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	<title>ARTZT Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<item>
		<title>Verletzungsprophylaxe und Schmerzreduktion dank Hirnstammaktivierung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/14014/verletzungsprophylaxe-und-schmerzreduktion-dank-hirnstammaktivierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kevin Grafen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2023 10:33:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Hirnstamm nimmt eine zentrale Rolle im Nervensystem ein, indem er als Bindeglied zwischen Gehirn und Rückenmark fungiert. Er ist verantwortlich für die Übertragung von sensorischen und motorischen Informationen zwischen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Hirnstamm nimmt eine zentrale Rolle im Nervensystem ein, indem er als Bindeglied zwischen Gehirn und Rückenmark fungiert. Er ist verantwortlich für die Übertragung von sensorischen und motorischen Informationen zwischen Körper und Gehirn. Darüber hinaus ist der Hirnstamm von essenzieller Bedeutung für die Regulation wichtiger physiologischer Funktionen wie Atmung, Blutdruck, Herzfrequenz und Verdauung und reguliert Schlafzyklen und Bewusstsein.</strong></p>
<p>Der Hirnstamm spielt auch eine wichtige Rolle bei der Modulation von Schmerzen und der Steuerung von reflexiver Bewegungssteuerung, Haltung und Balance. Demnach ist er eine entscheidende Struktur, die bei Schmerzen und für eine gute Verletzungsprophylaxe adressiert werden sollte.</p>
<p>In der Regel entstehen die meisten Verletzungen auf Grund mangelnder Bewegungskontrolle. Diese kann ihre Ursache in Ermüdungsprozessen, fehlender Energie, aber auch in mangelnden Ansteuerungsprozessen haben. Wenn es um die Ansteuerung von Bewegung geht, müssen jedoch zwei unterschiedliche Ansteuerungsmechanismen unterschieden werden: Die willentliche und die reflexive Bewegungskontrolle. Beide werden durch verschiedene „Schaltkreise“ im Nervensystem durchgeführt. Die willentliche Bewegungskontrolle erfolgt über die Pyramidenbahn, während die reflexive Bewegungssteuerung über das extrapyramidale System gesteuert wird. Nur durch eine gezielte Absprache beider Ansteuerungsprozesse ist es uns möglich, effiziente Bewegungen auszuführen. Bezüglich der Ansteuerungsmechanismen besteht jedoch ein entscheidender Unterschied. Zwar erhalten beide Bahnen ihre Ausgangsinformationen für die Bewegungsplanung aus dem gleichen sensomotorischen Kortex, jedoch verläuft die Nervenbahn der willentlichen Bewegungssteuerung zur gegenüberliegenden Körperseite, während die reflexive Steuerung auf der ipsilateralen Seite bleibt.</p>
<h2><strong>Bewegungssteuerung einfach erklärt</strong></h2>
<p>Jede Bewegung muss zunächst durch eine Bewegungsidee geplant werden. Will beispielsweise ein Fußballspieler einen Freistoß mit dem rechten Bein schießen, wird diese Bewegungsplanung im linken Kortex vorgenommen. Der linke Kortex sendet anschließend diesen Bewegungsplan an die Zielmuskeln, um die Bewegung auszuführen. Die Bewegung führt zur Aktivierung sensorischer Rezeptoren innerhalb der Körperstrukturen (Propriozeption), die ihre Informationen an das ipsilaterale Kleinhirn senden, um die Bewegung auf ihre Effizienz und ihren Ausgangsplan zu überprüfen. Das Kleinhirn sichert somit die Akkuratheit und die Koordination der Bewegung und kann diese, wenn nötig nachkorrigieren. Dies ist dadurch möglich, dass das Kleinhirn an den kontralateralen Kortex Feedbackschleifen sendet, sodass der Kortex zu jedem Zeitpunkt der Bewegung intervenieren kann. Dieser Teil der Bewegung gilt als willentliche Ausführung. Bei einem Schuss mit dem rechten Bein muss jedoch gleichzeitig die linke Körperseite stabilisiert werden, um bei dem Schuss nicht umzufallen. Dies geschieht dadurch, dass der linke Kortex die sensorische Ausgangslage an den darunterliegenden Hirnstamm sendet. Anhand dieser Informationen ist es dem Hirnstamm nun möglich die linke Körperseite gegenzuregulieren. Dieser Teil der Bewegung ist unwillkürlich und Bedarf keinerlei Aufmerksamkeit. Dennoch kann es hier zu defizitären Ansteuerungsschwierigkeiten kommen, wodurch ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht.</p>
<figure id="attachment_14018" aria-describedby="caption-attachment-14018" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-14018" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung.jpg" alt="" width="1200" height="1063" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung-300x266.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung-1024x907.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung-768x680.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung-150x133.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Hirnstammaktivierung-450x399.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-14018" class="wp-caption-text">Vereinfachte Darstellung der Bewegungssteuerung und Hirnstammaktivierung</figcaption></figure>
<h2><strong>Hirnstamm und Schmerzen</strong></h2>
<p>Da der Hirnstamm eine zentrale Rolle bei der Modulation von Schmerzen spielt, sollte dieser bei bestimmten Erscheinungen von Schmerzäußerungen aktiviert werden. Die große Problematik bei Schmerzinterventionen bezieht sich darauf, dass die meisten Therapien auf die schmerzbetroffene Struktur abzielen. Zieht man in Betracht, dass ein Schmerz das Endresultat vorhergegangener sensorischer Verarbeitungsprozesse und Entscheidungen unterschiedlicher Hirnstrukturen ist, lässt sich dieser modulieren, wenn man die Qualität der Sensorik verbessert und die betroffenen Hirnstrukturen adressiert.</p>
<h2><strong>Wie lässt sich der Hirnstamm aktivieren?</strong></h2>
<h4><strong>Aktivierung durch die kontralaterale Seite</strong></h4>
<p>Zunächst muss klargestellt werden, dass der Hirnstamm immer aktiv ist und bei allen Prozessen beteiligt ist. Dennoch ist es möglich das Aktivierungsniveau gezielt durch ausgewählte Übungen zu erhöhen. Auf der Grundlage der vorgestellten Bewegungssteuerung ist es demnach möglich den linken Hirnstamm durch Bewegungsmuster der rechten Körperseite zu aktivieren. Dafür eignen sich vor allem komplexe Mobilisationsübungen aller Gelenke der rechten Körperseite, vor allem die der Extremitäten (Schulten, Ellbogen, Hand- und Fußgelenke, sowie Finger und Zehen). Dabei sollte zunächst darauf geachtet werden, dass die Bewegungsausführung möglichst groß, kontrolliert und langsam ausgeführt wird. Bezüglich einer Verletzungsprophylaxe wird dadurch die reflektorische Ansteuerung der Gegenseite trainiert.</p>
<p>Für ein eventuelles Schmerzmuster, dass durch den Hirnstamm ausgelöst wird, bedeutet dies, dass es sehr hilfreich sein kann die nicht betroffene Seite zu trainieren. So können ebenfalls komplexe Bewegungsmuster als auch sensorische Stimuli auf der nicht betroffenen Seite ausgeführt und gesetzt werden, um eine Schmerzregulation zu erreichen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einer solchen Problematik die Arbeit auf der betroffenen Seite sogar zu Verschlimmerungen und damit zu einem erhöhten Schmerzempfinden führen kann, da aus einer neuronalen Sicht die „falsche Struktur“ aktiviert wird und ein größeres Ungleichgewicht in den Hirnregionen erzeugt.</p>
<h4><strong>Aktivierung über die Hirnnerven</strong></h4>
<p>Anhand der anatomischen Struktur des Hirnstamms lässt sich erahnen, dass die Hirnnerven für die Aktivierung des Hirnstamms von zentraler Bedeutung sind. Der Mensch hat 12 Hirnnervenpaare, 10 von diesen ziehen direkt in den Hirnstamm. Diese steuern unterschiedlichste Funktionen der Augen, des Gleichgewichts, des Kopfes, etc. Betrachtet man die Funktionen fällt auf, dass allein drei (HN 3,4 &amp; 6) von den zwölf Hirnnervenpaaren nur der Augenmotorik gewidmet sind. Will man eine Aktivierung des Hirnstamms erreichen, kann dies besonders gut über die Einbindung von Augenbewegungen erfolgen. Dies ist einer der Gründe, warum die Augen eine zentrale Rolle im neurozentrierten Training spielen.</p>
<h2><strong>Selbstversuch</strong></h2>
<p>Viele Personen leiden unter Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich. Drehe abwechselnd den Kopf von rechts nach links und überprüfe, ob eine Seite einen geringeren Bewegungsumfang hat oder Schmerzen erzeugt.</p>
<p>Probiere anschließend die folgende Übung (siehe Abb. 2):</p>
<ol>
<li>Strecke deinen Arm nach vorne aus und fixiere deinen Daumen auf Augenhöhe.</li>
<li>Ziehe den Daumen zwischen deine Augen und verfolge diesen mit deinem Blick (schielen).</li>
<li>Ziehe den Daumen so nah heran, bis der Daumen unscharf wird oder ein Spannungsgefühl in den Augen entsteht.</li>
<li>Schiebe den Daumen wieder nach vorne und wiederhole die Übung, bis die erste Stressreaktion* eintritt.</li>
<li>Teste deine Schmerzsituation erneut und beobachte, ob sich die Situation verbessert oder verschlechtert hat. Verschlechtert sich die Reaktion, wiederhole die Übung mit vermindertem Bewegungsumfang und geringerer Wiederholungszahl.</li>
</ol>
<p>*Stressreaktionen: Schwindel, tränende Augen, erhöhter Lidschlag, Spannungsgefühl in den Augen.</p>

