganz allgemein bedarf es in unserem Feld mehr Aktionen – also zunächst die Motivation zur Prophylaxe, daraus der Wille zur Prophylaxe und die Bereitschaft für Veränderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Psychologische / Mentale Hygiene</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran schließt sich auch unser zweites Hygienefeld an. Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper! Die Denkweise der Patienten möchten wir gemeinsam positiv verändern und so ein Verständnis für die Notwendigkeit einer effizienten Prophylaxe bei jedem einzelnen Individuum fördern. Bereiche wie „Mentale Hygiene“ sind aktuell absolut unterschätzt und deren Auswirkungen auch auf das Immunsystem werden nur am Rande miteinbezogen. Zum Bereich der Psychologischen Hygiene gehören auch Faktoren wie Entspannung, das Vermeiden von nutzlosen oder kontraproduktiven Tätigkeiten und der sinnvollerer sowie bewusstere Einsatz digitaler Zeit. Hierbei sei auch auf das Feld der Psychoneuroimmunologie verwiesen (siehe dazu z. B. die Forschungen von <a href="http://www.christian-schubert.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. Christian Schubert</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Soziale Hygiene</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das letzte Hygienefeld unseres Konzepts baut auf die beiden ersten Felder auf. Für ein starkes Immunsystem und der Vermeidung gesundheitlicher Beschwerden benötigen wir gemeinsame Nenner, eine soziale Community, ein Wohlfühlen in der Gruppe, den Aufbau eines positiven sozialen Milieus und die Beseitigung von Störfaktoren (avoid misuse). Das sind die Werkzeuge, mit denen man Psychosoziale Herausforderungen besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses hier prägnant dargestellte Konzept wird in den nächsten Wochen und Monaten weiter mit Leben gefüllt, um Ordnung &amp; Struktur mit Anwendungsbeispielen für personalisierte sportmedizinische Hygiene zu bieten. Das Zusammenspiel aktiver und passiver Maßnahmen in den vernetzten drei Feldern soll zu einem selbstverantwortlichen Handeln mit positiven Auswirkungen für ein intaktes Immunsystem führen – <strong>Proaktive Prophylaxe by SportsMedicine!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Robert Erbeldinger, Herausgeber sportärztezeitung</p>



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<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link" href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2257/prophylaxis-by-sportsmedicine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weitere Infos und Videos zur Thematik</a></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Prophylaxis by sportsmedicine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 11:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/20]]></category>
		<category><![CDATA[prophylaxis]]></category>
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					<description><![CDATA[Prophylaxe mit Sportmedizin &#8211; Die Bedeutung der Prophylaxe hat gerade auch aufgrund der aktuellen Situation stark zugenommen und wird in Zukunft immer wichtiger werden. Für die Sportmedizin, die eben nicht [...]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prophylaxe mit Sportmedizin &#8211; Die Bedeutung der Prophylaxe hat gerade auch aufgrund der aktuellen Situation stark zugenommen und wird in Zukunft immer wichtiger werden. Für die Sportmedizin, die eben nicht nur Therapie und Rehabili­tation ist, sondern gerade auch auf dem Gebiet der Prophylaxe ein hohes Potenzial hat, das bei weitem noch nicht erkannt und ausgenutzt ist, bedeutet dies, dass sich neue Heraus­forderungen und Chancen ergeben. Der Mensch sollte optimal auf Situationen, wie z. B. Pandemien, vorbereitet sein – dies funktioniert im Idealfall interdisziplinär und individuell mit einem Zusammenspiel von Mediziner, Therapeut, weiteren Akteuren und auch dem Verhalten (behavior) des Patienten/Menschen. Wir sollten nicht nur warten – auf Impfstoffe, Medikamente etc. – wir sollten aktiv handeln und uns best­möglich vorbereiten. Stay at home kann auf Dauer nicht die einzige Option sein. Hier sehen wir eine wichtige und heraus­fordernde Rolle der Sportmedizin.