<a href='https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/14014/verletzungsprophylaxe-und-schmerzreduktion-dank-hirnstammaktivierung/attachment/grafen1/'><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen1-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen1-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen1-70x70.jpg 70w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<p>Vielen Leuten hilft eine solche Übung. Jedoch kann eine solche Intervention nicht pauschalisiert werden. Vielmehr muss herausgefunden werden, wo das Problem die Ursache hat, um eine gezielte Übung zu adressieren.</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<ul>
<li>Der Hirnstamm spielt eine zentrale Rolle bei der Ansteuerung von reflektorischen Bewegungen und bei der Schmerzmodulation.</li>
<li>Demnach ist die Hirnstammfunktion entscheidend für eine optimale Verletzungsprophylaxe und das Schmerzempfinden.</li>
<li>Liegt eine Problematik des Hirnstamms vor kann dieser über unterschiedliche Interventionen adressiert werden:</li>
</ul>
<ol>
<li>Komplexe Bewegungsmuster und sensorische Stimuli auf der gegenüberliegenden Körperseite.</li>
<li>Über die Hirnnervenpaare. In diesem Beispiel über die Aktivierung von Augenbewegungen.</li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14022" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2.jpg" alt="" width="1200" height="2560" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2.jpg 900w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-141x300.jpg 141w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-480x1024.jpg 480w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-768x1638.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-720x1536.jpg 720w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-960x2048.jpg 960w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-150x320.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen2-450x960.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<figure id="attachment_14021" aria-describedby="caption-attachment-14021" style="width: 1149px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14021" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-scaled.jpg" alt="" width="1149" height="2560" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-scaled.jpg 862w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-135x300.jpg 135w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-460x1024.jpg 460w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-768x1711.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-689x1536.jpg 689w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-919x2048.jpg 919w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-150x334.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/05/Grafen3-450x1003.jpg 450w" sizes="(max-width: 1149px) 100vw, 1149px" /><figcaption id="caption-attachment-14021" class="wp-caption-text">Sprunggelenksmobilisation für das äußere Sprunggelenk. Hirnstammaktivierung links für die reflexive Stabilität der linken Seite.</figcaption></figure>
<p><strong>Ausbildung zum Neuro-Dimension Coach: </strong><a href="http://www.neuro-dimension.de"><strong>www.neuro-dimension.de</strong></a></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<ul>
<li>Davis, K. D., Moayedi, M., &amp; Taylor, K. S. (2017). Brain imaging tests for chronic pain: Medical, legal and ethical issues and recommendations. Nature Reviews Neurology, 13(10), 624-638. doi: 10.1038/nrneurol.2017.122</li>
<li>Butler, D. S., &amp; Moseley, G. L. (2017). Explain pain supercharged. Noigroup Publications.</li>
<li>Rahn, S., &amp; Grafen, K. (2022). Sport trifft Gehirn &#8211; Neuronales Training mit Fitnessgruppen, Meyer &amp; Meyer Verlag.</li>
</ul>
<p><em>Veröffentlicht 26.05.2023</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neurozentrierte Ernährungsberatung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/12146/neurozentrierte-ernaehrungsberatung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Könings]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 07:59:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[In der klassischen Ernährungsberatung wird, wie im Training häufig auch, das Gehirn außen vorgelassen. Zu unrecht. Denn letztendlich ist es unser Gehirn, das alles entscheidet. Unabhängig, ob es um Hunger, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der klassischen Ernährungsberatung wird, wie im Training häufig auch, das Gehirn außen vorgelassen. Zu unrecht. Denn letztendlich ist es unser Gehirn, das alles entscheidet. Unabhängig, ob es um Hunger, Durst, Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsprobleme, Bluthochdruck und vieles mehr geht. Dies sind nur Symptome bzw. ein Ergebnis, das auch als Output bezeichnet werden kann.</strong></p>
<p>Genau auf diesen Symptomen wird häufig der Fokus gelegt bzw. der Behandlungsansatz. Was kann ich essen, damit ich keine Bauschmerzen mehr habe? In der neurozentrierten Ernährungsberatung liegt allerdings der Schwerpunkt auf der eigentlichen Ursache. Warum kommt es zu Bauchschmerzen? Und diese Entscheidung trifft unser Kopf bzw. Nervensystem. Alles in unserem Umfeld gelangt als Information in das Gehirn. Es ist ein Input für uns. Dazu zählt z. B. Stress, Essen, Schlaf, Bewegung, Trinken, Licht, Atmung. Einfach alles. Unser Gehirn nimmt diese Informationen auf und verarbeitet sie. Wichtige neuronale Informationsquellen im Ernährungskontext sind u.a. Vagusnerv und Inselrinde als Basis für eine gut funktionierende Interozeption. Hier liegt ein Hauptfokus der neurozentrierten Ernährungsberatung.</p>
<p>Je nachdem wie gut die Qualität der eingehenden Informationen ist, entscheidet unser Kopf darüber, was für ein Output bzw. Ergebnis (häufig ein Symptom) produziert wird. Dies können z. B. Magen-Darm-Beschwerden sein oder Gewichtsschwankungen. Schlechte oder unzureichende Informationen führen zu Unsicherheit für unseren Kopf und lösen Stress in unserem Nervensystem aus. Für unser Gehirn steht Sicherheit allerdings an erster Stelle. Wann immer sich unser Kopf unsicher fühlt, so ergreift er Schutzmaßnahmen. Gebe ich dem Gehirn nun bessere Informationen, die das gefühlte Sicherheitsempfinden steigern, so wird auch der Output besser bzw. sich das Symptom reduzieren. Information kann z. B. sensorische Stimulation der Haut sein, Integration von Geruch und Geschmack, Vagusnervaktivierung zur Stressreduktion oder anderes je nachdem, was das Nervensystem individuell als positiv bewertet. Das macht neurozentrierte Ernährungsberatung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Interview:</strong></p>
<p><strong>Neurozentrierte Ernährungsberatung ist ein Begriff, der einem nicht unbedingt geläufig ist. Du möchtest dabei betonen, dass der Kopf / das Gehirn letztendlich die Entscheidungen trifft, auch was den Bereich Ernährung angeht. Kann man in diesem Zusammenhang sagen, dass es gar nicht so wichtig ist, was man isst, sondern vielmehr, was das Gehirn „dazu sagt“?</strong></p>
<p>Der Begriff „neurozentrierte Ernährungsberatung“ ist meine eigene Wortkreation. In Deutschland kennt man die Herangehensweise, das Nervensystem in den Mittelpunkt zu stellen eher unter dem Namen Neuroathletik, die sich jedoch vorwiegend auf Bewegung konzentriert. Das Nervensystem sollte aber auch bei typischerweise ernährungsassoziierten Krankheiten nicht außen vorgelassen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch keinen Freifahrtschein für eine nährstoffarme und hoch verarbeitete Kost, sondern ist vielmehr als Ergänzung zu sehen. Klar ist, dass es nicht die eine Ernährungsweise gibt, die für jeden funktioniert. Das hängt aber von sehr vielen Faktoren ab: Mikrobiom, Lifestyle, genetischer Disposition, aber eben auch der Neuromatrix des Gehirns.</p>
<p>Ein Prinzip des Neuro-Trainings ist das Testen und Re-Testen. Dies lässt sich auch auf den Ernährungsbereich übertragen. So kann ich durchaus testen, wie mein System auf Lebensmittel reagiert, z. B. durch Messung von Körpertemperatur, Puls und Blutzucker vor und nach einer Mahlzeit. Dies kann Hinweise auf individuelle Stoffwechselreaktionen und den Körper „stressende“ Lebensmittel geben. Aber auch eine subjektive Einschätzung ist ein probates Mittel, sofern keine interozeptive Dysfunktion vorliegt und ich auch hier gewissen Rahmenbedingungen einhalte. Hierdurch ergeben sich dann häufig sehr individuelle Ergebnisse und auch vermeintlich gesunde Lebensmittel können negative Auswirkungen haben. Auf der anderen Seite sind Gehirn und Nervensystem für eine einwandfreie Funktionsweise natürlich auch auf ausreichend Makro- und Mikronährstoffe angewiesen.</p>
<p><strong>Kann das Gehirn beeinflusst werden durch unser Essverhalten? Kann ich z.B. durch langsames Kauen im Kopf etwas anders auslösen, als wenn ich sehr schnell esse?</strong></p>
<p>Unser Gehirn wird grundsätzlich durch alles beeinflusst. Dazu zählt natürlich auch unser Essverhalten. Essen löst bildlich gesprochen ein Feuerwerk in unserem Kopf aus. Es gibt keinen Hirnnerv, der an der Nahrungsaufnahme nicht beteiligt ist. Das ist eine Vielzahl an sensorischen Informationen, die beim Essen an unser Gehirn gehen und diese Aktivierung ist erst einmal positiv. Unsere Nervenzellen benötigen Aktivierung, um am Leben zu bleiben, denn unser Gehirn funktioniert nach dem Prinzip „use it or loose it“. Essen ist leider für viele Menschen der einzige Stimulus, den sie regelmäßig erhalten, ist unsere heutige westlichen Lebensweise von Bewegungsmangel geprägt. Langsames Kauen hat in dem Sinn einen Einfluss auf unser Gehirn, dass es hierdurch per se zu einer langsameren Nahrungsaufnahme kommt und unser Gehirn somit mehr Zeit hat, die interozeptiven Signale wahrzunehmen und zu verarbeiten. Die Nahrungsaufnahme wird von unserem Hypothalamus überwacht und übergeordnet gesteuert. Diese Signalwege und Steuerungsprozesse sind jedoch äußert vielfältig und komplex und hier stehen wir erst am Anfang der Forschung.</p>
<p><strong>Ganz praktisch gefragt, wie kann eine neurozentrierte Ernährungsberatung z.B. bei Blähungen oder Durchfall aussehen? Gibt es dabei ein einheitliches Vorgehen oder muss das immer individuell abgestimmt werden</strong>?</p>
<p>Am Anfang der Beratung steht immer eine ausführliche Anamnese und Tests. Jeder Klient hat eine individuelle Geschichte hinter sich und Auslöser für Magen-Darm Beschwerden können vielfältig sein. Unser Verdauungssystem ist sehr stressanfällig und eine gute Verdauung kann nur stattfinden, wenn wir uns in einem parasympathischen Zustand befinden. Der erste Ansatz für die Beratung ist daher, eine Stressreduktion zu erlangen. Hierbei spielt der Vagusnerv als wichtiger Teil des Parasympathikus eine Schlüsselrolle. Der Vagus lässt sich gezielt mit Übungen, wie z. B. Summen, Atemübungen, Ohrstimulation oder Zungenübungen aktivieren. Um nun herauszufinden, welche Übung für den Patienten die richtige ist, kommt wieder das Testprinzip ins Spiel. Hier ist keine Pauschalaussage möglich und die Vorgehensweise ist immer individuell. Ein weiteres interessantes Gehirnareal zur Verbesserung von Verdauungsbeschwerden ist die Inselrinde, in der unsere Interozeption bzw. Innenwahrnehmung zu Hause ist. Bei intestinalen Beschwerden liegt hier häufig eine Dysfunktion vor. Die Inselrinde lässt sich z. B. über Geruch oder das gezielte Training der Innenwahrnehmung aktivieren. Häufig kombiniere ich auch Übungen für Inselrinde und Vagusnerv, da beide Bereiche eng miteinander verknüpft sind.</p>
<p><strong>Kannst Du uns abschließend vielleicht noch ein weiteres praktisches Beispiel zeigen, bei dem neurozentrierte Ernährungsberatung helfen kann, z.B. bei Bluthochdruck?</strong></p>
<p>Der Blutdruck zählt zu den autonomen Funktionen unseres Körpers. Autonome Funktionen werden unter anderem in unserem Hirnstamm geregelt, hier in der Formatio reticularis. Diese steuert den Blutdruck der Körperhälften ipsilateral, indem es die glatte Muskulatur um die Gefäße reguliert. Ob sie richtig arbeitet, lässt sich durch verschiedene Tests, wie Muskelfunktionstest der Extensoren in Finger und Zehen überprüfen. Zusätzlich sollte der Blutdruck rechts und links separat gemessen werden. Dies ist jedoch nur aussagekräftig, wenn bisher noch keine Blutdruckmedikamente gegeben werden. Je nach Testergebnis gibt es Übungsmöglichkeiten, die die Formatio reticularis gezielt ansteuern. Das kann z. B. komplexe Gelenksmobilisation sein, wobei die neuronale Verschaltung hier kontralateral verläuft oder auch Atemübungen mit dem Fokus auf die Ausatmung. Eine funktionsfähige Formatio reticularis ist eine Voraussetzung für adäquate Blutdruckregulation, die bei Bluthochdruck überprüft und integriert werden darf. Weitere Faktoren, wie Übergewicht, gilt es natürlich auch zu berücksichtigen und anzugehen, sofern diese zutreffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Einen Vortrag zum Thema „Neurozentrierte Ernährungsberatung“  wird Lisa Könings am 18.09.2022 auf dem NEURO INNOVATION DAY 2022 in Frankfurt halten.</strong></p>
<p>Der 1. <strong>NEURO INNOVATION DAY</strong> bedeutet einen Tag voller abwechslungsreicher Praxisworkshops und Vorträge sowie guter Gespräche zwischen Teilnehmern, Referenten und den Veranstaltern. Der <strong>NEURO INNOVATION DAY 2022</strong> zeigt dir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten neurozentrierter Übungen – über den Leistungssport hinaus. Er greift das Thema sportart- und therapieübergreifend auf, wird dich motivieren und dir Tests und Übungen zur direkten Einbindung in dein persönliches Setting zeigen.</p>
<p>Für diese besondere Neuroathletik Ausbildung konnte das <strong><a title="artzt.eu/fortbildungen" href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/">ARTZT Institut</a></strong> zusammen mit der <strong><a title="neuro-performance.com" href="https://neuro-performance.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Deutschen Akademie für Neuro-Performance</a></strong> viele erfahrene Referenten gewinnen, die sich seit Jahren aktiv mit dem Thema neurozentiertes Training beschäftigen. Darüber hinaus freuen wir uns, diesen Tag beim Landesssportbund Hessen, einem Treffpunkt des Sports, durchführen zu können.</p>
<p>Weitere Infos sowie Anmeldemöglichkeiten dazu finden Sie <a href="https://www.artzt.eu/neuro-innovation-day-2022">HIER</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 16.08.2022</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rehabilitation von funktionellen Hirnschäden</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/12139/rehabilitation-von-funktionellen-hirnschaeden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 08:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Möglichkeiten, die Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen, Athletiktrainer*innen und weiteren Coaches gegeben sind, um die individuelle Betreuung im Freizeit- und Leistungssport optimal zu gestalten, sind heutzutage fast endlos. Deren wissenschaftliche Basis ist [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Die Möglichkeiten, die Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen, Athletiktrainer*innen und weiteren Coaches gegeben sind, um die individuelle Betreuung im Freizeit- und Leistungssport optimal zu gestalten, sind heutzutage fast endlos. Deren wissenschaftliche Basis ist mal größer, mal kleiner, und es gibt sowohl Mythen als auch Vorurteile für nahezu jede Methode. In den letzten Jahren ist besonders der holistische Ansatz des neurozentrierten Trainings in den Blickpunkt von tausenden Anwender*innen, aber auch Kritiker*innen geraten. Der folgende Artikel soll an einem Beispiel aus der Praxis erläutern, welches Potenzial in der angewandten Neurologie liegt und was es benötigt, um Erfolg im individuellen Setting zu erreichen. Durch die differenzierte und präzise Anwendung von Wissen aus der Neuro- und Bewegungswissenschaft sind Ergebnisse möglich, die durch herkömmliche Ansätze meist nicht erreicht wurden. Der Artikel gibt ebenfalls wissenschaftliche Hintergründe und Grundgedanken aus der komplexen Perspektive der “Neuroathletik”, wie der Ansatz bei der Anwendung im Leistungssport üblicherweise genannt wird.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Der Fall dreht sich um eine skandinavische Athletin, hier aus Gründen der Privatssphäre Linda genannt. Sie ist 19 Jahre alt und seit ihrer Kindheit leidenschaftliche Skifahrerin. Seit ca. 2 Jahren leidet sie an immer wieder auftretenden Symptomen wie unwillkürlichen Bewegungen (Hyperkinesie) und Gangstörungen vermehrt auf der linken Körperhälfte, sowie an Krämpfen im vorderen Rumpfbereich, Atemproblemen, Krallen der Zehen und Finger auf beiden Extremitätenseiten (rechts mehr als links) sowie gastrointestinalen Problemen. Sie wurde von mehreren Ärzten behandelt, sowohl ambulant als auch in einer neurologischen Klinik. Die bildgebenden Verfahren zeigten keine Auffälligkeiten, die Diagnose lautete “Functional Neurological Disorder”, also eine funktionelle Störung der Signalverarbeitung zwischen Zentralem Nervensystem (ZNS) und der körpereigenen Sensorik. Mit der Zeit kamen noch Depressionen und Angststörungen als weitere Diagnosen dazu. Etwa zwei handvoll Personen aus unterschiedlichen Berufen versuchten Linda zu helfen, darunter Fachärzt*innen für Neurologie, Psychotherapeut*innen, Physiotherapeut*innen, leider bisher nur mit wenig Erfolgen. Letztlich wird ihr gesagt ihr “Geist hat keine Verbindung mehr zu ihrem Körper”.</p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Der Zustand zu Beginn und das Gefahrenmeldesystem. Wenn mehrere Strukturen Alarm senden</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">Linda ist momentan nicht in der Lage, zur Schule zu gehen, da sie nach bereits wenigen Stunden stark ermüdet und meist am Ende eines solchen Tages einen Anfall hat. Diese Anfälle bestehen aus Krämpfen und Zuckungen, sie kann die Augen nicht öffnen und krümmt sich, meist mehrere Minuten bis Stunden. An Leistungssport ist seit mehreren Jahren nicht mehr zu denken.</p>
<p style="font-weight: 400;">Als sie zu mir nach Magdeburg kam musste sie am Flughafen kurzzeitig einen Rollstuhl bekommen, am Tag unseres ersten Treffens läuft sie jedoch selbstständig, unter Begleitung ihrer Mutter.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aus neuro-zentrierter Sichtweise betrachtet man Bewegungsstörungen ebenso wie Atemprobleme, Tonusprobleme und andere Einschränkungen der Leistungsfähigkeit immer als Output des Gehirns. Wie schon aus der internationalen Schmerzforschung durch z.B. Butler &amp; Moseley (2016) bekannt, gibt es in unserem ZNS eine Art Gefahrenmeldesystem, welches uns schützt, indem es Veränderungen in der Sinneswahrnehmung misst, die potentiell bedrohlich für uns sein können. Die Autoren schreiben darüber, dass unser Gehirn über die Sensorik der fünf Sinne (Sehen, Riechen, Hören, Tasten, Schmecken) den Körper vor akuten und auch potenziellen Gefahren schützt:</p>
<p style="font-weight: 400;"><em>“Unser Gefahrenmeldesystem arbeitet eng mit anderen Sicherheitsvorrichtungen im Körper zusammen (&#8230;). Zusammen mit diesen (&#8230;) Sinnessystemen schützt es den Körper vor Selbstzerstörung. Was den Menschen gegenüber den Tieren auszeichnet, ist seine Fähigkeit, die Zukunft vorhersehen zu können. Wir können unser Gedächtnis und unseren Verstand einsetzen, um Gefahren vorzubeugen. Es ist eine gefährliche Welt da draußen, und unser Körper tut sein Möglichstes, um uns zu schützen.” </em>(S.22)</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn die Datenlage nicht gut ist, “produziert” unser ZNS einen Schmerzerfahrung. Der Output kann jedoch genauso gut eine Bewegungseinschränkung oder ein niedriges Energielevel sein, je nachdem wo die innere oder äußere Homöostase gerade nicht stimmt. Die Frage ist also, welche Sensoren melden den Alarm, sodass das ZNS von Linda die Notbremse ziehen muss? Insbesondere eine mangelhafte Datenlage in den Gelenken, im Gleichgewichtsorgan und im visuellen System sowie eine suboptimale Stoffwechselversorgung können eine große Gefahr darstellen, daher sind besonders zwei Faktoren beim Studieren der Vorgeschichte relevant:</p>
<ul>
<li>vergangene Gehirnerschütterungen oder Kopfstöße, auch ohne Befund oder akute Symptomatik</li>
<li>Hinweise auf verringerten Hirnstoffwechsel, z.B. durch schlechte Ernährung oder Atemprobleme</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Im Fall Linda gab es sowohl eine traumatische Gehirnerschütterung durch einen Sturz auf den Kopf beim Trampolinspringen im 10. Lebensjahr, als auch die kurz darauf beginnenden Atemprobleme, die durch eine gelegentliche Kurzatmigkeit sowie Störungen im Atemrhythmus gekennzeichnet waren. Die wissenschaftlichen Befunde zur Forschung im Bereich Gehirnerschütterungen (Concussions) und anderen Hirnverletzungen zeigen sehr eindrucksvoll, wie stark nicht nur die motorischen Qualitäten, sondern auch die emotionale und Verhaltensebene nach Gehirnerschütterungen beeinflusst sein kann. Symptome wie z.B. Lichtsensitivität, Schwindel, Instabilitätsprobleme, aber auch kognitive und emotionale Probleme werden mit vergangenen milden Gehirnerschütterungen assoziiert (Polinder et al., 2018). Eine Meta-Analyse zeigte sogar auf, dass Menschen, die schonmal ein Schädel-Hirn-Trauma hatten, ein doppelt so hohes Suizidrisiko aufweisen (Fralick et al., 2019). In einer anderen Untersuchung konnte bewiesen werden, dass selbst 30 Jahre nach dem Erleiden einer Gehirnerschütterung noch kognitive und motorische Störungen vorhanden sein können (De Beaumont et al., 2009).</p>
<p style="font-weight: 400;">Andererseits weiß man ebenfalls durch neurologische Forschung, wie plastisch unser Gehirn ist und dass es mit den richtigen Reizsetzungen in jedem Alter aufgebaut werden kann. Dazu werden kognitives Training, sowie visuelles Training, Bewegungsübungen, spezifische Ernährungsformen und Supplementation verwendet.</p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Der nächste Schritt: neuro-funktionelle Tests und Rückschlüsse auf funktionelle Pfade und Hirnareale</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">Mit funktionellen Tests, die die Bewegungsfähigkeiten, aber auch visuelle Fähigkeiten und vestibuläre Funktionen überprüfen, konnten wir bei Linda folgende Defizite herausfinden:</p>
<ul>
<li>einen Mangel an reflexivem Armschwung, der auf eine Dysfunktion des oder Mittelhirndachs (Tectum) hindeutet. Dort befindet sich der Tractus rubrospinalis, der den Armschwung initiiert.</li>
<li>ein Konvergenzdefizit im rechten Auge und eine schlechtere periphere Wahrnehmung auf der linken Seite, was ebenfalls auf eine Dysfunktion des Mittelhirns hindeutet (zur Bedeutung der visuellen Diagnostik</li>
<li>eine verringerte Wahrnehmung der Sensorik im linken Fuß (subjektive Intensität für leichte Berührung 7/10 im Vergleich zu rechts). Durch weitere funktionelle Tests konnten wir eine radikuläre und periphere Beteiligung ausschließen, sodass höhere Zentren wie z.B. der rechte Parietallappen im Verdacht sind, unteraktiv zu sein.</li>
<li>eine deutlich schlechtere Koordinationsleistung der linken Körperhälfte, getestet durch zerebellare Tests wie z.B. das Fußtapping (siehe Abbildung 1), oder Rapid Alternating Pronation Supination der Hände (RAPS). Dies deutet auf eine Dysfunktion im linken Zerebellum und/oder rechten Motorkortex sowie den Basalganglien hin.</li>
<li>klar erkennbare Defizite in der reflexiven Stabilität der rechten Körperhälfte, was auf Unteraktivitäten im rechten Kortex oder Stammhirn hindeutet (Mierau et al., 2017)</li>
</ul>
<figure id="attachment_12140" aria-describedby="caption-attachment-12140" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12140" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1.jpg" alt="" width="1200" height="1622" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-222x300.jpg 222w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-758x1024.jpg 758w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-768x1038.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-1136x1536.jpg 1136w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-150x203.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_1-450x608.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12140" class="wp-caption-text">Abb. 1: Koordinationstests wie z.B. das Fußtapping sind zur Evaluation neuro-funktionellen Defiziten unabdingbar, entscheidend ist jedoch die Interpretation auf mehreren Ebenen (Geschwindigkeit, Rhythmus, Präzision) sowie die kurzzeitige Veränderbarkeit durch ausgewählte Stimuli. Hierbei können alle Areale / Funktionskreise ausgetestet werden, die die Bewegung beeinflussen können, vom Lymbischen System bis hin zum Rezeptor im Fuß. Im Gegensatz zur Pathologie-orientierten Diagnostik beim Optiker / Augenarzt oder Neurologen geht es hierbei oft um subklinische Defizite, die zusammen eine Störung auslösen.</figcaption></figure>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Das Austesten von verschiedenen Stimuli mit der Test-ReTest Methode</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">Es war also klar, dass bei Linda jede Menge fehlerhafte Daten in mehreren Sensoren vorlagen. Zusätzlich hat sich durch die Chronifizierung der suboptimalen Atemmuster eine schlechte Stoffwechselsituation für das Gehirn eingestellt, wodurch das niedrige Energieniveau und das mangelnde Belastungsvolumen erklärbarer wurden. Auf Ebene der Mikronährstoffe und Ernährung konnte eine Stoffwechselproblematik ausgeschlossen werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ein wesentlicher Punkt ist es dann, die theoretisch bestehenden Hypothesen zu eventuell unteraktiven neuronalen Pfaden bzw. Hirnarealen auch auf ihre praktische Validität zu überprüfen. Dadurch, dass das Nervensystem das schnellste System im Körper ist, sind Ergebnisse sofort sichtbar. Dazu nutzt man primär die Test-ReTest Methode: sowohl die aktive Beweglichkeit, also auch z.B. die Koordination, Muskelkraft oder die Balance werden sowohl vor als auch nach einer Reizgebung überprüft, um direkte Auswirkungen sichtbar zu machen. Bei biopositiven Reizen, die das ZNS gut verarbeiten kann, werden mehrere der o.g. kognitiven und motorischen Parameter sofort besser, da automatisch ein besserer Output generiert wird. Das Gehirn gibt sozusagen “mehr Leistung frei”, weil es sich sicherer fühlt. Im Falle eines bionegativen Reizes wird durch das Auslösen von Schutzmustern und die Aktivierung des sympathischen Nervensystems eine Verschlechterung in den Parametern zu sehen sein.</p>
<p style="font-weight: 400;">So konnten wir z.B. herausfinden, dass eine simple Stimulation des rechten Kortex über eine Halbfeldbrille bereits die Sensorik im linken Fuß und die zerebellaren Tests der linken Seite (Hand und Fuß) deutlich verbesserte (zum Einsatz von Farbbrillen siehe Abb. 2). Da das darunterliegende Mittelhirn jedoch ein Integrationszentrum ist und dort neben Bewegungsdaten insbesondere visuelle und auditive Daten verarbeitet werden, mussten wir jedoch auch eine Möglichkeit finden, das Mittelhirn entsprechend zu entlasten, wenn es evtl. nicht mehr in der Lage ist, weitere Reize aufzunehmen (z.B. wenn die Gesamtbelastung zu hoch ist, wie in der Schule). Hier kommen ebenfalls Farbbrillen, sowie Ohrenstöpsel zur Unterdrückung von auditiven und visuellen Reizen ins Spiel, aber auch spezifische visuelle Drills und Atemübungen.</p>
<figure id="attachment_12141" aria-describedby="caption-attachment-12141" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12141" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2.jpg" alt="" width="1200" height="1600" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2-225x300.jpg 225w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2-768x1024.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2-1152x1536.jpg 1152w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2-150x200.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2022/08/MuellerDaniel_2-450x600.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-12141" class="wp-caption-text">Abb. 2: Bei Bewegungsproblemen mit größerer Beteiligung der kortikalen und subkortikalen Strukturen wie z.B. dem Frontalhirn und Stammhirn kann der Einsatz von Farben ein entscheidender Teil des Therapieerfolgs sein. Hier ist eine Halbfeldbrille abgebildet, die die Aktivität im rechten Kortex erhöht, während der linke Kortex gehemmt wird. Farbbrillen werden vor allem bei Migräne und Kopfschmerzen verwendet, um Stressreaktionen des ZNS zu dämpfen (Martin et al., 2020).</figcaption></figure>
<p style="font-weight: 400;">Ziel war es also einerseits, noch weitere Reize zu testen, die den rechten Kortex verstärkt aktivieren und das linke Kleinhirn trainierten, sodass die Koordination sich verbessert und damit auch die Regulation der Muskelspannung, um die unwillkürlichen Bewegungen zu verringern und die Sensorik im linken Fuß und auf der linken Gesichtsfeldhälfte zu optimieren. Auf der anderen Seite haben wir immer wieder ausgetestet, wie viele Reize ihr Organismus derzeit zeitgleich aufnehmen kann, um eine Einschätzung dafür zu bekommen, wann er “die Reißleine zieht”.</p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Neuroplastizität – der Schlüssel zum langfristigen Erfolg</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">Während die initialen Tests und Trainingsreize nur eine Momentaufnahme darstellen, geschieht der wirklich relevante Veränderung erst durch die Eigenarbeit der Klient*innen. Durch konstante Reizsetzung über mehrer Wochen und Monate formen sich die neuronalen Netzwerke um, bestehende Aktivierungsmuster werden durch neue, effizientere ausgetauscht. Diese Veränderbarkeit des Gehirns, die Neuroplastizität, ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Linda hat aus den oben beschriebenen zwei Schwerpunkten mehrere Möglichkeiten von mir mitbekommen, ihr Gehirn zu trainieren, sowohl mit aktiven als auch passiven Maßnahmen:</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Trainingsteil 1: Aktivierung des rechten Kortex und des linken Zerebellum sowie Basalganglien zur Tonusmusterregulierung und Verbesserung der sensorischen und motorischen Qualitäten: </strong></p>
<ul>
<li>komplexe Handgelenks- und Fingerbewegungen primär linksseitig</li>
<li>Rhythmusaufgaben primär linksseitig</li>
<li>diverse Lichtreize im linken Gesichtsfeld</li>
<li>Halbfeldbrille zur Aktivierung des rechten Kortex</li>
<li>auditive Reize ins linke Ohr, z.B. durch einseitige Kopfhörer</li>
<li>sensorische Stimulationen des linken Knöchels</li>
<li>kognitive Aufgaben zur Stimulation von Frontal- und Parietallappen, primär rechts</li>
<li>Geruchstraining im rechten Nasenloch zur Stimulation des rechten Kortex</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Trainingsteil 2: Inhibierung / Regulation des Stammhirns zur besseren Optimierung von Sympathikus / Parasympathikus und als Prävention von Stressreaktionen: </strong></p>
<ul>
<li>Drills zur Inhibierung des Mittelhirns</li>
<li>Farbrillen und Rasterbrille zur Inhibierung des Mittelhirns</li>
<li>Atemtechniken zur Regulation des Mittelhirns und zur Aktivierung des Vagus Nervs</li>
<li>Verhaltensstrategien zur Vermeidung von hohen Stress-Spitzen (z.B. Vermeidung von großen Kaufhallen oder Diskotheken, Optimierung von Schlafgewohnheiten, Umgang mit Licht, etc.)</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Innerhalb der ersten Tage konnten wir bei Linda bereits eine deutlich Reduktion der gesamten Muskelspannung erreichen. Während bei den ersten Übungen gut zu sehen war, wie ihr Körper langsam in einen “Stressmodus” kommt und das Gefahrenmeldesystem anschaltet (schlechtere Beweglichkeit, beginnende Krämpfe, Krallen der Finger, schlechtere Koordination), konnte innerhalb von nur wenigen Trainingstagen das Belastungsniveau deutlich gesteigert werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Durch die Drills und Maßnahmen zur Reduktion des Inputs an das Mittelhirn fühlte sich insgesamt weniger müde und weniger gestresst. Die Koordination der linken Körperhälfte wurde konstant besser und blieb nach ein paar Wochen auf einem konstant hohen Niveau, dadurch hat sich auch die Anzahl an Krämpfen und Zuckungen deutlich reduziert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Durch die tägliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Nervensystem über die Tests zur Beweglichkeit und Koordination sowie Muskelspannung hat Linda für sich ein eigenes Gefühl dafür entwickelt, wieviel Belastung sie vertragen kann und wo im Alltag noch versteckte Trigger sind. Dadurch konnte sie bessere Entscheidungen treffen, um ihren Organismus nicht zu überfordern. Durch die verbesserte Stoffwechselsituation, das Atemtraining und die Schlafoptimierung hat sie mehr Energie, kann wieder mehr und mehr Belastungen ausprobieren und fängt wieder die ersten sportlichen Betätigungen an. Sie hat immer weniger Angst und es fällt ihr deutlich leichter, ihren Werdegang mental zu begreifen, da sie ein besseres Verständnis dafür hat, wie ihr Organismus funktioniert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die visuellen Defizite werden ebenfalls besser, wenngleich diese insgesamt länger benötigen, da hierfür in der Regel eine Reizsetzung über 4-12 Wochen nötig ist.</p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>Fazit</strong></h2>
<ul>
<li>Die Vorgehensweise beim neurozentrierten Ansatz ist sowohl von einem guten Verständnis von angewandter Neurologie, als auch von einem differenzierten Testing abhängig</li>
<li>Motorische, kognitive, emotionale Leistungseinschränkungen sind Ergebnisse von schlechten Input-Signalen, die sowohl bewusst als auch unbewusst wirken können</li>
<li>Daher ist die Anwendung von funktioneller Neurologie im Leistungssport (alias “Neuroathletik”) ein hoch-potentes Praxisfeld</li>
<li>Die funktionelle Diagnostik steht im Vordergrund, da Soforteffekte des ZNS überprüft werden müssen. Dabei spielt die visuelle Examination eine herausragende Rolle, da man durch die Augen einen gewissen Einblick ins Gehirn hat</li>
<li>Individuelle Fälle müssen differenziert betrachtet werden, mit einem umfangreichen Blick auf den ganzen Menschen</li>
<li>Subklinische Defizite können, wenn sie sich anhäufen, die Ursache für Probleme sein, für die im Einzelnen keine pathologischen Kennwerte zu finden waren</li>
<li>Neuroplastizität, die Gesundheit und das Training des Gehirns ist der Schlüssel zum (langfristigen) Erfolg</li>
<li></li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"><em>Litertaur</em></p>
<ol>
<li><em>Butler, D. &amp; Moseley, L. (2016). Schmerzen verstehen. (3. Aufl.). Berlin, Heidelberg: Springer.</em></li>
<li><em>De Beaumont, L.; Théoret, H.; Mongeon, D.; Messier, J.; Leclerc, S.; Tremblay, S.; Ellemberg, D. &amp; Lassonde, M. (2009). Brain function decline in healthy retired athletes who sustained their last sports concussion in early adulthood. A Journal of Neurology: 132; 695-708, 2009.</em></li>
<li><em>Fralick, M.; Sy, E.; Hassan, A.; Burke, M. J.; Mostofsky, E. &amp; Karsies, T. (2019). Association of Concussion With the Risk of Suicide: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Neurology, 2019, Feb 1; 76(2):144-151.</em></li>
<li><em>Huggenberger S. et al. (2019). Neuroanatomie des Menschen. Berlin: Springer.</em></li>
<li><em>Martin, F.; Patwardhan, A. M.; Jain, S. V.,; Salloum, M. M.; Freeman,  J.;  Khanna, R.; Gannala,  P.;  Goel, V.; Jones-MacFarland, F. N.; Killgore, W. D.; Porreca, F. &amp; Ibrahim, M. M. (2020). Evaluation of green light exposure on headache frequency and quality of life in migraine patients: A preliminary one-way cross-over clinical trial. Cephalalgia</em></li>
<li><em>Mierau A. et al. (2017). Cortical Correlates of Human Balance Control. Brain Topography: Volume 30, Issue 4, pp 434–446.</em></li>
<li><em>Polinder, S.; Cnossen, M. C.; Real, R. G. L.; Covic, A.; Gorbunova, A.; Coormolen, D. C.; Master, C. L.; Haagsma, J. A.; Diaz-Arrastia, R. &amp; von Steinbuechel, N. (2018). A Multidimensional Approach to Post-concussion Symptoms in Mild Traumatic Brain Injury. Frontiers in Neurology, December 2018, Vol. 9: 1113.</em></li>
</ol>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong>Einen Vortrag zum Thema &#8222;Weiß dein Gehirn schon, dass du nicht mehr verletzt bist?&#8220;  wird Daniel Müller am 18.09.2022 auf dem NEURO INNOVATION DAY 2022 in Frankfurt halten. </strong></p>
<p>Der 1. <strong>NEURO INNOVATION DAY</strong> bedeutet einen Tag voller abwechslungsreicher Praxisworkshops und Vorträge sowie guter Gespräche zwischen Teilnehmern, Referenten und den Veranstaltern. Der <strong>NEURO INNOVATION DAY 2022</strong> zeigt dir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten neurozentrierter Übungen – über den Leistungssport hinaus. Er greift das Thema sportart- und therapieübergreifend auf, wird dich motivieren und dir Tests und Übungen zur direkten Einbindung in dein persönliches Setting zeigen.</p>
<p>Für diese besondere Neuroathletik Ausbildung konnte das <strong><a title="artzt.eu/fortbildungen" href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/">ARTZT Institut</a></strong> zusammen mit der <strong><a title="neuro-performance.com" href="https://neuro-performance.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Deutschen Akademie für Neuro-Performance</a></strong> viele erfahrene Referenten gewinnen, die sich seit Jahren aktiv mit dem Thema neurozentiertes Training beschäftigen. Darüber hinaus freuen wir uns, diesen Tag beim Landesssportbund Hessen, einem Treffpunkt des Sports, durchführen zu können.</p>
<p>Weitere Infos sowie Anmeldemöglichkeiten dazu finden Sie <a href="https://www.artzt.eu/neuro-innovation-day-2022">HIER</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 11.08.2022</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neurozentrisches Training</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/11641/neurozentrisches-training/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hady Daboul]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 12:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=11641</guid>