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Be prepared – Be prophylaxed! Wir von der sportärztezeitung haben 2018 den Begriff Prophylaxe ganz bewusst auch in Abgrenzung zu dem in der Sportmedizin geläufigen Begriff der Prävention als feste Rubrik eingeführt. Die aktuelle Corona-Situation hat uns vor Augen geführt, dass dies auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden muss. Nach einem Interview zwischen Dr. Kurt Mosetter und der Frankfurter Rundschau, in der unser langjähriger Beirat betonte, dass man sein Immunsystem gegen Viren scharf stellen kann, haben wir mit Univ.Prof. Dr. med. Christoph Schmitz, PD Dr. med. Felix Post und Dr. med. Kurt Mosetter drei ­absolute Fachleute auf ihren Gebieten per Video­schaltung zu einem Diskurs-Talk „Sportmedizin &amp; Prophylaxe“ zusammengebracht und mit ihnen über die Rolle und Umsetzung der Prophylaxe in puncto Immunsystem, Pandemie und deren Bedeutung in der modernen Sportmedizin gesprochen. Wichtig war es uns dabei, gerade auch psychoneuroimmunologische- und Ernährungsaspekte zu integrieren, die<br>in der aktuellen Diskussion leider überhaupt nicht – oder wenn, dann nur am Rande – beachtet werden. Support your Immunsystem? Das geht prophylaktisch nur mit Bewegung, Ernährung und Psyche, der Mensch ist ein Bio-Psycho-Soziales Wesen (der Athlet wird als psychosociophysiological entity bezeichnet (Kenttä &amp; Hassmén, 2002)) – die Sportmedizin hat alle Werkzeuge und Fachdisziplinen / Zugang dafür parat, man muss sie nur anwenden und vor allem auch wissen, wie man sie anwenden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span style="color:#2bb8c5" class="has-inline-color">Es folgen einige Kernaussagen unseres Diskurs-Talks, das komplette Video der Diskussion finden Sie hier<a href="https://youtu.be/Q2tn-N9OUhE"> </a></span><a href="https://youtu.be/Q2tn-N9OUhE"><span class="has-inline-color has-black-color">https://youtu.be/Q2tn-N9OUhE</span></a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Univ. Prof. Dr. med. Christoph Schmitz</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Covid-19: Herausforderungen und Chancen für die Sportmedizin – die Welt war gewarnt (und hat die Warnung ignoriert)</li><li>Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist Primärprevention (also erst gar keine Ansteckung) die beste Strategie gegen SARS-CoV-2</li><li>Wenn es trotzdem zur Ansteckung mit SARS-CoV-2 kommen sollte, sollte der Körper so gesund wie möglich sein</li><li>Aktive Prophylaxe mag dabei von erheblicher Signifikanz sein (siehe Transfer aus der Zahnmedizin)</li><li>Psyche hat einen massiven Einfluss auf das Immunsystem; das ist mittlerweile auch wissenschaftlich belegt</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Dr. med. Kurt Mosetter</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Das Fundament und die Kraft des Immunsystems generiert sich aus dem Darm und einer intelligenten antientzündlichen Ernährung</li><li>Prophylaxe: Natürlich intelligente Ernährung, individuell personalisiert und selbst zubereitet – eat for Regeneration</li><li>Plädoyer für gesunden Schlaf &amp; gesunden inneren Rhythmus. Je besser die Regeneration, desto besser die natürliche Immunresistenz</li><li>Der Dynamo und die Batterie des Immunsystems sind individuell trainierte Muskeln</li><li>Mehr Sensibilität und besseres Wissen kann bei den Menschen zu mehr Selbstverantwortung und Eigeninitiative im Verhalten führen – when therapy becomes training</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PD Dr. med. Felix Post</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Covid-19 – wer gesund „hinein geht“, kann auch wieder gesund „herauskommen“ und im Grunde wissen wir, wie wir gesund und gestärkt leben können.</li><li>Hier müssen wir ganz klar über Prophlyaxe reden. Das ist individuell, trainierbar und geht nicht ohne Eigenverantwortung / Eigeninitiative&nbsp;</li><li>Wichtig ist, mögliche Mangelerscheinungen bei Menschen, wie z. B. Vitamin-D-Mangel oder Eisenmangel u. w. frühzeitig zu diagnostizieren und dementsprechend zu substituieren. Dann gehen wir gesünder und geschützter in die Krisensituation</li><li>Man muss über diese Themen mit den Menschen sprechen, bevor sie Patienten werden, nur dann<br>haben wir einen sinnvollen prophylaktischen Effekt</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span style="color:#2bb8c5" class="has-inline-color">Ein weiteres Video zu dem Thema &#8222;Sportmedizin &amp; Prophylaxe 2.0 Fußballmedizin &amp; Fußballmanagement&#8220; mit Ralf Rangnick, Dr. med. Kurt Mosetter und Robert Erbeldinger finden Sie hier </span><a href="https://youtu.be/OhjaGUAtZOI"><span class="has-inline-color has-black-color">https://youtu.be/OhjaGUAtZOI</span></a></strong></p>
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		<title>Prophylaxe von Muskelverletzungen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/1383/superior-combination-therapy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Schmitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 12:40:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/18]]></category>
		<category><![CDATA[EMS]]></category>
		<category><![CDATA[prophylaxis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=1383</guid>

					<description><![CDATA[Mit der aktuellen Ausgabe der sportärztezeitung ist ihrem Redaktionsteam, allen voran Robert Erbeldinger und Masiar Sabok Sir, ein Meilenstein gelungen, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: wahrscheinlich zum ersten [...]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit der aktuellen Ausgabe der sportärztezeitung ist ihrem Redaktionsteam, allen voran Robert Erbeldinger und Masiar Sabok Sir, ein Meilenstein gelungen, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt berichten die Mehrzahl der Vereine der Fußball-Bundesliga in strukturierter Weise über ihr Vorgehen bei Muskelverletzungen, im Fußball mit die häufigste Verletzungsart überhaupt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dargestellten Vorgehensweisen ermöglichen einen einzigartigen Einblick in ein Feld, bei dem es um sehr viel geht und wo oftmals jeder einzelne Tag bis zum „return to sport“ zählt. Gleichzeitig ergeben sich aus diesen Schilderungen sicher auch viele wichtige Denkanstöße für die Behandlung von ambitionierten Hobbysportlern mit Muskelverletzungen in der tagtäglichen Praxis außerhalb der Fußballvereine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der sportärztezeitung für den Bereich Konservative Therapie und Rehabilitation möchte ich mir an dieser Stelle die folgende Anmerkung erlauben: Bei aller Begeisterung über schnelle und nachhaltige Therapieerfolge bei Muskelverletzungen von Fußballprofis mit innovativen Behandlungsmethoden (im letzten Jahr durfte ich – zusammen mit Peter Stiller (ehemaliger Teamarzt FC Augsburg) – einen entsprechenden, äußerst eindrucksvollen Fall miterleben und zeitweise in meinem Büro in München selber behandeln) sollten wir nie aus den Augen verlieren, dass Prophylaxe mit Abstand die beste Therapie von Muskelverletzungen ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein starkes wissenschaftliches Faible für die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) auch bei Akutverletzungen im Spitzensport habe, und mittlerweile zusammen mit Ärzten und Physiotherapeuten einer ganzen Reihe von Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga sowie der Handball-Bundesliga entsprechende Behandlungsprogramme auch bei Muskelverletzungen etablieren konnte. Dennoch möchte ich auch an dieser Stelle betonen, dass für mich persönlich die ESWT (wie auch viele andere moderne, apparative Behandlungsformen an der Schnittstelle von konservativer Orthopädie und Physiotherapie) primär VOR eine Verletzung gehören und nicht primär HINTER eine Verletzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Primär- und Sekundärprävention von Muskelverletzungen erschöpft sich für mich nicht in der (ohne Frage extrem wichtigen) Optimierung von z. B. Ernährung, Trainingssteuerung, nicht-apparativer Physiotherapie und der Korrektur anatomischer Risikofaktoren (wie z. B. schon einer leichten Beckenverkippung