					<description><![CDATA[Neurozentrisches Training ist ein hirnbasierter Ansatz zur Leistungsoptimierung und Schmerzlinderung/ -prävention. Wie Bewegung entsteht auch Schmerz im Gehirn. Daher ist es unerlässlich das Gehirn in moderne Präventions- und Rehabilitationsprotokolle miteinzubeziehen. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neurozentrisches Training ist ein hirnbasierter Ansatz zur Leistungsoptimierung und Schmerzlinderung/ -prävention. Wie Bewegung entsteht auch Schmerz im Gehirn. Daher ist es unerlässlich das Gehirn in moderne Präventions- und Rehabilitationsprotokolle miteinzubeziehen. Dabei beinhaltet das Training maßgeblich Bewegungen. Bewegungen, durch die gezielt einzelne Hirnareale aufgebaut und gestärkt werden. </strong></p>
<p>Welche Hirnareale aufgebaut und gestärkt werden sollten ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. In dem Training bedienen wir uns leichter Bewegungstests um genau das herauszufinden. Unter anderem nutzen wir den Ansatz aktuell in unserer App „heyvie“ zur Anwendung bei Migräne. Menschen, die unter Migräne leiden, haben bestimmte Muster im Gehirn, die sich in ihren alltäglichen Bewegungen reflektieren. So ist der Nacken zum Beispiel oft fest und das Gleichgewichtssystem kann nicht akkurat arbeiten. Häufig wird eine Überempfindlichkeit der Augen angegeben. Augen, Gleichgewichtssystem und Nackenmuskulatur arbeiten stark zusammen. Kein Muskel im Körper kann sich so präzise bewegen wie unsere Augen. Die Verknüpfung von Nervenzelle zu Muskelfaser – auch motorische Einheit genannt &#8211; macht das mehr als deutlich. In unserer unteren Extremität können bis zu 1.000 Muskelfasern in Verbindung mit einem Motoneuron eine muskuläre Einheit bilden. In unserer äußeren Augenmuskulatur ist der Quotient bei 5:1. Das heißt, unsere Augen haben &#8211; allein von der Anatomie her &#8211; die Fähigkeit sich unglaublich genau zu bewegen. Ist unser Nacken jedoch instabil und unser Gleichgewichtssystem nicht akkurat, können unsere Augen nicht ihre vollen Fähigkeiten entfalten. Sie müssen sozusagen auf einem wackeligen Fundament äußerst präzise Bewegungen ausführen. Die Folge: Visuelle Reize sind überfordernd. Hier kommt neurozentrisches Training ins Spiel. Durch gezielte Reizsetzung und strukturelles Aufarbeiten von zentralen Strukturen werden Systeme rund um Nacken, Augen und Gleichgewicht stabilisiert. Visuelle Reize sind nicht mehr in dem Maße überfordernd und Attacken können so reduziert werden &#8211; in Frequenz als auch in Intensität.</p>
<h4>Doch wie funktioniert das genau?</h4>
<p>Grob kann man sagen, dass Bewegung auf drei Säulen aufbaut. Zum einen die Arbeit, die unsere Augen und damit das visuelle System leisten, dann Propriozeption, also die Fähigkeit die Lage unseres Körpers im Raum zu kennen und schließlich Gleichgewicht &#8211; die Kenntnis über die Orientierung in Bezug zur Schwerkraft und die Ansteuerung von Muskulatur, die uns die Aufrichtung gegen eben diese erlaubt. An einer Bewegungsentstehung sind diese drei Systeme maßgeblich beteiligt. Wollen wir mit unserer Hand nach der Tasse Kaffee greifen, muss der Bewegungsplan, den unser Gehirn erstellt hat, ausgeführt werden. Dazu müssen wir wissen wo sich unsere Hand im Raum befindet, das propriozeptive System wird also beansprucht. Wir müssen den Abstand zwischen Hand und der Tasse Kaffee einschätzen können, damit unsere Greifbewegung präzise ist und wir uns nicht den Kaffee über unseren Schreibtisch kippen, weil wir denken, sie würde weiter wegstehen. Das visuelle System leistet die Einschätzung der Distanz über Tiefenwahrnehmung. Gleichzeitig muss unsere Wirbelsäule stabilisiert werden. Durch die Bewegung unserer Hand ändert sich unser Körperschwerpunkt. Die Wirbelsäule muss reflexiv angesteuert werden, um die Bewegung der Hand auszugleichen. Gerade kleine Bewegungen am Äußeren des Körpers haben durch den großen Hebel starke Auswirkungen auf die Körpermitte.</p>
<p>Alles in allem müssen also verschiedene Systeme in unserem Körper zusammenarbeiten um eine präzise Bewegung zu ermöglichen. Was passiert demnach, wenn Informationen aus den jeweiligen Systemen fehlen und wie kann man diese Systeme systematisch aufbauen? Ein Beispiel: Uns fehlt Information an unserem rechten Handgelenk. Durch eine ältere Verletzung bedingt haben wir eine Narbe und das Gefühl über der Narbe ist herabgesetzt. Die Konsequenz: Unser Gehirn weiß nicht mehr zu 100% wo sich unser Handgelenk im Raum befindet. Statt also, während wir nach unserer Tasse Kaffee greifen, das Handgelenk abzukippen, bewegen wir womöglich den ganzen Arm aus Ellenbogen- und Schultergelenk. So vermeiden wir die Abkippbewegung des Handgelenks unbewusst. Warum vermeiden wir Bewegungen über Körpergebieten wo unser Gefühl, wie im Beispiel oben durch Narben, herabgesetzt ist? Die Aufgabe unseres Gehirns ist Sicherheit. Sicherheit für den Organismus und damit einhergehend das Sicherstellen des eigenen Überlebens. Das steht an erster Stelle. Alles, was irgendwie dazu führt unsere Sicherheit und unsere physische Unversehrtheit zu beeinträchtigen, bedeutet im ersten Schritt Gefahr und wird, falls möglich, vermieden. Fehlen uns nun Informationen über unser Handgelenk kann unser Gehirn nicht vorhersagen was passiert, wenn wir es bewegen. Es weiß schlichtweg nicht ob die Bewegung sicher ist. Nach dem Motto „better safe than sorry“ gleicht unser Gehirn die Bewegung nun so an, dass wir das Handgelenk nicht bewegen müssen. So bleibt im ersten Schritt unsere körperliche Unversehrtheit bestehen und wir müssen uns nicht mit Situationen beschäftigen, die wir nicht vorhersagen können. Für unser Gehirn bedeutet das Sicherheit.</p>
<p>Wieso Ausweichbewegungen bestmöglich vermieden werden sollen, ist eine andere gute Frage. Rein energetisch betrachtet ist es ein viel höherer Aufwand den ganzen Arm zu bewegen anstatt das kleine Handgelenk abzukippen. Es verbraucht schlichtweg mehr Energie, mehr ATP im Muskel, mehr Glucose aus dem Blut. Greife ich einmal am Tag nach meiner Tasse Kaffee, ist das natürlich nicht schlimm. Aber es bleibt nicht bei der einen Bewegung für die kompensiert werden muss. Wir führen am Tag unzählige Bewegungen aus, bei denen, nach dem Beispiel oben, unser Handgelenk lieber bewegt werden würde statt den ganzen Arm durch den Raum zu bewegen. Wir verschwenden unnötigerweise Unmengen an Energie. Darüber hinaus bleibt es nicht bei dem Handgelenk. Wir haben über unser Leben hinweg viele Verletzungen akkumuliert. Die einen haben wir gut aufgearbeitet, andere weniger gut. Wir haben nicht nur ein System für das wir kompensieren müssen sondern mehrere. Zwar arbeiten diese Systeme redundant und können Teile der Arbeit des anderen übernehmen, dennoch ist diese Kompensation ab einem gewissen Punkt ausgereizt. Die Folgen: Schmerzen, Unbeweglichkeit oder auch Krankheiten wie beispielsweise Migräne.</p>
<h4>Wie arbeiten wir die Systeme strukturell auf?</h4>
<p>Wie oben erwähnt arbeiten wir uns entlang der Propriozeption, des visuellen Systems und des Gleichgewichtsorgans. Bei Menschen, die unter Migräne leiden, fangen wir oft an der Propriozeption und Oberflächensensibilität des Nackens an. Sind wir nicht in der Lage unseren Nacken bewusst adäquat zu spüren und zu bewegen, ist die reflexive Kontrolle, auf die wir nun einmal angewiesen sind, beeinträchtigt. Wir bringen unseren Kundinnen und Kunden also bei ihre Nackenmuskulatur präzise anzusteuern. Eine Art Bewusstseinstraining dafür, wo sich die einzelnen Muskeln befinden, wie sie zusammenarbeiten sollten und welche Bewegungen der Nacken überhaupt machen kann. Das Ziel von dem Ganzen: Das Wiedererlernen von Bewegungen, die eventuell nicht mehr ausgeführt wurden, weil das Gehirn aus Sicherheitsgründen diese Bewegungen blockiert hat. Ähnlich dem abgekippten Handgelenk sehen wir bei Migräniker:Innen oft eine fehlende Kontrolle in der Nackenmuskulatur.</p>
<h4>Was bedeutet in dem Kontext nun neurozentrisches Training?</h4>
<p>Propriozeption ist im Endeffekt eine Fähigkeit. Die Fähigkeit Informationen aus der Körperperipherie aufzunehmen, zu verarbeiten um dann zu wissen wo sich die einzelnen Gliedmaßen im Raum befinden. Zwar ist die Fähigkeit der Informationsaufnahme im ersten Schritt keine Fähigkeit des zentralen Nervensystems oder gar des Gehirns, jedoch muss unser Gehirn zwangsläufig diese Informationen interpretieren um daraus einen Sinn zu erstellen. Die Muskelspannungen von 30 Muskeln alleine als Informationen sind wenig wertvoll. Erst durch die Verarbeitung der Informationen bekommen wir ein Bild für unseren Körper im Raum. Genau dafür ist unser Nervensystem verantwortlich. Neurozentrisches Training schaut sich also von der Informationsaufnahme, -verarbeitung bis zur Bewegungsentstehung und -ausführung alle Schritte an und überprüft wo genau kompensiert wird. Das lösen dieser Kompensationsmechanismen birgt großes Potential, gleichermaßen für Bewegungs- und Schmerzproblematiken.</p>
<p><strong>Einen Vortrag zu Neurozentriertes Training bei Migräne wird Hady Daboul am 18.09.2022 auf dem NEURO INNOVATION DAY 2022 in Frankfurt halten. </strong></p>
<p>Der 1. <strong>NEURO INNOVATION DAY</strong> bedeutet einen Tag voller abwechslungsreicher Praxisworkshops und Vorträge sowie guter Gespräche zwischen Teilnehmern, Referenten und den Veranstaltern. Der <strong>NEURO INNOVATION DAY 2022</strong> zeigt dir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten neurozentrierter Übungen &#8211; über den Leistungssport hinaus. Er greift das Thema sportart- und therapieübergreifend auf, wird dich motivieren und dir Tests und Übungen zur direkten Einbindung in dein persönliches Setting zeigen.</p>
<p>Für diese besondere Neuroathletik Ausbildung konnte das <strong><a title="artzt.eu/fortbildungen" href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/">ARTZT Institut</a></strong> zusammen mit der <strong><a title="neuro-performance.com" href="https://neuro-performance.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Deutschen Akademie für Neuro-Performance</a></strong> viele erfahrene Referenten gewinnen, die sich seit Jahren aktiv mit dem Thema neurozentiertes Training beschäftigen. Darüber hinaus freuen wir uns, diesen Tag beim Landesssportbund Hessen, einem Treffpunkt des Sports, durchführen zu können.</p>
<p>Weitere Infos sowie Anmeldemöglichkeiten dazu finden Sie <a href="https://www.artzt.eu/neuro-innovation-day-2022">HIER</a></p>
<p>Mehr Infos zur <strong>heyvie App</strong>,  dem neurozentrischen Pocket Coach für weniger Migräne, Rückenschmerzen &amp; Stress finden Sie <a href="https://www.heyvie.io/">HIER</a></p>
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<p><em>Veröffentlicht 10.06.2022</em></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Return to sport (RTS)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/6832/return-to-sport-rts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Markus Klingenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 May 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema “Return to Sport(s)” findet sich seit einigen Jahren regelmäßig in den orthopädischen und sportmedizinischen Fortbildungsprogrammen. Die meisten Vorträge und Studien beschäftigen sich mit der Rückkehr zum Sport nach [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das Thema “Return to Sport(s)” findet sich seit einigen Jahren regelmäßig in den orthopädischen und sportmedizinischen Fortbildungsprogrammen. Die meisten Vorträge und Studien beschäftigen sich mit der Rückkehr zum Sport nach Knieverletzungen. Das Kniegelenk ist eines der häufigsten verletzten Gelenke. Dementsprechend viele Kollegen sind auf dessen Versorgung spezialisiert. Langsam verbreitet sich die Erkenntnis, dass die strukturelle Ausheilung einer Verletzung nicht automatisch mit einer funktionellen Wiederherstellung gleichgesetzt werden kann. Wie wir zumindest aus dem Fußball wissen, stellt die unvollständige funktionelle Wiederherstellung nach einer Sportverletzung einen der höchsten Risikofaktoren für eine erneute Verletzung dar!&nbsp;</p>



<p>Einer der Hauptgründe dafür ist der Umstand, dass Schmerz Bewegungsmuster verändert. Das ist beispielsweise nach einer Distorsion des Sprunggelenks sinnvoll, um das verletzte Gelenk zu entlasten. Der Sportler schränkt seine Abrollbewegung ein und entlastet das Gelenk. In vielen Fällen bleibt nach der Ausheilung, eine veränderte und oft tückischer Weise schmerzfreie Funktion &#8211; wie eine eingeschränkte Dorsalextension im oberen Sprunggelenk &#8211; für längere Zeit bestehen. Auf diese Weise erhöht sich das Verletzungsrisiko des Sportlers. Deshalb ist es wichtig sich bei einer sportmedizinischen Untersuchung den Bewegungsapparat auch in “Bewegung” anschauen, um funktionelle Risikofaktoren erkenne zu können. Mit diesem Beitrag möchte ich auf die Möglichkeiten eines funktionellen Screenings des Bewegungsapparates für Sportmediziner hinweisen und Tipps für die Umsetzung im Alltag liefern.</p>



<p><strong>Welche Zielgruppe spricht ein funktionelles Screening in der sportmedizinischen Sprechstunde an?</strong></p>



<p>Es handelt sich um eine Untersuchung für die meisten Patienten in der sportmedizinischen oder orthopädischen Sprechstunde. Profisportler werden in der Regel schon über ihren Verband oder Teamarzt betreut. Außerdem kann kaum eine Praxis wirtschaftlich nur von Profisportlern leben.&nbsp;</p>



<p>Einfache funktionelle Untersuchungen sind für jeden Patienten mit Beschwerden des Bewegungsapparates relevant. Zusätzlich sind sie hervorragend für präventive Untersuchungen von Hobbysportlern und Menschen mit einem körperlich anspruchsvollen Beruf geeignet.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Ein Screening sollte vom Allgemeinen zum Speziellen erfolgen. Zuerst geht es um grundlegende Bewegungsmuster, dann um grundlegende Belastungen. Sportartspezifische Tests spielen für die allgemeine Sportmedizin Sprechstunde meistens keine Rolle, da mit der Spezialisierung auch der Geräte- und Zeitaufwand deutlich steigt. Bei den Basisfähigkeiten gibt es genug zu tun. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, ob ein Fußballspieler wieder fit genug ist, um zu Dribbeln und auf das gegnerische Tor zu schießen, wenn er nicht sicher auf einem Bein stehen kann.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Zielgruppen für ein Screening</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Sportler und Menschen mit körperlich anspruchsvollem Beruf im Rahmen einer präventiven Untersuchung oder Leistungsdiagnostik</li><li>Sportler nach einer Sportverletzung, die wieder in ihren Sport einsteigen wollen</li><li>Menschen die nach längerer Sportpause mit dem Training beginnen möchten</li><li>Screening zur Steuerung eines medizinischen Trainings oder einer Reha</li></ul>



<p><strong>Was gibt es schon an Empfehlungen?</strong><strong></strong></p>



<p>Die deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) hat auf ihrer Webseite eine&nbsp;<a href="https://www.dgsp.de/seite/278046/leitlinie-sportmed.-untersuchung.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">S1-Leitlinie</a>&nbsp;zur Vorsorgeuntersuchung im Sport veröffentlicht. Diese sehr gut ausgearbeiteten Empfehlungen decken schwerpunktmäßig die “<strong>internistischen Sportmedizin</strong>” ab.&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Anamnese und körperliche Untersuchung</li><li>EKG in Ruhe und Belastung</li><li>Ggf. Echokardiographie</li><li>Blutwerte</li><li>Lungenfunktion / Spirometrie</li><li>Leistungsdiagnostik</li><li>Befundbericht / Trainingsempfehlung</li></ul>



<p>Die “<strong>orthopädische Sportmedizin</strong>” wird leider vergleichsweise unvollständig abgedeckt. Während im internistischen Teil Untersuchungen in Ruhe und unter Belastung (Belastungs-EKG, ggf. Stress-Echo) durchgeführt werden, bleibt es bei der Untersuchung des Bewegungsapparates weitestgehend bei der Vermessung des Körpers nach der Neutral-O Methode. Viele Beschwerdebilder treten aber erst unter Belastung auf, weshalb meiner Ansicht nach auch eine Untersuchung unter Belastung des Bewegungsapparates erfolgen muss. Veränderungen des Rhythmus oder der Durchblutung treten im EKG ja auch häufig erst unter Belastung auf.&nbsp;</p>



<p>Zuerst sollte immer die Qualität der grundlegenden Bewegungsmuster überprüft werden, dann sollte eine Testung unter Belastung erfolgen. Grundlegende Bewegungsmuster umfassen die Aspekte Mobilität (z.B. Finger-Boden-Abstand), Koordination (z.B. Einbeinstand) und Stabilität (z.B. Rumpfstütz). Von komplexen Bewegungen &#8211; wie beispielsweise einer tiefen Kniebeuge &#8211; ausgehend, können dann bei Bedarf gezielt einzelne Gelenke untersucht werden. Ist die Qualität gegeben, erfolgt die Testung unter Belastung, beispielsweise mit Sprüngen.&nbsp;</p>



<p><strong>Endogene vs. Exogene Ursachen für Sportverletzungen</strong></p>



<p>Im Hinblick auf ihre Ursache lassen sich Sportverletzungen in endogene und exogene Verletzungen aufteilen. Exogene Verletzungen können durch klimatische Bedingungen, Sportgeräte oder Mit-/Gegenspieler verursacht werden und können durch den Sportmediziner nur eingeschränkt beeinflusst werden. Endogene Ursachen können im Rahmen eines Screenings wiederum gut erfasst werden. Defizite der Mobilität, Stabilität und neuromuskulären Ansteuerung sind häufige, vermeidbare Ursachen für Überlastungen und Verletzungen.&nbsp;</p>



<p>Hier ein paar Beispiele für typische „<strong>endogene Sportverletzungen</strong>“ aus der sportmedizinischen Sprechstunde:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Schmerzen des Tractus iliotibialis am Kniegelenk bei einem Läufer: Bei langandauernden Belastungen wie Langstreckenlauf oder Triathlon, kann sich ein Mobilitätsdefizit des Sprunggelenks oder eine Dysbalance im Bereich der Hüftmuskulatur über die Dauer der Belastung bemerkbar machen. Neben der akuten Therapie der Beschwerden sollte auch die eigentliche Ursache erkannt und adressiert werden.&nbsp;</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>Achillessehnenschmerzen beim Volleyballspieler: Viele kurze, intensive Belastungen durch Sprünge und Landungen beim Volleyball oder Basketball summieren sich über ein Training oder Spiel zu einer beachtlichen Gesamtbelastung. Springen und Landen fordern den gesamten Körper. Wenn nicht unter Belastung getestet wird, können Defizite nicht erkannt werden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>Schulterschmerzen beim Kraftsportler: Wenige hohe Gewichtsbelastungen mit Zusatzgewichten wie beispielsweise beim Krafttraining erfordern eine solide Stabilität und gute Koordination der Muskelschlingen. Zusätzlich spielt das Thema Atmung eine wichtige Rolle. Bevor schwere Gewichte bewegt werden, sollte zumindest auch das eigene Körpergewicht beherrscht werden, z.B. beim Liegestütz.</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>LWS Schmerzen beim Tennisspieler: Fehlt die Mobilität in einem Bereich kompensiert häufig ein benachbartes Areal. Fehlende Beweglichkeit der Schulter oder der Brustwirbelsäule resultiert z.B. beim Tennisaufschlag oft in einer wiederholten Überstreckung der Lendenwirbelsäule und daraus resultierenden Schmerzen.</li></ul>