nach vorn als möglichem Risikofaktor für Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur). Vielmehr stehen uns heute an der Schnittstelle von konservativer Orthopädie und Physiotherapie eine ganze Reihe von modernen, apparativen Behandlungsformen wie z. B. der ESWT zur Verfügung, deren Potenzial bei der Primär- und Sekundärprävention von Muskelverletzungen sich gerade erst anzudeuten beginnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Beste ist, wenn Muskelverletzungen gar nicht erst auftreten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang möchte ich kurz eine aktuelle Anwendungsbeobachtung an Fußballprofis eines Vereins der ersten oder zweiten Fußball-Bundesliga erwähnen, bei der wir funktionelle Muskelverletzungen vom Typ 1A (schmerzhafte, ermüdungsbedingte Muskelverhärtungen) und Typ 2B (Muskelzerrungen) nach Müller-Wohlfahrt et al. (2014) [1] konsequent mit ESWT behandeln. Und zwar beginnend unmittelbar nach (klinischer) Diagnosestellung, mit täglichen Behandlungen, erheblich mehr ESWT-Impulsen pro Therapiesitzung, als man es vom klassischen Einsatz der ESWT bei Tendinopathien gewöhnt ist, und der Wahl von radialer oder fokussierter ESWT gemäß der anatomischen Lage des betroffenen Muskels im Bein (und nicht etwa nach nicht begründeter – und wissenschaftlich äußerst fragwürdiger – Unterscheidung zwischen fokussierten Stoßwellen und radialen Druckwellen, wie z. B. von der International Society for Medical Shockwave Treatment (ISMST) in ihrem am 20. Juni 2017 veröffentlichten „Consensus Statement“ [2] vorgeschlagen, worauf an anderer Stelle einzugehen sein wird). Schon nach wenigen Monaten fiel uns auf, dass bei diesem Verein während der Saison nicht nur die Anzahl von funktionellen Muskelverletzungen von Typ 1A und 2B ganz erheblich zurückging, sondern im selben Zeitraum praktisch keine strukturellen Muskelverletzungen von Typ 3A, 3B und 4 (Muskelfaser-, Muskelbündel- und Muskelrisse) auftraten. Auch bei dem eingangs erwähnten Fall, den ich im letzten Jahr zusammen mit Peter Stiller betreut habe, spielte die ESWT bei der (erfolgreichen) Verhinderung einer erneuten Verletzung desselben Muskels eine erhebliche Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenwärtig ist es nur eine Hypothese, die uns aber aus wissenschaftlicher Sicht elektrisiert: Es erscheint möglich, mit gezielter Behandlung von nicht verletzten Muskeln mit ESWT die Anfälligkeit für funktionelle und strukturelle Muskelverletzungen von Fußballprofis (und damit sicher auch von anderen Spitzen- und Hobbysportlern) statistisch signifikant zu senken. Es wird nicht ganz leicht sein und wahrscheinlich nur im Rahmen von breit angelegten Kooperationsstudien gelingen, diese Hypothese nach den Prinzipien der modernen Grundlagenforschung und dem Level 1 der evidenzbasierten Medizin (randomisierte, prospektive Studien) zu überprüfen. Darüber hinaus können ähnliche Ergebnisse eventuell auch mit anderen apparativen Behandlungsformen an der Schnittstelle von konservativer Orthopädie und Physiotherapie erzielt werden, was es aber zu demonstrieren gilt. Der wissenschaftliche Aufwand wird es aber wert sein – denn wahrscheinlich wird niemand widersprechen, dass es das Beste ist, wenn Muskelverletzungen im Sport erst gar nicht auftreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche mir, einen kleinen Beitrag leisten zu können, dass entsprechende Präventionskonzepte in wenigen Jahren an dieser Stelle bei einer erneuten Befragung der Vereine der Fußball-Bundesliga zu ihrem Vorgehen bei Muskelverletzungen eine wichtige Rolle spielen werden. Erste entsprechende Aktivitäten haben bereits begonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Referenzen:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[1] Müller-Wohlfahrt HW, Ueblacker P, Hänsel L. Muskelverletzungen im Sport. Thieme Verlag, Stuttgart, 2014.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[2]</em> https://www.shockwavetherapy.org/fileadmin/user_upload/dokumente/PDFs/<br>Formulare/Consensus_MBRadial_pressure_wave_2017_SS.pdf</p>
</div></div>



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