<p><strong>Low-tech vs. High-tech Screenen</strong></p>



<p>Was braucht man, um den Bewegungsapparat in der Arztpraxis zu screenen? Von low-tech bis high-tech ist alles möglich. Zum Einstieg reichen eine&nbsp;<a href="https://www.artzt.eu/artzt-vitality-easy-balance-test?c=182" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Matte</a>, ein&nbsp;<a href="https://www.artzt.eu/artzt-vitality-gymnastikstab?number=LA-1240&amp;c=182" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stab</a>&nbsp;und etwas Klebeband. Verschiedene Firmen haben hier handliches Equipment entwickelt (<a href="https://www.artzt.eu/produkte/screening-und-testing/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beispiel</a>). In der high-end Variante kann beispielsweise ein&nbsp;<a href="https://skillcourt.training/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SkillCourt</a>&nbsp;eingesetzt werden. Dabei erfasst ein Laser ein zuvor definiertes Feld und der Sportler wird mit eine spezielle Software über einen Monitor von einer Aufgabe zur nächsten geführt. Neben einem Screening ist dann auch direkt ein Training der erkannten Defizite im SkillCourt möglich. Für Vereine, Rehakliniken, große sportmedizinische Abteilungen und physiotherapeutische Praxen kann eine solche Investition sehr sinnvoll sein.</p>



<p><strong>Vorsorge ist besser als Therapie</strong></p>



<p>In den meisten Bereichen der Medizin haben sich mittlerweile Vorsorgeuntersuchungen etabliert. Von klein auf gehen wir jedes Jahr zum Zahnarzt. Wir gehen zum Hautarzt und lassen unsere Leberflecken untersuchen. Wir sollten spätestens ab dem 50.sten Lebensjahr einmal den Darm untersuchen lassen. Die Liste lässt sich noch weiter fortsetzen.&nbsp;</p>



<p>Was machen wir eigentlich für unseren Bewegungsapparat, der unverändert für die meisten verpassten Arbeitstage&nbsp;&nbsp;verantwortlich ist? Nichts! Es gibt keine flächendeckende strukturierte Vorsorge für unseren Bewegungsapparat. Die Nachfrage seitens der Patienten ist gering, umgekehrt aber auch das Angebot seitens der Orthopäden, Hausärzte und Sportmediziner. Gründe dafür sind fehlende Programme und Abrechnungsmöglichkeiten. Das „<a href="https://www.zeitschrift-sportmedizin.de/das-rezept-fuer-bewegung-bringt-patienten-auf-die-beine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rezept für Bewegung</a>“ ist eine gute Aktion, aber für den Patienten in der Regel auch eine Selbstzahlerleistung. Ich habe über die letzten Jahre die Erfahrung gemacht, dass das Interesse der Patienten und die Bereitschaft für eine sportmedizinische Leistung selber zu zahlen, vorhanden ist. Es bedarf allerdings eines klar strukturierten und attraktiven Konzeptes seitens des Arztes.</p>



<p><strong>Sport verschreiben – aber richtig</strong></p>



<p>Wenn wir Sport als eines der wirksamsten Medikamente betrachten, sollte wir es auch genauso sorgfältig verschreiben. Bevor ich etwas verschreibe, benötige ich eine Diagnose, so auch bei der Verordnung von Bewegung. In der ärztlichen Ausbildung spielt eine aktive Trainingsplangestaltung keine Rolle. Auch im Rahmen der Weiterbildung zum Sportmediziner wird diese Thematik allenfalls vereinzelt behandelt. Viele Sportmediziner sind sportlich aktiv und einige besitzen auch eine Ausbildung als Sportlehrer oder Trainer und damit das notwendige Wissen für eine konkrete Trainingsempfehlung. Das ist aber keinesfalls die Regel. In diesem Fall ist eine Kooperation mit entsprechenden Spezialisten sinnvoll. In diesem Zusammenhang darf auch der notwendige Zeitaufwand für die Erstellung eines Übungsprogramms nicht unterschätzt werden.&nbsp;</p>



<p>Die ärztliche Untersuchung und ein Screening liefern in erster Linie eine Standortbestimmung für den Sportler oder Patienten. Sie resultieren entweder in einer Freigabe des Sportlers (z.B. Tauchtauglichkeit, Teilnahme am wettkampforientierten Training etc.) oder sie definieren ein klares Ziel, das durch Therapie und Training erreicht werden sollte. Eine enge Kooperation mit Physiotherapeuten und Trainern erleichtert die aktive Umsetzung des Trainingsziels. Mein Präsenzkurs “<a href="https://markusklingenberg.de/return-to-sport/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Return to Sport</a>” findet aus genau diesem Grund immer Berufsgruppen übergreifend für Trainer, Therapeuten und Ärzte statt.&nbsp;</p>



<p>Eine weitere Möglichkeit für den Arzt besteht darin, einen Sportwissenschaftler in der Praxis anzustellen, um diese Leistung delegiert selber erbringen zu können. Das kann beispielsweise auch in Form eines 450 Euro Jobs erfolgen.</p>



<p>Abschließend möchte ich noch die “<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/5504/app-auf-rezept/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">App auf Rezept</a>” erwähnen. Seit Ende 2020 ist es Ärzten möglich vom&nbsp;<a href="https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/DVG/_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BfArM</a>&nbsp;zugelassene Apps per Rezept zu verordnen. Die App&nbsp;<a href="https://www.vivira.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vivira</a>&nbsp;ist derzeit als einzige zur Trainingstherapie bei Beschwerden der Wirbelsäule, des Hüft- und Kniegelenks zugelassen. Das Trainingskonzept dahinter, habe ich als Leiter des wissenschaftlichen Beirats in den letzten Jahren entwickelt. Ein wesentlicher Vorteil eines “App” Rezeptes im Vergleich zu einem “normalen” Rezept für Krankengymnastik liegt darin, dass das Budget des Arztes nicht belastet wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6836" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-300x300.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-768x768.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-696x696.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-1068x1068.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-420x420.jpg 420w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/Vivira-Training-App-1-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Möglichkeiten der Abrechnung</strong></p>



<p>Für gesetzlich Versicherte gibt es mit einigen Krankenkassen&nbsp;<a href="https://www.dgsp.de/seite/278044/sport%C3%A4rztliche-untersuchung.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinbarungen über eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung</a>. Diese ist internistisch ausgerichtet und ihre Vergütung ist wie zu erwartenden nicht einheitlich. Bei Privatpatienten kann eine sportmedizinische Vorsorge- oder “Return to Sport”- Untersuchung nach der GOÄ abgerechnet werden. Je nach Inhalt müssen einzelne Ziffern analog angesetzt werden. Alternativ können sportmedizinische Leistungen auch als individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) abgerechnet werden.</p>



<p>Aus der Erfahrung der letzten zehn Jahre kann ich betonen, dass man als Arzt nur Leistungen anbieten sollte, bei denen man sich wohl und sicher fühlt.&nbsp;&nbsp;Die Fragen einiger Sportler hinsichtlich Trainingssteuerung, Ernährung und Ausrüstung können sehr detailliert sein und ihre Beantwortung kann den zeitlich angesetzten Rahmen deutlich überschreiten.&nbsp;</p>



<p>In einem Online Coaching, dass ergänzend zum Kurs “<a href="https://markusklingenberg.de/return-to-sport/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Return to Sport”</a> in Zusammenarbeit mit dem ARTZT Institut angeboten wird, berate ich Ärzte und Therapeuten zur Integration und korrekten Abrechnung von sportmedizinischer Leistungen in der Praxis.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image.png" alt="" class="wp-image-6838" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image-300x200.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image-768x512.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image-150x100.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image-696x464.png 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/05/image-630x420.png 630w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><a href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/weitere-fortbildungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Präsenz und 1:1 Coaching &#8222;Return to Sport&#8220; (ARTZT Institut)</a></p>



<p><a href="https://www.artzt.eu/fortbildungen/artzt-e-learning/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online Kurs &#8222;Return to Sport&#8220; (ARTZT Institut)</a></p>



<p><a href="https://buecher.pflaum.de/buecher/leistungslust/return-to-sport-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buch: Return to Sport (2. Auflage, Pflaum-Verlag)</a></p>



<p><a href="https://www.dgsp.de/seite/278046/leitlinie-sportmed.-untersuchung.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Leitlinie sportmedizinische Untersuchung (DGSP)</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neurozentriertes Training und Neuroathletik</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6768/neurozentriertes-training-und-neuroathletik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Meldungen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2021 12:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Applikation]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Neurozentriertes Training, Neuroathletik, angewandtes neurologische Training ist zur Zeit ein Thema, welches vor allem im Leistungssport zum Einsatz kommt. Dass Kopf und Körper eine Einheit bilden, ist uns allen klar, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Neurozentriertes Training, Neuroathletik, angewandtes neurologische Training ist zur Zeit ein Thema, welches vor allem im Leistungssport zum Einsatz kommt. Dass Kopf und Körper eine Einheit bilden, ist uns allen klar, aber wie wir unser Nervensystem effektiv zur Verbesserung unserer Leistungsfähigkeit nutzen können, ist für viele noch neu und erscheint auf den ersten Blick etwas speziell. Daher wurde es mit zwei Extremsportlern, die beide eine spezielle Verletzungshistorie haben, ausprobiert:</p>



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<iframe title="Nach 800-Meter-Sturz - Neuroathletik mit Extremsportlerin Gela Allmann | ARTZT" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/deubZzWXsZc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
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<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link" href="https://sportaerztezeitung.com/applikation/ludwig-artzt-gmbh/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weitere interessante Infos zu der Thematik finden Sie hier</a></div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Powertool Atmung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6159/powertool-atmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Markus Klingenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Applikation]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=6159</guid>

					<description><![CDATA[Meistens ist Atmen für uns eine Selbstverständlichkeit. Es passiert einfach von alleine. Geht uns allerdings die Luft aus – bei Belastung oder auf Grund einer Erkrankung – rückt unsere Atmung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Meistens ist Atmen für uns eine Selbstverständlichkeit. Es passiert einfach von alleine. Geht uns allerdings die Luft aus – bei Belastung oder auf Grund einer Erkrankung – rückt unsere Atmung sehr schnell in unser Bewusstsein. Ohne Nahrung können wir ein paar Wochen überleben, ohne Flüssigkeit ein paar Tage, ohne Sauerstoff jedoch nur wenige Minuten.</strong></p>



<p>Wir atmen etwa 15.000 bis 20.000 Mal pro Tag. Das ist erst einmal ein mechanischer Akt mit dem Ziel eines Gasaustauschs zur Energiegewinnung. Wir können dazu unser Zwerchfell, unsere Zwischenrippenmuskulatur oder unsere Atemhilfsmuskulatur im Bereich des Schultergürtels einsetzen. Es ist also gut nachvollziehbar, dass die Art und Weise wie wir atmen – unsere „Atemtechnik“ &#8211; Reaktionen in unserem Bewegungsapparat hervorruft. Im Grunde ist es vergleichbar zu unserer Lauftechnik beim Joggen bei der sich ein kleiner Fehler über die Distanz bemerkbar machen wird. Nur eben mit dem Unterschied, dass wir ein Leben lang ohne längere Pausen atmen.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="709" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-1024x709.jpg" alt="" data-id="6163" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6163" class="wp-image-6163" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-1024x709.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-300x208.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-768x532.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-150x104.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-218x150.jpg 218w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-696x482.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-1068x740.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-606x420.jpg 606w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg-100x70.jpg 100w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Zwerchfell-Klingenberg.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="975" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-1024x975.jpg" alt="" data-id="6165" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6165" class="wp-image-6165" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-1024x975.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-300x286.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-768x732.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-150x143.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-696x663.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-1068x1017.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung-441x420.jpg 441w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Atmung.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><strong>Zwerchfellbild &amp; Atmung <br></strong>Foto: Dr. Markus Klingenberg, Return to Sport, 2. Auflage, Pflaum-Verlag</figcaption></figure>



<p><strong>Der Supermuskel&nbsp;</strong></p>



<p>Der wichtigste Muskel für unsere Atmung ist unser Zwerchfell. Dieser „Supermuskel“ spielt zeitgleich eine wichtige Rolle für unsere Stabilität im Rumpfbereich oder „Core“. Das Zwerchfell beeinflusst die Druckverhältnisse im Brust- und Bauchraum und damit auch die Aktivität unseres Beckenbodens. Verdeutlicht man sich diese Zusammenhänge, so wird auch nachvollziehbar, dass unsere Körperhaltung und -kontrolle eng mit unserem Zwerchfell verknüpft sind. Faszinierend ist, es zu beobachten wie schnell wir mit einer bewussten Atmung spürbare mechanische und psychische Effekte erzielen können.</p>



<p><strong>Ein Beispiel aus der Praxis</strong></p>



<p>Einer der Hauptgründe für Patienten unsere private Notfallsprechstunde am Wochenende aufzusuchen sind akute Rückenschmerzen. Dank unserer umfangreichen Bildgebung mit MRT, CT und Röntgen können wir strukturelle Beschwerden in der Regel schnell abklären. Beinahe bei jedem akuten Rückenschmerzpatienten ist aber zusätzlich auch die Atmung verändert. Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen zu einem muskulären Hartspann der Rückenmuskulatur, als Schutzreflex des Körpers. Diese An- oder Verspannung wird dann oftmals selber zu einem relevanten Schmerzauslöser. Die Atmung erfolgt dann betont über die Zwischenrippenmuskulatur und die Atemhilfsmuskulatur. Neben einer adäquaten Schmerztherapie mit Injektionen, Infusionen, Akupunktur oder einer manuellen Therapie, leite ich die Patienten in einer entspannten Rückenlage mit gebeugten Knien zu einer gezielten Bauchatmung an. Auf diese Weise reduziere ich die Anspannung, lockere die Rückenmuskulatur und biete dem Patienten eine Linderung, die er ohne therapeutisches Zutun selber anwenden kann. Die bewusste Atmung gibt Patienten das Gefühl der Selbstwirksamkeit und hat damit direkt einen positiven psycho-physiologischen Effekt.&nbsp;</p>



<p><strong>Biochemische und psycho-physiologische Effekte</strong></p>



<p>Neben dem biomechanischen hat unsere Atmung auch einen biochemischen und psycho-physiologischen Effekt. Bei der biochemischen Betrachtung geht es in erster Linie um die Aufnahme von Sauerstoff und den Abtransport von Kohlendioxid. Dieser Gasaustausch erfolgt in der Lunge und in unseren Zellen bei der Energiegewinnung. Atmung beeinflusst unmittelbar den pH Wert unseres Blutes. Durch Hyperventilation können wir aktiv darauf Einfluss nehmen. Wer sich zu diesem Thema tiefergehend informieren möchte, sollte sich mit der Atemtechnik von Wim Hof auseinandersetzen.</p>



<p>Psycho-physiologisch ist unsere Atmung interessant, weil sie uns einen Zugriff auf unser autonomes Nervensystem ermöglicht. Bei Anspannung, Stress und Schmerz verändert sich unsere Atemmechanik und der Muskeltonus erhöht sich. Der Oberkörper mit der Zwischenrippenmuskulatur und dem Schultergürtel wird verstärkt aktiviert. Viele Menschen haben einen dauerhaft erhöhten Sympathikotonus. Durch eine bewusste Atmung lässt sich dieser reduzieren. Wir können in gewissen Grenzen, Stress und Schmerz „wegatmen“.</p>



<p><strong>Was testet die Lungenfunktion?</strong></p>



<p>Die Anzahl der Menschen, die ein ungünstiges Atemmuster aufweisen ohne sich dessen bewusst zu sein, ist größer, als die meisten vermuten. Das liegt daran, dass wir die Atmung selten testen. Bei Lungenpatienten, Sporttauglichkeitsuntersuchungen&nbsp;&nbsp;führen wir sportmedizinisch eine Lungenfunktion durch. Dabei werden das Lungenvolumen, die Flussgeschwindigkeit und weitere Parameter untersucht. Damit soll abgeklärt werden, ob eine restriktive oder obstruktive Lungenfunktionsstörung vorliegt. Restriktiv bedeutet, dass das zur Verfügung stehende Lungenvolumen reduziert ist. Gründe dafür können beispielsweise in Verklebungen und Narben liegen, aber auch an einer eingeschränkten Mechanik. Nimmt man sich die Zeit für eine manualmedizinische Untersuchung und eine Anleitung zur bewussten Bauchatmung, so lassen sich „funktionelle“ Restriktionen oft binnen weniger Minuten beheben.</p>



<p>Ein Beispiel für eine obstruktive Einschränkung der Lungenfunktion ist Asthma. Ganz vereinfacht ausgedrückt ist hier die Flussgeschwindigkeit durch Schwellungen der Atemwege eingeschränkt, wobei das Volumen oftmals normal ist.</p>



<p><strong>Screening der Atmung – Keep it simple!</strong></p>



<p>Um ein ungünstiges Atemmuster zu erkennen, reicht oftmals ein einfacher Screen der Atmung ohne technisches Equipment aus. Auf Grund der zentralen Funktion unserer Atmung setze ich ein Screening der Atmung auch im Rahmen meines „Return to Sport“ Algorithmus ein. Ein grundlegendes Assessment der Atmung ist durch eine einfache Beobachtung des Sportlers/Patienten und die Beantwortung einiger simpler Fragen möglich. Hält ein Sportler bei Übungen die Luft an?&nbsp;</p>



<p>Ist das der Fall, so toleriert der Sportler oder Patient die Übung – er beherrscht sie aber nicht! Ob im Training oder in der Therapie, der Trainierende sollte in der Lage sein, während einer Übung zu atmen! In vielen Fällen führt eine Veränderung der Ausgangsposition oder eine Regression der Übung dazu, dass der Sportler bei der Ausführung wieder regelmäßig ein- und ausatmet.</p>



<p>Bei Patienten kontrolliere ich regelmäßig, ob sie die bewusste Bauchatmung beherrschen. Meistens lege ich sie dazu entspannt auf den Rücken, bitte sie eine Hand auf ihren Bauchnabel und eine auf ihr Brustbein zu legen und möglichst entspannt zu atmen. Dann beobachte ich, wie sich ihre Hände bewegen. Zuerst sollte sich bei der Einatmung die Hand auf dem Bauchnabel heben, dann die Hand auf dem Brustbein. Bei der Ausatmung ist die Reihenfolge umgekehrt. Beherrscht ein Sportler seine Bauchatmung nicht unter diesen kontrollierten Bedingungen, so wird er sie unter Belastung mit hoher Wahrscheinlichkeit erst recht nicht anwenden. Diese Testposition ist auch eine der einfachsten Positionen für ein gezieltes Training der Atmung. Als Biofeedback dienen die eigenen Hände oder ein spezieller Atemgürtel. Ein guter Atemrhythmus für den Einstieg ist eine Ein- und Ausatmung über jeweils vier Sekunden. Wird diese beherrscht, so kann zwischen Ein- und Ausatmung eine zusätzliche Sekunde gewartet werden. Das entspricht dann sechs bis sieben Atemzügen pro Minute.&nbsp;</p>



<p>Alternativ kann die Atmung auch in Bauchlage ausgeführt werden. Im Yoga nennt man diese Übung Krokodilsatmung. Hierbei dient der Boden als Biofeedback. Zuerst drücke ich bei der Einatmung den Bauchnabel gegen den Boden, dann das Brustbein. Schritt für Schritt kann die Körperposition progressiv verändert werden. Je weniger Auflagefläche der Körper auf dem Boden hat, desto herausfordernder ist es. Beispiel: Vierfüßlerstand, beidbeiniger Kniestand, einbeiniger Kniestand, Ausfallschritt, aufrechter Stand, Einbeinstand.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="573" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-1024x573.jpg" alt="" class="wp-image-6166" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-1024x573.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-300x168.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-768x429.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-150x84.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-696x389.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-1068x597.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007-751x420.jpg 751w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AtmungBauchlage_JulianHukePhotography-4007.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Atmung in Bauchlage (Crocodile Breath)</strong><br>Foto: Dr. Markus Klingenberg, Return to Sport, 2. Auflage, Pflaum-Verlag, JulianHukePhotography</figcaption></figure>



<p>Die funktionellen Zusammenhänge von Mobilität und Atmung spüren die Sportler auch bei komplexen Übungen wie dem Bretzel. Eine Verkürzung der vorderen Kette auf der einen Seite beeinflusst die Rotation des Brustkorbs zur Gegenseite. Die Kunst der Trainingsplangestaltung liegt in der richtigen Auswahl der Übung und des Übungslevels für einen Sportler oder Patienten. Beim Aufbau eines Trainingsplans bietet es sich an die bewusste Atmung am Anfang und am Ende zu integrieren. Inzwischen bieten auch viele Smart Watches eine Funktion zum Training der Atmung an.</p>



<p>Merke: Sport ist eines der effektivsten Medikamente, wenn man es richtig dosiert!</p>



<p><strong>Brauche ich Trainingsgeräte für die Atmung?</strong></p>



<p>Grundsätzlich nein. ABER &#8211; Trainingsgeräte haben oftmals einen Aufforderungscharakter. Sie sprechen unseren Spieltrieb an und können Leistung spürbar und messbar machen. Das Spektrum der Trainingsgeräte reicht von lowtech bis hightech. Die einfachste und günstigste Variante die Atmung zu trainieren ist es unter Belastung durch einen Strohhalm zu atmen. Lungenpatienten kennen den klassischen Triflow Trainer mit verschiedenen Kugeln die durch den Luftstrom der Ausatmung bewegt werden. Es gibt für Sportler und Patienten einfache und handliche Widerstandtrainer wie den Relaxator und Ultrabreathe oder technisch ausgereifte Varianten mit zahlreichen Einstellungen wie den POWERBreathe. Aus dem funktionellen Training wissen wir, dass ein gewisser Widerstand oftmals hilfreich beim Erlernen von Bewegungsmustern ist. Das gilt natürlich gleichermaßen für die Atmung. Ich setze Atemtrainer deshalb&nbsp;&nbsp;gerne als wertvolle Unterstützung ein. Die Voraussetzung ist die grundlegende Beherrschung der&nbsp;&nbsp;Atemtechniken. Wird diese zu Beginn nicht beherrscht, kann ich einen Atemgürtel empfehlen. Dieser kann gezielt zum Atemtraining aber auch zur generellen Wahrnehmungsverbesserung eingesetzt werden. Durch den sanften Druck beim Tragen im Alltag, erinnert der Atemgürtel Patienten wie Sportler daran, vermehrt in den Bauch zu atmen.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="765" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-765x1024.jpg" alt="" data-id="6167" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6167" class="wp-image-6167" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-765x1024.jpg 765w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-224x300.jpg 224w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-768x1028.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-1148x1536.jpg 1148w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-150x201.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-300x402.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-696x931.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-1068x1429.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage-314x420.jpg 314w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel_Anlage.jpg 1200w" sizes="(max-width: 765px) 100vw, 765px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1003" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-1003x1024.jpg" alt="" data-id="6169" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6169" class="wp-image-6169" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-1003x1024.jpg 1003w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-294x300.jpg 294w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-768x784.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-150x153.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-300x306.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-696x711.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-1068x1090.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-411x420.jpg 411w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-356x364.jpg 356w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/AV_Atemguertel.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1003px) 100vw, 1003px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li></ul></figure>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1021" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-1021x1024.jpg" alt="" data-id="6164" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6164" class="wp-image-6164" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-1021x1024.jpg 1021w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-300x301.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-768x770.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-696x698.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-1068x1071.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-419x420.jpg 419w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-vitality-Relaxator.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1021px) 100vw, 1021px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="679" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-679x1024.jpg" alt="" data-id="6171" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6171" class="wp-image-6171" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-679x1024.jpg 679w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-199x300.jpg 199w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-768x1159.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-1018x1536.jpg 1018w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-150x226.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-300x453.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-696x1050.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-1068x1612.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport-278x420.jpg 278w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/RelaxatorSport.jpg 1200w" sizes="(max-width: 679px) 100vw, 679px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li></ul></figure>



<p><strong>Bei welchen Krankheitsbildern teste ich die Atmung regelmäßig?</strong></p>



<p>Die folgende Auflistung umfasst die häufigsten Indikationen in meiner sportorthopädischen Sprechstunde bei denen ich mir die Atmung meiner Patienten genauer anschaue. Der Screen der Atmung ist auch Teil meines Basis Screens im Rahmen einer Return to Sport Untersuchung nach Sportverletzungen oder längeren Sportpausen.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Schulter-/Nackenschmerzen</li><li>Rückenschmerzen</li><li>Leistenbeschwerden</li><li>Untersuchung auf Tauchtauglichkeit&nbsp;</li><li>Leistungsdiagnostik&nbsp;</li><li>Return to Sport Screen</li></ul>



<p><strong>Atmung beim Training &#8211; Wann atme ich am besten, und wie?</strong></p>



<p>Das kommt ganz darauf an, was mein Ziel ist. Bei einer Extension der Wirbelsäule öffnen wir unseren Brustkorb und erleichtern damit die Einatmung. Eine Flexion der Wirbelsäule verstärkt die Ausatmung. Eine gutes Beispiel sind die beiden Übungen „Kuh und Katze“. Solche Kombinationen gebe ich meinen Sportlern und Patienten auch als Hausaufgaben mit. Geht es um eine Verbesserung der Mobilität beim Stretching, so verstärkt man die Dehnung in der Phase der Ausatmung.&nbsp;</p>



<p>Geht es um die Bewältigung hoher Belastungen beim Training, atmen wir in der Phase der Flexion ein und während der Extension aus. Beispiel: Kreuzheben, Kniebeuge, Bankdrücken.</p>



<p>Ein Training der bewussten Atmung – ob isoliert oder in Verbindung mit einer Übung – dauert nur wenige Minuten. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit!</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="571" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-1024x571.jpg" alt="" data-id="6162" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6162" class="wp-image-6162" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-1024x571.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-300x167.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-768x428.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-150x84.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-696x388.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-1068x595.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg-753x420.jpg 753w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Kuh-Klingenberg.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Katze</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="547" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-1024x547.jpg" alt="" data-id="6161" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6161" class="wp-image-6161" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-1024x547.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-300x160.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-768x410.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-150x80.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-696x372.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-1068x570.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg-786x420.jpg 786w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Katze-Klingenberg.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Kuh</figcaption></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>Foto: Dr. Markus Klingenberg, Ich will meinen Körper zurück, Pflaum-Verlag</em></figcaption></figure>



<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>



<p>Unsere Atmung beeinflusst unseren Bewegungsapparat, unsere sportliche Leistungsfähigkeit und unseren Stresslevel. Ein regelmäßiges bewusstes Training der Atmung kann jedem Sportler empfohlen werden. Ärzte, Therapeuten und Trainer können die Atmung ihrer Sportler mit einfachen Screening Methoden überprüfen und bei Bedarf korrigieren. Zusätzlich können Trainingsgeräte speziell für die Atmung eingesetzt werden.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="910" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-910x1024.jpg" alt="" data-id="6172" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6172" class="wp-image-6172" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-910x1024.jpg 910w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-267x300.jpg 267w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-768x864.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-150x169.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-300x338.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-696x783.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-1068x1202.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport-373x420.jpg 373w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/UltrabreatheSport.jpg 1200w" sizes="(max-width: 910px) 100vw, 910px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="736" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-1024x736.jpg" alt="" data-id="6174" data-full-url="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe.jpg" data-link="https://sportaerztezeitung.com/?attachment_id=6174" class="wp-image-6174" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-1024x736.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-300x216.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-768x552.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-150x108.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-696x501.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-1068x768.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe-584x420.jpg 584w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Artzt-Ultrabreathe.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Foto: Ludwig Artzt GmbH</figcaption></figure></li></ul></figure>



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			</item>
		<item>
		<title>when therapy becomes training</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/5405/when-therapy-becomes-training/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2021 15:35:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=5405</guid>

					<description><![CDATA[Am 28.01.2021 fand unsere neue Online-Fortbildung &#8222;when therapy becomes training&#8220; statt und wir freuen uns sehr über das durchweg positive Feedback, das wir im Nachgang der Veranstaltung erhalten haben. Therapie, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Am 28.01.2021 fand unsere neue Online-Fortbildung &#8222;when therapy becomes training&#8220; statt und wir freuen uns sehr über das durchweg positive Feedback, das wir im Nachgang der Veranstaltung erhalten haben. Therapie, Training und auch Prophylaxe zielgerecht und individualisiert miteinander zu verbinden, dieses Ziel haben unsere drei Referenten des Tages <a href="https://sportaerztezeitung.com/experten/pd-dr-med-stefan-mattyasovszky/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PD Dr. med. Stefan Mattyasovszky</a>, <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/roth-simon/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Simon Roth</a> und <a href="https://sportaerztezeitung.com/author/reindl-bjoern/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Björn Reindl</a> den Teilnehmern näher gebracht. Dabei betonten alle drei Referenten, dass gerade auch der neurozentrierte bzw. neuromuskuläre Bereich von wachsender Bedeutung ist und die natürliche Bewegung ein nicht zu unterschätzenden Part in Therapie, aber auch Prophylaxe einnimmt. Exemplarisch drei Zitate der Fortbildung, alle Videos dazu finden Sie unter dem unten angegebenen Button / Link.</strong></p>



<p>&#8222;Bei der Spondylolyse ist das A und O ein neuromuskuläres Training, sprich propriozeptives Training des Rumpfes, Stabilisationsübungen, Haltungskontrolle und die Kräftigung der ventralen Kette.&#8220;</p>



<p><strong>PD Dr. med. Stefan Mattyasovszky, <a href="https://www.galenos-mainz.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GALENOS Orthopädie und Unfallchirurgie Mainz</a> &amp; Teamarzt <a href="https://www.mainz05.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">1. FSV Mainz 05</a></strong></p>



<p>&#8222;Warum <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2976/elektromyografie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EMG</a>? Es geht im Grunde darum, muskuläre (und auch neuromuskuläre) Dysbalancen zu visualisieren und zu objektivieren. Objektivierung und nicht nur subjektives Empfinden.&#8220;</p>



<p><strong>Simon Roth, <a href="https://www.myoact.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MyoAct Mainz</a></strong></p>



<p>&#8222;<a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2663/neurozentrierte-therapie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Neurozentriertes Training</a>, was ist das eigentlich? Entstanden ist es als Weiterentwicklung des biomechanischen Gedankengutes, welchem neurowissenschaftliche Erkenntnisse hinzugefügt wurden.&#8220;</p>



<p><strong>Björn Reindl, <a href="https://r2comsport.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">R2comSport Neu-Isenburg</a></strong></p>



<p></p>



<p>Die Zusammenfassung der kompletten Online-Fortbildung sowie alle drei Vorträge auch separat finden Sie hier: </p>



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</div>



<p></p>



<p>Die nächste Online-Fortbildung in der Reihe when therapy becomes training &#8211; diesmal zu den Bereichen Knie / Gonarthrose &#8211; findet Ende Februar / Anfang März statt. Den genauen Termin finden Sie in den nächsten Tagen ebenfalls unter dem oben angegebenen Link.</p>



<p>Weitere Informationen zur neurozentrierten Therpie / Training und passende Trainingstools finden Sie hier:</p>



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</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Neurozentrierte Therapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2663/neurozentrierte-therapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Björn Reindl&nbsp;,&nbsp;Kevin Nickoll]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2020 12:09:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[04/20]]></category>
		<category><![CDATA[ARTZT]]></category>
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					<description><![CDATA[Bewegung ist simpel, so scheint es. Die Sinnesorgane erhalten einen internen oder externen sensorischen Stimulus. Innerhalb von Millisekunden wird dieser in das Gehirn weitergeleitet, welches die aufsteigenden Signale interpretiert und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Bewegung ist simpel, so scheint es. Die Sinnesorgane erhalten einen internen oder externen sensorischen Stimulus. Innerhalb von Millisekunden wird dieser in das Gehirn weitergeleitet, welches die aufsteigenden Signale interpretiert und verarbeitet. Anschließend wird aufgrund der getroffenen Entscheidung ein Rückkopplungssignal an die entsprechende Ziel­mu­skulatur gesendet und ein motorisches Endprodukt, die Bewegung, entsteht.&nbsp;</strong></p>



<p>Doch hinter dieser einfachen Formulierung stecken komplexe neurologische Prozesse und bestimmte Schutzmuster, die durch Verletzungen aus dem Gleichgewicht gebracht werden können. Neurozentrierte Trainingsreize können im Verlaufe einer Rehabilitation dazu genutzt werden, diese Prozesse zu beeinflussen und unverhältnismäßig hohe Schutzmuster abzubauen. Der nachfolgende Artikel soll in Grundzügen darauf eingehen, wie Bewegungen entstehen und neurozentriertes Training im alltäglichen Therapieprozess eingebunden werden kann – Neuroathletik für Jeden.</p>



<p><strong>Gesamten Körper einbeziehen</strong></p>



<p>Als anatomisch struktureller Übergang von der Peripherie (untere Extremitäten) zum zentralen Nervensystem (Rückenmark und weiterführend das Gehirn) stellt der Lenden-Becken-Hüft Bereich durch die im Becken sitzenden Hüftgelenke und die darauf aufbauende Lendenwirbelsäule eine besondere Herausforderung in der Therapie verschiedenster Krankheitsbilder und Problemstellungen dar. Ein perfekter Angriffspunkt für neurozentriertes Training, damit der Heilungsverlauf nicht unnötig ins Stocken gerät. Das Gehirn verarbeitet aufkommende Reize und Stimuli nach dem Prinzip „sensory before motor“. Um einen kontinuierlichen Therapieverlauf bestmöglich zu unterstützen, ist es daher sinnvoll, trotz bestehender Hüftproblematiken (Hüft TEP, Oberschenkelhalsfraktur, unspezifische Schmerzen in der Leiste, ansatznahe Adduktorenprobleme etc.), den gesamten Körper – speziell seine peripheren Nervenbahnen – einzubeziehen. Da u. a. die Extremitäten, insbesondere die Hände und Füße, über den Homunculus ein großes somatotopisches Areal im Gehirn belegen, ist es wichtig, zur Verbesserung des Inputs, die sensorische Informationsweiterleitung zu adressieren. Dies kann durch einfache sensorische Stimuli wie Vibration, sanfte Berührungen oder leichtes Klopfen geschehen. [3, 4]</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="350" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-1024x350.jpg" alt="" class="wp-image-2661" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-1024x350.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-300x103.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-768x262.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-150x51.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420-450x154.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/ReindlInfo1_saez0420.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Trotzdem kann es sein, dass Patienten bei Hüftbeschwerden mit herkömmlichen Trainings­methoden nicht weiter in die Hüftflexion kommen. Ein erster Angriffspunkt kann daher die Aktivierung des III., IV. (Mesencephalon) und VI. (Pons) Hirnnerves sein, welche für Augenbewegungen zuständig sind (N. oculomotorius, N. trochlearis, N. abducens). Binokulares Sehen gilt als die wichtigste Funktion des visuellen Systems. Die Fazilitation der Augenmuskeln (uni- oder bilateral) ist mit Haltungsreflexen verschaltet, welche strukturell zwar keinen Einfluss auf die Hüfte haben, dennoch aber über eine nervliche Verknüpfung zur Verbesserung deren Flexion beitragen können. So fördert eine Augenposition nach unten sowie nach innen die Aktivierung des Hirnstammes und verbessert folglich die Flexion [1, 2, 3] (siehe Abb. 2 a – d). Das Gehirn kontrolliert jede Bewegung und wägt dabei ab, ob diese auch sicher ist. Durch die Aktivierung von Schutzmustern, wie beispielsweise Schmerz, wird die Leistungs­fähigkeit beschränkt. Die Aufarbeitung des sensorischen Inputs und seiner Interpretation muss stattfinden. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei der Thalamus und das Cerebellum (in Rückkopplungsschleifen mit Teilen des Hirnstammes) ein. Dank seiner funktionell-anatomischen Unterteilung in Vestibulocerebellum, Spinocerebellum und Pontocerebellum moduliert es in seiner Funktion die Feinabstimmung von Bewegungsentwürfen. Darunter fallen 1. die stützmotorischen Anteile von Haltung und Bewegung – vor allem des Rumpfes – einschließlich des Muskeltonus (Spino- und Vestibulocerebellums), 2. die im Telencephalon entworfene Zielmotorik einschließlich Sprachmotorik (Pontocerebellum) und 3. die Blickmotorik im Sinne einer Stabilisierung auf ein Blickziel (Vestibulocerebellum). Im Thalamus wird anschließend entschieden, ob die bisherige Planung der fein abgestimmten motorischen Bewegungen zugelassen, in bestimmter Form zugelassen oder gar nicht zugelassen wird. Diese Schlussfolgerung wird letztendlich an den Gyrus precentralis (Motorkortex) vermittelt und zieht von dort über pyramidale Bahnen sowie extrapyramidale Bahnen durch die Hirnnervenkerne in der Formatio reticularis des Hirnstammes in das Rückenmark. Dort erfolgt die efferente Überleitung in die Peripherie und führt somit zu motorischer Bewegung [2, 3].</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="318" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-1024x318.jpg" alt="" class="wp-image-2658" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-1024x318.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-300x93.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-768x239.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-150x47.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420-450x140.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl2a-d_saez0420.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 2 a – d Kontrolle binokularer Funktionsfähigkeit: Augenfolgebewegung mit einem Visionstick nahe der Nasenspitze nach vorn unten zur Aktivierung des Mittelhirns und der Pons</figcaption></figure>



<p>Das vestibuläre System (VIII. Hirnnerv – N. vestibulocochlearis), welches vor allem für die Orientierung im Raum und die Aufrichtung des Körpers gegen die Schwerkraft zuständig ist, steht in großer Wechselwirkung zum visuellen und propriozeptiven System. Aus neurozentrierter Sicht ist es damit ein höchsteffizientes Werkzeug, beispielsweise durch Schmerzreduktion in den Hüftflexoren während einer tiefen Kniebeuge. Durch ein langsames Herablassen in die Kniebeuge bis zum Schmerzpunkt bei gleichzeitiger Fokussierung auf ein tief gehaltenes Objekt (Visionstick) und schnelles herausschieben in den Parallelstand zurück, wird durch Aktivierung der entsprechenden Hirnareale in Mesencephalon, Pons, Cerebellum und Thalamus der sensorische Input qualitativ so aufgearbeitet, dass dank einer besseren Vorhersehbarkeit über mehrere Wiederholungen die Schmerzen reduziert und die volle Bewegungsreichweite ausgenutzt werden kann (Abb. 3 a + b).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="584" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-1024x584.jpg" alt="" class="wp-image-2659" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-1024x584.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-300x171.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-768x438.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-150x86.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420-450x257.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl3a-b_saez0420.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 3 a + b Verbesserung der Schmerzen während einer Hüftflexion in der tiefen Kniebeuge mit Visionstick</figcaption></figure>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="746" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-1024x746.jpg" alt="" class="wp-image-2657" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-1024x746.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-300x219.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-768x559.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-150x109.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420-450x328.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/11/Reindl1_saez0420.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Patient bei der sensorischen Aktivierung peripherer Nerven auf der verletzten Seite 
mit einem Z-Vibe durch Vibration</figcaption></figure>



<p><strong>Beispielhafte Integration in eine Therapieeinheit</strong></p>



<p>Als gängige Belastungsprinzipien eines neurozentrierten Trainings sind ca. 30 min täglich empfehlenswert. Diese können ohne Probleme in kleinere zeitliche Elemente aufgebrochen und im Verlauf der Therapie integriert werden. So könnte eine beispielhafte Umsetzung zur Integration in eine Therapieeinheit oder eine gesonderte Trainingseinheit im Therapieverlauf folgendermaßen Ablaufen [4]:</p>



<p><strong>Aktivierung bewegungssteuernder Systeme vor bzw. im Warm Up</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Gezielte Gelenksmobilisation</li><li>Visuelles, vestibuläres Training (bilateral oder unilateral bei bekannter Schwäche)</li></ul>



<p><strong>Zwischen Satz- oder Serienpausen</strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>1 – 2 High Pay off Übungen für betreffende Gelenke</li></ul>



<p>▶ Sensorische Aktivierung, visuelles System, etc.</p>
</div></div>



<ul class="wp-block-list"><li>Sollten nicht zu viel Aufmerksamkeit abverlangen und schnell/einfach durchführbar sein</li></ul>



<p><strong>Cool Down</strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Gelenks- und Nervenmobilisation der belasteten Gelenke, zusätzlich können folgende Übungen inkludiert werden</li></ul>



<p>▶ Mobilisation von Wirbelsäule (HWS, BWS)/Füßen</p>



<p>▶ Augenentspannung (Palming oder Augenmassage)</p>



<p>▶ Atementspannungstechniken</p>
</div></div>



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<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U. 2009. Prometheus Lernatlas der Anatomie-Kopf, Hals und Neuroanatomie. Thieme Verlag.Stuttgart</em></p>



<p><em>[2] Sitzer, M., Steinmetz, H.2011. Lehrbuch Neurologie. Urban und Fischer. München</em></p>



<p><em>[3] Trepel, M. 2012. Neuroanatomie-Struktur und Funktion. Urban und Fischer. München</em></p>



<p><em>[4] Schmid-Fetzer, U., Lienhard, L. 2018. Neuroathletik-Grundlagen und Praxis des neurozentrierten Trainings. Pflaum Verlag. München</em></p>



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